Nie gesagt

von zoe 101
GeschichteAllgemein / P12
Kai Sagano Masanori Araki Tashiro
17.01.2008
25.07.2008
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17.01.2008 1.464
 
Konnichiwa zu meinem neusten Geistesplitz. Das Hauptpaaring liegt bei Kai und Tashiro. Zu einem weil ich Tashiro echt gut finde, zum anderen weil die beiden nun mal perfekt zusammen passen und einem dieses ewige KaixMasa Ding nach der hundersten Wiederholung langweilig wird. Wäre nett wenn ihr mir eure Meinung da lassen könnt, man will ja schließlich wissen wie die Geschichte bei den Lesern ankommt. Und jetzt viel Spass beim ersten Kapitel.


Nie gesagt

Ich verstehe”, ging Tashiro noch mal sicher, “...meine Aufgabe besteht also darin bis auf weiteres auf den jungen Herren aufzupassen.” “Nur solange bis wir den Kazuneclan in seine Schranken verwiesen haben. Der Job dürfte dir wohl sehr entgegenkommen. Der ironische Tonfall in der Stimme des Juniorbosses entging dem jungen Todesengel durchaus nicht.  Wußte dieser etwa schon bescheid? Wundern würde es ihn nicht. “Warum hörst du nicht auf um den heißen Brei herumzureden und redest Klartext.”, forderte Tashiro seinen Freund und Auftaggeber auf. Dieses ewige so tun als ob nicht wäre Ding, das sich seit Wochen zwischen ihnen abspielte zerrte so langsam aber sicher an seinem Nerverkostüm. Masa verschwendete das erste Mal seit Beginn des Gespräches einen Blick an den Auftragskiller. “Wenn du damit das kleine, süße Verhältniss zwischen dir und Kai meinst, das geht mich nichts an,”...lächelte dieser nur. “Ich habe ihm schließlich selbst gesagt das das zwischen uns keine Zukunft hat. Und wenn er mit dir glücklich ist, schön für Kai.” Tashiro schüttelte den Kopf. Das konnte sein alter Freund doch unmöglich ernst meinen. Jahrlang hatte der Yakuza seinen Schatz gehütet wie die Kronjuwelen und jetzt war es ihm völlig egal was der Junge macht oder besser gesagt mit wem? “Ich habe auch schon mit Kai geschlafen. Soweit seid ihr leider nicht gekommen.”, versuchte er Masanori zumindest den Hauch einer Gefühlsregung zu entlocken. Ohne großen Erfolg, denn das Lächeln schien sich förmlich in das Gesicht des Älteren eingebrannt zu haben. “Wie ich schon gesagt habe. Es geht mich nichts mehr an.” Das Telefon klingelte. Der Yakuza nahm ab, lauschte der Stimme am anderen Ende der Leitung. “Ein wichtiges Gespräch aus Europa”, bat Masa den Todesengel höflich das Büro zu verlassen. Tashiro seufzte auf. Da konnte man wohl nicht machen. Wenn dieser Sturkopf weiterhin einen auf stark machen wollte, bitte sehr! Tashiro liess die Tür hinter sich ins Schloss fallen. An der Wand Gegenüber lehnte bereits mit erwartungsvollen Gesicht Kai. “Und?” “Du hattest recht, aber er wird schon irgendwann darüber hinweg kommen. Sobald er nicht mehr auf Roboter schaltet.” “Danke”, umarmte Kai den Todesengel, “...das du es wenigstens versucht hast.” “Für dich würde ich doch alles tun.” Tashiro nahm das Gesicht des jungen Mannes in seine Hände und zog es zu sich hoch. “Ich liebe dich”, hauchte er liebevoll in sein Ohr, bevor ihr Lippen sich zu einem leidenschaftlichen Kuss vereinten.

Ich wache auf und mein Bett ist leer
das stört mich eigentlich gar nicht mehr
auch sonst ist alles in Ordung so weit
da wäre nur noch eine Kleinigkeit
du hast gesagt ich schaff es nie ohne dich
ich hab gehört wie du das allen erzählst
das ist absolut lächerlich
ich hab doch nie gesagt das du mir fehlst

Die Bürotür schloss sich hinter dem Todesengel. Araki atmete erleichtert auf. Das Gespräch mit Tashiro war immer mehr in eine Richtung gerückt, die dem Schwarzhaarigen umbehagen bereitete. “Leite so schnell wie möglich Gegenmassnahmen ein. Aber bitte keine Toten Toshi.”, beendete er das Gespräch. Der Juniorboss lehnte sich mit geschlossenen Augen in dem weichen Ledersessel zurück. Auch wenn es sein Stolz eigentlich nicht zuließ hatten ihn die letzten Minuten viel Kraft gekostet. Die Vorstellung das Tashiro mit seinem Kai das Bett teilte machte Araki fast wahnsinnig. Er hätte der Erste sein sollen nicht dieser Profikiller. Wut kochte hoch. Die Hand schlug hart auf den Schreibtisch auf. Akten, lose Papiere verteilten sich auf dem Boden. Aber eigentlich konnte man Tashiro deswegen keine großen Vorwürfe machen. Er selbst hatte Kai doch von sich gestossen.  Was hatte er von dem Jungen erwartet. Das Kai für den Rest seines Lebens alleine bleibt. Mit Bitterkeit erinnerte sich Masanori an den Tag an dem er sich jeden Weg zum Herzen des jungen Herren verbaut hatte.
Verletzt, fast schon mit Tränen in den Augen, packte Kai den Älteren am Kragen. Der Yakuzasohn wollte und konnte auch kein Verständniss mehr für seinen Beschützer zeigen. “Das du mich geküßt hast war also wieder nur ein Versehen. Das wievielte? Das dritte, vierte, fünfte? Wie lange willst du eigentlich noch mit mir spielen.” Unbeeindruckt von der Verzweiflung seines jungen Herren wendete er seinen Blick vom Fenster ab und drehte sich zu dem Jungen um. Kai war noch naiv und wußte noch nicht was wirklich gut für ihn ist, seiner Meinung nach. “Versteh doch, du bist noch jung. Mit mir  zusammen wirst du nie Kinder haben können oder eine Familie gründen. Heute glaubst du vielleicht noch das du mich liebst, aber....” Weiter kam der Yakuza schon nicht mehr. Mit entsetzten Gesicht wich Kai langsam von ihm zurück, bis er mit dem Rücken auf die Wand traf. Die ganzen letzten Jahre liefen vor Kais inneren Auge ab. Die vielen Male an dem er dem Älteren seine Gefühle gezeigt hatte, nur um abgewiesen zu werden. Die Berührungen und Zärtlichkeiten die sie ausgetauscht hatten. Und jedesmal hatte sich sein Beschützer mit einer fadenscheinigen Entschuldigung der Situation entzogen. “Ich habe keine Lust mehr auf deine Ausreden. Entweder du liebst mich und stehst zu mir oder du sagst mir offen ins Gesicht das ich dir egal bin. Allerdings dann bitte ich dich, dich aus meinem Leben rauszuhalten.” Masanoris Mine nahmen einen düsteren Ausdruck an. Noch niemand hatte ihn so direkt vor eine Wahl gestellt. “Wenn das so ist”, stellte er trocken fest,”...dann ja, du bist mir egal. Ich habe mich nur so intensiv um dich gekümmert weil du der Sohn vom Boss bist. Ist es das was hören willst.” Kai konnte seinen Schmerz kaum noch in Worte fassen. Alles woran er geglaubt hatte fiel zusammen wie ein Glashaus. “Wenn du so über uns denkst, dann viel Spass beim Rest deines Lebens!”, rannte er aus dem Zimmer. Wie in Trance starrte Masa hinter dem Jungen her. Erst jetzt erfasste der Juniorboss die Folgen der Antwort, die er Kai gegeben hatte.
Damals hatte Masanori noch gehofft das sich alles wieder Einrenken würde, aber jetzt...”Ich habe einen riesigen Fehler gemacht”, gestand er sich nach all den Wochen der Selbstverleugnung endlich ein.

Ich hab gesagt du intressiert mich nicht mehr
jetzt merke ich, es ist ziemlich schwer
ich hab gesagt, du bist mir egal
jetzt seh dein Gesicht überall
Ich hab gesagt, wie sehr ich mich freu
das du dich sicherlich innerlich quälst
ich hab so viel gesagt, was ich jetzt bereu
ich hab dir nie gesagt das du mir fehlst  

Draussen hörte man ein lautes Lachen. Der Herbst hatte Einzug in Osaka gehalten und spielte fröhlich mit den bunten Blättern. Kai und Tashiro toben ausgelassen zwischen den dem bunten Farbenspiel. “Wenn du deine Aufträge mit der selben Geschwindigkeit erledigst wundert es mich echt das dich die Polizei noch nicht erwischt hat.” Der Todesengel setzte gespielt eine beleidigte Miene auf. Mußte dann aber breit grinsen. Gerade dieses freche Mundwerk liebte er so an seinem Kobito. “Na, warte. Ich werde dir zeigen wer hier die Schnecke ist.” Tashiro legte an Tempo zu und hatte Kai auch schon bald eingeholt. Fröhlich lachend versuchte Kai, sich aus der Umklammerung lösen wollend, seinen Verfolger noch mal zu entkommen. Es endete damit das sie beide in einem Laubhaufen landeten. Die sorgsam zusammen gefegten Blätter verteilten sich wild in alle Windrichtungen. Kai konnte, so da liegend eine tiefen Blick in Tashiros wunderschönen Augen erhaschen. Und eines wurde ihm klar. In dem Todesengel hatte er jemanden gefunden mit dem er sich vorstellen konnte den Rest seines Lebens zu verbringen oder zumindest eine lange Weile.
Araki beobachtete das junge Paar von seinem Bürofenster aus. Er war zu stolz, zu vernünftig gewesen um sich einzugestehen das er Kai brauchte. Selbst jetzt, wo tausend gefühlte meilen sie zu trennen schienen, war dieser kostbare Schatz immer noch sein Lebenselexier. Selbst wenn er ihn jetzt nur aus der Ferne an seinem Leben teilhaben konnte. “Ich liebe dich”, flüsterte der Yakuza leise, dabei wie gebannt Kai und Tashiro zusehend. Und die beiden zusammen so glücklich zu sehen tat verdammt weh. Es klopften an der Tür. Masanori legte die traurigen Gedanken beiseite und setzte wieder seine kalte Miene auf. “Herein!”

Ich wache auf und du bist nicht hier
doch in Gedanken bin ich immer bei dir
ich war zu stolz um zuzugeben
ohne dich kann ich nicht Leben
das geht nur uns beide was an
ich möchte das du es für dich behälst
damit ich weiterhin behaupten kann
ich habe nie gesagt das du mir fehlst
du fehlst mir...
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