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~~Farewell~~

von Shila
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama / P16 / Gen
Dorian Gray Mina Harker
11.01.2008
11.01.2008
3
2.928
 
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Dieses Kapitel
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11.01.2008 2.482
 
~~Farewell~~


Das Messer trifft auf meine Haut, der Schmerz durchzuckt mich heiß. Es dringt tief in mich ein, ich kann beinahe spüren, wie es durch die eiskalten Eingeweide fahrt und sie mit Hitze erfüllt. Ich spüre wie ich nicht atmen kann. Es tut so weh. Doch ich kann nicht sterben, ich bin schon tot. Schon so lange... Ich habe aufgehört die Jahre und Jahrzehnte zu zählen. Bilde ich mir den Schmerz nur ein ? Ich kann nicht sterben das weiß ich. Vampire sind tot und sie führen ein unsterbliches Leben, ohne Schmerz und ohne Wärme. Meist in Einsamkeit. Wir sind Monster, die Blut trinken, andere zu uns in den Tod reißen.Ich kann auch keinen Schmerz fühlen. Aber was tut dann so unglaublich weh ? Was brennt in meinem Körper so stark. Ich will schreien, doch ich liege still. Und plötzlich weiß ich es. Es ist mein Herz, das so sehr schmerzt. Weil du mich getötet hast. Wie konntest du das nur tun ? Wie konntest du mich töten ? Wir liebten uns doch einst. Und ich hatte erwartet, dass du mich noch immer lieben würdest. Schließlich habe ich dich verlassen, damals...


~*~*~*~*~*~*~*
„Mina, wo gehst du hin ?“ Ich laufe weiter, einfach weiter. Du rennst hinter mir her, ich laufe schneller. Ich will weg. Weg von dir. Da spüre ich deine Hand an meiner Schulter, sie zieht mich zurück. „Mina was soll dann das ?“, fragst du wütend. Ich wünsche mir so sehr, dass du mich einfach gehen lässt, dass ich dir nichts erklären muss. Und nun ? Nun muss ich auch noch lügen, nie darfst du den wahren Grund meines Fortgehens erfahren, nie ! Ich versuche mich zu sammeln, du darfst die Tränen, die hinter meine Liedern drängen nicht in meiner Stimmer hören. „Dorian, verstehst du nicht ? Ich werde gehen.“ Ich sehe in deinem Blick, dass du es nicht verstehst. Deine wunderschönen braunen Augen sind vollen Verwirrung und auch Angst. Obwohl du selten angst hast und sie noch seltener zeigst. „Nein, Mina , ich verstehe nicht. Wo willst du hin ?“ Und du verstehst immer noch nicht. Du wartest auf meine Antwort. Was soll ich sagen ? Ich will dich nicht verletzen. Der Regen prasselt auf uns nieder. Doch keiner von uns achtet darauf. Ich hebe meinen Blick zum Himmel, er ist dunkel, schwarz, wie mein Herz. Und die dunklen Häuser hier, verstärken die unheimliche Atmosphäre nur noch.  Dein Blick ist meinem gefolgt, doch jetzt senkt er sich wieder. Er ist auf mich gerichtet, wie er es immer ist. „Mina, ich verstehe nicht ? Sollen wir nicht reingehen ?“  Wieso verstehst du es nicht ! Es Seufzen kommt aus meinem Mund. Und dann schaue ich wieder in deine Augen, ich schüttle nur den Kopf. Ich weiß nicht , ob ich im Moment fähig bin zu sprechen. Und langsam werden deine Augen größer. Und die Anspannung, die deutlich in deinem Körper zu sehen ist, wächst mit der Angst in deinen Augen. Langsam beginnst du zu begreifen. „Ja, Dorian, ich werde gehen.“ „Aber Mina, warum ? Was habe ich denn getan ?“ Nichts, hast du getan. Außer, dass du dich in mein totes Herz geschlichen hast. Sonst wären wir gar nicht in dieser Lage. Du wärest tot und ich würde weiter, dieses tote Leben leben. Und jetzt muss ich dir den Grund nennen, den Grund dafür, dass ich dich verlassen werde. Und was jetzt gleich aus meinem Mund kommen wird, ist eine Lüge. Doch du wirst sie glauben, das weiß ich. „Dorian. Ich bin ein Vampir und du nur ein Mensch. Eine Weile war es ja ganz interessant mit dir, doch...“ Mit Absicht breche ich mitten im Satz ab. „Was willst du damit sagen ?“ Stille. Eine schreckliche Stille, dann sage ich leise. „Damit will ich sagen, dass ich jetzt gehe.“ Und so schnell ich kann, drehe ich mich um und will weg laufen, doch ich spüre wieder Dorian`s festen Griff um meinen Arm. Du drehst mich wieder zu sich und jetzt erkenne ich Wut in deinem Gesicht. „Du sagtest mir du würdest mich lieben.“ Ja, das hatte ich gesagt und es war wahr, damals wie jetzt. „Dorian, mein Lieber, ich bin tot. Ich kann keine Liebe empfinden, mein Herz schlägt schon seit langer Zeit nicht mehr.“ Jetzt wirst du bleich, alle Farbe verschwindet aus deinen Wangen. Und du flüsterst kaum hörbar: „Aber ich liebe dich !“ Und deine Augen sprühen vor Liebe. Es fällt mir so schwer, wenn du es doch nur wüsstest.  „Das tut mir Leid Dorian, doch sei unbesorgt, du wirst mich schon bald vergessen haben.“ „Mina... bitte bleib bei mir. Ich werde dich nie vergessen.“ Ich beuge mich zu dir, atme deinen Duft ein und küsse dich auf die Wange, die kalt ist wie mein Herz. „Lebewohl, Dorian.“ Wieder drehe ich mich um und gehe. Und dieses Mal hältst du mich nicht auf.
~*~*~*~*~*~*~*


Tränen steigen hinter meinen Augen auf. Ich wollte dich niemals wirklich verlassen. Und jetzt versuchst du mich zu töten. Warum ? Natürlich würde ich dich auch töten und keine Gnade walten lassen, denn zu viel ist in den letzten Tagen und Wochen geschehen. Und doch entsetzt es mich, dass du mich einfach, ohne mit der Wimper zu zucken, töten kannst. Ich merke, wie du dich ein wenig von mir wegbewegst und das Messer aus meinem Bauch ziehst. Und dieses Mal spüre ich genau, dass es nicht das Messer ist, welchen den Schmerz verursacht. Den Geräuschen nach zu urteilen, wischt du den Dolch ab. Und dann höre ich dich Worte sagen, die mein Herz explodieren lassen.„Ich hatte mir immer gewünscht, dich noch einmal zu nageln. Nur hatte ich es nicht genauso wörtlich gemeint !“ Ein leises Lachen hinter her, doch ich höre es kaum. Ich kann nicht glauben was ich da höre. Was ist nur aus dem Mann geworden, an den ich mein Herz gehängt habe. Der Wunsch ihn zu töten ist plötzlich wieder stark in mir. Doch meine Glieder scheinen wie gelähmt zu sein. Bin ich vielleicht nicht fähig ihn zu töten ? Doch du hast uns verraten. Du hast uns alle verraten. Und du verkauftest uns an Ann. Du hast uns alle geopfert um dein Bildnis zurück zu bekommen. Das Bildnis, das Basil Hallward für dich angefertigt hatte. Vor langer Zeit.  Wie alt bist du Dorian ?  Bist du denn noch ein Mensch ?


~*~*~*~*~*~*~*
„Dorian. Ich bin ein Vampir und du nur ein Mensch. Eine Weile war es ja ganz interessant mit dir, doch...“
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Hatte ich Unrecht, als ich dies sagte ? Warst du damals schon kein Mensch mehr ? Warst du schon das Monster das du nun zu sein scheinst ? Ich höre, wie du dich bewegst, du stehst neben mir, an dem Bett. Ich spüre, wie etwas auf meiner Brust landet, was ist es ?! Was willst du denn jetzt noch ? Mich nageln ? Wie du es so.. schön ausgedrückt hattest. Doch nein, du sprichst zu mir. Weißt du, dass ich keinesfalls tot bin ? „Oh Mina, du warst immer so feinfühlig, liebevoll und zart. Schade, dass es mit uns beiden nicht funktioniert hat.“ Ich kann meine tränen kaum mehr zurück halten. Das klingt doch viel mehr nach dem Mann, denn ich zu kennen glaubte. Doch jetzt fühle ich Wut. Du hast mich getötet und hast keine Schuld Gefühle ?


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„Aua !“, rufe ich aus. „Mina !“ Sofort ist du an meiner Seite, deine Stimme klingt besorgt. Ich bin gestürzt, da du die Tür zu heftig aufgerissen hast. Doch es tat fast gar nicht weh. Nur ein wenig Blut an meinen Knien. Doch du bist besorgt. „Mina, das  tut mir so Leid. Geht es dir gut ?“ ich will dich beruhigen, ich kenne keinen Schmerz. Es war nur ein `menschlicher` Reflex, der mich aufschreien lies. Allerdings weißt du das nicht. Du hebst mich hoch und presst mich an deine muskulöse Brust. Sie ist warm und weich. Deine Schritte, die du Richtung Salon lenkst sind hektisch und schnell.  Du legst mich schnell auf eines der Blüten weisen Sofas und kniest neben mir nieder. „Mina ? Es tut mir Leid.“ ich muss einfach lächeln, doch dir steht die Reue und Angst in das Gesicht geschrieben. „Oh Dorian, natürlich geht es mir gut, es ist doch nicht passiert, nur eine kleine Abschürfung.“ „Eine Abschürfung ? Wo ?“  Ergeben zeige ich dir mein Knie, das winzige bisschen Blut ist verwischt. Du scheinst entsetzt. „Dorian, das ist doch nichts. Lass uns lieber zu Abend essen gehen.“ „Nein, Mina. Ich werde das hier einbinden. Es tut mir wirklich Leid.“ „Du brauchst dich doch nicht zu entschuldigen, du kannst doch nicht dafür.“ „Natürlich ich bin so ungeschickt.“  Vorsichtig verbindest du mein Knie. Wahrscheinlich wirst du mich diesen Verband in den nächsten paar Tagen nicht abnehmen lassen. Als du fertig bist, bleibst du noch immer sitzen. Eine Hand deinerseits streichelt über meine Wange, ganz vorsichtig. „Mina, es tut mir Leid.“ Fast schon genervt antworte ich: „Dorian, du kannst nichts dafür, ich bin eben gestolpert.  Nun lass uns gehen.“ Ich will mich erheben, doch du hinderst mich daran. „Warte. Verzeih, wenn es dir lästig ist. Doch ich könnte mir nie verzeihen, wenn die meinetwegen etwas zustoßen würde.“
~*~*~*~*~*~*~*


Ja, es gab eine Zeit, da war es dir nicht gleichgültig was mit mir geschah. Und nun ist meine Wut wieder da, schlimmer als je zuvor. Ich werde dich töten Dorian, auch wenn ich dann bis ans Ende der Zeit ohne dich leben muss. Du musst sterben, damit du endlich wieder frei sein kannst. Frei von dem Dämon der in ist. Ich öffne die Augen. Du stehst vor dem Bett, mit dem Rücken zu mir. Mein Blick fällt auf den verhüllten Rahmen am Ende des Zimmers. Dein Bildnis. Und jetzt weiß ich was zu tun ist. Ich stehe auf, wie ich es als Vampir gelernt habe. Lautlos. Von hinten greife ich nach dem Griff deines Dolchs, der vorher in meinem Rumpf steckte. Im selben Moment drehst du dich um. In deinem Blick sehe ich Erstaunen, Schrecken, Angst, Erkenntnis und Panik. Alles in dieser Reihenfolge und doch gleichzeitig. Und dann steche ich zu. Die Klinge dringt beinahe ohne Widerstand in deinen Bauch. Ich drücke dagegen und du stolperst nach hinten, ein Röcheln ist aus deinem Mund zu hören. So weit nach hinten, bis der Dolch, der hinten aus deinem Rücken ausgetreten ist, in die Wand dringt. Jetzt habe ich dich auch `genagelt` kommt es bitter in meine Gedanken. Du starrtest mich an, entsetzt und verwirrt. „Mina ? Wie kann das sein ?“ Hatte ich dir nicht erst vor wenigen Minuten gesagt, dass es sein kann, dass ich nicht sterben kann ? Hörst du mir denn nie zu ? Ich merke selbst, dass ich zittere. Werde ich den letzten Schritt tun können ? Werde ich dich deinem Dämon stellen und dich töten oder auch erlösen ? Du hast begonnen an dem Dolch zu zerren, doch er steckt zu tief in der Wand. Ich schaue zu dem Bild, dass neben mir steht und nr zu warten scheint, bis ich es in die Hand nehme. Dein Blick ist meinem gefolgt und als ich dich jetzt wieder ansehe, kann ich deine Panik erkennen. Dein reißen an dem Griff des langen Messers wird hektischer. Ich bücke mich und hebe den erstaunlich leichten Rahmen hoch. Jetzt kannst du deine Angst nicht mehr verbergen. Mit den Worten: „Mina, was tust du da ?“,  will deine Stimme will mich ablenken.  Doch ich hebe das Bild vor dich hin, gleich werde ich es aufwickeln und du wirst in dein Eigenes Antlitz blicken. Noch kämpfe ich mit mir. Ich habe lägst genug Ansporn um dich zu töten, doch etwas hält mich zurück. Ich weiß, dass es etwas ist, von dem ich Dorian sagte, dass ich es nicht empfinden könne. Es war gelogen. Denn Liebe wir nicht von dem Herzen, sondern von der Seele empfunden. Und meine Seele ist noch immer rein und ganz.  Du darfst nicht leben, du hast so viel Leben zerstört und unseres beinahe mit. Dein Blick ist abwechseln auf mich, das Bild und den Dolchgriff gerichtet. „Mina...“ Nein, ich werde dieser Stimme nicht nachgeben. Ich werde dich töten. „du wolltest dich deinem Dämonen stellen, jetzt kannst du es tun.“ Meine Hände beginne wie von selbst, das Stück Stoff zu entfernen. Deine Hände sind feucht und umklammern den Griff. Alle Farbe ist aus deinem Gesicht gewichen. Und dann fällt der Stoff zu Boden. Deine Augen werden groß und sie starren vor Angst und dann plötzlich vor Schmerz. Du beginnst zu schreien, windest dich in Qualen. Ich will mich abwenden, doch mein blich ist fest an dich gekettet. An dein Gesicht, das jetzt erst einen boshaften Zug um den Mund bekommt, und dann schwarze Augen. Und dann beginnt es rasend schnell zu altern. Die Jahre brechen über dich hinein. Und noch immer schreist du unter Schmerzen. Die Tränen treten unaufhaltsam in meine Augen. Ich muss mich von dir verabschieden, während das leben schneller und schneller aus dir heraus gleitet. Oder in dich dringt ? Ich flüstere so: „Dorian, es tut mir Leid.  Ich liebe dich, ich habe es immer getan. Es tut mir Leid, dass ich dich damals verlassen habe. Vielleicht wärst du nicht ein solch skrupelloser Mensch geworden unter meiner Obhut. Lebe wohl, Dorian.“ Ich bin nicht sicher, was du verstanden hast,oder nicht, denn in deinem Gesicht ist nichts zu erkennen. Es ist schon einem toten Schädel gleich. Doch jetzt in den letzten Sekunden deines Lebens richtet sich dein Blick genau auf mich. Und eine Stimme, die schon fast verweht ist, flüstert ein Wort. Ein Wort, dass deine Seele enthält. „Mina...!“
Noch immer stehe ich still und starre auf dich. Oder was was noch vor kurzem dein Körper war.  Das Bild halte ich in meiner Hand. Doch jetzt drehe ich es um und sehe hinein. Und ich sehe noch wie der boshafte Strich um deinen Mund verschwindet und dein Gesicht glatt ist. Wunderschön, rein und glatt. Und jetzt weiß ich, das hier beinhaltet das, was du einst warst, der Mann den ich liebe. Der tote Skelett artige Körper an der Wand ist nur ein Dämon. Ein Dämon, den wir beide gemeinsam besiegt haben. Meine Finger streiche wie von selbst über die Wangen deines Gesichtes und fast glaube ich ihre Wärme zu spüren und dein überschäumendes Lachen zu hören, das im Wind verklingt.
Durch ein Beben, begleitet durch ein tiefes grollen, werde ich aus meinen Gedanken gerissen. Ich sehe aus. Das Gebäude scheint zu erzittern. Es ist Zeit für mich zu gehen. Doch meine Augen und somit mein Körper könne sich nicht von deinem Gesicht in dem goldenen Rahmen lösen. Meine Lippen berühren noch ein letztes Mal die deinen. Dann lasse ich des Bild los, es gleitet aus meiner Hand. Ich reiße mich von seiner faszinierenden Wirkung los und springe aus dem Fenster. Sofort verwandle ich mich in das was ich wirklich bin. Der Sturz verwandelt sich in einen Flug.
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