Die pq-Formel

GeschichteDrama / P16 Slash
05.01.2008
05.01.2008
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Dieses Kapitel
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A/N - WARNUNG
(bitte lesen)


Dies hier ist ein AU nach dem sechsten Buch. Es ist eine Percy-Fanfiction und dazu noch eine dark!Fiction. BITTE beachtet das!
Nach der Veröffentlichung in anderen Archiven bekam ich böse Kommentare darüber, dass hier nicht die Guten gewinnen. Deswegen warne ich jetzt gleich vorweg:
Diese FF ist eine  dark!Fiction. Es gibt zwar keine großen Gewaltbeschreibungen oder Verherrlichungen derselben oder ähnliches, aber es gewinnen nicht die Guten! dark muss nicht immer Blut und Gemetzel und sadistische Psychopathen bedeuten.

Bitte nehmt das zur Kenntnis. Wem es nicht gefällt, der kann jetzt wieder zurück klicken.

Die Unbekannte Variabel


Es war später Abend und die ersten sanften Strahlen des Mondes erhellten die Landschaft um den Fuchsbau herum. Die Tierwelt belebte die Szenerie mit ihren Lauten und ein Klappern und Stimmenwirrwarr war von der Zaubererbehausung zu hören.

Mit angezogenen Knien saß Percy auf einem Ast unweit des Hauses. Der Baum, zu welchem der Ast gehörte, lag direkt am Rande des kleinen Wäldchens und von diesem speziellen Ast aus konnte Percy den Fuchsbau, den Garten, die Straße und einen Großteil des umliegenden Gebietes beobachten.

Er hatte gedacht, dass es leichter werden würde. Wenn er wieder zum Kreis der Familie gehören würde. Er hatte der Versöhnung mit seinen Eltern entgegengefiebert, nachdem er endlich begriffen hatte, wie einsam und miserabel es doch war, dem Ministerium nach dem Mund zu reden. Nachdem er verstanden hatte, dass er auch dort keine Akzeptanz erreichen würde, egal, was er tat und für wen er die Drecksarbeit erledigte.

Es war nicht einfach gewesen, eine Aussprache mit seinen Eltern zu erwirken, vor allem nicht, nachdem Ron mit Hermine und Harry verschwunden war, um irgendwelche obskuren Artefakte zu finden. Der Weasley-Clan war in Aufruhr gewesen über den Verbleib des jüngsten Sohnes und die Wiederkehr des „Verräters“ kam zu einer denkbar ungünstigen Zeit.
Dennoch hatte Percy es versuchen müssen – und geschafft.

Seine Eltern hatten seine vielen Entschuldigungen angenommen und ihn in das elterliche Heim zurück geholt. Seine Geschwister betrachteten und behandelten ihn mit Vorsicht und Misstrauen, aber nicht mehr mit der offenen Feindlichkeit wie vorher.

Es war ihm klar gewesen, dass es kein Kinderspiel werden würde, aber er hatte wenigstens gehofft, dass ein Teil der Einsamkeit und dieses tiefen, miserablen Gefühls, dass ihn beseelte, entschwinden würde.
Nichts Dergleichen war eingetreten.
Die Mahlzeiten mit seiner Familie wurden immer mehr zu einer Qual für ihn und jedes Gespräch tat ihm fast körperlich weh. Er war stiller geworden in den letzten Monaten, nicht nur wegen dem immer schlimmer werdenden Krieg, sondern auch, weil er es nicht mehr ertragen konnte, zu reden.

Die anderen bemerkten es nicht – warum sollten sie auch? Mit täglichen Berichten von Angriffen, zerstörten Siedlungen, getöteten Menschen und Zauberwesen – warum sollten sie da ihren fehlgeleiteten Sohn, ihr schwarzes Schaf, beachten und bemuttern? Schließlich war ein anderer ihrer Söhne – der mutige, heroischste von ihnen – im Alleingang dort draußen und versuchte, einen übermächtigen Feind zu schlagen.
Nein, Percy verdiente bei diesen Umständen keinerlei Beachtung. Vor allem nicht Percy, der Verräter, der Schleimer, der Nichtsnutz.

Und deswegen saß er an diesem Abend auf diesem Ast, einem Relikt seiner frühen Kindheit, und starrte wie einst in die Landschaft. Um zu sinnieren, um still seinen Kummer zu versorgen, um Distanz zwischen sich und die restlichen Weasleys zu bringen. Um nicht kommunizieren zu müssen, den Kommunikation war Folter. Kommunikation bedeutete, sich auf ein anderes Wesen einzustellen, es zu untersuchen, es zu verstehen. Erneut den Ekel in den Augen eines anderen zu sehen, der auf Percy gerichtet war, und den er inzwischen mehr als tausendfach für sich selbst empfand. Selbst Spiegel, Glasflächen, alles, worin er sich sehen oder erkennen konnte, dass er ein menschliches, lebendiges Wesen war, mied er. Damit er nicht damit konfrontiert wurde, dass er existierte und ein großer, wandelnder Haufen von vergeudeter Lebensmasse war.

Eine Bewegung am Rande seines Sichtfeldes riss ihn aus seinen selbst zerstörerischen Gedanken.
Schwarze Schatten huschten an den Büschen entlang, die neben der Straße standen.
Percy blinzelte. Es war ungewöhnlich, dass zu so später Stunde noch jemand unterwegs war. Spielten seine müden Augen ihm einen Streich?

Ein genauerer Blick verriet ihm: Nein, das taten sie nicht. Eine Gruppe von Leuten in schwarzen Roben und mit weißen Masken begann damit, dass Haus zu umstellen.
Todesser, fuhr es ihm wie ein Blitz durch den Kopf. Dass mussten Todesser sein – die den Fuchsbau angreifen wollten!

Percys Gedanken und Geist wurden aus ihrer Lethargie gerissen und begannen, sich in Windeseile zu bewegen. Er war nie dumm gewesen, nur einfältig und zu sehr auf Zugehörigkeit bedacht. Was ihn auch dumm machte, aber auf eine andere Weise.
Schnell hatte er die Männer gezählt, sie anhand ihrer Zauberstäbe oder anderer mitgeführten Utensilien in die Kategorien Angreifer, Verteidiger, Heiler und Unterstützer eingeteilt und kalkuliert, wann sie mit dem Angriff beginnen würden.
Nach seinen Schätzungen würden es wohl keine zehn, fünfzehn Minuten sein. Fünf von ihnen – die augenscheinlichen Anführer – hatten sich versammelt und beratschlagten sich. Wahrscheinlich sprachen sie darüber, wie sie die Schutzzauber deaktivieren sollten.

Wenn Percy handeln wollte, musste er es schnell tun.

Seinen Zauberstab hatte er bei sich. Früher, als er noch Verlangen danach hatte, etwas zu lernen, hatte er viele Bücher gelesen, Lehrbücher. Aus den Tiefen seines Gedächtnisses kramte er eine Reihe von Unsichtbarkeitszauber hervor und entschied sich dann für einen besonders starken, aber kurzzeitig wirkenden.

Nachdem er die Inkanation gemurmelt und sich vom Ast herab geschwungen hatte, hechtete er aufs Haus zu und umrundete es, um außerhalb des Sichtfeldes der langsam weiter ausschwärmenden Todesser ungesehen ins Haus zu gelangen.
Bald würden sie das Haus vollkommen umstellt haben.

Den Zauber auflösend eilte Percy ins Wohnzimmer. Der Großteil des Weasley-Clans, mit der Ausnahme von Charlie, der oben sein musste, war hier versammelt.
Seine Mutter war in einem angeregten Gespräch mit Fleur und Ginny vertieft und sein Vater unterhielt sich mit Bill und den Zwillingen.
Percy holte tief Luft, um eine Warnung zu rufen, doch sie erstickte im Keim, als sein Vater aufsah, ihn erkannte und das Lächeln auf seinen Lippen erstarb.
Die Zwillinge drehten leicht ihren Kopf und starrten Percy finster an, während Molly auf der anderen Seite des Raumes eine düstere Miene zog.

Es war, als wenn er ein Luftballon wäre, aus dem plötzlich die Luft gelassen worden war. Mit einem Male war die gesamte Aufregung, die Energie, die Besorgnis verschwunden.
Die Blicke der Familie wanderten zurück und die Gespräche wurden wieder aufgenommen.

Percy hätte Lachen können, hysterisch lachen, wenn er die Energie dazu gefunden hätte. Doch so tat er nicht viel mehr als verloren im Türrahmen zu stehen und die Szene vor sich zu betrachten.

Sie waren eine so nette, freundliche, tolerante, aufgeschlossene, verdammt perfekte Familie. Niemand erzeugte ein so familiäres Gefühl wie die Weasleys. Und niemand konnte besser Familienzwist überspielen und anderen Leuten etwas vormachen als sie.
Percy hätte kotzen können.
Ihm wurde schwindlig, er musste sich am Türpfosten anlehnen.
Die Weasleys. Allein im Namen waren schon zu viele „Iiih!“-Laute, als dass aus der Familie irgendetwas werden konnte. Probleme wurden nicht wirklich besprochen, sie wurden ignoriert, bis sie verschwanden oder eskalierten. Mit einer Eskalation konnte man umgehen, man schränkte den Schaden ein und ging aggressiv gegen die Störungsursache vor. Aber präventiv damit umgehen? Nein, wieso denn?
Das war die Stelle, an der Percy damals eingegriffen und den Ablauf des Weasley Lebens verändert hatte. Er war ignoriert worden, aber anstatt nur zu eskalieren oder zu verschwinden hatte er beides gemacht. Zuerst war er in die Luft gegangen, dann war er aus ihrem Leben entschwunden, nur um ihnen sporadisch wieder in den Arsch zu beißen.

Kein Wunder, dass seine Eltern und Geschwister so wütend über ihn waren. Er verstand es plötzlich, glasklar: Einem Etwas wie ihm waren sie noch nicht begegnet. Sie hatten schon vorher, bevor er die Familie verlassen hatte, nicht mit ihm umgehen können. Nach seinem Abschied konnten sie es erst recht nicht.
Sie waren verunsichert. Er reagierte nicht, wie ein Weasley reagieren sollte.
Er war eine Unbekannte Variabel, und einen Lösungswert schien es für ihn nicht zu geben.

Diese Erkenntnis erdrückte ihn fast. Einerseits bedeutete sie, dass er wirklich war, wie er es gedacht hatte: Anders, abnormal. Aber sie bedeutete auch, dass er nicht die alleinige Schuld trug.
Seine Familie war mit schuld. Sie hätten versuchen können, ihn zu verstehen. Oder zumindest einmal weiter nachzuhaken, anstatt die Ignorier-Routine zu beginnen.

Die Erkenntnis ließ ihn mit mehr Energie zurück, wütender Energie. Wut auf sich selbst und seine Familie. Wut auf die Welt. Wut, weil er einfach nichts besseres wusste, jetzt, wo er sich selbst in diese aussichtslose Lage gebracht hatte.
Aussichtslose Lage. Die Todesser waren noch vorm Haus!

Erneut öffnete er seinen Mund, aber ein Blick durchs Wohnzimmer verriet ihm, dass er sowieso von niemandem beachtet wurde und das, zusammen mit der Wut, ließ ihn den Mund wieder schließen. Stattdessen eilte er hinauf in sein Zimmer und packte seine wenigen Habseligkeiten zusammen. Seine Robe wanderte mit dem Rest in seinen Rucksack und während er ihn über die Schulter schwang, blickte er aus seinem Fenster.
Er konnte die zusammen gekauerten Anführer der Todesser von dort aus gut sehen und innerlich erhöhte er seine Schützung der Angriffszeit. Diese Schutzzauber mussten komplizierter sein, als er angenommen hatte.

Bepackt lief er leise die Treppen wieder hinunter. Normalerweise bemerkte ihn sowieso keiner, aber es konnte nicht falsch sein, sich um Verschwiegenheit zu bemühen. Als er am Wohnzimmer vorbeikam, stoppte er.
Seine Familie war zusammen gerückt und auch Charlie saß jetzt bei ihnen. Fleur und Ginny lachten über etwas, während Molly die Zwillinge ausschimpfte. Arthur saß mit einem seligen Lächeln auf seinen Lippen da und alles in allem sahen sie aus wie eine glückliche, friedliche Familie.

Der Gedanke an die Todesser war ein starker Kontrast zu diesem Bild und Percys Wut verlor langsam ihr Feuer und wurde zu einer kalten Antriebskraft.
Erneut wurde sein scharfer Verstand wach.

Der Anker für die Schutzzauber war ein Edelstein, den McGonagall und zwei andere Leute gebracht hatten. Der Edelstein musste in einer speziellen Fassung bleiben und sollte er entfernt werden, brachen die Schutzzauber binnen sieben Minuten zusammen.
Der Stein befand sich in der Küche, neben ihrer Uhr, ein sanft violett leuchtender Amethyst, der auf einem goldenem Sockel ruhte und von kleinen, magischen Strängen durchdrungen waren. Einige Sekunden lang starrte Percy ihn an, bevor er seine Augen schloss, kaum merklich seufzte und ihn aus der Fassung heraus hob.

Es erklang kein Alarm oder sonstiges Warnzeichen. Einzig und allein das Verschwinden der Schutzzauber in sieben Minuten würde seine Familie alarmieren, dass etwas nicht stimmte.
Percys Blick fiel auf die Familienuhr, mit ihren neun Zeigern. Sein Augenmerk fiel auf seinen Zeiger. Lebensgefahr
Ja, das mochte wohl stimmen, dachte Percy in sich hinein und hob seinen Zauberstab. Einen kurzen Zauber später lockerte der Zeiger sich aus seiner Fassung und fiel nach unten. Percy fing ihn auf und legte ihn auf die Mitte des Küchentisches. Kurz strich er sanft über das Metall, bevor seine Finger sich an ihm festkrallten und er mit seinem Zauberstab einen heißen Strahl erzeugte und seinen Namen durchstrich.

Als das geschehen war, bewegte er sich wieder auf die Hintertür zu. Ein letztes Mal blickte er sich um und lauschte auf die Geräusche aus dem Wohnzimmer.
„Auf Wiedersehen.“, murmelte er leise und schwang seinen Zauberstab erneut, um sich wieder unsichtbar zu zaubern. Mit dem Rucksack auf seiner Schulter und dem Amethyst in der Hand marschierte er auf die Todesser-Anführer zu. Keiner der linksherum wachestehenden Todesser machte Anstalten, ihn aufzuhalten und niemand schien ihn zu bemerken.

Während der wenigen Schritte entbrannte ein innerer Kampf in ihm.

Was tat er hier?! Sollte er nicht lieber wieder zurück gehen, den Amethyst zurück in den Sockel stecken, solange es noch ging, und Hilfe rufen? Warum sollte er den Todessern helfen? Auch wenn er sich miserabel fühlte bei seiner Familie, so waren die Todesser doch nicht besser.
Oder war das eine absolut kindische Trotzreaktion und machte er hier gerade den größten Fehler seines Lebens?

„Percy!“, schallte es da plötzlich aus dem Haus und einige der Todesser zuckten. „Percy, wenn du nicht gleich runter kommst, kriegst du nichts zum Abendessen und denk ja nicht, für dich mach ich später etwas extra!“

Percy stoppte, kaum zehn Fuß von den Anführern entfernt und schloss noch einmal seine Augen. Der Unsichtbarkeitszauber zerrte an seiner Magie und seine kalte Wut zerrte an seiner Seele. Für einige Sekunden verfiel er in den Tagtraum, was passiert wäre, wenn er Ron gewesen wer. Oder an Rons Stelle. Wäre das nicht garantiert besser gewesen als das?
Aber der Tagtraum zerfiel und er wurde sich schmerzlicher denn je wieder der Wirklichkeit bewusst.

Schleppenden Schrittes ging er die letzten Schritte und erkannte Lucius Malfoy unter einer der Masken. Das silbrig-blonde Haar, zusammen mit den eisblauen Augen waren unverkennbare Markenzeichen und die seidene Stimme des Mannes untermauerte seine Vermutung nur.
„… wenn wir den Anti-Apparationszauber zuerst ausschalten, können sie ebenfalls verschwinden, dass ist taktisch unklug.“
„Aber wenn wir ihn doch ausschalten, können wir die restlichen Zauber leichter umgehen!“, warf eine zweite Stimme ein.

Percy löste den Unsichtbarkeitszauber auf und war plötzlich von aufgeschreckten Todessern umstellt.
„Wo kommt der Weasley her?!“, donnerte auch schon Malfoy, auch wenn seine Stimme moderat gehalten war, um die im Haus befindlichen Weasleys nicht zu erschrecken. „Ihr solltet doch Wache stehen, verdammt. Was für Witzfiguren seit ihr eigentlich?“
„Mr. Malfoy.“ Percy Stimme war erstaunlich ruhig und gleichgültig, selbst er wunderte sich über die Gelassenheit, die über ihn kam.

Malfoy stoppte seine Tirade und sah den Rothaarigen fragend an.
„Das ist für sie.“ Percy warf ihm den Amethysten zu, welchen er fing. Verdattert starrte der Blonde auf den Edelstein und unter den Todessern brach Gemurmel aus.
„Was soll das heißen?“
Percy neigte leicht seinen Kopf, als er gedanklich die Zeit überschlug, die er bis hier gebraucht hatte. „Das ist der Anker-Stein der Schutzzauber. Sie werden in ungefähr… drei Minuten fallen. Ich schlage Ihnen vor, dass Sie Ihre Truppen bis dahin in strategisch wichtige Positionen bringen und das Haus mittels Unsichtbarkeitszauber infiltrieren, um eine Flucht durch Flohpulver zu verhindern. Drei Minuten sollten ausreichend sein, um jede Flucht auszuschließen.“
Das Gemurmel der schwarzen Roben stieg an.
Lucius Malfoy war komplett verwirrt.
„Was- Du hilfst uns?!“

„Bitte behandeln Sie Ginny mit Gnade. Sie ist die einzige von ihnen, die man halbwegs aushalten kann.  Ronald werden Sie übrigens nicht finden, falls Sie das nicht bereits wissen. Wo er sich aufhalten könnte, kann ich Ihnen allerdings nicht sagen.“
Nachdenklich fügte er hinzu: „Übrigens sollten Sie Ihren Leuten bessere Versteck-Fähigkeiten beibringen. Ich habe Sie bereits gesehen, als Sie hier ankamen und obwohl ich nur einen Unsichtbarkeitszauber der Licht-Klasse benutzt habe, konnte ich trotzdem zurück ins Haus und wieder hierher. Observation sollten Sie auch trainieren, ich saß nämlich dort drüben im Baum, als Sie hier erschienen und Sie haben mich nicht bemerkt.
Und falls Sie mich jetzt entschuldigen – wenn meine Familie gleich die Küche betritt, wird sie feststellen, dass der Anker-Stein fehlt und sie werden nicht lange brauchen, um zu wissen, wer ihn entwendet hat. Ich möchte nicht mehr hier sein, wenn das eintritt.“

Nach einem Abschiedsgruß entfernte Percy sich von den geschockten Todessern und lief gemächlich die Straße hinunter. Als er schon ein gutes Stück entfernt war, hörte er das Rufen mehrerer Männer und das hohe, schrille Schreien einer Frau.

Was ihm aber durch Mark und Bein fuhr und ihn nie wieder verlassen würde, war die schmerzerfüllte Stimme seines Vaters, die durch die nächtliche Landschaft hallte.
„PERCY!“

Vielleicht hätte er geweint, gezuckt oder inne gehalten, wenn er dazu fähig gewesen wäre. Aber in ihm herrschte nur noch eine befriedigte Leere, die den Platz der Einsamkeit und der inneren Schmerzen eingenommen hatte.

Und diese Leere war vielleicht nicht gut, aber um Längen besser als die Schmerzen.
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