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Das Fest der Liebe

GeschichteLiebesgeschichte / P12 / Gen
Kwai Chang Caine Peter Caine
27.12.2007
27.12.2007
3
3.202
1
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
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27.12.2007 972
 
Titel: Kaminfeuer
Autor: Lady Charena
Fandom: Kung Fu TLC
Charaktere: Caine/Laura, Peter
Thema: # 013. Gelb
Word Count: 885
Rating: pre-series, PG, het
Anmerkung des Autoren: Vielen Dank an T’Len für’s betalesen.

Summe/Hintergrund: Weihnachten im Hause Caine, Teil 2. Ein „Baby-Peter“-Mehrteiler.
Fortsetzung # 017. Braun

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern (Warner, Michael Sloan). Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.



Laura seufzte zufrieden, als das neue Holzscheit knisternd Feuer fing und gelbe Flammen aufloderten.

Sie liebte das Haus. Vielleicht lag es daran, dass es sie beim ersten Anblick an das Häuschen ihrer Großeltern erinnerte, das man abgerissen hatte, als sie noch ein Kind gewesen war. Auch dieses Gebäude hatte einmal einer alten Dame gehört, die ohne Angehörige starb und so fiel das Grundstück samt Haus an die Gemeinde. Die Miete war lächerlich gering – was daran lag, dass an allen Ecken und Enden Reparaturen und Ausbesserungen vorgenommen werden mussten. Es gab undichte Stellen im Dach, zugige Fenster, unheimlich knarrende Dielenbretter. Und das handwerkliche Geschick ihres Mannes hatte sie jedes Mal aufs neue überrascht. Sie hätte zu gerne gewusst, wo und wann er gelernt hatte, ein verzogenes Fenster zu reparieren oder ein Dach zu flicken, aber in der Regel reagierte Kwai mit einem Anflug von Verlegenheit – und einem Schulterzucken - auf ihre Fragen.

Aber die riesige, altmodische Feuerplatz in ihrem kleinen Wohnzimmer war herrlich – auch wenn sie täglich die Asche überall entfernen und ständig ein Auge auf Peter haben musste, der das Abschirmgitter nur zu gerne für Turnübungen benutzte. Sie lächelte über sich selbst - eine unverbesserliche Romantikerin bist du, Laura Katherine Caine - und streckte die Hände aus, um die Wärme der gelben Flammen an ihren Handflächen zu spüren. Sie schloss die Augen. Eine Decke wurde um ihre Schultern gelegt, zwei vertraute Arme schlangen sich um ihre Taille und zogen sie zurück, bis sie sich gegen den Brustkorb ihres Mannes lehnte. Sie drehte den Kopf zur Seite, schmiegte ihre Wange an seine. „Wie viele Geschichten musstest du ihm erzählen?“

Caine lachte leise. „Drei. Und es kostete mich wirklich einige Mühe, ihn überhaupt dazu zu bringen, ins Bett zu gehen. Er wollte unbedingt wach bleiben. Schließlich versuchte er mich davon zu überzeugen, dass er doch hier im Wohnzimmer genauso gut schlafen könne.“ Er schüttelte den Kopf. „Ich denke, es ist sicherer, wenn ich später noch einmal nach ihm sehe.“

„Ich denke, ich hätte ihm nicht all diese Geschichten über den Weihnachtsmann erzählen sollen, und wie er mit seinen Geschenken durch den Kamin rutscht. Das hat natürlich seine Fantasie beflügelt.“ Laura drehte sich ein wenig mehr zur Seite, ließ ihre Hand wie zufällig unter die Knopfleiste von Caines Hemd gleiten. Ihre Fingerspitzen streiften das Jademedaillon seines Vaters, dann warme Haut. Sie hörte ihn leise einatmen.

„Ich sehe, dass Peter ganz nach seiner Mutter kommt.“ Sein Mund streifte ihre Wange. „Mir scheint, der Kamin beflügelt auch deine Fantasie.“

Unter ihrer Hand öffneten sich die Knöpfe wie von selbst. „Oh nein, dein Sohn kommt ganz nach dir, Kwai“, neckte ihn Laura. „Er hat deine Neugier geerbt.“

„Ja.“ Ein Wort, voll väterlichem Stolz.

„Und deine Fürsorglichkeit.“ Ihre freie Hand wanderte nach oben und löste sein Haar. „Und deine Dickköpfigkeit“, setzte Laura lachend hinzu.

„Ich bin nicht...“ Den Rest seiner Worte erstickten ihre Lippen.

* * *

Als sie erwachte, war sie allein. Langsam setzte Laura sich auf, bemerkte das Kissen unter ihrem Kopf und die Decke, in die sie sorgfältig eingewickelt war. Das Feuer im Kamin war bis auf die Glut heruntergebrannt und badete sie in einem weichen, rötlichen Schein. Doch einige der Kerzen an ihrem kleinen Weihnachtsbaum brannten. Sie betrachtete das Bäumchen, das nun auf einem Tisch stand, wo es vor neugierigen Kinderhänden sicherer war – und plötzlich erschauerte sie ohne ersichtlichen Grund. Eine der Kerzen beleuchtete direkt einen kleinen Glasvogel, das leise Flackern der Flamme schien ihn hüpfen und tanzen zu lassen. Dann sah sie, dass die Flamme überhaupt nicht flackerte. Sie zwinkerte, bis der Vogel aufhörte zu hüpfen. Dann sah sie weg, blickte auf das Foto ihrer Eltern auf der Kommode und versuchte daran zu denken, dass sie ihnen schreiben und sich für das Paket mit der Kinderkleidung bedanken musste. Es sah so aus, als könne vielleicht Peters Existenz die Eltern mit der Wahl ihrer Tochter aussöhnen... sie konnte den Gedanken nicht weiter verfolgen. Das Foto schien zu fließen und wabern wie die Landschaft an einem heißen Sommertag. Hastig holte sie tief Atem und schloss die Augen. Die Angst, die sie den ganzen Tag ferngehalten hatte, drohte sie jetzt zu übermannen.

„Laura? Beruhige dich, ganz ruhig.“ Die warmen Hände ihres Ehemannes umschlossen ihr Gesicht. „Was ist mit dir?“

„Ich weiß nicht. Es ist... es ist nur ein kleiner Schwindelanfall“, log sie. Sie hielt die Augen fest geschlossen, wusste wenn sie ihn jetzt ansah, verlor sie die Kontrolle, würde der in ihr aufsteigenden Panik nachgeben.

„Ich bringe dich ins Bett.“ Caine wartete nicht auf ihre Antwort, sondern hob sie auf die Arme.

Laura schmiegte sich an ihn, ließ ihre Angst von seiner beruhigenden Nähe einlullen, von seiner Kraft, seiner inneren Ruhe, die sie fast greifbar umgab. „Du warst nicht da, als ich aufgewacht bin“, meinte sie leise, als er sie die Treppe hoch trug. Sie gähnte, plötzlich fühlte sie sich sehr schläfrig.

„Ich habe nach Peter gesehen. Aber er... er schläft friedlich.“ Da war ein Stocken, ein unsicheres Zögern, eine Rauheit in Caines Stimme, die sonst nicht da war.

Doch Laura hörte es nicht mehr, sie schlief, den Kopf an die Schulter ihres Ehemannes gebettet.

Vorsichtig legte Caine sie in ihr Bett, deckte sie sorgfältig zu. Er blieb neben ihr sitzen, seine Hand strich über ihr Haar, federleicht zeichneten seine Fingerspitzen ihre entspannten Gesichtszüge nach. Die Tränen auf seinen Wangen schien er nicht zu bemerken.

Ende
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