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Das Fest der Liebe

GeschichteLiebesgeschichte / P12 / Gen
Kwai Chang Caine Peter Caine
27.12.2007
27.12.2007
3
3.202
1
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Dieses Kapitel
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27.12.2007 1.194
 
Titel: Das Fest der Liebe
Autor: Lady Charena
Fandom: Kung Fu TLC
Charaktere: Caine/Laura, Peter
Thema: # 092. Weihnachten
Word Count: 1.106
Rating: gen, het, pre-series
Anmerkung des Autoren: Vielen Dank an T’Len für’s betalesen.

Summe/Hintergrund: Weihnachten im Hause Caine, Teil 1. Ein „Baby-Peter“-Mehrteiler.
Fortsetzung #013. Kaminfeuer

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern (Warner, Michael Sloan). Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.



„Kwai?“ Laura stoppte auf dem Weg zum Haus – atemlos von der Anstrengung, gleichzeitig ein Paket, den Einkaufskorb und das Energiebündel namens Peter unter Kontrolle zu halten – und hoffte, dass ihr Ehemann zurückgekehrt war. Wie immer war Peter kaum zu bändigen, wenn sein Vater nicht Zuhause war. Für einen Moment vergaß sie ihre Erschöpfung und lachte, als Peter unter dem Paket hindurchtauchte und seine Ärmchen darum legte, als versuche er, es ihr abzunehmen. „Schon gut, mein Schatz. Wir sind ja fast da. Mami kann es alleine tragen.“ Peter sah zweifelnd zu ihr auf. Laura bemerkte, dass sie ihm längst die Haare hätte schneiden sollen. Doch zum einen war sie oft müde – und zum anderen liebte sie die wilden Locken ihres Sohnes.

„Laura? “ Caine lächelte, als er um das Haus herumtrat und sich ihm zwei Gesichter mit einem identischen Ausdruck der Freude zuwandten. Er war gerade vom Tempel zurückgekehrt und wollte sich eben auf die Suche nach seiner Familie machen. „Ich hätte das Paket für dich abholen können.“ Er ging in die Hocke und fing seinen Sohn auf, als Peter sich mit einem Jubelschrei in seine Arme warf. „Hallo, mein Sohn“, meinte er mit einem breiten Grinsen, das Peter imitierte.

„Ich war auf der Post, um Briefmarken zu kaufen, als Roberta mir sagte, dass ein Paket angekommen ist.“ Laura beobachtete die beiden kopfschüttelnd, als Peter sofort begann, die Aufmerksamkeit seines Vaters vollständig auf sich zu lenken, indem er sein aufgeschürftes Knie präsentierte. „Man könnte denken, du wärst ein halbes Jahr und nicht eine Woche weggewesen, Kwai.“ Sie stellte ihr Paket und den Korb ab, und trat zu ihrem Ehemann, um ihn zu küssen. „Ich habe dich auch vermisst“, flüsterte sie in sein Ohr.

Caine legte einen Arm um sie, seine Augen suchten ihr Gesicht ab und fanden neue Linien der Erschöpfung und des Schmerzes, die sie vorzeitig altern ließen. „Ich habe euch ebenfalls vermisst.“ Er berührte ihre Wange, schenkte Peters lebhafter Schilderung ihres Einkaufsbummels nur halbe Aufmerksamkeit. „Geht es dir gut?“, fragte er leise. „Hast du wieder Kopfschmerzen?“

Peter quengelte und bestand darauf, auf die Beine gestellt zu werden – immerhin war er fast zwei Jahre alt und daher kein Baby mehr. Das ermöglichte Laura, Caines Aufmerksamkeit von sich abzulenken. „Ich glaube, dein Sohn möchte dir unsere Überraschung zeigen.“

Caine sandte ihr einen Blick zu, der besagte, dass er seine Frage wiederholen würde – später. „Warum ist er immer *mein* Sohn, wenn er...“ Bereitwillig ließ er sich von Peter in Richtung Haustüre ziehen.

„...schwierig ist?“, beendete Laura lachend den Satz. „Er hat seine Sturheit von dir geerbt, also sieh’ auch zu, wie du damit fertig wirst.“

„Sturheit? Ich glaube nicht, dass ich stur bin. Es handelt sich eher um...“ Die Tür fiel zu und schnitt seine Worte ab.

Laura schwankte ein wenig, als ihr schwindlig wurde. Sie fing sich wieder, wartete mit angehaltenem Atem darauf, dass es vorüberging. Dr. Mitchell hatte sie gewarnt, dass es schlimmer werden würde, aber sie hatte gehofft noch mehr Zeit zu haben...

Als der Schwindel nachließ, straffte sie die Schultern, nahm ihr Paket und den Korb wieder auf und folgte den beiden wichtigsten Menschen in ihrem Leben.

* * *

Peter sah mit großen Augen zu seinem Vater auf, sein Gesicht eine Imitation Kwai Changs ernster Miene. „Engl“, erklärte er stolz und zeigte auf eine kleine goldfarbene Figur, die das Sonnenlicht funkelnd reflektierte. „Schön, Vadder?“

„Ja, sehr schön, mein Sohn.“ Caine nahm Peter auf den Arm, bevor neugierige kleine Hände den Engel herunterpflücken konnten.

„Ich möchte das er Weihnachten kennen lernt, Kwai.“ Laura trat zu ihnen, sie richtete den Blick auf den Engel, als sie sprach. „Ich weiß, wir wollten damit warten, bis er älter ist, damit er selbst entscheiden kann, welche Religion er wählt. Aber ich... weiß nicht, wie lange ich für ihn werde da sein können.“ Sie blickte flüchtig auf, sah das Aufblitzen von Schmerz in den Augen ihres Mannes – aber sie wusste auch, dass er ihn in Peters Anwesenheit verbergen würde. Sie waren übereingekommen, dass ihr Sohn unbeschwert aufwachsen sollte, solange das möglich war. „Außerdem hat mir meine Tante einen Teil des Weihnachtsschmucks geschickt, den sie von Großmutter geerbt hat...“ Sie stoppte, als Caine ihre Hand sanft von der kleinen Engelfigur löste und an seine Lippen zog.

„Ich habe nichts dagegen, wenn unser Sohn Weihnachten kennen lernt, Laura.“ Caine wartete, bis sie ihn ansah. „Er wird nicht so... isoliert... aufwachsen, wie ich, ohne Freunde, ohne einen Ort, den er Zuhause nennen kann. Spätestens wenn Peter in die Schule kommt, werden ihn die anderen Kinder ohnehin mit ihren Traditionen bekannt machen. Und wie ich *unseren* Sohn kenne, würde er es uns übel nehmen, dass ihn der... Weihnachtsmann... nicht früher besucht hat.“ Er beugte sich vor, um sie zu küssen. „Und du wirst bei uns sein, das verspreche ich dir“, flüsterte er in ihr Ohr. „Du wirst immer bei uns sein.“

Peter hatte das Gespräch zwischen seinen Eltern mit untypischer Geduld abgewartet, doch jetzt machte sich sein Freiheitsdrang bemerkbar. Außerdem gefiel ihm die merkwürdige Stimmung nicht, die er wahrnahm.

Caine gab seinem Sohn nach und stellte Peter auf die Beine „Ihn mit Weihnachten bekannt zu machen, hat zumindest einen Nachteil“, meinte er mit einem amüsierten Seufzen und fing Peters Hand ab, die nun nach einer bunt schillernden Kugel griff. „Wie halten wir ihn nur davon ab, den Baum abzuräumen?“

Laura lachte hell auf, doch brach abrupt ab, als ihr wieder schwindlig wurde. Sofort war Caine an ihrer Seite, führte sie zu einem Sessel. Sie blinzelte, schüttelte den Kopf, als er sie fragend ansah. Caine kniete neben ihr nieder und öffnete seine Reisetasche. Er zog ein Tonfläschchen hervor, dass aussah, als wäre es schon Jahrhunderte in Gebrauch. „Ping Hi hat mir das mitgegeben. Und Kräuter für einen Tee gegen deine Kopfschmerzen.“

Sie betrachtete das Fläschchen mit zusammengekniffenen Augen. „Ich bin sicher, das wird wie beim letzten Mal scheußlich schmecken.“

„Aber es hat geholfen, oder nicht?“ Caine stand auf.

Doch Laura hielt ihn zurück. „Du passt auf, dass unser kleiner Weihnachtskobold nicht die Familienerbstücke zertrümmert.“ Caine legte eine Hand über ihre, sah sie an. „Es ist gut, Kwai“, sagte sie leise. „Ich bin nur müde, mach’ dir keine Sorgen. Es war ein anstrengender Vormittag. Ich trinke den Tee und dann lege ich mich hin. Das Essen für Peter habe ich vorbereitet, du musst es ihm nur warm machen.“ Sie lächelte. „Und deinen Sohn davon überzeugen, dass Gemüse gut für ihn ist.“ Laura zog ihre Hand aus seinem Griff, beugte sich vor um ihn auf die Wange zu küssen und verließ dann das kleine Wohnzimmer.

Caine sah ihr nach, doch dann ließ ihn Peters entzückter Aufschrei und das leise Klirren von Glas aus seinen Gedanken aufschrecken.


Ende
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