Full Metal Jacket

GeschichteHumor / P12
25.12.2007
25.12.2007
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Ursprünglich war dieser OS ein Teil meiner Yakitate!! Disaster Challenge-Antwort, aber da hier keine Crossover-Angabe möglich ist, habe ich mich dazu entschlossen sie unter Eyeshield 21 zu packen und dafür eine neue Fic für die Challenge zu schreiben.

Crossover - Yakitate!! Disaster und Eyeshield 21

Charaktere: angedeutes Hiruma x Mamori, Tsukino x Kazuma; Kinoshita; Shigeru

Inhalt: Die Südtokyo-Filiale erhält überraschenden Besuch durch Hiruma und Mamori, das kann ja nur Chaos bedeuten und der Anblick eines Sturmgewehrs ist nicht gerade vertrauenserweckend. Eine Geschichte voller Missverständnisse und Heldenmut



Tsukino fiel  fast in den Laden hinein, als Kinoshita und Shigeru gegen sie drückten, um auch durch den Türspalt sehen zu können. Keiner von ihnen traute sich hinein. Die Luft hatte einen seltsamen Geruch bekommen, den sie nicht zuordnen konnten, aber der Verstand schrie dazu nur „Gefahr!“.

Shigeru drückte die Tür einige Millimeter weiter auf. Sogar ihm war bei diesem Anblick jeder trockene Kommentar im Hals stecken geblieben. Seine Augen maßen den Abstand bis zum Eingang ab. Viel zu weit, um es sicher zu schaffen.

„Oi! Manager, beeil dich verdammt nochmal!“

Alle drei Bäcker zuckten zusammen. Diese Stimme, zwischen rau und schrill, sie konnte nur einem Dämon gehören. Einem ziemlich ungeduldigen noch dazu. Tsukino schaute die beiden Jungs nacheinander an und schien auszuzählen, wer von den beiden sich mit dem „Kunden“ beschäftigen sollte.

„Auf keinen Fall“, zischte Shigure leise, bevor sein Blick wieder zu dem Eindringling wanderte.

Der seltsame Typ war nicht allein. An der Theke stand ein Mädchen, das er liebend gern bedient hätte. An ihr war nichts unauffälliges, außer, dass sie rote Trainingskleidung trug.

„Bitte, Hiruma-kun, kannst du das nicht weglegen?“

Sogar ihre Stimme war angenehm und freundlich. Eine Kundin, wie man sie sich jeden Tag wünschte, wäre da nicht ihr Begleiter, auf den sie nun deutete. Eine große, schlanke Gestalt, an der nun absolut alles auffällig war. Spitze Ohren mit Piercings, grüne, stechende Augen, blondgebleichte Haare, die wie Flammen vom Kopf abstanden und dann dieses Ding über seiner Schulter. Wie konnte ein Jugendlicher an ein M4-Sturmgewehr kommen?

Hirumas Augen durchbohrten seine Begleiterin Anezaki Mamori, während er gelangweilt eine Kaugummiblase zerplatzen ließ.

„Sie glauben sicher, wir würden sie überfallen“, versuchte die Mamori es mit Vernunft.

Der Blonde sammelte das Kaugummi mit der Zunge wieder ein und schenkte ihr ein Grinsen, das einem die Nackenhaare zu Berge stehen ließ. Sogar seine Zähne waren spitz und verstärkten die gefährliche Aura um ihn. Das M4 wanderte von seiner Schulter in seine Hand, Mamoris Augen wurden groß und bevor sie protestieren konnte, schoss er eine Salve in die Decke, begleitet von einem unmenschlichen Kichern.

Putz bröckelte auf das Brot im Laden, Kinoshita quiekte auf, Shigure stolperte mit zugehaltenen Ohren zurück und Tsukino verlor den Halt. Sie hatte ihre Augen fest zugekniffen und spürte, wie sie hart auf dem Boden aufschlug. Erst als alles still war, traute sie sich vorsichtig ein Lid zu heben und sich umzuschauen. Fliesen die sehr nah an ihrem Gesicht waren, der Türrahmen, die Backstube und Staub, den Kinoshita und Shigure aufgewirbelt haben, als sie ihren taktischen Rückzug eingegangen sind.

„Alles in Ordnung?“

Tsukino drehte ihren Kopf ruckartig zu dem Mädchen, dass sie besorgt ansah und entschuldigend lächelte. Die Bäckerin stützte ihre Arme auf und schob sich schwerfällig in eine sitzende Position. Ihre Brust tat weh vom Aufschlag, aber das schien ohnehin das kleinere Problem zu sein.

„Ja, alles bestens“, antwortete sie Mamori leise.

„Wir wollten keinen solchen Ärger machen.“ Mamori war näher gekommen und hockte nun neben Tsukino. „Nicht war Hiruma-kun?“

Beide Mädchen schauten zu dem blonden Jungen, der völlig ungerührt den Blicken standhielt und eine weitere Kaugummiblase erschuf. Anscheinend schien er das anders zu sehen.

Tsukino hörte das andere Mädchen seufzen, langsam ließen ihre Augen Hiruma los und drehten sich zu Mamori. Sie wollte etwas sagen, ihre Lippen teilten sich. Vermutlich eine Entschuldigung, doch bevor auch nur ein Wort zu hören war, bimmelte die Glocke der Eingangstür.

Es passierte nicht oft, dass Kazuma geistig überfordert war, sein Gemüt war einfach nicht dazu geschaffen aufzugeben, doch diesmal hatte er das Gefühl von einem Laster überfahren worden zu sein, ohne bemerkt zu haben, wann er die Straße denn betreten hatte.
Er starrte diese erschreckende Szene stumm an: Tsukino und fremdes Mädchen auf dem Boden, Löcher in der Decke, komischer Mann mit schwarzem Gerät, aus dem Rauch quoll. Sein erwachter Instinkt erklärte seinen Beinen gerade lang und breit, dass dies ein Gewehr war, eine gefährliche Waffe, die nur von Militärs und Verbrechern benutzt wurde. Er erläuterte auch weiterhin, dass dieses Wesen mit den spitzen Ohren nicht aussah wie ein Soldat und selbst wenn er einer wäre, waren sie nicht im Krieg, also konnte es nur ein Verbrecher ein, weswegen weglaufen die einzig richtige Option war.

Kazuma war hin und hergerissen.  Er spürte seinen Überlebensinstinkt in sich bereits umdrehen und wieder zurück zum Supermarkt laufen. Sein Hirn schickte unablässig Impulse durch seinen Körper, es kribbelte und allmählich kehrte genug Leben in seine Beine zurück, um zu rennen.

Eine Kaugummiblase zerplatze, scheppernd fielen die Plastiktüten vom Einkauf auf den Boden, hastige Schritte. Tsukino riss die Augen auf. Kazuma war nicht der Typ, der auf einem Schimmel hereingeritten kam, von Bestrafungen im Namen des Brotes sprach und Gewehrkugeln mit seinen Solarhänden aufzuhalten versuchte, aber er war zumindest großherzig genug, sie nicht im Stich zu lassen.

Sprachlos starrte sie auf die Jeansjacke, die ihr fast wie die schimmernde Rüstung eines Ritters vorkam, nur schmalere Schultern und auch sonst fehlte es an wichtiger Muskelmasse. Seine Arme waren schützend ausgebreitet und sein Kinn emporgereckt. Unter keinen Umständen würde er diesen Verbrecher zu Tsukino lassen.

Besagter Verbrecher schaute gelangweilt zu dem unterlegenen Kazuma. Ganz leicht hob sich eine seiner Brauen und der Griff um das Sturmgewehr wurde fester. Seine grünen Augen zogen eine brennende Spur über Kazumas Körper, bevor sie zu Mamori wanderten. Die reibenden Finger an ihrer Schläfe sprachen Bände. Eine Migräne war im Anmarsch und sie bereute es zutiefst Hiruma begleitet zu haben.

„Bitte. Es ist alles in Ordnung“, erklärte sie müde und mit einem entschuldigendem Lächeln. „Er ist wirklich harmlos.“

Harmlos? Tsukino wollte laut auflachen. Der Satz hatte die gleiche Wirkung wie ‚Keine Angst, er will nur spielen‘ bei einem dreiköpfigen Höllenhund mit Feueratem und den Resten einer Jungfrau zwischen den Zähnen. Als erahnte er ihre Gedanken, grinste er und sowohl Kazuma, als auch seine Chefin hatten das Gefühl Hände aus schwarzem Nebel würden nach ihnen greifen. Beide machten sie sich darauf gefasst, dass sich das Fegefeuer auftat und sie verschlucken würde.

Hiruma richtete den Lauf der M4 direkt auf Kazumas Brust, stupste dagegen und zwang ihn einen Fuß zurückzusetzen, um nicht den Halt zu verlieren. Tsukino hielt den Atem an. Erschrocken hielt sie die Hände vor ihren Mund, als die Waffe hochruckte und Kazumas Kinn nach oben schob. Er würde doch nicht, er konnte doch nicht.

„Zwanzig Melonenbrote, vierzig Croissants mit Nougat, ein Bananenbrot und das Ganze verdammt schnell!“

Tsukino blinzelte, Kazuma lächelte, Mamori seufzte genervt, bevor sie sich erhob. Es klackte, als die Waffe gesichert wurde und kurz darauf wieder über der Schulter hing. Wie aus fremden Augen beobachtete Tsukino den Rest der Szene. Kazuma flitzte fröhlich grinsend durch den Laden und sammelte die Bestellung ein. Dieser Junge hatte wirklich ein unerschütterlichen Glauben darin, dass Menschen, die Backwaren mögen, einfach nicht schlecht sein können. Das fremde Mädchen hatte sich vor ihrem Begleiter aufgebaut und tadelte ihn, was dieser eher gelassen hin nahm. Er schien das schon viel zu oft gehört zu haben, als dass es ihn kratzen würde, dennoch zeigte eine sehr flüchtige Änderung seiner Haltung, dass er es nicht mochte.

Tsukino saß noch immer auf dem Boden und versuchte ihre eigenen Gedanken wieder zusammenzusammeln, als Kazuma dem Mädchen bereits zwei Tüten in die Hand drückte und sich höflich verabschiedete. Der Blonde mit dem Gewehr konnte es gar nicht eilig genug haben und war bereits aus der Tür verschwunden, ohne auf seine Begleitung zu warten.

„W-wieso…?“, hörte Tsukino ihre eigene Stimme fragen, als Mamori an ihr vorbei ging.
Diese stoppte und folgte dem Blick der Bäckerin, der auf Hirumas Rücken ruhte. Einen kurzen Moment überlegte sie, was gemeint war. Wieso sie sich mit so jemandem abgab? Vermutlich. Es war die naheliegenste Frage in solchen Situationen.

„Er ist gar kein so schlechter Kerl“, antwortete sie und zog die Aufmerksamkeit des anderen Mädchens auf sich.

„Aber, er ist so anders.“

Mamori lachte leise. „Anders“ war sicher die netteste Beschreibung für Hiruma Youichi.  Andererseits war ein Typ, der sich vor den Lauf einer geladenen Waffe stellte und selbst nach einem Beinaheüberfall dumm grinsend Brot verkaufte, auch weit entfernt von normal. Ihr Blick huschte zu Kazuma, der noch immer selig seinem Brot hinterher winkte und wieder zurück.

„Konntest du es dir aussuchen?“, fragte Mamori, bevor sie ihren Weg fortsetzte.
Zuerst runzelte Tsukino die Stirn, dann hob sie erst eine Braue, danach die andere und zum Schluss lächelte sie verstehend. Aussuchen konnte sich das wohl niemand.
 
 
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