Buttsubasu

GeschichteDrama / P6
Mamori Anezaki
25.12.2007
25.12.2007
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Ihre Glieder waren taub, das Hirn kaum in der Lage das Geschehene zu erfassen und ihr Verstand weigerte sich auch nur das kleinste Detail von dem Szenario zu glauben. Mamori hatte das Gefühl, in ihrem Körper gefangen zu sein und alles nur durch ein sehr kleines Fenster zu beobachten. Es war nicht wahr, es durfte nicht wahr sein.

Das Schweigen der Deimons war erschreckender als jeder von Gaous animalischen Schreien. Das Team war gelähmt, als Hiruma auf einer Bahre vom Platz getragen wurde. Mamoris Augen blieben an dem Fleck kleben, an dem er niedergestreckt wurde. Er ist gefallen, der Commander ist gefallen und mit ihm jede Hoffnung.

Durch einen Schleier registrierte sie, wie Suzuna neben ihr schluchzte und Doburokus Atem immer wieder stockte. Sie waren allesamt mit ihrem Quarterback gefallen. Bewegungslos standen sie da, wie Bleifiguren, die ohne fremde Hilfe nicht vor oder zurück konnten.

Im Augenwinkel bemerkte Mamori, dass Hiruma an ihr vorbeigetragen wurde. Automatisch drehte sie ihren Kopf und blickte ihm direkt ins Gesicht. Er war blass und sein Atem war unregelmäßig. Schweiß glänzte in seinem Gesicht. Seine Gestalt war nicht mehr schlank, sondern fragil - eine Porzellanpuppe, die nach einem Sturz zerbrochen war.
Ein großer Teil von ihr wollte den Sanitätern folgen. Er wollte bei ihm sein und ihm beistehen. Ein anderer Teil blieb angewurzelt stehen und ergab sich dem Schmerz und dem Schock. Stumm starrte sie weiterhin auf Deimons Quarterback, bis er im Bauch des Stadions verschwunden war.

Was war zu tun? Was sollten sie jetzt noch tun? Mamori biss sich so fest auf die Unterlippe, dass der Schmerz sie zusammenzucken ließ. Sie hatte plötzlich das Gefühl, als würde ihr Blut zum allerersten Mal durch ihre Adern rauschen. So sehr das Mädchen in ihr in die Katakomben des Stadions rennen wollte, so sehr hielt die Managerin sie hier fest. Er vertraute ihr, er hatte ihr selbst dann noch vertraut, als sie seinen Ausweichplan zerrissen hatte. Wenn dieser Schmerz tief in ihrer Brust auch nur irgendeine Bedeutung hatte, musste sie hier bleiben und dafür sorgen, dass sein Versprechen, das Versprechen des Teams wahr werden würde.

Erneut blickte sie auf das Feld. Keiner der Spieler hatte sich bewegt. Sie alle hatten aufgegeben und das Versprechen längst vergessen. Wut stieg in Mamori auf. Das durften sie nicht tun. Dazu hatten sie kein Recht. Sie hatten zu kämpfen, welchen Sinn sollte Hirumas Opfer sonst haben?

„buttsubasu“, hörte sie ihre Stimme leise flüstern.

„Buttsubasu!“, wiederholte sie lauter und fing sich die verwirrten Blicke Suzunas und Doburokus ein.

Ihr Körper spannte sich an. Die Fingernägel krallten sich in ihre Handflächen.

“BUTTSUBASU!“

Erschrocken blickten die Spieler ihre Managerin an. Ihr Gesicht war rot und Entschlossenheit flammte in ihren Augen.

“BUTTSUBASU!“

Wie ein Peitschenknall schlug ihr Ruf ein und riss die Spieler aus ihrem Schockzustand. Kuritas tränenfeuchte Augen starrten sie erst irritiert, dann schuldbewusst an. Er blickte auf den Boden, krallte seine Finger in das Gras und riss einige kurze Halme aus. Als er sich erhob, war sein Blick fester, beherzter, voller Gewissheit Hakushuu spüren zu lassen, was es bedeutete gegen Teufel zu kämpfen.

Einer nach dem anderen hob seinen Kopf. Grimmige Entschlossenheit stand in den Gesichtern geschrieben. Deimon wollte keine einfache Rache, sie wollten das Feld in Brand setzen und Hakushuu die Hölle auf Erden bereiten.

„Ya-Ha!“, flüsterte Mamori und grinste siegessicher.
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