Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Wer einmal lügt...

Kurzbeschreibung
GeschichteKrimi / P12 / Gen
18.12.2007
18.12.2007
2
3.367
 
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
18.12.2007 1.713
 
Kurz nach drei Uhr im Number-One-Curry:

Maylu und die anderen waren bereits eingetroffen und saßen an einem Tisch. Wieder sah das Mädchen auf ihre Armbanduhr. „Lan kommt immer zu spät, selbst zum Essen.“ Genau in diesem Moment ging die Tür auf und der Zuspätkommer trat abgehetzt ein. „Sorry, Leute!“ Er sah zu Dingo rüber, der hinter dem Tresen stand und machte eine große Kreisbewegung. „Eine große Portion Curry bitte!“
Dann ließ er sich neben Maylu auf den Platz nieder. „Und wie war es?“
„Leute, Miss Tanaka is so cool. Sie hat nen persönlichen NetNavi und fährt Motorrad. Genial, aber mit mir kämpfen wollte sie nicht. Sie meinte 'im Schulsystem is kämpfen verboten'.“ Er stellte seinen blauen PET auf den Tisch, lehnte sich zurück und seufzte. Roll, deren PET ebenfalls auf dem Tisch stand, sah zu Maylu auf.
„In den Nachrichten wurde vorhin gesagt, dass der Ninjadieb wieder zugeschlagen hätte.“
Lan sah fragend auf. „Wer?“
Maylu blickt empört drein. „Du bist ein NetSaver meinst du nicht, dass du langsam anfangen solltest Nachrichten zu sehen?“

Yai hob den Zeigefinger. „Ein unbekannter NetNavi hat vor ein einigen Wochen Zwei Milliarden Dollar in Sharo geklaut und dann wenig später wichtige Forschungsunterlagen der GenogenCorp. in Amerope. An den Tatorten  wurden jedes mal Shuriken und einige Verwüstungen, die von einem Katana stammen könnten, gefunden.“ Lan machte eine Handbewegung. „Ganz klar, Shadowman.“ Hinter ihm spuckte jemand Flüssigkeit aus. „Wie war das?“ Miyabi hatte sich erhoben, nachdem er sein Wasser über den halben Tisch gespuckt hatte. Lan stand ebenfalls auf. „Komm schon Miyabi, Shadowman benutzt doch Shuriken und ein Katana und du würdest doch fast alles für Geld tun.“ Der hochgewachsene schwarzhaarige Mann mit einer Narbe im Gesicht griff grob nach Lans Kragen. Lan funkelte zu ihm hoch.
Die Tür ging auf und beide sahen zur Tür. Eine hochgewachsene Frau in engen Jeans und Boots, dazu ein schwarzes schulterfreies Oberteil und ein PET, in einer Halterung aus weißem Leder, das deutlich sichtbar am Gürtel angebracht war. Die roten Haare der Frau wellten sich leicht um ihr Gesicht. Ihre Augen waren von einer eleganten Sonnenbrille verhüllt.

„Lassen Sie sofort meinen Schüler los!“ Allen klappte der Unterkiefer runter. „Miss Tanaka!“
Miyabi ließ den Kragen los und Lan fiel unsanft auf den Hosenboden. „Mischen Sie sich nicht ein, oder erziehen sie Ihre Schüler besser.“ Sie zog die Brille aus und schob einen Bügel lässig in ihr Oberteil, damit sie nicht zu Boden fiel. „Was denn, was denn? Das sind doch nur ein paar Kids. Was können die schon Schlimmes tun?“
„Rufmord zum Beispiel.“
Lien zog eine Augenbraue hoch und winkte ab. „Wer gibt schon was auf das Wort eines Kindes?“ Lan verzog schmollend den Mund und stand auf. Na, ja sie wusste ja nicht, dass er ein Nummer Eins NetSaver war.
Miyabi warf Dingo etwas Geld zu und verließ Wut schnaubend das Number-One-Curry. Lien sah ihm nach und verschränkte dann die Arme vor der Brust, ihren Blick wandte sie wieder den Kindern zu. „Der sieht nicht gerade aus, wie ein angenehmer Zeitgenosse, Lan. Du solltest es dir lieber nicht mit ihm verscherzen.“
„Danke, aber was machen Sie denn hier?“
„Nur weil das Kämpfen auf dem Schulsystem verboten ist, heißt das nicht, dass ich deine Herausforderung abgelehnt habe.“ Lan strahlte. „Genial, lasst uns ins Arcade gehen!”  

Dingo, der das Curry gerade zum Tisch trug fand niemanden vor. „Ey und was ist jetzt mit dem Curry?!“

~*~

„Okay! Aber glauben sie nicht, dass ich nett zu Ihnen bin, nur weil sie meine Lehrerin sind!“
Lien grinste spöttisch. „Glaub nicht, dass ich Mitleid mit einem Kind habe!“
Lan schob die Unterlippe vor. Na warte, dachte er. „Einklinken Megaman, Power hoch!“
Er hielt die Sendestelle in Richtung des Kontrollpults und wenig späte erschien Megaman auf dem Monitor und somit auch in der Arena.
Lässig zog die Lehrerin ihren grün schwarzen PET aus der Halterung. „Einklinken Force, Power hoch!“
Force war ein weiblicher Navi mit schwarzem Haar, dass ihr bis zur Hüfte reichte und zum Ansatz hin unter einem tarnfarbenen Helm verschwand. Ihre Haut war bräunlich, wurde aber außer im Gesicht von einem schwarzen, eng anliegendem Stoff verhüllt. Ihre Handschuhe, Stiefel und Brustschutz waren ebenfalls tarnfarben, weswegen sie Searchman ein wenig ähnlich sah. Ihre stahlblauen Augen fixierten Megaman.
„Ich werde dir dein große Klappe stopfen, Welpe!“
„Versuchs doch, Oma!“

Lan zog das CyberSword und steckte es lässig in den PET. „Los Megaman zeigen wir ihr, was wir drauf haben!“ Megamans rechter Arm verwandelte sich zu einer Klinge aus pulsierender Energie. Noch während das Schwert geladen wurde, rannte er auf Force zu und schlug mit einer Horizontalbewegung nach ihr.
Sie sprang hoch und landete auf der Klinge, ging sofort leicht in die Hocke und stieß sich mit dem linken Bein von der Klinge ab, während das Rechte kräftig nach Megamans Gesicht trat. Der blaue NetNavi flog nach hinten, während Force elegant eine Rolle rückwärts machte und wieder auf ihren Füßen landete.
„War das schon alles? Da lohnt es sich ja nicht mal einen Chip zu verschwenden!“ Megaman rappelte sich auf. „Lan, sie ist schnell.“ Lan steckte den Minibombchip und  StealArea in den PET. Megaman schleuderte die Bombe nach Force, die lässig auswich, aber in Rauch gehüllt wurde. „StealArea!“
Kaum war Megaman verschwunden, steckte Lan den nächsten Chip in den PET. „Wide Sword!“

Force versuchte sich im Rauch zu orientieren, bemerkte die Attacke aber einen Deut zu spät und wurde hart von der Klinge getroffen. Sie flog nach hinten und verzog schmerzhaft das Gesicht.
Lan grinste triumphierend. „Schnell, aber nicht schnell genug!“
Lien zog einen Chip aus der Hosentasche, während Force wieder auf die Beine kam. „Nicht schlecht, Welpe. Aber noch lange nicht gut genug. Long Sword!“ Aus ihrer linken Hand bildete sich ein Schwert mit einer langen violett leuchtenden Klinge. „Ich spiele auch gerne mit Messern!“
Die Klingen prallten aufeinander und Megaman wurde das erste Mal bewusst, dass Force fast gleich groß mit ihm war. Sie stieß ihm das Knie in den Magen, er keuchte und kippte leicht nach vorne, während er in die Knie ging. Force machte einen Satz zurück, ihr OP schob einen weiteren Chip in den PET. Force schlug mit der flachen Hand auf den Boden. „AquaTower!“ Kaum schossen die Wasserfontänen aus dem Boden, schon hechtete Force ihnen hinterher. Megaman wich zur Seite aus, doch da wartete das Longsword bereits auf ihn.

Vor Megamans Augen drehte sich Alles. Er lag auf dem Rücken und sah zu Force hoch, die die Arme vor der Brust verschränkte. „Du musst noch ne Menge lernen, Welpe!“ Damit loggte Force sich aus. Lan war der Unterkiefer runter geklappt und starrte Miss Tanaka mit großen Augen an. „Das war... WAHNSINN!“
Maylu seufzte. „Eines Tages werden Roll und ich Megaman auch so besiegen.“
„Ich will ein Rematch!“  Lien winkte ab. „Ein andermal, Lan. Ich hab noch zu tun, weißt du? Aber wie wärs, wenn wir uns morgen nach der Schule wieder hier treffen und du bekommst dein Rückspiel?“
„Rückspiel hin und Rückspiel her. Besiegen wird er mich so oder so nicht!“
„Abgemacht!“ Kam es wie aus einem Mund von Lan und Megaman. Miss Tanaka ging zur Tür, blieb einen Moment stehen, lächelte undefinierbar und verschwand dann nach draußen.
Maylu seufzte. „Sie is wirklich ziemlich cool. Und sie hat dich besiegt!“
„Force erinnert mich ziemlich an Searchman oder?“
Alle drehten sich Lan zu, der nachdenklich auf seinen PET starrte. „Na, ja vielleicht haben sie ähnliche Grunddaten?!“
„Auf jeden Fall wird sie morgen ihr blaues Wunder erleben, nicht wahr, Megaman?“
„Klar!“

~*~

„Firewall 1 clear.“
Eine elektronische Schiebetür öffnete sich fast lautlos und eine vermummte Gestalt trat hindurch. Das Labor war vollkommen dunkel nur einige Schalter blinkten in verschiedenen Farben, verschiedene Pieptöne von Maschinen war alles, was die Stille durchbrach, während die Gestalt weiter schlich. „Was ist mit dem Sicherheitssystem?“
„SecurityNavis hab ich schlafen gelegt!“
„Gute Arbeit.“ Der Weg führte den Dieb durch die verschiedensten Gänge des SciLabs hin zum Fahrstuhl.
Die Türen öffneten sich lautlos. „Es sind noch einige Arbeiter unten. Ich geb dir die Kamerabilder auf den Screen.“ Der Dieb sah auf den Bildschirm seines PETs. „Gibt es eine Möglichkeit sie zu umgehen? Ablenkungsmanöver?“
„Negativ. Bei einem Alarm wird der Bereich völlig abgeriegelt. Du würdest in der Falle sitzen.“
Der Dieb drückte auf den Knopf zur passenden Etage und sah zu, wie sich die Türen vor ihm verschlossen.
Unten angekommen öffneten sich die Türen erneut, ein Mitarbeiter holte sich gerade etwas Wasser und starrte deshalb in einen leeren Aufzug.
„Is schon spät.“ Murmelte er und drehte dem Aufzug den Rücken zu.
„Stimmt, Zeit schlafen zu gehen!“ Ein gezielter Schlag ließ den Mann ohnmächtig zu Boden gleiten.
„Firewall 15 clear, Account allowed. Password changed!“

Der Dieb tippte das neue Passwort ein und die Tür öffnete sich. Der Gang war leer. Durch eine Glasscheibe konnte er den Grund seines Einbruchs stehen sehen. „Glas?“
„Schutzglas. Zerstörbar mit einem Spitzengegenstand.“ Der Dieb grinste hinter seiner Gesichtsmaske und zog das Wakizashi aus seiner Halterung. Gerade als er das Kurzschwert in das Glas rammen wollte, kam ein Arbeiter in den Raum hinter der Glasscheibe. Reflexartig warf sich der Dieb zu Seite, damit er nicht gesehen wurde. Es dauerte einige Minuten, bis der Mann wieder verschwunden war. Der Dieb schlug das Kurzschwert ins Glas, es gab einen leisen Knacklaut. Das Schwert steckte, der Dieb ging einen Schritt zurück und trat das Wakizashi durch das Glas. Nun musste alles reibungslos und schnell gehen. Der Dieb ließ sich auf den Boden fallen, stürmte voran und griff nach dem SyncroChip, steckte ihn weg, nahm Anlauf und sprang wieder zum Fenster hoch. Er bekam den Sims in die Hand und zog sich daran hoch. Wenig später war er bereits im Fahrstuhl. In diesem Moment ging der Alarm los. „Wie viel Zeit?“
„Zwei Minuten bis zur absoluten Verriegelung.“
„Gib mir den kürzesten Weg hier raus.“
„Geht klar!“ Die Türen des Fahrstuhls öffneten sich.

Der Dieb, von seinem NetNavi dirigiert, rannte durch einige Gänge und kam schließlich an ein Fenster. Hinter ihm konnte der Dieb bereits Stimmen schreien hören. Mit aller Kraft schlug er das Fenster ein und sprang ins freie. Draußen waren einige Polizeiwagen vorgefahren. Der Dieb drehte ihnen den Rücken zu, rannte einige Meter und verschwand plötzlich im Nichts.
Manuela stieg gerade aus einem Wagen aus.
„Er ist wieder entwischt!“


Ende Kapitel Zwei
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast