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Fünf Finger sind eine Faust

von ayrenni
GeschichteAllgemein / P6 / Gen
Caspar Reindl Demir Azlan Frank Wernitz Gebhard Schurlau Konny von Brendorp Thomas Anhoff
16.12.2007
16.12.2007
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Anmerkung der Autorin: Endlich komme ich mal wieder dazu, hier etwas über GSG 9 zu posten. Ich hoffe euch gefällt die Story und über Reviews würde ich mich natürlich sehr freuen.

Disclaimer: Mir gehört keiner der Charaktere und ich verdiene hier kein Geld.

Kurzbeschreibung: Anhoffs Gedanken über das SET50 der GSG 9.



# 5 – bunt


Fünf Finger sind eine Faust



Er war der Kommandeur der GSG 9. Anhoff wusste besser als jeder andere, welche Verantwortung und welche Anforderungen dieser Name mit sich brachte.


Anhoff hatte die Männer ausgebildet, er hatte die fünf ausgesucht, die er für fähig hielt, die Elite Deutschlands zu sein.
Und nach jedem verhinderten Anschlag war Anhoff beruhigt, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.


Und dennoch wusste er auch, dass es nicht einzig an seiner guten Führung lag, dass die GSG 9 und vor allem das SET 50 einen internationalen Ruf hatten.


Denn kein Training und keine Ausbildung konnte das erreichen, was Gruppenzusammenhalt und gegenseitiges Vertrauen innerhalb der Männer ausmachten.


**********



Geb war einer der besten SET Führer, die er je kennen lernen durfte. Geb war für seine Männer da, Konflikte innerhalb der Gruppe löste er unkompliziert und ohne Anhoff selbst oder einen anderen Vorgesetzten mit ein zu beziehen.


Geb war derjenige, auf den alle im SET hörten und dem alle blind vertrauten. Doch Anhoff wusste auch, dass es nicht einfach war, ein SET zu leiten und gleichzeitig einer Familie gerecht zu werden.

Er selbst hatte es damals nicht geschafft. Und er hoffte inständig, dass Geb nicht würde erleben müssen, was ihm widerfahren war:

Eines Tages wollte Anhoff nach einem langen Einsatz im Ausland sein Haus betreten und musste feststellen, dass die Schlösser ausgewechselt worden waren.


Seine Frau hatte es nicht verstanden, wollte es vielleicht auch nicht verstehen, warum die GSG 9 für Anhoff schon immer so wichtig gewesen war. Anhoff konnte nur hoffen, dass Maja mehr Verständnis für Geb haben würde.

Denn falls sie ihn vor die Wahl stellte, wusste Anhoff nicht hundertprozentig wofür Geb sich entscheiden würde: Die Familie oder die GSG 9.

Die beiden Dinge, zu denen Geb die meiste Loyalität empfand. Hoffentlich würde er nie vor diese Wahl gestellt werden.


Im Feld konnte man sich immer auf Geb verlassen, er blieb auch in den größten Extremsituationen meist ruhig und seinen Prinzipien treu.


*********



Der zweite Mann der Truppe war Konstantin von Brendorp. Anhoff musste zugeben, dass Konnys Art manchmal alles andere als einfach war. Doch ihm war ebenso klar, dass es wichtig für das Team war, dass es jemanden gab, der auch die unangenehmen Wahrheiten aussprach.

Anhoff wusste sehr wohl von den Gerüchten, die schon kursierten, seit Konny die Ausbildung zum GSG 9 Beamten begonnen hatte, und die besagten, dass einzig seine Herkunft und die Beziehungen seines Vaters ihm den Job verschafft hatten.

Und Anhoff war genauso klar, dass das ausgemachter Unsinn war.

Abgesehen davon, dass Konny keineswegs die Hilfe seines Vaters brauchte, um die Stelle zu kriegen, hatte Anhoff schon mit Konnys Vater gesprochen und der hatte eindeutig durchblicken lassen, dass er es bevorzugt hätte, wenn Konny im Familienunternehmen mit eingestiegen wäre, anstatt sein, wie er es nannte „hier nicht ausgeschöpftes Potential“ zu vergeuden.  


Dass das Team ohne Konny wahrscheinlich nicht mehr dieselben Leistungen würde bringen können, wie jetzt, war Anhoff auch bewusst.
Denn wenn Geb der kreative und oft ziemlich sture SET Führer war, dann war Konny derjenige, der ihn zurück auf den Boden der Tatsachen holte.


Konny kannte die Regeln und er hielt sich auch gerne daran. Dies brachte ihm zwar nicht immer die Sympathie seiner Kollegen ein, doch manchmal war ihm Anhoff wirklich sehr dankbar dafür, dass er die ungeliebte Aufgabe übernahm, die anderen an Vorschriften und Bürokratie zu erinnern.

Von Zeit zu Zeit strapazierte Konny allerdings auch die Nerven seiner Kollegen und sorgte für Ärger. Vor allem mit Demir hatte Konny sich, seit er zur GSG 9 gekommen war,  gerne gestritten.
Anhoff  vermutete, dass dies hauptsächlich ihren unterschiedlichen sozialen Hintergründen zuzuschreiben war.


*********



Demir nämlich war in Kreuzberg geboren und aufgewachsen. Er war türkischer Abstammung und hatte schon früh gelernt, dass das Leben nicht immer nur gute Seiten hatte.

Da war ihm jemand wie Konny, der praktisch mit dem Silberlöffel im Mund geboren worden war, natürlich ein Dorn im Auge.

Als Demir 14 gewesen war, waren seine Eltern bei einem Autounfall gestorben. Daraufhin hatte er allein mit seinen Geschwistern gelebt, seine jüngere Schwester und sein älterer Bruder die einzige Familie, die er noch hatte.

Und auch die hatte er jetzt verloren. Demir war ein Grenzgänger, er brauchte das Adrenalin des Jobs und Anhoff wusste das auch.

Von Zeit zu Zeit war Demir auch einfach zu draufgängerisch und unvorsichtig – Regeln hatten ihn noch nie wirklich abhalten können, etwas zu tun, wovon er überzeugt war.


Anhoff konnte sich noch gut daran erinnern, als Demir, der zusammen mit Geb die Ausbildung als GSG 9er gemacht hatte, anfangs noch große Probleme damit hatte, Befehle seines SET Führers – der damals noch nicht Geb gewesen war - anzunehmen.  


Das war wohl ein weiterer Grund für die dauernden Streitigkeiten zwischen ihm und Konny – auch wenn Anhoff den Verdacht hatte, dass die Beleidigungen, die Konny und Demir sich gegenseitig and den Kopf warfen, inzwischen nicht mehr ernst gemeint waren, sondern eher dazu dienten, die Stimmung innerhalb der Einheit von Zeit zu Zeit aufzulockern.


Doch so temperamentvoll und unnachgiebig Demir auch manchmal sein konnte, so geduldig war er bei Beobachtungen und Aufklärungsarbeit.


*********



Beinahe wie Caspar. Er war es nämlich, der der Einheit Ruhe gab. Durch seine introvertierte und schweigsame Art gelang es ihm oftmals, die hektischste Situation und auch Konflikte innerhalb der Einheit wieder zu beruhigen.


Anhoff wusste, dass Caspar Probleme mit seinem Vater hatte, seit Caspar in der GSG 9 aufgenommen worden waren. Früher hatte er in Moskau gelebt, was ihn als Dolmetscher für Einsätze in Osteuropa unentbehrlich machte.


Beinahe alles, was Anhoff über Caspar wusste, war allerdings aus seiner Akte. Über sein Privatleben sprach er also ziemlich selten.

Doch wenn es um Sprengstoff und Bomben ging, schien Caspar wie ausgewechselt. In dem Bereich konnte ihm kaum jemand etwas vormachen. Anscheinend schien Caspar den Nervenkitzel ebenso zu brauchen wie Demir, auch wenn Demir einen Kampf Mann gegen Mann bevorzugte.


Bomben waren heimtückisch, man konnte nie wissen ob man nicht den falschen Draht durchtrennte.
Doch Caspar schien die innere Ruhe und die Nerven zu besitzen, um den Job zu erledigen. Es hatte noch kaum eine Bombe gegeben, die Caspar nicht hatte entschärfen können.


*********



Das neueste Mitglied der Einheit, Frank Wernitz, hatte im Gegensatz zu Caspar keine Skrupel, seine Meinung zu sagen.


Erst vor kurzem hatte er die Ausbildung zum GSG 9 Beamten beendet und Anhoff fand es schon fast erschreckend, wie schnell und beinahe reibungslos Frank von seinen Kollegen innerhalb des Teams akzeptiert wurde.

Vor allem Geb hatte damals die Beförderung Franks ins SET 50 befürwortet, nachdem er dessen Talent erkannt hatte. Und Anhoff musste zugeben, dass Geb Recht behalten hatte.


Frank, Caspar, Demir, Konny und Geb waren das SET 50 der GSG 9. Sie waren die Eliteeinheit Deutschlands. Und er war ihr Kommandeur.


Er gab die Befehle, er schickte die Männer regelmäßig in die gefährlichsten und unsichersten Situationen. Er entwarf die Pläne. Er hatte dafür zu sorgen, dass seine Männer nach ihren Einsätzen wieder nach Hause zurückkehren konnten.

Eine Verantwortung, der er hoffentlich auch in Zukunft gewachsen war.
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