Cube - Dead or Life

GeschichteAbenteuer / P18
10.12.2007
29.07.2010
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10.12.2007 1.648
 
Folge 1: Das Erwachen

Stille…
Nein, nicht ganz…
Ein merkwürdiges Brummen kam an sein Ohr und schien sich immer weiter in ihn hinein zu bohren. Es war schwer die benommenen Augen zu öffnen aber offenbar war ihm Seltsames widerfahren.
Nach weiteren zwei Minuten schaffte es der blonde Junge seine Augen zu öffnen. Er sah noch etwas verschwommen und fühlte sich komisch.
Sein Magen machte komische Grummelgeräusche und fühlte sich flau an. Er kannte das Gefühl. Immer wenn er lange Zeit nichts gegessen hatte, verspürte er leichte Übelkeit und Magenschmerzen. Auch sein Kopf schmerzte ganz leicht. Es war ein feines Stechen, welches sich in die Seiten seines Schädels bewegte. Erst jetzt begann sich der Jugendliche umzusehen und zu registrieren, an was für einem Ort er sich befand.
Es war nicht leicht die Umgebung zu mustern, weil er sich immer wieder die vom Schlaf benommenen Augen rieb. Der Ort war nur sehr schwach beleuchtet.
Es war ein Raum, nicht größer als sein Zimmer. Vielleicht 4 x 4 Meter. Es war ein exakter Würfel. Der Raum war aus Metall und Kunststoff. Die Wände waren mit dickem Kunststoff versehen, durch welches fahles, grünes Licht kam und den Raum etwas erhellte. Immer wieder sah sich der Junge irritiert um und war etwas verwirrt von seinem plötzlichen Aufenthaltsort. In den Wänden, in Boden und der Decke waren viereckige Luken mit ca. 1,50 Meter Durchmesser. Etwas Vergleichbares hatte er nie zuvor gesehen.
Er bekam es mit der Angst zu tun und sah sich immer wieder panisch um. So eine Konstruktion hatte er nie gesehen und wozu war sie da? Auch bemerkte er jetzt die Kleidung an seinem Körper. Es war nicht seine…
Normalerweise trug er weiße T-Shirts, Kapuzenjacken, Jeans und Turnschuhe aber jetzt waren es andere Sachen. Er musterte die schwarzen Stiefel und die Kleidung in hellem Braun. Es war eine Art Uniform mit einem Hemd und einer einfachen Hose, ähnlich der Kleidung von Häftlingen. Auf seiner Brust stand sein Name in dicken, schwarzen Buchstaben: MARCO!
Der Junge schüttelte erneut den Kopf und beschloss etwas gegen die Unsicherheit zu tun. Dabei war ihm kurz schwindelig und er spürte diesen Stich im Nacken. Als er sich über diese Stelle fuhr bemerkte er die kleine Narbe, die er zuvor nicht gehabt hatte:
„Was zum…?“
Nun war er vollkommen in Panik. Er war an einem fremden Ort, mit fremder Kleidung und einer Narbe im Nacken, die ihn zunehmend beunruhigte. Mit wackeligen Schritten näherte er sich der Luke, die ihm am nächsten war. Die kleine Schachttür hatte einen Mechanismus zum drehen. Marco aktivierte den Mechanismus und schob die Tür auf. Der Anblick war noch überraschender. Auf der anderen Seite des schmalen Ganges befand sich ein weiterer Raum, genau wie diese, welcher blau beleuchtet war. Mit einer gerunzelten Stirn wich er von der Tür zurück und beobachtete nur, wie sich die Klappe wieder schloss. Was war hier los?
Langsam übermannte ihn die Angst. Er war alleine und Einsamkeit war etwas, was er gar nicht leiden konnte. So kam der Blonde auf die einzige, stumpfe Idee. Er schrie einfach:
„Hallo!? Ist hier noch jemand? Kann mich jemand hören?“
Es folgte keine Antwort und seine Angst kehrte zurück, größer als zuvor und drohte ihn aufzufressen. Mit zaghaften Schritten näherte er sich der Luke auf der anderen Seite um wieder einen Raum in Würfelform zu sehen. Damit war ihm klar, dass die anderen Räume sicher auch Würfel waren. Damit wurde die Angst noch größer und begann an seinen Nerven zu zerren:
„Hallo? Bitte! Kann jemand antworten?“
Dann zuckte er wieder zusammen, weil die Narbe im Nacken erneut schmerzte.
Hatte man ihn in eine Art Gefängnis oder Labyrinth gesperrt? Wer tat so etwas oder war das nur ein fieser Alptraum? War er nun unfreiwillig Teil einer Fernsehshow geworden und spielte um Geld?
Oder war er von Außerirdischen entführt worden?
Er schüttelte den Kopf und verwarf den Gedanken wieder. Erklärungen würde er sicher immer noch bekommen, also ging er zur Tür, die er als erstes geöffnet hatte. Vielleicht sollte er einfach weiter gehen. Er wollte gerade in den Schacht klettern, als sich die Dachluke öffnete und eine Stimme nach ihm rief:
„Du da! Nicht rein klettern!“
Marco drehte sich völlig überrascht um und entdeckte ein Mädchen, welches mit seiner Brille in den Raum hinab guckte. Sie schien etwas erleichtert und trug die gleiche Uniform wie Marco. Hastig kletterte sie die Leiter an der Wand hinab, die in den Wänden eingebettet lagen. Dabei verfehlte sie eine Sprosse und fiel jaulend auf den Po. Marco drehte sich etwas fragend zu ihr um und schloss die Klappe vor sich wieder:
„Doch jemand hier…“
Die junge Frau richtete sich auf und fasste sich wimmernd an das Gesäß:
„Ich habe deine Rufe gehört. Ich war nur zwei Räume weiter… Alles okay bei dir?“
Marco grübelte kurz, dann nickte er. Mit dem Auftauchen dieser jungen Frau kehrte seine Ruhe zurück:
„Mir geht es gut aber wo zur Hölle sind wir? Ich bin hier einfach so aufgewacht. Deshalb habe ich etwas Panik bekommen!“
Sie nickte verstehend und fasste sich hinter den Kopf:
„Ich weiß auch nicht viel… Ich bin hier vor nicht sehr langer Zeit aufgewacht und habe mich etwas umgesehen. Offenbar ist das eine Art Labyrinth. Ich wollte mich schon leichtfertig voran bewegen aber dann wäre ich fast durch eine Falle gestorben…“
Marco horchte auf und machte große Augen:
„Falle? Falle wie Falle, die einen tötet?“
Das Mädchen nickte und hob die Hand:
„Genau so eine Falle! Ich bin Sandra!“
Er nickte und gab ihr seine Hand:
„Ich heiße Marco! Das ist ja unheimlich. Ein Labyrinth aus Fallen… Ich frage mich, wer so was macht, ich meine… Wer will mich aus dem Weg räumen oder quälen?“
Sandra rückte ihre Brille zurecht:
„Ich weiß es wirklich nicht aber da hat sich jemand wirklich Mühe gegeben. Erinnerst du dich an etwas vor deinem Aufwachen?“
Marco fasste sich an das Kinn und lief auf und ab, während er krampfhaft versuchte seine Erinnerung aufzufrischen:
„Ich weiß nicht… Ich erinnere mich nur verschwommen… Ich war in der Stadt und es regnete. Ich war traurig, weil irgendetwas passiert war…“
Beide sahen sich grübelnd an, bevor Sandra ihre Geschichte erzählte:
„Ich lag auf dem Bett und habe DVD geguckt aber… Mehr ist bei mir auch nicht mehr…“
Wieder diese ratlose Stille.
Es war eine doch etwas komische Situation und Marco schüttelte überfordert den Kopf:
„Wir sollten vielleicht trotz der Fallen weiter gehen. Wenn wir hier sitzen bleiben erreichen wir gar nichts.“
Sandra stimmte zu und sie gingen zu der Luke, in die Marco eben schon gehen wollte. Er drehte den Mechanismus und die Tür konnte wieder geöffnet werden. Der Junge kletterte zuerst durch den schmalen Gang und rutschte in den nächsten Raum. Nichts geschah, also musste der Raum sicher sein. Plötzlich erklang ein schriller Schrei und beide Insassen sahen sich paranoid um:
„Hier ist noch jemand! Hallo?“
Es folgte eine wimmernde Antwort:
„Ist hier jemand? Wo sind sie?“
Marco ging zur Luke an der rechten Wand und öffnete sie, als er einem völlig panischen Mädchen in die Augen sah. Sie hatte schwarzes Haar und eine stabilere Statur als Sandra. Sofort drehte sie sich zu die anderen um und stürmte zur Luke. Dabei wiederholte sie immer wieder verängstigt die gleichen Worte:
„Gott sei Dank! Gott sei Dank! Gott sei Dank!“
Mit einem gekonnten Griff halfen Marco und Sandra ihr in den Raum, wo sie sich erst einmal auf den Boden setzte:
„Ich dachte, ich wäre alleine… Ich nehme nicht an, dass ihr wisst wo wir hier sind?“
Marco runzelte die Stirn und fasste dem Neuankömmling sanft an die Schulter, um sie zu beruhigen:
„Wir sind hier in einem Labyrinth mit Fallen aber mehr kann ich auch nicht sagen. Geht es dir gut?“
Das Mädchen musterte sich selbst und nickte etwas unsicher:
„Ich denke schon. Ich bin gerade erst aufgewacht. Ich heiße Lindsey aber alle nennen mich Liny…“
Der Junge lächelte jetzt zum ersten Mal und gab ihr seine Hand:
„Ich bin Marco und das ist Sandra! Wir kommen hier schon raus, auch wenn es mich brennend interessiert, wer sich so was ausdenkt…“
Alle drei schienen etwas verunsichert aber war ja auch verständlich. Marco ging auf und ab, während er immer wieder zum Boden und zur Decke schaute:
„Das Ding muss riesig sein. Ich frage mich, wo man so was verstecken kann. Ob noch andere Leute hier sind?“
Sandra lehnte sich an die Wand, dann rutschte sie zu Lindsey hinab:
„Gute Fragen. Vielleicht sind wir in einem Berg, unter dem Meer oder unter dem Wüstensand. Gibt genug Orte auf der Welt, wo man das verstecken kann. Was die anderen Menschen angeht, sollten wir es einfach mal ausprobieren und suchen…“
Marco erkannte sofort, dass Sandra hektisch wurde. Sie sprang auf und stürmte sofort zur nächsten Luke, ohne dabei auf die überforderte Liny zu achten. Marco packte sie am Arm:
„Nicht so hastig! Wir sollten erst einmal zur Ruhe kommen und uns überlegen, wie wir die Fallen erkennen sollen…“
Das sah Sandra dann doch ein und schloss die Luke wieder. Plötzlich schrie Liny auf, als sie sich drehen wollte. Mit zusammengebissenen Zähnen zog sie etwas aus der Hosentasche. Sie holte eine Art Diskette hervor oder einen Computerchip. Sie hatte sich drauf gesetzt, als sie sich drehen wollte und eine Kante stach ihr ins Bein. Nun hob sie das Objekt nachdenklich vor das Gesicht:
„Was ist das? Sieht aus, wie eine Diskette oder Chipkarte…“
Auch Marco nahm das kleine, blaue Objekt genauer unter die Lupe und versuchte darin einen Sinn zu sehen:
„Keine Ahnung, was das ist aber wir sollten es aufbewahren. Vielleicht brauchen wir das noch…“
Sandra war wieder einmal ungeduldig und schnappte es Liny aus der Hand. Diese sah sie ärgerlich an aber Sandra ließ sich nicht beirren und betrachtete das Ding von allen Seiten:
„Sieht normal aus. Hilft uns nicht weiter!“
Marco und Lindsey tauschten einen raschen Blick, dann richteten sie sich wieder auf:
„Wollen wir?“
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