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Gesammeltes

Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P16 / MaleSlash
Premiere League Primera Division
09.12.2007
30.09.2010
47
85.410
 
Alle Kapitel
143 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
09.12.2007 4.190
 
Titel: Life is a soap opera (Part 2/3)
Genre: Romanze
Rating: P12-Slash
Pairing: Daniel Agger/Steve Finnan, Daniel Agger/Fernando Torres, mentions of Fernando Torres/Steven Gerrard, Steven Gerrard/Xabi Alonso

Disclaimer: Nichts ist mir, das ist nie passiert und wenn ich damit Geld verdienen würde, wär ich reich...


Wenn es etwas gibt, das ich aus der ganzen Sache mit Fernando gelernt habe, ist es die Tatsache, dass ich erbärmlich bin. Mein ganzes Leben ist erbärmlich und aus irgendeinem Grund, bin ich darüber nicht mal schockiert oder traurig. Ich habe es in der Nacht, in der ich mich in die Arme eines meiner besten Freunde geworfen habe, weil mein Freund mich betrogen hat, akzeptiert. Nicht, dass ich meinen Fernando wirklich betrogen habe, es war schon aus, als ich mit Finns geschlafen habe. Na ja, eigentlich haben wir nie wirklich Schluss gemacht, aber ist das wirklich nötig, nachdem er mich betrogen hat? Ich glaube nicht, dass wir eine offizielle Trennung brauchen. Aber das ändert nichts daran, dass das Alles verdammt deprimierend ist.
Nando hat seit diesem Tag ein paar Mal versucht, mit mir zu reden, aber ich hab ihm nicht wirklich zugehört. Ich will seine Entschuldigungen nicht. Was bringt es mir, wenn er mir sagt, dass es ihm Leid tut? Er hat mich verletzt, er hat all seine Versprechen, die er mir gegeben hat, gebrochen und kein ’Daniel, es tut mir Leid!’ oderDaniel, es war eine Nacht, es wird nie wieder passieren.’ kann das ändern. Und so kommen wir zu der zweiten Sache, die ich gelernt habe: Mein ach so erbärmliches Leben ist voll von dummen, nervigen, Soap ähnlichen Klischees. Sogar all die Dinge, die er mir erzählt hat... ’Es ist nicht das, wonach es aussieht.’ ist definitiv mein Favorit. Es ist so albern! Wenn es nicht so wehtun würde, könnte ich fast drüber lachen... Ich meine, das ist wirklich zu klischeehaft. Unter keinen Umständen würde ein halbwegs intelligentes menschliches Wesen das wirklich glauben. Wirklich niemand kann so dumm sein und das glauben. ’Es ist nicht das, wonach es aussieht.’... Oh man... Selbst die Dinge, die ich gesagt hab, nachdem ich sie gerade entdeckt hatte, waren vernünftiger als das! Und das will wirklich was heißen.

Also im Moment  sitze ich auf einer Bank im Umkleideraum und starre Fernando, der ein paar Meter von mir entfernt steht, an. Vielleicht sollte ich einfach meinen Stolz vergessen und aufhören, ihn zu meiden. Mit ihm zu reden, kann die Situation ja nicht noch schlimmer machen, oder? Wahrscheinlich nicht, aber ich bin momentan nicht in der Stimmung, mit ihm zu reden. Um ehrlich zu sein, glaube ich nicht, dass ich in der nahen Zukunft jemals in dieser Stimmung sein werde, ich kann ihm einfach nicht verzeihen, was er getan hat. Mit Stevie... Bei dem Gedanken daran winde ich mich und mir wird plötzlich schlecht. Werde ich diese Bilder jemals aus dem Kopf bekommen? Ich hoffe es wirklich. Es ist einfach... nicht richtig. Stevie und Nando... Nando und Stevie... Oh Gott...
Aber Fernando und Steven sind nicht die einzigen, die ich im Moment meide. Steve Finnan ist definitiv ganz oben auf meiner aktuellen Liste. Ich habe seit unserer gemeinsamen Nacht nicht mehr mit ihm geredet und er hat auch nicht versucht, mich anzusprechen, ihm ist das Ganze genauso unangenehm wie mir. Als ob ich nicht schon genug Probleme hätte...

„Daniel? Ist alles in Ordnung?“ Es ist Xabi, der mein Trübsal blasen unterbricht und sich neben mich setzt, seine Stirn besorgt in Falten gelegt. Es ist ein bisschen lustig, dass jeder sich um mich sorgt, sich um mich kümmert, außer dem einen, der genau das machen sollte, wenn man bedenkt, dass er vor noch gar nicht allzu langer Zeit mein Freund war. Fernando. Aber er kümmert sich mehr um meinen Schwanz, als um mich.
„Daniel?“, wiederholt Xabi und ich bemerke, dass ich seine Frage noch nicht beantwortet habe. ’Alles in Ordnung?’... Sicher, alles ist bestens! Wer wäre nicht in Ordnung, nachdem sein Freund ihn betrogen hat? Ich möchte sagen ’Ja, alles okay’ aber... Am Ende sage ich „Nein.“. Großartig. Jetzt muss ich ihm alles erzählen, es ist einfach unmöglich, einen Xabier Alonso Olano anzulügen. Ich hoffe bloß, dass ich nicht auch noch mit ihm im Bett lande...
„Du musst drüber hinwegkommen, Daniel. Es ist niemandem geholfen, wenn du wegen dieser ganzen Sache Trübsal bläst, so wie du es jetzt tust.“
Ich starre ihn mit weit aufgerissenem Mund an. Woher zum Teufel... Was zum... Als er mir ein müdes Lächeln zuwirft, fallen mir plötzlich all diese Gerüchte wieder ein. Verdammt. Wie konnte ich das vergessen? All diese Gerüchte über Stevie und Xabi... Ich hab immer geglaubt, dass die wenigstens ein bisschen wahr sein müssen und wenn ich mir Xabi jetzt angucke, ist es offensichtlich, dass die Gerüchte komplett der Wahrheit entsprechen und für einen Augenblick vergesse ich sogar, wie wütend ich auf Nando bin und hab einfach nur unglaubliches Mitleid mit Xabi und verspüre eine sehr, sehr starke Abneigung Steven Gerrard gegenüber.
„Dieser Bastard!“, rufe ich aus und er seufzt nur schwer.
„Nein, ist er nicht.“, sagt er zu meiner großen Überraschung. Ooooookay... Xabi ist seltsam, sehr seltsam... Na ja, das wusste ich schon, aber er schafft es immer wieder, mich zu überraschen, wie seltsam er eigentlich ist.
„Aber... aber er hat dich betrogen! Mit Nando!“ Vielleicht weiß er es nicht, vielleicht hab ich ihn falsch verstanden und er redet nicht mal darüber.
„Ich weiß.“, antwortet er. Scheint so, als hätte ich ihn richtig verstanden. Er weiß es.
„Und du bist nicht sauer auf ihn?“
„Nein.“
„Nicht mal ein kleines bisschen?“, frage ich ungläubig. Was zum Teufel ist los mit diesem Spanier?
„Er hat mir gesagt, dass er so etwas nie wieder machen wird. Und ich glaube ihm.“
Ich starre ihn an. Verrückter Spanier. Ich will ihm genau das sagen, dass er verrückt ist und eindeutig nicht normal, aber alles was ich fertig bringe, ist ein paar „Aber“’s zu stottern und ein geschocktes „Warum?“. Beeindruckend. Ich bin immer noch genauso schlagfertig, wie vor ein paar Tagen, als ich meinen Fernando beim Sex mit Xabis Stevie erwischt habe. Warte... Nicht mein Fernando. Xabis Stevie, aber nicht mein Nando. Er ist jetzt vielleicht der Fernando von jemand anderem. Ich weiß nicht von wem und ich weiß nicht, ob es überhaupt schon einen anderen gibt, aber ich habe das Gefühl, dass Alvaro seinen Titel als unsere Teamschlampe bald mit Fernando teilen muss. Armer Alvaro. Das wird ihm nicht gefallen.
„Es ist vielleicht ein bisschen albern.“, beginnt Xabi nachdenklich, „Aber... Wenn du jemanden liebst, ihn wirklich liebst, vergibst du ihm so gut wie alles. Sogar wenn er dich mit einem deiner besten Freunde betrogen hat. Sogar das.“, er lächelt schwach, „Dumm, nicht?“
„Ja...“, murmele ich ohne wirklich zu wissen, was ich sage. So komisch Xabi auch sein kann, er weiß auf jeden Fall, was er sagt. Er sagt immer Sachen, auf die ich im Leben nicht kommen würde. Ich frage mich, woher er all seine weisen Sprüche herbekommt. Wahrscheinlich aus Glückskeksen...

Ich beobachte Fernando, der an seinem Spind steht und Stevie offensichtlich aus dem Weg geht, der ihn auch meidet, und ich stelle fest, dass ich Stevie auch glaube. Er und Fernando waren eine einmalige Sache und beide bereuen es. Aber diese Erkenntnis verändert irgendwie nichts. Ich bin immer noch wütend auf Fernando und es kümmert mich nicht wirklich, ob er es jetzt bereut oder nicht. Er hat mich betrogen. Ende der Geschichte.
„Daniel, es gibt da etwas, was du dich selbst fragen solltest. Liebst du Fernando wirklich? Ich bin sicher, du magst ihn sehr, aber ist es genug, um ihm zu verzeihen? Wenn es das ist, geh zu ihm, rede mit ihm und löst eure Probleme. Wenn nicht... Hör auf zu schmollen und komm drüber hinweg, Daniel.“
Damit ist Xabi weg und ich... na ja, ich habe keine Ahnung, was ich jetzt tun soll. Mal wieder. Vielleicht sollte ich mich an dieses Gefühl gewöhnen. Ich hatte es in letzter Zeit ziemlich oft. Und ich hasse es! Ich will mein altes Leben zurück! Ich will den alten Daniel Agger zurück. Den Daniel Agger, der nicht weint, der tough ist und eine coole Lederjacke trägt. Den Daniel Agger, der in jeder Lage einen passenden Spruch drauf hat und immer weiß, was er machen soll. Ich vermisse mein altes Ich wirklich. Mein altes Ich hätte nie mit Steve geschlafen und hätte ein Problem weniger. Aber offensichtlich ist dieser alte, coole Danny Agger im Urlaub oder so etwas in der Art und wurde durch eine schlechte, Soap ähnliche Version ersetzt.
Ich sehe jetzt zu Xabi, der bei Stevie steht, mit ihm redet und ihn anlächelt, als wäre nie etwas passiert. Ich kann immer noch nicht glauben, dass er diesem verdammten Betrüger verziehen hat. Ich könnte das nicht. Oh. Nun, wenn Xabi Recht hat, bedeutet das, dass ich nicht wirklich in Fernando verliebt bin. Entweder das, oder Xabi hat totalen Mist geredet, was ich bezweifle. Xabi ist wie ein schlecht geschriebener Charakter in einem schlecht geschriebenen Roman. Perfekt. Weiß immer, was er sagen soll. Ich erinnere mich, dass ich mal was über solche Charaktere im Internet gelesen habe. Mary-Sue, so werden sie genannt. Ich kann nicht anders, als zu grinsen. Xabi, die Mary-Sue. Xabier Mary-Sue Alonso. Das ist es. Ich bin verrückt geworden...

Also, um es zusammenzufassen: Mein Freund hat mich betrogen und ich habe gerade festgestellt, dass ich, einer spanischen und männlichen Mary-Sue zu Folge, nie wirklich in ihn verliebt war. Was zur Hölle ist los mit mir? Bin ich es oder macht sich irgendeine höhere Macht gerade über mich lustig? Was habe ich getan, um so ein Chaos zu verdienen? Klar, ich hab meine Geschwister und meine Eltern eine Menge genervt, als ich jünger war und mache es immer noch, aber das ist doch kein Grund dafür! Vielleicht ist das die Strafe dafür, Männer Frauen vorzuziehen... Aber Nando tut das auch und er lebt nicht in so einem beschissenen Leben! Ich hasse mein Leben... Nein, nicht wirklich. Nur manchmal. An Tagen wie diesem. Man könnte glauben, dass Stevie so etwas verdient hätte, aber neiiiiiiin... Er betrügt seinen Freund mit meinen Freund und kommt einfach damit durch. Ist das fair? Nein, ist es nicht. Ich seufze und reibe meine Augen. Aber warum beschwere ich mich überhaupt? Ich sollte nicht so überrascht darüber sein, wie unfair mein Leben sein kann...
Ich stehe auf und mache mich fertig um zu gehen, es macht einfach keinen Sinn, hier zu bleiben und Fernando anzustarren. Ich muss nach Hause und nachdenken. Nachdenken über mich, Fernando, Stevie, Xabi und Finns eben. Wow, das ist ganz schön viel zum Nachdenken... Ich fühle Fernandos Augen auf mir und schlucke. Ich weiß, dass ich früher oder später mit ihm reden muss, aber zur Zeit ziehe ich später vor. Ich kann mich einfach nicht dazu durchringen. Nicht jetzt und am besten nie. Ganz abgesehen davon, dass ich immer noch verdammt wütend auf ihn bin, traue ich mir einfach selbst nicht so recht. So wie ich mich kenne, würde ich entweder vor ihm zusammenbrechen und heulen oder ich würde mich auf ihn stürzen und anfangen, ihn zu schlagen oder ich würde anfangen, ihm die Seele aus dem Leib zu küssen, ihn auf der Stelle zu vögeln und ihm alles vergeben. Wenn ich daran denke, dass ich in einer Soap lebe, wäre die dritte Option die wahrscheinlichste, obwohl ich nicht sicher bin, ob ich nicht die zweite vorziehen würde...

Ich stehe bei meinem Auto, als jemand wieder meinen Namen ruft und ich erstarre. Oh Scheiße. Das ist eindeutig das Letzte, was ich heute noch gebrauchen konnte. Verdammt. Ich denke darüber nach, einfach in mein Auto zu steigen und ihn zu ignorieren aber... meine Beine wollen einfach nicht tun, was ich will und das kann manchmal echt schlecht sein. Zum Beispiel jetzt. Ich drehe mich um und zwinge mich zu einem Lächeln. „Hey Steve.“, sage ich und versuche so normal wie möglich zu klingen, versuche, ihn glauben zu machen, dass seine Anwesenheit mich nicht im Geringsten belastet. Unnötig zu sagen, dass ich komplett versage.
Steve sieht mich einfach nur an und wenn mich das nicht an diesen Abend erinnert... Oh man... Nervös spiele ich mit meinem Autoschlüssel herum und meide seinen intensiven Blick.
„W-w-was?“, stottere ich und Finns bleibt für ein paar weitere Sekunden still, dann sagt er: „Wir müssen reden.“ Hätte ich bloß nicht gefragt...
„Ja? Worüber?“ Ja, Daniel, tu so als wäre nichts passiert, ich bin mir sicher, dass das funktioniert...
„Du weißt über was.“, antwortet Steve und natürlich hat er Recht. Ich weiß worüber er redet, wie könnte ich das nicht? Ich hab die letzten verdammten Tage ununterbrochen daran gedacht!
„Worüber willst du reden?“, antworte ich mit zittriger Stimme. Was zum Teufel rede ich da?
„Du willst mich verarschen, Daniel, oder?“, sagt Steve ungläubig und ich stimme ihm zu. Nicht mal ich weiß, was ich sage! Ich sollte ihm jetzt irgendwas von wegen ’Oh ja, Steve, lass uns reden.’ oder ’Zu mir oder zu dir?’ erzählen. Nein, er könnte das falsch verstehen... Jedenfalls sollte ich ihm einfach sagen, dass ich ihn verstehe, dass ich weiß, dass wir reden müssen, aber stattdessen höre ich mich selbst sagen: „Hör zu, Finns. Da gibt’s echt nichts zu bereden. Es war ein One-Night-Stand, mehr nicht. Es wird nie wieder passieren, vergiss es einfach.“ Ich steige in mein Auto und fahre, den sehr starken Drang meinen gegen das Lenkrad zu hauen, unterdrückend. Ich habe keine Ahnung, warum ich gesagt habe, was ich gesagt habe. Ich glaube nicht, dass man etwas Schlimmeres zu seinem  Freund, mit dem man geschlafen hat, in so einer Situation sagen kann.
Verdammt. Ich sollte zurück fahren, mich entschuldigen und mit ihm reden, aber das würde heißen, dass ich über das Chaos, das mein Leben ist, nachdenken müsste und das würde mich nur wieder frustrieren. Also tue ich einfach weiter so, als wäre nichts passiert. Ich bin nicht wirklich gut darin, das muss ich zugeben, aber ich war nie ein guter Schauspieler. Ich will mein Radio an machen um mich abzulenken, aber so wie ich mein Glück kenne, bin ich mir ziemlich sicher, dass jeder Sender genau in diesem Moment Liebeslieder spielt und darauf kann ich echt verzichten. Kein Radio also. Super.

Ich betrete meine Wohnung und schließe die Tür hinter mir ab. Ich denke, dass es vielleicht das Beste wäre, wenn ich hier nie wieder raus kommen würde und da ich anscheinend an einer niemals endenden Verletzung leide, würden nur ein paar Leute wirklich merken, dass ich meine Wohnung nicht verlasse. Also warum mache ich das nicht einfach? Würde mein Leben auf alle Fälle leichter machen. Ein anderes Leben wäre allerdings am einfachsten... Als ich jünger war, hatte ich immer irgendwie Angst, dass ich nie jemanden für den Rest meines Lebens finden würde. Dann war da Sophie und mit ihr hatte ich irgendwie das Gefühl, dass ich mich mit jemandem niederlassen könnte, mit ihr, aber ich vermute, wir waren einfach nicht für einander bestimmt. Mit Fernando hatte ich nicht das Gefühl, dass ich den Rest meines Lebens mit ihm verbringen könnte. Mit ihm war ich mir sicher, dass ich den richtigen gefunden hatte. Den ’Special One’. Igitt... nein... Oh Gott... Das ist widerlich... Ich hab plötzlich dieses Bild von einem Fernando Torres/Jose Mourinho Mix vor Augen. Oh. Mein. Gott. Wie werde ich dieses Bild bloß wieder los?? Nicht, dass Mourinho hässlich ist, er ist eigentlich ziemlich attraktiv... Gott, Daniel! Hör auf so was zu denken! Fernando, was hast du mit mir gemacht?
Und da sind wir wieder: Fernando. Okay, keine Ausreden mehr und nicht mehr von dem Aussehen eines Jose Mourinho ablenken lassen. Jetzt ist Fernando dran und Steve und ich muss dieses Problem langsam wirklich lösen. Ich meine, so einladend es auch klingt, für den Rest meines Lebens in meiner Wohnung zu bleiben, ich glaube nicht wirklich, dass es klappen würde...
Liebe ich ihn wirklich? Gott, es ist so deprimierend, sich über so etwas nicht sicher zu sein... Ich sollte es wissen, oder etwa nicht? Ich sollte wirklich wissen, ob ich ihn jemanden verliebt bin, oder nicht. Vor diesem Tag dachte ich immer, dass Nando meine wahre Liebe war, dass unsere Beziehung für immer halten würde und jetzt... Ich kann nicht wirklich akzeptieren, dass ich Fernando nicht mehr liebe, ich meine, wann zur Hölle ist das passiert? Und da ist auch noch Finns und ich mag ihn, ich mag ihn sehr, vielleicht sogar mehr als ich sollte, wenn ich darüber nachdenke, dass ich von ihm als einem meiner besten Freunde denke. Na ja, ich habe so von ihm gedacht... Ich bin mir darüber nicht mehr so ganz sicher. Ich bin mir momentan über gar nichts mehr sicher! Ich frage mich, ob Nando mich jemals wirklich geliebt hat... Er hat es gesagt, ja, aber warum hat er mich dann betrogen? Hat er ähnliche Gedanken, wie ich? Oder fickt er mit jemand anderem und denkt nicht mal an mich?
Ich seufze. Was soll ich jetzt machen? Was machen all diese Leute in Seifenopern? Vielleicht sollte ich Sophie anrufen und sie fragen... Nein, das kann ich nicht tun. Wir mögen zwar immer noch sehr gut miteinander auskommen, aber ich kann nicht einfach meine Exfreundin in so einer Situation um Rat fragen. Wär ’ne lustige Unterhaltung. ’Hey, Sophie! Hör zu, mein Freund hat mich betrogen und ich hatte Sex mit Steve Finnan. Irgendeine Idee, was ich jetzt machen soll?’ Ihre Reaktion wäre unbezahlbar. Aber ich mag sie zu sehr, ich könnte ihr das nicht antun. Sophie war eine großartige Freundin, es ist nicht ihre Schuld, dass es mit uns nicht geklappt hat und ich muss zugeben, dass ich sie ein bisschen vermisse. Wenn ich bei ihr geblieben wäre, hätte ich jetzt nicht so viele Probleme. Sophie hätte mich nie betrogen. Aber ich musste mich in Fernando verlieben... Den spanischen Prinz Charming. Ich frage mich, wie viele Leute sich schon verliebt haben in seinen Charme, seine Sommersprossen, seine Tattoos, den unschuldigen Ausdruck in seinen Augen... Stöhnend lasse ich mich auf die Couch fallen und schließe meine Augen. Es sollte nicht so schwer sein, eine Antwort auf diese einfache Frage zu finden. Liebe ich Fernando?
Ich glaube, ich habe den Punkt erreicht, an dem ich es nicht länger hinauszögern kann. Ich muss mit Fernando reden.

Ein paar Minuten später, 16 um genau zu sein, stehe ich vor Nandos Tür. Ha! Ich bezeichne ihn nicht mehr als ’meinen Nando’! Ich bin so gut!
Aber egal. Ich stehe also vor seiner Tür, starre sie an, als wäre sie etwas Glibberiges und Ekliges und ich traue mich nicht wirklich, diese dumme Klingel zu betätigen. Ich mag es nicht, aber ich hab Angst. Ich will nicht mit ihm reden, aber ich muss. Es ist anscheinend der einzige Weg für mich, eine Antwort auf diese alles entscheidende Frage zu finden. Ich atme tief durch und starre die Tür für ein paar weitere Minuten an. Ich glaube, ich steh schon länger vor dieser Tür, als ich überhaupt hierher gefahren bin... Okay Daniel. Reiß dich zusammen! Du hast diese Klingel schon tausendmal betätigt, es kann doch nicht so schwer sein! Aber die Wahrheit ist: Es ist so schwer. Okay... Auf drei. Eins... zwei... drei... eins... zwei... drei... eins... zwei... drei...
Ach, leck mich doch. Vor seiner Tür zu stehen und wieder und wieder bis drei zu zählen, ohne etwas zu unternehmen, hilft wirklich nicht. Ich starre ein weiteres Mal die Klingel an, schlucke, hebe meine Hand, klingele und bereue es sofort. Aber jetzt ist es zu spät. Ich habe geklingelt und ich kann schon jemanden zur Tür gehen hören. Oh Gott... Ich glaube, ich muss mich übergeben... Das war eine schlechte Idee, eine wirklich schlechte Idee... Sehr schlecht. Schlechteste Idee überhaupt. Komplette Schei- In diesem Moment wird die Tür geöffnet und ich starre Fernando an. Gott, er sieht unglaublich aus.
„Daniel?“ Er ist wirklich überrascht, das kann ich sehen. Und er ist so süß wenn er überrascht ist, ich könnte glatt anfangen, wie ein kleines Mädchen zu quietschen...
Ich stehe einfach nur da und starre ihn an wie ein Goldfisch.
„Komm rein.“, sagt mein Fernando nervös. Oh scheiße. Ich bin wieder bei dem ’mein’.
Ich folge ihm in sein Wohnzimmer und wir schweigen unbehaglich, dann...
„Ich hab mit Finns geschlafen.“ Oh... scheiße. Warum zum Teufel hab ich das gesagt? Bitte, bitte, kann ich nicht einfach in Grund und Boden versinken? Bitte? Hätte ich irgendetwas Schlimmeres sagen können, als das? Ich wollte das nicht mal erwähnen! Es ist mir rausgerutscht! Was für eine tolle Art, diese Unterhaltung zu beginnen...
„Oh?“, ist alles was Fernando völlig geschockt sagen kann.
„Ja, weißt du, er hat mich gefunden, nachdem ich dich und... na ja, er hat mich zu sich nach Hause genommen und dann... ist es passiert.“ Ich weiß nicht, warum ich ihm das erzähle, ich bin ziemlich sicher, dass er nicht wissen will, dass ich mit Finns geschlafen habe, aber um ehrlich zu sein, verdient er es meiner Meinung nach irgendwie.
„Oh.“, sagt Fernando wieder und ich bin ein bisschen genervt. Kann er nichts anderes als ’Oh’ sagen?
„Ist das alles, was du zu sagen hast?“, fauche ich ihn an und ich weiß, dass ich mich unfair verhalte. Ich bin hier, klingele und erzähle ihm, dass ich mit Steve gefickt habe. Ich wär auch nicht so glücklich.
„Was soll ich denn sagen?“, zischt Fernando, „Dass ich glücklich für dich bin, weil du jetzt mit Steve zusammen bist? Bin ich nämlich nicht!“
„Ich bin nicht mit Steve zusammen! Ich hatte Sex mit ihm, aber das war alles! Und es wäre nie passiert, wenn du nicht mit Stevie rumgevögelt hättest!“
„Oh ja! Schieb alles auf mich!“, Nando fängt an zu schreien und ich finde, dass er sich jetzt unfair verhält.
„Es ist also meine Schuld, dass du mich betrogen hast?“, schreie ich zurück und verschränke meine Arme. Blödes Arschloch.
„Ich hab dir schon tausendmal gesagt, dass es mir Leid tut!“, ruft Fernando aus und ich schnaube. Dieser Mann ist unglaublich!
„Aber das ändert nichts, Nando! Du kannst so oft sagen, dass es dir Leid tut, wie du willst, ich kann trotzdem nicht verstehen, warum du mir das angetan hast!“
„Daniel...“, Fernando hört sich ein wenig verzweifelt an, aber es interessiert mich nicht wirklich. Er kann sich so verzweifelt anhören, wie er will, ich bin immer noch sauer auf ihn. „Bitte, Daniel. Es tut mir so, so Leid. Ich... es war nur im Eifer des Gefechts! Ich wusste nicht, was ich da mache! Und ich weiß nicht, warum ich das gemacht habe. Ich wollte dich nicht verletzen. Bitte, du musst mir glauben, Danny! Ich...“
„Nenn... mich... nicht... Danny!“, knurre ich ihn an. Das ist Finns’ Privileg! Er ist der einzige, der mich so nennen darf! Finns und nur Finns. Niemand sonst.
„Bist du nur hier, um dich mit mir zu streiten, Daniel?“
Ich starre ihn wütend an und frage mich, wie ich jemals glauben konnte, mich in ihn verliebt zu haben. „Es tut mir Leid, wenn ich deine wertvolle Zeit verschwende, Torres. Ich bin sicher, du hättest bessere Dinge zu tun, als mit mir zu reden.“, sage ich kalt, „Ich wette, es gibt ’ne Menge Männer, die du jetzt ficken könntest. Tut mir wirklich Leid, dass ich dich davon abhalte. Ich weiß nicht, was ich mir dabei gedacht habe, als ich herausfinden wollte, ob ich dich noch liebe. Ich werde jetzt gehen und ich verspreche dir, dass ich dich nicht mehr belästigen werde. Auf Wiedersehen, Fernando.“

Ich verlasse Fernandos Wohnung und ignoriere sein Flehen und seine Versuche, mich zum Bleiben zu bewegen. Nach ein paar Sekunden gibt Nando endlich auf und wenn ich nicht schon längst sicher gewesen wäre, dass es mit uns nicht funktionieren würde, hätte das den Ausschlag gegeben. Wenn er wirklich gewollt hätte, dass ich bleibe, hätte er mehr gekämpft.
Ich betrete den Aufzug und nachdem die Tür sich vor mir geschlossen hat, schließe ich meine Augen und atme ein paar Mal tief durch. Ich sollte es vielleicht nicht zugeben, aber irgendwie bin ich erleichtert.
Und ich bin verdammt stolz auf mich.


+++
Am dritten Teil arbeite ich im Moment, hab schon ein paar Ideen und jetzt, wo ich hiermit fertig bin, kann ich mich dann damit beschäftigen und mir ein paar Ideen für neue Fics überlegen... Ich brauch 'ne Idee für 'ne Xabi/Iker Casillas Fic... Und mal wieder eine für 'ne Xabi/Stevie... Vielleicht schreib ich als nächstes auch 'ne Xabi/Lucas Leiva Fic. Lucas ist sooooooooo goldig!
Na ja, jedenfalls, Liverpool hat endlich Mascherano gekauft (Wurd ja auch langsam mal Zeit), die Amerikaner wollen uns leider Gottes immer noch nicht an DIC verkaufen, Stevie ist frustriert, so wie wahrscheinlich alle, die Liverpool Reserves (Ich hab grad keine Ahnung, wie das auf Deutsch heißt...) haben gegen die ManU Reserves gewonnen, was nicht weiter wichtig wäre, hätten Xabi, Harry Kewell und DANIEL AGGER (!!!!!!!!!!!!!!!!!!) nicht gespielt. Keine Ahnung, warum Xabi bei den Reserves mit gespielt hat... Aber er hat ein Tor gemacht, also sind wir zufrieden. Am besten ist allerdings, dass DANNY wieder spielt! Zwar wird er morgen gegen Bolton wahrscheinlich nicht spielen, aber wenigstens war er bei den Reserves dabei... Ich liebe Danny!
So, das war's, reviewt schön :)!
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