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Gesammeltes

Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P16 / MaleSlash
Premiere League Primera Division
09.12.2007
30.09.2010
47
85.410
 
Alle Kapitel
143 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
09.12.2007 4.084
 
Titel: Life is a soap opera (Part 1/?)
Genre: Romanze
Rating: P12-Slash
Pairing: Daniel Agger/Steve Finnan, Daniel Agger/Fernando Torres, Fernando Torres/Steven Gerrard
Summary: Daniel erwischt seinen Freund Fernando, wie er ihn betrügt. Von da an läuft nicht mehr so, wie er es will.
Disclaimer: Nichts ist mir, das ist nie passiert und wenn ich damit Geld verdienen würde, wär ich reich...


Ich laufe glücklich zu unserem Umkleideraum, meine Lederjacke eng um meinen Körper geschlungen. Es ist kalt draußen, aber es interessiert mich nicht wirklich. Wir haben gewonnen und mein Fernando hat getroffen. Ich bin so stolz auf ihn, bin ich immer, wenn mein Spanier trifft und glücklicherweise macht er das oft. Und so habe ich jede Menge Anlass, Stolz auf ihn zu sein und, was sogar noch besser ist, ihn für jedes einzelne Tor, das er macht, zu belohnen. Ich grinse und lecke mir über die Lippen bei dem Gedanken, was ich mit ihm machen werde... Gott, ich kann’s nicht erwarten, ihn endlich zu sehen.

Plötzlich höre ich Geräusche. Seltsame Geräusche. Ich kann nicht anders als zu grinsen, nachdem ich herausgefunden habe, dass die Geräusche aus einer Abstellkammer zu meiner Linken kommen. Irgendjemand scheint ein bisschen Nachspielspaß der Art wie Fernando und ich ihn in ein paar Minuten haben werden, zu genießen. Ich frage mich, wer es ist. Ich bin auf dem Weg zu unserer Umkleidekabine, also ist es ziemlich wahrscheinlich, dass ich gerade zwei meiner Teamkameraden zuhöre. Alvaro, ich bin mir ziemlich sicher, dass er es ist. Wenn man solche Geräusche irgendwo in der Nähe von uns Jungs von Liverpool hört, sind es entweder ich und Fernando, oder Alvaro und... na ja, wer auch immer an diesem Tag seine Aufmerksamkeit erregt hat. Und da ich ziemlich sicher bin, dass ich nicht mit Fernando in einer engen Abstellkammer bin, muss es Alvaro sein.
Ich bleibe vor der Tür stehen und runzle die Stirn. Ich muss zugeben, ich bin ein wenig neugierig, wen unsere kleine Teamschlampe jetzt fickt. Ich glaube, es ist schon einige Zeit her, dass er das letzte Mal Fabio gefickt hat. Und so weit ich weiß hatte er nie Lucas. Aber ich weiß nicht mal, ob Lucas heute Abend hier ist, also...
Ich könnte natürlich einfach nachgucken. Ich wette, die Tür ist nicht verschlossen, aber will ich wirklich, wirklich einen nackten Alvaro Arbeloa sehen, der seinen Schwanz in den Hintern eines anderen stößt? Ich schaudere. Nein, definitiv nicht. Eeew... Jetzt krieg ich dieses Bild nicht aus dem Kopf... Oh Gott... Es ist Zeit an etwas anderes zu denken. Etwas Schönes. Fernando. Ja... Das ist auf alle Fälle ein schöner Gedanke. Seine Sommersprossen... Seine Tattoos... Seine Augen... Ich muss ihn finden. Schnell. Mit etwas Glück, ist Alvaro fertig mit dem, woran ich nicht denken will, bis ich meinen heißen, sexy, wunderschönen, anbetungswürdigen... bis ich Fernando gefunden habe und wir können die Abstellkammer haben. Ich glaube nicht, dass ich noch warten kann bis wir zu Hause sind. Nicht wenn ich anfange, so von ihm zu schwärmen. Gott, ich höre mich an wie eins dieser hirnlosen, pubertierenden Mädchen... Fernando ist wirklich nicht gut für mich. Er macht mich zu einem verdammten Fangirl!

Ich schüttle meinen Kopf und beschließe, endlich zur Umkleidekabine zu gehen, den Jungs zu gratulieren, mir Fernando zu schnappen und nach einem ruhigen Ort zu suchen, wo ich ihn für sein Tor belohnen kann.
Und dann höre ich es. Ein Stöhnen. Nicht dass die Tatsache, dass ich ein Stöhnen höre, wenn ich weiß, dass jemand mit jemand anderem hinter der Tür, vor der ich stehe, rummacht, mich sonderlich schockiert, aber was gestöhnt wird, lässt mir das Blut in den Adern gefrieren. Stevie...
Und ich kenne diese Stimme. Ich kenne sie in- und auswendig. Ich habe sie unzählige Male meinen Namen immer wieder stöhnen gehört. Aber ich weigere mich, es zu glauben. Es kann nicht sein. Ich bin sicher, dass ich es mir nur eingebildet habe. Es ist zu... lächerlich um wahr zu sein. Steven Gerrard und Fernando Torres, mein Fernando Torres... Niemals. Stevie hat nicht genug Sommersprossen und Tattoos dafür. Er ist nicht Nandos Typ. Ich bin Fernandos Typ und nicht dieser... dieser... dieser... Scouser!
Also warum zum Teufel denke ich überhaupt an so etwas? Ich muss komplett verrückt geworden sein. Als ob Nando mich je betrügen würde. Ich hab gerade an ihn gedacht und deswegen seine Stimme gehört. Warum seine Stimme Stevies Namen und nicht meinen gestöhnt hat, wenn ich es mir eingebildet hab... Ich hab keine Ahnung, aber wen kümmert es? Ich hab’s mir nur eingebildet. Dummes, dummes Ich.
Aber dann ist es wieder da. Nandos Stimme hinter dieser Tür, Stevies Namen wieder stöhnend.
Es gibt keinen Grund es länger zu leugnen.

Ich kann plötzlich nicht mehr richtig atmen und habe das Gefühl, dass ich ohnmächtig werde. Ich glaube, dass ich leichenblass sein muss und meine Fingernägel graben sich tief in meine Handflächen ein. Das ist nur ein Albtraum. Es kann nichts anderes sein. Fernando würde mich niemals in seinem Leben betrügen. Er liebt mich, er hat mir versprochen, mir nie wehzutun, wir sind füreinander bestimmt!
Ich starre die Tür an, als wäre sie nicht von dieser Welt. Hinter dieser Tür... Ich will nicht daran denken, was ich hinter dieser Tür finden würde und ich kann immer noch das Stöhnen hören, aber es hört sich jetzt anders für mich an. Es ist nicht Alvaro, es ist mein Fernando, der mit dem Kapitän fickt.
Ich fange an zu schluchzen und schlage sofort die Hand vor den Mund. Ich werde nicht weinen. Ich werde nicht weinen und wenn es das letzte ist, was ich tue. Ich. werde. nicht. weinen.
Ich meine, vielleicht hab ich etwas falsch verstanden und Nando und Stevie schlafen nicht miteinander, vielleicht machen sie nur... Okay, na ja, ich hab keine Ahnung, was es sonst sein könnte, aber ich will einfach nicht glauben, dass Fernando so ein Bastard ist! Er ist manchmal ein bisschen nervig, aber definitiv kein Bastard, der mich betrügen würde. Wie sehr ich das hoffe...
Ich strecke meine Hand langsam zum Türknauf aus. Es gibt einen Weg, es herauszufinden. Ich mag diesen Weg nicht, aber ich will es wissen. Ich will wissen, ob ich ohne Grund den Tränen nahe bin, oder nicht. Wie ich ein paar Minuten zuvor prophezeit habe, ist die Tür nicht geschlossen. Ich schlucke und stoße sie auf und im nächsten Augenblick fühle ich mich als würde ich sterben. Und ich denke, tot zu sein wäre besser, als das hier sehen zu müssen.
Mein Fernando gegen ein Regal gepresst, nackt, seine Beine um die Taille eines gleichermaßen nackten Steven Gerrards geschlungen.
Aber was mich am meisten verletzt ist nicht, dass mein schlimmster Albtraum über Fernando, der mich betrügt wahr geworden ist, sondern der Ausdruck purer Lust auf Nandos Gesicht. Er betrügt mich und genießt es.

Ich weiß nicht, wie lange ich eigentlich hier stehe und sie anstarre. Es ist so... unwirklich. Es ist, als ob ich eine dieser beschissenen Soaps, die Sophie so sehr mag, gucke. Sie hat mich schon unzählige Male gezwungen, sie zu gucken, und ich schäme mich wirklich ein bisschen dafür, dass ich immer weiß, was in welcher Soap passiert ist. Was ich hier sehe, hat wirklich ein paar Parallelen zu so einer Sendung. Die geliebte Person betrügt dich mit einem deiner Freunde. Das ist etwas, was du regelmäßig im Fernsehen sehen kannst und ich weiß genau, wie das enden würde, wenn ich in einer Seifenoper wäre. Mein Herz wäre gebrochen und dann würde ein Ritter in glänzender Rüstung erscheinen und mich retten. Na ja, mein Herz ist gebrochen, aber ich bezweifle, dass ein Ritter in glänzender Rüstung zu meiner Rettung herbei eilen wird. Letzten Endes ist das keine Soap. Es ist das wahre Leben, es ist mein Leben. Und in meinem Leben, betrügt mich mein Freund mit meinem Kapitän. Ich hab definitiv etwas in meinem Leben falsch gemacht.
„Daniel!“, ein entsetzter Ausruf hält mich davon ab, weiter über mein erbärmliches Leben zu sinnieren und ich sehe Fernando, der mich aus weit aufgerissenen Augen anstarrt. Weit aufgerissene Augen, dunkel vor Lust. Wow, sie haben mich endlich bemerkt. Unglaublich.
„Hi.“, ist alles was ich sagen kann und im selben Moment würde ich mir am liebsten selbst in den Hintern treten. ’Hi’?? Was zum Teufel... Wie kann man nur so etwas sagen, wenn du gerade herausgefunden hast, dass dein Freund dich betrügt? Ich hab intelligentere Dinge im Alter von fünf Jahren gesagt! ’Hi’, mein Gott. Nicht sonderlich überraschend, dass Fernando mich betrogen hat. ’Hi’...
„Fuck.“, murmelt Stevie und ich lache hysterisch.
„Ja, das kannst du laut sagen.“ Jaaaaaaa, Daniel! Gib’s ihnen! Ich hab echt keine Ahnung, was los mit mir ist. Ich hatte mal ein ganzes Repertoire voll mit frechen Sprüchen, aber jetzt stehe ich hier wie die personifizierte Blödheit und sage Dinge wie ’Hi’ und ’Das kannst du laut sagen’. Oh wirklich... Es fühlt sich an, als hätte mein Hirn sich verabschiedet in dem Moment in dem ich Fernando und Stevie gesehen habe, Ich kann nicht mal wegrennen um den letzten Rest meiner Würde zu bewahren, wie jeder andere Mensch es machen würde. Jeder normale Mensch. Aber neiiiiiiiiiiin, es macht viel mehr Spaß, einen Idioten aus mir zu machen, also warum nicht ’Hi’ und ’Das kannst du laut sagen’?
Ich bin zum Kotzen.

„Daniel, es ist nicht das, wonach es aussieht!“, stottert Fernando und ich muss wirklich zugeben, dass ich ein bisschen verblüfft bin. Glaubt Nando wirklich, wirklich, wirklich, dass das funktionieren könnte? Es ist der Standard, sie sagen das immer in diesen Soaps. Und ich hab immer drüber gelacht und Sophie gesagt, dass niemand so etwas im richtigen Leben sagen würde. Scheint so, als hätte ich falsch gelegen.
Ich sehe die beiden Männer vor mir an. Nando nackt, an Stevie gepresst und die Beine um ihn geschlungen. Stevie nackt, an Fernando gepresst und sein Schwanz immer noch tief in meinem Fernando. Nando kann nicht wirklich von mir erwarten, dass ich ihm diesen ’Es ist nicht das, wonach es aussieht’ Quatsch abkaufe, oder?
„Ich bin mir sicher, es ist nicht das, wonach es aussieht.“, sage ich, „Es ist offensichtlich, dass ihr zwei nur... ähm... ähm...“ Verdammt. Ich war so nahe dran – so nahe – etwas Intelligentes zu sagen. Heute ist einfach nicht mein Tag. „Ich... Ich sollte jetzt gehen und euch zwei allein lassen. Ja... ja, ich sollte das tun.“, stottere ich und ich denke, dass es das erste Mal ist, dass ich heute etwas vernünftiges gesagt habe und das ist irgendwie deprimierend. „Viel Spaß.“, füge ich hinzu, bevor ich mich umdrehe und langsam weggehe. Ich bin mir sicher, sie werden eine Menge Spaß haben, sobald ich endlich gegangen bin... Ich ignoriere Fernando, der verzweifelt meinen Namen ruft. Fernando hat seine Wahl getroffen und die bin offensichtlich nicht ich.

Ich fühle Tränen in meine Augen steigen und fange an, ein bisschen schneller zu gehen. Alles verschwimmt und ich stolpere fast über meine eigenen Füße. Ich glaube, ich hab endlich realisiert, was gerade genau passiert ist. Ein bisschen spät, aber besser spät als nie. Fernando, den ich vor nicht mehr als zehn Minuten für meine einzig wahre Liebe gehalten habe, hat mich betrogen. Er hat mich wirklich betrogen. Er treibt’s mit einem anderen, wenn er es mit mir treiben sollte. Er hat sein Versprechen, nur mich zu lieben und mich nie zu verletzen, gebrochen. Er wusste, dass es meine größte Angst war, dass er meiner überdrüssig werden könnte und mich für einen anderen verlassen würde und hat gesagt, er würde das nie tun. Aber er hat es gerade getan. Er hat meine größte Angst wahr werden lassen und es tut verdammt weh. So viel zu ’meine einzig wahre Liebe’.
Ich will so schnell wie möglich von hier weg und das vergessen, was ich gesehen habe. Aber wem will ich eigentlich was vormachen? Noch nicht mal ich glaube, dass ich je vergessen kann, was Fernando mir angetan hat. Okay, das hört sich ein bisschen dramatisch an und ich könnte eine Soap zu viel gesehen haben, aber ich denke, ich habe das Recht und einen Grund überdramatisch zu sein.

„Daniel?“, ich höre jemanden meinen Namen rufen und erst denke ich, dass es Fernando ist. Ich möchte mich umdrehen und mich in seine Arme werfen und ihm alles was er getan hat vergeben, aber dann merke ich, dass es ganz klar nicht seine Stimme ist. Es ist die von Finns. Meine erste Eingebung ist es, ihn einfach zu ignorieren und weiter zu laufen, aber er ruft mich wieder.
Es ist nicht so, dass ich Steve nicht mag, er ist großartig und ein wirklich guter Freund, aber ich bin im Moment nicht in der Stimmung, mit ihm zu reden. Nichts für ungut, aber ich will einfach nur nach Hause und nicht wieder raus kommen.
Okay, der Parkplatz. Gut. Das heißt, ich bin nicht weit von meinem Auto entfernt, das heißt, ich kann von hier weg und das heißt, ich kann mir endlich meine Augen in meinem Schlafzimmer ausheulen, mit niemandem, der mich stört.
Aber Finns wäre nicht Finns, wenn er mich so einfach gehen lassen würde. Er packt meinen Arm und dreht mich herum. Großartig. Jetzt gibt es kein Entkommen mehr.
Er sieht mich besorgt an und ich ertappe mich selbst dabei, wie ich denke, dass das irgendwie süß ist. Steve Finnan ist besorgt um mich, etwas, was Fernando anscheinend nie war und ich meine, er ist mein Freund! Nein, halt. Er war mein Freund. Bevor er angefangen hat, mit meinem Kapitän zu vögeln. Ich fange beinahe wieder an zu weinen und das genau vor Steve. Als ob ich mich heute nicht schon genug blamiert hätte... Also versuche ich, ruhig zu atmen und ignoriere das Brennen in meinen Augen.
„Daniel, weinst du?“, fragt Steve und hört sich jetzt nicht mehr nur besorgt, sondern sehr, sehr besorgt an. Shit. Scheint, als ob ich nicht sehr erfolgreich damit war, mich vom Weinen abzuhalten. Ich wische mir schnell übers Gesicht und fühle die Nässe meiner Tränen auf meinem Handrücken. Das ist so peinlich! Ein Daniel Agger sollte nicht über jemanden weinen! Ein Daniel Agger sollte einfach gehen und diesem jemand zeigen, dass er ohne ihn besser dran ist. Aber augenscheinlich habe ich, als ich heute Morgen aufgewacht bin, meine Daniel Agger Persönlichkeit zu Hause gelassen...
„N-nein... Tu ich n-n-nicht...“, stottere ich deswegen und bin schockiert, wie zittrig meine Stimme klingt. Wie war das doch gleich? Ein Daniel Agger sollte nicht weinen? Ja, also fangen wir an, es zu leugnen, auch wenn jeder es sehen kann. Wann zur Hölle hat mein Leben sich dazu entschieden, so schrecklich falsch zu laufen?
„Ja, sicher...“, murmelt Steve, seine Hand immer noch um meinen Arm, „Daniel, was ist los?“

Ich bin dabei, ihm zu sagen, dass er sich verpissen soll, aber bevor ich das tun kann, werfe ich mich plötzlich in Steves Arme, bringe ihn beinahe zu Fall und weine, wie ich noch nie zuvor geweint habe. Ich bin so ein Waschlappen. Es muss der Schock über Fernando mit Stevie zu sehen sein. Ich würde nie in meinem Leben so etwas tun, ohne komplett betrunken oder komplett geschockt zu sein. Ich hab heute nichts Alkoholisches getrunken, also muss es der Fehler vom Schock sein, dass ich mich jetzt an Finns kralle, als ob mein Leben davon abhinge und das mache, was ich in der Stille meines Schlafzimmers machen wollte. Meine Augen ausheulen.
Steve muss genause überrascht über meinen Ausbruch wie ich sein und er tätschelt mir unbeholfen den Rücken.
„Daniel? Danny?“, fragt er und ich weiß, er wartet darauf, dass ich mich zusammenreiße aber... Ich kann nicht. Ich liege immer noch in Steves Armen und weine, wie ein Daniel Agger nicht weinen sollte. Und es fühlt sich gut an, unglaublich gut, endlich loszulassen und ich fühle mich irgendwie geborgen in seinen Armen. Wow, ich hätte nie gedacht, dass ich es mögen würde, Finns so nahe zu sein, aber er ist so warm und beruhigend und ich könnte für immer so stehen bleiben, an ihn gepresst, mit seinen Armen um mich geschlungen und seine Hand, die mir langsam über den Rücken streichelt.
„Danny...“, murmelt er sanft und löst sich vorsichtig von mir, sehr zu meinem Missfallen, „Komm.“
„W-was?“, schniefe ich und hasse mich selbst dafür, dass ich immer noch so unsicher klinge. Ich will nicht im Geringsten wissen, was Steve im Moment von mir denkt.
„Ich fahre dich.“, erklärt Steve, „Ich kann dich nicht fahren lassen. Nicht in dieser Verfassung, Danny.“
Ich bin mir nicht sicher, ob ich ihm für seine Bemühungen mir zu helfen, danken soll, oder ihm sagen soll, dass er mich allein lassen soll, weil ich ein großer Junge bin und selbst fahren kann. Aber er scheint wirklich besorgt zu sein und er hat mich ’Danny’ genannt. Unter diesen Umständen kann ich einfach nicht gemein zu ihm sein.
Finns ist der einzige, der mich ’Danny’ nennt, na ja, er ist der einzige, dem ich das erlaube. Ich hab’s nie gemocht, ’Danny’ genannt zu werden und ich weiß nicht, warum ich es zulasse, dass Finns mich so nennt, es fühlt sich einfach richtig an, diese Abkürzung meines Namens aus seinem Mund zu hören. Nicht mal Nando darf ’Danny’ zu mir sagen, nur Finns. Ich liebe es einfach, wenn er mich so nennt und wenn er es tut, mache ich alles was er will. Es ist wie ein Zauber. Der ’Danny Zauber’.

Also lasse ich mich zu seinem Auto führen und setzte mich auf den Beifahrersitz ohne mich zu beschweren, ein klares Anzeichen dafür, dass ich nicht mehr ich selbst bin und ich bin mir sicher, dass Steve das auch bemerkt. Wir fahren in Stille, ich hab keine Ahnung, was ich sagen soll, ich bin zu sehr damit beschäftigt, mir zu überlegen, was ich Finns sagen soll, sobald wir bei mir zu Hause sind. Er wird nicht gehen, bis ich ihm alles erzählt habe, aber ich will ihm nicht von mir, Fernando und Stevie erzählen, nicht, dass ich eine andere Wahl hätte.
Ich lehne meinen Kopf gegen das kalte Fenster und starre hinaus. Die Sonne scheint jetzt. Es birgt eine gewisse Ironie in sich, jedes Klischee ist bis jetzt eingetroffen, außer dem Wetter, das überhaupt nicht zu meiner Stimmung passt. Fernando liebt die Sonne, es ist eins der wenigen Dinge, die er nicht an England mag. Die Tatsache, dass der Himmel über Liverpool zu oft zu grau ist. Ich stelle mir vor, wie er auf den Parkplatz tritt, Stevie an seiner Seite, er ist befriedigt und dann schließt er seine Augen und dreht sein Gesicht der Sonne entgegen, genießt die paar Sonnenstrahlen und sieht so, so zufrieden aus. Ich atme tief ein und presse meine Augen zusammen. Ich sollte aufhören, an Nando zu denken, es tut zu weh und ich will nur noch mehr weinen.

„Wir sind da.“, sagt Steve und ich ziehe meine Augenbrauen hoch. Das ist nicht mein Haus. Ich starre Finns an, der einfach nur seine Tür öffnet und aus dem Auto steigt. „Worauf wartest du? Steig aus!“
„Wo sind wir?“, frage ich, während ich aus Steves Auto steige.
„Bei mir zu Hause.“, antwortet er, als ob ich hätte wissen müssen, dass er zu seinem Haus fahren wollte und nicht zu meinem.
„Und warum?“
Finns verdreht die Augen und seufzt. Ich hasse es, wenn er genervt von mir ist, ich kann das einfach nicht ertragen und so beschließe ich, wenigstens einmal meinen Mund zu halten. Das ist Steve, er weiß was er tut, er weiß das immer.
„Weißt du, wenn wir in meinem Haus sind, kannst du mich nicht rauswerfen.“
Ich hab nicht wirklich eine Erklärung erwartet, aber na ja, Finns schafft es immer, mich zu überraschen. Ich sage gar nichts dazu und folge ihm in sein Haus.
Sobald sich die Tür hinter uns schließt, sehe ich mich neugierig um. Steve und ich sind gute Freunde aber aus irgendeinem Grund bin ich noch nie hier gewesen.
Wir landen schließlich in seinem Wohnzimmer, ich sitze neben ihm auf der Couch und rutsche nervös herum, aber überraschenderweise habe ich nicht den Drang, wegzulaufen.
Ich warte darauf, dass Steve anfängt zu reden, was er aber nicht tut, er bleibt ruhig und sieht mich an. Sieht mich einfach nur an. Nein, ich werde es ihm nicht erzählen, nein. Er kann mich angucken so viel er will, ich werde kein einziges Wort sagen.
„Es ist Fernando.“, platze ich heraus und stöhne innerlich auf. Steve beherrscht diese ’nur-anstarren-aber-nichts-sagen’ Sache wirklich bis zur Perfektion. Nervig.
„Fernando?“, beendet Finns schließlich seine Stille und hat ein undefinierbares Funkeln in seinen Augen. Ich nicke.
„Ja, Fernando... Weißt du, er und ich...“, ich schlucke. Ich sollte ihm das nicht erzählen, es könnte so viel kaputt machen. Aber ich glaube nicht, dass ich aus der Sache wieder rauskommen kann, also atme ich tief ein. „Nando und ich... wir... na ja, wir...“
„Ihr seid zusammen.“, unterbricht Steve mich und es ist keine Frage, sondern eine Feststellung. Ich bin verwirrt, aber Finns lacht nur. „Komm schon, Danny. Ich bin nicht blöd, weißt du? Ihr zwei wart nicht so diskret wie ihr gedacht habt.“
„Oh.“, sage ich und werde so rot wie eine Tomate und er lacht wieder.
„Es ist in Ordnung, Daniel. Ich hab kein Problem damit, dass du und Fernando zusammen seid.“
„Na ja...“, antworte ich und starre auf meine Füße, „Wir waren zusammen.“
Finns sieht mich alarmiert an. „Waren? Was ist passiert?“
Ich knirsche mit den Zähnen, als die Bilder von Steven und Fernando wieder vor meinem inneren Auge erscheinen. „Er hat mich betrogen.“
Steves Augen weiten sich geschockt und er nimmt meine Hand in seine, um sie sanft zu streicheln. „Oh Danny, das tut mir so Leid.“, flüstert er, „Darf ich fragen... darf ich...“
„Steven.“, beantworte ich seine unausgesprochene Frage und er schnappt nach Luft.
„Oh mein Gott... Oh Danny...“, flüstert Finns wieder, „Bist du dir sicher?“
Als ich nicke, drückt Steve beruhigend meine Hand. „Ich hab sie gesehen.“
Ich bin überrascht, dass ich nicht weine. Als ich im Auto über dieses Gespräch nachgedacht habe, war ich mir sicher, dass ich die ganze Zeit weinen würde und nicht in der Lage sein würde, etwas zu sagen. Aber jetzt sind da keine Tränen und ich frage mich, ob das daran liegt, dass ich schon so viel geweint hab, oder an Steves beruhigender Präsenz. Vielleicht ein bisschen von beidem.

Ich blicke zu ihm und sehe wieder die Sorge in seinen Augen und bin plötzlich so dankbar, dass er für mich da ist. Ich sehe auf seine Finger, die mit meinen verschränkt sind und als ich in sein Gesicht schaue, merke ich zum ersten Mal, wie gut er aussieht. Dieser Gedanke schockiert mich extrem. Ich meine, Steve ist einer meiner besten Freunde, ich sollte nicht so von ihm denken. Es ist der Schock. Der Schock.
Aber ich ertappe mich selbst dabei, wie ich seine Züge wieder bewundere. Seine Augen, so voll von Mitleid und Verstehen, seine unglaublichen Wangenknochen, seine Lippen... Mir fällt plötzlich auf, dass er Matt Damon verdammt ähnlich sieht. Falls Steve jemals beschließen würde, etwas zu machen, was nichts mit Fußball zu tun hat, könnte er ohne Weiteres Arbeit als Matt Damons Doppelgänger finden. Ich hab Matt Damon immer gemocht...
Ich starre seine Lippen immer noch an und kann seine Augen auf mir spüren. Er muss bemerkt haben, wie ich ihn anstarre, aber er bewegt sich nicht oder sagt etwas. Ich kann meine Augen einfach nicht von seinen einladenden Lippen losreißen und ich frage mich, wie sie schmecken. Süß oder herb, weich oder rau... Oh Gott... Ich denke das nicht... Nein. Wenn ich ihn küssen würde und noch andere Dinge mit ihm machen würde – und ich bin mir sicher, dass ein Kuss zu anderen Dingen führen würde – wäre ich keinen Deut besser als Fernando. Und ich bin besser, ich habe mehr Anstand und mehr Selbstkontrolle.

Ein paar Sekunden später, als ich auf Finns liege und ihm die Seele aus dem Leib küsse, weiß ich etwas ganz sicher: Ein Daniel Agger ist nicht im Geringsten besser, als ein Fernando Torres.
Und das ist das Deprimierendste, das ich jemals zu lernen hatte.


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Ich mach mich jetzt endlich daran, den zweiten Teil zu schreiben... Fünf Sätze hab ich in etwa schon geschrieben... *seufz*
Liverpool hat gestern gegen Middlesborough gespielt. Und überraschenderweise wurde es ein Unentschieden! Was für 'ne Abwechslung *seufz*! Nein, ich werde unsere Leistung jetzt nicht weiter kommentieren, bloß noch zwei Sachen: Es ist traurig, wie sehr wir von Fernando Torres abhängig sind und DANNY IS BACK *squeals*!!!!!!!!!! Gestern war er auf der Bank, also sehen wir ihn hoffentlich bald wieder. DANNY!!!!!!!!!
Und jetzt: Reviewen ;)!
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