Angst?

von Altais
GeschichteDrama, Romanze / P18
Ginevra Molly "Ginny" Weasley Harry Potter Hermine Granger Sirius "Tatze" Black
08.12.2007
08.12.2007
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Mir gehört nix außer 8 Romanen (2 englische, 6 deutsche), die von JKR geschrieben wurden. Ich würde mir ja die Rechte erkaufen, aber ich schätze, dass mich niemand ernst nehmen würde ;-b


WARNUNG: LANGER OneShot, Erotik (wie immer, nur diesmal vielleicht ein wenig detailreicher). Bitte keine Teens unter 18 (ich weiß, dass ich das für die Katz schreibe ;-b)!

Pairing: SB/HG

Anmerkung: Ich liebe zwar Gary Oldman (insbesondere im Fünften Element ;-b), aber ich habe mir Sirius etwas anders vorgestellt. Ich habe die Bücher gelesen, ehe die Filme herauskamen, und daher kann ich mir Sirius einfach nicht wirklich so vorstellen, wie er im Film dargestellt wurde...


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Sie hatte ihn immer gefürchtet.
Von Anfang an.
Als sie das erste Mal von ihm gehört hatte, als Harry von den Dursleys in geflüchtet war und sie erfahren hatten, dass er ausgebrochen war.
Als sie sein Bild in der Zeitung gesehen hatte.
Als sie ihn in der Heulenden Hütte ertappt hatten, oder, vielmehr er sie ertappt hatte.
Besonders da hatte sie Angst gehabt, Todesangst vor ihm.
Diese Angst war vielleicht geringer geworden, als er sich gegen Lupin geworfen hatte, als dieser sich verwandelt hatte, und sie war natürlich gering genug gewesen, sie ihm nicht zu zeigen, als sie ihn zusammen mit Harry vom Turm befreit und somit vor den Dementoren gerettet hatte...
Sie liebte die Logik und war ein Realist, daher hatte sie sich damals, als sie ihn das erste Mal gesehen hatte, einfach gedacht, dass es an seinem wilden Aussehen liegen musste, seinem langen, ungekämmten Haar, den Gefängniskleidern, dem Bart und seiner hageren Gestalt, dass sie sich noch gefürchtet hatte, als sie bereits gewusst hatte, wer Harrys Eltern wirklich verraten hatte.
Aber die Angst war geblieben, als er sich rasiert, gekämmt, gewaschen, umgezogen und an Gewicht zugenommen hatte.
Sie hatte ihn weiter gefürchtet, als er sie aufgezogen hatte, weil sie so eine Spaßbremse war, auch wenn er sich sonst relativ neutral, ja, sogar relativ nett ihr gegenüber verhalten hatte.
Sie war eine kontrollierte Persönlichkeit, und er hatte ihr immer leid getan, bei all dem, das er durchgemacht hatte, und sie hatte ihn ihre Angst nie so richtig spüren lassen, aber sie glaubte, dass er es immer gewusst hatte.
Er war ihr nie ein Freund gewesen, seine einzige Sorge hatte Harry, seinem Patenkind gegolten, auch wenn er allgemein ein eher freundlicher Mensch war.
Nur, woher war diese ewige Angst vor ihm gekommen?
Sein „Tod“ hatte ihr vor allem deshalb leid getan, weil Harry den nächsten absolut wichtigen Menschen in seinem Leben nach so kurzer Zeit verloren hatte.

Als er zurückgekommen war, war sie die erste Person gewesen, die ihn gesehen hatte. Sie arbeitete schließlich im Ministerium, sie war ebenso gewissenhaft, wie sie es schon zu Schulzeiten gewesen war, und daher schob sie manchmal Nachtschichten, wenn auch freiwillig und unbezahlt, schon alleine wegen ihres Wissensdurstes.
In dieser „verhängnisvollen“ Nacht hatte sie wieder einmal eine Spätschicht eingeschoben und war über gewissen Schriftrollen eingeschlafen- sie hatte niemanden, zu dem sie nach Hause kommen konnte außer Krummbein, daher war es ihr auch nicht so wichtig, zum Schlafen nach Hause zu gehen- als Geräusche in den Räumen sie unsanft erweckt hatten.
Sie war relativ ängstlich gewesen, immer noch durch die Albträume nach dem Krieg, die sie von Zeit zu Zeit heimsuchten, und war versucht gewesen, nach einem Auror zu schreien, hatte sich aber dann beherrscht und war mit dem Aufzug selbst hinunter gefahren, Zauberstab gezückt.
Sie war immer noch eine Kriegsheldin, und das hatte sie im Geiste einfach hundertmal wiederholt.
Man konnte sich vorstellen, wie überrascht und – verängstigt- sie gewesen war, als sie Sirius Black am Boden in einem der Räume, die an diesen Raum angrenzten, in dem er vor Jahren hinter den Schleier durch den magischen Torbogen gefallen war, gefunden hatte, begraben unter einigen Schriftrollen und Glasscherben.
Sie hatte gedacht, dass sie noch träumte, war doch definitiv klar gewesen, dass er gestorben war, als Bellatrix Lestrange ihm diesen Fluch entgegen geschleudert und ihn hinter den Torbogen befördert hatte.
Hätte Harry ihn sonst bei seinen Eltern stehen gesehen, wie er erzählt hatte, als er den Stein der Auferstehung benützt hatte, wäre er nicht tot gewesen?!?
Sie hatte am ganzen Leib gezittert.
Sie erinnerte sich noch genau an dieses Gefühl.
Er hatte da vor ihr gelegen, scheinbar wehrlos, mit dem Gesicht zur Decke, ansonsten hätte sie ihn ja nicht so schnell erkannt, wer erkannte schon eine Person an den Haaren und am Gewand, die er oder sie seit 8 Jahren nicht mehr gesehen hatte?
Und dennoch, obwohl er sich nicht gerührt hatte, obwohl seine Augen geschlossen gewesen waren, zu diesem Zeitpunkt, hatte sie sich genauso gefürchtet, wie damals, als Lestrange sie auf Malfoy Manor gefoltert hatte.
Sie hatte geschrien, dass er aufwachen solle, hatte mit dem Zauberstab auf ihn gedeutet, aber er hatte sich nicht gerührt.
Ihn anzufassen hatte sie sich nicht getraut, also hatte sie einen Patronus ins St. Mungo´s geschickt, um ihn abholen zu lassen.
Natürlich war sie neugierig gewesen, daher war sie gleich mitappariert.
Sie hatte wissen wollen, ob es sich tatsächlich um Sirius Black handelte, den sie gefunden hatte, was sich natürlich als Tatsache herausgestellt hatte, wie auch immer das möglich war.
Dann, als sie vollkommen sicher gewesen war, hatte sie sofort Harry geeult.
Der Trubel war groß gewesen.

Er hatte sich absolut nicht verändert, äußerlich, noch immer kein graues Haar, noch immer kaum Falten, noch immer war sein Gesicht und seine Gestalt unverschämt... schön, man konnte es einfach nicht anders ausdrücken.
Seine grau- blauen Augen waren zwar jetzt noch unheimlicher- für sie als einzigen Mensch auf der Erde wahrscheinlich, zumindest- sie strahlten noch mehr... Leid aus, noch mehr verpasste Jahre, noch weniger Anschluss an die Gesellschaft und... das Leben.

Sie mied ihn, so gut es ging, versuchte, so gut es ging, ihm aus dem Weg zu gehen, ohne Harry und vielleicht ihn selbst- obwohl sie sich das nicht vorstellen konnte- zu kränken.
Sah ihm nie direkt in diese seltsamen Augen, war froh, wenn sie mit ihm nicht zu viel sprechen musste.

Früher hatte es ja gut funktioniert. Er hatte in ihr bestimmt dieselbe unerträgliche Besserwisserin gesehen, wie Snape, und zusätzlich noch eine Spaßbremse, wenn er es sie auch nicht genauso spüren hatte lassen, wie der rehabilitierte, verstorbene ehemalige Zaubertränkeprofessor.
Aber jetzt hatte sie absolut keinen Grund mehr, übermäßig zu versuchen, sich zu beweisen.
Sie hatte ihren wohlverdienten Platz in der Welt, den sich niemand traute, ihr zu verwehren oder auch nur nicht zu gönnen und sie gönnte im Gegenzug all jenen, denen er bisher durch die schrecklichen Jahre des Krieges hindurch verwehrt geblieben war, welchen Spaß auch immer, auch wenn sie sich selbst immer noch lieber in ihrer Forschungsarbeit vergrub.
Daher schien er auch immer besser ihre Gegenwart zu ertragen.
Er war zwar entgültig vom Grimmauldplatz No.12 ausgezogen, um das Haus Harry zu überlassen, war dort aber natürlich zu jeder Zeit willkommen und logischerweise relativ einsam, da kaum jemand noch lebte, den er besser gekannt hatte.
Und sie war immer noch und würde auch immer Harrys beste Freundin sein.
Daher begegnete sie ihm häufiger, als sie wollte.

Sie ging auch zwangsläufig aus mit ihm, wenn Harrys Kinder bei ihren Großeltern waren und das Ehepaar eine Lokalrunde durch Hogsmeade machte und dabei sie und Sirius mitzerrte.
Sie sah dann, wie gut er mit den Vertreterinnen des sanften Geschlechts auskam, und wie gut er bei ihnen ankam.
Jetzt, als er wieder am Leben und vollends rehabilitiert war, ließ er auch selten etwas anbrennen, seine bevorzugten Frauen waren groß und kurvenreich, 90- 60- 90- Modeltypen. Sie schätzte, dass er sich das erstens redlich verdient hatte, nachdem er so lange unschuldig weggesperrt gewesen war und danach auch noch acht Jahre in der Zwischenwelt oder wo auch immer verbracht hatte, weder tot, noch lebendig.
Sie sah nicht dabei zu, wenn er reihenweise die Frauen und Mädchen becircte, sah nicht zu, wenn er sich betrank.

Sie sprach von sich aus nichts mit ihm, außer höflicher Worte des Grußes und des Abschieds, wenn sie miteinander sprachen, machte er den Anfang, und sie vermied seine Augen.
Sie wollte nicht wissen, was er dahinter verbarg.

Ihr fielen seit längerer Zeit zwar die Berührungen auf- er griff exakt zur selben Zeit nach dem Zuckerstreuer, dem Salzstreuer, dem Pfefferstreuer, der Speisekarte, der Türklinke wie sie, er streifte sie beim Hinaus- und Hineingehen in einen Raum, sie prallten aufeinander im schlecht beleuchteten Flur, ihr fiel etwas zu Boden und sie hoben es gleichzeitig auf- aber das war Zufall in ihren Augen. Oder er genoss einfach ihre Furcht vor ihm. Nichts weiter.
Er hatte schließlich einen regelrechten Fanclub von vollbrüstigen Schönheiten, auf den er in regelmäßigen Abständen zurückgriff, um sich eine auszusuchen und mitzunehmen, nach den Kneipentouren.

Seine Animagus-Gestalt, in der er sich oft freier zu fühlen schien, als in menschlicher Form, war sicher.
Manchmal legte er sich darin zu ihren Füßen, wenn sie es sich mit Ginny auf der Couch gemütlich machte und manchmal wagte sie es, ihn zwischen den Ohren zu kraulen.
Sein Hundeinstinkt erlaubte es ihm dann, sich in ihre Berührungen zu lehnen und ab und zu ihre Hand abzulecken.

Wenn er mit ihr sprach, fragte er sie über ihre Arbeit aus, oder redete mit ihr über Harry, oder über das Wetter und Steuern...


Bei der letzten Kneipentour hatte sie plötzlich einen Stich gefühlt, als sich die rothaarige 1m70- Schönheit mit der blauen Robe mit dem tiefen, prallen Ausschnitt zu ihm gesetzt und ihn in ein belangloses Gespräch verwickelt hatte, während sie mit Ron über die Buchhaltung in Georges Scherzartikelladen geredet hatte.

Sie wollte diese Angst ergründen, diese irrationale Angst, den Grund, weshalb sie jedes Mal zurückzuckte, wenn er sie zufällig anfasste oder sie seine Augen auf sich spürte.
Hermine Granger hasste ungelöste Rätsel, immer noch.
Sie hatte, wie gesagt, zuerst gedacht, dass es an seiner unheimlichen Erscheinung lag, die er das erste Mal zweifellos gehabt hatte, als sie ihn gesehen hatte, dann hatte sie gedacht, dass es vielleicht damit zu tun hatte, dass sie nie gewusst hatte, wie sie einen Menschen wie ihn anreden sollte- einen Menschen, der so viel gesehen, so viel erlitten hatte- ohne ihn zu beleidigen oder an Dinge zu erinnern, an die er nicht erinnert werden wollte. Dann hatte sie vielleicht seine stürmische Art in Erwägung gezogen.
Irgendwann hatten alle diese Gründe gepasst, und sie passten teilweise immer noch, aber dieser Stich, den sie erhalten hatte, als sie ihn mit dieser Rothaarigen interagieren gesehen hatte, hatte noch auf einen anderen möglichen Grund hingewiesen. Einen Grund, den sie eigentlich gar nicht wissen wollte.

Sie hatte seit dieser Kneipentour verstärkt versucht, sich von ihm fernzuhalten, um der Furcht vor ihm so wenig Stoff wie möglich zu geben und... zu verhindern, dass sich Tieferes entwickeln konnte, als ebendiese Furcht.
Sie war natürlich Harrys Einladungen weiter gefolgt, hatte aber stets vermieden, sich alleine mit Sirius in einem Raum aufzuhalten.
Es war außerdem äußerst schwierig, kurz angebunden und gleichzeitig höflich, freundlich zu sein, wenn er mit ihr sprach.
Sie würzte ihr Essen nicht mehr nach, wenn sie bei Harry war, zur gleichen Zeit wie er, bestellte in Restaurants und Pubs Dinge, die sie kannte, wenn er dabei war, ließ ihn zuerst aus der Tür ein- und austreten, machte einen höflichen Bogen um ihn im Flur und vermied es, etwas fallen zu lassen, in seiner Gegenwart, so gut es ging...

Beim nächsten Kneipenabend, den Harry plante, entschied sie sich, zu Hause zu bleiben, weil es ihr angeblich nicht gut ging.
Sie verbrachte die Stunden, die die anderen mit Trinken, in Ginnys Fall Tanzen und Baggern in Sirius´ Fall totschlugen vor dem magisch in Gang gesetzten Fernseher und schaute sich Mystery- und ScienceFiction- Serien an.

Beim nächsten Kneipenabend suchte sie sich die nächste Ausrede, nämlich dass sie ihre Eltern besuchen wollte, und beim übernächsten fiel ihr etwas anderes ein...
Bis Ginny sie an einem Freitag zur Seite nahm und fragte, was denn nicht in Ordnung sei, und ob Harry, Ron oder sie irgendetwas falsch gemacht hatten, weil sie sich allgemein so selten sehen ließ, dass Albus- Severus und James schon fragten, weshalb sie so selten kam. Die beiden Kinder liebten sie schließlich abgöttisch.

Hermine überlegte viel zu lange, bis Ginnys Augen bereits dunkler wurden- das pflegten sie immer zu tun, wenn die Freundin traurig war.
Sie kam sich vor, wie ein regelrechtes Miststück, als sie sah, was für eine Freundin sie gewesen sein musste, in letzter Zeit, aber ihr fiel auch nichts Besseres ein, als zu lügen: „Ich habe mir eben gedacht, dass ihr auch manchmal Zeit für eure Familie braucht, Ginny...“
„Ach, Hermine...“ seufzte Ginny und sah die andere Frau lange prüfend an, dann fuhr sie fort: „Hat das Ron jemals gestört? Er ist ja auch die ganze Zeit bei uns, und wir beschweren uns nicht.“
„Er ist wenigstens dein Bruder...“
„Das hat nichts mit der Sache zu tun. Von dem abgesehen ist Sirius...“ sie brach ab.
Ginny kannte Hermine lange und sie kannte sie gut. Gut genug, um die Veränderung in ihrem Blick auf der Stelle zu erkennen.
„Sirius... ist er etwa das Problem? Hattest du vielleicht... Streit mit ihm?“
„N... nein... wie kommst du darauf?“
„Lüg mich nicht an, Hermine Granger. Zwischen euch beiden stimmt doch etwas nicht. Habt ihr euch gestritten? Oder was ist sonst vorgefallen... wenn ich es mir recht überlege... bist du schon seit einer Weile komisch zu ihm...“
„Ach... es ist nichts... nur...“
„Hermine“, warnte Ginny und nahm sie sanft aber bestimmt bei den Schultern und runzelte ihre Stirn, „Wenn er irgendetwas gesagt oder getan hat, das dich verletzt hat, dann kannst du mir das sagen...“
„Er ist Harrys Pate!“ warf Hermine ein.
„Das ist unwichtig. Du weißt, dass du für Harry wie eine Schwester bist. Wenn etwas vorgefallen ist,  dann werde ich nicht zulassen, dass du dich von uns abkapselst, nur um die beiden nicht zu entzweien! Wir lieben dich und du gehörst zu unserer Familie!“
Hermine seufzte. Ihr gefiel nicht, in welche Richtung dieses Gespräch lief. Wenn sie vermeiden wollte, dass wegen ihrer... ängstlichen Schwärmerei, jetzt gestand sie es sich letztendlich ein, ein Streit entstand, für den Sirius weniger als nichts konnte.
„Nein... wir hatten keinen Streit, Ginny“, begann sie, „Sirius hat nichts falsch gemacht...“ Sie wollte aber nicht, dass irgendjemand von diesen äußerst seltsamen Gefühlen wusste, die sie sich selbst absolut nicht erklären konnte.
Ginny sah sie relativ ungläubig an.
„Was zum Geier ist es dann? Ich weiß, dass es etwas mit ihm zu tun hast. Ich kenne dich... Aber ich... werde dich jetzt nicht darauf ansprechen. Ich möchte aber, dass du zumindest auf einen Weiberabend mit mir, Luna, Padma und Fleur gehst. Weiberabend, hast du gehört? Wenn Fleur schon einmal da ist... Du hast keine Ausrede! Und sag nicht, dass du Kopfweh hast. Ich habe einen tollen Trank dagegen.“
Natürlich wusste Hermine nichts dagegen einzuwenden.
Sie atmete auf und nickte. Gut, dass Ginny „das Thema“ vorerst ruhen lassen würde...

Dummerweise hatten die „Weiber“ die Rechnung ohne den Wirt gemacht.
Bei der vierten Runde Feuerwhiskey, die Hermine auslassen durfte, weil sie beim Dartspiel- auch Zauberer kannten das - gewonnen hatte, öffnete sich plötzlich die Türe zum Tropfenden Kessel und Ron, Harry, überraschenderweise George, Bill und... Sirius stürmten herein.
Hermine ließ nach der Reihe die zwei Dartpfeile, die sie nach dem Schuss noch in der Hand hielt, fallen, während Ginny sie entschuldigend ansah ´- „Das hab´ ich wirklich nicht geplant, ehrlich!“ - und Padma die Augen verdrehte.
Fleur sah Hermine ein wenig überrascht an und Luna hob die Pfeile auf, die sie ihr vor die Nase hielt.
„Oh... danke...“ flüsterte Hermine und verschoss die beiden verbleibenden Pfeile, wobei kein einziger auch nur die Scheibe traf.
Nur der erste, den sie geschossen hatte, ragte aus der 20 heraus. Sie stöhnte.

Die Jungs setzten sich natürlich an den Tisch, an dem die Mädels es sich gemütlich gemacht hatten.
„Oh! ´ast du misch jetzt schon vermisst?“ fragte Fleur Bill ein wenig spöttisch, während Ron sich unverfroren zwischen Luna und Padma quetschte, was Padma mit dem nächsten Augenverdrehen quittierte. Harry küsste Ginny auf die Wange.
„Wir wollten erst später kommen, aber in den Drei Besen sind heute so viele Schüler unterwegs...“ erklärte er.
Hermine fühlte mehr, als sie es sah, dass Sirius sich direkt hinter sie setzte. Der Tisch war eigentlich für maximal sechs Personen groß genug, und da hatten natürlich nicht alle Platz. Sie tat so, als würde sie es nicht bemerken.
Sie überlegte sofort, wann es nicht mehr seltsam aussah, wenn sie sich verdrückte. Eine halbe Stunde? Oder eine Stunde? In einer Stunde war es 23:30. Dann konnte sie theoretisch schon müde genug sein, dass sie heimapparieren wollte, ohne dass es aussah, wie eine Ausrede.
Sie wollte sich heute nicht die Anbaggereien antun...
Unverschämt viele Mädchen und Frauen- eigentlich alle in der Kneipe- hatten natürlich sofort den Kopf nach den vier männlichen Berühmtheiten verdreht.
Im Augenwinkel konnte Hermine das deutlich sehen.
Ginny war es relativ egal, Harry war ein sehr, sehr treuer Ehemann, dafür legte Hermine die Hand ins Feuer. Gegen Fleur hatte sowieso keine Einzige hier drin keine Chance, daher würde Bill sicher sein. Ron genoss wie immer die weibliche Aufmerksamkeit, das sah man an seinem Blick, er war ja solo, und Sirius tat mit Sicherheit dasselbe, da war sie sicher, auch wenn sie es nicht sah.

„Ich glaube, dass wir mit unserem Spiel noch nicht fertig sind“, erklärte Ginny dann und ergriff die Dartpfeile, schließlich war sie an der Reihe.

Hermine traf natürlich beinahe nichts mehr, sie hatte nur Glück, dass sie vor der ganzen Eskapade so geistesgegenwärtig gewesen war, einen Trank einzunehmen, der den starken Alkohol verträglicher machte. Sie trank schließlich für gewöhnlich nicht besonders viel und sie hasste die Übelkeit und den Kater nach der Sauferei.
Um Punkt halb Zwölf, nachdem sie kaum noch etwas geredet hatte- also wirkte sogar die vorgetäuschte Müdigkeit einigermaßen glaubwürdig- stand sie mit etwas wackeligen Beinen auf und verkündete ihren Abgang.

„Ooch! Hermine! Gerade jetzt, wo es lustig wird!“ murrte George als Erster und Padma, Harry und Ron fielen gleich mit ein, aber Ginny, Luna und Fleur schienen zu verstehen.
„Kannst du auch apparieren?“ fragte Ginny sicherheitshalber, nicht auf das Protestgejammer der Männer und Padma hörend.
Hermine nickte. „Wird schon gehen.“
Sie hörte einen Stuhl hinter ihr sich verschieben.
„Ich bin auch müde“, erklärte Sirius und Hermine erstarrte, „Ich glaube, ich gehe besser auch...“
Er hatte heute keine einzige Frau betört, in ihrer Gegenwart.
„Was, du auch? Willst du jetzt den Spielverderber markieren, Black?“ maulte George, der offensichtlich deutlich über den Durst getrunken hatte, beleidigt.
„Ach, George. Ich bin einfach heute nicht so in Stimmung zum Feiern“, erklärte der Animagus, „Das nächste Mal bleibe ich wieder länger.“
Hermine verabschiedete sich währenddessen in Windeseile von den Freunden, versprach Ginny und Harry, morgen zum Essen zu kommen (und hoffte, dass sie das morgen wieder vergessen hatten), Bill und Fleur, dass sie sie bald besuchte und gab Luna, Padma und Ron ein Küsschen.
Dann tätschelte sie Sirius leicht den Arm zum Abschied und betete, dass er es nicht ordentlich genug mitbekam, um sie aufzuhalten, und begann sich einen Weg zwischen den Tischen und Stühlen zu bahnen.

Sie hörte ihn ziemlich schnell ihr nachrufen und tat zuerst so, als sei der Kneipenlärm zu laut, um ihn zu übertönen. Nachdem er aber schneller beim Durchdrängen war, als sie, erwischte er sie kurz vor dem Ausgang, und dann hatte sie keine Ausrede mehr, ihn überhört zu haben.

„Hermine! Jetzt warte doch mal. Es sieht ja fast so aus, als würdest du mir davonlaufen!“

Hah, wenn du wüsstest.
Was wollte er denn?

Sie drehte sich zu ihm um, während sie aber weiter nach draußen lief.

„Was gibt´s denn, Sirius?“
Er überlegte eine Weile und sah sie von oben bis unten an, dass sie sich beinahe nackt fühlte.
Wie hässlich einer wie er sie doch finden musste. Einer, der jede Frau in der ganzen Zaubererwelt haben konnte. Einer, der jeden Kneipenabend mit einem anderen perfekten Häschen nach Hause apparierte.
Sie betete, vor Scham nicht rot anzulaufen, unter diesem Blick.
Er trat ein Stück näher, und sie konnte es einfach nicht verhindern, zurückzuweichen, so peinlich und dämlich das auch war.

„Hermine, was ist los mit dir? Habe ich irgendetwas falsch gemacht?“ platzte er heraus.

Einige Gedanken schossen ihr durch den Kopf.
Ginny hatte geplaudert. Die konnte etwas erleben. Aber... nein... sie hatte sicher nicht geplaudert. Schließlich war Hermine lediglich eine Stunde von ihr getrennt gewesen, seitdem diese sie auf ihn angesprochen hatte. Sie konnte sich nicht vorstellen, dass die Freundin diese Zeit genützt hatte, um sich Sirius „vorzuknöpfen“.
Hatte sie sich etwa so auffällig verhalten? Hatte er etwas bemerkt, von selbst? – Nein. Kaum. Dazu hätte er sich ernsthaft mit ihr beschäftigen müssen. Und dazu hatte sie ihm erstens kaum Gelegenheit geboten, zweitens hatte er kein Interesse an grauen Büchermäusen. Nicht wenn er sich mit rothaarigen, brünetten, blonden, braunhaarigen und schwarzhaarigen 90- 60- 90- Schönheiten beschäftigen konnte...

Eifersucht. Das empfand sie. Kein Zweifel. Wie war es nur dazu gekommen? Wie zum Kuckuck hatte sich Furcht vor ihm in diese Mischung aus Schwärmerei und Angst verwandelt?

Sie musste jetzt weg. Sofort. Ausrede. Sie brauchte eine Ausrede. Wie immer. Was war nur aus der Gryffindor- Löwin geworden, die sie verkörpert hatte? Der, die sich Bellatrix Lestrange entgegengestellt hatte, fast ohne mit der Wimper zu zucken? Oder all den anderen Hindernissen getrotzt hatte?
Zu was war sie da reduziert worden, von nur einem Sirius Black, der noch nicht einmal böse war, nur ein Mann? Vor dem sie sich unlogischerweise seit sie ihn kannte, irgendwie ängstigte?

Zunächst musste sie eine Antwort geben. Nicht dumm dastehen und gucken, wie ein Fisch.

„Ähm... huh?!?“
Intelligent. Sehr intelligent.

„Habe ich etwas falsch gemacht, Kleines?“

„W... was? Wie- wieso denn? Habe ich... irgendetwas gesagt, das dich das denken lässt?“
Schon besser.

„Nun... ich habe das Gefühl, dass meine Anwesenheit dich vertreibt...“

Hermine gelang es, die Braue beinahe in Snape- Manier hochzuziehen.
„Das tut sie nicht...“

„Ich habe schon das Gefühl. Du scheinst immer dann zu gehen, wenn ich komme. Ich möchte n-..“

„Dann betrügt dich dein Gefühl“, fuhr sie ihm schärfer ins Wort, als sie eigentlich gewollt hatte, „Ich habe nur in letzter Zeit ziemlich viel Arbeit, und ich komme zu relativ wenig in meiner Freizeit, und ich schlafe auch nicht besonders viel, und daher möchte ich mich am Wochenende auch ausrasten.“

Er schien nicht besonders überzeugt von dem, das sie sagte, erwiderte aber nichts. Vielleicht war es ihm auch nicht wichtig genug, dachte sie.
Er nickte nur.

„Ich will nur nicht, dass du dich meinetwegen bei deinen Freunden rar machst.“
Er trat auf sie zu, schnell genug, dass sie nicht zurückweichen konnte, und gab ihr ein Küsschen auf die Wange.
„Gute Nacht, Hermine.“

Dann apparierte er sich weg.

Hermine starrte auf die Stelle, an der er gestanden hatte und griff mit der Hand an die Stelle, auf die er sie geküsst hatte.


Am nächsten Tag wurde sie von Ginny angefloht, wo sie blieb, als sie zu Mittag nicht am Grimmauldplatz No.12 erschien.

„Du schiebst deinen Hintern sofort hierher. So betrunken, dass ich dein Versprechen vergessen habe, war ich gestern auch nicht!“

Diese Einladung konnte Hermine nicht abschlagen, wenn sie sich nicht einen Heuler einfangen wollte.

Sirius war nicht da.
Wahrscheinlich war er noch direkt in eine andere Kneipe appariert, nachdem er sich von Hermine verabschiedet hatte, und schlief noch, mit irgendeiner vollbusigen Schönheit...

Ginny setzte sich neben sie auf die Couch, als Hermine gerade mit Albus- Severus auf dem Schoß James zusah, wie er ein Puzzle baute.
Der kleinere Junge schlief mit der Hand in Hermines Haar und dem Kopf auf ihrer Schulter.

„Ich sage es gleich: Sirius wird nachher noch vorbeischauen“, begann Ginny.
Hermine sah auf.
„Was hast du nun für ein Problem mit ihm? In der Kneipe bist du ihm schon wieder fortgelaufen. Du kannst mir nicht erzählen, dass du ihn nicht gehört hast, als er dir nachgerufen hat. Du bist nicht schwerhörig. Was ist mit euch los?“
Hermine verdrehte die Augen und seufzte geräuschvoll.
Was sollte sie sagen?
Die Wahrheit?
Sie wusste ja selbst nicht einmal so genau, was die Wahrheit war.
Ginny musterte sie mit zusammengekniffenen Augen.
„Hermine... Hermine... Hermine...“ murmelte sie, „Du wirst doch nicht... doch, das wirst du.“
Sie legte der Braunhaarigen den Arm um die Schulter.
„Warum bist du nicht zu mir gekommen? Vertraust du mir nicht mehr?“
Hermine sah sie einen Moment lang verblüfft an.
Wusste die jüngste Weasley- Tochter etwa mehr, als sie selbst?
Jedenfalls kannte sie sie anscheinend sehr gut.
Sie schwieg und ließ sich von Ginnys Eindruck auf die Situation überraschen.
„Du hast dich in ihn verknallt, gehe ich richtig in der Annahme?“

Hermine schüttelte den Kopf, als wolle sie es vor sich selbst leugnen.

„Er ist Harrys Pate. So etwas wie eine Vaterfigur“, erwiderte sie schwach, leugnete aber nicht den Verdacht ihres besten weiblichen Freundes. Das brachte sie nicht übers Herz.
„Aber nicht dein Pate.“
Hermine schüttelte den Kopf.
„Und wo liegt dann das Problem? Er ist technisch gesehen, seit er zurückgekommen ist, nur noch etwa elf Jahre älter als du. Sieh ihn an. Er hat, als er zurückgekommen ist, nicht älter ausgesehen, als zu dem Zeitpunkt, an dem er hinter den Torbogen gefallen ist, nicht wahr? Nicht einmal Harry sieht ihn wirklich als Vaterfigur an, eher als großen Bruder.“
Hermine war nicht sicher, ob Ginny ihn ihr jetzt einreden wollte, oder ihr einfach nur versichern wollte, dass sie nicht krank im Kopf war.
Sie entschied sich für die zweite Variante.
„Hast du dir schon mal überlegt, mit ihm zu reden?“
Also doch die erste.
Hermine brach in freudloses Gelächter aus.
„Und du willst auch nicht, in naher Zukunft“, stellte Ginny fest, „Was spricht dagegen?“
„Machst du Witze? Er ist der größte Weiberheld der magischen Welt. Er nimmt alles, das bei drei nicht auf den Bäumen ist, das ein prallgefülltes Dekolleté hat und groß ist. Da ist kein Platz für einen Bücherwurm mit mausbraunem Haar, das flach ist wie ein Brett...“
„Hermine... du willst mir nicht sagen, dass du unter Minderwertigkeitskomplexen leidest.“
„Das vielleicht nicht, aber ich bin kein Supermodel.“
„Was ist das, ein ´Supermodel´?“
„Naja... eine Playwizard- Schönheit...“
Jetzt lachte Ginny heiser auf.
„Nein, das bist du zum Glück nicht. Du musst dir nicht sämtliche Körperteile magisch aufbessern, um toll auszusehen, und du besitzt ein Gehirn, das groß genug ist, dass du es nicht nötig hast, dich vor sabbernden Kerlen zu präsentieren, um an Geld zu kommen“, pries die Freundin sie an.
„Aber für Sirius... zählen nun mal eher die...“
„Jaja, blabla. Ich habe nicht den Verdacht, dass das so ist. Schließlich ist er bis jetzt bei keiner dieser hohlköpfigen ´Schönheiten´ geblieben.“
„Klar, weil er bei keiner bleibt.“
„Er hatte auch lange Zeit einen großen Nachholbedarf. Stell dir vor, er hat seine Jugend in Askaban verbracht, und dann auch noch 8 Jahre in einem todähnlichen Zustand...“
„Ja, und das ist auch der Grund, dass aus uns nichts wird.“
„Es würde ihm nicht gefallen, wenn du ihm das sagst.“
„Es wird ihm völlig egal sein, wenn ich ihm das sage.“
„Ich wäre da nicht so sicher, Hermine. Ich wäre da nicht so sicher. Er ist fest davon überzeugt, dass du ihn nicht leiden kannst, und diesen Eindruck wird er beibehalten, wenn du dich so seltsam verhältst. Ich kann dich irgendwie auch verstehen, aber du solltest manchmal, manchmal wirklich ein wenig den Verstand ausschalten und ein wenig Risikobereitschaft zeigen. Sonst zieht das Leben an dir vorbei... Und viele Chancen... Oh, der Kamin. Wenn du wieder davonlaufen möchtest, dann solltest du das gleich tun.“

Hermine legte Albus- Severus sanft auf der Couch ab und sprang wie von der Tarantel gestochen auf.

„Mann, Hermine . Du bist wirklich ein hoffnungsloser Fall“, hörte sie Ginny hinter sich seufzen, „Was ist denn dabei, wenn du ihm jetzt begegnest. Es ist ja nicht so, dass er nicht weiß, dass du da bist.“
„Ich habe keine Lust...“

„Wozu hast du keine Lust, Kleines?“ wurde sie, ebenfalls von hinten, begrüßt und in den Arm genommen, ehe sie etwas dagegen unternehmen konnte.
„Hoffentlich nicht, hier zu bleiben.“

Wenn er Ginnys Worte auch noch gehört hatte, war alles aus.
Sie fühlte seinen warmen Atem im Nacken, als er sie von hinten umarmte und fest an sich drückte, bis er sie losließ, um Ginny und dem schlafenden Albus- Severus ein Küsschen auf die Backe zu geben und James, der ihn mit „Heyy, Siri!“ begrüßte, das Haar zu tätscheln.
Sie zitterte immer noch, als er sich wieder ihr zuwandte.

„Und? Bleibst du noch? Wenigstens ein bisschen? Dass ich mir nicht wieder vorkomme, als hätte ich dich vertrieben?“
Er grinste zwar, aber- bildete sie sich das ein, oder erreichte dieses Grinsen seine Augen nicht?

Da kam Harry zur Tür herein.
„Hallo, Sirius“, sagte er, leise genug, um seinen Sohn nicht zu wecken, „Du bist aber bald dran!“ und er strahlte übers ganze Gesicht.
Hermine schlug vor, den Kleinen ins Bett zu tragen, damit er nicht durch die Geräuschkulisse doch noch aufwachte und hob ihn in ihre Arme, wo er sofort wieder ihr Haar ergriff.
Albus- Severus hatte ihr Haar schon immer gerne gemocht.
„James, junger Mann, du wirst jetzt die losen Puzzleteile zurück in die Schachtel geben und dich von Hermine in den Zimmer hinaufbegleiten lassen. Es ist schon spät“, beschloss Ginny.
„Aber Mum...“ begann der hübsche Junge aufzubegehren und setzte einen Hundeblick auf.
„Nein. Komm schon, mein Schatz, keine Widerrede. Es ist jetzt schon halb Neun. Du willst doch nicht den halben morgigen Tag verschlafen.“
„Hmmm...“ murrte James, tat aber dann wie geheißen, während Hermine mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen und Albus- Severus immer noch in den Armen Sirius´ Blick vermeidend im Türstock stand.

Sie küsste zuerst Albus- Severus auf die Stirn, dann James auf die Backe.
„´Mine... bist du böse auf mich?“ fragte der ältere der beiden Brüder.
„WAAAS? Wieso sollte ich böse auf dich sein, Süßer?“
„Weil... weil du in letzter Zeit so selten gekommen bist...“
„Nein, James. Ich bin absolut nicht böse auf dich. Absolut nicht. Ich hatte ganz einfach sehr viel Arbeit zu erledigen, darum hatte ich nicht so viel Zeit, mein Schatz.“
„Ganoven...", er suchte nach dem Wort, "Verteidigen?“
„Genau.“
„Und kommst du jetzt wieder öfter?“
„... Ja.“
„Ich hab´ dich lieb, ´Mine.“
Ein strahlendes Lächeln stahl sich auf ihre Lippen.
„Ich hab dich auch sehr lieb, Süßer.“ Sie gab ihm einen zweiten Kuss auf die Wange. „Ich lass das Licht brennen“, kündigte sie an und streichelte über seinen Kopf, bevor sie mit einem gehauchten „Gute Nacht! Träum süß!“ aus dem Kinderzimmer verschwand.

„Wo warst du denn so lange, Hermine?“ fragte Ginny schmunzelnd, als diese sich dicht neben sie, weit weg von Sirius auf das Sofa setzte.
„Oh, euer Sohn hat mich mit seinem reizenden Charme ein wenig aufgehalten“, erklärte sie.
„Das muss er von dir haben, Sirius Black. Du bist kein guter Einfluss. Er wickelt jetzt schon die Damen um den Finger“, schalt Ginny noch breiter grinsend.
Sirius deutete mit dem Finger auf seine Brust, hob die Braue und versuchte, so unschuldig wie möglich auszusehen.
Hermine senkte den Blick.


Harry und Sirius hatten sich in die Küche zurückgezogen, um eine Tasse Tee zu trinken und vermutlich über die Arbeit zu quatschen, das machten sie meistens, während die Damen im Wohnzimmer sitzen blieben und Ginny strickte - das hatte sie eindeutig von ihrer Mum geerbt.
Auch sie sprachen über Hermines Arbeit. Zum Glück hatte Ginny nicht vor, das andere Thema wieder aufzuwärmen.

Nachdem Hermine die Toilette besucht hatte, hörte sie Stimmen aus der Küche.
„...und was ist mit deinem umwerfenden Charme?“ hörte sie Harry fragen, „Immer noch keine Wirkung?“
„Mann, siehst du das nicht? Sie ist immun dagegen.“
Sie sprachen also über ein Eroberungsinteresse von Sirius. Wahrscheinlich hatte der sich „endlich“ für eine dieser zahllosen Schönheiten entschieden, oder aber das erste Mal einen Korb kassiert, und war jetzt in seinem Stolz gekränkt.
Sie wollte gleich wieder gehen, aber ihre Beine spielten nicht mit.
„Sie ist immun dagegen, und sie hält mich für eine ansteckende Krankheit...“
„Quatsch. Das glaube ich einfach nicht.“
„Sie mag mich nicht. Da verknalle ich mich wahrscheinlich das allererste Mal richtig in eine Frau, und ausgerechnet die will so weit weg von mir sein, wie möglich.“
„Du hast immer noch nicht versucht, mit ihr zu reden. Vielleicht wärst du angenehm überrascht...“
„Wie denn, wenn sie immer wegläuft. Ich muss auf die Toilette. Entschuldige mich bitte.“

Hermines Herz klopfte bis zum Hals. Eilends verließ sie den Flur, bevor Sirius sie zu Gesicht bekam.
Jetzt war alles vorbei. Ehe es angefangen hatte. Aber es hätte ohnehin nie angefangen...
Sie verabschiedete sich von Ginny, sagte, dass sie jetzt nach Hause musste, weil sie kaum noch stehen konnte vor Müdigkeit, und wollte gerade auch zu Harry „Tschüs“ sagen, ehe Sirius ihr über den Weg lief, da machte letzterer gerade das.

„Du gehst...“ stellte er fest.
Hermine nickte.
„Wolltest du mir gar nicht Auf Wiedersehen sagen?“
„D... doch, ich wäre gerade in die Küche gegangen, um mich von euch zu verabschieden. Also, tschüs.“
Sie drehte sich auf dem Absatz, um Harry in der Küche zu suchen.
Sie sah und hörte nicht, wie Sirius ebenfalls nach seiner Kleidung suchte und sich seinerseits von Ginny verabschiedete.
Als Hermine Harry umarmte, sah sie nicht, wie dieser seinem Paten über ihre Schulter hinweg zuzwinkerte und das Wort „Endlich“ mit seinen Lippen formte.
Sie sah auch nicht, dass Sirius zur Seite für sie trat, damit sie ihm nicht hineinrannte, als sie die Küche verließ.

Sie betrat die Straße. Sie hasste Flohen, das war noch bei Weitem schlimmer, als Apparieren, daher bewegte sie sich stets auf diese Weise.
Als sie gerade den Zauberstab hob, hielt sie jemand am Unterarm fest.
Sie fuhr herum und erstarrte.

„Ich... dachte... du...", sie räusperte sich, "Ich dachte, du würdest noch ein wenig länger bleiben“, sagte sie.
„Warum?“ fragte Sirius schlicht.
„Naja... du warst nur eine Stunde dort...“
„Du bist ja auch gegangen.“
„Aber ich war den ganzen Tag dort.“
„Weißt du, warum ich hingekommen bin?“
Sie starrte ihn eine Weile an, nur nicht in die Augen.
„Nein. Vermutlich... um mit Harry zu reden...“
„Das vielleicht auch.“
Er hatte ihren Unterarm noch nicht losgelassen und Hermine zog unauffällig daran, um ihm zumindest unterbewusst zu signalisieren, dass er auslassen sollte.
Aber das tat er nicht. Im Gegenteil. Er zog sie zu sich.
„Was... was...willst-..“
„Dich.“
Hermine lachte noch freudloser, als zuvor. Es klang direkt schaurig, dass ihr selbst eine Gänsehaut über den Körper fuhr, dann versuchte sie, zurückzuweichen. Sie hatte Angst.
„Warum machst du das immer? Weglaufen. Hasst du mich? Oder hast du... Angst vor mir?“
Ehe sie sich versah, hatte sie bereits ein „Ja“ gehaucht.
Ihr Mund fuhr fort, ehe er wegen dieser Aussage auch nur erstaunt sein konnte: „Du willst nicht mich, du willst dir nur sicher sein, dass dein Charme nicht eingerostet ist.“
„Wie bitte?“
„Du... du hast schon richtig gehört... Ich weiß ja, dass ich absolut nicht dein Typ bin...“
„Wie blind kannst du denn sein?“
Er zog sie noch näher an sich, sie fühlte die Wärme seines Körpers.
„Ich dachte, du seiest so klug...“ flüsterte er, „Du zitterst. Du fürchtest dich wirklich vor mir... Warum? Warum? Ich könnte dir doch nie wehtun...“
„Das tust du aber...“
„Und du?“
Sie spürte das Ziehen im Nabel, das ein Apparieren ankündigte. Sie wollte sich noch rechtzeitig frei machen, aber er ließ sie nicht.

In seiner Wohnung, die sie nur beim Einrichten gesehen hatte (natürlich hatte auch sie ihm dabei geholfen) presste er sie an die Wand.
Nicht fest genug, um ihr Schmerzen zu bereiten, aber fest genug, um sie genau dort zu halten, wo sie war.
Er hielt ihre Hände über dem Kopf gefangen.

„Sag mir, dass du mich nicht willst, sag es ehrlich, und ich lasse dich sofort gehen. Sag mir, dass du mich hasst, und ich werde dich nie wieder belästigen...“
Jetzt sah sie in seine Augen.
Sie fand es nicht in sich, als sie diese Ozeanaugen sah, ihn anzulügen und es zu leugnen.
„Nein... flüsterte sie, „Ich bin nicht diejenige, die nicht will... Aber... nicht so...“
Er küsste ihren Hals.
„Nicht so ... Wovor hast du Angst? Wovor? Sag es mir!“
„Vor... vor deiner Vergangenheit... vor der Jugend, die du verpasst hast... vor den Weibern...“
Seine freie Hand fasste in ihren Mantel und unter ihren Pullover und ihr T-Shirt.
„Ich bin nicht hübsch wie sie...“
Er biss sie in den Hals. Fest genug, um beinahe wehzutun.
„Schwachsinn.“
„Du wirst nie aufhören, auch sie anzuschauen ...“
„Nur wenn du mich nicht ansiehst.“
„Ich weiß nicht, was ich sagen darf, dass ich dich nicht an deine Vergangenheit erinnere...“
Er öffnete die Knöpfe ihrer Jeans.
„Alles ... du darfst alles sagen...“ hauchte er.
Er ließ ihre Hände los und sie vergruben sich in seinem langen, dunklen Haar.
Er drückte sich an sie, und sie fühlte seine Erregung, zu der sie ihn gebracht hatte.
Er hob sie auf und schlang ihre Beine um seine Taille, um sie ins Schlafzimmer zu tragen.
Da wollte sie ihm plötzlich beweisen, dass sie nicht nur der Bücherwurm, das Mauerblümchen war. Dass sie alles genauso gut konnte, wie die Betthäschen, die er bis jetzt mit hierher genommen hatte, nur viele Dinge einfach noch besser.
Mit einem Schlenker ihres Zauberstabs machte sie seinen Körper frei, der perfekt war, perfekt, schon das bekam eine dieser dummen Trinen nicht hin, ohne sich selbst dabei zu verletzen, und drückte ihn nieder, sobald er sie zu Boden gleiten ließ. Er versuchte, sie an sich zu ziehen, aber sie drückte seine Hände weg.
"Halt still", zischte sie.
Er sah sie überrascht an, aber seine Augen schlossen sich, als sie begann, mit der Zunge jeden Zentimeter seines –perfekten- Körpers zu erkunden. Ihre Angst vor ihm war nicht komplett verschwunden, aber die magischen Fesseln halfen.
Wenn das hier nur eine einmalige Nacht war- davon war sie fest überzeugt- dann wollte sie diese ihm unvergesslich machen. Jedes Mal sollte er ihr Gesicht sehen, wenn er über einer dieser Tussis lag.
Sie knabberte sanft an seiner hellen, reinen Haut, bis er seufzte, ihre Hände wanderten über seinen kräftigen, haarlosen Brustkorb und strichen über seine Brustwarzen. Sie tauchte mit der Zunge in seinen Bauchnabel ein.
Ihre Hände glitten tiefer, bis eine davon seine Erektion erfasste. Sie bewegte ihre Hand vorerst nicht, ließ aber ihre Zunge tiefer gehen, unter ihre Hand, und nahm sein Fleisch in den Mund auf. Dann begann ihre Hand sich auf und ab zu bewegen.
Ihn schauderte, er begann zu zittern und ein heiseres Stöhnen entwich seinem Mund.
Er versuchte alles, um sich nicht ihr entgegen zu biegen.
Ihr Mund ließ kurz ab von ihm, er starrte sie an und sah, wie sie einen ihrer Finger befeuchtete.
Mit diesem Finger drang sie sanft in ihn ein, während ihr Mund sich wieder auf ihn herabsenkte.

Er schrie beinahe auf vor Verlangen.

Noch nie hatte eine Frau so etwas mit ihm gemacht. Wo hatte sie das her? Es fiel ihm unendlich schwer, sich nicht zu bewegen, aber er fürchtete, dass sie davonlief, falls er es tat.

Sie streichelte ihn, leckte ihn, reizte ihn, bis er nicht mehr konnte, für seine Verhältnisse ungewöhnlich laut aufstöhnte und sich zitternd und bebend in ihren Mund ergoss.
Sie zog sich von ihm zurück und sah auf.
Er war so... schön. So wunderschön, mit seinen leicht geröteten Wangen, den glasigen, graublauen Augen, die er gerade öffnete, deren Blick unfokussiert schien- wegen ihr- und den perfekt geformten, leicht geöffneten Lippen.
Sein Blick wirkte so ... erstaunt.
Das brachte ein Grinsen auf ihr Gesicht.

Sie entfernte ihr eigenes Gewand und legte sich mit dem ganzen Körper auf ihn.
Er wollte sie so offensichtlich berühren, dass es ihn schmerzen musste, aber sie war noch nicht soweit. Sie wollte ihn am Liebsten ihre eigene fehlerhafte Gestalt gar nicht sehen lassen.
Daher schloss sie schnell seine Lippen mit ihrem Mund und ließ ihn sich selbst an ihr schmecken.
Sie neckte ihn mit ihrer Zunge, entzog sich seinem Mund immer wieder, bis sie dann doch Erbarmen hatte und ihn leidenschaftlich küsste. Er seufzte leise auf und erwiderte den Kuss mit ebensoviel, wenn nicht mehr Leidenschaft.
Sie fühlte, dass er wieder bereit wurde und strich über sein Haar, seine Brust und seine Seiten, während sie sich an die richtige Stelle brachte.

Noch nie war er nach so kurzer Zeit schon wieder so erregt gewesen, wie jetzt. Noch nie nur wegen eines einzigen Kusses.

Sie senkte sich auf ihn herab und begrub ihn tief in sich. Diesmal seufzten beide auf, sie wegen leichter Schmerzen - seine Größe wirkte leider noch ein wenig eindrucksvoller in ihr - und er wegen des überwältigenden Gefühls, sie um sich herum zu spüren.
Sie wartete wenige Minuten, bis sie sich an ihn gewöhnte und quälte ihn damit, dann begann sie, sich zuerst langsam, dann stetig schneller auf ihm zu bewegen. Eine ihrer Hände griff nach hinten, um ihn zu streicheln, die andere Hand griff zwischen ihre eigenen Beine, um sich selbst zusätzlich zu stimulieren. Sie spannte ihre inneren Muskeln an, um ihn zu massieren und er verdrehte und schloss dann die Augen und keuchte. Sie stockte kurz.
„Bitte ... mach weiter ... Hör´ bloß nicht auf ...“, bat er.
Sie beugte sich zu ihm hinunter, während sie ihr Becken gegen seines stieß, ihre Hände hörten keine Sekunde mit der „Arbeit“ auf, und küsste seinen Hals, sein Genick, seinen Mund.
Er biss sie in die Lippe, als sich ihre Muskeln von selbst zusammenzuziehen begannen und sie anfing, über ihm zu zittern, wie Espenlaub.
Sie seufzte leise auf und stützte sich an seinen Schultern ab, während ihr Höhepunkt sie überrollte und damit seinen heraufbeschwor.
Er biss sie in die Schulter, um den Schrei zu unterdrücken und sein Körper entspannte sich dann völlig unter ihr.

Ihm war schwarz vor den Augen. Er war der Ohnmacht nahe.

Sie brach über ihm zusammen und er verstand dies als Erlaubnis, sie endlich zu berühren.
Seine Arme schlangen sich schwach um sie.

„Hermine...“ flüsterte er, „Hermine... Was hast du mit mir gemacht?“

Sie sah ihn an, wusste nicht wirklich, was er meinte. Meinte er das gerade eben, oder etwas anderes?

Er zog sie unter sich, drückte sie fest in die Kissen, hielt ihr mit einer Hand ihre beiden über dem Kopf fest, und sein Mund gab ihr alles zurück, das ihrer ihm geschenkt hatte. Seine Zunge streichelte, neckte und reizte sie, bis sie sich von seiner Hand losriss, um die Krallen in die Bettwäsche zu versenken und ebenso laut stöhnte, wie er zuvor.

Er sah sie lange, lange Zeit einfach nur an, bis er sich über sie beugte und ihren Körper mit seinem zudeckte.
„Du bist so... schön, Kleines. So wunderschön...“ Er sprach damit aus, was sie sich zuvor von ihm gedacht hatte.
Er zog sie in seine Arme und deckte sie beide zu.
Ihr Kopf kam über dem Tatoo zu liegen, das ihm in Askaban aufgezwungen worden war. Sie lauschte seinem Herzschlag, während er über ihr Haar strich.

„Und, hast du immer noch Angst?“ fragte er sanft.
„Ja“, erklärte Hermine leise.
„Das macht mir nichts aus“, sagte Sirius und sie spürte das Lächeln in seiner Stimme, „Ich werde dich trotzdem nicht gehen lassen.“

Und dann fielen ihr endlich diese flüchtigen Berührungen ein, die Gespräche mit ihm, seine Blicke auf ihr... auch wenn er sich gerade von einer anderen Frau anbaggern hatte lassen... oder wie lustlos er letzteres hatte geschehen lassen...
Seine Anwesenheit wo auch immer sie war, selbst im Ministerium war sie ihm ständig über den Weg gerannt, obwohl er in einer ganz anderen Abteilung arbeitete... selbst in letzter Zeit noch, in der sie so stark versucht hatte, ihn zu meiden...

„Das will ich auch nicht“, flüsterte sie und drückte ihn an sich.
Sie sahen einander in die Augen. Sie sah ihm in die Augen, die sie so lange vermieden hatte, und seine Hand legte sich auf ihre Wange. Ihre Hand legte sich auf seine Wange.
„Gib uns eine Chance“, flüsterte er zurück.
Sie nickte.

                                                          Ende
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