Es stinkt in Lazy Town!

GeschichteHumor / P6
03.12.2007
03.12.2007
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Es war noch eine Woche bis Weihnachten. Die ganze Stadt war schneebedeckt und schon den ganzen Vormittag waren die Kinder damit beschäftigt, Schneemänner zu bauen oder eine Schneeballschlacht zu veranstalten. Niemand war faul in Lazy Town. Nicht, wenn es so herrlich geschneit hatte und erst recht nicht, wenn die Festtage vor der Tür standen. Es gab noch soviel zu tun!

Das galt sogar für Freddie Faulig. Selbst er war nicht faul gewesen, er hatte nämlich gerade ein ganz besonderes Geschenk gebastelt und konnte sich nicht recht entscheiden, ob er einer gewissen Person schon jetzt oder erst an Weihnachten eine „Freude“ machen sollte. „Es ist noch so lange hin bis Heiligabend“, dachte Freddie laut. „Aber wenn ich es jetzt verschenke, wer weiß ob er es sofort aufmacht? Er wird bestimmt bis Weihnachten warten wollen. Da brauche ich mich mit dem Verschenken auch nicht zu beeilen.“ Freddie kratzte sich am Kopf und blickte auf das liebevoll verschnürte Päckchen. „Es wäre natürlich ideal, wenn er es sofort öffnet, dann kann er Weihnachten nicht mit seinen Freunden zusammen sein, im Gegenteil! Sie würden ihn fortjagen! Ach, ich werde ihn schon irgendwie dazu überreden. Hm, es würde nichts schaden, wenn ich die Wirkung verstärke....sicher ist sicher...“

Freddie öffnete nochmals das Päckchen und hob vorsichtig eine violette Weihnachtskugel heraus. Er setzte sie behutsam auf den Tisch, schraubte den Verschluss auf und nahm ein kleines Fläschchen zur Hand. „Sieben Tropfen, für jeden Tag bis Weihnachten einen....oder nein! Warum nicht den ganzen Inhalt auf einmal? Bald wird aus dem Superhelden Sportacus ein Superstinker und er muss Lazy Town verlassen, FÜR IMMER!“
Er goss den Inhalt in die Kugel und verschloss und verpackte sie wieder sorgfältig. Dann suchte er nach einem passenden Kostüm. Freddie besah sich die Verkleidungsröhren. Sollte er vielleicht als alte Frau gehen? Er musste sich vorstellen, wie er als altes Muttchen vor dem Superhelden stehen  und ihm das Geschenk vor die Nase halten würde. „Ich habe etwas schönes für Sie gestrickt, damit Sie nicht so frieren!“, würde er mit verstellter und zitternder Stimme zu ihm sagen. Aber irgendwie war Freddie noch nicht zufrieden und ging einen Schritt weiter. Sollte er sich stattdessen als junge, hübsche Frau verkleiden? „Hach Sportacus, ich habe Sie immer bewundert!“, würde er vielleicht sagen, um ihn zu beeindrucken. „Nehmen Sie dieses Geschenk von mir, als Zeichen meiner....OH GOTT NEIN, NIE UND NIMMER!“ Freddie schüttelte sich. Schnell schritt er zum nächsten Kostüm: Ein kleines blondes Mädchen mit langen Zöpfen wäre eventuell genau die richtige Verkleidung! Nur wenige Sekunden darauf steckte er schon in dem Kostüm und nahm sein Päckchen an sich. „Das wird für Sportacus ein unvergessliches Fest! Ach was sage ich: FÜR JEDEN WIRD ES UNVERGESSLICH WERDEN!“

Sportacus und die anderen ahnten nicht, was ihnen blühen sollte. Der Superheld von Lazytown hatte gerade beobachtet, wie Ziggy versuchte, einen riesigen Schneemann zu bauen. Und wenn Ziggy „riesig“ meinte, dann sollte er auch riesig werden! „Alle Achtung! Das sieht schon beeindruckend aus!“, gab Sportacus zu und deutete auf die sehr große Schneekugel, die schon fast halb so groß war wie Ziggy selbst. „Hast du das alleine geschafft?“
„Ja, hab ich! Das wird ein gigantischer Schneemann werden, du wirst sehen!“
Stephanie kam hinzu und auch sie bewunderte Ziggy's angefangenes Werk, aber sie konnte nicht lange verweilen, denn  es war längst Zeit für das Mittagessen. „Du solltest dich auch auf den Weg machen, Ziggy“, meinte Sportacus. „Es wäre besser, wenn du Pause machst und dich aufwärmst. Danach hast du noch genug Zeit für deinen gigantischen Schneemann.“ Da hatte Sportacus natürlich recht und der Kleine bat den Helden, in der Zeit auf die Schneekugel aufzupassen. Er versprach es und sah dem Jungen hinterher, der es nicht erwarten konnte etwas warmes in den Magen zu bekommen. Kaum war er verschwunden, vernahm der Held eine helle Stimme.

„Sportacus?“  Der Superheld sah sich verwundert um, konnte aber niemanden entdecken.
„Huhu, hallo! Hier bin ich!“ Hinter einem Baum lugte eine kleine schüchterne Person hervor.  Obwohl das Gesicht fast vollkommen von Schal und Mütze verdeckt war, konnte man erkennen, dass es sich um ein Mädchen handeln musste: Unter der dunkelroten Wollmütze baumelten deutlich zwei lange und goldblonde Zöpfe, die ihr fast bis zum Ellenbogen gingen. Sportacus lächelte sie freundlich an. „Hallo! Wer bist du denn?“
„Ich bin...äh....Fre....Frie....Friedel.“
„Das ist ein sehr schöner Name, wirklich.“
„Was besseres ist mir gerade nicht eingefallen. Ich meinte, was besseres ist meinen Eltern nicht eingefallen.“
„Mir gefällt er sehr gut. Möchtest du  herkommen und etwas mit mir bauen?“
„Nein, ich....möchte dir etwas geben.“ Sportacus kam näher heran.
„Tatsächlich? Was denn?“ Das Kind streckte Sportacus das Päckchen hin. „Da, bitte!“
Der Held war gerührt. „Ein Geschenk? Danke, das ist wirklich sehr nett von dir! Ein Weihnachtsgeschenk also? Dann darf ich es nur an Weihnachten öffnen? Das wird nicht einfach werden, so lange zu warten. Aber so habe ich schon mal jede Menge Vorfreude!“
„Och, warum machst du es denn nicht schon jetzt auf?“
„Darf ich denn?“
„Du musst es sogar!“

Sportacus verstand, dass das Mädchen nicht solange warten und die Freude mit ihm teilen wollte. Und wenn der Superheld ganz ehrlich war, konnte er es selbst kaum erwarten. Er löste die Schleife und war gerade dabei, den Deckel anzuheben, als.... „Meine Mami ruft, ich muss nach Hause!“ Schon war Friedel mit wehenden Zöpfen davongelaufen und irgendwo hinter den Bäumen verschwunden. „Was...aber...he! Warte doch kurz, ich wollte gerade...“ Sportacus blickte ein wenig verwundert drein. Er konnte nicht ahnen, dass sie nicht vollkommen verschwunden war, sondern nur jede Menge Sicherheitsabstand genommen hatte. Der Held lenkte seinen Blicke wieder auf sein Geschenk und wollte zum zweiten Male den Deckel heben, als ihn plötzlich der Hunger überkam. Das Mittagessen war schon lange überfällig. „Erst was essen, danach kommt alles andere und Ziggy's Schneeball kann ich auch vom Luftschiff aus im Auge behalten.“ Sportacus sprang davon und kletterte die Strickleiter hinauf. Friedel hatte sich hinter einer schneebedeckten Mauer versteckt und warf wütend ihre Mütze – samt blonder Zöpfe – in den Schnee. „So ein Mist! Warum läuft er denn jetzt weg?!“ Freddie baute sich zur vollen Größe auf. „Jetzt kann ich doch noch eine Woche warten, oder wie? Sein Gesicht hätte ich so gerne gesehen – mannomannonmann!“ Er nahm seine Mütze und die Perücke und setzte sich auf eine Bank, immer noch in der Hoffnung, dass gleich etwas geschehen würde.

Stephanie hatte sich mit dem Mittagessen beeilt, weil sie auch noch einen Schneemann bauen wollte. Sie lief hinaus und suchte sich ein geeignetes Fleckchen, um Ziggy nicht in die Quere zu kommen. Er brauchte selbst genug Material für seinen Schneemann – Riesen.
„Hi Pinkie! Hast du ein paar Karotten über?“, rief Trixie und kam auf ihre Freundin zu, mit ihr Pixel und Meini. „Ihr seid auch wieder hier? Nein tut mir leid, ich habe gar keine Karotten. Aber Sportacus wird welche haben.“
„Ich hoffe, er hat ein paar besonders schöne, denn nur die sind gerade gut genug für MEINEN Schneeman.“, sagte Meini. „Machen wir uns also auf den Weg zum Luftschiff.“
Sportacus hatte gerade eine Banane zu sich genommen, hatte aber die ganze Zeit das Päckchen nicht aus den Augen gelassen. „Jetzt werde ich mal schauen, was mir Fridel geschenkt hat“, sagte er und rieb sich voller Vorfreude die Hände. Er öffnete vorsichtig den Deckel, sah hinein und nahm mit einer Hand die Kugel heraus. Er drehte sie voller Verwunderung hin und her. Es gluckste im Inneren. Da muss etwas drin sein, dachte Sportacus und versuchte den Verschluss zu öffnen, aber da drangen schon zarte Rauchschwaden heraus und dann...ZIIIIIIIIIISSSCCHHHH!!! BUUUUUUUUFFFFFF!!!

Er ließ die Kugel fallen. Eine gigantische lila Rauchwolke war alles, was der Superheld zu Gesicht bekam. Der Rauch war so dicht, dass er nicht mal die Hand vor Augen sah, aber das war bei weitem nicht das Schlimmste. „MEIN GOTT, WIE DAS STINKT! ICH MUSS ZUM AUSGANG, ABER SOFORT!“ Sportacus hielt sich die Nase zu und taumelte vorwärts. Er tastete sich voran und fand endlich die Tür, die er sofort öffnete. Der zähe Rauch waberte hinaus ins Freie, begleitet von einem Grollen, als ob ein Gewitter heranziehen würde. Das Grollen kam aus der Kugel, die unversehrt geblieben war und dazu zischte und brodelte sie unaufhörlich. „Du lieber Himmel, was ist denn DAS?! Seht mal!“ Meini starrte zum Luftschiff hinauf. Trixie und Pixel erschraken. Stephanie, die gerade ihren ersten Schneeball formen wollte, hörte das Grollen und sah sich suchend um, bis sie das Schiff und die dunklen Wolken sah. „OH NEIN! SPORTACUS!“ Sie lief sofort los. Meinhard sah verwundert aus dem Küchenfenster. „Was ist denn passiert, Stephanie? Wo bist du denn? Ach Gottchen, ach Gottchen!“ Jetzt sah er auch zum Himmel und erschrak fürchterlich.

Der Einzige der sich darüber freuen konnte, war Freddie Faulig. Er wusste genau was das bedeutete und sprang vor Glück in die Höhe. In der Zwischenzeit hangelte sich Sportacus mit Müh und Not von der Strickleiter, denn er war der Ohnmacht nahe. Die letzten zwei Sprossen schaffte er aber nicht mehr und ließ sich in den Schnee fallen. Stephanie war als erste bei ihm und nahm ihn an den Händen. „Sportacus, steh' auf! Bitte!“ Sie versuchte ihn hochzuziehen und ihre Freunde halfen ihr. Die Rauchwolken über ihnen schwebten langsam zur Erde hinunter.
„Was ist das, das riecht übel....richtig übel....“ Trixie hielt sich fest die Nase zu. „ÜBEL? Das ist fies, schnell weg von hier!“, rief Pixel ihr zu.  Die Kinder versuchten ein weiteres Mal den Helden aufzurichten und es klappte. Sportacus war aus seiner Ohnmacht erwacht, aber noch so benommen, dass Stephanie und Pixel ihre ganze Kraft zusammen nehmen und ihn stützen mussten. Die Kinder schleppten sich mit Sportacus zum Haus des Bürgermeisters. Als Meinhard die Gruppe erblickte, rannte er hinaus und bot seine Hilfe an, denn die Kinder hatten schon so gut wie keine Kraft mehr. Er schleppte Sportacus  ins Wohnzimmer und legte ihn auf das Sofa. Die Kleidung und das Gesicht des Superhelden war zum Teil mit violetter Farbe beschmiert und der Sofabezug bekam auch etwas ab, aber das war jetzt natürlich nebensächlich. „Ach Gottchen, der arme Kerl! Macht mal bitte alle Fenster auf, hier riecht es etwas....streng!“

Die Kinder taten wie befohlen. Jetzt kam auch Ziggy hereingestürmt und er war vollkommen außer sich. „BEI SPORTACUS BRENNT ES! WIR MÜSSEN IHN RETTEN!“
„Wir haben ihn schon gerettet, keine Sorge!“, beruhigte ihn Stephanie. „Er ist hier bei uns!“ Ziggy war erst erleichtert und lief zu seinem Helden, aber dann überfiel ihn ein neuer Schreck. „Er sieht überhaupt nicht gut aus! Sportacus...?“
„Alles in Ordnung, mir ist nur ein wenig schlecht...aber das gibt sich gleich wieder.“
Ziggy musste sich die Nase zuhalten. „Ich kann verstehen, dass dir schlecht ist....was riecht denn hier so komisch? Verbrennt hier gerade ein Kuchen im Ofen oder haben Sie vergessen, den Müll rauszutragen, Herr Bürgermeister?“ Pixel stand vor der Haustür und analysierte das qualmende Luftschiff mit seinem Laptop. „Das ist kein Feuer, soviel ist sicher! Ich frage mich nur, warum der Rauch so eine seltsame Farbe hat? Und es hört auch überhaupt nicht mehr auf, im Gegenteil!“

Das hatte auch Freddie bemerkt und ihn überkam ein ungutes Gefühl. „Ich hätte doch nicht soviel von der Essenz hineingeben dürfen. Das war wohl zuviel des Guten...äh des Bösen. Wie auch immer, in paar Minuten wird es schon aufhören.“ Aber es hörte nicht auf und weil das Luftschiff leider Gottes über Lazy Town schwebte, fing der Qualm langsam aber sicher an, sich über das Städtchen zu verteilen. Und mit ihm der entsetzliche Gestank! Die Kinder standen ängstlich und ratlos vor den Fenstern während der Bürgermeister dem armen Sportacus das Gesicht säuberte und ihm einen kalten Lappen auf die Stirn legte. Aber das ging nur mit Überwindung. Dem  Bürgermeister wurde schon selbst ganz elend zumute. Er bat die Kinder, schnellstens alles wieder zu verschließen. Jetzt trat er selbst zum Fenster um sich einen Überblick zu verschaffen.
„Das ist schrecklich! Ich muss sofort raus und den Notstand ausrufen, die Bürger müssen gewarnt werden!“
„Wenigstens ist der Qualm nicht giftig, das habe ich rausgefunden“, meldete Pixel. „Es scheint mir sowas wie eine gigantische STINKBOMBE zu sein!“
„Wenn es HIER schon wie auf einer Müllhalde riecht“, sagte Meini, „und das ist noch milde ausgedrückt – wie schlimm stinkt es erst da draußen?!“
„Tausendmal schlimmer! Wollen Sie wirklich gehen, Herr Bürgermeister?“
„Pixel, ich MUSS! Das ist meine Pflicht! Ich werde mich beeilen, und ihr haltet Fenster und Türen verschlossen,“ sprach Meinhard und war auch schon kurz darauf nach draußen verschwunden.

Ziggy ging zu seinem Superhelden. Mund und Nase verbarg der Junge hinter seinem Schal, damit der Gestank nicht so schnell zu ihm durchdringen konnte. Sportacus war für einige Minuten eingedöst und kam jetzt wieder langsam zu sich. „Ist dir wieder gut?“, fragte Ziggy mitfühlend.
„Nein“, gab sein Freund schwach zur Antwort und hob ein wenig den Kopf. „Kann jemand das Fenster öffnen?“
„Tut mir leid, das geht nicht“, sagte Stephanie und sah Sportacus traurig an. „Da draußen riecht es noch viel ekliger als hier.“ Der Kopf des sonst so starken Helden sank auf das Kissen zurück. Ziggy wurde darauf noch ängstlicher und Pixel sah den Helden mitleidig an. „Wenn uns schon so schlecht ist, wie muss es erst Sportacus gehen? Er war mittendrin in der Stinkbombe, als sie hochging!“
„Das wird wohl erklären, warum es hier immer schlimmer riecht, obwohl alle Fenster zu sind! Mir wird schon ganz schwindelig!“ Meini setzte sich in den Sessel. Ziggy sah seinen Freund fragend an. „Was erklärt es? Was meinst du damit?“
Meini dämpfte seine Stimme, damit der Held ihn nicht hörte. „Ähm...naja, wie Pixel bereits sagte, er war mittendrin in dieser fürchterlichen Wolke und hat etwas davon abgekriegt. Jetzt riecht er genauso danach.“ Der Kleine sah ihn entrüstet an. „Du willst doch nicht etwa damit sagen – das Sportacus stinkt?!“
„Pscht, nicht so laut! Das meine ich doch gar nicht böse! Das ist nur eine Feststellung! Und wir müssen dagegen etwas tun und Sportacus und uns helfen. Haben wir keinen Ventilator?“
„Das bringt auch nicht viel“, seufzte Pixel.
„Vielleicht doch, wir machen ihn an und die Wolken verziehen sich in das hinterste Zimmer!“
Stephanie zuckte mit den Schultern. „Keine Ahnung ob es klappt, aber einen Versuch ist es wert.“
Schnell durchsuchten sie und Trixie das ganze Haus von oben bis unten und stellten jedes Gerät, ob klein oder groß, im Wohnzimmer auf. Der größte stand aber neben Sportacus.
„Nimm's mir nicht übel, okay?“, sagte Trixie, die das Gerät in seine Richtung drehte.
„Ist schon gut, Trixie“, sagte er und lächelte schwach. „Ich kann's verstehen, mir wird selbst schlecht davon und es wird einfach nicht besser. Ich habe solche Kopfschmerzen...“
Der Bürgermeister kam soeben zurück. Mit einem Taschentuch vor Mund und Nase betrat er den Raum und schloss schnell die Tür hinter sich. „Nirgendwo kann man durchatmen, weder draußen noch hier....oh, gute Idee“, meinte er, als er die Ventilatoren entdeckte. „Nur solltet ihr aufpassen, dass Sportacus sich nicht verkühlt. Ich würde den großen Ventilator weiter von ihm weg stellen.“

„Ich fürchte, dass können wir nicht“, sagte Stephanie und brachte dem kranken Superhelden eine warme Decke. „Das ist nämlich so, Onkel...“ Doch weiter kam sie nicht, weil plötzlich die Tür aufging und Freddie Faulig hereinstürmte. „Es ist was faul im Lazy Town! Aber ganz gewaltig!“
„Na, das sagt der Richtige!“
„Dich hat keiner gefragt, Kleini!“
„MEINI!“
„Wie auch immer! So sehr ich auch verabscheue hier zu sein, aber ich hab's nicht mehr bis nach Hause geschafft, der Gestank ist entsetzlich! Aber hier ist es auch nicht besser, wie?“ Sein Blick fiel auf den benommenen Sportacus. „OH NEIN, AUSGERECHNET DER STINKER HÖCHSTPERSÖNLICH! BLOß WEG HIER!“ Er hielt sich die Nase zu und lief nach draußen, kam aber nach wenigen Sekunden wieder. „Ich kann einfach nicht raus, das geht nicht! Es brennt sogar in den Augen! Aber hier drinnen ist es fast genauso schlimm! Dafür gibt es jedoch eine Lösung!“
„Wirklich?!“, riefen Meinhard und die Kinder wie aus einem Mund.
„Ja, wir setzen Sportastinker vor die Tür! Dann können wir wenigstens etwas durchatmen!“
„Du bist gemein!“, rief Ziggy.
„Das geht doch nicht!“, riefen die anderen.
„Wir haben keine andere Wahl“, meinte Freddie, „sonst ersticken wir am Ende vielleicht noch. Also raus mit ihm!“ Stephanie sah Freddie skeptisch an. „Warum ausgerechnet Sportacus?“
„Wa – warum denn nicht?“, antwortete ihr Gegenüber unsicher.
„Ich denke, du weiß was mit ihm geschehen ist und hast selbst Schuld daran!“
„Das ist mal wieder typisch!“, regte sich Freddie auf. „Wenn in Lazy Town was passiert, dann war  ICH es und kein anderer!“
„So war das bis jetzt auch immer“, pflichtete Meinhard bei.
„Und wenn ihr mir diesmal Unrecht tut? Wenn ich mich sogar gebessert hätte?“
„Das wäre natürlich wunderbar und du könntest es beweisen, in dem du Sportacus in Ruhe lässt“, sagte der Bürgermeister.
„ABER DAS GEHT NICHT, ER MUSS HIER WEG!!!“
„Schrei hier nicht so herum! Allein schon wegen Sportacus, es geht ihm wirklich sehr schlecht.“ Der Bürgermeister trat besorgt an den Kranken heran, auch wenn es ihm nicht leicht fiel, denn Freddie hatte nicht Unrecht: Der Superheld roch nicht gerade nach Rosen und der Gestank hing so extrem in seinen Kleidern und auf der Haut, dass man eigentlich eine Gasmaske oder zumindest  eine Nasenklammer brauchte um es überhaupt auszuhalten.
„Und wer fragt mich, äh, uns? Hier im Haus stinkt es gewaltig und da wo ER ist, stinkt es ganz besonders!“, rief Freddie aufgeregt.
„Vielleicht liegt er gar nicht mal so falsch“, fand jetzt auch Sportacus. Er sah den Bürgermeister  müde an. „Ich weiß, das ich der Grund dafür bin, dass es euch nicht gut geht.“
Meini und Pixel sahen sich an und bekamen daraufhin sofort ein schlechtes Gewissen, weil er ihr Gespräch mitangehört haben musste. „Ich sollte besser gehen, vielleicht kann ich jetzt ins Luftschiff....“
„Gehen? Sie können ja nicht mal stehen!“, rief Meinhard, als Sportacus aufstehen wollte und erschöpft auf das Sofa zurücksank.

„Außerdem bist du gar nicht der Grund für unser Übel, das ist jemand anderer und ganz bestimmt nicht du!“, rief Stephanie, aber da zog Freddie sie zurück und eilte auf den Helden zu.
„Wenn er unbedingt gehen will, dann soll er doch! Warte, ich helfe dir, bin gleich da!“ rief er. Er fächelte mit einer Hand die Gerüche fort und griff mit der anderen dem Helden hilfreich unter die Arme. „Siehst du, geht doch! Noch ein paar Schritte und dann....“
„Er bleibt hier! Zum Donnerwetter nochmal!“, rief Meinhard wütend. Er führte Sportacus langsam zum Sofa zurück. „Alles was er braucht, ist eine warme Dusche und neue Kleider, dann hat sich das Problem schon gelöst.“
„Haha, wenn's so einfach wäre“, spottete Freddie. „Der Geruch meiner Stinkbombe ist so hartnäckig, dass er WOCHEN oder MONATE nach dem Zeug riecht, egal wie oft er sich duscht! Wer weiß, vielleicht stinkt er sogar FÜR IMMER!“ Freddie sah sich zufrieden um. „Na, ist das nicht genial? Was meint ihr?“ Die Kinder sahen ihn wütend an. Freddie's Grinsen verschwand. Er merkte gerade, das er eine Dummheit begangen hatte.
„WERFT IHN RAUS!“, schrie Trixie und öffnete mit Schwung die Tür. All ihre Freunde stürzten sich ohne zu zögern auf Freddie. Mit Händen und Füßen stemmte er sich gegen den Türrahmen und die Kinder schoben und drückten um ihn endlich ins Freie zu befördern. Meinhard mahnte nochmals, sofort die Tür zu schließen und bat vor allem um Ruhe. „Das alles bringt jetzt gar nichts und Sportacus hat immer noch Kopfschmerzen. Und ich bekomme ebenfalls welche.“ Auch den anderen ging es immer schlechter. Also versuchten sie wenigstens, die Ventilatoren auf volle Kraft zu stellen, aber wie befürchtet half es nicht. Meinhard durchsuchte mittlerweile die Kleiderschränke „Irgendwo habe ich doch noch ein Lavendelsäckchen gegen die Motten, wo ist es denn, ach Gottchen?“
„Eins wird nicht reichen, Herr Bürgermeister“, sagte Meini. Sie müssten schon einen ganzen Lastwagen voll davon haben“
„Ach Gottchen, so viele Motten habe ich gar nicht, ich meine, soviele Duftsäckchen habe ich leider nicht.“ Meini saß auf dem Fußboden und versuchte an einen herrlich duftenden Blumenstrauß zu denken. Stephanie, Ziggy und Trixie taten es ihm gleich. Sie setzen sich irgendwo hin und versuchten an alles zu denken, nur nicht an den Gestank. Die Wäscheklammern, die Meinhard ihnen gebracht hatte, nutzen gar nichts. Die taten nämlich ziemlich weh. Kein Wunder – die waren ja auch nur für Wäsche gedacht und nicht für Nasen.

Nach einer Weile warf Freddie einen Blick durch das Fenster. Seine Miene hellte sich auf und er strahlte über das ganze Gesicht. „Seht mal! Wie schöööööööööööööööööön!“
Alle außer dem Superhelden drängten zum Fenster. Was um alles in der Welt konnte ausgerechnet Freddie Faulig so begeistern?  „Sportacus, das müsstest du sehen!“, rief Stephanie aufgeregt.
„Was ist denn los?“
„Der Schnee! Der ganze Schnee ist....lila!“
Sportacus hätte das wirklich gerne gesehen und er wäre auch aufgestanden, wenn er nicht gewusst hätte, dass die anderen vor ihm wohlmöglich davongelaufen wären. Stephanie sah aber auch nach dem Luftschiff „Da kommt kein Rauch mehr aus deinem Schiff! Mit etwas Glück hat sich auch der ganze Geruch aus der Stadt verzogen!“
„Das wäre zu schön! Ich möchte endlich frische Winterluft einatmen!“, schwärmte Meinhard.
„Ich auch!“, stöhnte Sportacus.
„Los, alle nach draußen!“, befahl Ziggy und die Kinder und Freddie marschierten in die traumhafte, lilane Schneelandschaft. Meinhard wollte dem bedauernswerten Superhelden soeben aufhelfen, da  kamen alle wieder zurück ins Haus gerannt. Keine zehn Sekunden hatten sie es draußen aushalten können.

Sportacus konnte es nicht glauben. „Was denn – IMMER NOCH?!“
„Jaaaaaaaaa!“ Stephanie hielt sich krampfhaft die Nase zu. Sportacus setzte sich langsam auf. Er musste doch irgendetwas unternehmen können! Nur rumliegen, selbst mit Übelkeit und Kopfweh, das konnte er nicht mehr und überlegte, was man nur tun könnte. „Pixel, was meinst du? Woran könnte das liegen, dass es in Lazy Town immer noch so schrecklich mieft?“, fragte er.
„Ich fürchte an dem Schnee“, gab er zurück. „Ich hab den Verdacht, dass sich alles auf der Schneedecke abgesetzt hat, deswegen hat er auch die lila Farbe.“
„Die übrigens sehr schön aussieht!“, bemerkte Freddie.
„Nur leider haben wir ein Problem: Solange kein Neuschnee fällt und den alten zudeckt, wird es immer noch riechen. Es sei denn, wir nehmen alle die Schaufel zur Hand und schippen alles lilane weg. Das häufen wir dann außerhalb der Stadt irgendwo auf oder schmelzen es, dann läuft es in die Kanalisation, was aber vollkommen ungefährlich wäre.“
Trixie sah ihn entsetzt an. „Wir sollen den Schnee in der ganzen Stadt wegschaufeln? Überlege mal, was das für eine Arbeit wäre! Dann sag mir lieber, ob es bald schneit!“
„Warte mal, ich schau nach, was der Wetterbericht sagt...bzw.  mein eigener, der ist präziser.“
Pixel drückte eifrig die Tasten an seinem Laptop und machte kurz darauf ein noch erschrockeneres Gesicht als Trixie. „Äh – wann...? Pixel?“ Stephanie bekam es jetzt mit der Angst zu tun, wie alle anderen auch. Der Junge sah von seinem Gerät auf. „Am 24. Dezember, um 21 Uhr 22 .“

Alle sahen sich betroffen an und Meinhard hielt sich an der Tischplatte fest. „Ach du Heiliger Strohsack...!“, murmelte er. Dann wurde es für einige Minuten vollkommen still in dem Haus. Das Klingeln des Telefons riss alle kurzzeitig aus der Lethargie. Es war Senta Senfdazu die endlich wissen wollte, wann sie  hinaus gehen könne. „Das kann ich Ihnen ganz genau sagen“, antwortete Meinhard.  „Am 24. Dezember um 21 Uhr 22.“
„WAS?! DAS MEINEN SIE NICHT IM ERNST, SIE MACHEN WITZE!“
„Leider nicht, ich wünschte, es wäre so. Mir ist selbst nicht wohl bei diesem Gedanken.“
„Ich soll eine Woche hier drin verbringen, ohne einen Fuß vor die Tür zu setzen?! Und die Fenster soll ich auch solange geschlossen halten? Ich werde in meinem eigenen Haus zugrunde gehen!“
„Das dürfen Sie nicht denken! Wir müssen zuversichtlich sein!“
„Sie haben leicht reden! Was ist eigentlich mit Sportacus? Hat er schon eine Idee?“
„Leider nein. Ihm geht es im Moment noch schlechter als uns.“
„Was sagen Sie da? Und da reden Sie von Zuversicht? Wenn man nur wüsste, wer dafür verantwortlich ist!“
„Wenigstens das wissen wir! Zufällig befindet er sich bei mir im Haus!“
„Was? Wirklich? Dann soll er ans Telefon kommen, aber dalli!“
„Freddie! Telefon für dich!“, rief Meinhard und kaum hatte er den Hörer in der Hand, da hörte er schon Senta lautstark schimpfen: „Freddie? Freddie Faulig? Das hätte ich mir denken können!“, rief sie und jeder im Raum konnte hören, wie Senta ihrer Wut Luft machte. Freddie hielt sich den Hörer möglichst weit weg vom Ohr.  Zum Schluss schrie Senta noch: „Du bist schuld, wenn wir alle wegen dir erstinken!“ und legte wütend auf.

„Freunde, so kann das nicht weiter gehen!“, klagte Stephanie. „Entweder wir sitzen hier und gehen ein wie die Primeln – oder wir tun was dagegen! Pixel...?“
„Immer ich! Aber ich denke ja schon! Wenn mir nur nicht der Schädel brummen würde!“
„Duftsäckchen gefällig?“, fragte Meinhard und er hing es Pixel an die Antenne.
„Nein danke schön, das hilft leider nicht viel. Mir wäre lieber, wenn ich gar nichts riechen würde...hmmmm.....ich glaube ich hab eine Idee!“
„Hast du bei dir Zuhause etwa Nasenklammern rumliegen?“
„Nein Trixie, aber ich glaube ich werde etwas erfinden, was den Duft auflöst.“
„Dann stehe nicht hier rum, sondern mach was!“, rief seine freche Freundin und schob ihn zur Tür hinaus. „Erbarmen! Ich gehe ja schon! Puuuuhaaaaaa!“,rief Pixel und lief so schnell wie er nur konnte nach Hause. Stephanie wollte schon die Tür hinter ihm zuknallen, als Meini aufsprang und hinausstürzte. „Haaalt, du hast noch was vergessen!“ Er riss das Duftsäckchen an sich, dass Pixel immer noch an der Antenne baumelte und rannte ins Haus zurück. „Ich brauche das! Ich muss daran schnuppern können, sonst überlebe ich diesen Mief nicht!“ Er setzte sich in eine Ecke. „Es geht doch  nichts über einen frischen Duft!“

Freddie sah Meini nachdenklich an und hatte kurz darauf einen Einfall. „Ich werde auch mal gehen, hier drin ist mir die Luft einfach zu dick!“, meinte er und warf einen bösen Blick auf den Superhelden. „Schaffst du das denn? Ist es nicht zu weit?“, sprach Meinhard besorgt. „Nicht das du auf dem Weg noch ohnmächtig wirst.“
„Lieber bin ich da draußen, als zusammen in einem Raum mit diesem blauen Stinktier! Und nicht mehr lange, dann können wir in Lazy Town wieder frische Luft atmen!“
„Ja, dank Pixel!“, rief Stephanie. Freddie sah sie spöttisch an. „Nein, wegen MIR! Macht's gut, bis später dann!“
„Was hast du vor, Freddie?“ Die Kinder und Meinhard sahen ihm nach. „Glaubt ihr, er wird uns wirklich helfen wollen?“, sagte Stephanie. „Ich habe da nämlich meine Zweifel.“
Sportacus richtete sich ein wenig auf. „Nun, er wird es vielleicht wirklich versuchen wollen, aber ganz sicher nicht ohne einen Hintergedanken. Oder er wird aus Dummheit einen zweiten Fehler begehen, der schlimmer sein wird als der erste...ich muss hinter ihm her...“
Sportacus versuchte mit all seiner verbliebenen Kraft aufzustehen und Freddie zu verfolgen, aber das ließ Meinhard nicht zu. „Ganz gleich was er für eine Idee hat, so schlimm wie jetzt kann es mit Sicherheit gar nicht werden“, sprach der Bürgermeister ruhig. „Hoffen wir lieber auf Pixel. Und Sie müssen erst mal auf die Beine kommen.“ Meinhard reichte dem Kranken eine Schale Obst, aber selbst die Früchte hatten den Geruch angenommen und rochen nicht mehr so frisch wie zuvor. Sportacus stellte die Schale angewidert zur Seite und dem Bürgermeister wurde bewusst, wie ernst die Lage für sie alle war. Ihre ganze Hoffnung ruhte jetzt auf Pixel.

Der hatte es mit Ach und Krach bis nach Hause geschafft und versuchte einen klaren Gedanken zu fassen, damit er endlich eine brauchbare Erfindung zustande brachte. Freddie Faulig war da schon eher im Vorteil, da er die Luke von seinem Zuhause verschlossen gehalten hatte und nichts von dem Rauch eingedrungen war. Freddie brauchte nicht lange zu überlegen, er wusste genau, was er zu tun hatte. Er wollte statt einer Stinkbombe eine Duftbombe basteln und sie über Lazy Town abschießen. Der Gestank würde verfliegen, stattdessen würde es so lieblich duften, wie es die Bewohner noch nie erlebt hätten. Nur Sportacus würde noch genauso stinken wie zuvor und die Stadt bald verlassen müssen. Blumen und Blumenduft waren für Freddie jedoch ein Greuel, besonders deswegen, weil er dagegen allergisch war und so nahm er für sein Experiment das zur Hand, was er selbst gerne roch. „Der Duft von Süßigkeiten ist der unwiderstehlichste“, meinte er und warf zunächst ein Stück Schokolade in ein brodelnes Gefäß. Er fächelte sich genüsslich den verführerischen Duft zu und war zufrieden. „Jetzt kommen die anderen Zutaten!“, entschied er und machte sich an die Arbeit. Er köchelte alles zusammen und stieß wie ein alter Hexenmeister ein hämisches Lachen aus...


Während Freddie mit seiner Erfindung Fortschritte machte und Pixel einfach nicht weiter kam, versuchte der Bürgermeister die Wartezeit zu überbrücken und sich und die anderen irgendwie abzulenken. „Wie wäre es, wenn wir etwas spielen?“ Die Kinder hoben müde die Köpfe. „Ich weiß wie schwer euch das jetzt fällt, aber damit schlagen wir wenigstens die Zeit tot. Spielen wir einfach: Ich sehe was, was du nicht siehst.“
„In Ordnung“, sagte Stephanie  und versuchte es als erste. „Ich sehe was, was du nicht siehst...und das ist....gelb“

„Die Banane, die in der Obstschale liegt?“, fragte Ziggy.
„Meine Jacke?“, fragte Meini. Stephanie verneinte.
„Dann ist es Trixie's Schal“, riet Meinhard und lag damit goldrichtig. Damit war er an der Reihe. Er wollte gerade beginnen, als Senta wieder bei ihm anrief. Sie hatte sich etwas beruhigt, wirkte aber ziemlich niedergeschlagen. „Stellen Sie sich vor! Ich habe mehrere Firmen angerufen und versucht, Nasenklammern für uns alle zu bestellen!“
„Das ist ja wundervoll!“, rief Meinhard begeistert. „Auf die Idee sind wir noch gar nicht gekommen! Senta, Sie sind ein Schatz! Aber warum so traurig?“
„Weil es hoffnungslos ist! Keine Firma kann in so kurzer Zeit Nasenklammern für eine ganze Stadt herstellen und verschicken! Das würde einige Tage dauern und so lange können wir nicht durchhalten!“
„Wenigstens haben Sie es versucht“, tröstete Meinhard sie und berichtete, dass sie nur noch auf Pixel warten würden. „Wir spielen gerade „Ich sehe was du nicht siehst“ und Sie könnten doch mitmachen! Warten Sie, warten Sie...“plapperte Meinhard ganz aufgeregt und er suchte angestrengt nach einem Gegenstand.
„Es ist orange! Jetzt raten Sie mal!“
„Aber Meinhard!“
„Keine Angst, es ist ganz leicht! Aber so leicht auch wieder nicht, haha!“
„Meinhard!“
„Jetzt raten Sie doch schon! Na los, keine Scheu!“
„Es ist die Tasse, die auf dem Tisch steht“, sagte Meini mit ziemlicher Sicherheit.
„Och schade, jetzt ist es zu spät“, sagte der Bürgermeister etwas traurig. „Das hätten Sie auch erraten können, Senta.“
„Da hätten Sie lange warten können! Durch's Telefon kann ich leider nicht gucken!“
„Ach Gottchen ach Gottchen, stimmt ja! Daran habe ich gar nicht gedacht!“
Jetzt musste Senta lachen und mit ihr die anderen. Endlich hellte sich die Stimmung etwas auf. Das war bitter nötig gewesen und jetzt versuchten alle, die gute Laune zu erhalten. Senta blieb am Telefon und wollte die ganze Zeit mitbekommen, was die anderen spielten oder besprachen und sie erkundigte sich über Sportacus' Befinden.

Es wurde Zeit für das Abendbrot. Von Pixel war weder etwas zu sehen noch zu hören und seine Freunde machten sich große Sorgen. Die heitere Laune war verflogen, denn man musste befürchten, dass Pixel heute gar nicht mehr kommen würde. „Den Kummer kann ich euch nicht nehmen, aber vielleicht den Hunger. Setzt euch bitte an den Tisch“, sprach Meintsgut. „Jetzt heißt es Nase zu und durch, meine Lieben“, und das meinte er wörtlich, denn anders als beim essen die Nase zuzuhalten ging es wirklich nicht. Man hätte sonst das Gefühl gehabt, auf einer stinkenden Müllkippe zu sitzen und da sollte man Appetit bekommen?
„Könnten Sie mir einen Gefallen tun, Herr Meintsgut?“
„Der wäre, Trixie?“
„Könnten Sie den Käse wieder in die Küche zurück stellen? Heute kann ich nicht mal den Anblick von Käse ertragen!“
„Oh! Natürlich! Möchte denn noch jemand etwas davon, bevor ich ihn wegstelle? Niemand? Na, heute ist wirklich kein guter Tag für Käse. Ein Glück, dass wir noch Wurst haben. Sportacus, wie geht es Ihnen? Warten Sie, ich mache Ihnen schnell ein paar Brote zurecht. Versuchen Sie wenigstens eine Kleinigkeit zu essen.“ Die Kinder saßen ruhig am Tisch. Mit der einen Hand hielten sie sich die Nase zu und aßen lustlos ihre Brote. „Normalerweise sitze ich so am Tisch, wenn ich Rosenkohl essen muss“, kommentierte Ziggy. „Oder Schimmelkäse“, setzte Trixie hinzu. „Den kann ich nicht mal ansehen!“
„Das wissen wir bereits“, sprach Meini gelangweilt.
„Neee, der Käse vorhin war ja kein richtiger Schimmelkäse. Nur runterwürgen konnte ich den trotzdem nicht. Ich meine damit diese richtig ekligen Dinger, die blau und grün  anschimmeln. Wer isst denn sowas?!“
„Feinschmecker“, gab Meini zur Antwort. „Du würdest dich wundern, wieviele Sorten...“
„Könntet ihr bitte von etwas anderem sprechen?“ Stephanie sah sie etwas finster an und machte sich wieder an ihr Wurstbrot.

Hin und wieder warf sie besorgte Blicke auf Sportacus, der vorhin wach gewesen war, aber jetzt ruhig da lag und seine Augen geschlossen hatte. Während die anderen wenigstens versuchten ihr Butterbrot zu essen, hatte Sportacus nicht einen Bissen angerührt. „Er ist bestimmt eingeschlafen“, flüsterte Trixi, als hätte sie Stephanie's Gedanken gelesen.
„Das wird auch das Beste für ihn sein, wenn er sich ausruht“, stimmte Meini zu.
„Aber man muss auch etwas essen und Sportacus hat schon lange nichts mehr gegessen“, sagte Ziggy mit trauriger Stimme. „Wie soll er da Energie bekommen und gesund werden?“
„Wenn er aufwacht, dann wird er bestimmt etwas haben wollen“, tröstete Stephanie den kleinen Ziggy. Als sie und ihr Onkel langsam den Tisch abräumten, schlich Ziggy zu Sportacus um festzustellen, ob er wirklich schlief. Er hatte noch immer die Augen geschlossen. Jetzt schlug er sie aber auf, weil er sich beobachtet fühlte. „Habe ich dich geweckt?“, flüsterte Ziggy. Sein Freund schüttelte nur den Kopf. „Du hast also nicht geschlafen, aber gegessen hast du gar nichts? Fühlst du dich denn noch so schlecht?“

„Ziggy, lass Sportacus in Ruhe“, befahl Meini. „Was meinst du denn, warum er immer noch auf dem Sofa liegt? Sicher nicht, weil er faulenzen will!“
„Es ist schon in Ordnung, mir geht es etwas besser“, sagte Sportacus beschwichtigend, obwohl es eigentlich nicht der Wahrheit entsprach.
„Das ist schön, dann kannst du ja die Butterbrote essen und eine Banane gleich hinterher!“, rief Ziggy und hielt Sportacus den Teller mit den Broten fast direkt vor die Nase. Der Superheld merkte , dass er dagegen nichts machen konnte. Würde er jetzt „nein“ sagen, dann würde der Junge bestimmt große Angst bekommen und das wollte er natürlich nicht. „Du musst dir aber die Nase zuhalten, dann geht es besser. Bestimmt bist du zu schwach dafür, deswegen helfe ich dir“, und Ziggy hielt Sportacus mit der linken Hand die Nase zu und mit der rechten hielt er das Butterbrot. „Danke für deine Hilfe, aber das geht schon. Du musst dir selbst die Nase zuhalten können, bevor du noch umfällst, Ziggy.“

Der Junge sah zu, wie sein Held endlich den ersten Bissen tat und er hoffte, dass er bald wieder zu neuen Kräften kommen würde. Mit ihm hofften seine Freunde und sie wünschten sich außerdem, das noch jemand von ihnen ein Lebenszeichen von sich geben würde. Da klopfte es plötzlich dreimal laut an der Tür. Alle zuckten vor Schreck zusammen, aber dann sahen sie sich gegenseitig freudig an. „Das muss Pixel sein!“, rief Trixie und alle warteten gespannt, aber nichts tat sich. Meini wurde stutzig. „Und warum kommt er nicht herein? Oder will er etwa, dass wir rauskommen? Er weiß doch selbst, dass das unmöglich ist!“
„Vielleicht will er uns seine neueste Erfindung zeigen oder er hat sie bereits getestet!“ Ein zweites Mal klopfte es, und zwar noch lauter als zuvor. „Sehen wir mal nach“, entschied Stephanie und die anderen liefen gespannt nach draußen. „Bleibt bitte hier, das ist sicherer! Es könnte auch Freddie sein“, mahnte Sportacus aber da waren alle außer Ziggy schon vor der Haustür. „Bitte rufe sie zurück, das ist bestimmt eine Falle“, bat der Superheld eindringlich und Ziggy öffnete schnell die Tür. Kaum hatte er nach draußen gesehen, da wurde seine Neugierde durch ein riesiges, leuchtendes Schild geweckt. Darauf stand: „Neueste Erfindung!“ und ein Pfeil deutete auf einen großen Gegenstand, der aber durch ein Tuch verdeckt worden war. Die anderen standen schon neugierig davor und überlegten, was das wohl sein könnte.. Ziggy lief auf sie zu und als er ankam, hatte er Sportacus' Warnung schon vergessen und war genauso neugierig wie seine Freunde.

Hinter einer Mauer sprang plötzlich Freddie Faulig hervor! Um sich gegen den Gestank zu schützen, trug er eine Gasmaske. „WAHHH! Ein Monster!“, kreischte Ziggy und der Schurke zog die Maske ab. „Ach was! Ich bin es! Na, was ist, sonst ruft ihr doch immer meinen Namen!“ Die anderen waren aber so überrascht, dass sie ihn diesmal nur anstarrten. „Na gut, dann eben nicht“, murrte Freddie und zog sich die Maske über. „Ich will nur schnell zur Sache kommen, bevor ihr mir alle umkippt und von meinem Triumpf nichts mehr mitbekommt. Also passt auf....“ Er zog das Tuch ab und seine alte Kanone kam zum Vorschein. „Zugegeben, das hier ist nicht neu, aber das, was sich darin befindet: Meine Duftbombe wird alle schlechten Gerüche überdecken! Ich schieße sie in die Luft, sie explodiert und in kurzer Zeit werden wir alle wieder durchatmen können. Und ihr werdet mir tausendmal dankbar dafür sein!“
„Ich wäre dir dankbar, wenn du mir deine Gasmaske geben würdest! Bist du mal auf die Idee gekommen, uns allen so ein Ding zu besorgen? Das wäre 'ne echte Hilfe gewesen!“
„MECKERN! MECKERN! MECKERN! Ihr könnt nur meckern!“, fuhr Freddie Trixie an. „So! Bereit oder nicht, ich zünde jetzt die Duftbombe! Äh, was ist mit Sportastinker? Ist der noch im Haus?“
„Ja, das ist er“, antwortete Ziggy treuherzig.

„Aaach so, na das ist auch besser für ihn. Soll er sich lieber erst mal ausruhen“, sagte Freddie und zog hinter seiner Maske so ein Gesicht, dass man hätte Böses ahnen müssen. Er zündete die Lunte  an und sauste kurz darauf zum Haus des Bürgermeisters. „Was machen wir jetzt?“, fragte Meini und sah auf die brennende Zündschnur. „Sollen wir tatsächlich abwarten was passiert, oder...“
Stephanie warf einen schnellen Blick auf Freddie. „Wir machen sie besser aus und warten auf Pixel.“ Sie versuchte die Zündschnur auszupusten. „Warte, ich helfe dir!“, sagte Trixie und sie pusteten gemeinsam. Indessen guckte der Bösewicht durch das Fenster und sah, das Sportacus aufgestanden war und das Haus verlassen wollte. Sportacus fasste den Türknauf und  wunderte sich, warum denn die Tür immernoch verschlossen blieb. Er rüttelte noch fester, aber nichts tat sich. Kein Wunder, denn Freddie Faulig hatte sich von außen wieder mit beiden Beinen gegen den Türrahmen gestemmt und zog mit aller Gewalt am Knauf. Als er aber zufällig sah, wie die Kinder die Lunte ausgeblasen hatten, da ließ er los und Sportacus – der gerade mit aller Kraft am Türknauf zog – taumelte überrascht nach hinten und plumpste rücklings auf das Sofa zurück.
„HEEEE!“, schrie Freddie. „Was macht ihr Gören – ich meine ihr Kinder – für einen Quatsch, hä? Lasst das an!“ Er rannte zurück und zündete die Schnur ein zweites Mal an. „Undankbares Pack! Da will ich euch was Gutes tun, und wie dankt ihr es mir?“

In der Zeit war der Superheld wieder auf den Beinen, wenn auch etwas wackelig, aber er riss sich zusammen und wollte gerade durch die bereits offene Tür schreiten, als ihm wieder Freddie in die Quere kam. Panisch stürzte der Schurke zum Haus und schlug Sportacus die Tür vor der Nase zu. Der Held rüttelte diesmal nur kurz an der Tür - sie war wieder blockiert - öffnete das Fenster und stellte Freddie zur Rede. „Sag' mal, was soll das?“
„Du bist doch krank! Also bleib schön hier und mach heia!“
„Wo sind die anderen?“
„Die sind da hinten, wir testen gerade meine Erfindung! Pixel ist auch da, er ist damit einverstanden!“
„Tatsächlich? Wo ist er denn, ich sehe ihn nicht?“
„Da hinten, direkt hinter der Kanone...also das ist ja wohl die Höhe!“ Freddie sprang davon und eilte zu den Kindern. „Ein letztes Mal – ich sag es nur noch ein letztes Mal: LASST DIE ZÜNDSCHNUR AN!!!“ Freddie ärgerte sich, dass er nicht wie sonst den Hebel seiner Kanone ziehen konnte, da der Mechanismus verklemmt war. Also nahm er wieder ein Streichholz und wollte die Schnur erneut anzünden, aber jetzt war sie schon so kurz, dass alle sofort in Deckung gingen. Sportacus' Kristall leuchtete auf! Mit Schwung warf er sich durch das offene Fenster und lief so schnell er konnte auf die Kanone zu, und als sie losdonnerte, da sprang der Held auf eine Mauer und sammelte seine Kraft für einen erneuten, höheren Sprung. Er wollte die Duftbombe wenigstens auffangen. Ihm mangelte es aber noch immer an der nötigen Energie und dadurch  sprang er nicht hoch genug. Er verfehlte sie nur knapp und die Bombe flog weit in den Himmel um nach einer Weile zu explodieren.

Diesmal entlud sich eine orangene Wolke über der Stadt und senkte sich langsam herab.
„Sofort alle ins Haus!“, rief Sportacus.
„Bleib locker!“, meinte Freddie. „Du kannst dich gerne zurück auf dein Sofa lümmeln, aber wir bleiben hier!“  Er zog die Gasmaske ab. „Na los, verschwinde!“, rief er Sportacus ärgerlich zu.
„Du machst mir sonst alles kaputt. Die Duftbombe wirkt nicht, wenn du genau in ihrer Reichweite stehst! Dein Gestank könnte alles verderben!“ Das war glattweg gelogen, aber Freddie wollte ja nicht, dass der Held etwas von seiner neuen Duftbombe abbekam und seinen unangenehmen Geruch verlieren würde. Sportacus blieb jedoch da wo er war und kurz darauf strecken alle ihre Nase in die Luft. „Riecht ihr das auch? Das ist doch Karamell!“ Meini sog den Duft gierig ein und Stephanie war der Meinung, dass es eher nach Schokolade duften würde.
„Nein, das ist Nougat!“, meldete sich jetzt Ziggy zu Wort. „Das kann nur Nougat sein!“, und Trixie beharrte darauf, dass es Marzipan war. „Es ist von jedem etwas“, sagte Freddie und er wäre mit sich sehr zufrieden gewesen, wenn sein Erzfeind nicht noch immer an der selben Stelle gestanden hätte.
„Sag mal Sporty, du verträgst doch keinen Süßkram. Mach dich lieber davon, bevor dich der Duft noch kränker macht! Das würde mir nämlich sehr leid tun“, log Freddie.
„Nur allein von dem Geruch von Süßigkeiten werde ich noch lange nicht krank“, sagte Sportacus und sah Freddie fest in die Augen. Er war sich sicher, dass gleich etwas passieren würde.

Im Moment sah es aber gar nicht nach einer Katastrophe aus, im Gegenteil. Die Kinder und der Bürgermeister kamen sich vor wie im siebten Himmel: Der genüssliche Duft ließ auch endlich etwas von Weihnachtszauber erahnen und man hätte meinen können, das gleich Senta Senfdazu mit ihren selbstgebackenen Keksen um die Ecke kommen würde. Meinhard setzte eine glückliche Miene auf. „Wie es aussieht hast du uns alle gerettet, Freddie Faulig. Tja, gerade in der Weihnachtszeit geschehen wirklich noch Wunder.“
„Ich hab es euch allen gesagt, dass ihr mir noch dankbar sein werdet. Das schreit dann wohl nach einer Anerkennung.“
„Das würde ich auch sagen. Deinen Fehler hast du damit wieder gut gemacht. Aber lass mich als erstes die Bürger beruhigen.“ Meinhard schritt frohgelaunt zum Podium und Freddie grübelte hin und her, wie er den Plan doch noch erfolgreich zuende führen könnte, da verzog Trixie als Erste ihr Gesicht. „Also jetzt riecht es wieder so komisch – findet ihr nicht?“
„Als wenn Schokoladenkekse im Ofen verbrennen würden“, bestätigte Stephanie.
„Ehrlich gesagt, riecht es nach verdorbenen Schokokeksen!“ Ziggy hielt sich angeekelt die Nase zu. Freddie's Nase zuckte aufgeregt und er schnupperte. Die Kinder hatten recht! Aber wie konnte das möglich sein? Jetzt machte sich erneut Panik unter den Bewohnern breit.
„Das stinkt schlimmer als zuvor! Ist ja widerlich!“, rief Stephanie und hielt sich Mund und Nase zu.
Freddie war vollkommen perplex. „A – aber das kann nicht sein! Das darf nicht sein! Jetzt bleibt doch hier, das vergeht bestimmt wieder!“ Er zog sich schnell die Gasmaske über. „Ich weiß genau wer dran Schuld hat! Sportacus! Du ganz allein bist für den Fehler verantwortlich!“ Freddie tobte vor Wut während die anderen die Flucht antraten.

Plötzlich gab es einen zweiten Knall und diesmal fiel etwas vom Himmel, was fast wie Glitter aussah. „Freddie, was soll das? Hast du etwa noch eine Bombe gezündet?“, rief Stephanie erschrocken. Aber dann sah sie plötzlich Pixel, der wenige Meter hinter Freddie stand und hoffnungsvoll in den Himmel guckte. Es dauerte nur wenige Sekunden, es war fast wie ein Wunder -  aber der Glitter legte sich auf die  Schneedecke und die violette Farbe verschwand.
„So, jetzt könnt ihr alle wieder eure Nasen in die Luft recken und wenn nur einer von euch irgendwas riecht, dann sollte mich das schwer wundern.“ Meinhard, Sportacus und die Kinder schnupperten, aber sie konnten wirklich nichts mehr riechen. Es roch einzig und allein nach Schnee. Freddie zog abermals die Maske ab und sog die frische Luft ein, er war aber weit davon entfernt, Freudensprünge zu veranstalten. Die Kinder dagegen konnten ihr Glück kaum fassen.
„Du hast es geschafft, Pixel! Wir haben gewusst, dass du uns nicht im Stich lässt!“, jubelte Stephanie.
„Wie sollte ich euch im Stich lassen? Nur wenn mir nicht so schlecht gewesen wäre, dann hätte ich schneller arbeiten können.“
Der Superheld  nickte zustimmend. „Ja, das kann ich nachfühlen. Uns allen ging es nicht gut.“
„Aber du warst am schlimmsten dran, Sportacus. Bist du wieder ganz gesund?“
Der Held atmete tief durch. „Pixel, ich fühle mich wie neu geboren! Die frische Luft tut mir richtig gut! Und wisst ihr, was mir noch auffällt? Ich glaube, ihr könnt mich wieder riechen! Und ich mich selbst auch.“
„Kein Wunder, du hast ja etwas von dem Dufteliminator 8000 abbekommen. Genau wie wir alle“, bestätigte Pixel. Sportacus überkam der Tatendrang. „Am besten ich kehre ins Luftschiff zurück und...OH!“
„Was ist denn?“, wollte Stephanie wissen. Sportacus sah seine Freunde erschrocken an.
„Mein schönes Luftschiff! Das wird immer noch fürchterlich stinken! Pixel, hast du auch dafür eine Lösung?“
„Na klar doch!“ Der Junge reichte ihm aus seinem Rucksack eine mit einer Flüssigkeit gefüllten Sprühflasche. „Da drin befindet sich die selbe Essenz. Einmal ansprühen, und der Duft verduftet! Ich habe übrigens für jeden so eine Flasche, denn ich vermute, nicht nur in deinem Zuhause wird es noch miefen. Brauchst du auch eine, Freddie?“

„Aaaach, geh' mir weg damit!“, rief dieser und fuchtelte mit den Armen. „Ich verstehe nicht, warum meine Idee fehlgeschlagen ist! Warum hat es mit meiner Duftbombe nicht geklappt?“
„Tja, mein lieber Freddie, das ist so“, erklärte Pixel. „Du wolltest den ersten Geruch mit einem anderen überdecken, da haben sie sich miteinander vermischt. Ich dagegen habe alle Gerüche verschwinden lassen.“
„Und somit herrscht in Lazy Town keine dicke Luft mehr!“, stellte der Bürgermeister zufrieden fest. Pixel, du hast uns alle erlöst! Hast du einen Wunsch? Falls ja, dann werde ich ihn dir erfüllen!“
„Tatsächlich? Ich werde es mir auf jeden Fall überlegen. Danke, Herr Meintsgut.“
„Nichts zu danken. Tja, dann werde ich mit deiner Erfindung auch in meinem Haus dafür sorgen, dass man wieder darin wohnen kann, und danach mache ich euch allen etwas leckeres zu essen. Nach dem Schrecken haben wir uns das verdient.“

„Das klingt gut, Herr Bürgermeister“, meinte Sportacus. „Dann werde ich nachkommen, sobald auch ich mein Luftschiff in Ordnung gebracht habe – mit Freddie's Hilfe wird es noch schneller gehen!“ Freddie, der mit verschränkten Armen beleidigt in der Gegend herumgestanden hatte, sah sich verwundert um. „Hab ich mich gerade verhört? Mit MEINER Hilfe?“
„Natürlich! Du hast mir die Suppe schließlich eingebrockt!“, sagte Sportacus, packte ihn an der Weste und nahm ihm die Gasmaske ab. „So, die nehme ich jetzt an mich! Den Gestank habe ich schon viel zu lange ertragen müssen!“
„Und was ist mit mir?!“
„Je schneller du sprühst, umso schneller wird der Gestank aus meinem Schiff verschwinden!“, sagte Sportacus und zog Freddie mit sich. Diesmal kam der Schurke um seine Strafe nicht herum. Die anderen sahen ihm lachend nach. Damit war der Tag gerettet, aber nicht nur das. Jetzt konnte man mit Freuden auf die bevorstehenden Festtage blicken.

Es verging kein Tag, an dem es nicht irgend welche Vorbereitungen zu treffen gab und schließlich wurde es endlich Weihnachten! Am Abend saßen alle bei Meinhard Meintsgut zusammen und erfreuten sich am herrlichen Weihnachtsessen – bis es an der Tür klopfte.
„Der Weihnachtsmann!“, schrie Ziggy und sprang von seinem Stuhl. „Das ist der Weihnachtsmann!“
„Unsinn, der kommt durch den Schornstein und nicht durch die Tür!“, belehrte ihn Pixel.
„Wer es auch immer sein mag, der darf nicht länger in der Kälte stehen!“, entschied Meinhard und öffnete die Tür. Er war höchst verwundert. „Das ist ja....“
„Freddie Faulig!“, riefen die anderen. Erst sperrten sie vor Verwunderung Mund und Augen auf, bevor sie sich vor Ekel die Nase zu hielten. „Boah, Freddie! Hast du 'ne Woche nicht geduscht oder hast du ein Stinktier umarmt?“ meinte Trixie und Sportacus verdrehte die Augen.
„Den Geruch kenne ich zu gut! Sag mal, hast du wieder an einer Stinkbombe gebastelt?“
„Nein!“, knurrte Freddie. „Aber mir ist beim Aufräumen ein Rest mit der Stinkessenz umgekippt und jetzt rieche ich und meine ganze Wohnung danach! Hat noch einer von euch so eine Flasche mit dem Zeug, das Pixel gebraut hat?“
„Kein Problem!“, rief Meinhard, „Ich habe noch eine halbe Flasche, das sollte wohl reichen. Warte einen Moment, ja? Mach aber bitte die Tür zu, es wird sehr kalt hier.“

Meinhard lief in die Küche und kam mit der Flasche zurück. Er sprühte Freddie erst von oben bis unten ein, bevor er ihm das Gesuchte gab. Der Bösewicht war schon im Begriff zu gehen, als Meinhard ihn zum Essen einlud. Obwohl Freddie schon einmal ein Weihnachtsfest mit den anderen verbracht hatte, glaubte er nicht recht zu hören.
„Jaja“, sagte Meinhard, „Es ist Weihnachten, da ist alles vergeben und vergessen und wir sind einfach froh, dass wir alle beisammen sein können. Und Hunger hast du bestimmt auch, oder nicht?“ Natürlich hatte Freddie Hunger, seitdem er hereingekommen war und den köstlichen Bratenduft gerochen hatte. Allein der Anblick der gedeckten Tafel ließ ihm das Wasser im Mund zusammen laufen. „Na, dann setz' dich mal!“ sagte Sportacus, holte einen Stuhl und stellte ihn direkt neben sich.

Freddie nahm Platz, aber nicht neben Sportacus, sondern da, wo Senta ursprünglich gesessen hatte, denn die kam soeben aus der Küche. Er war keine Sekunde zu früh gekommen. Gerade eben war der Truthan fertig geworden und alle Anwesenden konnten es kaum erwarten. Als der Nachtisch serviert wurde, meinte Ziggy: „Das riecht so lecker wie Freddie's Duftbombe, als alles nach Süßigkeiten geduftet hat! War übrigens keine schlechte Idee von dir!“
„Na endlich werde ich mal gewürdigt! Bis jetzt hat sich noch keiner bei mir dafür bedankt!“

„Also für die Duftbombe danke ich dir, für die Stinkbombe nicht! Machst du mir übrigens auch so eine Süßigkeiten – Bombe, damit alles in meinem Zimmer danach riecht?“
„Hm, mal sehen“, meinte Freddie und dachte tatsächlich darüber nach, Ziggy's Bitte zu erfüllen.
Sportacus sah den faulen Bösewicht mit einem frohem Lachen an. „Siehst du, Freddie? Hätte dein Plan funktioniert, dann würden wir nicht alle so gut gelaunt zusammen sitzen und feiern. Daran solltest du das nächste Mal denken.“ Freddie kümmerte das im Moment wenig. Er genoss lieber den Karamellpudding. Als er nach dem Festmahl gehen wollte, bekam er sein Geschenk überreicht und als er Zuhause mit Pixel's Dufteliminator alle Gerüche beseitigt hatte, fiel ihm nur noch eines auf, was seiner Meinung nach ziemlich komisch roch. Er öffnete sein Weihnachtsgeschenk und fand darin lauter kleine Duftsäckchen. Freddie schnupperte angeekelt daran. „Lavendel! HATSCHIE!“ Er nahm sofort die Sprühflasche zur Hand und besprühte den ganzen Karton so lange, bis er nicht mehr niesen musste. Freddie atmete auf. „Das Einzige was ich in Zukunft riechen möchte, ist der Duft von frisch gebackenem Kuchen!“

ENDE

Lazy Town (C) by Magnus Scheving
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