Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Mr Monk und der Kauf des Weihnachtsbaumes

GeschichteHumor / P6 / Gen
Adrian Monk Sharona Fleming
19.11.2007
19.11.2007
1
2.430
5
Alle Kapitel
22 Reviews
Dieses Kapitel
19 Reviews
 
 
 
19.11.2007 2.430
 
Titel:  Mr. Monk. und der Kauf des Weihnachtsbaumes
Autor:  Lady Charena
Serie:  Monk
Paarung: Adrian Monk, Sharona Flemming und ein fast in den Wahnsinn getriebener Weihnachtsbaumverkäufer
Rating:  G
Beta:  T'Len

Summe:  Sharona überredet Adrian einen Weihnachtsbaum zu kaufen. Und wie immer, wird auch das bei Adrian ein ganz besonderes Abenteuer...

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.


Mr. Monk... und der Kauf des Weihnachtsbaumes
Lady Charena (Dez. 2004)


"Jetzt seien Sie doch kein Spielverderber, Adrian. So ein Weihnachtsbaum ist doch etwas Schönes und er gehört einfach dazu." Sharona sah ihren Chef an, die Arme vor der Brust verschränkt. "Sie wollen mir doch nicht weismachen, dass Sie nie einen Weihnachtsbaum hatten." Sie runzelte die Stirn, als ihr auffiel, wie konzentriert Adrian ihren Pullover anstarrte.

"Nun ja", begann Adrian Monk zögernd. "Natürlich hatten wir einen Baum. Trudi liebte Weihnachten sehr und..."

"Wo ist dann das Problem? Denken Sie, es würde Sie traurig machen?" Sharona warf verstohlen einen Blick auf die Uhr. Nicht, dass sie ihren Chef nicht mochte oder unbedingt mit ihm in Streit geraten wollte, aber ihr Sohn wartete Zuhause auf sie. Und es war noch so viel zu erledigen, bevor ihre Mutter zum Weihnachtsbesuch eintrudelte. Jetzt starrte Adrian ihren rechten Ärmel an. Sie warf aus den Augenwinkeln einen Blick darauf, konnte aber nicht erkennen, was seine Aufmerksamkeit so fesselte.

"Ich weiß nicht", erwiderte Monk nach längerem Überlegen. "Denken Sie, es würde mich traurig machen?"

"Nein. Es ist eine gute Idee", entschied Sharona resolut. "Hören Sie, Adrian - warum gehen Sie nicht los und kaufen sich einen hübschen Baum? Sie müssen sich aber beeilen, sonst bekommen Sie keinen mehr. Es sind schließlich nur noch zwei Tage bis Weihnachten." Sie verschränkte die Arme hinter dem Rücken, um Monks Blick von ihrem Ärmel loszueisen.

"Ich weiß nicht." Adrian rieb sich nervös die Hände. "Könnten Sie nicht mitkommen, Sharona?"

"Nein, es tut mir leid, aber ich kann nicht mitkommen. Benjy wartet und ich muss noch so viel vorbereiten. Ich habe Ihnen doch erzählt, dass Heiligabend meine Mutter aus Florida kommt und meine Schwester Gail wird mit ihrem neuen Freund da sein. Wir wollen alle abends gemütlich zusammensitzen. Warum kommen Sie nicht auch, Adrian? Sogar Captain Stottlemeyer und seine Frau wollen später reinschauen und Randy hat fest zugesagt, nach dem Weihnachtsessen mit seiner Mutter vorbeizukommen. Das wird bestimmt lustig. Alle Ihre Freunde sind da."

"Du liebe Güte, Sharona, wie wollen Sie nur all diese Menschen in Ihrer kleinen Wohnung unterbringen?" Adrian Monk gab sich sichtlich Mühe, nicht allzu entsetzt zu klingen.

Die Krankenschwester zuckte mit den Schultern. "Das geht schon irgendwie. Kommen Sie nun, oder nicht?" Sie nahm ihre Tasche. "Auf jeden Fall muss ich jetzt gehen."

"Ich werde es mir überlegen", versprach Monk und begleitete sie zur Tür. "Sharona?"

"Ja, was ist denn noch?"

Monk zückte ein feuchtes Tuch. "Hier."

"Was soll ich damit?", fragte Sharona verständnislos.

"Sie haben da was... an Ihrem rechten Ärmel. Es ist ein Fleck. Und ich glaube, er stammt von einem Milchshake."

Das war es also. Seufzend tupfte Sharona an ihrem Ärmel herum, wobei sie hoffte, den Fleck erwischt zu haben. Sie konnte ihn nicht mal sehen. "Ach, das ist nicht weiter schlimm, ich stecke den Pullover Zuhause gleich in die Waschmaschine. Bis dann, Adrian. Rufen Sie mich an, okay?"

"Okay." Monk hob die Hand und winkte zögernd. "Milch, wissen Sie. Da kann man nicht vorsichtig genug sein. Das ist gefährlich. Okay", sagte er noch einmal und stieß dann mit dem Ellbogen die Tür hinter Sharona zu. "Okay."

* * *

"Einen Weihnachtsbaum kaufen, das kann doch nicht so kompliziert sein", murmelte Monk vor sich hin, als er seine Wohnung verließ. "Ich bin sicher, es gibt Unmengen von Weihnachtsbaumverkäufern in San Francisco." Doch wo mit der Suche anfangen? In dem kleinen Geschäft, in dem er sonst seine Lebensmittel einkaufte, gab es zumindest keine Weihnachtsbäume.

Schweren Herzens nahm Monk sein Taschentuch und zog damit das Handy aus seiner Tasche. Sharona bestand darauf, dass er es bei sich trug, wenn er das Haus verließ, doch Adrian benutzte es ungern und nur, wenn es sich nicht vermeiden ließ. Dieses Ding gab Strahlungen ab, die einen umbringen konnten! Das Handy so weit wie möglich von sich weg haltend, tippte er die Ziffern-und Buchstabenkombination ein, hinter der sich Sharonas Telefonnummer verbarg. Dann, das Handy auf Armeslänge von seinem Ohr entfernt haltend, wartete er auf Antwort.

"Hallo?" tönte es ihm nach einiger Zeit aus dem kleinen Gerät entgegen.

"Sharona? Hier ist Monk", rief er in Richtung des Handys. "Ich brauche Ihre Hilfe."

"Adrian? Sie müssen lauter sprechen, ich kann Sie kaum verstehen. Was ist los?"

"Ich brauche Ihre Hilfe!", rief Monk und lenkte damit die Aufmerksamkeit mehrerer Passanten auf sich, die kopfschüttelnd den merkwürdigen Mann beobachteten.

"Was ist los, Adrian? Kann das nicht warten? Ich habe gerade mit Benjy angefangen, Plätzchen zu backen."

"Es dauert nicht lange." Monk zuckte zusammen, als ein Mann an ihm vorbeiging und hustete. Hastig wedelte er mit der Hand vor seinem Gesicht, um etwaige Viren zu vertreiben. Er versuchte die Luft anzuhalten, doch Sharonas besorgte Nachfrage aus dem Handy zwang ihn schließlich dazu, wieder zu antworten. "Ich muss nur wissen, wo man einen Weihnachtsbaum kaufen kann."

"Adrian... gehen Sie..." In diesem Moment fuhr dicht an Monk ein LKW vorbei und der Motorenlärm verschluckte die Stimme der Krankenschwester völlig.

Nach mehreren Versuchen und einer vom in-den-Hörer-Schreien fast heiseren Sharona am anderen Ende der Leitung hatte Monk endlich seine Adresse. Er verstaute das Handy sorgfältig in der Tasche, natürlich nachdem er es abgeschaltet hatte und machte sich auf den Weg.

Es dauerte lange, bis er sein Ziel erreichte, denn unglücklicherweise hatte es viele Parkuhren zu berühren gegeben...

* * *

Mikael warf einen Blick auf seine Uhr. Noch eine halbe Stunde und seine Schicht war vorbei. Dann konnte er endlich nach Hause, wo seine Frau mit dem Essen auf ihn warten würde. Allein schon beim Gedanken daran knurrte sein Magen. So kurz vor Weihnachten waren die Leute wie verrückt, alle rasten nur noch herum auf der Suche nach Geschenken und Weihnachtsbäumen und was sie sonst noch alles nicht gekauft hatten. Er hatte heute sogar die Mittagspause über durchgearbeitet, da ausgerechnet um diese Zeit ein heftiger Kundenansturm stattgefunden hatte und hoffte nur, sein Chef würde das auch anerkennen.

Sein Blick fiel auf einen Mann, der aus in einiger Entfernung die verbliebenen Weihnachtsbäume betrachtete. Offenbar ein besonders unentschlossener Kunde. Oder ein besonders anspruchsvoller. Seufzend näherte sich Mikael ihm, hoffentlich würde das nicht zu lange dauern. Er musste schließlich auf dem Weg nach Hause noch das Geschenk für seine Älteste abholen... "Kann ich Ihnen helfen?", fragte er freundlich.

Der Kunde starrte auf seine Schuhe, bis Mikael den Blick senkte, um nachzusehen, was es da wohl zu sehen gab. Doch bis auf ein Stückchen Papier, das an seinem linken Absatz klebte, konnte er nichts besonderes entdecken. "Was kann ich für Sie tun?"

Der Kunde riss sich mit sichtlicher Mühe los und sah ihn an. "Ich suche einen Weihnachtsbaum."

Mikael grinste. "Sieht so aus, als wären Sie hier richtig", meinte er mit einer Geste auf den Warenbestand.

"Sehen Sie, es soll ein ganz besonderer Baum sein."

"Natürlich." Mikael nickte. Wollten sie das nicht alle...

"Zuerst einmal die Höhe. Er soll genau 1,73 Meter groß sein."

"Was?"

"Das ist die ideale Höhe, verstehen Sie?" Der Mann gestikulierte mit den Händen, deutete verschiedene Ebenen an. "Ich habe den Raum genau ausgemessen und es ausgerechnet... Sie kennen doch die Höhe der Bäume, oder nicht?"

Mikael schluckte. "Das ist kein Problem, Sir. Ich kann jeden Baum nachmessen, den Sie sich aussuchen."

Der Kunde runzelte die Stirn. "Das ist nicht gut", meinte er. "Ich hatte gedacht, die Bäume würden nach Größe sortiert angeboten."

"Ähem... nun sehen Sie, die meisten unserer Kunden kommen nicht mit einer genauen Größenvorstellung hierher. Das ist eher so eine Sache von...Augenmaß..." Verwirrt sah er, dass der Mann wieder auf seine Schuhe starrte. "Also... warum sehen Sie sich nicht erst mal ein wenig um? Und wenn Ihnen ein Baum gefällt, dann rufen Sie mich einfach, okay?" Er machte sich auf den Rückzug.

"Ihre Bäume nadeln doch nicht etwa?"

Mikael stoppte. "Nun, natürlich nicht. Sie sind ganz frisch eingetroffen. Die halten lange."

"Heißt das, der Baum wird anfangen, seine Nadeln fallen zu lassen? Wann?"

"Das kann ich nicht so genau sagen." Mikael zuckte mit den Schultern. "Das ist von vielen Dingen abhängig, zum Beispiel davon, wie warm es im Zimmer ist. Und jeder Baum ist anders."

"Ich kann auf keinen Fall einen Baum kaufen, der Nadeln verliert."

Was starrte der Typ ständig seine Schuhe an? "Hören Sie, dann sollten Sie vielleicht besser einen Baum aus Kunststoff kaufen - die nadeln nicht."

"Oh nein, nein, das geht auf keinen Fall. Trudi hasst diese künstlichen Bäume. Obwohl sie natürlich viel praktischer sind..."

Mikael fühlte einen Hoffnungsschimmer. "Trudi - ist das Ihre Frau? Vielleicht sollte Sie sie begleiten und Ihnen bei der Auswahl helfen. Frauen sind da oft viel geschickter."

"Ja, das heißt, nein. Trudi war meine Frau. Sie ist tot. Eine Bombe, verstehen Sie? In ihrem Auto. Sharona, Sie ist meine... ich denke, man könnte sie meine Betreuerin nennen, aber sie mag es lieber, wenn ich sie als meine Assistentin bezeichne. Ich habe Sharona also gebeten, mir zu helfen, aber sie kann nicht. Sie backt Plätzchen, mit ihrem Sohn. Er heißt Benjy."

Mikael fühlte sich leicht verwirrt. "Ich verstehe", erwiderte er langsam, obwohl das garantiert nicht der Fall war. "Ist denn... hier irgendein Baum, der Ihnen zusagt?"

Wieder starrte der Kunde auf Mikaels Schuhe, bevor er etwas sagte. "Ich glaube der da hinten in der Ecke. Er scheint sehr gerade, symmetrische Äste zu haben. Das ist wichtig, wissen Sie. Um den Weihnachtsschmuck wirklich gleichmäßig aufhängen zu können. Aber die Größe..."

"Ich messe ihn", bot Mikael sofort an und holte seinen Meterstab. Er stellte den Baum aufrecht und las das Maß ab. "1,69 Meter. Das ist doch fast perfekt, nicht wahr?"

"Ich hätte doch lieber einen Baum mit genau 1,73 Metern."

Mikaels freundliches Lächeln verblasste. "Aber es sind doch nur 4 Zentimeter Unterschied. Das fällt bestimmt nicht auf." Seine Stimme hatte unbemerkt einen bittenden Unterton angenommen.

"Mir schon", erwiderte der Kunde mit einem Seufzen.  "Vielleicht... der da?" Er wies auf einen anderen Baum.

Mikael ließ den Baum fallen und eilte zu dem anderen. "1,75 Meter", verkündete er nach dem Messen. Der Kerl starrte schon wieder auf seine Schuhe! "Also ich kann Ihnen da wirklich ganz einfach 2 Zentimeter vom Stamm absägen..."

"Danke. Aber dieser Baum... die Spitze ist zu lang."

"Das ist ein Kinderspiel, sie zu kürzen." Mikael fühlte Verzweiflung in sich hochsteigen. Er machte diesen Job seit mehr als fünf Jahren, aber so ein Verrückter war ihm noch nicht untergekommen. "Es kostet Sie auch keinen Cent, das gehört zu unserem Service."

"Nein, nein, es tut mir leid. Aber die Proportionen stimmen einfach nicht."

Damit war auch dieser Baum verworfen. Mikael ließ ihn seufzend fallen. "Vielleicht sehen Sie sich einfach noch ein bisschen um?" Wo blieb nur Tom, der die Schicht nach ihm hatte? Er hätte doch schon längst da sein müssen. Dann könnte er endlich gehen und Tom konnte sich mit diesem Verrückten herumärgern.

"Ich weiß nicht." Der Mann sprach zu Mikaels Schuhen. "Ich glaube nicht, dass ich hier etwas finde... Wissen Sie übrigens, dass Sie...?"

"Ich weiß, ich habe da etwas am Schuh kleben." Mikael musste sich sehr beherrschen, um den Kunden nicht anzubrüllen. Er bückte sich, riss den Papierfetzen weg und ließ ihn fallen.

Mit einem entschuldigenden Lächeln nahm der seltsame Kunde eine Pinzette aus der Manteltasche, nahm damit das Papierschnipselchen auf und trug es zum nächsten Papierkorb. "Ich kann Unordnung nicht ertragen", meinte er erklärend, als er zu dem verblüfften Mikael zurückkam. "Aber ich glaube, ich habe da hinten noch einen Baum gesehen..."

Leider war auch dieser nicht jener welcher...

Mikael verbrachte die nächste Stunde damit - Tom für seine Nachlässigkeit verfluchend, denn der tauchte einfach nicht auf - Bäume auszuwählen, zu messen - und zu verwerfen.

An jedem Baum fand der Verrückte etwas auszusetzen. Der eine war zu klein, der nächste zu dicht gewachsen, der übernächste hatte zu viele Äste – als könne ein Weihnachtsbaum zu viele Äste haben. Ein anderer hatte eine leichte Krümmung im Stamm, ein weiterer auf der einen Seite zwei Äste mehr als auf der anderen... Als Mikael müde vorschlug, die überzähligen Äste zu entfernen, stieß er damit auf keinerlei Gegenliebe, denn das würde nichts ändern. Bei einem war der Farbton der Nadeln nicht der richtige, beim nächsten blätterte zu viel Rinde ab.

Einmal schien es so, als hätten sie den perfekten Baum gefunden, doch der Verrückte fand den Stamm etwas zu dick. "Vielleicht... wenn ich die Rinde entferne? Dann hält der Baum auch besser im Ständer."

Die Augen des Mannes weiteten sich und er schlug sich mit der Hand gegen die Stirn. "Der Weihnachtsbaumständer?"

Mikael befürchtete das Schlimmste. "Sir?"

"Ich habe vergessen, seine Höhe mitzuberechnen. Ich muss sofort nach Hause und alles noch einmal neu ausmessen. Vielen Dank, Sie waren sehr hilfreich. Ich komme bestimmt morgen wieder." Damit drehte sich der Mann um und eilte davon.

Mikael sah ihm fassungslos nach. Er würde sich morgen ganz bestimmt krank melden...

"Hey, Kumpel. Was ist los mit dir? Du siehst so blass aus. Mann, tut mir leid, dass ich zu spät bin. Ich steckte im Stau..." Einen Augenblick später saß Tom mit blutender Nase auf dem Boden und fragte sich, was zum Teufel in seinen Kollegen gefahren war.


Ende
Review schreiben
 
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast