Behind this Counting-walls

GeschichteDrama / P12 Slash
Hao Asakura Ren Tao
05.11.2007
05.11.2007
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Hi!
Hier ein kleiner OneShot, den ich mir selbst zum Geburtstag schenke ^o^
Und euch will ich ihn nicht vorenthalten.
Ich habe mal Slash dazugeschrieben, weil man es so interpretieren könnte, auch wenn es nicht eindeutig aus dem Text hervorgeht. Interpretiert es so, wie ihr meint!
Enjoy the Show!


Behind this counting-walls


Langsam trottete er zu den Stimmen.
Überall um ihn nur weiß.
Bei jedem Schritt von ihm klirrte es.
Jedes Klirren drang wie ein Dolch in seine Ohren, übertönte die leise redenden Stimmen.
Die Stimmen hallten in dem großen Raum wider. Überall klang es so. Selbst Schritte klangen wie Gestampfe. Er hasste es.
Er hasste diesen Geruch nach abgestandener Luft.
Er hasste dieses klägliche Hallen von Geräuschen.
Er hasste diese starrenden Blicke der anderen Häftlinge.
Er hasste einfach alles an dieser Haftanstalt.
Am liebsten hätte er alles in Schutt und Asche gelegt.
Die Tür wurde automatisch geöffnet und er straffte die Schultern.
Er wusste wie er sich zu benehmen hatte… oft genug wurden ihm die Regeln eingeprügelt.
Schon seit er aufgerufen worden war, hatte er sich immer dieselben Fragen gestellt:
>Wer will mich sehen?<
>Wer will überhaupt noch etwas mit mir zu tun haben?<
>Will ich denjenigen überhaupt sehen? Ich kann ihm sicher nicht in die Augen schauen…<
>Wieso gehe ich denn überhaupt?<

Ernst geradeaus blickend schritt er an den Flüsternden vorbei, die alle in einer Reihe saßen und durch eine Scheibe mit Löchern mit ihrem Besuch sprachen. Nur ganz am Ende war ein freier schwarzer schlichter Plastikstuhl.
Er sah nicht auf als er sich hinsetzte. Sein Instinkt und sein Wissen sagten ihm, dass der Besucher schon dasaß.
Warum er den Kopf hängen ließ, wusste er nicht. Es passte überhaupt nicht zu ihm.
Sehr lange schwiegen sie sich an. Keiner rührte sich. Nur die Stimmen der anderen Besucher lockerten die Spannung zwischen ihnen ein wenig.
Seine Hand- und Fußfesseln wirkten auf einmal interessant im Angesicht dessen, dass er nicht wusste, was er sagen oder tun sollte. Diese verdammten Stränge aus Stahl, die ihn nun schon 2 Monate hier festhielten wirkten sehr vertraut. Er kannte sie auswendig. Die Kerben von früheren Häftlingen die sie getragen hatten. Die Anzahl der Kettenglieder. Es waren genau 158. Die eingeprägte Inschrift "Kanbo 482" hatte sich regelrecht in ihn geprägt. In seiner Zelle 482 waren wohl noch viele andere Verbrecher gewesen. Doch diese waren keine Schamanen gewesen, die einen Richter getötet hatten, von den eigenen Freunden verraten und zum Feind übergelaufen waren. Und am Ende doch im Knast ihre Strafe absitzen mussten.
Aber jetzt hatte er Besuch und er wusste immer noch nicht von wem. So dringend wollte er es auch gar nicht wissen, denn es gab niemandem mit dem er in irgendeiner Form reden wollte.
„Wenn Sie ihren Besuch nicht sehen wollen, kann er wieder gehen", meinte ein Aufseher, der gerade an ihrem Tisch vorbeikam.
„Ich bleibe."
Die Stimme des Besuchers klang fest und ließ keinen Widerspruch zu. Bei dem Klang seiner Stimme krampfte sein Magen. Irgendjemand hätte kommen können, aber wieso ausgerechnet er?
„Aber er hat Recht. Ich bin nicht hergekommen, damit wir uns anschweigen." Der Besucher sprach wieder leiser, stellte aber keine Frage oder sagte, weshalb er hier war.
Dessen Worte klangen wie Schüsse in seinen Ohren. Hart, kalt, unaufhaltbar.
Mit sehr viel Mühe hob er den Kopf ein wenig, hielt ihn aber tief genug, damit er seinem Gegenüber nicht die Augen sehen musste. Tief atmete er durch und merkte wie er leicht zitterte.
„Wieso zitterst du?" Der Besucher hatte es gemerkt. „Und sieh mir in die Augen. Bitte." Das letzte Wort sprach er so leise, aber mit einer fordernden Härte aus, dass er nicht anders konnte und schaute hoch.
„Schon viel besser. Nein, schau nicht weg." Er machte Anstalten mit der Hand sein Gesicht zu sich zu drehen, aber Körperkontakt war untersagt und die Scheibe war ja dazwischen. „Wo ist dein ehemaliger Stolz geblieben? Dein herausfordernder Blick? So kenne ich dich nicht… Und so möchte ich dich nicht sehen, Ren-chan."

Ren versuchte sichtlich, sich zu beherrschen und biss die Zähne aufeinander, bis sein Kiefer schmerzte. Wütend starrte er den Jungen an.
„Ja, das sieht schon eher nach dir aus. So hast du auch bei unserem ersten Treffen geguckt, erinnerst du dich?“ Der andere klang belustigt.
Wie er dieses Lächeln doch hasste… Am besten, gar nichts sagen.
„Du scheinst ja nicht oft Besuch zu haben. War nicht einmal deine Schwester hier? Hast du das sprechen verlernt? Vielleicht sollte ich deine Familie mal kontaktieren, damit sie dich besuchen kommen. Wie fändest du das?“
Dieser Tonfall, seine Art. Alles an ihm machte Ren aggressiv, darum ballte er noch zusätzlich die Fäuste. Seine Familie, pah. Nicht provozieren lassen. Reden ist Silber, Schweigen ist Gold, heißt es…
„Du bist mir wie immer ein Rätsel, Ren-chan. Wie kann ich dich glücklich machen? Sag es mir und ich tue es.“
Er hatte ihm doch alles genommen, was konnte dieser Kerl ihm also noch geben? Ren hatte das Gefühl, es gäbe nur noch sie beide auf der Welt, alles war so still. Ja, diese Stille liebte er. Diese Stille, die es im Häftlingslager selten gab. Und die wollte er für sich allein. Seine Augen huschten zur Ausgangtür und wieder zu seinem Gast.
„Ich soll schon wieder gehen? Willst du nicht mit mir reden? Dabei habe ich extra diesen langen Weg auf mich genommen.“
Darauf konnte er pfeifen. Er hatte den Typen nicht sehen wollen, was wollte er überhaupt? Sie hatten sich nichts zu sagen. Wieder deutete Ren mit seinem Blick auf die Tür.
„Wenn du so möchtest…“, seufzte der andere. Der Stuhl kratzte leise über den PVC-Boden, der Besucher stand auf und wandte sich zum gehen, ehe er noch sagte: „Bald bist du ja wieder draußen. Dann kommst du wieder zurück zu mir…“
Hätte der Besucher ihm nicht schon den Rücken zugekehrt, hätte er durch die Scheibe das mordlüsterne Glitzern in den gelben Augen vernehmen können. Rens Stimme war bedrohlich ruhig, aber laut genug, als er das erste Mal sprach.
„Ja, ich komme zu dir zurück. Du hast mir alles genommen; meine Freunde, meine Familie, mein Leben… Ich komme wieder und töte dich endgültig, Hao.“

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Tja, wer jetzt dachte, Horo wäre der Besucher gewesen... falsch geraten XDD Würde trotzdem gern eure Meinung hören.
Mit Counting-walls sind die Zellenwände gemeint, wo man ja öfters eine Strichliste führt für die Tage bis man draußen ist^^
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