Die Zeit

von Tasha
GeschichteKrimi / P12
Tohma Seguchi
04.11.2007
27.06.2015
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„Ja, mein Schatz, ich bin schon fast auf dem Weg. In spätestens 10 Minuten bin ich zu Hause.“
Mit dem Handy am Ohr durchquerte Toma Seguchi die Tiefgarage des NG-Gebäudes. Es war schon nach 21 Uhr, sodass sich abgesehen von ihm und einigen stehengelassenen Wagen niemand mehr vor Ort befand.
„Versprochen! Bis gleich.“
Damit legte er auf und griff in die Innentasche seines Mantels, um an seinen Autoschlüssel zu kommen.
‚Ich sollte mich jetzt wirklich beeilen. Mika klang ziemlich sauer... und irgendwie kann ich’s ja verstehen.‘
Gerade hatte er den Schlüssel aus der Tasche gezogen, als ihm plötzlich von hinten ein Tuch über Mund und Nase gedrückt wurde. Panisch versuchte Toma sich des Angreifers zu erwehren, doch schon nach ein paar Sekunden wurde ihm schwarz vor Augen. Zufrieden ließ der Angreifer ihn zu Boden sinken, warf das heruntergefallene Handy zusammen mit dem Tuch in einen nahen Mülleimer, öffnete dann die Türen des Wagens und verfrachtete sein Opfer auf die Rückbank. Mit einem Lächeln nahm der Unbekannte am Steuer des schwarzen BMWs platz und fuhr aus der Tiefgarage.

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„Gleich! Wann ist bei dir bitte gleich?“
Aufgebracht ging Mika Seguchi im Wohnzimmer auf und ab. Immer wieder sah sie auf die Uhr. Mittlerweile war es fast 23 Uhr und von ihrem Mann, der ihr noch um kurz nach 9 versprochen hatte in spätestens 10 Minuten zu Hause zu sein, war weit und breit nichts zu sehen. Erneut, wenn sie auch nicht mehr wusste zum wie vielten Male, drückte sie auf die Wahlwiederholungstaste, um Toma auf dem Handy zu erreichen. Doch sie bekam nur ein nicht endendes Freizeichen.
„Verdammt, Toma, wo zum Teufel bist du?“
Auf diese Frage kam ihr letzten Endes nur noch eine Antwort in den Sinn und sie wählte die einzig weitere Nummer, die sie auswendig konnte. Und hier nahm nach dreimaligem Läuten wenigstens auch jemand ab.
„Hier bei Yuki Eiri, Shuichi Shindo am Apparat.“
Doch bevor Mika überhaupt etwas sagen konnte, war nur ein wütendes Rufen aus dem Hintergrund zu vernehmen:
„SHUICHI! Wie oft soll ich dir noch sagen, dass du nicht an mein Telefon gehen sollst?“
„Ja, aber Yuki!“
Mika hielt den Hörer etwas vom Ohr weg, da das Wegreißgeräusch vom anderen Ende sonst wahrscheinlich ihr Trommelfell zum Platzen gebracht hätte.
„Ja?“
„Eiri, ich bin’s.“
„Mika!“
„Deine Begeisterung lässt sich kaum verbergen, Eiri.“, bemerkte Mika sarkastisch. „Ich will euch gar nicht lange stören. Nur eine Frage: Ist Toma zufällig bei dir aufgeschlagen?“
„Nein. Soll das die Drohung werden, er wollte das tun?“
„Keine Sorge, davon weiß ich nichts. Aber er hat mich um kurz nach 9 angerufen und gesagt, er wäre gleich da und das ist er bis jetzt immer noch nicht.“
„Mika!“, stöhnte Yuki auf. „Du bist jetzt 3 Jahre mit diesem Mann verheiratet und kennst immer noch nicht seine Definition von ‚gleich‘?“
„Reizend wie eh und je, Bruderherz. Sollte er doch noch bei dir auftauchen...“
„...schmeiß ich ihn raus! War’s das dann?“
„Ja. Gute Nacht, Eiri.“
Von der anderen Seite kam nur noch ein zustimmendes Brummen, dann wurde aufgelegt. Mika war jedoch weiterhin beunruhigt. Sicher war es nicht neu, dass Toma sich verspätete oder durcharbeitete, aber wenn er ihr etwas so sicher zugesagt hatte wie vor ein paar Stunden am Telefon, hatte er das immer eingehalten. Trotz dieses leicht unguten Gefühls beschloss Mika schließlich ins Bett zu gehen.
„Wenn du hier auftauchst, Toma Seguchi, dann kannst du dich auf was gefasst machen.“
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