Everything will change
von Novy
Kurzbeschreibung
Georg hat ein Geheimnis... Doch was wird passieren, wenn Gustav es herausfindet...?
GeschichteDrama / P18 / MaleSlash
Georg
Gustav
03.11.2007
03.11.2007
1
3.805
03.11.2007
3.805
Soo, mein neuestes Werk... Lang überlegt, ob ichs posten soll, und hier ist es nun (MeL hat mich überzeugt; Reklamationen also direkt an sie :wink:) Wird vermutlich nicht jedermanns Sache sein, aber ich freu mich trotzdem über (auch kritische) Kommis!
1. Autor: Novy
2. Art der Story: Slash/RPS (sozusagen), Lime/Lemon
3. Hauptpersonen: Gustav, Georg, (Laura)
4. Rating: P-18-Slash
5. Warnungen: Nun ja, äh, die gesamte Story ist etwas gewöhnungsbedürfdig... Ansonsten... Lime/Lemon eben...
6. Disclaimer: Weder Gustav noch Georg gehören mir, die Gesamte Story ist frei erfunden und ich verdiene (leider) kein Geld damit
7. Claimer: Laura gehört mir... Behaupte ich jetzt mal...
8.Summary:Georg hat ein Geheimnis... Doch was wird passieren, wenn Gustav es herausfindet...?
Durch die geschlossenen Rollläden drang schwaches Licht ins Schlafzimmer und warf einen schwachen Schein auf die beiden jungen Männer, welche aneinandergekuschelt im grossen Doppelbett lagen und noch tief und fest schliefen. Durch das offenstehende Fenster war leises Vogelgezwitscher zu hören, neben welchem nur der ruhige Atem der beiden Schlafenden zu vernehmen war, zudem ab und zu das leise Rascheln der Bettdecke. Doch einer der noch schwachen Sonnenstrahlen hatte es sich nun zur Aufgabe gemacht, die beiden aus ihren Träumen zu holen. Die Nase des kurzhaarigen blonden, der sich an den Rücken seines braunhaarigen Freundes gekuschelt hatte, begann zu zucken. Grummelnd kuschelte er sich noch etwas näher an seinen geliebten, bevor er seine Augen zusammenkniff und sie daraufhin öffnete. Er blinzelte einige Male und warf dann über die Schulter seines Freundes einen Blick auf den Wecker, welcher in leuchtenden roten Lettern „06:54“ anzeigte. Leise seufzend vergrub er sein Gesicht noch einmal im Nacken des vor ihm liegenden, legte seinen Arm um dessen nackten Oberkörper und schloss die Augen. Er wollte die letzten Minuten vor dem Weckerklingeln noch etwas dösen, doch im selben Moment kam Bewegung in seinen Freund. Dieser wand sich einige Male in seinen Armen und hob dann den Kopf, um ebenfalls auf den Wecker zu schauen. Er rieb sich die Augen und gähnte, bevor er seinen Kopf wieder ins Kissen sinken liess.
Der Blonde rutschte nun noch etwas näher an seinen Freund, schlang seine Arme um ihn und hauchte ihm einige Küsse in den Nacken.
„Morgen Süsser!“, murmelte er, während ihn die langen braunen Haare des anderen im Gesicht kitzelten und ihn erneut die Augen zusammenkneifen liess. Ein Lächeln legte sich auf das Gesicht des Braunhaarigen, er drehte sich in der Umarmung des anderen um und legte sanft seine Lippen auf die des blonden.
„Morgen!“, flüsterte er und legte nun seinerseits seine Arme um den anderen.
„Gut geschlafen?“, wollte der Blonde wissen. Sein Freund nickte leicht und presste sein Gesicht gegen den Hals seines Freundes. Dieser strich leicht über seinen nackten Rücken. Schliesslich ging der Radiowecker auf dem Nachttisch an. Der Blonde gab ein Grummeln von sich, während sich der andere widerwillig aus dessen Umarmung befreite um den Wecker zum Verstummen zu bringen. Ein letztes Mal kuschelte er sich an seinen Geliebten, bevor dieser sich auf den Bettrand setzte und das Lämpchen auf seinem Nachttisch einschaltete. Gähnend streckte er die Arme in die Luft und reckte sich, bevor er aufstand und sich auf den Weg ins Badezimmer machte.
Georg Listing drehte sich noch einmal um, zog sich die Decke über den Kopf und vergrub sein Gesicht im Kissen seines Freunds. Aus dem nebenan liegenden Badezimmer war Wasserrauschen zu hören, sein Freund stand also gerade unter der Dusche. Die Vorstellung, wie das warme Wasser über den Körper des Blonden lief, liess ein Grinsen über sein Gesicht huschen. Unter der Dusche hatten die Beiden schon jede Menge Spass gehabt, zu zweit versteht sich. Zu gerne hätte er seinem Geliebten nun Gesellschaft geleistet, doch schlussendlich war es doch viel zu gemütlich, im Bett zu liegen. Und wie als Bestätigung hörte er nun, wie sein Freund das Wasser abstellte.
Gustav Schäfer wickelte sich ein Handtuch um die Hüften und ein weiteres um seine tropfenden Haare, bevor er vor den angelaufenen Badezimmerspiegel trat, mit der Hand darüber fuhr und nach seiner Zahnbürste griff. Daraufhin kämmte er sich die Haare, wischte die restlichen Wassertropfen von seinem Körper und ging zurück ins Schlafzimmer. Beim Blick auf das Bett musste er grinsen, Georg hatte sich vollständig unter die Bettdecke verkrochen. Vor sich hin lächelnd ging der Blonde zu seinem Schrank, holte eine schwarze Hose, ein weisses Hemd und einen ebenfalls schwarzen Kittel hervor.
Er hatte, nachdem sich ihre Band vor knapp einem Jahr aufgelöst hatte, schnell einen Job in einem Büro gefunden und war inzwischen sogar zum Geschäftsführer aufgestiegen. Georg hingegen war quasi die Hausfrau, was ihn jedoch kaum zu stören schien, im Gegenteil. Oft war das ganze Haus auf Hochglanz geputzt, wenn Gustav von der Arbeit kam, und Georg strahlte übers ganzen Gesicht, wenn sein Freund ihn für seine Bemühungen lobte. Überhaupt hatte Georg sich verändert, was sich Gustav jedoch nicht so ganz erklären konnte. Der Braunhaarige war irgendwie immer schmaler geworden, hatte aufgehört zu trainieren, er wirkte nun schmal und zerbrechlich. Seine früheren Muskeln waren verschwunden. Auch war Georg sensibler geworden, was seinen Freund jedoch nicht störte, sondern eher dessen „Beschützerinstinkt“ hervorrief. Georgs neuster Tick war es nun, wie früher ihr Bandkumpel Bill seine Augen - wenn auch nur leicht – mit schwarzem Kajalstift zu umranden. Was ihm durchaus stand, wie Gustav fand.
Nun fertig angezogen, machte sich Gustav auf den Weg in die Küche. Es war nun kurz vor halb acht. Während er die Kaffeemaschine einschaltete, beschloss Georg nun ebenfalls, langsam aufzustehen. Auch er gönnte sich als erstes eine Dusche, bevor er zurück in sein Zimmer ging, um sich anzuziehen. In einer recht engen schwarzen Jeans und einem zu grossen – oder eher zu gross gewordenen – T-Shirt stand er nun vor dem Spiegel und betonte seine Augen schwach mit schwarzem Kajal. Gerade, als er nach seinem durchsichtigen Mascara griff, wurde die Tür aufgeschoben und Gustav kam herein. Er grinste leicht, während er von hinten seine Arme um den Älteren legte.
„Ich geh dann mal.“, meinte er und küsste seinen Freund auf die Wange, „Bis heute Abend.“ Georg drehte sich in seinen Armen um, und sie küssten sich zum Abschied. Gustav wollte sich umdrehen und gehen, doch Georgs Hand hielt ihn auf, welche noch immer in seinem Nacken lag und ihn erneut zum küssen heranzog.
„Bis später!“, meinte der Braunhaarige lächelnd. Gustav erwiderte das Lächeln und ging aus dem Zimmer. Er stieg die Treppe hinunter und verliess das Haus. Er stieg in seinen silbernen BMW und fuhr los. Je weiter er sich von ihrem Haus entfernte, umso mehr wurden die Abschiedszenen von vorhin von den anstehenden Arbeiten verdrängt.
Georg hüpfte vor sich hin summend die Treppe hinunter, wobei er feststellte, dass er diese mal wieder wischen musste. Er fügte dies zu seinem imaginären Putzplan in seinem Kopf hinzu, auf dem bereits „Badezimmer putzen“ und „Wohnzimmer Staubsaugen“ aufgeführt waren. Doch als erstes brauchte er eine Tasse Kaffee. Und gleich danach hatte er noch etwas anderes vor; etwas, wovon niemand etwas wissen durfte... Er schaute zu, wie die schwarze Flüssigkeit aus der Maschine in die Tasse lief und gab dann noch etwas Süssstoff dazu. Langsam und sich immer wieder Schlucke aus der Tasse genehmigend ging er langsam wieder nach oben ins Schlafzimmer. Er stellte die Tasse auf der Kommode ab und drehte die Rollläden hoch. Das Fenster ging auf einige Felder hinaus, in wenigen Kilometern war zudem der Wald zu sehen. Er hatte sich damals gewünscht, etwas ausserhalb der Stadt zu wohnen, und Gustav war damit glücklicherweise einverstanden gewesen. Der Braunhaarige liebte die Ruhe hier draussen, die Ungestörtheit und auch die Tatsache, dass bisher kein Fan rausgefunden hatte, wo die beiden nun wohnten.
Georg machte das Bett und riss als erstes die beiden grossen Fenster auf. Tief atmete er die frische Landluft ein, bevor er sich, ein geheimnisvolles Lächeln auf den Lippen, langsam umdrehte und zu seinem Schrank ging. Aus den hintersten Ecken holte er einen schwarzen Spitzen-BH und den dazu passenden Tanga hervor. Ein Kribbeln durchfuhr ihn, als er über den Samtstoff der beiden Wäschestücke strich. Es folgte eine dünne schwarze Nylonstrumpfhose, ein langes schwarzes Abendkleid und dazu passende schwarze Pumps. Das Kribbeln in ihm wurde stärker, während er sich mit aus Vorfreude leicht zitternden Händen aus seinen Kleidern schälte. Er hielt die Luft an, während er sich vorsichtig den Tanga anzog, und schaffte es kaum, den BH einzuhaken, weil seine Finger so sehr zitterten. Endlich hatte er es geschafft und steckte noch zwei Gelkissen in die Körbchen. Als nächstes zog er sich vorsichtig die Strumpfhose an, vorsichtig, um sie nicht kaputt zu machen. Als nächstes folgte das Abendkleid und schlussendlich stieg er in die Pumps. Daraufhin warf er einen Blick in den Spiegel und nickte. Der Körper war nun OK, fehlte also noch das Gesicht. Auf wundersame Weise war sein Zittern nun verschwunden, und völlig ruhig ging er erneut zu seinem Schrank, um eine kleine Schachtel rauszuholen.
Gustav hatte gerade den Stadtrand erreicht, als ihm auffiel, dass seine Aktentasche nicht wie üblich auf dem Beifahrersitz lag. Stirnrunzelnd fuhr er auf den nächsten Parkplatz und stieg aus. Hatte er diese etwa liegen lassen? Er öffnete die Tür zum Rücksitz und besah sich die Sitze und den Boden, doch nirgendwo war die schwarze Ledermappe zu sehen.
„Mist!“, murmelte er und stieg wieder ins Auto. Das bedeutete also zurückfahren und die Mappe holen...
Mit einem Schwämmchen verteilte Georg Puder in seinem Gesicht und nahm anschliessend ein Döschen hellblauen Lidschatten, welches er aufschraubte und mit dem Finger auf seinen Augenlidern verteilte. Kritisch besah er sich nun im Spiegel, trat einen Schritt zurück, um seinen ganzen Körper betrachten zu können. Er lächelte leicht, streckte seine Hand aus, als ob er jemanden hätte begrüssen wollen.
„Hey, ich bin Laura!“, sagte er leise mit verstellter Stimme, schüttelte aber gleich darauf den Kopf – das klang immer noch zu Georghaft... Er versuchte es erneut; schon besser. ‚Lipgloss!’, schoss es ihm nun durch den Kopf, und er trat erneut an die Kommode heran. Aus seiner Kiste wühlte er ein Fläschchen hellrosa Lipgloss, zudem fielen ihm zwei Ohrclips in die Hände. Diese befestigte er vorsichtig an seinen Ohrläppchen und begann, das Lipglossfläschchen aufzuschrauben.
„Georg?“ Gustav hatte gerade die Haustür aufgestossen und trat nun durch den Flur in die Küche. Sein Freund war jedoch nirgendwo zu entdecken – ob sich Georg noch einmal hingelegt hatte? Ging es ihm vielleicht nicht gut? Besorgt stieg Gustav die Treppe hoch. Tatsächlich war aus ihrem Schlafzimmer leise Musik zu hören. Die Tür war nur angelehnt, und Gustav stiess sie vorsichtig auf. Erschrocken riss er die Augen auf, als er seinen Freund in einem schwarzen Abendkleid vor dem Spiegel stehen sah, wie er gerade hellrosa Lipgloss auf seine Lippen tupfte.
„Was zum...“, entfuhr es ihm, und Georg fuhr erschrocken herum. Das Lipglossfläschchen machte mit einem dumpfen Geräusch Bekanntschaft mit dem Boden. Für einige Augenblicke standen sich die beiden regungslos gegenüber. Georg hatte das Gefühl, ihm würde der Boden unter den Füssen weggezogen, dennoch schaffte er es irgendwie, auf den Beinen zu bleiben. Gustav hingegen fühlte sich wie im falschen Film – war das alles nur ein Traum? Wenn ja, dann wollte er jetzt augenblicklich aufwachen! Irgendwie schaffte er es, sich aus seiner Erstarrung zu lösen, und er bemerkte seine Mappe, die auf einem Sessel stand. In wenigen Schritten war er dort und hatte sie ergriffen.
„Ich...“, murmelte er. Georg starrte auf seine Füsse. Gustav ging wieder zurück zur Tür und warf einen letzten flüchtigen Blick zu seinem Freund.
„Ich... ich muss zur Arbeit...“, murmelte er, ohne Georg anzusehen, „Und heute Abend... erklärst du mir das!“ Er hob seinen Kopf und sah Georg kurz direkt in die Augen. Dieser senkte erneut den Blick, nickte leicht. Im nächsten Augenblick war Gustav schon wieder aus der Zimmertür verschwunden. Georg blieb wie erstarrt stehen, erst als unten die Haustür ins Schloss fiel, konnte er sich aus seiner Starre lösen. Er begann am ganzen Körper zu zittern, während er sich aus den Frauenkleidern schälte, sich wieder Jeans und Shirt anzog und die anderen Kleider wieder in der hintersten Ecke des Schrankes verstaute. Er riss sich die Clips von den Ohren, stopfte die Schminksachen in die Kiste und stopfte sie ebenfalls zu den Kleidern in den Schrank. Er schlug die Türen zu und lehnte sich mit dem Rücken daran, die Arme ausgestreckt, als ob er den Inhalt vor irgendwas schützen wollte. Sein Herz raste, und erst jetzt bemerkte er, wie ihm die Tränen über die Wangen liefen. Langsam liess er sich an der Schranktür hinuntersinken und vergrub sein Gesicht in den Händen.
Gustav fuhr mit überhöhter Geschwindigkeit wieder in Richtung Stadt, immer wieder den Kopf schüttelnd über das eben erlebte. Was war in Georg gefahren, damit er so was machte? Völlig verwirrt erreichte er seine Arbeitsstelle. Den ganzen Tag verfolgte ihn das Bild von seinem Freund in Frauenkleidern. Natürlich fiel das auch seine Mitarbeitern auf; diese hatten ihren Chef noch nie so zerstreut und abwesend erlebt. Dieser wollte einfach nur noch aus diesem Büro raus, hatte aber dennoch Angst vor dem anstehenden Gespräch mit Georg... Wie würde dieser ihm diese Situation erklären?
Georg hatte den ganzen Tag die Wohnung auf Hochglanz geputzt. Auch er war völlig verwirrt, wusste nicht, wie er damit umgehen sollte, dass Gustav nun sein Geheimnis kannte. Würde er diese Neigung akzeptieren können? Oder würde es das Ende ihrer Beziehung bedeuten? Er wusste selber nicht mehr genau, wann das ganze angefangen hatte, wann er das erste Mal den Wunsch verspürt hatte, eine Frau zu sein. Jedenfalls hatte ihn diese Sehnsucht seither nicht mehr losgelassen... Aber wie sollte er das seinem Freund erklären? Immer wieder stiegen ihm die Tränen in die Augen, bestimmt war sein eben frisch aufgetragener Kajal schon wieder verwischt. Zum dritten Mal an diesem Tag nahm er nun den Staubsauger und saugte das Wohnzimmer. Daraufhin setzte er sich einen Moment aufs Sofa, um zu verschnaufen. Im selben Moment wurde die Haustür geöffnet, und Gustav kam herein. Reflexartig erhob sich Georg vom Sofa, und gleich darauf standen sich die beiden – wie schon am Morgen – wieder bewegungslos gegenüber.
„Hey!“, brachte Gustav schliesslich leise über die Lippen, und Georg erwiderte die Begrüssung kaum hörbar. Gustav liess seine Mappe auf den Boden sinken und setzte sich auf einen Sessel. Auch Georg liess sich wieder aufs Sofa sinken. Nach einigen Minuten Schweigen ergriff Gustav das Wort.
„Was... wie lange machst du das schon?“, wollte er wissen und rutschte an die vordere Kante des Sessels. Georg starrte auf seine Knie.
„Seit einigen Monaten...“, meinte er leise und begann seine Hände zu kneten.
„Und... wieso?“, fragte Gustav nun. Georg sah kurz auf, zuckte mit den Schultern, und seine Augen füllten sich erneut mit Tränen.
„Aber... es muss doch irgend nen Grund geben! Fühlst du dich besser wenn du das Zeug anhast? Willst du ne Frau sein oder was?“, kam es aufgeregt von Gustav. Erneut zuckte Georg mit den Schultern, die Tränen liefen ihm nun über die Wangen. Gustav erhob sich von seinem Sessel und ging hinüber zu Georg, setzte sich neben ihn aufs Sofa und legte zögerlich seine Arme um seinen Freund. Georg jedoch verspannte sich nun völlig.
„Hey...“, murmelte Gustav und strich seinem Freund beruhigend über den Rücken. Doch dadurch schaffte er es nicht wirklich, Georg zu beruhigen.
„Ich... weiss nicht mehr genau, wie das angefangen hat...“, begann Georg nun leise zu erklären, „Irgendwann hab ich das mit den Augen angefangen, und dann wurde es irgendwie immer mehr... Irgendwie gefällt mir die Vorstellung einfach, eine Frau zu sein, keine Ahnung wieso... Und eigentlich sollte auch nie irgendwer was davon mitbekommen...“ Er strich sich die Tränen aus dem Gesicht.
„Ich versteh schon, wenn du jetzt... nichts mehr mit mir zu tun haben willst...“, fügte er hinzu und fuhr sich durch die Haare. Gustav legte seine Arme noch etwas fester um ihn.
„Hey, ich liebe dich!“, meinte er und küsste seinen Freund zur Unterstreichung seiner Worte auf die Wange, „Ich liebe dich als Mensch, nicht als Mann. Und es ist echt OK für mich, auch wenn du ne Frau sein willst. Ich war halt nur... nun ja, sehr überrascht... Ich konnte ja nicht ahnen, dass es dir so geht...“ Georg nickte leicht, ohne aufzuschauen. Vorsichtig nahm Gustav Georgs Hände in seine eine, während er mit der anderen Hand vorsichtig Georgs Gesicht anhob, ihn dadurch zwang, ihn anszusehen.
„Zeigst du mir mal diese Kleider, die du heute morgen getragen hast?“, fragte er leise, und nach kurzem Zögern nickte Georg.
Vorsichtig strich Gustav über den samtigen Stoff des schwarzen Abendkleides, welches Georg gerade auf dem Bett ausgebreitet hatte und nun wieder zum Schrank ging, um die restlichen Kleidungsstücke zu holen. Er legte die Unterwäsche, die Gelkissen sowie die Nylonstrumpfhose, die von der panischen Ausziehaktion heute morgen eine Laufmasche davongetragen hatte, zum Kleid und holte als letztes die Pumps und die Kiste mit dem Schmuck und den Schminksachen. Sein Gesicht bedeckte ein leichter Rotschimmer; obwohl er froh war, dass Gustav das ganze so locker sah, war ihm nicht wohl dabei, das ganze nun so offen vor ihm auszubreiten.
Gustav nahm ihm die Kiste aus der Hand und klappte sie auf. Mit etwas Abstand setzte sich Georg neben ihm aufs Bett und starrte auf seine Hände. Er zuckte leicht zusammen, als Gustav nach seiner Hand griff, und sah seinen Freund unsicher an.
„Ziehst du das Zeug nochmal an – für mich?“
Georg starrte seinen Freund einen Moment ungläubig an, nickte dann aber zörgerlich. Seine Hände zitterten stark, als er sich von Jeans, T-Shirt und Boxershorts befreite und nach den Damenkleidern griff. Sobald er den samtigen Stoff der Unterwäsche an seiner Haut spürte, war seine Nervosität verflogen, ebenfalls vergessen, dass Gustav noch im Raum war, der die Verwandlung seines Geliebten fasziniert beobachtete. Als sich Georg das Abendkleid übergezogen hatte, konnte er kaum noch stillsitzen und stand schliesslich auf, um Georg beim Schliessen des Reissverschlusses auf der Rückseite des Kleides zu helfen. Daraufhin schlang er seine Arme um seinen Freund und schaute ihm über die Schulter, während dieser sich die Ohrclips ansteckte und schliesslich den Lipgloss auftrug. Dann drehte er sich um, und Gustav trat einige Schritte zurück, um seinen Freund – oder nun eher seine Freundin – besser ansehen zu können.
„Gefällts dir?“, fragte Georg, und ohne es zu wollen, hatte er seine Stimme verstellt; was ihm zu seiner eigenen Überraschung so gut gelang wie nie zuvor. Eigentlich war diese Frage ja überflüssig, denn Gustavs faszinierter Blick sprach Bände. Langsam trat er auf Georg zu und streckte die Hand nach seinem Gesicht aus, berührte ihn vorsichtig, als wäre es nur eine Illusion und er Angst hätte, dass Georg bei einer stärkeren Berührung zerbrechen oder verschwinden würde. Doch dieser schmiegte sein Gesicht in die Hand des Blonden und lächelte ihn schüchtern an. Nun konnte sich Gustav nicht mehr halten, stürzte sich regelrecht auf seinen Geliebten und presste gierig seine Lippen auf die des anderen. Von sich selber überrascht löste er den Kuss nach einer Weile und sah in die schönen grünen Augen seines Gegenübers. Erneut trat er einige Schritte zurück, um ihn besser betrachten zu können.
„Wer... wer bist du?“, fragte er heiser und starrte den Braunhaarigen an.
„Laura“, antwortete dieser wie selbstverständlich und sah ihn unschuldig an. Gustav trat wieder zu ihm und küsste ihn erneut, wobei er ihn vorsichtig umdrehte und langsam in richtung Bett schob. Sich noch immer küssend landeten die beiden auf der weichen Matratze. Wie von selber fuhren Gustavs Hände unter Georgs Kleid, und das Gefühl der dünnen Nylonstrumpfhose unter seinen Händen steigerte seine Erregung noch einmal. Er bedeckte Georgs Hals mit Küssen, während dieser ihm langsam das Hemd über den Kopf zog. Gustavs Hände zogen langsam die Strumpfhose hinunter und streiften dabei Georgs bereits ziemlich ausgeprägte Erregung, was diesen aufstöhnen liess. Schnell war er daraufhin auch den Tanga los, und er spürte, wie sich Gustavs Faust um sein Glied schloss und anfing, dieses zu stimulieren. Mit der anderen Hand befreite sich Gustav von seiner Hose und tastete daraufhin nach Georgs Eingang. Dieser stöhnte erregt auf, als er vorsichtig mit einem Finger in ihn eindrang, um ihn vorzubereiten. Ein weiterer Finger folgte, und kurz davor noch ein dritter. Gustavs andere Hand hatte unterdessen von Georgs Erregung abgelassen, um diesen nicht vorzeitig zum Höhepunkt zu bringen.
„Bist du bereit?“, flüsterte er ihm heiser ins Ohr, und Georg nickte heftig und krallte sich in den Rücken seins Freundes. Gustav zog seine Finger zurück, befreite sich von seiner Boxershorts und drang dann vorsichtig in seinen Freund ein. Er liess Georg einen Moment Zeit, um sich an ihn zu gewöhnen, bevor er vorsichtig begann, in ihn zu stossen. Dabei beobachtete er Georg genau, dessen Körper im schwarzen Samtkleid bebte. Er hatte die Augen zusammengekniffen und stöhnte bei jedem von Gustavs Stössen auf, drückte ihm sein Becken entgegen. Nur kurze Zeit später erreichten die beiden zeitgleich ihren Höhepunkt. Gustav brach auf seinem Freund zusammen, vergrub sein Gesicht in dessen Halsbeuge.
„Ich liebe dich, Georg – oder Laura, wie auch immer... Aber ich liebe dich, und ich will dich niemals verlieren..."
~.~
„Engel? Hey, aufwachen! Wir müssen bald los!“ Verpennt öffnete Georg die Augen und sah direkt in Gustavs lächelndes Gesicht, welcher ihm sanft über die Wange strich. Gähnend setzte sich hin und rieb sich die Augen, bevor er einen Blick an sich herunter warf. 'Es ist also kein Traum.', schoss es ihm durch den Kopf, als er die beiden leichten Wölbungen unter seinem T-Shirt entdeckte. Dennoch strich er zur Sicherheit kurz darüber, um sich gleich darauf seelig lächelnd ins Kissen zurück sinken zu lassen. Es war nun ein Jahr her, seit Gustav zufällig sein Geheimnis rausgefunden hatte. Mit seiner Hilfe hatte er es daraufhin gewagt, einen Psychologen aufzusuchen, um mit diesem „Problem“, welches keines war, zurechtzukommen. Vor einigen Monaten war er dann endgültig zu Laura geworden. Die meisten seiner Freunde und seine Familie hatten es anstandslos akzeptiert, allen anderen weinte er keine Träne nach. Durch Hormone war alles an ihm bereits etwas weiblicher geworden, und durch eine Brust-OP war er für aussenstehende schliesslich vollständig zur Frau geworden. Völlig umoperiern lassen wollte er sich nicht, denn immerhin hatte er auch seinem „Alten Leben“ vieles zu verdanken...
Auch seine allgemeine Erscheinung hatte sich verändert. Er trug die Haare nun um einiges kürzer als zu „Georg-Zeiten“, zudem waren sie mit blonden Strähnen durchzogen. Auch Ohrclips brauchte er inzwischen keine mehr, denn er hatte sich Ohrlöcher machen lassen. Und die nächsten beiden Wochen würde er nun mit Gustav am Meer verbringen, sich in der Karibik das erste Mal im Bikini der Öffentlichkeit zeigen.
„Hey, nicht wieder einschlafen!“, holte ihn Gustavs Stimme aus den Gedanken. Glücklich sah Laura ihn an, schlang ihre Arme um seinen Hals und zog ihn an sich. Ihm hatte sie so viel zu verdanken.
„Ich liebe dich!“, flüsterte sie und küsste ihn auf die Wange.
„Ich dich auch, Süsse! Und jetzt los, raus aus den Federn, das Flugzeug wartet nicht!“ Laura nickte lächelnd und stand auf. Noch nie hatte sie sich so sehr auf einen Urlaub gefreut wie jetzt.
1. Autor: Novy
2. Art der Story: Slash/RPS (sozusagen), Lime/Lemon
3. Hauptpersonen: Gustav, Georg, (Laura)
4. Rating: P-18-Slash
5. Warnungen: Nun ja, äh, die gesamte Story ist etwas gewöhnungsbedürfdig... Ansonsten... Lime/Lemon eben...
6. Disclaimer: Weder Gustav noch Georg gehören mir, die Gesamte Story ist frei erfunden und ich verdiene (leider) kein Geld damit
7. Claimer: Laura gehört mir... Behaupte ich jetzt mal...
8.Summary:Georg hat ein Geheimnis... Doch was wird passieren, wenn Gustav es herausfindet...?
Durch die geschlossenen Rollläden drang schwaches Licht ins Schlafzimmer und warf einen schwachen Schein auf die beiden jungen Männer, welche aneinandergekuschelt im grossen Doppelbett lagen und noch tief und fest schliefen. Durch das offenstehende Fenster war leises Vogelgezwitscher zu hören, neben welchem nur der ruhige Atem der beiden Schlafenden zu vernehmen war, zudem ab und zu das leise Rascheln der Bettdecke. Doch einer der noch schwachen Sonnenstrahlen hatte es sich nun zur Aufgabe gemacht, die beiden aus ihren Träumen zu holen. Die Nase des kurzhaarigen blonden, der sich an den Rücken seines braunhaarigen Freundes gekuschelt hatte, begann zu zucken. Grummelnd kuschelte er sich noch etwas näher an seinen geliebten, bevor er seine Augen zusammenkniff und sie daraufhin öffnete. Er blinzelte einige Male und warf dann über die Schulter seines Freundes einen Blick auf den Wecker, welcher in leuchtenden roten Lettern „06:54“ anzeigte. Leise seufzend vergrub er sein Gesicht noch einmal im Nacken des vor ihm liegenden, legte seinen Arm um dessen nackten Oberkörper und schloss die Augen. Er wollte die letzten Minuten vor dem Weckerklingeln noch etwas dösen, doch im selben Moment kam Bewegung in seinen Freund. Dieser wand sich einige Male in seinen Armen und hob dann den Kopf, um ebenfalls auf den Wecker zu schauen. Er rieb sich die Augen und gähnte, bevor er seinen Kopf wieder ins Kissen sinken liess.
Der Blonde rutschte nun noch etwas näher an seinen Freund, schlang seine Arme um ihn und hauchte ihm einige Küsse in den Nacken.
„Morgen Süsser!“, murmelte er, während ihn die langen braunen Haare des anderen im Gesicht kitzelten und ihn erneut die Augen zusammenkneifen liess. Ein Lächeln legte sich auf das Gesicht des Braunhaarigen, er drehte sich in der Umarmung des anderen um und legte sanft seine Lippen auf die des blonden.
„Morgen!“, flüsterte er und legte nun seinerseits seine Arme um den anderen.
„Gut geschlafen?“, wollte der Blonde wissen. Sein Freund nickte leicht und presste sein Gesicht gegen den Hals seines Freundes. Dieser strich leicht über seinen nackten Rücken. Schliesslich ging der Radiowecker auf dem Nachttisch an. Der Blonde gab ein Grummeln von sich, während sich der andere widerwillig aus dessen Umarmung befreite um den Wecker zum Verstummen zu bringen. Ein letztes Mal kuschelte er sich an seinen Geliebten, bevor dieser sich auf den Bettrand setzte und das Lämpchen auf seinem Nachttisch einschaltete. Gähnend streckte er die Arme in die Luft und reckte sich, bevor er aufstand und sich auf den Weg ins Badezimmer machte.
Georg Listing drehte sich noch einmal um, zog sich die Decke über den Kopf und vergrub sein Gesicht im Kissen seines Freunds. Aus dem nebenan liegenden Badezimmer war Wasserrauschen zu hören, sein Freund stand also gerade unter der Dusche. Die Vorstellung, wie das warme Wasser über den Körper des Blonden lief, liess ein Grinsen über sein Gesicht huschen. Unter der Dusche hatten die Beiden schon jede Menge Spass gehabt, zu zweit versteht sich. Zu gerne hätte er seinem Geliebten nun Gesellschaft geleistet, doch schlussendlich war es doch viel zu gemütlich, im Bett zu liegen. Und wie als Bestätigung hörte er nun, wie sein Freund das Wasser abstellte.
Gustav Schäfer wickelte sich ein Handtuch um die Hüften und ein weiteres um seine tropfenden Haare, bevor er vor den angelaufenen Badezimmerspiegel trat, mit der Hand darüber fuhr und nach seiner Zahnbürste griff. Daraufhin kämmte er sich die Haare, wischte die restlichen Wassertropfen von seinem Körper und ging zurück ins Schlafzimmer. Beim Blick auf das Bett musste er grinsen, Georg hatte sich vollständig unter die Bettdecke verkrochen. Vor sich hin lächelnd ging der Blonde zu seinem Schrank, holte eine schwarze Hose, ein weisses Hemd und einen ebenfalls schwarzen Kittel hervor.
Er hatte, nachdem sich ihre Band vor knapp einem Jahr aufgelöst hatte, schnell einen Job in einem Büro gefunden und war inzwischen sogar zum Geschäftsführer aufgestiegen. Georg hingegen war quasi die Hausfrau, was ihn jedoch kaum zu stören schien, im Gegenteil. Oft war das ganze Haus auf Hochglanz geputzt, wenn Gustav von der Arbeit kam, und Georg strahlte übers ganzen Gesicht, wenn sein Freund ihn für seine Bemühungen lobte. Überhaupt hatte Georg sich verändert, was sich Gustav jedoch nicht so ganz erklären konnte. Der Braunhaarige war irgendwie immer schmaler geworden, hatte aufgehört zu trainieren, er wirkte nun schmal und zerbrechlich. Seine früheren Muskeln waren verschwunden. Auch war Georg sensibler geworden, was seinen Freund jedoch nicht störte, sondern eher dessen „Beschützerinstinkt“ hervorrief. Georgs neuster Tick war es nun, wie früher ihr Bandkumpel Bill seine Augen - wenn auch nur leicht – mit schwarzem Kajalstift zu umranden. Was ihm durchaus stand, wie Gustav fand.
Nun fertig angezogen, machte sich Gustav auf den Weg in die Küche. Es war nun kurz vor halb acht. Während er die Kaffeemaschine einschaltete, beschloss Georg nun ebenfalls, langsam aufzustehen. Auch er gönnte sich als erstes eine Dusche, bevor er zurück in sein Zimmer ging, um sich anzuziehen. In einer recht engen schwarzen Jeans und einem zu grossen – oder eher zu gross gewordenen – T-Shirt stand er nun vor dem Spiegel und betonte seine Augen schwach mit schwarzem Kajal. Gerade, als er nach seinem durchsichtigen Mascara griff, wurde die Tür aufgeschoben und Gustav kam herein. Er grinste leicht, während er von hinten seine Arme um den Älteren legte.
„Ich geh dann mal.“, meinte er und küsste seinen Freund auf die Wange, „Bis heute Abend.“ Georg drehte sich in seinen Armen um, und sie küssten sich zum Abschied. Gustav wollte sich umdrehen und gehen, doch Georgs Hand hielt ihn auf, welche noch immer in seinem Nacken lag und ihn erneut zum küssen heranzog.
„Bis später!“, meinte der Braunhaarige lächelnd. Gustav erwiderte das Lächeln und ging aus dem Zimmer. Er stieg die Treppe hinunter und verliess das Haus. Er stieg in seinen silbernen BMW und fuhr los. Je weiter er sich von ihrem Haus entfernte, umso mehr wurden die Abschiedszenen von vorhin von den anstehenden Arbeiten verdrängt.
Georg hüpfte vor sich hin summend die Treppe hinunter, wobei er feststellte, dass er diese mal wieder wischen musste. Er fügte dies zu seinem imaginären Putzplan in seinem Kopf hinzu, auf dem bereits „Badezimmer putzen“ und „Wohnzimmer Staubsaugen“ aufgeführt waren. Doch als erstes brauchte er eine Tasse Kaffee. Und gleich danach hatte er noch etwas anderes vor; etwas, wovon niemand etwas wissen durfte... Er schaute zu, wie die schwarze Flüssigkeit aus der Maschine in die Tasse lief und gab dann noch etwas Süssstoff dazu. Langsam und sich immer wieder Schlucke aus der Tasse genehmigend ging er langsam wieder nach oben ins Schlafzimmer. Er stellte die Tasse auf der Kommode ab und drehte die Rollläden hoch. Das Fenster ging auf einige Felder hinaus, in wenigen Kilometern war zudem der Wald zu sehen. Er hatte sich damals gewünscht, etwas ausserhalb der Stadt zu wohnen, und Gustav war damit glücklicherweise einverstanden gewesen. Der Braunhaarige liebte die Ruhe hier draussen, die Ungestörtheit und auch die Tatsache, dass bisher kein Fan rausgefunden hatte, wo die beiden nun wohnten.
Georg machte das Bett und riss als erstes die beiden grossen Fenster auf. Tief atmete er die frische Landluft ein, bevor er sich, ein geheimnisvolles Lächeln auf den Lippen, langsam umdrehte und zu seinem Schrank ging. Aus den hintersten Ecken holte er einen schwarzen Spitzen-BH und den dazu passenden Tanga hervor. Ein Kribbeln durchfuhr ihn, als er über den Samtstoff der beiden Wäschestücke strich. Es folgte eine dünne schwarze Nylonstrumpfhose, ein langes schwarzes Abendkleid und dazu passende schwarze Pumps. Das Kribbeln in ihm wurde stärker, während er sich mit aus Vorfreude leicht zitternden Händen aus seinen Kleidern schälte. Er hielt die Luft an, während er sich vorsichtig den Tanga anzog, und schaffte es kaum, den BH einzuhaken, weil seine Finger so sehr zitterten. Endlich hatte er es geschafft und steckte noch zwei Gelkissen in die Körbchen. Als nächstes zog er sich vorsichtig die Strumpfhose an, vorsichtig, um sie nicht kaputt zu machen. Als nächstes folgte das Abendkleid und schlussendlich stieg er in die Pumps. Daraufhin warf er einen Blick in den Spiegel und nickte. Der Körper war nun OK, fehlte also noch das Gesicht. Auf wundersame Weise war sein Zittern nun verschwunden, und völlig ruhig ging er erneut zu seinem Schrank, um eine kleine Schachtel rauszuholen.
Gustav hatte gerade den Stadtrand erreicht, als ihm auffiel, dass seine Aktentasche nicht wie üblich auf dem Beifahrersitz lag. Stirnrunzelnd fuhr er auf den nächsten Parkplatz und stieg aus. Hatte er diese etwa liegen lassen? Er öffnete die Tür zum Rücksitz und besah sich die Sitze und den Boden, doch nirgendwo war die schwarze Ledermappe zu sehen.
„Mist!“, murmelte er und stieg wieder ins Auto. Das bedeutete also zurückfahren und die Mappe holen...
Mit einem Schwämmchen verteilte Georg Puder in seinem Gesicht und nahm anschliessend ein Döschen hellblauen Lidschatten, welches er aufschraubte und mit dem Finger auf seinen Augenlidern verteilte. Kritisch besah er sich nun im Spiegel, trat einen Schritt zurück, um seinen ganzen Körper betrachten zu können. Er lächelte leicht, streckte seine Hand aus, als ob er jemanden hätte begrüssen wollen.
„Hey, ich bin Laura!“, sagte er leise mit verstellter Stimme, schüttelte aber gleich darauf den Kopf – das klang immer noch zu Georghaft... Er versuchte es erneut; schon besser. ‚Lipgloss!’, schoss es ihm nun durch den Kopf, und er trat erneut an die Kommode heran. Aus seiner Kiste wühlte er ein Fläschchen hellrosa Lipgloss, zudem fielen ihm zwei Ohrclips in die Hände. Diese befestigte er vorsichtig an seinen Ohrläppchen und begann, das Lipglossfläschchen aufzuschrauben.
„Georg?“ Gustav hatte gerade die Haustür aufgestossen und trat nun durch den Flur in die Küche. Sein Freund war jedoch nirgendwo zu entdecken – ob sich Georg noch einmal hingelegt hatte? Ging es ihm vielleicht nicht gut? Besorgt stieg Gustav die Treppe hoch. Tatsächlich war aus ihrem Schlafzimmer leise Musik zu hören. Die Tür war nur angelehnt, und Gustav stiess sie vorsichtig auf. Erschrocken riss er die Augen auf, als er seinen Freund in einem schwarzen Abendkleid vor dem Spiegel stehen sah, wie er gerade hellrosa Lipgloss auf seine Lippen tupfte.
„Was zum...“, entfuhr es ihm, und Georg fuhr erschrocken herum. Das Lipglossfläschchen machte mit einem dumpfen Geräusch Bekanntschaft mit dem Boden. Für einige Augenblicke standen sich die beiden regungslos gegenüber. Georg hatte das Gefühl, ihm würde der Boden unter den Füssen weggezogen, dennoch schaffte er es irgendwie, auf den Beinen zu bleiben. Gustav hingegen fühlte sich wie im falschen Film – war das alles nur ein Traum? Wenn ja, dann wollte er jetzt augenblicklich aufwachen! Irgendwie schaffte er es, sich aus seiner Erstarrung zu lösen, und er bemerkte seine Mappe, die auf einem Sessel stand. In wenigen Schritten war er dort und hatte sie ergriffen.
„Ich...“, murmelte er. Georg starrte auf seine Füsse. Gustav ging wieder zurück zur Tür und warf einen letzten flüchtigen Blick zu seinem Freund.
„Ich... ich muss zur Arbeit...“, murmelte er, ohne Georg anzusehen, „Und heute Abend... erklärst du mir das!“ Er hob seinen Kopf und sah Georg kurz direkt in die Augen. Dieser senkte erneut den Blick, nickte leicht. Im nächsten Augenblick war Gustav schon wieder aus der Zimmertür verschwunden. Georg blieb wie erstarrt stehen, erst als unten die Haustür ins Schloss fiel, konnte er sich aus seiner Starre lösen. Er begann am ganzen Körper zu zittern, während er sich aus den Frauenkleidern schälte, sich wieder Jeans und Shirt anzog und die anderen Kleider wieder in der hintersten Ecke des Schrankes verstaute. Er riss sich die Clips von den Ohren, stopfte die Schminksachen in die Kiste und stopfte sie ebenfalls zu den Kleidern in den Schrank. Er schlug die Türen zu und lehnte sich mit dem Rücken daran, die Arme ausgestreckt, als ob er den Inhalt vor irgendwas schützen wollte. Sein Herz raste, und erst jetzt bemerkte er, wie ihm die Tränen über die Wangen liefen. Langsam liess er sich an der Schranktür hinuntersinken und vergrub sein Gesicht in den Händen.
Gustav fuhr mit überhöhter Geschwindigkeit wieder in Richtung Stadt, immer wieder den Kopf schüttelnd über das eben erlebte. Was war in Georg gefahren, damit er so was machte? Völlig verwirrt erreichte er seine Arbeitsstelle. Den ganzen Tag verfolgte ihn das Bild von seinem Freund in Frauenkleidern. Natürlich fiel das auch seine Mitarbeitern auf; diese hatten ihren Chef noch nie so zerstreut und abwesend erlebt. Dieser wollte einfach nur noch aus diesem Büro raus, hatte aber dennoch Angst vor dem anstehenden Gespräch mit Georg... Wie würde dieser ihm diese Situation erklären?
Georg hatte den ganzen Tag die Wohnung auf Hochglanz geputzt. Auch er war völlig verwirrt, wusste nicht, wie er damit umgehen sollte, dass Gustav nun sein Geheimnis kannte. Würde er diese Neigung akzeptieren können? Oder würde es das Ende ihrer Beziehung bedeuten? Er wusste selber nicht mehr genau, wann das ganze angefangen hatte, wann er das erste Mal den Wunsch verspürt hatte, eine Frau zu sein. Jedenfalls hatte ihn diese Sehnsucht seither nicht mehr losgelassen... Aber wie sollte er das seinem Freund erklären? Immer wieder stiegen ihm die Tränen in die Augen, bestimmt war sein eben frisch aufgetragener Kajal schon wieder verwischt. Zum dritten Mal an diesem Tag nahm er nun den Staubsauger und saugte das Wohnzimmer. Daraufhin setzte er sich einen Moment aufs Sofa, um zu verschnaufen. Im selben Moment wurde die Haustür geöffnet, und Gustav kam herein. Reflexartig erhob sich Georg vom Sofa, und gleich darauf standen sich die beiden – wie schon am Morgen – wieder bewegungslos gegenüber.
„Hey!“, brachte Gustav schliesslich leise über die Lippen, und Georg erwiderte die Begrüssung kaum hörbar. Gustav liess seine Mappe auf den Boden sinken und setzte sich auf einen Sessel. Auch Georg liess sich wieder aufs Sofa sinken. Nach einigen Minuten Schweigen ergriff Gustav das Wort.
„Was... wie lange machst du das schon?“, wollte er wissen und rutschte an die vordere Kante des Sessels. Georg starrte auf seine Knie.
„Seit einigen Monaten...“, meinte er leise und begann seine Hände zu kneten.
„Und... wieso?“, fragte Gustav nun. Georg sah kurz auf, zuckte mit den Schultern, und seine Augen füllten sich erneut mit Tränen.
„Aber... es muss doch irgend nen Grund geben! Fühlst du dich besser wenn du das Zeug anhast? Willst du ne Frau sein oder was?“, kam es aufgeregt von Gustav. Erneut zuckte Georg mit den Schultern, die Tränen liefen ihm nun über die Wangen. Gustav erhob sich von seinem Sessel und ging hinüber zu Georg, setzte sich neben ihn aufs Sofa und legte zögerlich seine Arme um seinen Freund. Georg jedoch verspannte sich nun völlig.
„Hey...“, murmelte Gustav und strich seinem Freund beruhigend über den Rücken. Doch dadurch schaffte er es nicht wirklich, Georg zu beruhigen.
„Ich... weiss nicht mehr genau, wie das angefangen hat...“, begann Georg nun leise zu erklären, „Irgendwann hab ich das mit den Augen angefangen, und dann wurde es irgendwie immer mehr... Irgendwie gefällt mir die Vorstellung einfach, eine Frau zu sein, keine Ahnung wieso... Und eigentlich sollte auch nie irgendwer was davon mitbekommen...“ Er strich sich die Tränen aus dem Gesicht.
„Ich versteh schon, wenn du jetzt... nichts mehr mit mir zu tun haben willst...“, fügte er hinzu und fuhr sich durch die Haare. Gustav legte seine Arme noch etwas fester um ihn.
„Hey, ich liebe dich!“, meinte er und küsste seinen Freund zur Unterstreichung seiner Worte auf die Wange, „Ich liebe dich als Mensch, nicht als Mann. Und es ist echt OK für mich, auch wenn du ne Frau sein willst. Ich war halt nur... nun ja, sehr überrascht... Ich konnte ja nicht ahnen, dass es dir so geht...“ Georg nickte leicht, ohne aufzuschauen. Vorsichtig nahm Gustav Georgs Hände in seine eine, während er mit der anderen Hand vorsichtig Georgs Gesicht anhob, ihn dadurch zwang, ihn anszusehen.
„Zeigst du mir mal diese Kleider, die du heute morgen getragen hast?“, fragte er leise, und nach kurzem Zögern nickte Georg.
Vorsichtig strich Gustav über den samtigen Stoff des schwarzen Abendkleides, welches Georg gerade auf dem Bett ausgebreitet hatte und nun wieder zum Schrank ging, um die restlichen Kleidungsstücke zu holen. Er legte die Unterwäsche, die Gelkissen sowie die Nylonstrumpfhose, die von der panischen Ausziehaktion heute morgen eine Laufmasche davongetragen hatte, zum Kleid und holte als letztes die Pumps und die Kiste mit dem Schmuck und den Schminksachen. Sein Gesicht bedeckte ein leichter Rotschimmer; obwohl er froh war, dass Gustav das ganze so locker sah, war ihm nicht wohl dabei, das ganze nun so offen vor ihm auszubreiten.
Gustav nahm ihm die Kiste aus der Hand und klappte sie auf. Mit etwas Abstand setzte sich Georg neben ihm aufs Bett und starrte auf seine Hände. Er zuckte leicht zusammen, als Gustav nach seiner Hand griff, und sah seinen Freund unsicher an.
„Ziehst du das Zeug nochmal an – für mich?“
Georg starrte seinen Freund einen Moment ungläubig an, nickte dann aber zörgerlich. Seine Hände zitterten stark, als er sich von Jeans, T-Shirt und Boxershorts befreite und nach den Damenkleidern griff. Sobald er den samtigen Stoff der Unterwäsche an seiner Haut spürte, war seine Nervosität verflogen, ebenfalls vergessen, dass Gustav noch im Raum war, der die Verwandlung seines Geliebten fasziniert beobachtete. Als sich Georg das Abendkleid übergezogen hatte, konnte er kaum noch stillsitzen und stand schliesslich auf, um Georg beim Schliessen des Reissverschlusses auf der Rückseite des Kleides zu helfen. Daraufhin schlang er seine Arme um seinen Freund und schaute ihm über die Schulter, während dieser sich die Ohrclips ansteckte und schliesslich den Lipgloss auftrug. Dann drehte er sich um, und Gustav trat einige Schritte zurück, um seinen Freund – oder nun eher seine Freundin – besser ansehen zu können.
„Gefällts dir?“, fragte Georg, und ohne es zu wollen, hatte er seine Stimme verstellt; was ihm zu seiner eigenen Überraschung so gut gelang wie nie zuvor. Eigentlich war diese Frage ja überflüssig, denn Gustavs faszinierter Blick sprach Bände. Langsam trat er auf Georg zu und streckte die Hand nach seinem Gesicht aus, berührte ihn vorsichtig, als wäre es nur eine Illusion und er Angst hätte, dass Georg bei einer stärkeren Berührung zerbrechen oder verschwinden würde. Doch dieser schmiegte sein Gesicht in die Hand des Blonden und lächelte ihn schüchtern an. Nun konnte sich Gustav nicht mehr halten, stürzte sich regelrecht auf seinen Geliebten und presste gierig seine Lippen auf die des anderen. Von sich selber überrascht löste er den Kuss nach einer Weile und sah in die schönen grünen Augen seines Gegenübers. Erneut trat er einige Schritte zurück, um ihn besser betrachten zu können.
„Wer... wer bist du?“, fragte er heiser und starrte den Braunhaarigen an.
„Laura“, antwortete dieser wie selbstverständlich und sah ihn unschuldig an. Gustav trat wieder zu ihm und küsste ihn erneut, wobei er ihn vorsichtig umdrehte und langsam in richtung Bett schob. Sich noch immer küssend landeten die beiden auf der weichen Matratze. Wie von selber fuhren Gustavs Hände unter Georgs Kleid, und das Gefühl der dünnen Nylonstrumpfhose unter seinen Händen steigerte seine Erregung noch einmal. Er bedeckte Georgs Hals mit Küssen, während dieser ihm langsam das Hemd über den Kopf zog. Gustavs Hände zogen langsam die Strumpfhose hinunter und streiften dabei Georgs bereits ziemlich ausgeprägte Erregung, was diesen aufstöhnen liess. Schnell war er daraufhin auch den Tanga los, und er spürte, wie sich Gustavs Faust um sein Glied schloss und anfing, dieses zu stimulieren. Mit der anderen Hand befreite sich Gustav von seiner Hose und tastete daraufhin nach Georgs Eingang. Dieser stöhnte erregt auf, als er vorsichtig mit einem Finger in ihn eindrang, um ihn vorzubereiten. Ein weiterer Finger folgte, und kurz davor noch ein dritter. Gustavs andere Hand hatte unterdessen von Georgs Erregung abgelassen, um diesen nicht vorzeitig zum Höhepunkt zu bringen.
„Bist du bereit?“, flüsterte er ihm heiser ins Ohr, und Georg nickte heftig und krallte sich in den Rücken seins Freundes. Gustav zog seine Finger zurück, befreite sich von seiner Boxershorts und drang dann vorsichtig in seinen Freund ein. Er liess Georg einen Moment Zeit, um sich an ihn zu gewöhnen, bevor er vorsichtig begann, in ihn zu stossen. Dabei beobachtete er Georg genau, dessen Körper im schwarzen Samtkleid bebte. Er hatte die Augen zusammengekniffen und stöhnte bei jedem von Gustavs Stössen auf, drückte ihm sein Becken entgegen. Nur kurze Zeit später erreichten die beiden zeitgleich ihren Höhepunkt. Gustav brach auf seinem Freund zusammen, vergrub sein Gesicht in dessen Halsbeuge.
„Ich liebe dich, Georg – oder Laura, wie auch immer... Aber ich liebe dich, und ich will dich niemals verlieren..."
~.~
„Engel? Hey, aufwachen! Wir müssen bald los!“ Verpennt öffnete Georg die Augen und sah direkt in Gustavs lächelndes Gesicht, welcher ihm sanft über die Wange strich. Gähnend setzte sich hin und rieb sich die Augen, bevor er einen Blick an sich herunter warf. 'Es ist also kein Traum.', schoss es ihm durch den Kopf, als er die beiden leichten Wölbungen unter seinem T-Shirt entdeckte. Dennoch strich er zur Sicherheit kurz darüber, um sich gleich darauf seelig lächelnd ins Kissen zurück sinken zu lassen. Es war nun ein Jahr her, seit Gustav zufällig sein Geheimnis rausgefunden hatte. Mit seiner Hilfe hatte er es daraufhin gewagt, einen Psychologen aufzusuchen, um mit diesem „Problem“, welches keines war, zurechtzukommen. Vor einigen Monaten war er dann endgültig zu Laura geworden. Die meisten seiner Freunde und seine Familie hatten es anstandslos akzeptiert, allen anderen weinte er keine Träne nach. Durch Hormone war alles an ihm bereits etwas weiblicher geworden, und durch eine Brust-OP war er für aussenstehende schliesslich vollständig zur Frau geworden. Völlig umoperiern lassen wollte er sich nicht, denn immerhin hatte er auch seinem „Alten Leben“ vieles zu verdanken...
Auch seine allgemeine Erscheinung hatte sich verändert. Er trug die Haare nun um einiges kürzer als zu „Georg-Zeiten“, zudem waren sie mit blonden Strähnen durchzogen. Auch Ohrclips brauchte er inzwischen keine mehr, denn er hatte sich Ohrlöcher machen lassen. Und die nächsten beiden Wochen würde er nun mit Gustav am Meer verbringen, sich in der Karibik das erste Mal im Bikini der Öffentlichkeit zeigen.
„Hey, nicht wieder einschlafen!“, holte ihn Gustavs Stimme aus den Gedanken. Glücklich sah Laura ihn an, schlang ihre Arme um seinen Hals und zog ihn an sich. Ihm hatte sie so viel zu verdanken.
„Ich liebe dich!“, flüsterte sie und küsste ihn auf die Wange.
„Ich dich auch, Süsse! Und jetzt los, raus aus den Federn, das Flugzeug wartet nicht!“ Laura nickte lächelnd und stand auf. Noch nie hatte sie sich so sehr auf einen Urlaub gefreut wie jetzt.
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