Annatar - Herr der Geschenke

von Enyo
GeschichteAllgemein / P6
26.10.2007
26.10.2007
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Annatar -  Herr der Geschenke

eine Fanfiction von Enyo




~ Den Sterblichen, ewig dem Tode verfallen, neun,~



Der große Fürst schritt in seiner Halle auf und ab, von Sorgen gequält. Botschafter der Elben erreichten ihn. Annatar, der Herr der Geschenke, hat die Elben mit Krieg überzogen. Der Fürst wollte es nicht glauben, dass der große Wohltäter seines Volkes wirklich böse sein sollte. Seine Schritte wurden langsamer. Die große, goldene Krone, reich mit Rubinen und anderen Zierrat geschmückt, drückte ihn nieder. Ein goldener Siegelring, auch ein Zeichen seiner Macht, zierte seinen schlanken Finger und ein mächtiges Elbenschwert hing an seiner Seite. Schon zu Lebzeiten galt er als einer der Großen seiner Zeit. Er hat in seinen Leben schon viele Schlachten geschlagen und die Gesänge der Barden machte ihn unsterblich.

Doch wie viele Elben und Menschen war er nicht immun gegen die Überzeugungskraft von Annatar. Wenn er sprach, zeugten seine Worte von großer Weisheit, die kaum jemand anzweifelte.
Ein Herold störte die Stille der großen Halle und verbeugte sich.

„Mein Herr. Annatar ist gekommen und er wünscht Euch zu sprechen.”

„Lasst ihn eintreten.”

Obschon der Fürst langsam alt wurde, verriet seine dunkle Stimme ungeheure Kraft und Intensität eines Feldherren von Arnor. Ein großer Mann trat ein, sein Gesicht zeugte von Freundlichkeit und seine Stimme war betörend schön, sodass man alles andere vergaß. Nur wer sehr genau hinsah und wusste wonach man zu suchen hatte, bemerkte das gierige Funkeln in seinen dunklen Augen.

Er verbeugte sich vor den Mann, der später sein entsetzlichster Diener werden würde.

„Mein Herr. Ich freue mich Euch wiederzusehen. Ich hoffe, Euch ist es gut ergangen.”

„Wahrlich. Meinen Land ergeht es gut. Es sind die Botschaften der Elben, die mir Sorgen bereiten.”

„Die Worte der Elben sind oft verschlungen und selten deutbar für Außenstehende. Auch mich haben sie getäuscht.”

„Inwiefern sollen die Elben Euch getäuscht haben, mein Freund.”

„Es mag schmerzlich für Euch sein von der Heimtücke der Elben zu erfahren. Auch für mich ist es schmerzlich, hatte ich doch jahrelang geglaubt, sie würden mich bei meinen Streben unterstützen, Mittelerde zu wahrer Größe zu verhelfen. Ich stellte ihnen all mein Wissen über Magie und die Schmiedkunst zu Verfügung, doch sie haben mich verraten.”

Er schwieg einen Augenblick. Seinen Gesicht sah man aufrichtige Empörung an. Doch der Fürst war noch nicht überzeugt.

„Wie Ihr gesagt habt, sind die Wege der Elben nur schwer nachvollziehbar. Doch ich kann nicht glauben, dass sie zu einen so großen Verrat fähig wären. Ich hörte Botschaft, dass Ihr es ward der sie mit Krieg überzogen habt.”

„Ich frage Euch mein Fürst: Was ist so schlimm daran mein Eigentum zurückzufordern? Glaubt mir! Die Elben sind ein verderbtes Volk. Schlimmer noch als die Zwerge in ihrer Gier nach Reichtum. Sie stahlen alle Ringe, die sie nur mit meiner Hilfe schmieden konnten. Sie wollen damit ganz Mittelerde unterjochen. Sie wollten nicht hören und ich überzog sie mit Krieg, um die Ringe zu holen und sie bei ihren schändlichen tun aufzuhalten. Ich hatte nur das Beste für ganz Mittelerde im Sinn.”

Annatars Stimme wurde zum Schluss immer lauter. Langsam beruhigte er sich wieder.

„Nachdem die Elben mich so bitterlich enttäuscht haben, sind die Menschen meine letzte Hoffnung, meinen großen Traum wahr zu machen.”

Während der Rede hatte der Fürst wie erstarrt zugehört. Langsam konnte er sich wieder rühren, aber der Stimme von Annatar vermochte er sich nicht zu widersetzen.

„Ich werde Euch nicht enttäuschen! So wahr ich hier stehe.”

„Das hatte ich gehofft, mein Fürst und deshalb kam ich zu Euch. Ich dachte, dass Ihr vielleicht bereit seid, einen der großen Ringe zu nehmen, den ich den Elben abnehmen konnte.”

Annatar hielt einen Ring aus schillernden Mithril hoch. Er glänzte silbern im Licht der Fackeln und ein roter Rubin funkelte auf ihn. Er war wunderschön. Der mächtige Fürst starrte ihn wie gebannt an. Er hatte von den Ringen gehört, aber noch nie einen gesehen. Es hieß, dass man durch die Ringe großen Reichtum und Macht erlangen könne. Sogar das Leben sollen sie verlängern. Und jetzt bietet Annatar ihn einen an.

„Wahrlich! Nicht umsonst nennt man Euch “Der Herr der Geschenke”. Ich werde den Ring nehmen und Euch helfen Mittelerde stark zu machen.”

Sauron lächelte und verneigte sich erneut. „Ich wusste, dass ich mich auf Euch verlassen kann, mein Herr von Angmar.”


Fin