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Alles hat eien Preis

von the Mage
GeschichteAbenteuer / P12 / Gen
06.10.2007
06.10.2007
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Alles hat einen Preis
©the Mage 2003


Annas Rettung
Alfonso trat aus dem Tor der Akademie. Man hatte ihn gerade der Schule verwiesen. Sicher, er hatte sich oft gedrückt und war bestimmt auch nicht der fleißigste Schüler gewesen. Aber ihn deswegen hinausschmeißen? Mit dem Schuleiter war er schon gleich in der ersten Woche an einander geraten. Dessen Art mit den Schülern umzugehen war ihm schon damals, und da war er noch ein kleines Kind, völlig übertrieben vorgekommen. Immer wieder redete der von den Gefahren durch die Schwarzen Lande. Als wenn Alfonso das interessieren würde. Die waren weit weg und der Krieg vorbei.
Nun stand er hier und überlegte was er jetzt tun solle. Neben ihm stand sein Esel Perval und vor seinen Füßen lag sein Beutel mit den wenigen Habseligkeiten. Er schnallte es auf den Esel und verließ den Platz. Bald würden einige seiner Schulkollegen kommen, um in die Stadt zu gehen und denen wollte er nicht unbedingt Grund für Spott geben. Ein Jahr hätte er noch gebraucht und er wußte das er die Prüfung bestanden hätte. 'Nicht die richtige Einstellung', Alfonso lächelte. Natürlich, er hatte ja die Ausbildung nicht gemacht um später in die Armee einzutreten oder gar Hofmagier zu werden. Er wollte reich werden, wie sein Vater. Nun, dieser war Händler und hatte keine Magie, doch für Alfonso war er der Held. Hatte er es nicht geschafft selbst Störebrand das ein oder andere Geschäft zu vermiesen?
Alfonso überschlug im Geiste den Inhalt seines Geldbeutels. 4 Dukaten und 8 Silber hatte er. Schon seit einem Jahr handelte er an der Schule und in einigen Gasthäusern mit allem Möglichen. Es war schwer genug es vor den Lehrern zu verbergen und gestern hatte ihn ausgerechnet Saldor Foslarin, der Schulleiter erwischt.  Zwei Stunden hatte er sich die Beschimpfungen und Beleidigungen angehört, doch dann riß ihm der Geduldsfaden und er rannte aus dessen Studierstube. Tja und heute  war er offiziell der Schule verwiesen worden. Nie wieder solle er einen Fuß in diese Mauern setzen, wurde ihm von allen Lehrern gesagt. Nicht mal seine eigenen Aufzeichnungen durfte er mitnehmen. Egal, dachte er. Vorläufig wollte er aus Gareth verschwinden. Völlig in Gedanken ging er durch die Stadt und merkte gar nicht wohin es ihn trug. Ganz nebenbei merkte er das er ein Stadttor hinter sich gelassen hatten.
„Mal sehen wo uns unsere Füße hintragen.“ Sagte er und kraulte Perval hinter den Ohren. „Irgendwo werden wir schon unser Glück machen.“
Es war Rahja und Alfonso hatte gute Laune. Im nächsten Dorf kaufte er sich einige Vorräte und zog dann weiter. Einige Tage später, er wollte gerade an einem Wald Rast machen, hörte er jemanden weinen. Er mußte um einige Büsche herum um zu sehen wer den dort so in Trauer war. Dort saß eine Frau von etwa Dreißig Götterläufen.
„Gute Frau, was ist denn so schlimm, das man im schönen Rahja weinen müßte?“ Fragte er freundlich.
„Mein Töchterlein wurde entführt.“ Weinte sie. „Anna ist doch erst ein Jahr alt.“
„Weißt du wohin?“ Fragte Alfonso. Eigentlich hatte er nun wirklich keine Lust ein Kind zu suchen. Aber die Frage rutschte ihm so heraus. Geld und Ruhm würde er bestimmt nicht einnehmen, dachte er und das Balg einer Bäuerin wiederfinden? Hatte sich bestimmt eine Hexe geholt.
„Sie rannten in den Wald dort.“ Schluchzte die Frau.
„Na, ich werde mal nachsehen.“ Lächelte er. Vielleicht fiel ja doch etwas ab. Die Frau sah ihn glücklich an. Und dem Lächeln einer Frau konnte er noch nie etwas abschlagen. So folgte der gescheiterte Magiestudent den Anweisungen der Frau und kam immer weiter in den Wald. Doch bei der Suche wurde es spät. Erst spät in der Nacht machte er sich ein Lager und kaute auf einem Brotkanten.
„Perval? Welches Datum haben wir eigentlich?“ Fragte er den Esel. Angestrengt dachte er nach. Und ganz plötzlich fiel es ihm auf. Schon seit Gestern waren ihm keine Personen mehr entgegen gekommen. Wenn er am 15 Rahja der Schule verwiesen worden war hatten sie heute den Ersten der Namenlosen Tage.
„Ich glaube, wir haben uns da echt etwas zuviel eingebrockt.“ Flüsterte der Junge Mann. Sehr unruhig kauerte er sich an einen Baum. Erst sehr spät schlief er ein. Übermüdet machte er sich am Morgen auf den Weg. So schnell wie möglich ein Dorf finden, schoß ihm durch den Kopf.
„Mach keine Witze, wer ließe dich den hinein.“ Antwortete sein Verstand ihm. Besonders die Dörfler hatten vor den Namenlosen Tagen mächtig Angst. „Und seit wann brichst du Versprechen.“
Stimmt, er hatte der Frau versprochen nach dem Mädchen zu suchen. Hatte er wirklich? Das war doch kein Versprechen, das er da abgegeben hatte. Oder doch? Sehr angestrengt kämpfte sein Verstand mit sich selbst. Bis er Stimmen hörte.
„Hast du die Kerzen?“ Fragte eine Frauenstimme.
„Ja, Estania. Sind die anderen bereit?“ Diese Stimme war die eines Mannes. Alfonso schlich sich an die Lichtung von der die Stimmen kamen. In einem Gebüsch blieb er liegen und beobachtete die Lichtung. Zwölf Menschen zählte er, die dort versammelt waren. Alle trugen lange schwarze Gewänder und Vier waren dabei ein großes Pentagramm auf den Boden zu malen. Etwa vier Schritt von ihm entfernt lag ein Bündel. Erst bei genauem hinsehen sah er das es ein eingewickeltes Kind war. Dämonen-Beschwörer. Schoß ihm durch den Kopf.
„Ich glaube ich habe auch ein gutes Opfer zu uns gelockt.“ Lachte die Frauenstimme. Sie kam ihm bekannt vor. „Magiebegabt und Dumm genug auf eine heulende Frau zu hören.“
'Ich Idiot. Wir sind weit vom nächsten Dorf weg.' Schimpfte Alfonso mit sich.
„Mit dem Blut des Balges zusammen sollte die Beschwörung gelingen.“ hörte er den Mann lachen. „Alrik, seh nach wo er ist.“
Ein anderer ging in den Wald und Alfonso wurde immer banger zu Mute. Wie konnte er sich da noch herauswinden? Was würde er nicht alles dafür geben, jetzt weit weg zu sein.
„Ja, was denn?“ Fragte ihn eine Stimme in seinem Kopf. „Auch deine Seele? Nicht nur an einen anderen Ort kann ich dich bringen, selbst zu einem der größten Magier kann ich dich machen.“
Alfonso überlegte. Ja, das hatte er einst seinem Vater versprochen, ein großer Magier wollte er werden.
„Du hast einfach das Zeug dazu. Doch jetzt nimmt dich keine Schule mehr auf. Das Siegel wirst du deinem Vater nie zeigen können.“
Das stimmte. Kein Meister würde jemanden aufnehmen der aus der Schule 'Schwert und Stab zu Gareth' geflogen war.
„Siehst du? - Aber ich kann dich Groß machen. Ich lehre dich Zauber, von denen nicht mal der Schulleiter etwas gehört hat. Und das schneller als du es dir träumen kannst.“
Alfonso sah sich schon in der Robe eines Erz-Magiers. Doch dann meldete sich auch eine andere Stimme: Was sagte Vater immer? Lernen braucht Zeit.
„Das hat er falsch gesehen.“
Nur wer lange lernt versteht auch alles.
„Unsinn. Einen Beweis? Diesen Zauber schenke ich dir, ohne eine Zusage.“
Alfonso merkte wie in ihm das Wissen um eine Formel wuchs. Mit ihr konnte er sein Aussehen verändern, wenn er wollte sogar für immer.
Siehst du? So schnell kann es gehen. Schlage ein und ich zeige dir fast unendliches Wissen.
„Was verlangst du dafür?“ Dachte er.
Nur das du mir dienst.
„Alles hat seinen Preis“ hatte ihm sein Vater gelehrt. „Man konnte ihn drücken wenn man es vermag, aber es bleibt ein Preis.“
„Er kannte mich nicht.“
Alfonso kämpfte mit sich. Das Angebot war verlockend. Doch dann viel ihm die Geschichte von Halman wieder ein. Einst ein angesehener Händler in Perrikum. Doch dann wollte er zu viel und ging einen Packt ein. Wie sein Vater sagte, wurde er unausstehlich. Von allen wegen seinem Geiz und seiner Raffgier gehaßt, starb er durch eigene Hand.
„NEIN!“ Dachte er fest. „Dir diene ich nicht.“
Vorsichtig kroch er von der Lichtung weg.
„Halt, das Kind.“ Dachte er bei sich. „Sie werden es opfern.“
Mit aller Vorsicht, so wie er es gemacht hatte um sich in der Küche den Rahm von der Milch zu stehlen kroch er zu der Stelle wo das Kind lag.
„Hesinde, ich weiß das ich in deinem Unterricht immer nur Blödsinn gemacht habe. Doch bitte ich dich, gebe mir den Verstand um das Kind zu retten. Phex, habe ich mich nicht immer angestrengt um gute Preise zu bekommen? Auch habe ich immer den Bettlern gegeben.“ Betete er. Es stimmte, einen Teil dessen wo er seine Mitschüler übers Ohr gehauen hatte, hatte er den Bettlern gegeben.
Alfonso kroch zu dem Bündel und gerade als er es zu sich zog, So ein Kind konnte echt schwer sein, sah er wie Perval in das Lager galoppierte und einmal quer über die Zeichen auf dem Boden rannte. Dabei zerstörte er das Pentagramm fast komplett. Die Dämonologen versuchten ihn fluchend zu verscheuchen. Alfonso nahm das Kind und zog sich schnell wieder zurück. Leise kroch er weg um dann, als er meinte weit genug weg zu sein aufzustehen und zu laufen. Ihm tat der alte Perval leid, aber es währe einfach zu gefährlich ihn jetzt vor der wütenden Meute zu retten. Er lief weiter und fand seinen Beutel. Flink hob er ihn auf und lief mit dem Kind weiter. Er wußte das man ihn mit Sicherheit verfolgte und das ließ ihn noch schneller rennen. Es wollte schon dunkel werden, als er unter einigen umgestürzten Bäumen ein Höhle fand. Mit dem Kind im Arm verkroch er sich darin. Angestrengt hörte er in den Wald, doch man schien seine Spur verloren zu haben.
„Na, Anna? Wollen wir dich doch mal auswickeln.“ Flüsterte er. Es war ein hübsches Mädchen und als er es frei hatte fing sie an zu weinen.
„Ich habe keine Mich.“ Entschuldigte er sich. Seinen Beutel durchsuchend überlegte er was er dem Mädchen geben könne. Er machte einen Brei aus Wasser und Brot, den süßte er mit Honig und fütterte sie damit.
„Na, du hast ja einen gewaltigen Hunger.“ Lächelte er. Als sie satt war schlief sie wieder ein. Auch Alfonso war Todmüde und schlief. Am frühen Morgen wurde er durch ein Schnauben geweckt.
'Pferde' kam ihm sofort in den Sinn. Ganz vorsichtig spähte  er aus seinem Versteck.  Doch es waren keine Pferde sondern Perval.
Alfonso war überglücklich und verließ sein Versteck.
„Da ist ja unser Opfer.“ Lachte einer der Schwarzgewandeten. Wilhelm wurde vor Angst fast ohnmächtig. Doch langsam kam sein Mut zurück. Auch wenn er den Unterricht bei seinem Schulleiter immer gehaßt hatte, hatte er doch viel gelernt. Überhaupt war Alfonso ein guter Schüler gewesen, seine Lehrer waren von seiner Auffassungsgabe begeistert, doch das wußte er nicht. Wenn sie sich über ihn unterhielten war er meistens woanders und macht Unsinn oder Geschäfte.
Aus der Drehung heraus rief er „Horriphobus.“ Er spürte wie die Kraft floß und auch das der Zauber bei einem der Beschwörer wirkte. Dieser lief in heller Panik davon. Der andere war erst einmal verwirrt und Alfonso rannte ihn um. Mit einem abgebrochenem Ast schlug er ihn bewußtlos.
Schnell holte er das Kind aus der Höhle und setzte sie auf den Esel.
„Perval, wir müssen jetzt schnell sein.“ Flüsterte er ihm ins Ohr. Da er keine Ahnung hatte wo er war, wußte er natürlich auch nicht wo er hin wollte. Doch das geschwind. So rannten sie durch das Unterholz. Sie hatten gerade eine Rast eingelegt, um das Kind zu füttern, als ein weiterer der Dämonologen auf Alfonso zu stürmte. Er war groß und hatte ein Schwert in der Hand.
„Ich brauche nur dein Blut.“ Lachte er und hieb nach dem Jungen. Alfonso wich dem Hieb aus, doch er wußte das er das auf Dauer nicht konnte.
„Fulminiktus Donnerkeil.“ Rief er und auch die Bewegung zu diesem Zauber gelang ihm. Er merkte aber das der Zauber nicht so machtvoll gelungen war wie er es sich gewünscht hatte. Fast sofort griff der andere wieder an und traf Alfonso in der Seite. Es tat fürchterlich weh, doch er blieb auf den Beinen. Wieder konzentrierte er sich auf den Elfen-Zauber. „Fulminiktus Donnerkeil.“ Rief er. Noch nie war ihm ein Zauber derart gut gelungen. Es passte alles genau zusammen. Thesis, Bewegung, einfach alles. Doch er merkte auch das der Zauber so gut wie alle Kraft aus ihm zog. Er musste sich übergeben. Mit Kopfweh stand er wieder auf. Der Dämonologe lag tot vor ihm. Sicher der Mann wollte ihn töten, doch wollte Alfonso ihn auch töten? Eigentlich wollte er ihn nur aufhalten. Mit zitternden Fingern untersuchte er ihn nach Dingen die er oder das Kind brauchen konnte. Das Schwert lag gar nicht schlecht in der Hand. Es hatte eine schmale Klinge, die mit den Zeichen der Vertreibung versehen war. Einen Geldbeutel fand er noch und Verbandszeug. All diese Sachen nahm er an sich und setzte Klein-Anna wieder auf den Esel. Sie verließen den Kampfplatz und machten erst wieder Rast, als Alfonso kleine Sonnen vor den Augen explodierten und sie einen kleinen Fluss erreicht hatten. Er zog sich unter Schmerzen aus und wusch sie Wunde aus. Vorsichtig verband  er sich. Am Ufer legte er sich hin und schlief ein. Am Morgen zogen sie weiter. Alfonso ging es schlechter, aber da waren immer noch die anderen. Am späten Nachmittag wurde Perval unruhig. Aus dem Unterholz kam eine Gestalt in langer schwarzer Kutte. Alfonso wußte das er keine Magie mehr hatte um sich zu verteidigen. Er war zu geschwächt gewesen als das er sie wieder auffrischen hätte können. Und auch das währe zu wenig gewesen. Als er nun sah das der andere keine Füße hatte, bekam er richtige Angst. In der Schule wurde einmal darüber gesprochen. Ein Heshtoth. Ein Dämon der nur zum Kämpfen gerufen wurde.
„Alfonso, jetzt bist du tot.“ Sagte er sich lächelnd. Aber er würde kämpfen. Der Dämon griff lautlos, aber schnell an. Alfonso schaffte es nur mit Mühe ihm auszuweichen. Sein eigener Schlag ging völlig daneben. Wieder griff der andere an und dieses mal traf er Alfonso an der Schulter.
„Dich nehm ich mit.“ Schrie der Junge und legte alle Kraft in den Schlag. Und er traf den Dämon mit so einer Kraft, das er Angst hatte, dass sein Schwert in dem Dämon stecken bleiben würde. Doch der Dämon löste sich in einer stinkenden, grünen Rauchwolke auf.
„Perval, mein Guter. Du musst uns jetzt beide tragen.“ Flüsterte der Junge Mann. „Ich kann nicht mehr.“ Alfonso zog sich auf den Esel und der trottete los. Erst als er vom Esel fiel, merkte Alfonso das er eingeschlafen war und nun wieder Tag war. Er wußte das er Fieber hatte.
„Ja, Dämonische Waffen sollen krank machen.“ Überlegte er laut. „Perval, bring Anna zu guten Menschen. Schnell, sie braucht was zu essen.“ Sagte er schwach und gab dem Esel einen Klaps. Während der Esel los lief, setzte Alfonso sich an einen Baum.
„Papa, es tut mir leid.“ Lächelte er. „Aber immerhin habe ich eine Beschwörung verhindert. Auch was, oder?“ Alfonso war auch ein wenig stolz auf sich. Mit kleinen tanzenden Sternen vor den Augen sackte er zusammen.

„Ich glaube er kommt zu sich.“ Hörte er eine Stimme ganz weit weg.
'Nein, ich kämpfe auch gegen euch.' Dachte er bei sich. 'Das ist die die mich dort hin gelockt hat.' Er versuchte sich zu erheben und nach dem Schwert zu greifen.
„Bleib liegen.“ Lachte eine Frauenstimme. Alfonso konnte immer noch nicht richtig sehen. „Sonst bricht die Wunde wieder auf.“
Nur ganz langsam kam sein Sehvermögen wieder. Nun sah er das zwei Leute neben ihm standen. Sie trugen Rüstung. Die Frau war eine Hauptfrau, soviel wußte er noch aus dem Unterricht für Taktik.
Alfonso schlief wieder ein.
Wehrheim
„Guten Morgen, großer Krieger.“ Wurde er geweckt. Alfonso schlug die Augen auf und sah dass er in einem sonnigen Raum lag.
„Wo bin ich?“ Fragte er verwirrt.
„Im Lazarett der Schule für Strategie und Taktik zu Wehrheim.“ Erklärte das Mädchen an seinem Bett ihm grinsend. „Du wurdest ja gewaltig verhauen.“
„Ich wunder mich, dass ich überhaupt noch lebe. - Wie geht es Anna?“ Erinnerte er sich wieder.
„Das Mädchen? Prächtig. Dem Esel auch.“ Antwortete sie. „Aber Hauptfrau von Turm wird dir alles erklären. Der Arzt sagte, dass ich dich wecken solle, es gibt Frühstück.“
Alfonso wollte aufstehen, merkte dann aber das er nackt war und zögerte.
„Schon gut, ich geh ja wieder.“ Lachte sie. „Wenn du so zart gebaut bist, dass man dir was weg gucken kann.“
Als sie raus war zog er sich an. Man hatte ihm seinen Beutel mit der Wechselkleidung in das Zimmer gebracht. Als er die Hose an hatte kam der Arzt herein.
„Wieder alles in Ordnung?“ Fragte der Alte.
„Danke ja.“ Kam von Alfonso, hier wollte bestimmt niemand lange im Lazarett bleiben. Der Mann sah aus als wenn er auch als Schlachter arbeiten würde.
„Laß mich noch mal sehen.“ Er kam zu ihm und untersuchte die beiden großen Narben. „Du bist zäh, Junge. Andere wären daran gestorben. So jetzt aber in den Speisesaal.“
Alfonso zog sich fertig an und ging hinaus. Da stand das Mädchen das ihn auch geweckt hatte.
„Wie heißt der große Held eigentlich?“ Fragte sie. Er sah sie sich jetzt genauer an. Sie trug ein Kettenhemd und Hose, hatte aber ein hübsches Gesicht unter der roten Mähne.
„Alfonso, der Trottel.“ Grinste er.
Sie sah ihn fragend an.
„Na. Wer legt sich denn sonst in den Namenlosen Tagen mit Dämonen-Beschwörern an?“ Fragte er.
„Frau von Turm sagte auch etwas von einem Dämonen selbst.“
„Mir ging es schon nicht so gut, ich glaube da war einer.“ Die Erinnerungen kamen nur Stückweise zurück. Sie erreichten den Speiseraum und das Mädchen lieferte ihn mit einem militärischen Gruß am vorderen Tisch ab. Das Gesicht der Frau in der Mitte kam ihm bedingt bekannt vor und man sah wohl das er am überlegen war.
„Ich bin Hauptfrau von Turm.“ Stellte sie sich vor.
„Alfonso Grader. Oder auch der Trottel.“ Stellte er sich vor und verbeugte sich leicht. Die Wunden taten immer noch weh.
„Wieso 'der Trottel'? Du hast dich gut geschlagen. Soweit unsere Spurenleser es beurteilen konnten.“ Meinte sie.
„Nun. Ich glaube, dass es aber nicht das Gesündeste ist, sich in den Fünf Tagen mit Beschwörern anzulegen.“
Sie bot ihm einen Patz neben sich und nun merkte auch er das er Hunger hatte.
„Du hast, selbst schwer verletzt, das Mädchen weg geschickt. Das was schon sehr mutig.“ Sagte sie beeindruckt.
„Hm.“ Meinte er verlegen und kaute an seiner Scheibe Brot.
„Wer ist das Mädchen eigentlich? Doch nicht deine Tochter.“
„Rajha bewahre.“ Lachte er. „Nein, sie sollte von den Beschwörern auch geopfert werden.  Und da hab ich sie weg geholt. Und dann ging die Flucht los. Leider konnte ich mit meiner Magie nicht viel ausrichten.“
„Darauf wollte ich noch kommen. Wir waren auf einem Übungsritt, als dein Esel mit dem Kind an kam. Ich ließ ausschwärmen und wir fanden einige der Paktierer und dich. Einer hatte eine gewaltige Beule am Kopf, ja und den Toten auch. Der starb doch durch Magie.“ Stellte sie fest. „Du hast aber kein Siegel.“
„Wie ich schon sagte, Alfonso der Trottel.“ Lächelte er schief. „Ich wurde ein Jahr vor meinem Abschluß rausgeworfen.“ Das schien schon eine Ewigkeit her zu sein, überlegte er.
„Dafür hast du aber Mutig und Tapfer gehandelt.“ Fand sie.
„Hesinde und Phex haben mir bestimmt geholfen.“ Sagte er und war sich sicher das es auch so war.
Die Offizierin war von ihm immer mehr beeindruckt.
„Was wirst du jetzt tun?“ Fragte sie.
„Ich möchte mich gerne mit einem Geweihten unterhalten.“ Antwortete er leise. „Dort ist etwas geschehen über das ich mir nicht ganz klar bin.“
„Dann solltest du es tun. Bruder Girian ist hier. Er ist ein weiser Geweihter der Herrin Rondra.“
Nach dem Essen gab es den täglichen Götterdienst, an dem auch Alfonso teil nahm. Danach blieb er in der Kapelle sitzen. Der Geweihte setzte sich neben ihn.
„Du bist der junge Mann der in den fünf Tagen den schweren Kampf hatte, nicht war?“
Alfonso nickte. „Doch das ist nicht das worüber mir das Herz schwer ist, Hochwürden. Dort im Wald ist etwas geschehen.“
Der Geweihte sah ihn abwartend an und Alfonso erzählte von den Stimmen und auch davon das er so schnell diesen Zauber beherrschte, über den er vorher nicht einmal etwas wußte.
„Das ist ihre Art. Sie geben dir etwas um dich zu beeindrucken. Immer etwas mehr, jedoch nie alles. So versuchen sie uns in ihren Bann zu ziehen. Du hast dich gegen ihn gewehrt und das war mehr als viele weise Menschen konnten.“
„Doch was ist mit seinem Geschenk?“
„Nehme es Phex-gefällig an. Er wollte dich damit ködern und wie du sagst, war es ein Geschenk. Geschenke erfordern keine Erwiderung.“
Alfonso bedankte sich bei ihm und wollte schon gehen, drehte sich dann aber wieder um.
„Hochwürden. Ich weiß leider nicht, was ich mit Klein-Anna machen soll. Da ich noch nicht einmal weiß wie es mit mir weiter geht.“ Erklärte er und rang die Hände.
„Darum werde ich mich kümmern. In den drei Wochen, in denen du danieder lagst, haben sich schon alle in die Kleine verliebt.“ Lächelte er gütig. „Die Leiterin der Schule scheint sie auch hier behalten zu wollen.“
Alfonso hielt es auch für eine gute Idee.
Am nächsten Tag wollte Alfonso weiter reisen. Doch als er seine Sachen packte ließ man ihm sagen das jemand im Büro der Frau von Turm auf ihn wartete. Überlegend wer das sein könnte, ging er hin. Dort saß ein großer Mann in einer grauen Robe mit einem roten Skapulier. In der Schule hatten sie   über den Orden der Grauen Stäbe gesprochen gehabt, nur deshalb erkannte er die Tracht.
„Magister? Ich habe meine Magie nur zu meinem Schutz eingesetzt.“ Verteidigte Alfonso sich sofort. Der Mann lachte herzhaft. „Schon in Ordnung, Junge. Ich war zufällig in der Stadt und Frau von Turm hat mir von dir erzählt. Auch wie du Klein-Anna gerettet hast. Gestern erzählte sie mir, das du deine Ausbildung abgebrochen hast.“
„Nun, durch Dummheit.“ Antwortete Alfonso verlegen.
„Jeder kann mal Dummheiten machen, aber er muss daraus lernen. Hast du daraus gelernt?“ Fragte er nun ernst.
„Ich denke, schon. Aber ich glaube auch, dass ich Klein-Anna wieder retten würde.“ Sagte er mit gesenktem Kopf.
Der andere sah ihn eine ganze Weile an.
„Ich biete dir eine Möglichkeit, deine Ausbildung doch noch zu beenden.“ Sagte der andere. „In der Ordensburg der Grauen Stäbe in Anchopal. Bei mir.“
Alfonso sah ihn groß an.
„Als mein persönlicher Schüler, sozusagen. Du hast Mut und Verantwortung bewiesen. Jedoch würdest du noch drei Jahre lernen.“
„Es währe mir eine Ehre.“ Antwortete der Junge.
„Schön.“ Lachte der Ältere. „Dann pack deine Sachen. Wir reisen noch heute ab.“ Dabei schlug er Alfonso herzhaft auf den Rücken. Dieser glaubte sich gerade von einem Pferd getreten.
„Nach Anchopal gehst du? Da will ich auch mal hin. Nächstes Jahr wird meine Ausbildung vorbei sein.“ Lächelte das rothaarige Mädchen.
„Wie heißt du eigentlich?“ Fragte Alfonso.
„Rondrike. Darf ich dir schreiben?“
Er nickte während er genauso rot wurde wie sie.

Anchopal
Gegen Mittag reisten sie ab. Alfonso trug das Schwert, das er dem Beschwörer abgenommen hatte. Ansonsten aber nur Straßenkleidung.
„Wir werden dir in der Stadt erstmal eine Standesgemäße Robe kaufen.“ Schlug Tomareg, wie er hieß vor. Alfonso unterließ es beiläufig, ihm zu sagen, dass er selber Geld hatte. Mit dem des Beschwörers waren es immerhin fast 20 Dukaten. Schon am ersten Tag der Reise fing der Unterricht an. Jedoch ganz anders als in der Schule. Mal wurde Alfonso über dieses befragt und gleich über etwas anderes. Das meiste hatte mit Magie an sich nichts zu tun. Ob es nun der Lauf der Wolken war, oder in der Nacht die einzelnen Sternbilder. Ruhig und immer zu einem Lachen aufgelegt vermochte der Meister es, Alfonso selbst schwierige Dinge zu erklären.
So reisten sie sie durch Gareth und dann nach Perrikum. Dort hatte Meister Tomareg zwei Tage in der Ordensburg zu tun. Alfonso gab er derweil einiges an Unterrichtsstoff auf. Der Junge saß im Zimmer der Herberge und lernte. Der Stoff war trockene Theorie und nach fünf Stunden wolle einfach nichts mehr in seinen Kopf. So er schlich sich durch das Fenster aus dem Haus. Die Stadt bildete ein interessantes Gemisch an Menschen und Eindrücken. Einige Straßen von der Herberge entfernt fand er den Hesindetempel. Fast wie angezogen betrat er den Tempel. Vor dem großen Standbild kniete er nieder und betete.  Halblaut erzählte er von der Versuchung in den Namenlosen Tagen und fragte ob er richtig gehandelt hatte.
Und er sah das die Göttin gütig nickte.
Es war ein Schock für ihn. Sicher, im Unterricht hatten sie auch über Wunder gesprochen. Aber für ihn? Er war doch nur Alfonso. Der, den sie zweimal beim Götterdienst wecken mußten. Doch er hatte es gesehen. Die Statur hatte genickt.
Er war so ergriffen das er die Geweihte neben sich gar nicht bemerkte. Alfonso wollte etwas spenden, nicht nur Geld; etwas was wirklich von Wert war. Er öffnete den Schwertgut und legte es auf den Altar.
„Ich weiß, dass du lieber selbstgemachte Artefakte magst. Doch du kennst mich.“ Sagte er verlegen. Seine künstlerische Ader war sehr verkümmert.
„Die Kinder-Seele die du vor der Verdammnis gerettet hast. Ist das nichts?“ Fragte die Geweihte nun. Als Alfonso sie ansah lächelte sie ihn an.
„Wenn du magst komme zum Hesindefest in drei Jahren wieder her.“ Sagte sie.
Alfonso ging aufgewühlt zurück. Heimlich stahl er sich wieder in sein Zimmer und lernte weiter. Am nächsten Tag kam sein Meister wieder und sah sich die Aufgaben an, die Alfonso fertig hatte. Er war überwältigt.
„Alfonso, du bist wahrhaft gut.“ Lobte er ihn. Tags darauf reisten sie weiter.
Bei einer Rast musste der Meister herzhaft lachen. „Junge, ich glaube nicht, dass du einmal Kräuterhändler wirst. Du hast für sie einfach kein Auge.“
„Meister, ich gebe mir wirklich mühe.“
„Das sehe ich ja.“ Er wollte gerade weiter reden als Alfonso den Finger an die Lippen legte.
„Da kommt wer.“ Flüsterte der Junge.
Als wenn er es nicht mitbekommen hätte neckte Tomareg ihn weiter, spannte aber seine Muskeln. Auch Alfonso spannte sich. Eine Gruppe Reiter auf struppigen Pferden kam auf sie zu.
„Räuber.“ Flüsterte der Meister. Es waren deren Fünf. Einer von ihnen schoß einen Pfeil auf den Meister ab. Der schaffte es gerade noch sich aus dem Weg zu werfen. Alfonso kannte nur einen Zauber der schnell ging und mit viel, viel Glück, gegen mehrere Gegner wirkte.
Paralü Paralein!“ Donnerte er und schlug die Faust in seine Hand. Der Zauber wirkte. Alfonso merkte das er die Gegenwehr des Anführers nur mit Mühe überwunden hatte. Außerdem hatte er den Zauber gegen Drei gebracht und merkte wie seine Kraft fast nicht ausreichte um diese zu versteinern. Ihm tanzten Punkte vor den Augen und ihm drehte sich alles. Doch er biß sich auf die Zähne und überwand die Schwäche. Sein Meister traf einen weiteren mit einer gewaltigen Feuerlanze. Doch der letzte warf sich auf Alfonso und sie fielen zusammen in das Gras. Der Räuber war nicht besonders groß aber Zäh. Alfonso versuchte ihn von sich herunter zu wälzen. Aber erst als der Meister eingriff wurde er ihn los. Dieser zog den Räuber hoch und schlug ihn bewußtlos.
„Alfonso, was hättest du gemacht wenn der Zauber nicht gewirkt hätte?“ Schrie er aufgebracht.
Alfonso sah betroffen vor sich in den Sand. Daran hatte er gar nicht gedacht.
„Junge, auch das musst du lernen.“ Lächelte der Meister dann. „Auch wenn du diesen Zauber wahrlich beherrscht, du hast nicht soviel Kraft um dir eine Schlappe leisten zu können.“
„Meister? Ich hörte das man auch mit seiner eigen Lebenskraft Zauber wirken kann. Könnt ihr es mir zeigen?“
„Höre mir mal zu.“ Wurde Tomareg sehr ernst. „Das ist eine Möglichkeit für den absoluten Ernstfall. Ich werde es dir aber am Ende deiner Ausbildung zeigen.“
Sie reisten weiter und kamen in Anchopal an.
Alfonso bekam sein Zimmer gezeigt und wurde dann den anderen Mitgliedern des Ordens vorgestellt. Hier gab es auch einige Nicht-Magier. Die waren aber genauso in den Orden integriert wie die Magier. Alfonsos Ausbildung wurde sehr umfassend, denn wenn der Meister nicht da war, übernahm jemand anderes diese und jeder war auf einem anderen Gebiet sehr gut. Auch im Schwertkampf wurde er geschult. Sicher nicht so wie Rondrike auf ihrer Schule, doch immerhin sah er, dass sein Sieg  über den Dämon reines Glück war.
Rondrike schrieb ihm häufiger und er antwortete ihr.
„Alfonso? Wir bräuchten neues Pergament.“ Kam der Schreiber der Burg bei ihm an. „Würdest du mir ein Paket in der Stadt kaufen?“
„Sicher, Meister.“ Antwortete er. Der Junge war schon länger nicht herausgekommen und freute sich darauf. Der Meister gab ihm Geld mit. Da ihm keine Zeit mitgegeben wurde beeilte er sich auch nicht übermäßig. Beim Händler sah er sich dann auch ausgiebig um.
„Was darf es den sein?“ Fragte in der Händler. Alfonso gab ihm den Wunsch des Schreibers weiter. Der holte ein Paket hervor und nannte ihm den Preis.
„Aber, da habe ich mich doch verhört. Guter Mann, dafür bekomme ich überall die dreifache Menge.“
Anscheinend ließ sich der Schreiber immer übers Ohr hauen. Alfonso, der Sohn eines erfolgreichen  Händlers sah die Sache anders. So handelte er schlimmer als ein Pferdehändler und nach einer halben Stunde hatte er den Händler auf den halben Preis herunter. Glücklich verließ er den Laden wieder. An einem Stand kaufte er für sich noch einige süße Kuchen, allerdings auch nicht ohne mit der Bäckerin schwer zu feilschen. Stolz erzähle er dem Schreiber das er das Pergament zum halben Preis bekommen hatte.
„Hm, aber wenn ich das restliche Geld nachzähle.“ Meinte der über seine lange Nase hinweg.
„Nun, die Verhandlungen waren lang und hart. Da sah ich für mich das Recht, mir einige süße Kuchen als Gebühr zu nehmen.“ Erwiderte der Junge gewichtig.
„Phexensjünger.“ Lachte der Schreiber und ließ ihn gehen.

Die Schüler des Schülers
Alfonso hatte einen seiner wenigen freien Tage und ging in die Stadt. Es war immer schön aus der alten Burg zu kommen. Auf dem Marktplatz sah er einen Jungen sich an einem Stand einige Äpfel stehlen. Flink schaffte er es sich in eine Seitengasse zu verstecken bevor der Händler schrie als wenn der Junge ihm seinen Wagen gestohlen hätte. Alfonso schmunzelte und ging weiter. Einige Minuten später, er war vom Markt abgebogen, hörte er sich einige Kinder streiten. Vorsichtig ging er zu dem Tumult. Es ging um die Äpfel und das zwei kleine Mädchen auch Hunger hätten.
„Ich habe sie gestohlen und geb nichts ab.“
„Bitte, nur einen Apfel.“ Flehte eines der Mädchen.
„Warum? Das sind meine.“ Maulte er.
„Aber Traviane hat dir auch von dem Kuchen gegeben.“
„Selber schuld.“
Alfonso verließ seine Deckung. „Sicher, du musst nichts abgeben. Aber meinst du dass Phex es gerne sieht?“ Lächelte er. „Und so wie du lebst, wirst du ihn bestimmt noch oft brauchen.“
„Was weißt du den davon?“ Fragte der Junge unhöflich.
„Sieh mal. Eigentlich hätte ich meine Ausbildung in Gareth machen sollen. Aber meine Phexgefälligen Geschäfte sah man in der Schule überhaupt nicht gerne und schmiß mich hinaus. Sicher, die meisten Geschäfte waren Krumm. Aber ich habe immer denen gegeben die brauchten. So hat mir der Listenreiche eine neue Chance zugespielt.“
„Du ja. Aber uns hilft doch keiner.“ Meinte er.
„Wenn ich schreiben könnte, dann könnte ich ja Hano auf dem Markt fragen ob ich bei ihm arbeiten kann.“, sagte ein Mädchen.
„Wollt ihr wirklich lesen und schreiben lernen?“ Fragte Alfonso.
„Würdest du es uns zeigen?“ Fragte der Junge.
„Hm, aber ich nehme einen Apfel pro Unterricht.“ Überlegte er.
„Gemacht.“ Strahlte der Junge und hielt ihm einen hin.
„Jeden Prajostag, hier?“ Fragte Alfonso. Die drei waren einverstanden. An diesem Tag fing er an mit einzelnen Buchstaben. Er hatte zwar seinen Apfel als Bezahlung erhalten, dieser war aber nicht sehr groß und so kam aber hungrig beim Orden an. Seinem Meister erzählte er von den Dreien und was er mit ihnen ausgehandelt hatte.
„An Kindern kommst du nicht vorbei, oder?“ Lachte Tomareg. „Gut, damit hast du jeden Prajostag also Unterricht. Laß dir vom Zeugwart einige Schiefertafeln geben.“
Sein eigener Unterricht wurde auch immer schwieriger. Tomareg jedoch konnte vorzüglich erklären und so sah Alfonso einige Aspekte an die er nie gedacht hätte. Es machte ihm Spaß von Tomareg zu lernen.
„Wie läuft es denn mit deinen Schülern?“ Fragte der Meister eines Tages nach zwei Jahren.
„Sie lernen gerne und ich glaube, das es gut wird.“
„Dann bring sie doch einmal her.“ Schlug er vor.
„Hm. Dann sollten die Räume die sie betreten aber schon leer sein. Danach sind sie es bestimmt.“ Lachte der Schüler.
„So schlimm?“ Schmunzelte der Meister.
„Ich habe es ihnen nicht beigebracht. Doch sie leben halt auf der Straße.“
„Trotzdem. Bring sie mal mit.“
Einige Tage später brachte Alfonso dann seine drei Schüler mit. Und wie er sagte, fingen sie auch an zu sammeln. Tomareg war beeindruckt. Er hatte nicht einmal gesehen das eines der Kinder etwas eingesteckt hatte und doch fehlten nach einer halben Stunde so einige kleine, aber wertvolle Gegenstände. Alfonso, der sich bei den Dreien hin und wieder etwas abgeschaut hatte, bekam es sehr wohl mit und musste schmunzeln.
Als sie die Burg wieder verließen handelten sie bei Tomareg einiges an Lebensmitteln für ihre Beute aus. Lachend stimmte er zu.
„Unterrichte sie gerne weiter. Ich glaube auch das es sich lohnt.“ Erklärte er später Alfonso und rieb sich die Stelle wo eigentlich ein Ring hätte sein sollen.
Ihm zeigte Tomareg nun die Geheimnisse einen Stecken zu verzaubern.
„Da der Stab nach dem ersten Ritual nicht mehr zu verändern ist, solltest du ihn nach deinem Geschmack gestallten.“ Schlug er vor.  Der Bogenbauer der Burg zeigte ihm wie er den Stecken in Wasser und Feuer gestalten konnte, ließ den Jungen es aber selber machen. So war es hier immer, man zeigte ihm gerne wie etwas ging, doch machten mußte er es selber. Als der Junge mit seinem Werk zufrieden war, brachten er mit der Hilfe des Meisters den ersten Zauber darauf. Es war schwer und langwierig. Doch Alfonso war mit sich zufrieden als das Werk vollendet war.  
Ein halbes Jahr später reisten sie zusammen nach Zorgan. Hier legte Alfonso seine Prüfung ab. Tomareg war unheimlich stolz auf seinen Schüler. Denn zu dem Zeitpunkt waren auch zwei andere Meister dort und jede ihrer Aufgaben bewältigte er. Feierlich erhielt er das Siegel der Schule. Sicher, eigentlich war seine Ausbildung die eines Kampfmagiers, doch es war ihm egal. Jetzt konnte er erhobenen Hauptes vor jeden treten, er war jetzt Adeptus. Das Siegel prangte stolz in seiner Hand.
Als Bote nach Gareth
„Du weist das alles seinen Preis hat.“ Lächelte Tomareg ihn an. „Mein Preis besteht darin das du dieses Päckchen nach Gareth bringst.“
„Gerne Meister, wo soll es dort hin?“
„An die dortige Diebes-Gilde.“ Lächelte der Meister. „Ich habe dir dafür ein Pferd besorgt. Das ist aber nur eine Leihgabe.“
Alfonso lachte auch. Natürlich, so mußte er zurückkommen.
Die Reise nach Gareth war auf der Kaiserstraße ein Vergnügen. Besonders da er sich immer wieder Reisegruppen anschloß. In der Stadt nahm er sich ein Zimmer und am nächsten Tag knüpfte er seine alten Kontakte. Nun zeigte sich, das seine Spenden an die Bettler nicht vergessen worden waren.
„Du solltest dir einen gewürzten Wein im Eberkopf genehmigen.“ Grinste ihn einer der Bettler an. „Heute Abend zur Sechsten Stunde.“
„Danke.“ Schmunzelte Alfonso zurück und ließ drei Kupferstücke in seinen Becher fallen. Er hatte also noch reichlich Zeit und ging durch die Stadt.
„Du traust dich noch in die Stadt?“ Wurde er von einem anderen Magier angesprochen. „Keine Angst davor ausgelacht zu werden?“
„Warum sollte mich jemand auslachen?“ Fragte er scheinheilig zurück.
„Nun, hätte man mein Bündel vor die Tür geworfen, ich wäre vor Scham im Boden versunken.“ Lachend ging der andere.
Alfonso lächelte in sich hinein, vor drei Jahren hätte es wohl eine Keilerei gegeben. Doch heute nicht mehr. Als es an der Zeit war, zog er sich um und ging er in die besagte Spelunke, dort setzte sich in eine Ecke. Mit seinem Mantel, geflickt und eingerissen, um auf der Straße nicht überfallen zu werden, paßte er sogar einigermaßen hier herein. Beim Wirt bestellte er sich den heißen gewürzten Wein. Im späten Frühjahr war das doch eher ungewöhnlich, doch er bekam ihn in einem angelaufenem Becher. Probieren wollte das Gebräu eigentlich gar nicht erst.
„Gibst du mir auch einen aus?“ Fragte ihn eine Frau von etwa 35 Jahren. Sie setzte sich so das man sie kaum erkennen konnte. Immer verdeckte ein Schatten etwas von ihrem Gesicht.
„Was willst du den von dem Prinzen?“ Fragte sie leise in ihren Becher, den er ihr ausgegeben hatte.
„Ich soll ihm etwas aus Anchopal überbringen.“ Antwortete er genauso leise.
Sie sah ihn einige Augenblicke an und lächelte dann.
„Auf dem Abort ist eine Tür zum Hof und von da aus zu dem verfallenem Haus.“ Sie stand auf und ging wieder. Alfonso trank noch einen Schluck und ging dann den gewiesenen Weg. Das Gebräu hatte wirklich nicht viel von Wein.
„Streck mal deine Hände an die Decke.“ Flüsterte eine Stimme. Alfonso tat wie im geheißen, und er wurde durchsucht ohne den anderen zu erkennen.
„Komm mit.“ Er folgte der Stimme ohne zu sehen von wem sie kam. So durchquerte er so einige Hinterhöfe und stand dann vor einer offenen Tür. Er wollte gerade hinein gehen als er im Schein des Lichts eine dünne Schnur sah, die dort gespannt war. Vorsichtig trat er über sie weg, doch sein Instinkt sagte ihm das er sie eigentlich nicht hätte sehen dürfen. So nahm  er seinen Fuß zurück und sah sich den Boden an. Er war nicht besonders sauber, was es ihm leichter machte. Das Brett, genau hinter dem Türrahmen wurde nie betreten. Auch er übertat sie.
„Gut. Tomareg wußte schon warum er dich schickt.“ Lachte eine Stimme. „Du hast etwas für mich?“
„Ich soll euch ein Päckchen bringen. Doch war der Weg nicht ganz Kostenfrei.“ Antwortete er keck.
Nun lachten auch andere Stimmen.
„Sagte ich doch. Er ist ein Phexensjünger.“ Hörte er die Stimme der Frau heraus.
„Du sollst deine 8 Dukaten erhalten.“ Die Stimme des ersten war immer noch belustigt.
„Ich bitte, derer 12 sollte mein Aufwand schon bringen. Immerhin war ja auch die Reise nicht ohne Gefahren.“ Sagte er entrüstet.
Sie einigten sich dann auf 10 Dukaten und ein Bier. Die Frau kam zu ihm und besah sich das Päckchen. Er erhielt sein Geld und einen Krug Bier. Er schmunzelte nach dem ersten Schluck.
„Was ist denn?“ Fragte sie ihn.
„Ich muß noch lernen. Ich hätte auf ein gutes Bier bestehen sollen.“
Beide lachten. Sie gab ihm noch einen Brief mit und verschwand dann in den Schatten.
Als er sich die Hälfte des Gebräus angetan hatte ging er wieder und am nächsten Tag reiste er wieder ab.

„Und?“ Fragte ihn der Meister, als er zurück war.
„Sie gaben mir noch diesen Brief mit, Meister.“ Erklärte er.
„Was steht denn drin?“ Schmunzelte der andere.
Alfonso fühlte sich ertappt. „Äh, ich konnte ihn nicht lesen.“ Antwortete er leise.
Tomareg lachte donnernd. „Hätte mich gewundert wenn du nicht versucht hättest ihn zu lesen. Aber es war eine gute Arbeit von dir.“
„Meister, ich habe meinen drei Schülern zugesagt zu ihnen zu kommen, sobald ich zurück bin.“
„Sicher, geh nur. Es würde mich freuen wenn du mich hin und wieder besuchen würdest.“ Verabschiedete Tomareg seinen Schüler.
Alfonso ging über den Markt zu der Gasse, wo seine Schützlinge sich meistens aufhielten.
Sie begrüßten ihn stürmisch und wollten alles mögliche über Gareth wissen.
„Und? Habt ihr auch fleißig gelernt, solange ich weg war?“ Fragte er, nachdem er ihnen so einiges gesagt hatte. Sie hatten und als Alfonso sie abgefragt hatte war er mächtig Stolz auf sie. Sie waren im Lesen und Schreiben und auch im Rechnen sehr gut geworden.
„Hättet ihr auch Lust für mich zu arbeiten?“ Fragte Tomareg hinter Alfonso. Dieser verjagte sich   gewaltig.
„Aber wir sind doch keine Magier.“ Antwortete der Junge. Die Magier von den grauen Stäben waren in der Stadt bekannt.
„Bei uns sind auch Nicht-Magier. Ihr habt andere Fähigkeiten und die brauchen wir auch.“ Lächelte der Meister.
„Aber für richtigen Lohn.“ Forderte eines der Mädchen sofort.
„Natürlich. Aber das sollten wir bei mir besprechen.“ So gingen die drei mit Tomareg in die Burg und Alfonso sah ihnen etwas wehmütig nach. Er hatte sie wirklich gerne gehabt.
Nach Perrikum
Bis zum Monat Hesinde war es noch etwas hin. Also wollte er versuchen sich ein wenig zu amüsieren. Er wollte gerade in eine Herberge als ihn eine Frau fast umrannte.
„Verz... - Rondrike!“ Rief er glücklich.
„Alfonso!“ Antwortete sie und viel ihm um den Hals.
Gemeinsam gingen sie in eine Taverne.
„Ich sagte doch, dass ich dich besuchen würde.“ Lachte sie auf dem Weg. Sie trug eine Lederrüstung und hohe Stiefel. Und sie war noch hübscher geworden, fand er.
„Wie bist du denn hergekommen?“ Fragte er.
„Ich habe einen  Kaufherren eskortiert. Nun, ich hätte auch in die Armee eintreten können, aber das ist nicht so ganz mein Fall.“ Lachte sie. „Wie ich sehe, hast du jetzt dein Siegel.“
„Ja.“ Sagte er stolz. „Meister Tomareg hat mich wirklich gut ausgebildet.“
„Aber du trägst auch ein Schwert. Vertraust du deiner Magie so wenig?“ Schmunzelte sie.
„Nun, wenn die Magie einmal versagt muß ich mich ja auch wehren können.“ Gab er lachend die Antwort. So erzählten sie sich was in den drei Jahren geschehen war.
„Wie geht es Anna?“ Fragte er.
„Ein süßer Fratz. Stellt die ganze Schule auf den Kopf.“ Erwiderte sie lachend.
Sie hatte ihren Lohn für die Eskorte in der Tasche und er hatte auch den ein oder anderen Dukaten, so machten sie sich zwei schöne Wochen in der Stadt.
„Ich muß noch nach Perrikum, hast du Lust mich zu begleiten?“ Fragte er sie beim Frühstück.
„Warum nicht?“ Lächelte sie.
Sie packten sie ihre Sachen zusammen und machten sich auf den Weg.

Als sie gerade Rast machten, hörte Alfonso wie sich jemand anschlich. Wortlos machte er Rondrike darauf aufmerksam und beide bereiteten sich auf einen Angriff vor.
„War ich so laut?“ Kicherte ein Junger Mann. Die beiden mußten sich beherrschen um nicht laut los zulachen. Er trug eine Gelb-Grün karierte Hose, ein rotes Hemd und einen mit Blumen geschmückten Strohhut.
„Ä, habt ihr vielleicht was zu essen? Hier findet man echt wenig.“ Fragte er offen.
„Klar, komm her.“ Lachte Alfonso
„Hoppel. Komm.“ Rief er. Aus dem Gebüsch kam ein Maultier.
„Ich bin Xepax und ihr?“ Fragte der Junge.
„Das ist Rondrike und ich bin Alfonso.“ Antwortete er. Nach dem sie mit essen fertig waren bot sich der Junge an das Geschirr zu reinigen.  Rondrike sah im etwas skeptisch nach.
„Ich glaube er ist ein Schelm.“ Vermutete Alfonso.
„Eines von den Kobolden geraubtes Kind?“ Fragte sie leise.
„Genau.“
Der Junge kam zurück und war nun komplett naß.
„Hi, hi. Bin in den Fluß gefallen. Aber auch nicht schlecht, jetzt sind auch die Sachen  wieder sauber und die Blumen auf dem Hut gegossen.“ Lachte er. Die anderen fielen in das Lachen mit ein. So hätten sie es bestimmt nicht gesehen.
Da Xepax nichts vor hatte, begleitete er die beiden. Was die Reise um einiges lustiger machte. An der Grenze zum Kaiserreich wurden sie aufgehalten und da sie diesmal keinen offiziellen Auftrag hatten, sollten sie warten. Doch Xepax dachte sich, das es doch bestimmt lustiger sei wenn auch der Hauptmann einmal lachen würde und zog ihm eine Nase. Der fing auch herzlich an zu lachen und kugelte sich über den Boden. So ein Lachen kann wirklich ansteckend sein  und die meisten der Grenzwachen fielen mit ein.
„Last uns gehen.“ Grinste der Schelm. Lachend folgen die beiden ihm. Von den Wachen wurden sie nicht weiter beachtet, den nach dem Lachanfall war der Hauptmann auf seine Männer überhaupt nicht gut zu sprechen. Diese faltete er erst einmal gründlich zusammen. Eine Gelegenheit auch für andere, ohne lästige Fragen die Grenze zu passieren.
„Das war aber nicht nett, Xepax.“ Tadelte Rondrike. „So hat er seine Dienstpflicht sträflich verletzt.“
„Ist doch nicht meine Schuld. Er ist doch der Miesepeter. Wenn er es dabei gelassen hätte, hätten alle gleich wieder Arbeiten können. Aber Nein. Er muß sie wegen lachen beschimpfen.“ Lachte der Junge und ließ die Beine weit schaukeln.
Man sah das Rondrike mit der Begründung nicht einverstanden war, aber da Alfonso und Xepax herzhaft lachten beließ sie es dabei.
Sie waren zwei Tage weitergereist und kamen auf ein Dorf zu, als sie Lärm hörten. Neugierig ritten sie darauf zu. Fünf Mitglieder des Bannstrahlordens klagten lauthals eine Frau an. Sie sei eine Hexe und somit die Vorhut der Schwarzen Lande.
„Können wir ihr nicht helfen?“ Fragte der Schelm. „Die wollen sie doch da verbrennen.“
„Ich weiß nicht. Sie unterstehen der Prajoskirche.“ Sagte Rondrike zwiespältig.
„Bring unsere Tiere auf die andere Seite des Dorfes.“ Flüsterte der Magier und stieg ab. Auch der Schelm verschwand. Gemeinsam schlichen sie sich hinter die Gruppe und zu der angeketteten Frau.
„Ich lenke sie mal ab.“ Kicherte der Schelm und turnte jetzt offen durch die Reihen der Zuschauer.
„Du, ich glaub der mag deine Frau auch.“ Flüsterte er einem ins Ohr. „Dir geht gleich dein Geldbeutel abhanden.“ Einem anderen. „Der da hinten sieht aber witzig aus, dein Sohn?“ Wieder einem anderen. Flink brachte er gewaltige Unruhe in die Zuschauer. Die Bannstrahler sahen Wütend in die Menge und gaben Alfonso so die Möglichkeit die Schlösser zu öffnen. Er hätte es auch mit einem Dietrich geschafft, doch mit Magie ging es schneller.
„Komm schnell.“ Flüsterte er der Frau zu. Gemeinsam verschwanden sie. Erst eine halbe Stunde später trafen sie mit Rondrike zusammen und der Schelm kam erst eine weitere Stunde später dazu.
„Wo warst du denn?“ Fragte Alfonso nervös.
„Hi, hi. Die sind jetzt auf dem Weg nach Punin. Die ganz böse Hex will dort böse Zauber lernen.“
Alfonso sah ihn verwirrt an.
„Nun. Ich dachte, dass es besser ist wenn die nicht in unsere Richtung reisen. Mit denen kann man ja nicht mal Spaß machen. Also hat der Dorfjunge genau gehört wie die Hex sagte, sie werde  in ihrem Fass nach Punin reisen und beim bösen Prego Dummer die Schwarze Kunst lernen.“
„Wer ist Prego?“ Fragte Rondrike, sie hatte so eine Ahnung.
„Einer der Stadtbüttel. Der hat mich aus der Stadt geschmissen. Dabei habe ich doch nur seiner Tochter schöne Augen gemacht.“ Grinste er frech. Nun lachten auch die anderen.  Keiner der Stadtwache konnte nämlich zaubern. Und so würde Prego auch keinen Ärger bekommen.
Sarina, so hieß die Hexe, saß still und blaß am Lager.
„Für uns Töchter Satuarias wird es immer gefährlicher.“ Sagte sie leise.
„Für Magier auch. Alleine zu reisen ist nicht ratsam.“ Meinte Alfonso dazu.
„Komm doch mit. Ich weiß zwar auch nicht wo es hin gehen soll, aber zusammen ist es bestimmt lustiger.“ Sagte Xepax zu ihr. Sein Frohsinn war ansteckend und so konnte Sarina gar nicht anders, als zu lächeln.
„Er hat recht. Wenn es nicht die Bannstrahler sind, dann irgendwelche aus den Schwarzen Landen oder sonst wer. Ist echt schlimm geworden.“ Stimmte Alfonso zu.
So reiste die bunte Gruppe gemeinsam nach Perrikum. Zwei Tage vor dem Hesindefest kamen sie an. Sie hätten schon früher da sein können, doch unterwegs hörten sie von einem Dorf in dem eine Krankheit ausgebrochen war und Sarina überredete die anderen dem Dorf zu helfen.  Fünf Tage waren sie in dem Dorf und halfen dem Pereinegeweihten. Besonders von Sarinas Wissen um die Heilpflanzen war er begeistert. Rondrike konnte zwar nur beim Kochen helfen, ihre Kunde von den Krankheiten belief sich eigentlich nur auf Schnupfen und Schlachtfeldfieber, tat dieses aber mit dem selben Ernst wie Alfonso und Sarina beim Heilen. Xepax hingegen brachte mit seinen Scherzen alle zum Lachen. Aber auch das half gewaltig.
In Perrikum kamen sie in einer billigen Herberge unter, da ihre Barschaft sich langsam lichtete. Doch das störte niemanden.
Zum Hesindefest putzte Alfonso sich heraus und ging dann zum Tempel um an dem Fest teilzunehmen.
„Wie ich sehe hast du deine Ausbildung beendet.“ Lächelte eine Geweihte ihn an. Erst nach ein wenig überlegen wußte er, daß es die war die ihn vor drei Jahren angesprochen hatte.
„Ja, Hochwürden.“ Er verbeugte sich höflich.
„Das freut mich.“ Lächelte sie. „Würdet ihr mir bitte folgen? Ich muß mit euch sprechen.“
Da Alfonso eigentlich mit Perrikum nichts am Hut hatte wunderte er sich natürlich. Auch hatte er noch nichts für die Kirche speziell gemacht.
„Die Herrin hat ein Auge auf euch geworfen, Alfonso.“ Erklärte sie ihm in ihrem Studierzimmer. „Und ich soll euch bitten für sie einen Dienst zu übernehmen.“
Alfonso war sprachlos. Er hatte davon gehört das Geweihte sich mit der Hilfe der Götter auch über weite Strecken verständigen können. Doch sie hatte mit der Göttin selbst gesprochen oder zumindest eine Vision gehabt.
„Es gilt ein wichtiges Buch zurück zu holen. Doch es ist gefährlich.“
„Hochwürden, auch die Rettung des Kindes war gefährlich.“ Antwortete er.
„Aber da bist du, wie soll ich es sagen, hinein gestolpert. Sozusagen, zum Heldentum verführt.“ Lächelte sie. „Dies ist etwas anderes. Es gilt nach Xeraanien zu gehen und dem Paktierer Xeraan ein Buch von immenser Macht zu entreißen.“
„Klingt nicht so als wenn es zu einem Ball geht.“ Witzelte Alfonso, jedoch mit gemischten Gefühlen.
„Wahrlich nicht.“ Lächelte sie. „Außerdem habt ihr auch noch nicht so viel Erfahrung. Doch ihr seid unbekannt und das ist ein Vorteil.“
Alfonso sah nun nicht unbedingt einen Vorteil. Aber die Göttin würde ihn sicher nicht in ein unmögliches Unterfangen schicken, zumindest hoffte er das.
„Es handelt sich um ein Buch Rohezahls, das seine ehemalige Vertraute ihm entwendet hatte. Noch kennen weder Er noch Sie dessen Bedeutung und Hesinde würde es gerne sehen wenn es auch so bleiben würde.“ Sprach sie weiter. „Und leider können wir euch keine Unterstützung zukommen lassen.“
„Dann werde ich sehen müssen, das ich es so schaffe. Aber wie komme ich über die Grenze?“
„Die Grenzwache wird etwas unachtsam sein.“ Schmunzelte sie.
„Das sollte helfen.“
„Auch dieses.“ Kam von ihr. Sie legte ihm ein Schwert auf den Tisch. Am Gürtel erkannte er es. Dieses Schwert hatte ihn vor dem Dämon gerettet.
„Hochwürden, da der Magier, der es verzauberte, tot ist, ist seine Magie mittlerweile verflogen.“  Erklärte er.
„Würde Sie es dir dann mit auf den Weg geben?“ Lächelte die Geweihte.
Er sah sie betroffen an.
„Schon gut. Wie lautet deine Antwort?“ Fragte sie.
Als Antwort nahm er den Schwertgurt und band ihn sich um. Sie nickte lächelnd.
Das Reich des Schwarzen Drachen
„Alfonso, ich soll mich sofort auf den Weg nach Wehrheim machen.“ Kam Rondrike auf ihn zu. Nach dem er noch lange im Tempel gebetet hatte war er zur Herberge zurück gegangen.
„Und ich habe eine Freundin gefunden. Mit ihr will ich nach Havena.“ Grinste der Schelm, während er dabei war seine Sachen zu packen.
„Ich habe einen schwierigen Auftrag erhalten.“ Erklärte er.
„Darf ich dich begleiten?“ Fragte Sarina leise.
„Es geht in die Schwarzen Lande.“
„Hui, Nö da will ich bestimmt nicht hin.“ Kam gleich von dem Schelm. „Was willst du da denn?“
„Ich soll mich bei Helme Hafax einschmuggeln und ihm dann das Schwert stehlen.“ Log er.  Xepax war zwar ein guter Kerl, doch konnte er keine Geheimnisse für sich behalten.
„Bin schon weg, nichts für mich.“ Rief er und tanzte aus dem Zimmer.
„Ich würde dich gerne begleiten, aber wie ich schon sagte. Ich soll mich in Wehrheim melden.“ Erklärte Rondrike händeringend. Alfonso sah in ihren Augen das sie mit sich kämpfte. Sollte sie die Order vergessen?
„Geh ruhig. Ich muß mich da hinein schleichen und das kannst du mit deinem lauten Kettenhemd nicht.“ Grinste er.
„Wenn du nicht auf dich aufpaßt und dich töten läßt, werde ich dich verprügeln.“ Drohte sie mit Tränen in den Augen. Alfonso umarmte sie herzlich.
„Wenn du nichts dagegen hast, komme ich trotz dem mit.“ Meldete sich die Hexe.
„Danke.“ Konnte er nur sagen.
Noch am selben Tag zogen sie los.
„Nach Maraskan geht es aber über das Meer.“ Wunderte sich Sarina.
„Xepax hätte was verraten können. Ich muß nach Xeraanien.“
„Ups, auch nicht besser.“ Grinste sie. „Aber wenigstens müssen wir nicht übers Meer.“
„Auch wahr.“ Lachte er.
Dick eingepackt stampften sie durch den Schnee. So kamen sie einige Tage später an das Gebirge. Immer wieder versteckten sie sich vor den Streifen der Grenzwachen.
„Langsam wird es lästig.“ Meinte Alfonso. „Wir müssen uns vor unseren Leuten verstecken, das ist doch krank.“
„Da siehst du mal wie es mir geht.“ Grinste die Hexe.
Sie brauchten fast eine Woche um an den Kaiserlichen vorbei zu kommen.
„Tja, wenn uns jetzt einer erwischt, wird es noch ärgerlicher.“ Sagte Alfonso nachdenklich, als sie Rast machten.
„Dann sollten wir das unterlassen.“ Kicherte Sarina.
Ihr Marsch durch die Warunkei war deprimierend. Es gab nicht einen Ungeschändeten Boronsanger und wenn sie lebende Menschen sahen, waren diese so abgestumpft das es fast eine Qual war.
„Xepax würde hier eingehen.“ Sagte Sarina nach dem sie Stunden ohne ein Wort gegangen waren.
Der Himmel hatte die Farbe von vergammeltem Haferbrei und allerorten war  zu sehen, daß dieses Land am Ende war. Nicht einmal der graue Schnee konnte es verdecken. Teilweise sah man noch die alten Weidezäune die keinem Zweck mehr dienten oder Felder die seit Jahren nicht bestellt worden waren. Auch verfallene Mühlen und Geisterdörfer. Und an den Straßenrändern Erhängte, bei den sie nicht wußten ob sie nicht angreifen würden wenn man ihnen zu nahe kam.
An einem Abend kamen sie an ein verfallenes Haus Alfonso spähte vorsichtig hinein. Es hatte einen heilen Holzfußboden und die Decke über diesem Zimmer schien noch in Takt zu sein. Leben war nicht zu sehen.
„Ich glaube, wir können es wagen hier zu übernachten.“ Sagte er zu der Hexe.  Sie stieg durch das Fenster, doch Alfonso sah sich auch den Rest an. Und kam durch die Tür ins Zimmer.
„Hier ist noch eine Truhe mit Kleidung.“ Er deutete in das Nebenzimmer. Gemeinsam zogen sie diese in das intakte Zimmer. Es waren alte Bauernsachen.
„Na, das nenn ich Glück. Besser als beim Schneider in Gareth.“ Lachte Sarina. „So passen wir wenigstens in dieses verfluchte Land.“
Am Morgen verwischten sie ihre Spuren und gingen in den Lumpen weiter. Andere Dörfer umgingen sie jedoch weiträumig. Man konnte nicht wissen ob der ein oder andere sich nicht etwas verdienen wollte indem er sie verriet.
Sie wollten sich, drei Tage später, gerade in einer Mulde zur Ruhe legen  als sie Stimmen hörten. Ruhig warteten sie ab und sahen dann drei Reiter. Diese wollten wohl an der selben Stelle rasten und entdeckten die beiden.
„Bauern die unser schönes Land verlassen wollen?“ Lachte der größte von ihnen.
„Endlich Beute.“ Lachte eine Frau. „Seht nur, auf dem Weg nach Warunk habt ihr sogar etwas zum spielen.“ Sie hatte Sarinas rote Haare gesehen.
Alfonso und Sarina taten völlig verschreckt. Da die Drei sie für Bauern hielten waren sie nicht besonders vorsichtig und stiegen erst einmal lachend ab. Die beiden Männer trugen geflickte Kettenhemden und Pelzumhänge. Die Frau einen Küras der mit Sicherheit einmal einer Amazone gehört hatte, nun aber mit Dreck und getrocknetem Blut verschmiert war. Alfonso deutete von seiner Schulter auf den Anführer, „Ignifaktius Flammenstrahl“ rief er. Aus seinen Fingern schoß eine Flammensäule und traf ihn im Gesicht. Sarina deutete auf den zweiten Mann und Sechs Krähen stürzten sich auf ihn. Als Alfonso einen neuen Zauber vorbereitete stürzte sich die Frau mit einem Schwert auf ihn. Er konnte nicht schnell genug ausweichen und sie traf ihn an der Brust. Alfonso fiel in den dünnen Schnee. Bei ihrem nächsten Hieb rutschte die Frau leicht weg  und mußte sich erst einmal fangen. „Paralü Palalein?“ Rief der Magier und schlug sich die Hand. Die Kämpferin blieb reglos stehen. Erst jetzt sah er das der Mann mit dem verbrannten Gesicht Sarina  fest hielt.
„Laß es, oder sie ist Tot.“ Grinste er.
„Du willst dir jetzt dein Gesicht im Schnee kühlen.“ Flüsterte die Hexe. Der Mann sah sie verwundert an und sie schien zu merken das ihr Zauber nicht wirkte. Mit voller Kraft trat sie ihm gegen das Knie und er knickte ein. Noch im Drehen stach sie ihm ihren kleinen Dolch in den Hals. Doch nun hatte sich auch der andere wieder von den Vögeln befreit und wollte auf Sarina los gehen.
„Fulminictus Donnerkeil.“ Rief der Magier. Der Mann blieb mit schreckensweiten Augen stehen. Ihn hatte etwas am Kopf getroffen. Sarina, die noch über dem Anführer gebeugt war, warf ihren Dolch. Für Alfonso flog er mit unendlicher Langsamkeit, blieb dann aber im Auge des Mannes stecken. Noch bevor er etwas tat sprang Sarina auf und sprang auf ihn. Sie riß ihm das Messer aus der Augenhöhle und schnitt ihm damit die Kehle durch.
„Hübscher Zauber.“ Grinste sie Alfonso zu. Der hatte mittlerweile das Schwert gezogen und stand über dem noch röchelnden Anführer. „Hesinde verzeih.“ Flüsterte er und stieß zu.
„Sie haben es nicht anders verdient.“ Sagte Sarina und wischte den Dolch an dem Umhang der Leiche ab.
„Hast du wohl recht. Doch was machen wir jetzt mit ihnen?“
„Dort in der Kuhle verscharren?“ Antwortete sie fragend. Alfonso zog die Männer dort hin und Sarina holte lose Zweige und Gestrüpp.
„Sie haben Geld von Galotta dabei.“ Meinte Alfonso nachdem er sie durchsucht hatte. „Können wir bestimmt noch brauchen.“
„Mal sehen was diese Schlampe so hat.“ Grinste die Hexe böse.
„Die erfriert doch.“ Warf Alfonso ein, als er sah das Sarina anfing sie auszuziehen.
„Hat sie doch selber Schuld. Die wollte mich von den beiden vergewaltigen lassen.“ Schrie sie und sah dabei aus als wenn sie Alfonso gleich an den Hals gehen wollte. So hatte er auch keine Lust mehr sie aufzuhalten. Doch Sarina sah nur nach was sie an Wertgegenständen hatte.
„Wenn wir sie laufen lassen, haben wir die ganze Garde auf den Fersen.“ Maulte sie dann.
Auch Alfonso überlegte. Ging dann aber zu den Pferden und sah  dort nach was sie so dabei hatten. Er fand Decken, Lebensmittel und zwei Flaschen Schnaps. Bei dem der Frau  auch einen zerbrochenen Amazonensäbel und eine kleine Statur einer Löwin. Nachdenklich brachte er  die Pferde in die Deckung.
Einige Minuten später viel die Starre von der Frau ab.
„Schmeiß das Schwert weg.“ befahl Alfonso und hielt ihr die Statur hin.
„Wo hast du die her?“ Schrie sie.
„Aus deiner Packtasche.“ Antwortete er. „Du bist Amazone?“
Sie ließ die Arme sinken.
„Dort aufgewachsen. Aber auch ich muß leben.“ Fauchte sie.
„Was sich schnell ändern kann. - Aber warum hast du deinen Säbel und diese Statur aufgehoben? Ganz scheinst du deinen Glauben noch nicht verloren zu haben.“ Sagte er ihr auf den Kopf zu.
„Warst du dabei als die Burgen fielen? Es war ein Gemetzel. Und? Hat Rondra geholfen?“
„Sie hat dich überleben lassen. Du bist da, um sie zu rächen.“ Erklärte er ihr. Erst jetzt fühlte er die Wunde brennen.
„Doch sie wird ihren Fehler eingesehen haben.“ Alfonso hörte eine gewisse Traurigkeit aus ihrer Stimme.
„Na, ehrenhafter Krieger? Aua?“ Grinste Sarina.
„Ich denke ja.“ Grinste er zurück, ließ die ehemalige Amazone aber nicht aus den Augen.
Die Hexe sah sich die Wunde an, war dabei aber nicht so ganz behutsam. Sie war wohl immer noch etwas Sauer auf ihn. Doch sie verband ihn fachmännisch.
„Geh mal in dich. Ich glaube das Rondra schon noch etwas mit dir vorhat. Denn sonst wärest du wohl nicht mehr am Leben.“ Redete er weiter. Die Statur hatte er vor ihr abgestellt.
„Wie heißt du eigentlich? Du, die mich an diese Typen verschachern wollte.“ Fragte Sarina giftig.
„Brinja.“ Murmelte sie.
„Nun, Brinja, was sollen wir mit dir machen? Lassen wir dich hier, haben wir bald andere an den Hacken.“
„So auch. Spätestens Morgen wird man nach uns suchen.“ Erklärte sie. „Wir sind nicht weit von Beilunk entfernt.“
„Hm. Keine Stadt für uns. Magier sind dort nicht mehr gut gelitten.“ Erklärte Alfonso. „Aber wir sollten weiter.“
„Nehmen wir sie mit?“ Fragte Sarina, nicht sehr begeistert.
„Wenn ihr zu den Trollzacken wollt, kann ich euch hinbringen.“ Bot  Brinja an.
„Das ist nicht so ganz unser Weg.“ Wich Alfonso aus.
„Nun, an vielen Wachen kann ich euch vorbei bringen.“
„Ach, und wenn es dir in den Sinn kommt lande ich doch unter irgend so einem Schwachkopf.“ Fauchte Sarina.
„Laß uns erstmal los. Alles andere wird sich ergeben.“ Murmelte der Magier.
„Schon gemerkt das es dunkel wird?“ Fragte die Hexe.
Nun sah Alfonso es auch. „Dann werden wir eben hier rasten.“
„Aber nur wenn die beiden nicht hier bleiben. Wenn mich mein Glück weiter so verfolgt, stehen sie wieder auf.“ Sagte die Kämpferin.
„Haben wir gleich.“ Meinte der Magier. Er suchte noch Holz zusammen und schichtete es um die beiden auf. Dann zauberte er einen Feuerball auf sie. Während sie brannten sprach er ein Gebet für ihre Seelen.
„Sie wollten dich töten und du betest für sie?“ Fragte Brinja überrascht.
„Sicher. Ich weiß nicht warum sie so schlecht geworden sind, doch glaube ich nicht, daß sie immer schon so waren. Vielleicht haben sie im Tot ihre Fehler eingesehen.“ Erklärte er.
Nachdenklich setzte sie sich und spielte mit der Figur.
„Alfonso? Wir müssen schlafen, aber vertraust du ihr?“ Fragte Sarina.
„Ich denke, das müssen wir.“ Meinte er. Sie legten sich in ihre Decken  und obwohl Alfonso wach bleiben wollte schlief er ein.
„Aus den Federn, Frühstück ist fertig.“ Weckte Brinja sie. Der Magier schreckte hoch. Brinjas Küras war blank geputzt und es roch nach Fleisch.
„Nicht viel, leider.“ Sagte sie, als sie die Blicke der anderen beiden sah.
„Wo hast du denn den Hasen her?“ Fragte Sarina.
„Lief mir in die Falle.“ Grinste die Kriegerin.
„So sieht die Rüstung viel besser aus.“ Fand Alfonso laut.
Brinja sah verlegen zu Boden.
„Stimmt.“ Grinste Sarina. „Nur das du so nicht gut durchkommst. Ich glaube die stellen hier echt komische Fragen.“
„Ich hatte heute Nacht nachgedacht, ja und dabei angefangen sie zu putzen. Hatte einst meiner Großmutter gehört.“
„Pack sie ein. Wird Zeit das wir weiter kommen.“ Sagte Sarina und fing an das Geschirr und die Decken wegzuräumen.
Brinja zog den Küras aus und wickelte ihn in ihre Decke, dann zog sie sich den Pelz über.
Die Pferde waren ausdauernd und Zäh. So kamen sie weitaus schneller vorwärts.
„Hier müssen wir weiter nach Norden. Rund um Beilunk sind Truppen.“ Warnte die Kämpferin. Sie folgten ihrem Rat und sahen die Stadt so nur aus der Ferne.
Nun ging es immer weiter Richtung Nordosten. Drei mal währen sie fast von einer  Patrouille  entdeckt worden, konnten sich aber noch rechtzeitig verstecken.
Eines Abends kamen sie an einen alten Wehrtempel. Mißtrauisch  sahen sie sich um.  Brinja faste sich als erste ein Herz und öffnete das Tor. Auch drinnen war niemand und sie führten die Pferde hinein. Besonders Sarina achtete auf ihr verhalten.
„Der Tempel scheint sicher zu sein.“ Vermutete sie. Erleichtert setzten sich der Magier und die Hexe auf eine der alten Bänke. Brinja kniete sich vor den Altar und schien zu beten.
„Sie scheint doch noch zu glauben.“ Flüsterte Sarina. Er nickte nur. Nach einem kargen Mal legten sie sich hin und schliefen fest ein.
Am Morgen kniete die Amazone immer noch vor dem Standbild. Stand dann aber auf.
„Wie geht es dir?“ Fragte Alfonso freundlich.
„Ich habe meinen Glauben wiedergefunden. Nun muß ich meine Sünden wieder gut machen. Das wird ein langer Weg.“
„Und in welche Richtung wird er führen?“ Fragte der Magier.
„Das weiß ich noch nicht.“
„Dann komm doch erstmal mit uns.“ Lächelte Sarina. „Unser großer Krieger hat zwar vor, sich umbringen zu lassen, aber mal sehen. Vielleicht hinterläßt  er ja etwas was wir brauchen können.“
„Danke für das Vertrauen.“ Lachte er. Nun erzählte er Brinja wo er hin wollte.
„Nicht einfach. Aber ich glaube das wir es schaffen.“ Lächelte sie.
So machten sie sich wieder auf den Weg.

Alfonso der Erz-Prälat
„Wir kommen bald an die Grenze. Die wird gut bewacht.“ Erklärte Brinja leise.
„Also zu Fuß weiter.“ Antwortete Alfonso. „Kann man sich leichter verstecken.“
Brinjas Packen war um einiges größer als das der anderen, doch Alfonso ahnte warum. In der Abenddämmerung schlichen sie hinüber nach Xeraanien.  Und erst spät in der Nacht machten sie Rast.
„Über dieses Land weiß ich nicht viel.“ Sagte Brinja.
„Na, mal sehen. Kalte Alriks gibt es hier hoffentlich nicht so viele.“ Schmunzelte Sarina. Doch ihre Augen verrieten Angst. Nach dem was man so über die schwarzen Lande gehört hatte war hier einfach alles gefährlich.
„Wird schon nicht so schlimm. Nur in die Stadt, das Buch holen und weg.“ Versuchte Alfonso sie aufzumuntern.
„Toller Plan.“ Grinste sie. Rollte sich aber in die Decke und schlief ein. Am Morgen zogen sie weiter.
Gegen Mittag stolperten sie fast über zwei Reiter und eine leichte Kutsche.
„Wen haben wir denn hier“ Lachte ein Mann in teuren Kleidern. „Tötet ihn und bringt mir die Frauen.“ Befahl er seinen beiden Wachen. Doch ehe sie auch nur richtig vom Pferd waren griff Brinja einen der beiden an. Sofort entbrannte ein heftiger Kampf. Der  Krieger war unheimlich stark. Alfonso zauberte einen 'Donnerkeil' auf den zweiten. Sarina, die sich kurz hinter der Grenze einen Stecken geschnitten hatte, ließ diesen auf den selben einschlagen.  Da Alfonso mittlerweile seine Kräfte einzuschätzen wußte griff ihn nun mit dem Schwert an. Als er den ersten Schlag pariert hatte bedauerte er es auch schon wieder. Auch er war unmenschlich stark. So versuchte er seinen Schlägen auszuweichen, was ihm auch gelang. Es sah zwar weitaus ungelenker aus als bei Brinja, doch so konnte er sich auf seine Schläge konzentrieren und als sein Gegner einmal weit an ihm vorbei schlug rammte er ihm sein Schwert unter dem Arm, an der Rüstung vorbei in den Körper. Dieser sah ihn verwundert an und noch bevor er auf den Boden schlug zerrann dessen Körper in einer zähen Lache.
„Paktierer!“ Rief er und wollte Brinja zu Hilfe eilen.
„Nur das Schwert.“ Sagte sie. Alfonso warf es ihr zu. Geschickt fing sie es und kämpfte verbissen weiter.
Der dritte griff nun auch zu seiner Waffe und wollte Alfonso  nieder reiten. Doch er wich aus und konzentrierte sich. Wieder brachte er den Elfischen Kampfzauber. Der Mann wankte, konnte sich aber wieder fangen. „Paralü Paralein!“ rief er nun. Der Mann hatte eine entsetzliche Widerstandskraft gegen Magie und Alfonso brauchte einen zweiten Versuch. Diesmal durchbrach er damit dessen Geistige Mauer und der Magier spürte wie der Zauber wirkte. Erstarrt fiel der andere von der Kutsche. Alfonso sah zu Brinja die ihren Gegner mit Schlägen eindeckte. Doch auch er war gut und wehrte sie ab. Beide hatten dem anderen schon tiefe Wunden beigebracht und doch schaffte es die Amazone ihn mit einem mächtigen Schlag den Kopf vom Rumpf zu schlagen. Auch dieser fing an sich aufzulösen. Brinja sackte auf die Knie, sofort rannte Sarina zu ihr und fing sie auf.
„Nicht schlapp machen, sonnst bring ich dich um.“ Drohte sie mit Tränen in den Augen. Als sie lag legte Sarina ihr eine Hand auf das Herz und die andere an die Stirn. Leise murmelte sie den Heilungszauber. Es dauerte eine ganze Zeit bis sich die Wunden schloßen  und Brinja wieder tief durchatmete. Schon als Alfonso sah das der Zauber anfing zu wirken fing er die Pferde ein und band ihre Zügel an einen Strauch.
„Da ist sie ja wieder.“ Grinste die Hexe glücklich und gab der Amazone einen langen Kuß. Alfonso grinste breit. Als er sah, daß Brinja den Kuß erwiderte protestierte er.
„Ihr amüsiert euch und ich muß arbeiten.“ Rief er lachend.
Die beiden lösten sich von einander und kamen zu ihm.
„Der hier hatte eine gewaltige Widerstandskraft gegen meine Zauber. Ich will wissen warum.“ Wechselte er das Thema.  
„Auch ein Paktierer?“ Schlug die Hexe vor.
„Dann muß er ein Mal haben. So habe ich es gelernt. Last uns ihn ausziehen.“ Sagte er hastig. Alfonso wußte nicht wie lange sein Zauber noch halten würde.
Zu dritt zogen sie ihn aus.
„Hier, der Rubin.“ Sagte Sarina. In der Brust trug er einen großen roten Edelstein.
Sie sahen ihn sich noch an als der Zauber sich löste.
„Was tut ihr mit dem Erz-Prälaten von Shamaham. Ich werde eure Körper für die niedrigsten  Rituale verbrauchen“ Schrie der fast nackte.
„Du bist doch nur ein verkommener Paktierer. Bereue dein schändliches Leben und die Götter mögen dich noch retten.“ Zischte Brinja ihn an.
„Ich diene nur Borbarad und Zholvar. Doch wenn ihr mir helft auf mein Anwesen zu kommen überhäufe ich euch mit Gold und Edelsteinen.“
„Du hast dein Leben verwirkt. Rondra, verzeih mir diesen Stoß.“ Rief sie nun und stieß ihr Schwert in sein Herz. Der Körper des Prälaten verfiel in tausende von Glasscherben.
„Er war schon verdammt.“ Sagte Alfonso leise. „Aber mal sehen ob wir bei ihnen nicht das ein oder andere finden was uns helfen kann, den Göttern zu dienen.“
Sie durchsuchten zuerst die Sättel der beiden Wachen. Dort fanden sie einige Goldstücke, vermutlich ihr Sold, Wechselkleidung und Decken.
Der Prälat hatte weit aus mehr Geld in der Kutsche und auch so einiges an Edelsteinen. Außerdem seine Berufung zum Prälaten, von Xeraan selber unterzeichnet. Und, Alfonsos Herz machte einen Hüpfer, vier Tränke die die Astrale Energie wieder auffrischten. Wahrscheinlich die Bezahlung für irgend etwas.
„Ich glaube, der Prälat von Shamaham wird Mendena besuchen.“ Grinste nun Alfonso breit.
„He, die kennen ihn doch.“ Widersprach Sarina.
„Genau deshalb.“ Lachte der Magier. „Morgen müssen wir den ganzen Tag rasten.“
Die beiden Frauen sahen ihn an, als wenn sie glaubten er würde überschnappen.
„Ich beherrsche einen Zauber der mich in ihn verwandeln kann. Er dauert jedoch.“ Erklärte er ruhig. Nach dem sie die Überreste der Drei verschwinden lassen hatten  suchten sie einen Rastplatz wo sie nicht gestört würden. Alfonso zeichnete am Morgen ein Pentagamm auf den Boden und fing das Ritual an, den ein Zauber im eigentlichen Sinne war es nicht. Den ganzen Tag über dauerte es und am Abend war er völlig fertig aber er sah auch aus wie der Prälat.
„Das ist ja kaum zu glauben.“ Staunten die Frauen sprachlos. Selbst seine Größe hatte sich geändert.
„Dann müssen wir uns aber beeilen, bevor der Zauber verfliegt.“ Sagte Sarina.
„Er hält einen Mond.“ Erklärte Alfonso.
Bevor sie den nächsten Tag aufbrachen, zogen sich die Frauen die Sachen der Wachen an und auch Alfonso zog sich um.
„So meine Schätzchen. Auf nach Mendena.“ Grinste er breit.
„He. Was soll das denn?“ Mokierte sich Brinja.
„Sobald wir jemanden begegnen müßt ihr mitspielen. Ihr gehört mir, was ich sage ist euch ein Wunsch. Der Prälat von Shamaham ist ein gieriger Geizhals.“
Die beiden verstanden und so ritten sie neben ihm. Im nächsten Gasthaus stiegen sie ab. Alfonso bestellte sich ein Zimmer und Essen für Drei.  Bezahlte aber genau auf den Heller  und  verlangte noch einen kostenlosen Schnaps.
„So meine Kätzchen, wollen doch mal sehen ob ihr mehr als nur kämpfen könnt.“ Grinste er breit und legte ihnen die Hände auf den Hintern. Gemeinsam gingen sie nach oben aufs Zimmer.
Als die Wirtsfrau hoch ging um zu lauschen, schien es im Zimmer hoch er zu gehen. Der Prälat amüsierte sich sichtlich prächtig.
Sarina und Brinja lagen nebeneinander auf dem Bett  und schrieen und Stöhnten um die Wette. Alfonso saß im Sessel und dirigierte sie grinsend. Ab  und an fiel er mit ein in die Ouvertüre. Bevor er sich auf den Boden Schlafen legte stellte er einen Stuhl unter die Türklinke und verschloß die Fensterläden.
Am Morgen stritt er mit dem Wirt um den Preis für das Frühstück. Danach fuhren sie weiter.
„Herr Grudo, mit uns habt ihr aber keinen guten Fang gemacht.“ Lachte Sarina eine Stunde später. „Ihr habt mit der Magd länger gelärmt wie sie sagt“
„Seht ihr? Und das bei dem Preis für euch.“ Schimpfte er lächelnd.

„Erz-Prälat Grudo.“ Buckelte der Hauptmann der Stadtwache. „Ich werde euch sofort zu eurem Haus bringen lassen.“
Alfonso fand es sehr zuvorkommend, schon deshalb, weil er nicht wußte hier eines zu haben. Dort angekommen verschwanden sie auch schnell im Haus.
„Jetzt müssen wir nur noch sehen wo das verflixte Buch ist.“ Sagte er.
„Es gibt eine Art Un-Tempel hier.“ Erklärte Brinja
„Wollen doch mal sehen was es dort so gibt.“ Schmunzelte er. Nach dem sie sich frisch gemacht hatten ließ er sich von Brinja fahren, während er Sarina im arm hielt. Der Borbarad-Tempel war schon von weitem zu sehen und dahinter ein Haus das aus reinem Gold zu bestehen schien. Ansonsten war in der Stadt viel Betrieb. Doch bei genauem hinsehen war zu erkennen, daß es sehr viele Bettler gab.
Mit den beiden als seine Wächter betrat er das Gebäude und sah sich um. Für den Zutritt zur Bücherei verlangte ein Priester eine Gebühr von 12 Goldkronen. Mit leichtem Widerwillen auf dem Gesicht bezahlte er. Schon nach kurzem Suchen fand er das Gesuchte. Das Buch war in einer Ecke wo eigentlich nur alte und unwichtige Bücher standen. Doch Alfonso erkannte es sofort, jedoch ohne zu wissen warum.
Die Leihgebühr für dieses, doch so wertvolle, Buch, wie ihm der Priester erklärte betrug stolze 150 Goldkronen. Er zahlte in Edelsteinen und sie verließen den Tempel. Noch in der Nacht verließen sie die Stadt. Wie vom Gehörnten gejagt ritten und fuhren sie Richtung Shamaham. Drei Tage brauchten sie bis zu dem Anwesen. Alfonso sah sich gründlich in 'seinem' Haus um und fand noch einige wertvolle Gegenstände. Darunter ein Kristallenes Kurzschwert und zwei Magier-Roben auch die Rüstung einer Amazone und deren Säbel fanden sie. Flink packten sie diese Sachen in eine Truhe und fuhren zum Hafen. Alfonso tat als wenn er die Schiffe inspizierte, suchte jedoch eines das ihn ins Kaiserreich bringen konnte. Er fand ein Al'Anfanisches, das weit von den anderen lag.
„Boron zum Gruße.“ Grüßte er leise die Kapitänin. Diese sah ihn überrascht an.
„Wann laßt ihr uns endlich fahren. Ich habe alle Gebühren bezahlt.“ Schimpfte sie.
„Leider gab es da ein Mißgeschick.“ Rief er hinüber. Der Hafeninspektor  sah nämlich zu ihnen herüber. „Doch man vergaß euch auf die  Muschelbesatz-Steuer hinzuweisen und auch die Segeltrocknung-Abgabe ist noch nicht erhoben worden.“ Dabei gab er ihr einige Zeichen in der Fingersprache der Händler.
„So kommt doch an Bord und erklärt es mir genau. Das sind nun mal Gepflogenheiten die bei uns so nicht üblich sind.“ Spielte sie mit.
Er betrat das Schiff und während er mit ihr zu sprechen vorgab, zauberte er ein Trugbild. Dieses ließ am Kai alles ruhig erscheinen. Dann winkte er den Frauen zu. Diese brachten die Taschen und die Truhe an Bord.
„Im Namen Hesindes und Phexens, bringt uns zurück in die Zwölfgöttlichen Lande.“
„Einen Erz-Prälaten?“ Fragte sie entgeistert.
„Einen Magier, eine Hexe und eine Amazone im Auftrage der Herrin Hesinde.“
„Er meint was er sagt.“ Erklärte ein Magier, der im Schatten gestanden hatte.
„Laßt ablegen.“ Befahl die Kapitänin leise. „Wir brauchen eine Tarnung.“
Der Schiffs-Magier trat an die Reling. Als der Hafenmeister zu ihnen kam zauberte er etwas, was Alfonso nicht kannte. Der Hafenmeister grüßte die Kutsche und befahl der Kapitänin sofort auszulaufen, da sonst noch die Abendliegegebühr und auch eine Rattendiebstahlsabgabe dazukommen würde. Sie Grüßte und ließ so schnell  wie möglich aus dem Hafen rudern. Sobald sie  richtig lagen, ließ sie auch das Segel  setzen.
„Soll ich ein wenig helfen?“ Fragte Sarina Alfonso.
„Wenn es dir möglich ist, ja. Die Elementarmagie ist nicht mein Gebiet.“
„Meines auch nicht. Aber ich erhielt von einem Verehrer einst einen Ring.“ Lächelte sie. Nun drehte sie ihn. „Djinn der Luft, richte die Winde so, daß wir schnell nach Perrikum  kommen.“ Befahl sie.
„Wie du befielst, Herrin.“ Antwortete die Windhose und fast sofort erhob sich ein ziemlich starker Wind. Das Schiff wurde immer schneller und sie mußten sich festhalten.
„Die hätte ich gerne im Dutzend.“ Schmunzelte die Kapitänin. Mit dieser Geschwindigkeit kamen sie mit der Morgenflut im Kriegshafen an und schmetterten in den Anleger.
„Hoffen wir einmal, daß dies nicht als Angriff gewertet wird.“ Sagte die Al'Anfanerin mit undurchdringlicher Miene.
Als die Hafenwache kam, war auch die Hesindegeweihte dabei. Wie Alfonso später erfuhr war sie gerade bei den Efferdbrüdern.
„Was war das denn, Kapitännin?“ Fragte der Hafenkommandant ärgerlich.
„Nun, unsere Freundin vermochte dem Luft-Djinn ihren Wunsch nur unzulänglich erklären. Deshalb sitzen wir jetzt in eurer schönen Mole.“
„Ein Luft-Djinn. Ich weiß ja, daß die Meere nicht mehr so sicher sind. Das heißt aber nicht das ihr mit einem Affenzahn in den Hafen rauschen müßt. Was für Wahre habt ihr denn geladen?“
„Drei Passagiere.“ Grinste sie breit.
„Den Erz-Prälaten von Shamaham? Oder verguck ich mich gerade?“ Rief einer der Efferdgeweihten.
„Da der Erz-Prälat es vorzog in die Niederhöllen zu fahren, kann ich es nicht sein, Hochwürden. „Magisterin, erkennt ihr dieses Schwert?“ Fragte Alfonso und zeigte es ihr.
„Wißt ihr wo es herkommt?“ Fragte sie zurück.
„Ich nahm es vor fast vier Götterläufen einem Beschwörer ab. Dabei rettete ich auch Anna.“
„Ich bürge für ihn.“ Erklärte sie der Hafenwache. Als sie zum Schiff kam befahl die Kapitänin die Lauf-Planke heraus zu schieben. Mit der Hilfe eines Seemannes kam sie an Bord auch der Efferdgeweihte kam und wurde höflich empfangen.
„Ihr seht dem Prälaten aber doch sehr ähnlich. Letztes Jahr hatte ich ein Schiff nach Shamaham geleitet und er nahm uns immense Summen ab.“
„Auch eine Segeltrocknung-Abgabe?“ Fragte die Al'Anfanerin.
„Was soll das denn sein?“ Wollte er wissen.
„Dort haben sie doch selbst darauf eine Steuer wenn man einen Wind läßt.“ Grinste Alfonso. „Und so fiel sie mir ein.“
Die beiden Geweihten lachten.
„Ich werde der Werft sagen, daß unser Haus die Reparatur eures Schiffes zahlt.“ Erklärte die Hesindegeweihte.
„Jetzt würde es mich doch interessieren was die Drei dort gemacht haben.“ Sagte der Geweihte des Efferd neugierig.
„Dann begleite uns bitte in den Hort, Bruder Erferrim.“ Bat die Geweihte. Danach sprach sie mit dem Hafenkommandanten und sie konnten das Schiff verlassen. Alfonso bedankte sich noch einmal ausgiebig bei der Kapitänin und gemeinsam gingen sie in den Tempel. Alfonso achtete darauf das sie auch alle ihre Sachen dabei hatten.
„Ihr habt das Gesuchte?“ Fragte sie nachdem sie Tee hatte kommen lassen.
„Ja. Es war nicht immer leicht, aber wir haben es.“ Lächelte er. Sarina fühlte sich sichtlich unwohl und auch Brinja wußte nicht wie ihr wahr.
„Wie mir erzählt wurde wart ihr nur mit dieser jungen Dame gereist.“ sagte die Geweihte fragend.
„Doch auf unserer Reise trafen wir auf Brinja. Ohne die Kampfkraft die sie von der göttlichen Löwin erhielt hätten wir es wohl nicht geschafft.“ Antwortete er. Brinja wurde verlegen und Rot.
„Magisterin, ich bin nur eine gefallene Amazone in Schande.“ Sagte sie und sank auf die Knie. „Ohne Alfonso würde ich wohl für immer  Fleisch für den schwarzen Drachen fangen.“
„Steh auf meine Tochter. Wenn du wirklich nicht gewollt hättest, hätte er dich auch nicht retten können.“ Erklärte sie und Bruder Efferrim stimmt nickend zu.
Alfonso holte das Buch heraus und gab es der Geweihten. Dankend nahm sie es entgegen.
„Wie es aussieht habt ihr noch einiges mehr dort erlebt.“ Sagte sie lächelnd. „Währe es zuviel verlangt wenn ich euch bitten würde mir einen Bericht darüber zu geben?“
So saßen sie noch den ganzen Tag in dem Büro  und ergänzten sich gegenseitig in ihrem Bericht. Ein Schreiber hielt alles fest.
Als sie den Bericht beendet hatten ließ die Magisterin  einen Magier der hiesigen Schule kommen. Dieser beendete den Verwandlungszauber bei Alfonso. Fragte ihn aber auch gleich ob er diesen Zauber nicht einem seiner Kollegen zugänglich machen könne.
„So ich Zeit dafür finde. Doch zuerst möchte ich gerne meine Ziehtochter besuchen und Rondrike wiedersehen.“ Erklärte er sehnsüchtig.
Endlich durften sie den Tempel verlassen.
„Mir ist jetzt nach einem guten Bier.“ Sagte Alfonso vor dem Tor.
„Gute Idee.“ Kam von den Frauen. Sie nahmen sich in einer guten Herberge Zimmer und nach einem Bad trafen sie sich im Schankraum und lachten gemeinsam beim Bier.
„Wollt ihr mich nach Wehrheim begleiten?“ Fragte er die beiden. Jetzt, nach dem Bad, machten sie keinen Hehl mehr aus ihrer Zuneigung zueinander.
„Warum nicht?“ Überlegte die Amazone. „Wann wollen wir los?“
„Nicht vor morgen“ Lachte er.
Sie kamen aber erst eine Woche später weg, da Tomareg ihn am nächsten Vormittag aufsuchte und sie bat dem Orden der Grauen Stäbe doch einen Bericht über ihre Erlebnisse zu geben. Nach zähen Verhandlungen überließ Alfonso ihnen dann das Geld, daß in den Schwarzen Landen geprägt wurde. Am Ende hatte er es im Wert von Drei zu Eins getauscht. Mit dem Geld ging er von Tempel zu Tempel und spendete es. Immerhin hatten sie ja noch die Edelsteine. Brinja trug jetzt auch offen und nicht ohne Stolz die Rüstung ihrer Großmutter.
Auf neuen Pferden reisten sie gen Wehrheim.

Anna und Paktierer
Da sie auf der Reichsstraße reisten kamen sie auch nach Gareth.
„Wir sollten uns heute Abend hier mal ein Bier genehmigen.“ schmunzelte er vor einer Taverne.
„Sieht nicht schlecht aus.“ Fand Brinja. Doch zuerst suchten sie sich eine Herberge.
„Alfonso! Wieder zurück aus Maraskan?“ Rief sie eine Stimme. Er sah sich um und entdeckte Xepax den Schelm. Er war wieder so geschmacklos gekleidet wie immer.
„Xepax du alter Schwerenöter, wo ist denn deine Freundin?“ Begrüßte er ihn.
„Alleine weiter. Mir wurde langweilig als sie meinte ich solle lesen lernen.“
Lachend gingen sie erst in die Herberge um die Zimmer zu bestellen und danach in die besagte Taverne.
„Wie ist es denn auf der Insel.“ Wollte er endlich wissen.
„Da waren wir nicht. Wir waren in den anderen Landen. Aber du mußt es ja auf dem großen Markt herum posaunen.“ Lachte der Magier und verwuschelte ihm seine krausen roten Haare.
„Ups. Vergessen.“ Grinste er.
„Genau.“ Lachte die Hexe. Dabei lag sie in Brinjas Arm.
„Hast du ihr eine Freundin da geholt?“ Fragte Xepax.
„Kann man so sagen.“ Sagten die Drei durcheinander.
„Seh mal. Der Versager.“ Rief jemand.
Sie sahen sich um und erblickten eine Gruppe Magie-Schüler.
„Wer ist ein Versager?“ Fragte der Schelm aufgebracht.
„Seht euch das an. Wahrscheinlich verdingt er sich als  Söldner.“ Lachte der Sprecher.
„Immerhin verdiene ich mein Geld.“ Alfonso grüßte mit der offenen Hand.
„Was, bei den Zorganer Theater-Tunten hast du deinen Abschluß gemacht? Sicher, da schafft es jeder.“ Rief ein anderer der das Siegel erkannt hatte.
Als Brinja aufstehen wollte um seine Ehre zu verteidigen hielt er sie zurück.
„Laß sie doch. Was werden sie denn später einmal machen. Entweder bleiben sie in der Akademie und studieren sich die Augen aus dem Kopf, nur um dann Wasser ohne Feuer zum kochen zu bringen oder sie gehen zur Armee.“
„Rede mal. Ich werde am Feldzug gegen die Schwarzen Horden teilnehmen. Du würdest dir ja selbst in Perrikum in die Hose machen.“ Lachte der Älteste.
„Stimmt, schon mal dagewesen? Die treten einem da nämlich echt die Füße platt.“ Lachte Alfonso. Am späteren Abend kamen auch zwei Magier aus seinem Jahrgang herein, setzten sich aber zu den anderen. Auch sie zogen über Alfonso her und prahlten damit wie sie es einst dem Galotta oder Xeraan zeigen würden. Den vieren wurde es zu blöd und sie gingen. Den nächsten Tag nutzten sie zum Ausrüsten, wobei Alfonso es nicht sein lassen konnte, selbst bei den getrockneten Bohnen zu handeln. Doch gut und günstig ausgerüstet zogen sie dann weiter. Fünf Tage später kamen sie in der Garnisonsstadt an. Da es Abend war als sie ankamen, ging Alfonso erst am nächsten Tag zur Schule.
„Alfonso!“ Rief Rondrike ihm über den Hof zu. Dort war sie dabei Jungen und Mädchen den Umgang mit Schwertern zu lehren. Sie lief zu ihm und umarmte ihn.
„Deine Schüler.“ Flüsterte er grinsend.
„Nur noch eine halbe Stunde.“ Gab sie zurück und machte mit dem Unterricht weiter. Nach der Stunde gingen sie zusammen zu Anna. Diese war schon mächtig gewachsen. Immerhin war sie jetzt Fünf. Zu Dritt gingen sie etwas essen.
„Wie war deine Reise?“ Wollte Rondrike wissen. Alfonso erzählte nur einen Teil, schon wegen Anna.
„Und du bist Lehrerin?“ Fragte er.
„Nur bist du wieder kommst.“ Lächelte sie. „Ich hatte an einem Unternehmen teilgenommen und dann hier auf dich gewartet.“
„Xepax und Sarina sind auch in der Stadt. Außerdem Brinja, Sarinas Freundin.“
„Toll. Ich werde gleich mal die Hauptfrau fragen ob ich heute Nachmittag frei machen kann. Zum Prajostag werde ich dann aufhören.“ Sagte sie und stand auf.
„Du hast mich gerettet, nicht war?“ Fragte Anna nun vorsichtig. Die ganze Zeit hatte sie still dagesessen.
„Ja, aber mich ja auch.“ Schmunzelte er. „Wie gefällt es dir denn hier?“
„Es ist schön. Ich kann sogar schon meinen Namen schreiben und in der Küche darf ich auch helfen.“ Sagte sie Stolz.
„Willst du erstmal hier lernen?“
„Darf ich, Papa?“ Fragte sie strahlend. Alfonso war schon ein wenig stolz darauf von ihr so genannt zu werden. Immerhin kannte sie ihn ja nur von Erzählungen.
„Fragen wir doch mal.“ Meinte er und gerade als sie aufstanden kamen Rondrike und Frau von Turm herein.
„Schön sie wiederzusehen.“ Grüßte die ältere Kriegerin. „Durch einige Verbindungen, die ich habe, ist mir zu Ohren gekommen das sie den Schwarzen Landen eine kleine Schlappe beigebracht haben.“
„Ich habe einige Hilfe gehabt.“ Schwächte er ab.
Sie lächelte wissend und ließ das Thema. „Aber daß sie uns unsere Lehrerin entführen wollen, das nehme ich ihnen übel.“ Sie drohte lächelnd mit dem Finger.
„Dafür möchte ich ihnen eine kleine Schülerin bringen.“ Schmunzelte er.
„Sie haben also nichts dagegen wenn sie eine Krieger-Laufbahn einschlägt?“
„Wenn sie das Zeug dazu hat, fände ich es gut.“
„Hat sie. Sie hat ein gutes Auge und einigen Mut.“
Anna war mächtig stolz über soviel Lob, blieb aber ruhig stehen.
„Ich werde für sie eine gute Pagen-Stelle finden.“ Versicherte Frau von Turm.
Nach einer Stunde gingen Rondrike und Alfonso in die Stadt und trafen die anderen. Besonders Xepax fiel ihr um den Hals. Brinja blieb hingegen ganz im Hintergrund. Sie trug zwar die Brünne einer Amazone, doch hier stand eine Kriegerin die nicht für den schwarzen Drachen gearbeitet hatte.
Es war ein schöner Tag und so setzten sie sich mit einem Krug kühlen Bieres nach draußen an die große Koppel der Schule.
„Rondrike? Was ist das da für eine Burg?“ Fragte Xepax.
„Burg Auraleth. Da willst du aber gar nicht hin. Das ist die Hauptburg der Bannstrahler. Die mögen kleine Schelme nicht.“ Antwortete sie grinsend. Auch die anderen lachten nun.
In den nächsten Tagen war Brinja sehr oft im Rondratempel der Schule zu finden. Alfonso und Sarina wußten das sie um Vergebung bat. Am Prajostag besuchte Alfonso Anna und ging mit ihr durch die Stadt. Zum einen kaufte er ihr  neue Kleider und sie sahen sich gemeinsam einen Scharlatan an, der auf dem Marktplatz seine Kunst zeigte. Anna war hellauf begeistert. Erst am Abend brachte er sie zurück in die Schule und traf sich dann mit den anderen in der Taverne. Xepax hielt ein schweres Buch in der Hand und gab vor zu lesen.
„Wenn du es umdrehst geht es besser.“ Schmunzelte Alfonso.
„Nö, ich kann gar nicht lesen.“ Lachte der.
„Wo hast du die Schwarte eigentlich her?“ Fragte Sarina lachend.
„Es lag hier auf dem Boden, als ich herkam um auf euch zu warten.“
„Du hast gewartet? Das Wunder sollte man preisen.“ Kam von Rondrike.
„Sieht aber wichtig aus. Darf ich mal sehen?“ Fragte Alfonso. Xepax gab es ihm.
Alfonso las einige Kapitel, blätterte weiter, wieder zurück und wieder vor.
„Das hat niemand absichtlich vergessen. Rondrike begleitest du mich zum Tempel?“
Sie nickte. Aber auch die anderen standen auf und gingen mit. Als Magier wollte er nicht in den Prajostempel, so gingen sie hoch zur Schule.
„Du hast mein Buch.“ Rief plötzlich jemand aus dem Schatten.
„Dann solltest du mitkommen.“ Antwortete Alfonso angespannt. Nun lösten sich vier Leute aus den Hausecken. Dadurch waren es zwei Magier, ein Zwerg und zwei Kämpferinnen. Alfonso konzentrierte sich sofort auf einen Zauber, auch Sarina schien sich zu konzentrieren und die beiden Kriegerinnen  zogen die Waffen.
Alfonso brachte seinen beliebten Versteinerungszauber. Da  er ahnte das diese Gegner ihnen allen überlegen waren, konzentrierte er sich nur auf den Magier. „Paralü Paralein!“ Schrie er und machte die Handbewegung dazu. Doch er hatte die Hand vorher an die Schulter gehoben um einen anderen Zauber anzudeuten. Der Magier fiel auch auf diese Finte herein und wollte den Kampfzauber stören. Doch so traf ihn dieser Verwandlungszauber und ließ ihn erstarren. Sarina hatte jedoch den Elfischen Kampfzauber gebracht und den zweiten Magier in seiner Konzentration gestört. Dieses nutzte Xepax um ihm in die Familienplanung zu treten. Er haßte es zu kämpfen, doch in diesem Falle war es zu gefährlich sie nur zu ärgern. Rondrike und Brinja kämpften wie die Löwen gegen die schwarzen Amazonen. Nun konzentrierte Alfonso sich auf den Zwerg, der wollte Rondrike von hinten attackieren. „Fulminiktus Donnerkeil!“ Donnerte er und der Zwerg zuckte zusammen, doch Alfonso merkte das ihm der Zauber mißlang. Doch Sarinas schlug bei ihm ein.
Brinja schaffte es die Verteidigung ihrer Gegnerin zu durchbrechen und schlug ihr derart in den Arm das dieser nutzlos herab hing. Doch sie wechselte die Waffenhand und kämpfte weiter. Da Rondrike fast täglich trainierte, war sie geübter und schaffte es ihre Gegnerin so schwer zu verwunden, das sie ohnmächtig wurde.
Nun war es wieder an Alfonso zu zaubern und er schoß dem Zwerg eine mächtige Flammenlanze in den Rücken. Da auch Sarina weiter auf ihn gezaubert hatte fiel er tot zu Boden.
Brinja hatte mächtige Probleme mit ihrer Gegnerin, doch kein anderer wollte in ihren Kampf eingreifen. Als Amazone war sie darin sehr Stolz. Doch auch mit einigen Verletzungen die sie erlitten hatte schaffte sie es eine  Lücke in deren Rüstung zu nutzen und traf sie tödlich.
Erst jetzt achteten sie wieder auf den Schelm. Der saß auf dem zweiten Magier und amüsierte sich. Er hatte ihn nämlich in seine Eigene Robe gewickelt und piesackte ihn immer wenn der versuchte aus dem Gewirr heraus zu kommen. Nun endlich kam auch die Stadtwache angelaufen.
„Was ist hier los?“ Rief der Weibel mit gezogener Waffe.
„Wir wurden angegriffen, Dalo.“ Antwortete Rondrike ihm fast freundschaftlich.
„Rondrike! Was soll das heißen?“
„Wir waren auf dem Weg zum Tempel, als diese Fünf uns angriffen.“
„Die Frauen sind Mectaleänata.“ Sagte nun Brinja. Obwohl sie stark blutete stand sie stolz vor dem Weibel.
„Ä, Leute? Mein Zauber ist gleich vorbei und dann macht der hier bestimmt Ärger.“ Meldete sich der Schelm zu Wort.
Alfonso verwandelte seinen Magierstab in ein Seil und fesselte den Magier damit.
„Was sind Meca-Dingsda?“ Fragte der Weibel.
„Amazonen-Jägerinnen. Sie jagen alles was mit dem Rondra-Glauben zu tun hat.“ Erklärte die Amazone.
„Alle sofort in die Garnison bringen. Auch die Toten.“ Befahl der Weibel „Kommt auch mit.“
Gemeinsam gingen sie in die Kaserne. Dort wurde dem Hauptmann berichtet. Brinja wurde höflich in das Lazarett begleitet wo sie gleich verarztet wurde. Sarina wollte zwar mit, wurde aber zurückgehalten. Der Hauptmann ließ nach dem Grafen schicken als ihm die Tragweite klar wurde.
„Ich möchte nicht anmaßend sein, aber der Zauber der ihn hier hält, ist bald vorüber.“ Erklärte Alfonso. So ließ der Hauptmann einen Magier rufen, der auch sofort kam. Er war in Alfonsos  alter, sah sich um und nach dem der Hauptmann ihm die Lage erklärt hatte trat er an den Magier. Dem riß er die Robe auf und legte ihm die Hand auf die Brust. Eine Minute lang konzentrierte er sich um  ihn dann wieder los zulassen.
„Das sollte ihn von Unbedachtsamkeiten abhalten.“ Erklärte er. „Was treibst du Versager denn hier?“ Wendete er sich an Alfonso. Der hatte mit so etwas schon gerechnet, denn der andere war ein Klassenkollege von ihm gewesen. Langsam dachte er, das wohl alle Magier die er traf mit ihm auf der Schule waren.
„Er hat diese schöne Statur geschaffen, du Popanz.“ Half Xepax ihm.
„Und wahrscheinlich schon mehr für das Reich gemacht als ihr.“ Kam Hilfe von der Tür. Dort stand der Graf. Alle, mit Ausnahme von Xepax natürlich, verbeugten sich vor ihm.
„Wie ich hörte war es dennoch einträglich.“ Schmunzelte Graf Dexter Nemrod listig.
„Herr Graf, so sich die Gelegenheit bietet, ist es Phexgefällig.“ Antwortete Alfonso.
„So ist es. Die Tempel in Perrikum sind euch immer noch dankbar.  Mectaleänata  treiben ihr Unwesen in meiner Grafschaft?“ Nun sah er zum Hauptmann.
„So sagte die Amazone, Herr Graf.“
„Dann müssen alle überlebenden auf Dämonen-Male hin untersucht werden.“
„Auch wir?“ Fragte Xepax etwas aufgebracht.
„Die Angreifer. Ich werde den Inquisitionsrat bitten zu kommen. Würdet ihr mich mit euren Freunden begleiten?“ Fragte er Alfonso. Da nun auch Brinja wieder da war gingen sie gemeinsam  zum Grafenpalast.  Dort bot der Graf den Freunden etwas zu trinken an.
„Wist ihr warum sie euch angegriffen haben?“ Fragte er nun.
„Es ging wohl um dieses Buch.“ Alfonso reichte es rüber.
Der Graf blätterte darin. „Hm, ich kann es nicht lesen.“ Meinte er.
„Fast niemand. Es ist eine Geheimschrift des ODL, des Ordens der grauen Stäbe.“
„Was der ODL ist weiß ich. Aber warum kennt ihr diese Schrift?“
„Der Leiter der Burg Anchopal war drei Jahre mein Lehrmeister. In der Zeit lernt man doch einiges, auch wenn es nicht auf dem Lehrplan steht.“ Lächelte der Magier.
„Ich wußte nicht, daß ihr im Auftrag des ODL in den Schwarzen Landen wart.“ Sagte der Graf überrascht.
„Das war ich auch nicht. Die Herrin Hesinde bat mich diesen Auftrag anzunehmen.“
„Wißt ihr auch was in dem Buch steht?“ Wechselte der Graf das Thema.
„Es ist wohl eine Zusammenfassung dessen was sie über die schwarzen Reiche wissen. Auch das einer großen Schlange.“ Erklärte Alfonso.
Nun rutsche der Graf fast vom Stuhl.
„Darüber hat der ODL Erkenntnisse?“
„Es ist nicht viel. Wie hier steht, haben sie so einige Agenten verloren. Aber da sollet ihr vielleicht den Orden selbst fragen. Doch weswegen ich es in den Tempel bringen wollte ist diese Seite,“ Er schlug das Buch fast in der Mitte auf, „sie gehört nicht in das Buch. Erstens ist es in einer anderen Sprache und Schrift, und zum zweiten ist es eine Magische Formel.“
„Kennt ihr den Zauber?“
„Nein und er ist auch komplex. Doch es hat etwas mit den Niederhöllen zu tun, soviel konnte ich herauslesen.“
„Dann wurde das Buch wohl nur zum Transport genutzt. Nun den. Ich werde das Buch dem ODL überreichen, im Namen des Reiches.“ Schmunzelte er.
„Aber was ist mit der Formel?“
„Die geht an den Hesindetempel.“ Beschloß er.
Tags darauf sollten sie noch mal beim Hauptmann vorsprechen und erklärten noch einmal die Sachlage. Dieser erklärte das man bei allen das Dämonenmal gefunden hatte und diese auch nicht leugneten. Der Inquisitor würde sich aber schon darum kümmern.
„Hört ihr? Ich glaube unsere Karawane will los.“ Meldete sich der Schelm.
„Hab ich auch gehört.“ Pflichtete Sarina ihm bei.
„Schon verstanden.“ Lachte der Hauptmann. „Ich wünsche euch allen viel Glück.“
Die Truppe beeilte sich, sich Reisefertig zu machen. So war sie eine Stunde später auf der Straße.
„Wohin nun?“ Fragte der Schelm. „Ich hab gehört das Punin eine schöne Stadt sein soll.“
„Wir müssen auch zusehen wieder Geld zu verdienen.“ Überlegte Brinja.
„Och, der olle Magus hatte welches.“ Kam zurück.
„Xepax.“ Lachte Alfonso. „Du hast ihn geplündert?“
„Der brauch es doch nicht mehr.“ Schmunzelte der Schelm und zeigte den prallen Beutel.
„Also auf nach Punin. Kann ja sein das sich noch das ein oder andere Abenteuer ergibt.“ Lächelte Brinja.
Der sterbende Drache
Am frühen Morgen machten sie Rast. Xepax erwies sich als hervorragender Koch und die anderen bereiteten das Lager. Nach dem Essen schlief Sarina in Brinjas Arm ein und auch die anderen legten sich schlafen. Sie brauchten eine ganze Weile um nach Punin zu kommen. Auf dem Weg dorthin wollte Rondrike von Brinja wissen wie es denn so in Warunk war. Nur widerwillig gab sie Auskunft. Doch bei den Waffenübungen war sie Feuer und Flamme. Auch Alfonso machte dabei häufig mit. Doch lange nicht so verbissen wie die beiden Krieger. Er unterhielt sich viel lieber mit Sarina und Xepax über bestimmte Zauber. Besonders interessierte er sich für den mit dem man durch die Wand gehen konnte. Da war auch die Hexe hellhörig. Das Problem war nur, daß man bei der Art des Schelmes einen Zauber zu erklären auch gleichzeitig seine Lebensgeschichte erzählt bekam. Als Alfonso, kurz vor Punin, zumindest ansatzweise einen Einblick in die Matrix bekommen hatte kannte er dessen Freunde und wußte warum er aus welcher Stadt geworfen worden war. Sarina kam mit der Art besser klar und hatte den Zauber schon einigermaßen kapiert.
Sie hatten gerade das Stadttor passiert als Sarina wie angewurzelt stehen blieb. Auch die anderen sahen die Prozession der Bannstrahler.
„Das sind die aus dem Dorf.“ Flüsterte sie.
„Bleibt ihr Drei draußen. Wir kaufen Lebensmittel.“ Beschloß Brinja. Wiederwillig stimmten die anderen zu. Sie suchten sich einen guten Lagerplatz und warteten. Zwei Stunden später kamen die beiden Frauen zurück.
„Wir haben alles bekommen.“ Grinste Rondrike.
„Im Raschtulswall wird übrigens eine Karawane vermißt.“ meinte Brinja.
„Suchen wir sie?“ Sprang Xepax gleich darauf an.
Die anderen sahen sich fragend an und nickten fast gleichzeitig um dann zu lachen.
„Kann nicht schlimmer sein als Warunk.“ Schmunzelte der Magier.  

„Ganz schön groß, das Gebirge, oder?“ Fragte der Schelm zwei Wochen später. Sie waren den Paß entlang geritten, hatten aber noch keine Anzeichen der Karawane gefunden. Gestern war ihnen eine andere Karawane entgegen gekommen, die aber auch nichts gesehen hatte. Immerhin konnten sie sich bei ihr ausrüsten.
„Ja, immerhin war er ein Gigant.“ Erklärte Rondrike bei einer Rast.
„Was ist das da oben eigentlich?“ Mischte sich Sarina ein. Sie sah auf einen Punkt der wie ein Hochtal aussah. Nun sahen auch die anderen dort hin. Irgend was schien dort zu sein, was da nicht hinpaßte, war aber schlecht zu sehen. Also beschlossen sie es sich anzusehen. Sie mußten nun ihre Pferde führen. Drei volle Tage brauchten sie um dort hin zu gelangen und selbst Xepax war ruhig als sie dort ankamen. Es war schon dunkel als sie das Tal erreichten und machten Rast. Den Wind hatten sie bei ihrem Aufstieg im Rücken gehabt und hier oben pfiff er noch stärker. So legten sie sich alle zusammen um sich zu wärmen.
„Seht euch das an.“ Weckte Xepax sie.
Was sie von da unten gesehen hatten war ein -Drache. Alfonso wunderte sich das sie ihn nicht gerochen hatten. Doch ihm fiel ein das sie den Wind immer im Rücken hatten. Der riesige Drache schien Tot zu sein und doch hielt Xepax gewaltigen Abstand. Alfonso ging vorsichtig auf den riesigen Schädel zu, die anderen folgten ihm.
„Er Atmet noch.“ Flüsterte die Hexe. Sie kannte sich in der Wildnis am besten aus. Erst bei genauem Hinsehen sahen die anderen das sich sein Brustkorb ganz leicht hob und senkte.
Nun war keiner der Gruppe Spezialist für Drachen. Alfonso erkannte ihn jedoch als Westwind-Drache. Wie alt er war konnte der Magier jedoch nicht erkennen.
Oh, Menschleins.“ Hörten sie plötzlich eine tiefe Stimme.
„Was hast du, Großer?“ Fragte Xepax mit schräg gelegtem Kopf.
Für den Fall das man es nicht sieht, ich sterbe.“ Erklang die Stimme mit einem Hauch Belustigung.
„Du? Drachen sterben doch nicht so einfach. Hast du dich mit den Falschen angelegt?“ Der Schelm kannte wirklich keine Angst.
Ich glaube schon, Menschlein. Ein Purpurner wollte mich aus meinem Revier vertreiben. Ha, in die Flucht habe ich ihn getrieben.“
„Aber nicht so ganz erfolgreich, oder?“
Wohl nicht. Nach so langer Zeit wurde ich besiegt.“
„Können wir dir helfen?“ Fragte der Schelm. Besonders die Hexe und die Amazone hielten diese Anwandlung für nicht besonders geistreich. Einem Drachen helfen?
„Nicht mehr.“ Erklang die Stimme jetzt leise. Alle merkten das der Drache starb. Sie sahen alle betroffen auf den riesigen Körper. Bis sie das schluchzen des Schelmes hörten. Der saß wie ein Häuflein Elend auf dem Boden. Sarina nahm ihn sanft in den Arm.
„Er ist so Groß, er kann doch nicht einfach Tot sein.“ Weinte er.
„Irgendwann stirbt jeder. Aber er ist gegen einen würdigen Gegner angetreten. Mama Luzelin starb gegen Vampire.“
„Du kennst die große Hex Luzelin? Im Blauen Wald hat sie gewohnt, sagte Mutter.“
Sarina lächelte. „Ja. Das ist Mama. Eine wirklich mächtige war sie.“
„Das ist aber schon sehr lange her. Ich habe einen Bericht der 'Gezeichneten' gelesen. Danach war sie seiner Zeit schon alt.“ Erklärte Alfonso leise.
„Ja. Aber auch ich bin alt.“ Sagte sie verträumt. „Egal.“ Sie schüttelte die Gedanken ab.
„Hast du auch gesehen? Er hat da oben seinen Hort.“ Grinste Xepax. Seine Traurigkeit war schon wieder verflogen.
„Bevor ein anderer Drache sich darauf setzt, könnten wir ja zumindest einen Teil bergen.“ Grinste der Magier. „Füllt die Reisekasse wieder auf.“
Lachend stimmten die anderen zu.
„Du würdest selbst Xeraan noch bestehlen, oder?“ Lachte Xepax.
„Hat er schon, Kleiner.“ Lachte Sarina und verwuschelte ihm die Haare.
„Echt? Erzähl.“ Er war Feuer und Flamme.
Mühsam machten sie sich an den Aufstieg. Dabei erzählte der Magier, nicht ohne Stolz sein Abenteuer in Xeraanien.
Erst nach einer Woche erreichten sie die Höhle. Der Schatz des Drachen war riesig. Alfonso suchte mit einem Hellsichtszauber nach Magischen Gegenständen und legte diverse davon auf einen Haufen. Die Frauen suchten sich einigen Schmuck heraus und Xepax einige Gegenstände die er einfach lustig fand. Da sie keine Lust hatten sich mit einem 'Nachmieter' anzulegen, verschwanden sie auch so schnell wie möglich wieder. Erst als sie wieder auf dem Paß waren untersuchte Alfonso die Gegenstände, die er heraus gesucht hatte. Darunter ein Schwert, einen Reitersäbel  und eine Magierrobe. Dazu hatten sie sich noch einige Edelsteine mitgenommen.
„Der Schnitt ist aber nicht unbedingt modern.“ Kicherte Rondrike, als sie sich die Robe ansah.
„Mag sein, aber es sind mächtige Zauber eingewoben.“ Grinste er und gab ihr einen Kuß.
„Der Säbel liegt gut in der Hand. Aber aus welchem Metall ist er gemacht?“ Fragte  Brinja.
„Ich habe eine Vermutung, muß ich aber noch untersuchen.“ Erklärte er.
„Zieh mal an.“ Meinte Rondrike und hielt ihm die Robe hin. Er zog die seine aus und die Dunkelrote an. Sie hatte einen uralten Schnitt, sah aber gut aus und paßte wie für ihn geschneidert.
„Was für Magie ist da den drin?“ Fragte Sarina.
„Viele der Zauber kann ich nicht erkennen. Aber ich glaube des Schutzes.“
„Sieht aber sehr gut aus. Damit machst du echt was her.“ Lachte sie.
Das Schwert war für eine schlanke Hand gefertigt und Alfonso konnte dessen Magie irgendwie gar nicht richtig einordnen. Sobald er meinte einige Zusammenhänge zu begreifen machten andere Muster diese wieder zunichte.
„Dafür bin ich zu Blöd.“ Grinste er und reichte es der Kriegerin.
Sarina sah es sich an und sagte nur: „Echsisch.“
Alle sahen sie an.
„Mama hatte einen Stab der ähnliche Magie hatte. Damit hat sie mal einen kleinen Dämon verprügelt.“ Schmunzelte sie.
Einige Tage später waren die beiden Kriegerinnen wieder am trainieren. Brinja benutze den 'neuen' Säbel und attackierte Rondrike. Diese nutzte ihr altes Schwert und parierte heftig. Dabei zerbrach es. Erstaunt sahen sich die beiden an. Der Säbel hatte keine einzige Scharte, doch das Schwert war nur noch Müll.
„Jetzt weiß ich was das für ein Stahl ist.“ Rief Alfonso. „Dafür kannst du dir das ein oder andere Königreich kaufen. Ich denke du hältst eine Klinge aus Titanium in der Hand.“
„Ich denke es gibt nicht genug davon in Aventurien um auch nur ein Schwert zu schmieden ?“ Warf Rondrike ein.
„Die Klinge ist sehr alt. Wer weiß wo sie herkommt?“ Meinte der Magier. „Den Schriftzug darauf kann ich nicht lesen.“
„Aber es ist ein Amazonensäbel. Und die Burgen wurden erst nach den Priesterkaisern gegründet.“ Sagte Brinja. „Diese Klinge hätte bei der Verteidigung von Kurkum dabei sein sollen.“
„Dann währe sie in die Hände der Dämonendiener gefallen.“ warf Rondrike ein. „Eine große Klinge alleine hätte die Burg auch nicht gerettet.“
„Ich hätte da sein sollen.“ Grinste Xepax gewichtig.
„Dann würde die Schlacht heute noch toben. Denn wahrscheinlich hätten beide Seiten ihre Sachen nicht wieder gefunden.“ Schmunzelte Sarina, was alle zum lachen brachte.
„Ob wir in Punin die Sachen untersuchen lassen sollten?“ Überlegte Rondrike.
„Wenn du das Schwert in deinem Leben noch einmal wiedersehen willst, solltest du es nicht in die Hand eines Analyse-Magiers von dort geben. Bevor die nicht mindestens drei Bücher darüber geschrieben haben, werden sie es dir nicht wieder geben.“ Lachte Alfonso. „Ich werde meinen Meister fragen ob er sie untersucht.“
Sie nahmen sich Zimmer in einer guten Herberge und gingen dann zuerst in ein Badehaus.
„Alfonso.“ Rief ihnen dort jemand zu. Es war Tomareg, Alfonsos Meister. „Wo hast du denn gesteckt?“
„Wir wollten eigentlich die verschollene Karawane suchen. Haben sie aber nicht gefunden.“
„Die hatte einen Umweg gemacht.“ Lachte der Großmeister. „Tja, vertane Liebesmüh.“
„Nicht ganz.“ Lächelte Alfonso und strich sich über die Robe.
„Na, der Schneider hat aber noch nichts von modernen Schnitten gehört.“ Schmunzelte der andere.
„Wobei die Robe wahrscheinlich zu seiner Zeit richtig Modern war.“ Kicherte die Hexe.
Tomareg zauberte einen Analysenspruch und staunte. „Ja, jetzt finde ich sie auch allerliebst. Den Schneider mußt du mir empfehlen.“
„Nun der Händler ist leider tot und den Schneider kenne ich nicht. Wir fanden einen sterbenden Westwind-Drachen und in seinem Hort ein paar Sachen.“ Schmunzelte der jüngere Magier.
„Kommt doch bitte mit. Das möchte ich genauer wissen.“ Tomareg führte sie zu einem unscheinbaren Haus und bot ihnen Getränke an.
„Die Magie in der Robe ist uralt. In sie sind Zauber gewirkt worden die heute kaum noch ein Magier kennt. Zum einen bietet sie einen Schutz wie ein tulamiedischer Spiegelpanzer und zum anderen weiß ich nicht, ob es mir gelingen würde dich darin zu bezaubern.“
„Schönes Teil.“ Grinste die Hexe.
„Aber besonders ein Zauber darin ist interessant. Der nämlich der die anderen so lange gehalten hat. Der gilt mehr oder weniger als verschollen. Was habt ihr denn sonst noch gefunden?“
„Dieses Schwert, den Säbel, diese Schale und das Kästchen hier, bekomme ich aber nicht auf.“ Erklärte Alfonso.
Tomareg sah sich den Säbel an und bekam große Augen. „Sie ist aus reinem Titanium. Ihr Name ist Alttulamidia und heißt soviel wie 'Dämonentot'.“ er reichte die Waffe zurück an die Amazone und sah sich dann das Schwert an.
„Sarina meint das es Echsisch sei.“ Erklärte Alfonso.
„Sie hat recht. Aber außer, das sie fast unzerbrechlich ist, kann ich nichts herausfinden. Echsen-Magie ist nicht mein Gebiet.“ Sagte Tomareg nach einer Weile.
Die Schale erleichterte die Beschwörung eines Djinns. Beim Kästchen brauchte auch der Meister einige Zeit um es zu analysieren.
„Hm, den Legenden nach hatte Rohal einst 99 Dämonen gebunden. So das sie nicht wieder beschworen werden konnte. Ich glaube dieses ist eines der Gefäße. Darf ich es in die Hauptburg unseres Ordens bringen?“ Fragte er.
„Sicher. Aber nicht öffnen. Dämonen können echt keinen Spaß ab.“ Grinste Xepax.
„Da hast du recht.“ Lachte nun auch der Meister und die anderen fielen mit ein.  
Die Einladung nach Perrikum
„Warum seid ihr eigentlich in Punin?“ Fragte Alfonso ihn.
„Mir wurde gesagt das ihr hier seid, oder zumindest auf dem Weg.“
„Wir haben aber gar nichts verbockt.“ Sagte Xepax gleich.
„Außer das ihr ein paar Paktierer gefangen und eines unserer Bücher gerettet habt.“ Schmunzelte der Großmeister. „Dexter Nemrod war nicht begeistert, das sie in seiner Stadt waren.“
„Glaub ich. Das besagt aber noch nicht was ihr von uns wollt.“ Grinste Alfonso.
„Euch nach Perrikum begleiten.“ Grinste der andere zurück. „Es gibt dort einige die mit euch reden wollen.“
„Leute? Flüchtet.“ Lachte Alfonso. „Das letzte mal ging es danach in die schwarzen Lande.“
„Es geht mit Sicherheit um einen Auftrag, doch um was, weiß ich nicht.“ Stimmte Tomareg teilweise zu. „Da ich hier etwas zu erledigen hatte, wurde ich gebeten euch zu suchen.“
„Alle?“ Fragte der Schelm grinsend.
„Natürlich.“ Schmunzelte der Großmeister.
So machten sie sich am nächsten Tag auf den Weg. Während sie Rast machten untersuchten Alfonso und Tomareg das Schwert gemeinsam. Bis es Rondrike zu bunt wurde. Zum einen konnte sie nicht trainieren und außerdem hatte sie so kaum etwas von Alfonso. Als die beiden wieder einmal über dem Schwert gebeugt saßen und sich darüber unterhielten fiel sie über Alfonso her. Selbst Tomareg mußte fürchterlich lachen als sie den hilflosen Magier auszog und fast vergewaltigte. Als er dann schadenfroh über ihn herzog, wurde er von den anderen beiden Frauen überwältigt.
„Ich bin ein Großmeister.“ Lachte er. „Was untersteht ihr euch mich anzugreifen?“ Doch die Amazone und die Hexe machen kichernd weiter.
Xepax half Rondrike und alle Sechs lagen in ziemlich würdeloser Haltung da als eine Gruppe Reiter um die Ecke kam. Tomareg wurde mächtig Rot. Auch Alfonso erkannte die Reiter und schloß sich dem Großmeister an und wurde auch Rot. Es waren Ucuriaten, alle trugen weiße Gewänder die Purpurn gesäumt waren. Darüber goldene Harnische. Mann nannte sie auch die Herolde der Kirchen. Der Mann an der Spitze war nachtschwarz, strahlte jedoch eine überderische Würde aus. Beide Magier und auch die Kriegerin wußten schlagartig das sie einen der wohl legendärsten Menschen vor sich hatten. Den 'Greif', den Herold des Mittelreiches und Vorsteher des Ordens von Ucuri.  
„Eine rahjagefällige Rast, wie ich seh.“ Lächelte er gütig. Alle ordneten, so gut es ging, ihre Kleidung.
„Ein guter Platz für eine Rast.“ Erklärte er seinen Männern. Sofort machten sie sich daran sein Zelt aufzustellen.
„Ä, Auch etwas Suppe?“ Fragte Xepax. „Nicht die Welt aber immerhin ist Kaninchen drin.“
Mit einem Nicken nahm er an.
„Ich mach dann noch was für deine Männer.“ Schmunzelte der Schelm. Alfonso versank fast im Boden. Doch der 'Greif' meinte das es ihnen bestimmt auch schmecken wird.
„Ich suche nach Brinja.“ Erklärte er. Die Amazone bekam fast einen Schock und wurde Schneeweiß.
„ 'Das Schwert der Schwerter' und Königin Gila erwarten sie in Perrikum.“
„Herr, ich bin unwürdig dieser unter die Augen zu treten.“ Sagte die Amazone leise.
„Warum?“
„Ich habe als Söldner für den schwarzen Drachen gekämpft.“
„Und aus eigenem Willen den Weg zurück gefunden. Ist es nicht auch dein Verdienst mit gewesen, daß ein Buch den Paktierern entrissen wurde. Es ist nicht an den Menschen, zu sagen wer Würdig ist und wer nicht.“ Sagte er ruhig.
„Hey, da würde ich das Zelt aber nicht hinstellen.“ Rief Xepax einigen Ucuriaten zu. „Die Ameisen hier können einem nämlich gewaltig in den Hintern kneifen.“
Zwei von ihnen sahen den Schelm herrisch an.
„Schon gut. Ist euer Zelt.“ Grinste er verlegen. Die Männer bauten ihr Zelt weiter auf.  
„Ihr solltet sie vielleicht begleiten.“ Erklärte der 'Greif' den anderen. „Ich denke, daß auch eure Angelegenheit berücksichtigt wird.“ Sagte er zu Tomareg. Dieser nickte unterwürfig.
Nach dem Alfonso den anderen einigermaßen erklärt hatte wer die Leute waren, hielt Sarina sich  weit von ihnen entfernt.
„Ihr seid Prajosgeweihte?“ Fragte Xepax laut. Alfonso hätte ihn am liebsten in den Boden gestampft. „In Havena wurde ich mal aus einem Prajostempel geworfen, nur weil ich mir eine Kerze ausleihen wollte.“ Alfonsos Gedanken glitten von 'In den Boden stampfen' zu 'vierteilen' über. Auch Tomareg sah ihn böse an.
„Was denn? Es war wirklich so.“ Protestierte er. „Naja, eigentlich wollten sie mich gar nicht erst hinein lassen, aber das war sicher nur ein versehen.“ Erklärte er fröhlich.
„Mögest du deinen Frohsinn behalten.“ Lächelte der 'Greif'.
Am Morgen trennten sich ihre Wege. Die Ucuriaten ritten Richtung Gareth, die anderen nach Perrikum.
„Xepax, wir sollten uns mal über Etikette unterhalten.“ Meinte Alfonso.
„Warum, ich war doch höflich. Aber weißt du das man ihn nicht zum lachen bringen kann?“ Erwiderte der Schelm fröhlich. „Magie prallt bei ihm ab. Aber seine Leute. Ich hatte ihnen ja gesagt das sich da nicht hinlegen sollen. Hihi, haben sich alle nach draußen gelegt.“
„Wenn sie es so wollten?“ Grinste Sarina. „Selber schuld.“
Die anderen stimmten zwar zu, sahen sie aber strafend an. Doch dann lachten alle und ritten fröhlich weiter.  Xepax erklärte weiterhin den Zauber um durch Wände zu gehen und auch Tomareg hörte zu. Guten Mutes kamen sie nach Perrikum.
Nach einem Bad gingen sie zur Ordensburg der Rondrakirche. Selbst Xepax trug jetzt einen Dolch zu seiner ungewöhnlichen Kleidung (Ja, er hatte sich neue Blumen für seinen Hut besorgt.).
„Ihr werdet erwartet.“ Erklärte der Geweihte am Eingang. Ein Novize führte sie in den Empfangssaal. Brinja und Rondrike grüßten Rondrianisch, Tomareg und Alfonso fielen auf die Knie nur Sarina blieb äußerlich ungerührt stehen, denn Xepax ging freundlich auf die Versammelten zu und wollte ihnen die Hand geben.
„Wow, So viele Kirchenleute.“ Staunte er laut.
Dort waren nämlich neben dem 'Schwert der Schwerter' auch die Tempelvorsteherin von Perrikum der Hesinde und der Meister der Brandung des hiesigen Tempels des Efferd und eine Geweihte der Rahja anwesend. Dazu noch eine ältere Amazone
„Xepax.“ Zischte Alfonso durch die Zähne. Der schien nun auch zu merken das es wohl nicht angebracht war ihnen die Hand zu schütteln und kam wieder zurück.
„Es freut mich das ihr kommen konntet.“ Begrüßte die Rondrageweihte sie. „Besonders nach dem ich den Bericht gelesen haben.“ Sie hielt einige Zettel hoch.  Nun bat Sie die Anwesenden erst einmal sich zu setzen und zeigte auf einen großen Tisch.
„Ihr habt den Zwölfgöttlichen Landen große Dienste erwiesen.“
„Ja, auch das ihr eine unserer Schwestern wieder auf den richtigen Pfad gebracht habt.“ Erklärte Königin Gila, die Amazone.
„Doch ich muß euch um einen weiteren bitten.“ Sprach die Geweihte weiter.
„Besonders ich bitte darum.“ Sagte eine Person, die nun aus dem Schatten trat. Tomareg warf seinen Stuhl um, als er schnell aufstand.
„Setzt euch doch wieder.“ Lächelte die Frau. Nun erkannten auch Alfonso und Rondrike sie. Es war die Reichsbehüterin Emer.
„Dich kenne ich. Du arbeitest doch im Palast in Gareth. Da hab ich dich mit einigen Büchern im Schloßpark gesehen. Bevor man mich rauswarf.“ Rief Xepax. Alfonso wurde weiß.
„Ja, da arbeite ich.“ Lächelte sie. Alle, außer ihr, sahen den Schelm strafend an.
„Meine Tochter Yppolita wurde ein weiteres mal entführt. Es scheint, als wenn sie dieses mal nach Oron verschleppt worden ist.“ Erklärte sie weiter.
„Einen großen Angriff können wir, wegen der gebundenen Dämonin, nicht wagen.“ Sprach nun die Rondrageweihte. „Aber eine kleine und unbekannte Gruppe könnte es schaffen.“
„Alfonso, ich glaube da höre ich unsere Namen raus.“ Kicherte der Schelm.
Die Reichsbehüterin lächelte ihn an.
„Weiß man was sie vorhaben?“ Fragte Brinja.
„Ein Agent sagte, daß sie wohl nach Elburum gebracht wird. Dimiona verlangt eine ihrer hochrangigen Agentinnen im Austausch. Wir nahmen sie vor zwei Monaten gefangen.“
„Alfonso? Wie gehen wir vor?“ Fragte Rondrike. Für sie stand fest das sie so gut wie auf dem Weg waren.
„Hm, ich müßte wissen wie sie aussieht und am besten einiges ihrer Art kennen.“ Überlegte der Magier.
„Ein Trugbild würden sie schnell durchschauen.“ Gab die Hesindegeweihte zu überlegen.
„Das wohl. Aber als Erzprälat bin ich ja auch durchgekommen.“ Grinste er.
„Schatz, wenn der Austausch klappt, werden sie dich ausfragen.“ Rief die Kriegerin.
„Man darf doch noch mal vom Pferd fallen, oder? Dabei vergißt man schon so einiges.“ Grinste er breit.
„Du würdest da bleiben müssen. Außerdem – So weit ich den Zauber kenne kannst du dich nicht in eine Frau verwandeln.“ Sagte Tomareg.
„Ich habe den Zauber erhalten um vom Täuscher möglichst noch mehr zu wollen. Eigentlich können wohl nur Verfluchte den Zauber so einsetzen. Tja, also. Ich brauch so viel wie möglich über die Agentin. Außerdem alles was es an Wissenswertem über Oron gibt. Rondrike, die Prinzessin muß gerettet werden. Ich lüg mich da schon raus?“ Grinste Alfonso und gab der Kriegerin einen Kuß. „Bleibt nur noch die Bezahlung.“
„Alfonso!“ Kam von allen aus der Gruppe.
„Schon gut. Aber man muß es doch versuchen.“ Verteidigte er sich.
„Die Agentin ist in Perrikum.“ Sagte die Hesindegeweihte.
„Gut. Es muß schnell gehen. Kann mich jemand zu ihm bringen?“
Zwei Geweihte brachten ihn zu den Kerkern.
„Ich bin Randomee di  Mirrones, so darf man mich nicht behandeln.“ Rief die Gefangene. Sie hatte eine gut eingerichtete Zelle und auch sonst einiges an Annehmlichkeiten. Alfonso setzte sich und ließ Sie toben. Dabei sah er Sie sich genau an. Wenn jemand unbeherrscht ist, kann man ihn am besten kennenlernen, fand der Magier. Doch trotz ihrer Wut verriet sie nichts wichtiges. Über zwei Stunden sprach Alfonso mit ihr, als sie sich beruhigt hatte. Randomee schien sich gerne gesittet zu unterhalten, jedoch wechselte sie immer das Thema wenn es auf Oron kam. Am Schluß schüttelte Alfonso ihr fast freundschaftlich die Hand und ging. Dabei hatte er sich noch einmal das Gesicht genau angesehen.
„Xepax, du mußt dir ihre Stimme einprägen und sie mir beibringen.“ Erklärte er im Saal.
„Mach ich, auch wenn ich es für Blödsinn halte. Das  wird für dich echt gefährlich.“ Grinste der.
„Du willst wirklich ihre Stelle einnehmen?“ Fragte Tomareg ernst.
„Sollte meine Tarnung auffliegen, kann ich nicht viel verraten. Andere schon.“ Sagte Alfonso. „Sie ist Borbaradianerin und stolz auf ihre Zauberei.“
„Er hat seine Ausbildung aber nicht im Phextempel gemacht, oder?“ Lachte der Efferdgeweihte.
„Auf der Straße.“ Lächelte Tomareg. „Hat ihm in Gareth auf der Schule eine Menge Ärger eingebracht.“
Alfonso vollzog den Verwandlungszauber in der Schule der Austreibung und setzte dabei einen kleinen Teil seiner Kraft permanent ein, denn er wußte nicht wie lange er bleiben mußte. Die anwesenden Lehrer waren über sein Können verblüfft. Xepax fing gleich an ihm die die Stimmlage des anderen beizubringen. Dabei legte er einen Ernst an den Tag den ihm keiner zugetraut hätte.
Randomee in Oron
„Also los. Ich denke daß das Reich diesen Austausch nicht an die große Glocke hängen will. Also werden wir in der Nacht reisen.“ Schmunzelte Alfonso/Randomee. Er mußte sich an den Körper erst einmal gewöhnen. Schon das gehen mußte er üben. Doch Xepax war ein guter Lehrer und auch Sarina half ihm/ihr zu begreifen wie eine Frau sich bewegte. Von einem versteckten Hafen aus fuhren sie an Orons Küste. Von da aus ging es nach Elburum. Alfonso wurde in Ketten geführt und sah aus wie eine Gefangene. Im Palast wurden sie fast freundlich empfangen, auch wenn die Kriegerinnen Alfonso die Waffen an den Hals hielten. Die alte Satrapa Mara schien jedoch nicht erfreut zu sein, das die Agentin tatsächlich ausgetauscht wurde. Doch Dimiona nahm sie herzlich in die Arme.
„Mein Schätzchen, endlich bist du wieder da.“ Weinte sie fast. Um nicht antworten zu müssen schluchzte 'Sie'.
„Ihr verlaßt das Land noch heute.“ Befahl die Moguli den anderen. „Holt das Balg.“
Zwei Soldatinnen holten die Prinzessin. Ihr hatte man kein Leid angetan, soweit Alfonso sah. Mit den anderen wurde sie zum Hafen gebracht. 'Randomee' fuhr im Wagen der Moguli mit und winkte dem Schiff spöttisch hinterher. Doch innerlich war 'sie' fürchterlich aufgewühlt und hatte mächtige Angst.
Zurück im Palast wurden ihr neue Kleider gegeben. Diese zeigten mehr als sie verbargen und Alfonso fühlte sich jetzt richtig unwohl und als die Moguli sie dann auch noch herzlich küßte  mußte er sich beherrschen um nicht weg zulaufen.
„Ruh dich erst einmal aus. -Bringt sie in ihr Heim und sei ihr zu Diensten.“ Rief Dimiona einer Soldatin zu. 'Randomee' ging mit ihr zusammen hinaus.
„Verrate dich nicht. Du bist Grausam und Vergnügungssüchtig.“ Flüsterte die Soldatin. Alfonso freute sich den Spion sofort gefunden zu haben.
„Beweg dich, oder hat dein Sklave zulange auf die gelegen.“ Fauchte 'Sie' die Soldatin an. Alfonso sah schräg hinter sich einen Wagen mit einer reich gekleideten Frau. Der Wagen wurde von  zwei nackten Männern in Zaumzeug gezogen.
„Recht hast du Randomee. Diese Soldaten haben viel zuviel Freizeit.“ Lachte die andere.
„Beli yu Halima, verzeiht das ich euch nicht sofort erkannte.“ Buckelte die Soldatin.
Lachend fuhr die andere vorbei. Dabei gab sie den 'Pferden' die Peitsche.
„Mehr Glück als alles andere.“ Flüsterte 'Randomee' als sie im Haus waren.
„Herrin, was wünscht ihr von mir“ Fragte die Soldatin unterwürfig. Drei Sklaven kamen nämlich ins Zimmer.
„Ich brauch Pergament und Feder. Die Moguli möchte bestimmt meinen Bericht.“ Lachte 'Randomee'.  Einer der Sklaven holte das gewünschte.
„Wie sieht 'das' denn aus?“ Fragte 'Sie' und zeigte auf einen Sklaven. Dessen Rücken und Brust war von Peitschen völlig verunstaltete.
„Ich ließ zu das man euch gefangen nahm, Herrin.“ Der Sklave schmiß sich auf den Boden. Alfonso überlegte das der Sklave eigentlich gar nichts dafür konnte. Immerhin war 'sie' im Mittelreich gefangen worden. Doch das schien hier so zu laufen. Recht und Gerechtigkeit waren pervertiert. Solange Alfonso hier war, mußte er sich damit abfinden.
„Du wirst mein Tintenfaß sein.“ Sagte 'Randomee' hochnäsig. Mit einem Messer, das auf dem Schreibpult lag schnitt sie ihm über die Brust. Nun schrieb sie einen Bericht über Gareth und die Truppenbewegungen des Mittelreiches. Auch das wohl ein Agent der KGIA Xeraan ein Buch gestohlen hatte, das aber leider in die Stadt des Lichtes gebracht worden ist.
„Bring den Bericht der Moguli.“ befahl sie dem Sklaven. „Und du bringst mir Wein in mein Gemach, ich will mich an ihr vergnügen.“ Sagte sie einer Sklavin und sah zur Soldatin. Beide Sklaven verbeugten sich tief und gingen. „Zieh sie aus.“ Befahl sie dem letzten Sklaven. Vorsichtig zog er sie aus und Randomee ging mit der nackten Soldatin in das Schlafgemach. Dort stand schon der Wein.
„Du magst Männer und Frauen.“ Flüsterte die.
„Scheiße.“ Flüsterte Alfonso zurück. Er mochte Männer nun überhaupt nicht im Bett. „Bleib hier und entkleide mich.“ sagte 'sie' zu dem Sklaven. Wiederwillig spielte sie die lüsterne Herrin. Nach einer halben Stunde trat 'sie' den Sklaven aus dem Bett. „Geh dich waschen. Du stinkst nach Tier.“
Der Sklave verschwand aus dem Zimmer. „Pu.“ machte sie und legte sich auf den Rücken, ließ sich aber von der Soldatin streicheln.
„Gut gemacht.“ Flüstere diese. „Sollst du mich ersetzten?“
„Nein, die Prinzessin befreien. Jetzt heißt es soviel Informationen sammeln wie möglich und weg.“
„Ich komme mit. Meine Tarnung fliegt bald auf wenn ich nicht versuche aufzusteigen. Aber dafür muß ich töten.“
„Schaffen wir schon.“ Grinste Alfonso und knabberte ihr an der Brust. Sie sah wirklich hübsch aus.
„Die Satrappa will euch sehen, meine Beli.“ Meldete ein Bote am nächsten Tag.
'Sie' zog sich an und ließ sich von Alrike, der Soldatin zum Palast begleiten.
Die Satrappa sah sie offen feindselig an. „Ich habe einen schönen Auftrag für dich, Beli.  Du wirst diese Botschaft meiner Enkelin bringen. Ach, und für den nächsten Mond werdet ihr in ihrer Armee dienen. Vergeßt also eure Waffen nicht.“ Lächelte sie boshaft. „Bei eurer Rückkehr  mögt ihr euch dann im Kloster einfinden. Die Moguli möchte das ihr den Kuß der Shaz-Man-Yat empfangt. Wenn ihr überlebt.“
Randomee verbeugte sich artig und verließ den Palast.
„Sie will dich umbringen. Dimiona mag 'dich' zu sehr.“ Erklärte Alrike.
„Ich hatte gehofft noch eine Weile in der Stadt bleiben zu können.“ Flüsterte Alfonso.
„Du bist nicht mal eine gute Kriegerin, Das wird übel.“
„Mal sehen ob wir der alten Vettel nicht eins auswischen können.“ Schmunzelte Alfonso. Die Sklaven legten ihre Rüstung und die Waffen raus. Zum Glück einen Tuchrüstung, dachte der Magier. Diese war aber alles andere als züchtig. Auf ihr waren alle Konturen des weiblichen Körpers nachgestickt. Außerdem war sie mächtig kurz. Dazu gehörte ein Reitersäbel.
Alfonso nahm noch einiges an Schmuck mit. Einiges legte 'Sie' an, das andere verstaute 'sie' in den Satteltaschen.
Noch am Nachmittag ritten sie los.
„Gleich kommen wir in deine Baronie.“ Schmunzelte Alrike drei Tage später. Dort kehrten sie im kleinen Baronspalast ein. Randomee führte sich wie wild auf. Dieses war zu Schmutzig und dort war der Sklave nicht demütig genug. Doch da sie weiter mußten verzichtete sie auf schwere Strafen. 'Sie' füllte ihre Reisekasse weiter auf und dann ging es weiter.
„Beli Randomee.“ Wurde 'Sie' fröhlich begrüßt. Satrappa Remisha war dem Anschein nach ein junges Mädchen. Sie sah blendend aus, nur ihr Spiegelpanzer störte dieses Bild. Der zeigte noch mehr als die Tuchrüstung von Randomee. 'Sie' übergab den Befehl von Satrappa Merisa.
„Oh schön. Du bleibst hier? Komm mit in mein Zelt und du auch, Schnuckelchen.“ Grinste sie Alrike kindlich an. Faste ihr aber an die Brust. „Igitt, ein Kettenhemd.“ Kicherte sie weiter und winkte einmal. Alrikes gesamte Kleidung fiel von ihr ab. Das 'Kind' war ein Dämonenbalg. Von einem Dämon gezeugt und hatte starke Magie.
„Ist die hübsch.“ Staunte die Satrappa und klatschte in die Hände. Gemeinsam gingen sie in das Zelt. Dort legte sie mit unheimlicher Geschwindigkeit ihre Rüstung ab und setzte sich nackt auf die Kissen.
„Einen Mond bleibst du?“ Fragte das 'Kind'. „Dann kann ich dir endlich zurückzahlen das du meiner 'Beförderung' zugestimmt hast. Hier ist es bestimmt nicht lustig.“ Fauchte sie nun.
„Aber Satrappa, ich tat es doch nur aus Liebe.“ Flehte Randomee. „Eure Großmutter sagte doch, daß hier alles schnell erobert sei.“
„Schnell?“ Schrie sie  „Harobal, du hast mir gut gedient, nehm' sie dir.“ Grinste sie einen Soldaten an. Der riß der Beli auch sofort die Sachen vom Leib und schmiß sie auf die Kissen. Remisha zog Alrike brutal zu sich. Alfonso wußte nicht wie lange die Folter dauerte, doch es war Nacht als Remisha den Soldaten des Zeltes verwies. 'Randomee' tat alles weh. Remisha lachte nur und legte sich auch schlafen.
„Heute führst du die Truppe in die Sümpfe.“ Kicherte die Satrappa am nächsten Morgen. „Da du einen Mond bleibst, kannst du ja die Echsen vertreiben. Nehm deine Schlampe mit, die ist ja langweilig.“
'Ihr' wurden Soldaten zugeteilt und sie machten sich auf den Weg.
Schon am nächsten Tag gerieten sie in einen Hinterhalt und kämpften sich verbissen frei. Alfonso kämpfte wie ein Löwe, besonders als Alrike in stärkere Bedrängnis geriet.  Erst gegen Abend hatten sie etwas Luft und Alfonso vertrieb die restlichen Angreifer mit einem Feuerball.
„Was habt ihr der Satrappa getan, das sie euch in die Sümpfe schickt?“ wagte sich ein Weibel zu fragen als sie dabei waren sich die Wunden zu versorgen.
„Wenn du weiter leben willst, frage nie wieder.“ Drohte Randomee durch die Zähne. Erst eine Woche später hatten sie wieder festen Boden unter den Füßen. Doch dafür waren sie nur noch die Hälfte.
„Ab hier wird es gefährlich. Da hinten irgendwo stehen die Aranier.“ Grinste der Weibel breit. Der Mann versuchte in jeder Kampfpause bei Randomee zu landen und dieses mal bot sie ihm einen Platz neben sich an. Er konnte sein Glück gar nicht fassen und legte ihr gleich eine Hand an den Hintern.
„Last uns doch zu dritt in mein Zelt gehen.“ Lächelte sie und griff ihm fest an die Hose. Im Zelt zogen die beiden Frauen ihn aus und Alfonso versuchte einen Zauber. Es war derselbe den der Al'Anfaner Magier in Xeraanien gebracht hatte und den sie sich von Tomareg hat zeigen lassen. Erst beim dritten Versuch gelang er.
„Schnell weg.“ Lächelte sie Alrike an. Sie zogen sich an und sammelten ihre Taschen zusammen. Draußen brachte 'Sie' einen Zauber, den ihn ein Mitarbeiter von Tomareg beigebracht hatte. Um sie herum bildete sich ein dichter Nebel. Beide Frauen waren verwundet und vom Marsch geschwächt. Doch sie wußten das sie tot waren wenn man sie ergriff. Nach zwei Stunden, sie lagen in einem Dornbusch, kam eine Patrouille vorbei. Es war Aranische Reiterei. Als sie vorbei war schlichen sie weiter und kamen an ein größeres Lager. Alfonso schlich sich heran und stahl einige Sachen. Diese veränderte er noch ein wenig und sie zogen sich um. In den neuen Kleidern schlichen sie weiter.
„Das müssen sie doch verstehen. Wir müssen darüber und unseren Freund retten.“ Hörten sie jemand keifen.

Alfonso oder Aldare?
„Hier darf keiner vorbei. Außerdem ist dort eine neue Truppe der Abtrünnigen. Laut unserem Späher ist die Kommandantin eine fähige Soldatin und nicht wie sonst, eine Todeskandidatin.“
„Durch die Hecke kommen wir nicht.“ Schimpfte nun eine andere Stimme.
„Das sind meine Freunde.“ Lächelte Randomee. Die beiden schlichen sich weiter an den Streit heran.
„Xepax, du hast ja immer noch den häßlichen Hut.“ Rief Alfonso grinsend. 'Sie' sah schlimm zugerichtet aus. Doch Alrike sah nicht besser aus.
Der Schelm sah 'Sie' schief an. „Wer bist du?“
„Na, wem hast du denn beigebracht wie eine Frau zu sprechen?“ Lachte er/sie.
„Alfonso!“ Rief Rondrike und fiel ihm um den Hals. „Du hast es geschafft.“ Jetzt fing sie an zu weinen.
„Ja, aber knapp.“ Sagte er/sie erschöpft.
„Wer seid ihr?“ Fragte der Offizier, mit denen sich die anderen gestritten hatten.
„Das ist Alfonso unser Freund.“ Rief Xepax.
„Für einen Mann ist sie aber gut gebaut.“ Grinste der Offizier.
„Das bedarf wohl einer Erklärung. Doch bitte, Alrike ist verwundet. Sie war als Spionin dort drüben.“
„Ach, und was ist das hier?“ Schimpfte Rondrike. Dabei zeigte sie auf Alfonsos Wunden.
Der Offizier beorderte einige Soldaten heran und sie wurden in ein Zelt gebracht. Nun umarmten Brinja und Sarina ihn auch. Sarina zog 'Sie' ohne zu fragen aus und besah sich die Wunden.
„Hihi, Als Frau siehst ja richtig hübsch aus. Nur das man einen solchen Körper nicht zum parieren nimmt.“ Kicherte sie. „Niedlich, die Ringe.“ Ungeniert spielte sie 'Ihr' an den Knospen.
„Bitte.“ Meinte er ernst.
„Das darf nur ich.“ Protestierte Rondrike lachend.
„Wahrlich, Freunde.“ Lachte der Offizier. „Aber ich denke das es da einiges zu erklären gibt.“
„Schon. Doch würde ich das nicht gerne in einem Zelt tun.“ Erklärte Alfonso. Er hatte sich so an die Redeweise  und Stimme von Randomee gewöhnt das er sie auch weiter benutzte.
„Ich werde das Zelt bewachen lassen,  Morgen werde ich euch nach Zorgan bringen.“
Alfonso stimmte zu.
Neu eingekleidet ritten sie in die Hauptstadt. Dort empfing sie die Mutter des Königs und die Großwesierin Mara.
„Hieß es nicht das ein Magier in Oron blieb?“ Fragte sie.
„Es mag täuschen, aber ich bin ein Mann.“ Lächelte Alfonso.
„Aber mit einem hübscheren Körper als ich hab.“ Kicherte die Wesierin. Alfonso trug Aranische Kleidung und die zeigte nun mal eine Menge. Als Mann ging er nun wirklich nicht durch.
„Man erwartet euch in Gareth.“ Erklärte die Königsmutter. „Ihr solltet die Tarnung einer Frau ruhig beibehalten. Doch wird Beli Randomee als, in der Schlacht gefallen, geführt.“
Alfonso sah sie groß an.
„Auch die Mada Basari hat ihre Informanten.“ Lächelte sie. „Eine habt ihr uns fast unversehrt wiedergebracht. Dafür dank ich euch.“
„Wer so alles für wen arbeitet. Nun war der Weg nicht immer leicht.“ Schmunzelte Alfonso.
„Das nehme ich an.“ Lächelte die ältere Frau. „Währet ihr mit einem Shadif zufrieden?“
„Sie scheint euch sehr Teuer zu sein.“ Alfonso bedankte sich höflich.
„Wie lange hält der Zauber noch?“ Fragte die Großwesierin neugierig.
„Das ist das Problem. Da ich nicht wußte wie lange ich dort verweilen mußte, habe ich ihn permanent gezaubert. Doch Meister Tomareg versprach mir, ihn wieder aufzuheben.“
„Ä, ich glaube ich vergaß zu erzählen das Xeraan dein Gewicht in Gold dem versprochen hat, der dich ihm ausliefert. Tot oder lebend.“ Lächelte Mara.
„Woher weiß der wer ich bin?“
„Einer der Paktierer entkam. Da er sich nur auf dich konzentriert hatte konnte er nur dich beschreiben.“
„Ich kann ein Glück haben.“ Lächelte Alfonso ohne Freude in der Stimme.
„Bleibst du jetzt eine Frau?“ Fragte Xepax.
„Mir gefällt er so besser.“ Schmunzelte Brinja anzüglich. Alle außer Alfonso mußten lachen.
„Ich reise in die Schwarzen Lande, dabei sind meine Feinde um mich rum.“ Sagte er resignierend.
„Ich denke das Aldare in deiner Baronie aufgewachsen ist.“ Sagte Sybia von Zorgan.
„Eine gute Idee.“ Kicherte Mara. „Hi, aber ihr Siegel fehlt. Ob Meister Oldian ihr seines gibt?“
„Bestimmt. Immerhin erhält er so eine wahrhaft gute Schülerin.“

Am Abend lagen Rondrike und, jetzt, Aldare nebeneinander im Bett. Die Magierin war schwer am überlegen und Rondrike störte sie auch nicht. Erst spät schliefen sie ein.
Siehst du? Der Zauber rettet dir schon wieder das Leben. Habe ich dir nicht versprochen das meine Macht größer ist als die anderer? Folge mir und du wirst wahrhaft mächtig. Ich kann dir sogar Oron zum Geschenk machen.“
Nein! Dachte Aldare/Alfonso.
„Nicht einfach ablehnen, Kleine. Ich frage dich wohl noch einmal.“ Die Stimme wurde leiser.
Am morgen wurde sie durch zärtliche Hände auf ihrem Körper geweckt. Lächelnd erwachte sie und sah Rondrike an. Langsam erwiderte sie die Liebkosungen.
„Wir müssen aufstehen, Liebling.“ Schmunzelte sie.
„Magst du mich auch als Frau?“ Fragte er.
„Auch. Aber als Mann warst du besser im Bett.“ Kicherte sie nun. Lachend sprangen sie aus den Lacken und rannten in die Baderäume.
Am Nachmittag reisten sie, Richtung Gareth, ab. Aldare hatte nun das Siegel eines freien Meisters in der Hand und sehr freizügige Kleidung an.
„Ich hab übrigens deinen Stab und die Robe mitgenommen.“ Sagte Xepax. Als sie zum Mittag Rast machten nahm Aldare den Schelm in den Arm. „Was ist denn, Kleiner?“ Fragte sie.
„Du bist jetzt genauso klein wie ich.“ Grinste er. Doch das Lachen erreichte seine Augen nicht. Sie sah ihn weiter an.
„Och weißt du? Ihr habt euch alle lieb, und ich? Mich mag keine.“ Sagte er leise.
„Wer sagt das den? Xepax, du bist der beste Freund den man haben kann.“ Sie verwuschelte ihm die Haare.
„Aber immer schimpft ihr mit mir. Nicht das es mir viel ausmacht. Aber dann Abends.“
„Hm, das ist es. Xepax sucht eine Freundin.“ Lachte Aldare.
„Naja, ihr habt euch. Jetzt bist du da wieder raus, na nicht unbedingt als Alfonso. Aber raus. Ich würde gerne mal los um zu sehen ob ich nicht eine Freundin finde. So, alleine.“
„Ja, für einen Schelm ist es bestimmt nicht leicht mit uns. Währe aber schön wenn wir uns mal wieder sehen.“
„Klar doch. Bis bald.“ Lachte er und hüpfte auf seinen Esel Hoppel.
Aldare ging zurück zu den anderen.
„Er ist eben einer der sich nicht anketten läßt.“ Schmunzelte Sarina.  
„Aber du kannst auch nicht ohne Schätze wiederkommen, oder?“ Lachte Rondrike als ihr eine von Aldares Taschen runter fiel und einiges an Edelsteinen und Schmuck heraus viel.
„Die lagen in 'meinen' Häusern so rum.“ Entschuldigte sie sich.
„Leihst du mir Aldare? Will auch mal eine reich Freundin haben.“ Lachte Sarina.
„Das ist unser. Nehmt was ihr braucht.“ Lachte Aldare.
Sie reisten weiter nach Gareth. In der Stadt tauschte Aldare einige Edelsteine und kaufte sich neue Roben.
„In den tulamidischen Sache siehst du aber weit aus hübscher aus.“ Neckte Rondrike sie.
„Einmal vergewaltigt reicht, Schatzi.“ Antwortete sie.
Vom Badehaus aus gingen sie zum Palast.
„Ihr werdet erwartet.“ Erklärte die Wache. Eine Pagin wurde gerufen. Aldare mußte zweimal hinsehen um Anna zu erkennen. Diese erkannte Rondrike jedoch sofort.
„Papa sollte doch auch kommen.“ Sagte sie etwas traurig.
„Das erklären wir dir noch.“ Lächelte Aldare. Gemeinsam gingen sie in den Palast.
„Wie ich sehe ist euer Freund Xepax nicht dabei.“ Begrüßte die Reichsbehüterin sie.
„Er ist kein Freund von gesellschaftlichen Fesseln.“ Erklärte Aldare.
„Und wie ich sehe, seid ihr immer noch eine Frau.“ Schmunzelte sie.
„Aber eine wahrhaft hübsche.“ Lachte Tomareg.
„Mir wurde mitgeteilt das man auf Alfonso eine rühmliche Summe ausgesetzt hat. Die könnte sogar mich reizen.“ Lächelte Aldare verschmitzt.
„Phexensjünger. Also hast du beschlossen eine Frau zu bleiben.“
„Ich denke das es vorläufig ratsam ist.“
„Meine Tochter möchte sich gerne bei euch bedanken.“ Übernahm Emer das Gespräch wieder.
Nun kam die Prinzessin herein. In den Königlichen Kleidern erkannte man sie kaum wieder.
„Ihr habt nicht nur mein Leben gerettet sondern auch meine Seele. Wie kann ich euch dafür danken?“ Fragte sie.
„Nun, ich hätte gerne meinen Alfonso wieder. Doch leider würden wir dann nur auf der Flucht sein.“ Brachte Rondrike heraus.  
„Ja, wahrscheinlich. Hat sonst keiner einen Wunsch?“
„Ein Zuhause. Hm ich meine ja nur ein kleines Haus.“ Druckste Sarina rum.
„Na, das währe etwas, was wir erfüllen können.“ Schmunzelte die Reichsbehüterin. „Baronie Ange ist immer noch unbesetzt. Sie ist klein und nicht sehr einträglich, besitzt aber noch die alte Höhenburg.“
„Verzeiht, aber niemand von uns ist von Stand.“ Warf Aldare ein.
„Dann wird es Zeit.“ Lächelte die Prinzessin.
Rondrike wurde zur Baronin von Ange geschlagen und Brinja bekam den Titel einer Edlen. Da Aldare und Sarina Magie besaßen, durften sie nach dem Garether Pamphlet keine Titel innehaben.
„Euch scheint die Verwandlung zu liegen. Vielleicht erfreut euch dieses Buch.“ Sagte Ypollita und reichte Aldare ein Magisches Werk.
Sich tief bedankend verließen sie mit Tomareg zusammen den Palast. Auch Anna kam mit.
„Ich hab das immer noch nicht begriffen.“ Sagte das Mädchen. Sie saßen in einem Zimmer in einem teuren Hotel
„Aldare ist dein Papa, ja.“ Schmunzelte Tomareg. „Er hatte einen Zauber gewirkt um die Prinzessin zu retten. Und nun kann er sich nicht zurückverwandeln da Xeraan nach ihm sucht.“
„Hihi, dann hab ich wieder eine Mami.“ Kicherte sie. „Sogar zwei, wenn du Rondrike liebst.“
Alle lachten darüber.
„Wie gefällt es dir denn im Palast?“ Fragte Aldare sie.
„Gut. Aber bald komme ich wieder zur Schule. Dann lerne ich auch mit einem Schwert umzugehen.“
„Das ist doch schön. Wenn du etwas brauchst, sag einfach Bescheid.“ Lächelte Aldare.
Sie blieben über die Namenlosen Tage in der Stadt und reisten danach zur Baronie Ange. Sie war wirklich klein und lag am äußeren Rand der Koschberge. Doch die Burg selber war geräumig und bot einen schönen Ausblick.
Sarina richtete sich in einem der unteren Räume ein, da sie als Hexe in den oberen nicht gut zaubern konnte und sich deshalb dort nicht wohl fühlte.
Brinja und Rondrike waren von dem Übungsraum begeistert, den sie auch sofort ausprobierten. Aldare studierte das Buch, das er von der Prinzessin erhalten hatte.
So waren sie mittlerweile drei Monate dort und Aldare merkte das sie sich immer mehr als Frau fühlte. Anfangs war ihm dieser Körper noch zuwider doch jetzt schaute sie sogar hin und wieder mal einem strammen Burschen hinterher.
Nachdenklich saß sie auf der Wehrmauer als Sarina zu ihm kam.
„Was ist denn?“ Fragte die neugierig.
„Ich habe das Gefühl das der Zauber anfängt auch mein Gefühlsleben zu verändern.“ Sagte sie nachdenklich.
Sarina zauberte den Spruch mit dem man Magische Dinge analysieren konnte.
„Der Zauber existiert nicht mehr. Es ist als wenn du schon immer Aldare gewesen bist.“
„Warte, es gibt da eine einfache Möglichkeit. Auf niemandem können zwei Verwandlungen gleichzeitig liegen.“ Aldare zauberte einen Magischen Schutz auf sich. - Der Zauber gelang.
Nachdenklich setzte sie sich wieder. „Da hat er mich beschissen.“ Kicherte sie. „Aber das war nicht anders zu erwarten.“
„Da mußt du dich mit abfinden.“ Meinte Sarina schlicht.
„Was habt ihr beide denn?“ Rief Rondrike lachend nach oben.
„Wenn du einen Mann im Bett haben willst mußt du jemanden verführen.“ Lachte Sarina zurück. „Aldare ist jetzt ganz Frau. Der Zauber hat sich, sozusagen beendet.“
Rondrike kam die Treppe hoch.
„Er kann nicht rückgängig gemacht werden?“ Fragte sie erschrocken.
„Nicht mehr.“ Bestätigte Aldare.
Wortlos ging Rondrike wieder runter. Beim Abendessen war sie auch nicht da und Aldare ging sie suchen. Er fand sie weinend auf dem Bett.
„Was hast du?“ Fragte sie.
„Ich will Alfonso wiederhaben. Mensch, ich mag Männer. Ich hatte doch gehofft das du wieder Alfonso wirst und jetzt ist die Hoffnung dahin.“ Heulte sie laut.
Als Aldare ihr über den Rücken strich zuckte sie leicht zusammen.
„Rondrike, ich habe dich wirklich geliebt. Können wir trotzdem Freunde bleiben?“
„Natürlich. Aber versteh mich auch.“
„Das tu ich. Besser als du glaubst. Ich werde eine Zeit nach Gareth ziehen.“ Sagte er leise.
„Darf ich dich da besuchen?“ Fragte sie durch die Tränen.
„Sicher. Aber auch ich muß sehen was wird.“
Sie nahmen sich in die Arme und Aldare ging wieder runter.
„Ich werde morgen nach Gareth ziehen.“ Sagte er den anderen beiden. Sie nickten ernst.
Recht traurig reiste sie alleine zurück. In Gareth kaufte sie sich ein kleines Haus.

Nach Havena
„Dich zu finden ist ja wirklich schwer.“ Sagte eine Stimme durch den Nebel. Aldare lag nackt auf ihrem Bett und hatte mächtige Kopfschmerzen. Sie wußte noch, daß sie am Abend eine Flasche schweren Wein aufgemacht hatte. Naja, das tat sie eigentlich jeden Abend. Meistens fing sie damit schon Mittags an. So konnte sie ihr Leben als Alfonso vergessen – und Rondrike.
„Weist du eigentlich noch wie sich Wasser anfühlt?“ Fragte die Stimme belustigt.
„Was machst du in meinem Haus und wer bist du.“ Fragte sie. Das Licht tat ihr in den Augen weh.
„Also in dein Haus bin ich durch die Tür gekommen und wer ich bin? Xepax natürlich. Bernfried hol mal Wasser, Aldare muß mal baden.“
Die Stimme verschwand wieder und Aldare schlief wieder ein. Doch kurz danach wurde sie wieder geweckt und aus dem Bett gezogen.
„Badewasser ist fertig und danach wirst du was essen, mein Täubchen.“ Erst jetzt erkannte sie den Schelm. Ohne Gegenwehr ließ sie sich in die Wanne bringen. Das Wasser tat gut. Langsam ließen auch die Kopfschmerzen nach und sie spürte Hunger. Sie wusch sich gründlich und war entsetzt wie verfilzt ihre Haare waren.
„Na, geht's besser?“ Fragte der Schelm fröhlich.
„Ich glaube ja.“ Lächelte sie.
„Da du außer Wein und Schnaps nichts im Haus hast, werden wir essen gehen müssen. Geld hast du ja ne ganze Menge.“
„Sogar noch saubere Sachen.“ Hörte sie eine andere Stimme.
„Wer ist das denn?“ Wollte sie wissen.
„Bernfried. Ein Freund aus Havena.“
Der andere kam ins Zimmer. Er war groß und durchtrainiert und er sah gut aus.
„Paßt zum Wetter, ist aber etwas freizügig.“ Schmunzelte Bernfried.
„Sauber siehst du wieder richtig hübsch aus.“ Grinste der Schelm. „So, anziehen und dann gehen wir essen.“
Aldare trocknete sich ab und zog sich die tulamidischen Sachen an. Erst jetzt sah sie, daß ihr Haus schlimm aussah.
„Rondrike weint sich die Augen aus. Warum machst du eigentlich nie auf?“ Wollte Xepax wissen.
„Hab ich nicht gehört.“ Murmelte sie. Sie wollte sich etwas schminken doch ihre Hände zitterten.
„Das mußt du ihr erklären. Sie sitzt im Gasthaus.“
Aldares Augen leuchteten für einen Augenblick, aber dann erinnerte sie sich wieder an den Abschied.
„Sie will mich doch gar nicht sehen.“
„Rede nicht, komm mit.“ Befahl der Schelm. Gemeinsam gingen sie in das Gasthaus.
„ALDARE!“ Rief die Kriegerin und fiel ihr um den Hals. Nun fingen beide an zu weinen.
„Frauen.“ Grinste Xepax. „Aldare braucht was zu essen.“ Sagte er zum Wirt.
Sie setzten sich alle gemeinsam in die Ecke.
„Ich hab dir immer wieder geschrieben. Aber du antwortest nicht.“ Sagte Rondrike.
„Ich glaub dafür war sie immer zu besoffen.“ Kicherte Xepax. „Ihr Haus sieht aus wie ein Schnaps und Weinlager.“
„Ich denke, da hat er Recht. Ich hab mich in der letzten Zeit wohl gehen lassen.“ Meinte Aldare.
„Na, das ganze letzte Jahr. Vorher hast du ja noch mit jemandem geredet. Aber dann?“ Schmunzelte der Wirt.
„War ich so schlimm?“ Fragte sie leise.
„War nicht schön. Aber du hast ja nicht hören wollen. Na iß erstmal was.“ Lächelte er gütig.
Aldare hatte wirklich Hunger und langte gut zu.
„Jetzt erzähl mal. Was hat dich so aus der Bahn geworfen?“ Fragte Xepax neugierig.
„Ich glaube, das sie sich nicht mehr zurückverwandeln kann und das ich sie aus dem Bett geworfen habe.“ Erklärte Rondrike für sie. Aldare nickte leicht.
„Na, du bist doch ne hübsche Frau.“ Meinte der Schelm.
„Eben eine Frau.“ Warf Bernfried ein. Er saß neben Rondrike und hielt Händchen mit ihr.
„Ich denke das war es. Doch dann war es angenehmer nur im Tran zu liegen.“
„Hast du Lust mitzukommen? Bernfried hat was von einer Insel erzählt.“ Grinste der Schelm breit.
„Besser als Zuhause zu liegen. Ich denke ein wenig frische Luft tut gut.“
„Brinja und Sarina kommen auch mit.“ Lachte Rondrike.
„Muß ich nur noch sehen wo mein Pferd ist.“ Lächelte Aldare.
„Bei mir im Stall. Hatte ich von meiner Tochter holen lassen. Das arme Tier wäre sonst verhungert.“ Sagte der Wirt nicht ohne Tadel.
Aldare bezahlte ihm großzügig die Verpflegung des Pferdes und auch, daß er sich um sie gekümmert hatte.
„Magst du dich um mein Haus kümmern, solange ich weg bin?“ Sie legte ihm einen großen Edelstein hin.
„Darauf kann ich nicht rausgeben, Mädchen.“
„Geh für mich in den Tempel und gib dem Listenreichen einen kleinen Teil.“ Schmunzelte sie.
Er bedankte sich und sie gingen. Aldare kaufte sich neue Kleider und einige Ausrüstung. Danach gingen sie zu einer Herberge wo die anderen warteten.
„Da ist ja unser verlorenes Kind.“ Lachte Sarina und umarmte sie. Danach kam die Amazone und drückte sie.
„Dann mal los.“ Meinte der Schelm. „Auf nach Havena.“
In den nächsten Tagen trainierte Aldare intensiv mit den anderen. Über ein Jahr hatte sie gar nichts gemacht und kam richtig ins schwitzen.
„Wo hast du eigentlich dieses Schmuckstück gefunden?“ Fragte sie Rondrike schmunzelnd.
„Er kam vorbei und fragte ganz lieb ob er etwas zu essen bekommen könne.“
„Und da hast du ihm gleich noch was zum naschen gegeben.“ Kicherte sie.
„Mußte ich doch. Seh ihn dir nur mal an.“ Lachte Rondrike.
Arm in Arm gingen sie wieder zum Lagerfeuer. Da Aldare nur ein Westchen trug ließ sie so natürlich tief blicken.
„Aldare? Wenn du dich nicht züchtiger anziehst hast du Xepax heute im Zelt.“ Lachte Sarina.
Der sah verlegen weg.
„Was denn? Xepax kann Rot werden?“ Lachte Aldare und nahm ihn in die Arme.
„Hm, hab ich für dich gemacht.“ Sagte er verlegen und gab ihr eine kleine Statur eines Pferdes.
„Danke.“ Sie küßte ihn auf den Mund. „Hilfst du mir das Geschirr abzuwaschen?“ Fragte sie ihn.
„Gerne.“ Strahlte er.
Sie ging mit ihm etwas von den anderen weg.
„Xepax, du weißt das ich mal ein Mann war?“ Fragte sie.
„Natürlich. Aber als du aus dem Oron zurück gekommen warst. Es war gelogen das ich mir eine Freundin suchen wollte. Ich hab dich da schon geliebt. Aber du warst mit Rondrike zusammen und wer liebt schon einen Schelm?“ Sagte er und schrubbte an der Pfanne.
„Weist du das du ein toller Mann bist?“ Lächelte sie und sog ihn in das Gras.
„Wirklich?“ Fragte er und stützte sich auf einen Ellenbogen.
„Du bist mehr als nur ein guter Freund.“ Sie legte sich auf den Rücken und nahm einen Arm unter den Kopf. Xepax strich ihr vorsichtig um die Brustknospe. Nun konnte Aldare nicht anders und zog ihn zu sich herunter. Der Kuß dauerte lang und war heftig. Einige Zeit später hörte man beide bis in das Lager.
„Sie wird auf ihre Bücher aufpassen müssen, sonst findet sie nichts wieder.“ Kicherte Sarina und kitzelte die Amazone durch.
Fröhlich reisten sie am nächsten Tag weiter.
„Was für eine Insel soll das eigentlich sein? Und warum wollen wir da hin?“ Fragte Aldare endlich.
„Um dich aus dem Haus zu bekommen?“ Kicherte Rondrike. „Wir dachten wir nehmen dich mit nach Havena.“
„Na, das ist euch gelungen.“ Lachte sie.
Xepax beugte sich zu ihr rüber. „Böse?“
„Ne. War das einzig Richtige.“ Sie gab ihm einen Kuß und währe fast von Pferd gefallen.
Kurz vor Angbar hielt Sarina sie auf.
„Ich hab n schlechtes Gefühl. Da vorne ist was.“ Flüsterte sie. Alle bereiteten sich auf einen Überfall vor und tatsächlich, fünf Räuber kamen aus dem Gebüsch gesprungen.
Einer trug einen Kurzbogen, doch die anderen nur Keulen. Es war ein wirklich abgerissener Haufen.
„Leute, wollt ihr wirklich kämpfen?“ Fragte Rondrike lächelnd vom Pferd herunter. Sie hatte noch nicht mal ihr Schwert gezogen.
Irgendwie brachte es die Räuber stark aus dem Konzept.
„Mein Hasi sieht nicht so aus, aber die hat schon Dämonen getötet.“ Warf Xepax gewichtig rein.
„Das war doch nur einer.“ Schmunzelte Aldare. „Aber so was wie euch futter ich zum Frühstück und frag nach dem Nachschlag.“
„Du läßt ja auch nie was für die anderen. Wir wollen auch mal spielen.“ Nörgelte Sarina.
„Na, hier habt ihr Zehn Dukaten. Aber seht zu das ihr euch was zu essen besorgt.“ Lachte Rondrike.
„Als Flüchtling hat man es schwer.“ Meinte einer der Räuber.
„Dann laßt euch in der Baronie Ange nieder. Handwerker und Bauern werden da gebraucht.“ Lächelte Bernfried. „Und jetzt macht den Weg frei.“
Mit dem Geld verschwanden die Fünf.
Die Freunde ritten lachend weiter. In Angbar holten sie sich noch Proviant und machten sich einen lustigen Abend. Durch ihre Kleidung fiel Aldare natürlich gewaltig auf. Eine 25 Jährige Tulamidin sah man hier ja so gut wie nie. Und sie war auch noch ein besonders hübsches Exemplar. Doch jetzt genoß sie das Aufsehen das sie verursachte und Xepax als ihr Freund war stolz wie ein Pfau. Die einzigen die von ihr nicht so angetan waren, war eine Gruppe Zwerge. Diese unterhielten sich laut auf ihrer Sprache.
„Nein ich bin nicht zu dünn, Gevatter.“ Sagte sie auf der selben und so das sie es hörten. Grazil ging Aldare an ihnen vorbei.
„Du sprichst Rogolan, Püppchen?“ Fragte einer von ihnen.
„Dazu noch ein paar andere Sprachen.“ Lachte sie und ging zum Tresen. Mit einer Lage Bier wollte sie zurück zum Tisch, als ihr jemand an den Hintern faßte.
„Entweder du nimmst deine Hand weg oder es gibt ne Maulschelle.“ Grinste sie. Der andere schien das für einen Witz zu halten und ließ die Hand da. Aldare stellte die Biere bei den Zwergen ab und drehte sich um. Die Hand war immer noch an ihr.
Mit einem Sprung-Tritt beförderte sie den Tatscher vom Stuhl. „Und ihr haltet die Füße still.“ Drohte sie den anderen. Dabei zeigte sie ihr Magiersiegel.
„Schon gut. Kleine.“ Sagte einer der Bauern unsicher.
„Und du. Wenn du das noch mal machst, hole ich einen Djinn der dir deine Frau raubt.“ Drohte sie.
„Bitte nicht meine Dora.“ Flehte er mit echter Angst in der Stimme.
Aldare ging zum Tresen und holte neues Bier und ging schmunzelnd nun zum Tisch.
Die Zwerge prosteten ihr freundlich zu.
„Sah echt gut aus.“ Grinste Xepax.
„Dafür hab ich mir einen Zeh gebrochen.“ Fluchte sie leise.
„Zeig mal her, das Füßchen.“ Grinste die Hexe.
Möglichst unauffällig legte sie ihr den Fuß auf den Schoß. Mit ihrem Speichel heilte sie den Zeh schnell wieder. Danach amüsierten sie sich weiter.
Die weitere Reise verlief ohne Zwischenfälle und sie kamen gutgelaunt in Havena an. Die Stadt war zwar nicht mehr so groß wie vor der großen Flut, aber immer noch beeindruckend. Außerdem war sie ein Schmelztiegel aller Reiche. Zuerst belagerten sie das Badehaus um sich frisch gewaschen in der Stadt umzusehen. Wenn die Freunde etwas hatten, war es entschieden zu viel Geld. Also besuchten sie die einzelnen Tempel (außer dem Prajostempel) und spendeten. Aldare ging alleine in den Phextempel und betete. Danach suchte sie einen Geweihten.
„Würdtet ihr dieses Geld für mich in den Prajostempel bringen?“ Fragte sie.
„Nun, ein solcher Dienst bedarf wohl einer kleiner Gebühr.“ Lächelte dieser.
„Doch nicht von einem kleinen Mädchen.“ Schmollte sie.
„Das kleine Mädchen hat aber ein großes Siegel in der Hand.“
„Ups, na gut. 5% aber nur.“ Lächelte sie.
„Da sollten doch 10% drin sein. Immerhin geht es an den Tempel des Götterfürsten.“
„Na, treffen wir uns doch bei 8?“
Er lachte und hielt die Hand auf. Aldare zwinkerte noch einmal die Statur an und ging. So trafen sich alle im Esche und Kork wieder und feierten fröhlich.
„Den Zwölfen zum Gruße.“ kam ein großgewachsener Magier an den Tisch.
„Den Zwölfen zum Gruß, was können wir den für euch tun, gelehrter Herr?“ Fragte Rondrike höflich. Viele Magier bestanden auf die Anrede.
„Da ich euch und den Schelm hier sehe, wollte ich fragen was ihr mit Alfonso dem Versager gemacht habt.“ Grinste er.
„Der starb bei einem Kampf gegen die schwarzen Lande.“ Mischte sich Aldare ein.
„Was? Der hat sich tatsächlich dort hingewagt? Erzählt, ich war mit ihm auf der Schule.“ War er nun gefesselt.
„Ja, so wie ich hörte, hat er wohl versucht Helme Hafax das schwarze Schwert zu stehlen. Klappte auch ganz gut, bis der seine Templer und Dämonen geschickt hatte. Soll wohl noch einen Dreigehörnten und zwei Templer mitgenommen haben. Aber Sie war dabei.“ Dabei deutete er auf Sarina.
„Ja, mich verwandelte der Ärmste noch in einen Adler und kämpfte alleine gegen die.“ Sagte die Hexe völlig ernst und tief betroffen. Xepax war wohl etwas herunter gefallen, auf jeden Fall suchte er etwas unter dem Tisch.
„Ja, die richtig guten Zauber lernt man halt erst am Schluß. Mir währe das sicher nicht widerfahren. Aber verzeiht ich muß weiter.“ Sagte er gewichtig.
„Affe.“ Flüsterte Aldare ihm hinterher. Als er raus war, fing Xepax nun richtig an zu lachen. Und die anderen stimmten mit ein.
„Schöne Geschichte.“ Schmunzelte eine Bardin. „Darf ich daraus ein Lied machen?“
„Gerne.“ Lachte Sarina. „Aber wie Maraskan aussieht müßt ihr euch ausdenken, ich war noch nie da.“
„Das wird schon. Danke.“ Sagte die Bardin und ging.
„O, Oh, jetzt wird er ein Held.“ Kicherte Brinja.
Drei Tage waren sie in der Stadt, als sie wieder gemeinsam im Esche und Kork saßen bekam Rondrike mit, wie sich zwei Reisende darüber unterhielten, das der Rahjatempel im Belhanka wohl nach Recken sucht.
„Was meint ihr? Ob wir uns die Stadt mal ansehen? Wenn nichts dran ist können wir ja weiter nach Vinsalt reisen.“
„Warum nicht.“ Grinste Xepax. „Hier wird es langsam langweilig.“
„Schatz, dir ist überall schnell langweilig.“ berichtigte Aldare grinsend.
„Stimmt.“ Lachte er.
„Gut, dann frag ich mal nach einer Passage.“ bot Brinja sich an.

Xepax 's Tot
Schon zwei Tage später konnten sie mit einem mitfahren. Es war ein Lieblichfelder Händler und da er keine Wahre mit zurück nahm, konnten sie sogar ihre Reittiere mitnehmen. Die Reise verlief unter einem günstigen Wind. Doch immer wieder wurden Aldare und Sarina von Seeleuten schräg angebaggert. Was aber schlagartig aufhörte nach dem sie Besuch von einer Galeere erhielten.
Mitten in der Nacht weckte der Ausguck sie alle mit dem Ruf „PIRATEN!“ Aldare schmiß sich ihre Robe über, eigentlich nur weil sie oben auf ihren Sachen lag. Sich das Schwert umbindend rannte sie an Deck. Die Kriegerinnen und Bernfried waren schon da.
Das andere Schiff ließ sich von den wenigen Waffen des Handelsschiffes nicht groß beeindrucken und kam näher.
„Die wollen das Schiff.“ Rief der Kapitän.
Da sie kaum zurück schossen war tatsächlich davon auszugehen.
„Xepax, hast du den Zauber gelernt, den ich dir gezeigt habe?“
„Hab ich, Schatzi.“ Grinste er und fast ihr auf die Schulter. Gemeinsam brachten sie den Elfischen Zauber. „Unitatio Geistesbund...“ Aldare merkte das es gelungen war. Nun zauberte sie alleine aber auch mit seiner Kraft. Aus ihren Händen bildete sich eine Feurige Kugel die, auf dem Weg zum gegnerischen Schiff immer größer wurde. Auf dem Achterdeck, wo sie den Kapitän vermutete explodierte dieser mit ungeheurer Kraft. Einige der Leute sprangen brennend über Bord doch das Schiff hielt weiter auf sie zu. Rasend schnell kamen sie näher und warfen Enterhaken herüber.
„Xepax, bleib aus der Kampflinie.“ Aldare küßte ihn und warf sich mit gezogenem Schwert ins Getümmel. Der Kampf wurde auf beiden Seiten verbissen geführt. Sarina warf einen Stab in eine gegnerische Gruppe und dieser schlug auf jeden ein den er treffen konnte. Die drei Krieger kämpften mit weitaus größerem Überblick als Aldare, doch sie setzte den magischen Blitz ein, der den Gegner blendete und als sie etwas Platz hatte, ihren 'Versteinerung'-Spruch gegen den Kapitän, der hielt immer noch eine Armbrust in der Hand. Er hatte nämlich am Mast und nicht am Achterdeck gestanden wie sie erst vermutet hatte. Als die Piraten sahen das sich ihr Kapitän nicht mehr rührte ließ der Kampfeswille nach. Rondrike und Brinja riefen ihnen zu das sie sich ergeben sollen. Die meisten warfen ihre Waffen weg und die anderen wurden schnell überwältigt. Die Übernahme des Piratenschiffes überließ Aldare den Kriegern und dem Kapitän. Sie suchte ihren Liebling. Xepax saß an der Reling und sie wollte ihn fröhlich in die Arme nehmen.
„Hihi. Ich glaube ich hätte auf dich hören sollen. Aber der wollte auf dich schießen. Na, mal sehen was so auf der anderen Seite los ist.“ Grinste der Schelm schwach und sein Blumengeschmückter Hut lag neben ihn.
„Xepax!“ mit Angstvollen Augen nahm sie seine Hand weg. Den Bolzen hatte er schon herausgezogen und die Wunde blutete stark. Sofort legte sie ihm die Hand darauf und begann den Elfischen Heilzauber. Doch obwohl sie spürte das ihr Zauber gelang wurde der Schelm immer schwächer. Die Wunde schloß sich einfach nicht. Sie mußte ihre aufsteigende Panik niederringen um den Zauber weiter zu sprechen.
„Aldare, es ist zu spät.“ Flüsterte Sarina neben ihr. Sie wußte nicht wie lange sie den Zauber schon rezitiert hatte.
„Xepax! Du kannst mich doch nicht alleine lassen.“ Weinte die Magierin. „Was soll ich denn ohne dich machen.“ Schwere Tränen vergießend lag sie über dem toten Schelm.
Langsam kamen auch die anderen dazu und sahen betroffen auf die Beiden. Sarina sah sich auf magischem Weg den Bolzen an.
„Aldare, es war nicht deine Schuld. Der Bolzen ist verzaubert. Er läßt eine magische Heilung nicht zu.“ Erklärte sie leise.
„Ich bring das Schwein um!“ Zischte Aldare zwischen den Zähnen durch und wollte aufstehen. Doch die anderen hielten sie fest. Nur gemeinsam konnten sie die um sich schlagende Magierin in die Kabine bringen. Rondrike und Brinja gingen danach wieder auf Deck. Und holten den Piraten-Kapitän herüber und banden ihn am Mast fest. Die Mannschaft hatte mittlerweile das andere Schiff unter Kontrolle.
Doch über allem hörte man Aldare schreien.
Brinja nahm den Bolzenköcher an sich bevor Aldares Zauber beendet war und Rondrike zog die Fesseln in eben diesem Augenblick fest.
„Warum hast du den Einziegen erschossen der nun nicht mitgekämpft hat.“ Schrie Rondrike ihn an. Xepax war auch ihr ein teurer Freund.
„Die Magierin wollte ich treffen. Der Idiot ist in den Weg gesprungen.“ Rief er zurück.
„Was sind das für verfluchte Bolzen?“ Zerbiß die Kriegerin fast zwischen den Zähnen.
„Die habe ich von unserem Magier. Wo er sie herhat weiß ich nicht. Er wurde uns von Xeraan zugeteilt. Wir müssen für ihn fahren.“
„Was macht ihr dann im Meer der Sieben Winde?“ Donnerte der Kapitän. „Sprich, oder ich hole das Mädchen. Ich denke mal das dein Tot dann lange dauert.“
„Sie hat eine Robe die Xeraan haben will. Was weiß ich. Vorgestern erhielt unser Magier die Order das wir dein Schiff aufgreifen sollen, er meinte die Aranierin wäre an Bord mit 'Alfonsos Robe'. So nannte er sie.“
„Wo ist der Magier?“ Fragte Aldare. Sie stand mit aufgelösten Haaren und verweintem Gesicht in der Tür. Ihr Ton verhieß nichts Gutes.
„Der starb in dem Feuerball. Bitte ihr müßt mir glauben.“ Rief der Pirat.
Aldare sprang auf das andere Schiff und suchte alles ab. Doch von dem Magier war nur noch ein angebrannter Magierstab zu finden. In Trauer aufgelöst kam sie wieder auf das Handelsschiff und setzte sich an die Reling.
„Wenn es etwas bringen würde, würde ich dich töten. Doch dann würde ich mich genauso verdammen wie ihr euch. Xepax würde es nicht mögen.“
„Wir laufen den nächsten Hafen an.“ Befahl der Kapitän. „Das ist Kuslik.“
Aldare stand auf und mit Hilfe der anderen legte sie Xepax gerade hin. Die Fahrt dauerte bis zum nächsten Mittag, aber Aldare hielt neben ihrem Geliebten Wacht.  
Da sie eine Galeere im Schlepp hatten war der Kai sofort von Schaulustigen überfüllt. Aldare bekam davon so gut wie nichts mit, immer noch saß sie neben der Leiche. Erst als ein Efferdgeweihter sich neben sie setzte sah sie auf.
„Was für einen Sinn soll sein Tot haben, Hochwürden?“ Fragte sie leise.
„Wie der Kapitän sagte, hat er dein Leben gerettet.“ Versuchter er zu erklären.
„Und wofür? Was soll ich denn jetzt ohne ihn machen?“
Der Geweihte strich ihr über den Kopf und sie fing wieder an zu weinen.
„Wir sollten ihn an Land bringen.“ Sagte der Geweihte leise.
Zwei Novizen legten ihn auf eine Trage.
„Wartet, Xepax kann doch nicht ohne seinen Hut gehen.“ Lächelte Aldare traurig. Zärtlich legte sie ihm den Strohhut in die Hände.
Sie bat eine Rajageweihte bei seiner Bestattung dabei zu sein. Sein Leben war ein Spaß und da sollte seine Beerdigung nicht traurig sein.
„Wißt ihr noch wie er damals in den Fluß gefallen war als er das Geschirr abwaschen wollte? 'Jetzt sind die Sachen auch wieder Sauber und die Blumen auf dem Hut gegossen' sagte er.“ Erinnerte sich Aldare.
„Und wie er die Bannstrahler an der Nase herumgeführt hatte?“ Lächelte Sarina.
„Selbst den Paktierer hatte er nur in seine Robe gewickelt und gepiesackt als er sich befreien wollte.“ Kam von Brinja.
„Es würde mich nicht wundern wenn er versucht Golgari zu überreden woanders mit ihm hinzufliegen. Ihm ist immer schnell langweilig.“ Lachte Aldare nun. „Liebling, amüsiere  dich schön.“
„Ein schöner Wunsch.“ Lächelte die Geweihte.
„Was kann man einem Schelm anderes mit auf den Weg geben. So wie ich meinen Liebling kenne, wird er die Zwölf Paradiese gehörig durcheinander bringen.“ Lächelte Aldare und legte ihm seinen Hut mit ins Grab.
„Ja, das denke ich auch.“ Schmunzelte Rondrike. „Es ist schön, das du wider lachen kannst.“
„Sonst kommt er zurück und kitzelt mich, bis ich lache.“ Grinste sie.
Da mußte selbst der Borongeweihte etwas schmunzeln.

Von Dornen und Rosen
Gemeinsam saßen sie in einer Taverne und tranken auf ihren Freund.
„Was machen wir jetzt?“ Fragte Bernfried. Er kannte Xepax zwar nicht so lange wie die anderen, doch auch er hatte den Wirbelwind ins Herz geschlossen.
„Wir werden nach Belhanka reisen.“ Sagte Aldare.
Am nächsten Tag reisten sie per Pferd los. Hoppel nahmen sie mit. Doch der Esel fühlte sich ohne Xepax nicht wohl und so ließ Aldare ihn frei.
„Such dir einen neuen Freund.“ Rief sie ihm hinterher.
Sie waren gerade zwei Tage unterwegs als sie wieder von einer Räuberbande angehalten wurden.
„Seh zu das du verschwindest.“ Schrie Aldare. „ Oder ich trete dir ins Gemächt bist du Ohrensausen hast. Ihr geht mir allmählich aufs Gemüht.“
Als Sarina dann auch noch einige Krähen rief, die sich auf die unschlüssigen Räuber stürzten, nahmen sie die Beine in die Hand und flüchteten. So kamen sie, weiter ungestört, nach Belhanka. Im Badehaus wurden sie von einer Geweihten der heiteren Göttin besucht.
„Uns wurde mitgeteilt das ihr in die Stadt kommen würdet.“ Erklärte sie vom Beckenrand aus.
„Es ist immer wider ein Wunder. Alle wissen wo wir sind, nur wir müssen  uns darüber den Kopf zerbrechen.“ Schmunzelte Aldare etwas bitter.
Die anderen wußten das sie an den Tot von Xepax dachte und das der Magier gewußte hatte wo sie waren.
„Ja, auch von dem Tot deines Geliebten habe ich gehört.“ Sagte die Geweihte. „Meine Schwester sagte, daß es ein schönes Begräbnis war.“
„Nur das er eigentlich nicht begraben werden wollte. Und ich wollte es auch nicht.“ Weinte sie nun. Rondrike hatte sich schon gedacht das ihre Fröhlichkeit nur gespielt war und Sarina wußte es.
„Schon gut.“ Aldare wischte sich die Augen. „Wir wollten sowieso zum Tempel kommen.“
Die Geweihte nickte und ging. Die anderen wuschen sich und zogen sich an. Danach gingen auch sie zum Tempel. Sie wurden freundlich empfangen und in den großen Tempelraum geführt. Aldare setzte sich im Schneidersitz vor die große Statur der Göttin.
„Warum er?“ Fragte sie laut genug das alle es mitbekamen. „Hat nicht gerade er nach deinen Geboten gelebt? Oder war es dir verhaßt das er mich liebte? Dieses Wesen, nicht wirklich Frau aber auch kein Mann mehr?“
Viele hatten ihre Weinkelche und Kuchen abgelegt.
„War es ein so großer Frevel den Zauber zu gebrauchen? Erst verlor ich Rondrike durch ihn und dann Xepax. Hast du nicht gesehen, daß er seine Zauber dir zu ehren eingesetzt hat.“ Sie schrie ihren Schmerz heraus.
„Tochter, du störst die anderen.“ sagte ein Geweihter eindringlich zu ihr.
„Warum antwortet sie nicht? Sie sieht nur lächelnd zu. Hab ich noch nicht genug gelitten, dafür das ich den Zauber einsetzte um die Prinzessin zu retten?“ Schrie sie weiter. „Nie hab ich Dank dafür verlangt gegen die die schwarzen Lande gestritten zu haben. Oder habe ich dir oder deinen Geschwistern die Vergewaltigung und Strapazen je vorgerechnet. Sicher hab ich mit Phex gehandelt, aber doch nur weil das meine Art ist ihm zu danken. Scheiße, immer hab ich versucht eure Gebote zu befolgen.“ sie sackte nach vorne weg und weinte bitter.
„Willst du nicht mit nach hinten kommen?“ Fragte nun eine ältere Geweihte sie. Kraftlos ließ sie sich nach hinten führen. Sie gingen durch einen Vorhang und die Geweihte setzte sie auf eine Liege.
„Nicht viele haben deine Schmerzen durchgemacht.“
„Ich habe dort Leute gesehen die so schlecht wie nur irgendwas sind. Doch die leben gut. Sicher, es hat mir Geld eingebracht, doch was nützt das?“ Fragte die Magierin.
„Erzähl mir von Xepax.“ Forderte die Geweihte sie auf. Aldare erzählte wie sie ihn kennen gelernt hatte, damals noch als Alfonso. Wie sie die Sarina gerettet hatten. Immer freier sprach sie und  mit immer weniger Tränen in der Stimme.
„Doch das ist vorbei. Nur weil wir gehört hatten das dieser Tempel Hilfe benötigt.“ Schloß sie traurig.
„Die benötigt der Tempel wirklich. Ist dir aufgefallen das im Garten nicht eine Rose blüht?“
„Nein. Aber darauf habe ich auch nicht geachtet.“ Antworte Aldare.
„Nun, wir benötigen die Mutterpflanze. Einen Rosenstock der in einem Tal im Regengebirge wächst.“ Sprach die Geweihte weiter.
„Und ich soll sie holen?“ Fragte Aldare mit Trotz in der Stimme.
„Nun, Wenn die Bücher recht haben? Ja.“ Lächelte sie.
„Das Wort Buch hat bei mir mittlerweile einen bösen Nachhall.“ Grinste Aldare schief.
„Verständlich.“ Schmunzelte die Geweihte. Erst jetzt sah Aldare das ihre Borte Golddurchwirkt war.
„Dort heißt es aber, daß nur jemand der die Freuden beider Geschlechter erlebt hat, die Rose nehmen kann.“
Aldare stand auf und trat ans Fenster. Ja, das hatte sie. Als Alfonso schwebte er einst mit Rondrike im Himmel und als Aldare mit Xepax. Mittlerweile war es Nacht und sie sah in den Sternenklaren Himmel. 'Na, mein Liebster? Was meinst du, ins Regengebirge?' Dachte sie. Und es war ihr als wenn das Sternbild des Helden sagte. „Toll, da waren wir noch nie.“
„Gut. Morgen reise ich los.“ Sagte sie laut.
„Danke. Vielleicht findest du dich ja selbst auf der Reise.“ Lächelte die Geweihte.
Aldare glaubte zwar nicht daran, wollte aber nicht widersprechen. Langsam verließ sie den Tempel und setzte sich unter einen Baum. Sich die Sterne betrachtend schlief sie ein.
Mit meinem Geschenk kannst du weit größeres tun. Bringe die Rosen zum Kloster Keshal Taref und ich schenke dir ein Wissen das wirklich alles übersteigt. Borbarad war groß? Aldare wird ihm um Bergeshöh übertreffen. So wie er, kannst du Tote erwecken. Ja, auch Xepax.
Jetzt überlegte Aldare ernsthaft. Xepax wiedersehen. Wieder mit ihm lachen. Sein liebes Gesicht küssen. Jede Faser ihres Körpers sehnte sich nach seiner Berührung.
„Du brauchst nur zuzugreifen und Xepax wird wieder an deiner Seite sein.“
„NEIN!“ Rief sie. „Deine Geschenke sind Lug.“ Sie sprang auf und rannte, wohin wußte sie nicht, nur einfach rennen. Erschöpft setzte sie sich an eine Mauer.
„Der Tempel der Herrin ist aber keine Herberge.“ Sagte eine strenge Stimme. Sie hatte bestimmt eine Stunde dort gesessen und nachgedacht.
„Aber ein guter Platz um über schlechte Angebote nachzudenken.“ Sagte sie mit geschlossenen Augen. „Er kann es mir gar nicht geben, ich würde nur der Verdammnis anheim fallen und meinen Xepax nicht mal mehr im Paradies sehen.“ Immer noch hatte sie die Augen geschlossen.
„Wer hat dir ein Angebot gemacht das so verderblich ist?“ Fragte die Stimme eine Spur strenger. Aldare öffnete die Augen und erschrak bis ins Mark. Vor ihr stand ein Geweihter der Hesinde.
„Ehrwürden, bitte. Es war kein Mensch der mir das Angebot machte.“ Stotterte sie.
„Dann komm doch mit hinein, Tochter.“ Sagte er jetzt weitaus milder.
Aldare stand auf und zog ihr Westchen enger. Nie hätte sie so einen Tempel der weisen Göttin betreten. Vor dem Standbild der Göttin setzten sie sich.
„Und? Wer versuchte dich?“ Fragte er direkt.
Sie erzählte ihm von dem Traum, natürlich wollte er auch die andere Geschichte hören. So erzählte sie ihm von dem Zirkel in den Namenlosen Tagen und die zweite Versuchung.
„Und jetzt hatte er etwas, was er dir bieten konnte.“ Bemerkte der Geweihte.
„Hochwürden. Xepax Seele ist bestimmt im Himmel. Nie war er grausam. Gut, wenn er mal einen Tempel besucht hat das aus Neugier und meistens hat er ein Chaos hinterlassen.“ Lächelte sie.
„Ich denke, du hast recht. Und du hast mehr Stärke bewiesen als viele andere. Ein Verlust ist immer schlimm und ich will nicht sagen das es bestimmt etwas gutes hat. Das glaube ich nämlich nicht. Doch ich hoffe für dich, daß du darüber hinweg kommst. Behalte ihn im Herzen, doch lebe weiter.“
„Danke, Ehrwürden. Ihr hättet ihn kennen müssen, meinen Liebling.“ Lächelte sie.
„Wie du sagst, aber lieber in einer Taverne.“ Lächelte er. „Hier gibt es zu viele geordnete Bücher.“ Nun lachten beide. Aldare bedankte sich noch einmal bei ihm und ging dann. Fast fröhlich weckte sie die anderen in der Herberge. „Auf ins Regengebirge.“ Lächelte sie.
„Geht es dir besser?“ Fragte Sarina sie ernst.
„Ja. Ja, es geht wieder. Sicher tut es weh, aber es geht.“
Im Rahjatempel ließen sie sich zeigen wo denn das Tal liegt und suchten sich im Hafen ein Schiff. Jedoch suchte diesmal Sarina eines für Fünf die in Chorhop ein neues Leben beginnen wollten. In abgerissenen Sachen betraten sie das Schiff. Ihr Habe war in alten Leinensäcken verstaut.
„Kapitän? Ich suche meine Schwester. Aldare heißt sie und ist wunderhübsch. Hat sie bei euch eine Passage genommen?“ Fragte ein tulamidisch gekleideter Mann.
„Ne, nur diese Fünf Glücksritter.“ Lachte er. Aldare hätte Sarina knuddeln können. Sie alle sahen nun wirklich nicht wunderhübsch aus. Die Kunst des Schminkens beherrschte die Hexe nahezu perfekt. Selbst die Seeleute nahmen von ihnen Abstand.
„Nein, für wahr, mein Schwesterlein ist wirklich nicht dabei, danke.“ Der Mann ging weiter und das Schiff legte ab. Erst am Abend wuschen sie sich die Schminke ab.
„Na, das nenn ich Zauberei.“ Lachte der Kapitän.
„Ne, nur Ruß und Schminke.“ Erklärte Sarina. „Mein Bruder will mich an seinen Geschäftsfreund verschachern. Da mache ich aber nicht mit.“
Der Kapitän stimmte lachend zu.    
Dieses mal verlief die Reise ruhig und ohne Zwischenfälle. In Chorhop rüsteten sie sich aus und verließen die Stadt ohne es groß anzukündigen. Das Wetter war drückend Heiß und Feucht. Je weiter sie in den Wald kamen, um so wärmer wurde es. Sarina und Aldare trugen nun nur noch Lendentücher und eine Salbe, die Sarina angerührt hatte. Sie verhinderte von den Insekten gefressen zu werden, wie sie lachend erklärte. Erst zwei Wochen später trafen sie auf Menschen. Es waren Mohas auf der Jagd. Alfonso hatte bei Meister Tomareg einen Mohischen Lehrer gehabt und von ihm die Sprache gelernt. Nun zahlte es sich aus. Was sich nicht auszahlte waren ihre Ringe in den Brustknospen. Die Mohas fanden sie nämlich allerliebst und zogen laufend daran. Bis ihr der Geduldsfaden riß und sie dem Anführer fast schmerzhaft ans Gemächt griff und ihm erklärte das sie es nicht mochte. Sofort war man richtig lieb zu den Fünfen und erklärte ihnen den weiteren Weg.
Die nächsten die sie trafen waren Weiße, doch es waren Sklavenjäger und sie mußten sich ihrer Haut wehren. Die drei Krieger kämpften so das Sarina und Aldare zaubern konnten. Hier konnte Aldare es sich nicht leisten Feine in ihrem Rücken zu behalten und sie brachte heftige Kampfzauber. Doch sie mußten nach dem Kampf rasten, da Rondrike sehr schwer verwundet wurde. Aldare schaffte es zwar sie zu heilen, hatte danach aber kaum noch Astrale Kraft. Bernfried kümmerte sich rührend um Rondrike. Auch übernahm er mit Brinja die Wachen, damit sie alle sich ausruhen konnten.
Erst eine Woche darauf kamen sie zu dem besagten Tal.
„Hier muß ich alleine weiter.“ sagte Aldare und deutete auf einige sehr verwitterte Stelen.
„Wir warten hier. Aber mach keinen Mist.“ Drohte Brinja.
„Würde ich doch nie.“ Lachte die Magierin.
„Ach nee.“ Lachten die anderen.
Aldare nahm ihr Bündel und ging los.
„Menschlein. Was begehrst du von diesem heiligen Ort?“ Fragte eine Stimme.
„Einen Strauch der Rosen. Für den heiligen Tempel der Rajha.“ antwortete sie.
„Dann bestehe die Prüfungen.“
Aldare ging weiter und kam in ein Dorf. Höflich bot man ihr einen Trunk an. Er schmeckte gut. Ein frisch gepreßter Traubensaft war es. Beim Begrüßungsfest erklärte sie, wie man daraus einen schmackhaften Wein keltern könne. Sicher, ganz genau wußte sie es nicht. Doch immerhin die Grundbegriffe. Freudig wurde ihr Vorschlag aufgenommen - Und das Bild verblaßte. Nur den Becher trug sie noch in der Hand.
Beim nächsten Dorf bat man sie, ihnen das Tanzen zu lehren. Auch hier war sie bestimmt nicht die Beste, doch wie bei dem anderen Dorf reichte es für die Grundzüge. Und nun wußte sie, warum sie geschickt wurde. Es ist Rahja gefällig den Menschen einen Anschubs zu geben. Denn es macht mehr Freude etwas zu lernen als es perfekt gestellt zu bekommen.
Alle Prüfungen hatten mit der Freude und Leidenschaft zu tun.
Ihr kam es vor als wenn sie bestimmt vier Tage unterwegs war, als sie an ein schönes Rosenbeet kam.
„Erst wenn du eine Nacht darin verbracht hast, darfst du die letzte Prüfung ablegen.“ Hörte sie wieder die Stimme. Vorsichtig betrat sie das Beet. Es war zu schön um auch nur eine Blüte zu verletzten, fand sie. Sie ließ sich nieder und der Geruch ließ sie sanft einschlafen. In ihrem Traum sah sie sich als Alfonso mit Rondrike in einem weiten Bett liegen. Und er gab sich ihr in Leidenschaft hin. Es war einfach nur schön. Als sich das Bild änderte merkte sie es kaum, nun lag sie mit Xepax am Ufer eines Flusses im Gras. Sanft entkleideten sie sich gegenseitig und gaben sich dann der Leidenschaft hin. Selig erwachte sie, völlig eingedeckt mit Rosen. Ihr Körper zeigte so einige Spuren ihrer Dornen, doch das machte nichts.
„Mögt ihr mich wieder raus lassen?“ Fragte sie und streichelte einige Blüten. Diese bewegten sich wirklich und gaben einen Weg frei, doch eine meine ihr noch einmal in den Po stechen zu müssen.
„Au, Xepax.“ Lachte sie und stand auf. Ihr war als würde sie in der Ferne sein lachen hören. Ja, er war glücklich. Dachte sie. Sanft küßte sie die Rosenblüte.
„Du hast die Prüfungen bestanden.“ Sagte die andere Stimme wieder.
Aldare sah sich die einzelnen Stöcke an. „Magst du mitkommen und dem Tempel wieder eine Blütenpracht bieten?“ Fragte sie einen schönen. Sanft faste sie ihn an und konnte ihn ohne die kleinste Anstrengung aus dem Boden ziehen. Dazu nahm sie noch Erde mit und wickelte ihn in eine ihrer Blusen ein. Jedoch so das keine der Blüten verletzt wurde. Für den Rückweg brauchte sie nur eine Stunde.
„Was? Schon zurück?“ Fragte Brinja.
„Wieso? Ich war doch eine Woche weg.“ Meinte Aldare.
„Ne, nur seit gestern Abend.“ sagte die Amazone.
„Aber seh sie dir doch mal an.“ Staunte Bernfried.
„Stimmt. Wahninnig hübsch. Gibt es dort einen Jungbrunnen?“ Fragte Rondrike staunend.
Aldare sah an sich runter. Die Spuren der Rosen waren verschwunden.
„Nein, das schönste Rosenbeet das ich je gesehen habe. Aber jetzt müssen wir weiter sonst stirbt sie hier.“ Dabei strich sie sanft über eine Blühte.
Sie machten sich auf den Rückweg, der war genauso anstrengend wie der Aufstieg ins Gebirge. Die ganze Zeit kümmerte sich Aldare um den Rosenstock. In Chorhop nahmen sie das nächstbeste Schiff, in diesem Fall ein Al'Anfanisches. Der Vorteil war allerdings das sie nicht mit angriffen rechnen brauchten.
„Der Rosenstock würde sich in meinem Garten gut machen.“ sprach sie ein reicher Kaufmann an. „Was willst du dafür?“
„Was könntest du der schönen Göttin geben, was diesem Stock auch nur nahe käme?“ Fragte Aldare freundlich.
„Ich weiß nicht wer schöner ist. Das Mädchen oder die Rosen.“ Lächelte der Kapitän.
Aldare fiel auf das sie von allen bewundert wurde und erst als sie sich in der spiegelnden Scheibe  eines Schildes sah wußte sie warum. Sie hatte das Aussehen einer 17 Jährigen und zwar einer besonders hübschen. In Belhanka wurde das Schiff zwar durchsucht, sie und ihre Freunde durften aber sofort von Bord. Dieses mal gingen sie sofort Richtung Tempel.
„Gib uns die Rosen.“ Wurden sie aufgehalten. Vor ihnen standen vier Personen. Alle ausnehmend hübsch. Sie hatte von diesen in Oron schon gehört. 'Lamijah' schoß ihr durch den Kopf.
„Nur wenn ihr es vermögt aus diesem Becher zu trinken.“ Rief sie und hielt ihnen den Becher hin den sie bei dem Fest erhalten hatte. Die vier wichen von Aldare zurück, denn der Becher schien von innen heraus zu leuchten.
„Bleibt dicht bei mir.“ Forderte sie die anderen auf. „Gegen sie kann man nicht kämpfen.“ Dichtgedrängt gingen sie die Straße entlang, immer gefolgt von den Vieren. Aldare dankte der Göttin, als sie endlich den Tempel erreichten. Fluchend rannten die anderen weg.
„Wie mir scheint, hast du die Prüfungen bestanden.“ Lächelte die Geweihte mit der goldenen Borte. Diese zeichnet übrigens die Geliebte der Göttin aus, die oberste Geweihte der Rahja.
„Ich glaube auch die Letzte. In der Stadt sind Lamijah.“ Sagte Aldare.
Die Geweihte rief sofort nach zwei anderen Geweihten. Diese liefen hinaus um die Vier zu suchen. Aber wie Aldare später erfuhr, waren die schon wieder geflüchtet.
Feierlich wurde der Rosenstock eingepflanzt.
„Womit kann euch denn der Tempel belohnen?“ Fragte die Hochgeweihte.
„Aldare sieht wieder glücklich aus und das ist doch Lohn genug.“ Lachte Rondrike. Die anderen stimmten zu.
„Xepax ist glücklich wo er ist. Also bin ich es auch. Seht her, sein letzter Kuß.“ Sie hob den  Rock und zeigte das Mal das wo die Rose sie gestochen hatte. Es war immer noch da.
„Und was wirst du jetzt tun?“ Fragte die Geweihte.
„Aldare wird zwar nie eine von den ganz großen Magiern, aber ich denke eine der Lustigsten.“ Lachte sie und tanzte aus dem Tempel. Lachend folgten ihr die anderen.

Ja, wie sagte der Vater einst? Alles Lernen braucht seine Zeit und alles hat seinen Preis. Doch  es liegt an dir welches Geschäft du machst.


Nachwort
Dieses ist mein erster Roman in der DSA-Welt und deshalb vielleicht nicht immer ganz schlüssig.
Doch hier ein paar Erklärungen für Regelfanatiker:
Das sich Alfonso in einen Frau verwandeln kann ist nach der Regel nicht möglich. Doch sie erhielt den Zauber von einem Erzdämon. Tja, und der kann.
Wahrscheinlich stimmen die Reisezeiten nicht immer. Aber da ich eine Geschichte und keine Geographie-Arbeit schreiben wollte, war es mir egal.
Laut einem anderen Roman ist die Tochter von Luzelin jemand anderes. Aber ich habe nirgendwo gelesen das sie nur eine Tochter hatte.
Alfonso/Aldare ist keine Spielerfigur! Wenn es also einem Meister aufstößt das sie mittlerweile drei Wunder erlebt hat; Sie ist eine Heldin in einer Phantastischen Welt und in meinen Augen dürfen diese es. Auch wenn es am Spieltisch nicht überhandnehmen sollte.

Erklärungen

Heshtoth:           Ein nieder Dämon. Tritt meistens mit Schwert und Peitsche auf.
Prälat:          in Xeraanien, kaufbarer Titel. Etwa mit Stadthalter / Baron vergleichbar.
Beli:           Baronstitel in Oron. Kann nur von Frauen besetzt werden.
Keshal Taref:      Ehemaliges Rahjakloster in Oron. Jetzt ein Belkelel-Unheiligtum.
Shaz-man-yad:     Sechsgehörnte Dämonin. Manifestiert in Keshal Taref.
Lamijah:          Halbdämonen, die durch den 'Kuß' der Shaz-man-yad entstehen. Haben           einen gewaltigen Rüstungsschutz und die Gabe der Regeneration.
Weitere Erklärungen geben die Regelbücher. :-)      

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