Lazy Town: Das Bobbycar - Rennen

GeschichteHumor / P6
03.10.2007
03.10.2007
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Das Bobbycar -  Rennen

Stephanie lag auf ihrem Bett und blätterte zufrieden in ihrem Tagebuch, als sie ein Poltern vernahm. Sie blickte verwundert zur Decke hinauf: Das konnte nur vom Dachboden kommen, dachte sie und als sie es wieder rumpeln hörte, sprang sie vom Bett auf. Sie ging zur offenen Dachbodenluke  und stieg vorsichtig die hölzerne Leiter hinauf. Das Mädchen sah sich um. Die alte Glühbirne warf nur ein schlechtes und manchmal flackerndes Licht. Irgendwo im Hintergrund  knarzte es verdächtig. „Onkel Meinhard? Wo bist du?“
„HAAAATSCHIIIEEEE!!“

Stephanie erschrak und sah in die hinterste und dunkelste Ecke: Eine lange, dünne und mit einem Tuch bedeckte Gestalt richtete sich auf, sie wirkte vollkommen steif und hölzern. Das konnte mit Sicherheit kein menschliches Wesen sein, nur was wares dann?! Das Mädchen schrie kurz auf und wollte weglaufen, als sie die Stimme ihres Onkels vernahm.
„Stephanie? Ist etwas passiert?“
„Ich...ich bin hier, Onkel Meinhard! Aber wo steckst du denn?“
„Hier hinten!“
Die lange, bedeckte Gestalt wackelte hin und her. „Hier bin ich!“
Das konnte gar nicht ihr Onkel sein!  Allein schon von der Größe her kam das nicht hin, und so dünn war er schon gar nicht.  „Gut das du da bist“, sprach diese eigenartige Erscheinung weiter, „Könntest du mir bitte helfen?“
Stephanie wusste nicht recht, was tun. An Geister oder Monster glaubte sie eigentlich gar nicht, aber unheimlich war es auf jeden Fall und sie traute sich nicht heran.
„Stephanie, bist du noch hier? Ich brauche wirklich Hilfe!“ Die Gestalt zitterte und fiel auf die Seite. „Nicht schon wieder! So was Dummes!“ Wieder richtete sie sich auf, nur diesmal rutschte das Tuch von ihr und eine alte Stehlampe kam zum Vorschein. „Stephanie!“
Das Mädchen ging auf sie zu und fand auf dem Fußboden ihren Onkel sitzen. Er hatte die ganze Zeit vergeblich versucht, sich an der Stehlampe festzuhalten und aufzurichten. Mühsam half Stephanie ihm auf.
„Danke, gut das du gekommen bist. Sonst hätte ich noch eine ganze Weile hier sitzen müssen. Ich war ein bisschen ungeschickt, aber sonst ist nichts passiert.“
„Tut mir leid, dass es so lange gedauert hat.“
„Du hast wohl gedacht, die Stehlampe wäre ein Geist, was?“ meinte er und lachte auf.
„So ähnlich....“

„Ich gebe zu, dass ich hier oben auch ziemlich schreckhaft bin. Das liegt vor allem an diesem schlechten Licht, ich glaube ich werde auf der Stelle eine neue Glühbirne einsetzen.“
Stephanie ging zum Fenster, das seit Ewigkeiten nicht mehr richtig geputzt worden war und wischte mit einem alten Lappen ein paar mal darüber. Gleißendes Sonnenlicht strahlte hindurch und der Dachboden wirkte nicht mehr so erschreckend wie zuvor.
„So ist es wirklich besser, aber eine neue Birne werde ich trotzdem sofort einschrauben. Sonst vergesse ich es wieder.“ Mit diesen Worten stieg Meinhard die Leiter herab und suchte in der Wohnung nach der passenden Glühbirne.
Seine Nichte blickte sich um, bewegte sich aber nicht von der Stelle. Es zog sie nie auf den Dachboden, er war ihr viel zu staubig. Auch jetzt vermied sie es irgendetwas anzufassen. Hier gab es mit Sicherheit keine Geister – JETZT war sie davon überzeugt – aber mit Sicherheit Spinnen! Dennoch hätte sie gerne mal den ganzen Kram durchwühlt, wer konnte wissen, welche Schätze der Vergangenheit hier ruhten. An einer alten Kommode lehnte ein Kinderfahrrad. Stephanie wurde stutzig und räumte sich den Weg frei. Sie zog das Fahrrad hervor und eine Freude überkam sie:

Das war einmal wirklich ihr Fahrrad gewesen, ihr erstes richtiges Fahrrad! Der Rahmen war pink und auf der alten Klingel war ein Aufkleber mit einer weißen Blume darauf. Den Fahrradkorb hatte sie selbst verziert, dazu hatte sie künstliche Blumen und bunte Schleifen in ihren liebsten Farben  eingeflochten. Der Fahrtwind trug dazu bei, dass die Bänder lustig umherflatterten. Wie sehr hatte sie ihr Rad geliebt! Onkel Meinhard hatte es ihr geschenkt und sie konnte sich erinnern, wie stolz sie damals gewesen war, endlich richtig Fahrradfahren zu können! Aber das war nicht das einzige, was sie vorfand. Hier lagerte ihr ganzes altes Spielzeug, darunter die Rollschuhe, die ihr schon lange zu klein waren. Das alte Skateboard fand sie und sogar ein Bobbycar, wahrscheinlich das erste Gefährt, was sie überhaupt besessen hatte.

„Sieht ganz so aus, als müsste ich mal eben in den Laden um eine Glühbirne zu besorgen“, rief ihr Onkel herauf. „Dauert nur ein paar Minuten.“
„Kannst du bitte mal hier raufkommen, ich habe etwas gefunden!“ rief Stephanie und zeigte ihm die  alten Schätze.
„Ach Gottchen, ach Gottchen!“, rief der Bürgermeister aus und schlug die Hände zusammen.
„Das sind ja deine alten Sachen, ach Gottchen!“ Er war sofort gerührt. „Kaum zu glauben wie schnell die Zeit vergeht! Wie klein du damals warst, ach Gottchen!“
„Das hattest du mir damals alles geschenkt, das weiß ich noch. Nur ich überlege gerade....irgendetwas war damit....ich wollte doch....“ Plötzlich fiel es ihr ein. „Ich wollte die alten Spielsachen weggeben, damit sie nicht mehr bei mir zu Hause rumstehen. Ich wollte sie an andere Kinder verschenken, damit sie daran Freude haben. Ich selbst war ja schon lange zu groß dafür.“

„Ach Gottchen, ja!“, erinnerte sich der Bürgermeister. „Das hattest du mal gesagt, das ist auch schon wieder eine ganze Weile her. Ich weiß noch sehr gut, wie ich damals versucht hatte, die Sachen unter die Leute zu bringen. Nur wollte sie leider keiner haben. Das war noch zu der Zeit, als die Kinder nicht mehr draußen spielen wollten. Nicht einmal das Bobbycar oder das schöne Fahrrad konnte ich loswerden. Aber soll ich dir ehrlich was sagen? Ich bin recht froh darüber. Das sind so wunderbare  Erinnerungen! Darf ich sie denn weiter behalten?“
„Natürlich, Onkel Meinhard!“
„Schön!“, freute er sich und blickte versonnen über das alte Spielzeug. Er zog das alte Bobbycar hervor. „Weißt du was lustig ist? Damit kannst du sogar immer noch fahren! Nein, wirklich, ich hab erst kürzlich im Fernsehen gesehen, wie erwachsene Leute ein Rennen damit veranstaltet haben. Also wenn wir jemals sowas machen sollten....“
„Das klingt auf jeden Fall nach Spaß! Ein Bobbycar - Rennen, das wäre doch mal was ganz anderes! Ich müsste nur die anderen fragen, ob sie dazu Lust hätten!“
„Hm, und ich müsste mal austesten, ob wir eine Straße haben, die abschüssig genug dafür ist. Ansonsten fällt uns bestimmt was anderes ein, da bin ich mir sicher“, meinte der Bürgermeister. Stephanie und ihr Onkel stiegen vom Dachboden herunter. Meinhard hatte das Bobbycar in der Hand und machte sich damit auf den Weg. Seine Nichte hängte sich sofort ihre Handtasche um und suchte ihre Freunde auf.

Das war zunächst gar nicht so leicht, es hatte den Anschein als hätten sich alle vor ihr versteckt. In keinem ihrer Häuser und auf keiner ihrer gewohnten Plätze waren sie zu finden. Zuguterletzt fand sie ihre Freunde und zwar überraschenderweise bei Senta! Die hatte es sich auf ihrem Liegestuhl im Garten bequem gemacht und schnarchte vor sich hin. Stephanie's Freunde  hockten kichernd hinter dem Gartenzaun. Trixie hielt eine Angel in den Händen, und da wo sonst eigentlich der Angelhaken hing, baumelte eine dicke, fette und behaarte Spinne aus Plüsch.
„Objekt langsam herunter lassen – noch ein Stück – Zielperson befindet sich noch im Tiefschlaf“, kommentierte Pixel leise, während die anderen Kinder Mühe hatten, nicht laut loszulachen. Stephanie sah ihnen erschrocken  zu. Das war garantiert Trixie's Idee gewesen, nur sie konnte auf solche Streiche kommen! Wütend stemmte Stephanie die Hände in die Hüften und ging auf die Gruppe  zu. „Hört mal, was denkt ihr euch....“
„PSCHT!“ zischte Meini. „Stör uns jetzt nicht! Du siehst doch, dass wir beschäftigt sind!“
„Ihr seit gemein!“, sprach Stephanie weiter. „Die arme Senta!“
„Ach, jetzt sei nicht so, Pinkie! Ist doch nur Spaß!“
„Sie wird sich zu Tode erschrecken, das ist nicht witzig!“, meinte Stephanie. Kurz darauf schnarchte Senta auf und erwachte. Sie blinzelte verschlafen und blickte auf das schwarze, plüschige Etwas, was ihr vor der Nase hing.  Stephanie wollte sie warnen, aber es war schon zu spät.
„Was? Wie? Was ist das? AAAHHHHHHHHH!!!IIIIIIIIHHHHHHH!!!“ Entsetzt schlug sie mit beiden Händen nach dem Spinnentier und sprang mit einem Satz vom Liegestuhl auf. Noch bevor Stephanie irgendetwas tun konnte, war die Sekretärin des Bürgermeisters laut kreischend im Haus verschwunden. „POLIZEI!! FEUERWEHR!! KAMMERJÄGER!! MEEEIIINNHAAAARRRD!!!“

Meini, Ziggy, Pixel und Trixie rollten sich vor Lachen auf dem Boden. Stephanie stand daneben und machte ein wütendes Gesicht. Als sich das Gelächter ein wenig legte, meinte sie: „Eigentlich wollte ich euch etwas vorschlagen, aber vielleicht sollte ich das lieber lassen. Ihr seit mir heute echt zu albern!“
„Wenn du meinst, dann lass es eben. Wir haben ohnehin schon was anderes vor“, sagte Trixie gleichgültig.
„Nein, jetzt sag schon“, bettelte Ziggy, „Was hast du für eine Idee?“
Stephanie erzählte was sie vorhatte und wollte wissen, ob sich die anderen für so ein Rennen begeistern würden. „Ist das dein voller Ernst?“, fragte Trixie. „Na, du hattest schon mal bessere Ideen.“
Auch Pixel war skeptisch. „Du meinst ein Rennen nur auf diesen kleinen Dingern, ohne Motor, ohne alles? Das soll Spaß machen?“
Meini schüttelte den Kopf. „Da wäre ich ja selbst mit meinem Tretauto schneller!“
„Sei dir nicht so sicher“, sagte Stephanie, „Wenn wir eine Straße finden, die steil genug ist, macht es richtigen Spaß!“
„Na, ich weiß nicht. Aber für Ziggy wäre das bestimmt was. Der hat auch Übung, ich meine so lange ist es ja nicht her, dass er mal auf einem Bobbycar gesessen hat!“, lachte Trixie und der Kleine sah sie ein wenig zerknirscht an.
„Also wollt ihr wirklich nicht mitmachen?“

„Neeee, lass' mal gut sein“, sprach Pixel. „Dann schon lieber ein richtiges Rennen mit qualmenden Motoren und quietschenden Reifen! Ein Bobbycar – Rennen  ist was für Kleinkinder – also für Ziggy!“ Stephanie sah ihre Freunde ein wenig traurig an, dann trottete sie davon. Ziggy kam ihr hinterher. Er war jetzt ein wenig beleidigt und wollte Abstand von den anderen haben. „So, wen erschrecken wir als nächstes?“, hörte man Trixie in die Runde fragen, während ihre Freundin mit Ziggy davon schlich. Am anderen Ende der Stadt machte Sportacus in seinem Luftschiff eine sonderbare Entdeckung: Durch sein Fernrohr erkannte er den Bürgermeister, wie er auf einem pinkfarbenen Bobbycar saß und sich gerade eben mit den Beinen vom Boden abstieß. Er fuhr die steile Straße hinunter und versuchte auf dem kleinen car das Gleichgewicht zu halten.
„JUCHUUUU, ich glaube ich habe den richtigen Platz gefunden!“, jubelte er. „Achtung, hier kommt Meinhard Meintsgut, der Teufelsfahrer!“
Zur gleichen Zeit schoss hinter einer Mauer ein Periskop in die Höhe und drehte sich in die Richtung des Teufelsfahrers, der gerade eine Bestzeit hinlegte.
Freddie Faulig kippte fast aus den Schuhen. „Der Bürgermeister scheint verrückt geworden zu sein!“ Er starrte ungläubig dem Raser hinterher, der in großen Schlangenlinien die Straße hinunterfuhr.

Meinhard bremste mit beiden Füßen ab. Erst behutsam, dann immer stärker, weil er der befahrenen Kreuzung immer näher kam.  Zu allem Unglück bog auch noch ein Auto in seine Straße ein! Der Bürgermeister schrie auf, und Freddie schlug sich entsetzt die Hände vor das Gesicht um die Katastrophe nicht mitansehen zu müssen. Dafür vernahm er allzu deutlich die Hub – und Bremsgeräusche, danach war nur noch Stille. Der Bösewicht wagte nicht nachzusehen.
„Herr Bürgermeister!“, hörte er plötzlich Sportacus sagen, „Sind Sie in Ordnung?“
„Ja, mir geht es gut“, antwortete Meinhard langsam, denn er hatte einen gewaltigen Schrecken bekommen. Er musste erst einmal tief durchatmen. „Ein Glück, dass Sie  mich vor dem Auto gerettet haben. Nicht auszudenken, wenn....Uff!“
Freddie riskierte einen kurzen Blick in das Periskop. Auch er atmete einmal durch, aber dann marschierte er höchst entschlossen aus seiner Fabrik.

Stephanie und Ziggy machten gerade einen kleinen Spaziergang, als sie das bremsende Auto gehört hatten. Um zu sehen was geschehen war und in der Hoffnung vielleicht helfen zu können, liefen sie in die Richtung, aus der sie den Lärm vernommen hatten. Stephanie blieb beinahe das Herz stehen,
als sie das Bobbycar am Straßenrand erblickte und dazu noch ihren Onkel und Sportacus. Meinhard war aber unversehrt, genauso wie sein schnelles Gefährt.
Jetzt gesellten sich immer mehr Schaulustige hinzu. Stephanie's Freunde wollten auch sehen, was geschehen war und sie alle redeten ziemlich aufgeregt durcheinander. Sportacus und der Bürgermeister hatten Mühe alles aufzuklären, ohne das mindestens einer dazwischen fragte. Dann  stießen auch noch Senta und Freddie hinzu.
„ICH VERLANGE DIE WAHL EINES NEUEN BÜRGERMEISTERS!“, rief der faule Bösewicht.
„Wieso denn das, der jetzige Bürgermeister lebt doch noch“, erklärte Ziggy, „weil Sportacus ihn gerettet hat!“
„Zum Glück“, bestätigte der Superheld. „Das war haarscharf!“
„Mein Gott, dann stimmt es also?“, rief Senta aufgeregt in die Menge. „Meine Freundin rief mich gerade an, sie erzählte mir, dass Meinhard beinahe unter die Räder gekommen wäre!“
„Aber eben nur beinahe, mir geht es gut“, versicherte der Bürgermeister ein weiteres Mal.
„Aber meine Freundin muss irgendwas mit den Augen haben. Sie sagte, Sie wären auf einem Tretauto die Straße runter gefahren!“
„In der Aufregung wird sie sich vertan haben, denn es war ein Bobbycar“, gab Meintsgut ein wenig beschämt zu.
„Sie scherzen!“

„Es ist wahr!“, bestätigte Freddie. „Ich habe es selbst gesehen! Offenbar hat er nicht mehr alle Tassen im Schrank, deswegen brauchen wir einen neuen Bürgermeister! Am besten mich!“
„Also hör mal!“, rief Stephanie empört.
„Krieg dich ein, du pinke Hupfdohle! Du hättest mal sehen sollen, wie er mit diesem Kleinkinder – Gefährt die Straße runtergesaust  ist! Ich meine, welcher normale Mensch macht das schon, vor allem auf einer befahrenen Straße!“
Meinhard erzählte, wie das alles gekommen war und das er sich eigentlich eine ruhige und gefahrlose Straße zum üben gesucht hatte. „Nur leider habe ich nicht aufgepasst und viel zu spät gebremst!“, setzte er hinzu und er gab Freddie Recht. „Natürlich war das unverantwortlich und gefährlich! Ich hätte die Straße genausogut absperren können, dann wäre erst gar nichts geschehen!“

„Na sehen Sie! Außerdem hab' ich immer recht“, meinte Freddie und wuchs vor stolz mindestens drei Zentimenter.
„Für das Bobbycar – Rennen wird die Strecke ohnehin abgesperrt, das versteht sich von selbst“, sprach Meinhard weiter.
„Bitte was?“ Freddie traute seinen Ohren nicht und Sportacus war sofort begeistert.
„Das ist eine wundervolle Idee! So ein Rennen habe ich noch nie gemacht, das wird bestimmt lustig!“
Stephanie machte ein betrübtes Gesicht. „Ich fürchte, daraus wird nichts.“
„Oh! Warum denn?“
„Das ist so, Onkel...“ Sie sah kurz die anderen Kinder an. „Sie finden die Idee nicht so toll.“
„Tatsächlich? Das ist wirklich schade, ich war im festen Glauben das sie begeistert wären“, meinte der Bürgermeister genauso betrübt. „Wo ich gerade so eine schöne Strecke ausgetestet habe. Und während der Fahrt, die ich gerade hinter mir habe, kamen mir noch mehr Ideen! Es sollte ein richtiges Fest werden, ich wollte eine Hüpfburg aufbauen....“
„Hüpfburg?“, rief Ziggy begeistert.
„Ja und einen Kuchenstand.“
„Kuchen?“, rief Freddie und seine Augen wurden groß, mindestens genauso groß wie die von Ziggy.
„Naja, aber die Hauptattraktion wäre das Rennen gewesen. Nur wenn deine Freunde nicht wollen, kann ich es nicht ändern.“

Meini, Trixie und Pixel sahen einander ein. Ziggy hatte sich zu dem Vorschlag noch gar nicht geäußert, bis jetzt jedenfalls. „Reicht es nicht wenn Sportacus, Stephanie, der Bürgermeister und ich fahren würden? Und was ist mit Ihnen, Frau Senfdazu?“
„Gott bewahre! Nein danke! Ich backe lieber den Kuchen!“
„Und ich wollte eher den Schiedsrichter machen, aber wenn es nicht anders geht – ich habe ja meine Feuertaufe schon hinter mir!“, lachte Meinhard.
Senta seufzte. „Sie alter Kindskopf!“
„Dann machen wir einfach das Rennen“, schlug Sportacus vor. „Vier Fahrer sind erst einmal genug, und wer später noch mitmachen will, kann es tun. Wir probieren es einfach mal aus!“
Freddie schüttelte den Kopf. „Wenn ihr euch lächerlich machen wollt, dann bitte. So eine blöde Idee!“
„Dann ist es also abgemacht!“, sagte der Bürgermeister und rieb sich die Hände. „Ich bin sicher, wir werden alle unseren Spaß haben. Dann mache ich mich mal an die Arbeit und organisiere alles!“
„Ich kann es kaum erwarten!“, meinte Sportacus und jetzt hatte auch Stephanie wieder gute Laune.

Das Rennen war für den nächsten Samstag angekündigt. Am Tag vor diesem Ereignis hatte der Bürgermeister schon veranlassen können, die Straße für Autos zu sperren damit die Rennfahrer in Ruhe üben konnten.
Stephanie hatte natürlich ihr eigenes Bobbycar mit, genauso wie Ziggy. Sportacus hatte für sich und den Bürgermeister welche beschafft und aufwändig verziert.
„Die sehen megacool aus! Malst du mir meins auch an?“, fragte Ziggy seinen Superhelden.
„Klar! Aber erst werden wir ein bisschen fahren üben, danach mache ich es dir fertig.“
„Super!“
„Und was ist mir dir, Stephanie?“
„Ich möchte es gerne selbst machen, ich wollte nur ein paar schöne weiße Blumen drauf malen. Ah, da kommt ja mein Onkel!“
„Ach Gottchen, ach Gottchen, ich bin wohl zu spät, was?“
„Aber nicht doch!“, meinte Sportacus. „Sie kommen genau richtig. Sie können sich schon den Sturzhelm und die Ellenbogen – und Knieschoner anlegen. Das Gleiche gilt auch für die anderen. Sicher ist sicher!“
Die Kinder stimmten zu und machten sich für das Proberennen fertig. Das Wichtigste war, nicht nur das Lenken zu lernen, sondern auch das Bremsen. Sportacus entschied sich, es erst einmal selbst zu versuchen. Er wollte einschätzen, wie schnell und wendig es sich auf dem car fuhr, damit er den anderen Tipps geben konnte. Lazy Town's Superheld auf einem Bobbycar: Das war ein Anblick, an den man sich erst einmal gewöhnen musste!
„Ich glaube, jetzt hab ich's raus!“, meinte dieser und spurtete zurück zum Start

Danach probierten es alle nacheinander aus und nach einigen Unsicherheiten klappte es ganz wunderbar. Alle hatten einen riesigen Spaß dabei.
Vor allem der kleine Ziggy jauchzte vor Vergnügen während der Fahrt und der Gedanke, mit Sportacus um die Wette zu fahren, bescherte ihm Glücksgefühle hoch zehn. Schon bei der Testfahrt gewann erst Ziggy, dann der Superheld und Stephanie hatte mindestens genauso viel Freude, wenn ihr Onkel neben ihr her fuhr. Sie alle wären am liebsten noch tausendmal die Strecke gefahren, aber als es später Nachmittag wurde, fiel Meinhard ein, dass er für den morgigen Tag eine Sahnetorte für den Kuchenstand machen wollte.
„Ich kann Senta nicht allein die ganze Arbeit überlassen“, meinte er und hatte natürlich recht damit.
Stephanie und Ziggy wollten ja außerdem noch ihre cars bemalen und Sportacus besorgte die Farben, damit sie gleich loslegen konnten. Bis zum Abend hatten sie viel zu tun und konnten das morgige Rennen kaum erwarten.

Endlich war es soweit und  der Bürgermeister hatte nicht zuviel versprochen. Zum spielen gab es für die Kinder eine gigantische Hüpfburg und für das leibliche Wohl war auch gesorgt. Senta und Meinhard hatten mit viel Liebe und Hingabe nicht nur für einen Kuchenstand, sondern für ein ganzes Büffet gesorgt, dass einem die Augen übergingen: Kuchen, Torten, herrliche Pasteten und schmackhafte Salate zierten die Tafel. Für den Durst standen frische Säfte und Wasser bereit.
Bei diesem Anblick bekam man sofort Appetit und so wollten sich die Rennfahrer erst einmal stärken. „Die anderen lassen sich überhaupt nicht blicken“, sagte Ziggy und Stephanie nickte traurig. „Ich hoffe trotzdem, dass sie uns beim Rennen zuschauen werden. Ich möchte das alle dabei sind, es macht viel mehr Spaß. Aber dazu zwingen will ich sie natürlich auch nicht.“
„Das Rennen hat erst angefangen, vielleicht sind sie gerade auf dem Weg“, tröstete Sportacus seine kleine Freundin. „Und wenn sie nicht kommen sollten, dann haben wir trotzdem unseren Spaß.“

Ziggy starrte sehnsüchtig auf die große Sahnetorte, die Meinhard gebacken hatte. Dabei kam dem Jungen ein weiterer Gedanke. „Was ich noch seltsamer finde ist, dass Freddie uns bis jetzt in Ruhe gelassen hat.“
„Sei lieber froh darüber! Wer weiß, was er sich sonst ausdenkt. Ich hoffe, dass das Rennen ohne jede Störung abläuft“, sprach Senta.
Meinhard zuckte ein klein wenig zusammen. „Oha, da wäre ich mir nicht so sicher. Wenn man vom Teufel spricht...!“
Tatsächlich, da marschierte doch wirklich und allen Ernstes Freddie auf sie zu, oder vielmehr auf das Büffet, was er schon von weitem gesehen und vor allem gerochen hatte. Die anderen waren so verblüfft, dass sie zunächst kein Wort heraus brachten. „Könntet ihr alle mal zur Seite treten? Ihr versperrt mir die Sicht auf die Sahnetorte!“
Sportacus konnte es selbst kaum glauben. ,Na sowas, Freddie Faulig!“  
„Ja, so heiß ich!“
„Das ist mal eine Überraschung! Willst du dir auch das Rennen anschauen?“

„Das Rennen ist mir schnuppe, obwohl ich gerne zusehe, wie ihr euch lächerlich macht! Aber der Kuchen sieht wirklich ganz gut aus.“
„Umsonst gibt es den nicht! Du musst schon eine Kleinigkeit dafür bezahlen!“, mahnte Senta.
„Hat da jemand was gesagt? Ich bin ein bisschen schwerhörig!“
„Ich glaube wir sollten so langsam zum Start gehen“, sagte Stephanie und die anderen folgten ihr. Der Superheld spürte ihre Unruhe und meinte zu ahnen, worum es ging. „Egal was Freddie vorhat, wir werden uns nicht einschüchtern lassen. Im Notfall werde ich euch aus der Patsche helfen.“ Stephanie nickte, aber eigentlich ging es ihr um etwas anderes. Für sie war es pure Ironie: Ihre besten Freunde hielten sich fern, stattdessen kam Freddie Faulig als Zuschauer.
„He, ich habe das ernst gemeint, als ich sagte, ich sei ein wenig schwerhörig! Ich musste mir gestern wegen den Gören einen Haufen Watte in die Ohren stopfen. Das Zeug steckt mir zum Teil immer noch im Gehörgang. Haben Sie was, womit ich es rauspuhlen kann? Ah, damit müsste es gehen!“

Freddie griff zu einem Teelöffel und wollte sich schon den Stiel ins Ohr stecken. „PFUI, gib das her!“, rief Senta. „Was sind das für Manieren?! Du kannst von mir ein Wattestäbchen haben!“ Sie griff in die Handtasche und überreichte es ihm. „Bitte! Aber entferne dich solange vom Stand, sonst vergeht einem der Appetit!“
„Wenn ich SIE sehe, DANN vergeht mir der Appetit!“, schnauzte Freddie.
„Frechheit! Na los, verschwinde, wird’s bald?“
„PAH!“ Stephanie hatte sich auf ihr car gesetzt, in wenigen Minuten sollte  es losgehen. „Ziggy, wo bist du? Nach mir bist du dran. Was machst du denn bei Sportacus?“
Der Kleine sah sie verwundert an. „Sportacus und ich sind doch ein Team, oder nicht?“
„Ich dachte du wolltest im Rennen gegen ihn antreten?“fragte Stephanie. „Das geht nur, wenn wir beide zusammen ein Team bilden.“

„Oh das stimmt....aber – aber – aber – wenn ich ehrlich bin, möchte ich zu Sportacus!“
Stephanie seufzte. „Wie du willst, dann tauschen wir. Dann kommt Onkel Meinhard zu mir.“
„Oh toll!“ Ziggy hüpfte vor Freude und lief rasch zu seinem Idol zürck. Der Bürgermeister kündigte eben schnell die erste von acht Runden an. „Es fahren Team eins, bestehend aus Stephanie und mir, gegen Team zwei, bestehend aus Sportacus und Ziggy!“
Stephanie und der Held machten sich bereit. „Na wer wird das Rennen machen? Meine Nichte oder Lazy Town's Superheld? Gleich werden wir es sehen!“
„HEEE SPORTADÖDEL! HAST DU DEIN LUFTSCHIFF GEGEN ETWAS PASSENDERES EINGETAUSCHT?! WARUM FÄHRST DU DAMIT NICHT ÖFTER DURCH DIE GEGEND? HAHAHA!“ Freddie lachte sich fast kringelig, doch die Rennfahrer ließen sich nicht beirren. Während der Startschuss fiel und die beiden lossausten, stopfte sich der Bösewicht mit Sahnetorte voll.
„Und wie schmeckt es? Der Bürgermeister hat die Torte gemacht!“, schwärmte Senta.
„Nicht schlecht“, meinte Freddie. „Die anderen müssen unbedingt davon probieren!“ Er warf das Tortenstück in hohen Bogen von sich und es klatschte mitten auf die Rennstrecke!

Sportacus' Kristall piepte. Stephanie lag vorn, kam aber durch die matschige Torte ins Schlingern. Sie drehte sich und fuhr jetzt rückwärts die Straße hinunter! Sie konnte nicht einmal richtig bremsen, da sie die Sahne auch unter ihren Turnschuhen hatte. Sportacus stand blitzschnell auf und nutze sein Bobbycar wie ein Skateboad, um Stephanie einzuholen, die direkt auf den Bordstein zu fuhr. Noch bevor sie stürzen konnte, hatte der Superheld sie eingeholt. Er sprang vom car und hob das Mädchen blitzschnell von ihrem herunter.
Alle anderen hatten erschrocken zugesehen und waren froh, dass sich beide nicht verletzt hatten.  Freddie selbst probierte seelenruhig von einem Schokoladenkuchen, als wäre gerade nichts passiert.
„Ach Gottchen, ach Gottchen! Freddie Faulig! Ich will so etwas nicht noch einmal von dir sehen, ist das klar?“, rief Meintsgut durch das Mikro.
„Das tut mir aber leid, vor allem um die schöne Torte!“ und er leckte sich genüsslich die Finger. Um die Torte tat es ihm wirklich leid, alles andere war ihm natürlich gleichgültig.

„HE PINKIE, ALLES IN ORDNUNG?“ Stephanie drehte sich um und traute ihren Augen nicht: Trixie, Meini und Pixel kamen auf sie zu, alle mit Helm, Knie – und Ellenbogenschoner und vor allem mit ihren Bobbycars. Und was für welche das waren! Die sahen fast so aus wie kleine Rennwagen, sogar mit angebrachtem Auspuff! Stephanie war bei dem Anblick ihrer Freunde überglücklich. „Ihr habt es euch also überlegt, das finde ich super! Und ja, mir geht es gut, es ist nichts geschehen.“
Freddie seufzte. „Noch mehr Plagegeister im Anmarsch!“
„Wir sind etwas spät dran, aber ich war noch am basteln. Ging leider nicht schneller.“, entschuldigte sich Pixel.
„Ist schon in Ordnung! Na, dann wird es noch spannender!“
„Und wie!“, sagte Meini und machte ein Gesicht, als wäre das das Rennen seinen Lebens. „Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, was gleich passiert!“
„Pscht, nicht alles verraten, das will ich selbst erklären“, flüsterte Pixel ihm zu. „Ich habe übrigens für jeden ein car gemacht, ich hoffe sie gefallen euch“, sagte er wieder zu den anderen.
„Einfach unglaublich, du hast dir wirklich große Mühe gegeben!“Sportacus war faziniert und nahm Trixie den kleinen Rennwagen ab, natürlich bemalt in seinen Lieblingsfarben und mit der Nummer zehn vorne dran.

Nun hatten er und die anderen zwar schon ein Fahrzeug, aber Pixel hatte sich so viel Arbeit damit gemacht und das sollte nicht umsonst gewesen sein.
Meintsgut war beglückt und wollte sich schon daran machen die Teams neu aufzuteilen, aber Pixel kam ihm zuvor. „Ich möchte vorher etwas demonstrieren“, verkündete er. „Ihr beiden macht euch schon mal bereit“, sprach er zu Meini und Trixie. „Darf ich?“, Pixel stellte sich neben Meinhard auf das Podium und sprach feierlich in das Mikrofon:
„Leute! Das haut euch aus den Socken! Das, was ihr vor euch seht, sind die neuen PIXELCARS 6000! Kinderleicht zu handhaben und vor allem SUPERSCHNELL! ZWEI – DREI – EINS – LOS!!!“
Aus den zwei Auspuffen sprühten die Funken. Wie zwei Pfeile schossen Trixie und Meini von der Startlinie! Die Zuschauer konnten nicht glauben was sie da sahen.  Sie vernahmen nur zwei rasende Objekte, die auf die Ziellinie zubretterten. Statt auf die Bremse zu drücken machten sie aber eine Wende, düsten mit Vollgas zum Start zurück und machten dort Halt.

„Was...war das?“ Ziggy konnte es kaum glauben, genau wie alle anderen. Mit offenen Mündern und Augen starrten sie auf die Kinder und deren neue Fahrzeuge.
Freddie war da keine Ausnahme, nur sah er auch mit Wehmut auf das Tortenstück, dass er vor lauter Schreck hatte fallen lassen. Senta Senfdazu zitterte am ganzen Körper. „Meine Güte, war das ein Schock! Ich bin glatt um zehn Jahre gealtert!“
Freddie musterte sie. „Im Ernst? Das fällt kaum auf, da Sie ohnehin immer ziemlich alt aussehen!“
Meini und Trixie konnten sich vor Freude kaum noch einkriegen. „Na, was sagt ihr? Da bleibt euch die Spucke weg, was?“ Pixel war voller Stolz und genoss diesen Moment in vollen Zügen. Stephanie fand als erste ihre Sprache wieder. „Ich...kann es einfach nicht glauben!“
„Du findest es also richtig gut?“ Pixel blickte ihr ins Angesicht, aber so richtige Freude konnte er nicht darin lesen. Der Erfinder sah sich um und wurde immer unsicherer. Keine Begeisterung, kein Lob – eher Entsetzen und Unsicherheit. Das hieß, nicht bei allen.
„Ich will auch so eins!“ Ziggy kam auf Pixel zugelaufen. „Bitte sag mir, dass du für mich auch so eins gemacht hast, oder bin ich dafür wieder zu klein?“
„Keine Bange. Wenn schon, dann fahren alle! Diesmal hab ich auch an dich gedacht und habe dir ein supersicheres Pixelcar gebaut, genau wie den anderen auch. Also jetzt sagt doch einmal was! Ziggy gefällt es!“
„Mir auch!“, rief Freddie, obwohl er daran dachte, ein viel besseres bauen zu können als Pixel. Aber im Grunde fand selbst er die Idee nicht schlecht. Ziggy wollte gerade sein Pixelcar in Empfang nehmen, aber Sportacus war da eher vorsichtig und hielt ihn behutsam zurück. Wie fast alle hatte er große Bedenken.

„Deine cars sind ziemlich schnell. Meinst du denn, ihr habt sie beim fahren unter Kontrolle?“
„Die Bremsen sind 1 A und sie lenken sich ganz leicht, wie schon gesagt. Ein Kleinkind könnte damit fahren!“
„Eigentlich sollte das ein normales Bobbycar - Rennen werden“, meinte Stephanie. Sie war etwas enttäuscht darüber.
„Ist es doch auch...beinahe! Ich wollte einen Kompromiss eingehen. Deswegen habe ich sie umgebaut. Das sind richtige Bobbycars, nur ein wenig schneller.“
„Ein WENIG?“
„Ein bisschen Tempo muss dabei sein! Da kann nichts passieren, das versichere ich dir, Stephanie! Ich habe alles auf Herz und Nieren geprüft! Auch Ziggy wird seinen Spaß haben!“
„Ich weiß nicht recht....“
„Für eure rasanten cars ist aber diese Rennstrecke vollkommen ungeeignet“, sagte Meinhard. „Ihr bräuchtet vor allem mehr Platz.“
„Da haben Sie recht. Besonders dann, wenn man sich in die Kurve legen will, dann könnte es gefährlich werden. Aber ich habe an alles gedacht“, sagte Pixel. „Kommt alle mit!“

Neugierig folgten die Bewohner dem Jungen und kamen aus dem Staunen überhaupt nicht mehr heraus: Etwas weitab von der Stadt, auf einer Grünfläche, hatte Pixel eine Rennbahn gebaut die alles dagewesene übertraf. Sie war breit genug, das zwei cars bequem nebeneinander fahren konnten und war voller Kurven und Schleifen, aber der Höhepunkt war der Looping, so dass man meinen könnte, man wäre auf einer Achterbahn. Jetzt wusste wirklich niemand was man dazu noch sagen konnte. Pixel war ein weiteres Mal ein Wunderwerk geglückt, das musste man einfach zugeben. Auf der anderen Seite hatte jedes Wunderwerk auch ihre Tücken. Das wusste vor allem   Sportacus. „Jetzt macht doch bitte nicht so ein Gesicht“, bat Pixel den Bürgermeister und den Superhelden, „das wird der größte Spaß den wir jemals hatten!“
„Das gönne ich euch auch, ich mache mir nur Sorgen, falls etwas passieren sollte.“
„Sie sprechen mir aus der Seele, Sportacus“, sagte Meinhard. „Wenn einer von euch aus der Kurve fliegt und sich verletzt, was dann?“
Trixie wurde langsam ungeduldig. „Er hat doch gesagt, dass er alles bis ins Kleinste überprüft hat! Sollen wir jetzt hier stehen und das Teil nur angucken oder darauf fahren?“
„Na, fahren natürlich! Ich brenne schon darauf! Ich muss nur noch MEINEN Rennwagen polieren“, sagte Meini und zog ein Putztuch aus der Tasche. Beim polieren sang er leise vor sich hin: „Das Wägelchen ist meins, meins, meins...“
„Und, Pinkie?“, wollte Trixie wissen. „Ist das Teil hier cool oder nicht?“
„Ja, sieht echt gut aus“, sagte sie und das meinte sie ehrlich, jedoch fühlte sie sich bei all dem etwas übergangen.

„Dann also los, fangen wir endlich an!“ Trixie und Meini liefen mit ihren Autos auf die Rennbahn zu, aber nun musste ein Machtwort gesprochen werden und das war nicht einfach. Es war eine sehr unangenehme Situation für den Bürgermeister. Die Kinder wollten Spaß, aber Sicherheit stand natürlich an erster Stelle. Kam das zur Sprache, beteuerte Pixel immer wieder, dass nichts geschehen könne und fühlte sich sogar gekränkt, weil er dachte, man würde ihm nicht vertrauen. Für Stephanie war es aber auch nicht einfach. Sie sagte während der ganzen Diskussion gar nichts, sie war einfach nur traurig. Erst hatten ihre Freunde von dem Rennen gar nichts wissen wollen, dann bauten sie einfach etwas, was ihrer Meinung nach sehr viel besser war und wollten  es auch sofort ausprobieren – aber das eigentliche Rennen, das schon so lange vorgeplant gewesen war, sollte einfach vergessen werden?

Ihr Onkel blieb aber hart. Er machte endlich seinen Standpunkt klar, dass niemand auf Pixel's Bahn fahren würde, bis er und Sportacus alles bis ins kleinste Detail geprüft hätten. Nur heute wäre das leider nicht mehr möglich. Senta nickte zustimmend. Das war natürlich ein herber Schlag für den jungen Erfinder und erst recht für die anderen Kinder.
„Wenn du früher mit mir darüber gesprochen hättest, dann hätten wir alles bis zum Rennen fertig gehabt. Jetzt gibt es leider keine andere Lösung“, versuchte Meintsgut den Jungen zu trösten, aber das war unmöglich. „Ich wollte euch überraschen, deswegen habe ich nichts gesagt. Ach Mann...!“
„Jetzt lasst doch nicht alle den Kopf hängen, Kinder. Jetzt machen wir erst einmal das Bobbycar Rennen“, sprach Sportacus versöhnlich. „Das macht auch großen Spaß oder wollt ihr wenigstens zusehen?“

„Tut mir echt leid, keins von beiden. Mir ist jetzt nicht danach“, sagte Pixel und sah niedergeschlagen auf seine neueste Erfindung.
„Und was ist mit euch?“, fragte Sportacus die anderen. „Es wäre schön, wenn ihr dabei wärt. Nicht wahr, Stephanie?“
„Ja, das wäre es wirklich.“
„Tut mir leid Pinkie, aber eigentlich hatten wir auf Pixel's Erfindung gehofft. Ich bin sicher, die hätte dir auch sehr großen Spaß gemacht.“
„Und was wollt ihr jetzt machen?“
„Ach, keine Ahnung!“, brummte Pixel genervt zurück und Meini bedauerte schon, seinen neuen Rennwagen nicht ausprobieren zu dürfen. Nicht mal Ziggy hatte noch zu irgendwas Lust und entschied sich bei den anderen zu bleiben.
So konnte Stephanie ihre Freunde nur traurig ansehen. Meinhard legte seinen Arm um sie. „Sie sind jetzt schwer enttäuscht, aber da kann man im Moment nichts machen.“
„Kann ich nachfühlen. Ich weiß wie das ist, wenn man sich vergebens auf etwas freut.“
So gingen Stephanie und die Erwachsenen den Weg langsam wieder zurück. Nur Freddie war bei den anderen geblieben. Er war die ganze Zeit sehr still gewesen und erst jetzt, als er mit den Kindern allein war, sah er seine Chance gekommen.

„Das lasst ihr euch gefallen? Nur weil der Bürgermeister und dieser....dieser...SPORTADINGSDÖDELBLÖDEL das so wollen, müsst ihr jetzt lange Gesichter ziehen? Das finde ich ziemlich ungerecht!“
„Tja, was soll man da machen“, meinte Pixel.
„Das fragst du noch? Macht einfach das Rennen! Dann habt ihr wenigstens euren Spaß!“
Trixie's Augen funkelten vor Begeisterung. „Da sind wir mal einer Meinung, Freddie Faulig!“ Meini war nicht so ganz wohl dabei. „Aber der Bürgermeister hat doch angeordnet....“
„Und Sportacus!“, rief Ziggy dazwischen. „Wenn er das sagt, dann müssen wir uns daran halten. Er will erst alles überprüfen!“
„Also ich weiß ganz genau, dass man da nichts prüfen muss, weil ich Puschel – äh –  Pixel vertraue!“
„Was, tatsächlich? Das meinst du wirklich? Das finde ich richtig nett von dir, Freddie!“
„Tja, wenn's doch stimmt“, sagte Freddie, kreuzte hinter seinem Rücken die Finger und unterdrückte den gerade aufkommenden Brechreiz.
„Dann lasst uns loslegen, Freunde“, rief Trixie und schnappte sich ihr Pixelcar.
Meini machte ein bedenkliches Gesicht. „So gern ich auch mitmachen würde - wir sollten das lieber lassen, wir kriegen doch nur Ärger.“
„Musst ja nicht mitmachten, wenn du nicht willst“, sagte Freddie. „Sogar ich werde fahren. Ich muss nur kurz nach Hause“, und er machte sich schnell auf den Weg.
Die Kinder sahen ihm fragend nach. Das alles war schon ein wenig eigenartig von ihm, aber egal. Die Hauptsache war, dass sie endlich nach Herzenslust fahren konnten.

In der Zwischenzeit konnte Stephanie wieder lächeln. Sportacus hatte nicht locker gelassen und sie zu einem Rennen überredet, denn er mochte es gar nicht, wenn jemand traurig war. Schon gar nicht, wenn es sich dabei um das sonst so fröhliche Mädchen handelte. „Es wäre doch jammerschade, wenn alle Vorbereitungen umsonst gewesen wären“, meinte er zu ihr. „Außerdem – bin ich viel schneller im Ziel als du! Wetten?“
„Na, das wollen wir mal sehen!“ Die zwei gingen an den Start.
„Und hinterher müsst ihr unbedingt etwas essen!“, rief Senta ihnen zu. „Vor allem den Salat, jetzt, wo er noch ganz frisch ist!“
„Machen wir!“, rief der Held lachend zurück.
„Auf die Plätze!“, rief Meinhard ins Mikro. „Drei – zwei – eins – LOS!“
Stephanie und Sportacus hatten einen guten Start und fuhren rasant die Straße hinunter. Erst führte der Superheld, dann Stephanie, es war wirklich ein haarsträubendes Rennen.
„Ach Gottchen, wie spannend! Was die beiden für ein Tempo drauf haben!“
Am Ende gewann das Mädchen ganz knapp. Aber das sollte nicht die letzte Runde gewesen sein.

Bei Pixel sollte das Rennen erst einmal beginnen. Freddie hatte es sich nicht nehmen lassen, ein eigenes „Freddiecar“ zu bauen, das um einiges beeindruckender aussah als die anderen. Seinen Gegner hatte er sich übrigens schon ausgesucht – und das sollte der kleine Ziggy sein!
„Waaas, der Hosenmatz?“, rief Trixie ungläubig. „Dann doch lieber mich, ich kann fahren wie der Teufel!“
„Ich finde das gar nicht so schlecht“, meinte Pixel. „Somit stehen die Chancen gleich, da ihr zwei noch keine Erfahrung auf den cars und der Strecke habt. Wollt ihr trotzdem vorher eine kleine Testfahrt machen?“
„Das hält nur auf. Wir machen lieber gleich Nägel mit Köpfen. Wir fahren zehn Runden, und wenn ich gewinne, dann gehört deine Rennbahn mir! Alles klar, Pipi?“
„PIXEL! Gut, abgemacht! Ich – also eher Ziggy – gewinnt sowieso, du hast keine Chance!“, rief der Junge. Freddie nickte. „Also abgemacht, ihr seid alle meine Zeugen. Bei meinem Sieg muss er sein Versprechen halten.“
„Und wenn DU verlierst, dann wirst du meine Rennbahn und meine cars regelmäßig säubern und alle Fahrer in den Pausen mit Snacks versorgen!“
„HALLO? Kann ich auch mal was sagen?“ Ziggy stand zwischen den zwei Streithähnen und trat von einem Bein aufs andere.
„Was ist los, machst du dir etwa jetzt schon in die Hosen?“, lachte Freddie.
„Nein! Aber wir dürfen doch nicht fahren, der Bürgermeister und Sportacus haben gesagt....“
„Die werden nichts erfahren, die sind doch selbst gerade mit ihrem Rennen beschäftigt. Außerdem warst du vorhin auch ganz wild drauf, ein paar Runden zu drehen. Jetzt darfst du das, freust du dich nicht darüber?“
„Ja klar! Aber wenn Sportacus recht hat und was passiert?“
„Ziggy, es wird nichts passieren! Wenn nicht Freddie wieder irgendwas im Schilde führt!“
Freddie winkte ab. „Ach woher denn“, sagte er und dachte bei sich: Das habe ich gar nicht nötig, gegen den Zwerg würde ich selbst mit verbundenen Augen gewinnen.
„Jetzt haben wir aber genug gequatscht, es wird endlich gefahren!“

Die zwei machten sich startbereit.
Es war gut das das Freddiecar, ähnlich wie die Pixelcars, etwas größer war als normal, aber trotzdem musste Freddie seine langen Beine anwinkeln, damit seine Füße nicht auf dem Boden schleiften. Aber es lag nicht nur an ihm. Auf einer normalen Straße hätte er seine Beine ruhig nach vorne ausstrecken können, aber hier war es nicht möglich, vor allem wegen dem Looping. Für allzu große Leute war die Bahn nicht gedacht, eher für Kinder. So saß der Bösewicht zusammengekauert auf dem car und seine Knie berührten fast das Kinn, weil es nicht anders ging.
„Hmmm, da gibt’s wohl doch etwas, an das du nicht gedacht hast“, stellte Meini jetzt etwas zweifelnd fest.
„Wenn er seine Beine dicht am Körper hält,  dann ist das schon okay. Hast du gehört, Freddie? Beim nächsten Mal werde ich das aber beachten.“
„Das brauchst du nicht! Weil ich sowieso gewinne und dann wird es kein nächstes Mal mehr geben!“, höhnte Freddie.
Pixel musste jetzt Ziggy Mut machen, weil der ein ziemlich mulmiges Gefühl im Bauch hatte.

„Keine Angst, du schaffst das! Diesmal setze ich mein ganzes Vertrauen in dich!“, rief Pixel ihm zu.
„Los, Kleiner! Zeig Freddie, wer der Boss ist!“ Jetzt war auch Meini wieder guter Dinge. Nur Trixie war ein bisschen geknickt, weil sie nicht als Fahrerin ausgesucht worden war. Aber dann war sie regelrecht erstaunt, denn der Junge machte sich gar nicht mal so schlecht. Kurz nach dem Start brausten er und Freddie die Kurven entlang und man konnte beinahe meinen, man  wäre bei einem Formel – 1 Rennen dabei, so schnell und spannend war das!
„AAAAAAAAAHHHHHH!! MIR WIRD SCHWINDELIG!!!“ Freddie fuhr als Zweiter in den Looping und Ziggy legte sich schon wieder in die nächste Kurve.
„Ich hab gar nicht gewusst, wie mutig er ist. Er hat sich beim Looping gar nicht erschreckt, so wie Freddie!“ Meini war wirklich beeindruckt. Aber er konnte ja nicht wissen, dass Ziggy vor Angst keinen Ton herausgebracht hatte. Die erste Runde war schnell geschafft und die zweite sollte noch rasanter werden. Die beiden Fahrer wurden immer mutiger und auch der Looping hatte seinen Schrecken verloren. Freddie trat aufs Gaspedal und überholte den kleinen Ziggy, so dass der sich wieder ordentlich ranhalten musste, um den verloren Vorsprung aufzuholen.

„ZIGGY! ZIGGY! ZIGGY!“
„Pscht, nicht so laut! Sonst kommt der Bürgermeister und das Rennen ist aus!“, mahnte Meini seine beiden Freunde.
Freddie wurde jetzt so dreist, dass er immer vor Ziggy her fuhr und ihn nicht vorbeilassen wollte. Nur nach dem  Looping hatte Ziggy die Möglichkeit, sich schnell nach vorne zu mogeln. Die dritte und vierte Runde waren schon vorbei und der Junge lag immer noch hinten. Ziggy trat auf das Gaspedal und fuhr wie ein Pfeil in den Looping hinein. Jetzt waren beide gleichauf und Freddie versuchte  seinen Gegner wegzuschubsen.
Trixie sprang aufgeregt auf der Stelle. „Lass dir nichts gefallen, drängel zurück! Schmeiß' ihn von der Bahn!“
„Nein, tu das nicht, sonst passiert euch beiden noch was!“, rief Meini dazwischen, dem es langsam   unwohl wurde. „Das soll ein faires Rennen werden!“
„Na, das sag mal Freddie!“ Der lag jetzt wieder vorne und Ziggy hatte schon fast den ganzen Mut verloren. Trixie schäumte vor Wut.
Meini zuckte gleichgültig mit den Schultern. „Na, wenn wir schon verlieren, dann mit Anstand.“

Ziggy war aufgefallen, wie still seine Freunde geworden waren. Er warf einen kurzen Blick auf sie und es sah aus, als ob sie schon aufgeben wollten. Das durfte nicht sein! Ziggy nahm seinen ganzen Mut zusammen und konzentrierte sich erneut darauf, an Freddie vorbei zu kommen. Der hatte sich schon ziemlich sicher gefühlt. Das war ein Fehler gewesen und er sah nur noch, wie Ziggy an ihm vorbei flitzte. Jetzt konnten sich die drei Freunde gar nicht mehr beherrschen und jubelten so laut und ausgelassen, dass die anderen Bewohner neugierig auf sie zugelaufen kamen.
„Oh Gott, was macht ihr Kinder denn da?!“, rief Meinhard voller Entsetzen.
„Die brechen sich gleich die Knochen!“, schrie Senta, „Jemand muss sie stoppen!“
„Das...das Rennen ist gleich vorbei, nur noch drei Runden“, erklärte Pixel und ihm wurde ganz schlecht, weil sie alle aufgeflogen waren.
Der Kristall des Superhelden blinkte, gleich würde ein Unglück geschehen. Sportacus überlegte ganz kurz und eilte in Richtung Bobbycar – Strecke zurück. Pixel sah ihm geschockt hinterher.
„Was soll passieren – ich versteh nicht....“ Er sah auf seinen Handscanner und ihm fiel bei der Analyse der Bahn eine kleine Bruchstelle auf, und zwar genau in der Mitte des Loopings. Freddie und Ziggy düsten mit so einer irrsinnigen Geschwindigkeit darauf zu, dass der Bruch mit jeder Belastung immer größer wurde. „AUFHÖREN! SOFORT!“, schrie Pixel um das Schlimmste zu verhindern, aber die zwei hörten nicht oder wollten auch gar nicht hören. Sie waren so auf das Rennen konzentriert und es waren nur noch zwei Runden zu fahren, da dachten die zwei mit Sicherheit nicht daran, es zu beenden.

Stephanie vernahm ein Rauschen, das immer lauter wurde und blickte auf: Das mächtige Luftschiff fuhr gerade über sie hinweg und hatte sogar etwas im Schlepptau....Pixel stellte sich an den Rand der Bahn und fuchtelte mit den Armen. „STOOOOPP!!“ Aber es nütze nichts und die Fahrer düsten mit Vollgas in den Looping. Die Bahn brach, Ziggy flog als erster in hohem Bogen durch die Luft und hinter ihm Freddie. Sie und die Zuschauer schrien laut auf. Sportacus lud seine Fracht ab: Die große Hüpfburg, die er am Schiff angebunden und in der Luft hinter sich her gezogen hatte, musste gezielt und schnell platziert werden. Im inneren des Schiffes befand sich eine Seilwinde und die rollte immer mehr von dem Seil ab. Die Hüpfburg setzte keine Sekunde zu früh auf. Die zwei Rennfahrer plumpsten mit ihren Fahrzeugen mitten hinein. Meinhard und alle anderen liefen auf die Burg zu.
Ziggy und Freddie konnten kaum begreifen was eben geschehen war und sahen sich, vor Schreck benommen, vorsichtig um. „Oh Gott, was war denn das?! Ich wollte fahren, nicht fliegen!“ Freddie versuchte aufzustehen, ruderte mit beiden Armen in der Luft  und kippte um. Es kam ihm vor, als säße er auf einem Wackelpudding.

„Wartet, ich komme zu euch!“ Sportacus bestieg die Burg und setzte die beiden nacheinander ins Gras. „Habt ihr euch irgendwas getan? Ziggy, Freddie! Seid ihr okay?“  Im Moment konnte keiner von ihnen viel sagen, die Angst saß ihnen immer noch in den Knochen. Den anderen übrigens auch. Besonders Pixel, der sich die größten Vorwürfe machte.
„Wie konntet ihr nur so etwas tun, obwohl wir euch verboten hatten darauf zu fahren?“, wollte Meinhard wissen. „Wir hatten befürchtet, dass so etwas passieren könnte!“
„Aber ich nicht“, antwortete Pixel mit gesenktem Kopf. „Nie hätte ich gedacht, dass was geschieht. Wie oft habe ich alles geprüft!“
„Pixel, das wissen wir doch alle! Aber jeder macht Fehler, das ist nur menschlich!“, sagte Sportacus. „Selbst ein Supergenie wie du macht welche. Deswegen wollten wir erst ganz sicher gehen. Das war kein Misstrauen gegen dich.“
„Ja, das hätte ich wohl einsehen sollen....nur ich wollte auch nicht mehr länger warten...wo ich den anderen versprochen hatte, dass wir Spaß haben werden!“
Jetzt trat auch Trixie vor und fügte hinzu, dass Pixel nicht die alleinige Schuld traf. Sie hätte sich jederzeit hinter das Steuer gesetzt. Nur Meini und Ziggy wären unschuldig.
„Genau, ich habe von Anfang an gesagt, dass du und der Bürgermeister das nicht wollen!“, rief der Kleine wütend.
„Das stimmt, und ich hab dich auch noch überredet bei dem Rennen mitzumachen und auf Freddie hätte ich auch nicht hören sollen!“ Pixel wurde immer trauriger und war den Tränen nahe.
Stephanie ging auf ihn zu und nahm ihn in den Arm. „Und du warst auch so geknickt, das habe ich wohl gemerkt“, schniefte er und sah Stephanie an,  „weil du dich eigentlich auf ein Bobbycar – Rennen gefreut hast und nicht auf ein Pixelcar - Rennen. Das tut mir alles echt leid.“  
„Lass gut sein, ist schon okay. Es ist wichtiger, dass euch nichts geschehen ist.“
Sportacus strich ihm über die Schulter. „Stimmt, und beim nächsten Mal wird alles genau besprochen. Man kann nur alle Unklarheiten beseitigen, wenn man über alle Probleme spricht und niemand muss traurig oder wütend sein. Wir versuchen, für alles eine Lösung zu finden.“

„Ich glaube, jetzt haben wir uns alle eine Erfrischung verdient“, sagte Senta. „Ein wenig Nervennahrung wird uns allen gut tun, oder was meint ihr?“
„Das ist eine sehr gute Idee“, pflichtete Sportacus bei und hätte Ziggy's Magen reden können, dann hätte er wohlmöglich laut und deutlich „Ja“ gesagt! So konnte er nur grummeln, aber das war geräuschvoll genug. Freddie war aufgestanden und warf wütend seinen Helm ins Gras. „PAH! So ein Reinfall! Hätte ich gewusst, dass die Schrottbahn nichts taugt, dann wäre ich gar nicht gefahren! Bin doch nicht lebensmüde! Die könnt ihr gerne behalten!“ Er wollte sich gerade davon machen, als ihn Sportacus aufhielt und ihm vorschlug, mit den anderen eine Kleinigkeit zu essen. „Du siehst nämlich noch ein wenig blass um die Nase aus, mein Lieber“, merkte er an. Dem Bösewicht kamen vor allem die Kuchen und Torten in den Sinn und er ließ sich überreden.

Am Buffet sah Sportacus ein, dass seine Sorgen unbegründet waren. Alle langten kräftig zu. Freddie Faulig bekam wieder Farbe im Gesicht und Ziggy hatte den Vorfall schon so gut wie vergessen. Senta und Meinhard sahen sehr zufrieden aus. Alle Pasteten, Salate und Kuchen verschwanden in den Mägen.
„Wer hat das Rennen eigentlich gewonnen? Du oder Sportacus?“, fragte Trixie.
„Ich habe gewonnen“, gab Stephanie zu und lächelte. „Wir sind acht Runden gefahren und ich habe fünf gewonnen!“
„Das hätte ich nur zu gerne gesehen! Beim nächsten Mal werde ich dabei sein!“
„Wir alle werden dabei sein!“, sprach Meini und es klang wie eine Festtagsrede. „Das werden wir uns nicht wieder entgehen lassen. UND wir werden auch ein Pixelcar - Rennen machen, wenn möglich.“
Der Bürgermeister nickte bejahend. „Das wird sich machen lassen. Das heißt, wenn....“
„... Meine Bahn repariert und alles von Ihnen und Sportacus geprüft wurde. Wer werden uns dabei Zeit lassen und alle Pläne in Ruhe durchgehen“, sagte Pixel. „Nicht das uns wieder so etwas schreckliches passiert.“
Stephanie war so froh, dass sie zum Abschluss ihr Lieblingslied „Bing Bang“ singen konnte und so hatte das Ereignis doch noch ein gutes Ende genommen. Für das nächste Mal überarbeitete Pixel mit Hilfe des Bürgermeisters und Sportacus seine Pläne für die Rennbahn und konnte etwas bauen, was allen Spaß machte und nicht zu gefährlich war. Aber ein Bobbycar -  Rennen mit allen Freunden machte genauso viel Spaß wie eine Runde auf der Pixel – Bahn!

ENDE
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