Eine neue Welt

von montana
GeschichteAllgemein / P6
"Original Cindy" Cynthia McEachin "Sketchy" Calvin Theodore Alec Ames White Logan Cale Max Guevara
29.09.2007
19.12.2007
5
16224
 
Alle Kapitel
9 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
Der 6. Juli 2005:
Kälte. Hunger. Angst.
So saß sie da, zusammengekauert neben den Müllbergen, das Kind im Arm, eingehüllt in eine Decke.
Was passieren würde, was sie tun sollte; sie wusste es nicht.
Kälte. Hunger. Angst. Schweigen.
Ihr Herz begann schneller zu schlagen. Schritte. Erschrocken drehte sie sich herum. Doch es war nur ein Straßenhund. Langsam beruhigte sie sich, trotzdem fühlte sie sich noch immer elend. Sie presste das Bündel mit ihrem schlafenden Baby an sich. Sie fröstelte. Was war, wenn sie ihr schon auf den Fersen waren? Wenn sie genau wussten, wo sie war, was sie tat, und nur warteten; warteten und sie quälten? Sie fühlte sich wie eine Maus und die Falle würde bald zuschnappen.
Plötzlich humpelte jemand an ihr vorbei. Ein Bettler. Er warf ihr einen seltsamen Blick zu und irgendwie fühlte sie sich unwohl. Sie erhob sich langsam und ging fort, wobei sie sich zwang, den Mann nicht weiter anzusehen.
Sie musste etwas tun. Sie wusste, dass sie verfolgt wurde. Sie spürte, dass etwas in der Luft lag… Gestern hatte sie ihnen noch entkommen können. Doch heute war ein neuer Tag. Alles war anders.
Nun befand sie sich in einer schmalen, dunklen Gasse. Da! Was war das? Ein Schatten? Ihr Herz klopfte so schnell, dass sie fürchtete, es würde gleich zerspringen. Sie presste ihr Kind näher an ihren Körper. Ihr war abwechselnd heiß und kalt, der Angstschweiß rann ihre Stirn herunter. Doch jetzt wo sie den ersten Schritt getan hatte, musste sich auch den zweiten tun. Wieder dieser Schatten… Jemand mit einer Pistole… Vom Schrecken wie gelähmt starrte sie nur immer wieder und wieder auf diesen fürchterlichen Schatten.
‚Ich muss klare Gedanken fassen’, zwang sie sich und rannte schließlich, so schnell es ihr möglich war, davon. Sie wusste ganz genau, dass er ihr folgte. Weiter, immer weiter, sie stolperte, stürzte in eine andere Nebenstraße hinein. Sie keuchte, ihre Hand war aufgeschrammt und blutete, ihre Hose hatte an den Knien zwei große Löcher.
Sie atmete schwer, hielt ihr Baby enger an ihren Körper gepresst und beruhigte sich allmählich. Sie konnte ihre Augen einfach nicht von dem schlafenden Kind abwenden. Schon die ganze Zeit wurde sie von einem schweren Gedanken geplagt. Sie seufzte. Es war der einzige Weg. Obwohl sie aufgeregt wie noch nie zuvor war, arbeitete ihr Gehirn klar, logisch und sachlich.
Sie legte ihr noch immer schlafendes Baby in einen Pappkarton, wickelte die Decke und ihre Jacke um es und legte es neben einem Hauseingang vor mehreren Mülltonnen ab.
„Es tut mir Leid“, wisperte sie. Ihr Flüstern war trocken wie das rote Laub im Herbst. „Es tut mir so Leid, dass ich dich im Stich lassen muss. Aber es ist die einzige Möglichkeit. Du sollst es einmal besser haben als ich. Tschüs, mein Mädchen“, flüsterte sie und lief davon. Sie warf ihrem Kind noch einen letzten traurigen Blick zu, bevor…

Kälte.
Hunger.
Angst.
Einsamkeit.
Stille.
Plötzlich - Ein Schuss
Stille…
Review schreiben