Transgeno Public Relations

von cora-baby
GeschichteRomanze / P12
Alec Asha Barlow Logan Cale Max Guevara
21.09.2007
15.01.2008
14
48574
 
Alle Kapitel
24 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 Datenschutzinfo
 
 
Jetzt, Dhana, ist es soweit! Es geht los mit der Transgeno PR!

Teil 1
Prolog

Alec stand an der Bar des Crash und wartete auf seinen Bierkrug. Plötzlich tauchte Asha neben ihm auf. Er hatte sie seit fast zwei Monaten nicht gesehen.

Sie klopfte ihm gut gelaunt auf die Schulter: „Hey, gut dich zu sehen. Wie war die Freilassung?“

„Gut. Laut“, er lächelte, „Viele Leute die angeblich sehr gute Freunde von uns Freaks sind.“

„Glaubst du nicht?“

„Eher nicht. Ist mir aber auch egal solange sie nicht mit faulen Eiern nach mir werfen.“

„Kann ich verstehen.“

„Trinkst du mit mir ein Bier?“

„Geht nicht. Bin eigentlich grad am Gehen. Logan hat angerufen und gemeint es wäre noch einiges zu tun. Da bin ich jetzt auf dem Weg hin. Wollte nur ‚Hallo’ sagen.“

„Hallo“, er lächelte charmant, „Was gibt’s jetzt noch? Logan ist genau wie wir anderen erst seit zwei Stunden raus. Er arbeitet schon wieder?“

„Du trinkst schon wieder!“, hielt sie ihm vor, „Er wollte irgend so eine Liebt-die-Transgenos-Kampagne auf die Beine stellen. S-1-W soll helfen und natürlich tun wir das. Aber du hast Recht. Ich bin auch überrascht, dass es jetzt schon losgeht. Er verschwendet mal wieder keine Zeit. Ich geh jetzt. Genieß deine neue Freiheit und bau keinen Mist!“, damit rauschte sie an ihm vorbei auf dem Weg zu Logan.

Alec sah ihr kurz hinterher, schüttelte lächelnd den Kopf und ging zu den anderen. Original Cindy grinste ihn an: „Was war das mit der hübschen Blonden?“

„Warum nennt ihr sie nie beim Namen?“, Alec stellte den Bierkrug auf den Tisch und ließ sich auf einen Stuhl plumpsen.

„Was meinst du?“

„Du nennst sie hübsche Blonde, Josh nennt sie nur die Hübsche, für Mole ist sie die blonde Normale und Max sagt Blondie. Was soll das?“

„Asha ist blond und hübsch oder seh ich das falsch?“

„Ich erkenne eine Fangfrage, wenn ich sie sehe, Kleine. Natürlich ist sie blond und hübsch aber sie hat auch einen Namen.“

„Und ich denke du versuchst mich abzulenken. Also was war das grad?“

„Wir haben geredet. Sie geht jetzt zu Logan. Der arbeitet schon wieder, glaubst du das?“

„Das ist Logan! Ich meinte nicht, was ihr gemacht habt, das hab ich gesehen, sondern warum du so ein niedliches Lächeln auf dem Gesicht hast.“

„Sie ist gut gelaunt!“

„Ach na klar, das erklärt natürlich alles!“

„Sie war – wie du weißt – öfter bei uns in Terminal City. Da war sie immer im Stress, gereizt und manchmal sogar schlecht gelaunt. Anders hab ich sie die letzten zwei Jahre nicht erlebt. Deshalb freue ich mich, das auch ihre Laune durch unsere Freilassung steigt.“

„Ich hab auch bessere Laune“, stellte sie herausfordernd fest.

Alec küsste sie auf die Wange und lächelte flirtend: „Darüber freue ich mich schon die ganze Zeit.“

„Richtige Antwort, Kleiner.“

Als Asha bei Logan ankam, betrat sie seine Wohnung wie üblich ohne anklopfen, dafür mit einbrechen: „Logan?“

„Wohnzimmer!“, rief er fröhlich.

Asha ging hinüber und setzte sich zu ihm aufs Sofa: „Hey, wie schön dich hier zu sehen.“

„Finde ich auch“, er deutete auf seine verwüstete Wohnung, „White und seine Leute haben ganz ordentlich Unordnung gestiftet.“

„Ja, ich wundere mich auch, dass wir uns hier treffen. Hast du dein Zeug nicht alles schon in dem Haus von Joshua?“

„Ich dachte ich könnte dich bei der Gelegenheit zu einem Hilfsjob animieren.“

„Welcher Job?“

„Mein restliches Zeug zu Josh bringen“, schlug er vorsichtig lächelnd vor.

„Dein Glück, das ich heute so gut drauf bin. Hast du schon gepackt?“

„Das meiste. Ich mache gerade Pause. Tee?“

„Gern. Dann kannst du mir von deiner Kampagne erzählen.“

Er füllte ihr eine Tasse: „Die Idee ist folgende: Wir zeigen den anderen Normalen, das die Transgenos keine Monster sind. Wir schummeln ein bisschen, aber nur um sie ins rechte Licht zu rücken.“

„Erklär’s mir!“

„Es gibt einen Fernsehsender: Channel-12-Seattle, der sich auf der Seite der Transgenos sieht. Denen hab ich vor ab und zu kleine Filmchen zu schicken auf denen zu sehen ist, was die Transgenos Gutes tun. Natürlich müssen wir einiges inszenieren, weil sie nicht rund um die Uhr Gutes tun, im Gegenteil, meistens ist es ja eher nicht so gut. Ich habe also nicht vor Bänder zu schicken auf denen zu sehen ist, wie sie die scheinbar normal aussehenden Familiars zusammenschlagen, sondern eher wie sie alten Damen über die Straße helfen. Solche Sachen.“

„Um der Welt zu zeigen, das sie keine Angst haben brauchen“, nickte Asha, „Gute Idee. Weiß Max das schon?“

„Ja, sie war nicht so begeistert. Sie meinte, sie braucht keine PR. Ich bin anderer Meinung.“

„Ich auch. Sie sollten nehmen, was sie kriegen können. Ich helfe dir natürlich! Was soll ich machen?“

„Erstmal mir hier helfen. Und dann wäre ich froh darüber, wenn du zu den Fernsehleuten gehen würdest um mit ihnen zu sprechen. Außerdem die Filme drehen.“

„Ich werde Produzentin?“, sie ließ sich das auf der Zunge zergehen und grinste dann, „Ich sehe schon, dass die Aufträge jetzt besser werden. Welche Kiste soll ich nehmen?“, sie deutete um sich.

Logan verstand es richtig als Zustimmung und erklärte ihr während sie die Wohnung ausräumten noch wichtige Kleinigkeiten. Als Asha bei Joshuas Haus wegfuhr war es bereits fast wieder morgens.

Ein paar Stunden später machte sie sich auf den Weg zu Channel-12-Seattle. Der Pförtner schickte sie in das Büro von Kathrine Reyes, der Programmchefin. Dort wartete Asha bei erstaunlich gutem Kaffee auf die Dame des Büros. Nach einer Viertelstunde flog die Tür auf und eine gut aussehende brünette Frau, Ende Zwanzig in einem kirschroten Kostüm kam herein. Asha stand lächelnd auf und fühlte sich in ihren Straßenklamotten plötzlich fehl am Platze. Kathrine Reyes schüttelte ihre Hand und lächelte freundlich: „Tut mir Leid, das Sie so lange warten mussten, Ms. Barlowe.“

„Macht nichts, ich bin es gewohnt zu warten.“

„Das ist aber keine Entschuldigung für mich. Ich hasse es selbst, wenn Leute sich verspäten. Setzen Sie sich.“

„Danke“, Asha lächelte sie offen an, „Ich mag es ehrlich gesagt auch nicht, wenn ich warten muss.“

„Ich hatte noch eine Besprechung mit meinem Moderator. Er ist der Meinung, nur weil die Menschen ihn jeden Tag im Fernsehen sehen, steht ihm ein Gehalt zu mit dem ich das ganze Studio renovieren könnte. Da hab ich ihm gesagt, dass es viele Leute gibt, die gerne mit ihm tauschen würden und wenn es ihm bei uns nicht mehr passt, soll er gehen. Vielleicht finde ich ja sogar noch jemand besseren. Suchen Sie einen Job?“, fragte sie lächelnd.

Asha war nicht sicher, ob es ein Scherz war und antwortete daher zögernd: „Tut mir Leid, ich hab einen. Außerdem glaube ich nicht, das ich dafür geeignet wäre.“

„Ach was! Sie sind hübsch, haben Ausstrahlung und wenn sie nicht so gierig sind wie mein aktueller Moderator, dann hab ich Sie sogar gern.“

„Wenn ich gierig wäre, könnte ich meinen Job nicht machen“, Asha entschied sie zu mögen.

„Na, es ist Ihre Entscheidung. Was kann ich sonst für Sie tun, Ms. Barlowe.“

„Bitte, nennen Sie mich Asha.“

„Alles klar, Asha. Ich bin Kathrine.“

„Ich komme für Logan Cale her. Er meinte, das er mit Ihnen gesprochen hat.“

„Ah, wegen der Transgeno-Sache. Er wollte sich noch irgendwas ausdenken.“

„Richtig, das hat er auch. Ich habe aber vorher noch eine Frage.“

„Bitte“, forderte Kathrine nickend.

„Wieso sind Sie auf der Seite der Transgenos?“

„Ich mag direkte Leute“, grinste sie und antwortete dann, „Ich denke, das sie nicht so gefährlich sein können, sonst hätten wir schon viel früher von ihnen gehört. Diese Gruppe Militärs, die dafür verantwortlich sind das sie existieren, konnten sie meiner Meinung nach auch nicht so gefährlich machen, dass sie selbst vor ihnen Angst haben mussten. Wissen Sie, Asha, ich bin kein Mensch der vorschnell verurteilt. Damit ich gegen jemanden oder etwas arbeite, muss er, sie oder es mich schon persönlich angegriffen haben – physisch oder psychisch. Da das in keiner Weise der Fall war, bin ich dafür zu erfahren wie sie wirklich sind, statt auf das zu hören, was vermeintliche Experten – die ja auch erst im gleichen Moment von den Transgenos erfahren haben, wie wir anderen auch – sagen. Also haben mein Team und ich entschieden, das wir erfahren wollen, was die Transgenos wirklich machen. Was sie wirklich wollen. In wieweit die veränderten Gene sie von uns unterscheiden. Ich weiß, das es abgedroschen klingt, aber im Endeffekt will ich nur die Wahrheit.“

„Da sind Sie bei mir richtig. Denn die Wahrheit ist mein Job. Logans Idee ist es, das wir – im Klartext ich – hinter einem oder mehreren Transgenos mit einer Kamera hinterher sind und filmen. Damit Sie und alle anderen sehen, was sie tun.“

„Sie sind kein Transgeno?“

Asha lachte kurz auf: „Nein. Das nun wirklich nicht, obwohl ich mir manchmal wünsche, das es so wäre.“

„Warum?“

„Ich kenne sie und mal ehrlich es ist wirklich cool, wenn man schneller, stärker und schmerzunempfindlicher als wir Normalen ist. Wenn ich einen Job mit einem der Transgenos gemacht habe und ich drei Stockwerke hochgehen musste – auf den Treppen - und der Transgeno geht im wahrsten Sinne des Wortes die Wände hoch, könnte ich vor Wut ausflippen, weil ich es nicht kann. Sie sind schon oben bevor ich überhaupt die zweite Stufe genommen habe und das Schlimmste ist, sie geben ständig damit an!“

„Klingt so, als würden Sie sie beneiden.“

„Ach na ja, mal abgesehen von diesen wirklich coolen Fähigkeiten beneide ich sie nicht, denn sie haben die gleichen Probleme wie wir anderen Menschen auch, nur multipliziert mit – na, sagen wir etwa – tausend, bedingt durch die Tatsache, das sie nie sie selbst sein können und wenn sie es doch sind werden sie gejagt. Das finde ich sehr traurig.“

„Ich auch. Sie mögen sie aber?“

„Sagen wir mal so, ich hab nichts gegen sie.“

„Das hört sich ja nicht so nett an.“

„Sie haben mir noch nie was getan oder so. Mal unter uns“, Asha lehnte sich automatisch ein Stück vor, „Auch wenn es nicht gerade zur Imageverbesserung beiträgt, aber sie verstehen nichts von Dankbarkeit. Sie sehen alles als selbstverständlich an. Ich habe ihnen geholfen aus Terminal City raus zukommen. Die letzten zwei Jahre habe ich wenig anderes getan und es kam nicht ein Wort der Dankbarkeit von einem der Transgenos. Logan hat mir gedankt, aber es ging nicht um ihn.“

„Was ist mit dieser Max?“

„Dazu sollte ich wohl nichts sagen“, sie ließ sich zurücksinken, „Max und ich haben ein ziemlich kompliziertes Verhältnis.“

„Bedingt durch...?“

„Interesse am selben Mann“, Asha lächelte, „Früher mal. Ich hab das Feld geräumt nachdem ich festgestellt habe, dass ich gegen sie keine Chance habe. Ich denke, sie ist trotzdem nach wie vor eifersüchtig.“

„Ein Transgeno?“

„Nein. Max hat kein Interesse an ihren Brüdern. Es geht um einen Normalen. Aber das ist Vergangenheit. Trotzdem gehen wir uns so gut wie möglich aus dem Weg.“

„Offene Feindseligkeiten?“

„Übellaunige Ignoranz!“

Sie lachte amüsiert auf: „Okay. Bevor wir zum Geschäftlichen kommen, bleiben wir noch ein wenig hier. Wie sieht’s mit den transgenetischen Männern aus?“

„Bei mir oder generell?“, Asha entspannte sich zunehmend.

„Sowohl als auch, Schätzchen. Ich will alles wissen!“

„Also allgemein kann ich sagen, dass sie gut aussehen.“

„Wie aufschlussreich!“

„Ich weiß. Passen Sie auf, es ist so, das ich die meisten vor der Belagerung nicht kannte und während der Belagerung hatte ich nicht wirklich Zeit mich mit denen auseinanderzusetzen. Ich kenne nur einen von den X-Serien und ein paar Transhumane genauer.“

„Und die X-Serie, hat die auch einen Namen?“

„Alec.“

„Und, ist was zwischen Ihnen und Alec?“

„Ähm, nein.“

„Klingt zögerlich.“

„Ist aber eigentlich nicht nötig. Die Antwort ist nein.“

„Aber bei ihm sind es keine Feindseligkeiten?“

„Nein. Wir verstehen uns, wenn wir uns nicht zu lange sehen.“

„Soll heißen?“

„Am Anfang sind wir immer nett zueinander, dann beginnen wir ein wenig zu flirten und kurz darauf streiten wir.“

„Wahre Liebe?“

„Oh bitte! Nicht doch! Im Gegenteil!“

„Okay. Wenden wir uns dem Thema zu. Wie war das geplant? Sie gehen mit der Kamera hinterher, also sozusagen Amateurvideos oder wollen Sie einen von meinen Kameraleuten haben?“

„Logan und ich denken, das es glaubwürdiger ist, wenn es nicht professionell – im Umkehrschluss gestellt – ist. Wir denken, das Amateurvideos besser sind, denn sie sehen nach zufälligen Beobachtungen aus.“

„Haben Sie eine gute Kamera?“

„Logan hat eine.“

„Okay, ich stelle mir vor, dass wir einen Tag im Leben eines Transgenos dokumentieren. Das bedeutet 24 Stunden Band, aus denen wir das Interessanteste herausnehmen.“

„Das dürfte kompliziert werden.“

„Warum?“

„Kann ich Ihnen nicht so genau erklären. Die Transgenos haben noch immer...ähm, Feinde. Nicht die normalen Menschen in unser aller Umgebung sondern bestimmte Leute die sie jagen.“

„Ich verstehe nicht.“

„Wenn ich es Ihnen erklären würde, würden Sie es nicht nur nicht verstehen, sondern auch nicht glauben. Aber ich kann versuchen einen den ganzen Tag zu begleiten. Nur nicht Max!“

„Wegen Ihren Problemen?“

„Nein, sondern weil Max sowieso schon die Berühmteste ist und nicht gebrauchen kann, das noch mehr Leute sie auf der Straße erkennen, denn sie ist ja auch der große Boss bei den Transgenos und in dieser Position ist es besser, wenn einen nicht alle erkennen an denen man vorbeigeht.“

„Ja, das stimmt“, Kathrine lehnte sich zurück und dachte kurz nach, dann klatschte sie in die Hände, „Also gut! Wir machen Folgendes: Hier ist meine Nummer“, sie schob Asha eine Visitenkarte über den Tisch, „Rufen Sie mich bis morgen Abend acht Uhr an um mir zu sagen, ob Sie einen Transgeno gefunden haben der sich rund um die Uhr begleiten lässt, einen Tag lang. Es muss aber eine X-Serie sein.“

„Warum?“

„Wir nehmen den Menschen erst die Angst vor den normal Aussehenden und dann vor den anderen.“

„Gut.“

„Sollten Sie mich morgen anrufen und keinen gefunden haben, denken wir uns was anderes aus. Einverstanden?“

„Einverstanden!“, Asha stand auf, „Dann werd ich mich mal auf die Suche machen, obwohl ich befürchte schon zu wissen wer sich freiwillig melden wird.“

„Alec?“

„Ja. Mal sehen, vielleicht finde ich ja noch einen Grund warum er das nicht machen kann.“

Kathrine war ebenfalls aufgestanden und schüttelte Asha nun die Hand: „Hat mich gefreut Sie kennen zu lernen, Asha. Wirklich. Hat Spaß gemacht.“

„Mir auch. Darf ich Ihnen wegen dem Moderator einen Tipp geben?“

„Natürlich! Alles ist willkommen.“

„Setzen Sie ihm für ein paar Tage einen Co-Moderator zur Seite, ohne irgendwelche weiteren Kommentare, nach dem Motto das ein Neuer ausgebildet wird oder so. Sagen Sie gar nichts dazu, lassen Sie ihn seine eigenen Schlüsse ziehen und um seinen Job nicht an den Neuen zu verlieren wird er sehr viel fügsamer sein.“

„Das werde ich ausprobieren. Danke.“

„Kein Problem“, Asha warf ihr noch ein Lächeln zu, „Wir hören uns dann morgen im Laufe des Tages.“

„Gut. Bis dann.“

Asha verließ das Büro und zückte draußen vor dem Gebäude ihr Handy.

„Cale“, meldete sich Logan am anderen Ende.

„Ich bin jetzt bei Channel-12-Seattle fertig. Wo bist du?“

„Terminal City.“

„Ich komme hin.“

„Bis gleich.“

Asha legte auf und machte sich auf den Weg zu ihrem Pick-up. In Terminal City hatte Mole Wache am Tor. Er erkannte sie und ließ sie ohne weiteres passieren. In der großen Kommandozentrale war ungeachtet der Tatsache, dass alle Transgenos nun frei waren, Hochbetrieb. Logan saß auf der Galerie. Asha ging zu ihm: „Hey.“

„Hallo. Wie war’s?“

„Gut. Nette Frau.“

„Hat sich am Telefon auch so angehört. Macht sie es?“

„Sie will, dass wir 24 Stunden Band abliefern. Ein Tag im Leben eines Transgenos.“

„White!“

„Ich hab so eine Andeutung gemacht, andererseits wie wahrscheinlich ist es, das er uns ausgerechnet an diesem einen Tag dazwischenfunkt?“

„Zur Not drehen wir einen Tag später noch mal“, überlegte Logan laut.

„Genau. Die Frage ist nur, mit welchem Transgeno wir es machen. Kathrine Reyes hat vorgeschlagen, das wir die Normalen erstmal an die X-Serien gewöhnen, danach zeigen wir dann das sich die Transhumanen nicht so sehr von den X-Serien unterscheiden und daher auch nicht gefährlicher sind.“

„Von mir aus. Ich würde Max vorschlagen. Wäre am Logischsten.“

„Finde ich nicht. Max sollte weiterhin so unerkannt wie möglich in der Öffentlichkeit bleiben. Sie kann nicht...“

„Sie kann für sich selbst sprechen!“, fauchte eine Stimme hinter Asha.

„Max!“, knurrte Alec und warf der blonden Frau ein charmantes Lächeln zu, „Hey, wie geht’s?“

Asha ignorierte ihn und sah Max an: „Kannst du mir mal sagen woher ich wissen soll, das du hinter mir stehst? Leg los, sprich für dich selbst!“

„Worum geht’s?“, wollte Alec wissen.

„Genau!“, knurrte Asha und wandte sich wieder an Logan, „Max ist für ihre Aufgabe im Kreis der Transgenos sowieso schon viel zu bekannt. Jemand anderes sollte es machen.“

Logan nickte nachdenklich: „Stimmt. Na schön“, er sah die beiden Transgenos an, „Setzt euch.“

„Was ist los?“, Alec sah die beiden fragend an.

Nachdem Logan Asha zugenickt hatte, begann sie: „Also, Logan hatte die Idee das wir einem Fernsehsender, der auf der Seite der Transgenos steht, Videobänder zukommen lassen sollten auf denen zu sehen ist, das die Transgenos keine Monster sind. Ich hab mich gerade mit Kathrine Reyes, der Programmchefin von Channel-12-Seattle, getroffen und das besprochen. Sie möchte, das wir eine Art Dokumentation drehen, allerdings als Amateurvideo.“

„Worüber?“, brummte Max.

„Ein Tag im Leben eines Transgenos. Soweit der Arbeitstitel. Ich – oder einer meiner Leute – wird einen von euch den ganzen Tag mit einer Kamera verfolgen und wir hoffen dann, das sich etwas ergibt, bei dem der Transgeno den Helden spielen kann, aber selbst wenn sich nichts ergibt, hoffen wir noch vielmehr das White uns nicht in die Quere kommt.“

„Warum? Dann sehen sie, wie wir die bösen Buben ausschalten“, mischte sich Alec ein.

„Falsch, mein Schatz, sie werden sehen wie ihr einen vermeintlichen Normalen der auch noch von der - wars CIA oder NSA? – jedenfalls von der Regierung ist, tötet“, erklärte Asha.

„Punkt für dich. Also hoffen wir, dass es ein Video ohne White gibt. Wer soll der Verfolgte sein?“

„Du“, erklärte Logan.

Da Asha eher befürchtet hatte, das Alec sich ins Rampenlicht stellen wollte, war sie von seiner Antwort überrascht: „Nein. Ich will das nicht machen.“

„Warum?“

„Ich hab keine Lust als Muster-Transgeno durch die Welt zu laufen.“

„Du könntest eine Menge Frauen kennen lernen“, versuchte Max ihm die Sache schmackhaft zu machen.

„Ich kenne genug Frauen. Danke.“

„Aber...“, setzte Logan wieder an.

Asha schnitt ihm das Wort ab: „Warum wollt ihr ihn zwingen? Es gibt genug Transgenos! Alec, kannst du mal rumfragen, wer Interesse daran hätte? Ich müsste bis morgen Nachmittag Bescheid wissen.“

Er nickte: „Mach ich. Werd gleich mal losgehen“, er nickte Logan zu, lächelte Asha an und blickte dann zu Max, „Sei nett.“

„Wie immer.“

„Das befürchte ich!“

„Sie braucht nicht nett sein“, erläuterte Asha, „Ich gehe nämlich auch.“

„Wohin?“

„Wohin wohl, Logan? Ins Hauptquartier. Es gibt da immer noch die Sache mit dem Waisenhaus!“

„Welches Waisenhaus?“

„Nichts weiter, Alec. Nur einer meiner Jobs“, sie winkte und verschwand.

Fortsetzung folgt...
Review schreiben