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Die Vampir-Heilung

GeschichteMystery, Liebesgeschichte / P12 / Gen
05.09.2007
20.10.2007
12
22.593
 
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Dieses Kapitel
4 Reviews
 
 
05.09.2007 1.410
 
Hier kommt mal wieder eine Story von mir, die ich schon vor ein paar Jahren fertiggestellt hatte. Ich mußte mir nur mal die Mühe machen, sie vom Papier in meinen PC zu bringen. Ich hoffe, sie findet Gefallen und Ihr beehrt mich mit dem ein oder anderen Review.
Auch hier spielt wieder meine bekannte Shirley mit!
Viel Spaß beim Lesen! *Schokokuchen und Kaffee hinstell*


Kapitel 1:
Der Vollmond schien vom sternenklaren Himmel, das fahle Licht erhellte die nassen Straßen. Es hatte aufgehört zu regnen und Shirley war auf dem Weg in eine neue Disco. Sie hatte vor ein paar Tagen in einer U-Bahnstation zufällig gehört, wie sich ein Pärchen darüber unterhalten hatte. Offensichtlich sollte es keiner mitbekommen, doch sie hatte hinter einer dünnen Werbewand gestanden und so jedes Wort verstanden. Die Frau hatte dem Mann erklärt, wie er dorthin kommt, denn es gab keinen offiziellen Eingang. Das machte die Sache erst recht interessant…
Shirley hatte gerade eine nervenaufreibende Beziehung hinter sich, deshalb wollte sie einfach mal wieder frei sein. Dafür eignete sich ein Discobesuch mit guter Musik am besten. Der Eingang befand sich im Hinterhof neben einer Lagerhalle. Die Tür führte in ein Kühlhaus, in dem Fleisch lagerte. Es war ein ungutes Gefühl, an den aufgehängten Schweinehälften vorbeizugehen und Shirley ging schnell und mit verschränkten Armen weiter. Man konnte bereits die Bässe der Techno-Musik hören. Sie war fest entschlossen, sich den Laden anzusehen, wenn er nichts taugte, konnte sie jederzeit gehen. Vor ihr war noch ein Pärchen auf dem Weg in die Disco, jedoch hatte Shirley den Eindruck, als verberge die Frau etwas vor ihm und er machte einen naiven Eindruck. Dann standen sie vor einer Wand und ein Türsteher öffnete die schwere Eisentür. Shirley huschte hinter dem Pärchen hinein.
Drinnen war es ziemlich dunkel, von der Decke strahlten ein paar wenige Rot- und Schwarzlichtlampen. Auf der linken Seite stand der Discjockey auf einem Podest und auf der rechten Seite befand sich eine große Bar. Die Tanzfläche war groß, rundherum befanden sich nur wenige Sitzplätze, die, ebenso wie die Tanzfläche, gut besetzt waren. An der gegenüber liegenden Seite des Raumes verlief über die gesamte Länge der Tanzfläche eine Empore aus Metall mit Geländer, zu der auf jeder Seite eine kurze Treppe führte. Zwei Türen befanden sich dort oben und Shirley vermutete, daß nur bestimmte Leute sich dort aufhalten durften, denn es standen nur vereinzelt Leute dort und vor jeder Tür ein bulliger Typ mit verschränkten Armen. Es kam ihr etwas seltsam vor und sie beschloß daher, diese Seite einmal im Auge zu behalten. Im Moment kümmerte sie sich jedoch nicht weiter darum, sie war ja schließlich zum Tanzen hergekommen.
Als das nächste Lied mit einem schnellen Rhythmus begann, ging sie zwischen die tanzende Menge. Sie trug eine dunkelblaue Jeans mit Schlag und eine kurze weiße Bluse. Die blonden Haare hatte sie hochgesteckt und dezente Schminke betonte ihre Gesichtszüge. So gefiel sie sich und strahlte das auch aus. Die Musik war einheitlich nach ihrem Geschmack und sie tanzte über eine Stunde am Stück. Dann entschloß sie sich, an die Bar zu gehen und etwas zu trinken. Shirley stellte sich an den Tresen und blickte in die Getränkekarte. Die Auswahl war groß und sie bestellte ihren liebsten Cocktail „Mai Tai“. Während er zubereitet wurde, fiel ihr Blick auf einen Kühlschrank rechts in der Ecke, in dem nur Flaschen mit dunkelrotem Inhalt standen. Shirley mußte unwillkürlich an Schweineblut denken, nachdem sie vorhin an den Fleischhälften vorbei gegangen war, verwarf jedoch den Gedanken schnell wieder. Als ihr Cocktail vor ihr stand, ging sie an den Rand der Theke und trank gemütlich. Er war sehr gut gemixt mit einem ordentlichen Schuß Rum. Sie ließ den Blick durch den Raum wandern und hatte von hier aus eine gute Sicht. Die Technorhythmen spürte sie im Bauch und das Licht wechselte immer wieder die Farben. Wieso war das eigentlich keine offizielle Discothek?
Gerade als sie gedankenverloren den Kopf drehte, blieb ihr Blick an einem jungen Mann haften, der sie auf der Stelle aus ihren Gedanken riß. Starr blickte sie in seine Richtung. Er stand auf der Empore gegenüber und redete mit einem anderen Mann. Shirley gelang es nicht, ihren Blick von ihm abzuwenden, er sah zu faszinierend aus. Er war von mittlerer Größe, sehr schlank und trug eine schwarze Lederhose sowie ein dunkelblaues Satinhemd. Sein Gesicht war schmal, die Wangenknochen schön geformt und die dunkelblonden kurzen Haare waren leicht zerzaust, wobei einige Strähnen über seine Stirn bis fast in die Augen hingen.
„Der gefällt dir wohl, was?“ riß jemand sie aus ihren Gedanken. Sie blickte nach rechts, wo ein kräftiger Kerl mit langen roten Haaren stand und sie breit angrinste. Da er auf Shirley sofort unsympathisch wirkte, ging sie gar nicht darauf ein und widmete sich ihrem Cocktail.
„Er ist etwas ganz besonderes“ stichelte der Kerl neben ihr weiter, „oder hast du das etwa schon bemerkt?“
Irritiert sah sie ihn wieder an. In der Hoffnung, das Gespräch damit beenden zu können und er den Wink verstehen würde, sagte sie nur kurz: „Er sieht sehr gut aus, im Gegensatz zu den meisten hier!“
Doch er ignorierte ihre Bemerkung völlig und sagte stattdessen: „Willst du ihn kennenlernen? Ich kenne ihn gut und könnte euch zusammenführen… oder willst du vielleicht mich näher kennenlernen?“
Ganz bestimmt nicht, dachte Shirley. „Nein danke, weder noch“ antwortete sie. „Daß jemand gut aussieht, heißt nicht, daß man ihn gleich heiraten muß!“
Der Rothaarige grinste sie nur an, ihr Blick wurde finster. „Wenn Sie noch was zu sagen haben, tun Sie es jetzt und hören Sie auf, mich anzugrinsen!“
Einen Augenblick passierte gar nichts und Shirley wurde langsam wütend. Dieses dämliche Grinsen!
„Glaubst du an Vampire?“ fragte er plötzlich.
Nun mußte sie grinsen. „Nein. Ich sehe gerne Vampir-Filme, aber…“ sie schüttelte lachend den Kopf. Der Typ war ja völlig verrückt, dachte sie.
Der Rothaarige rückte etwas näher und sprach leiser, dabei erlosch sein Grinsen. „Willst du einen Vampir kennenlernen?“
Shirley sah ihn halb skeptisch, halb böse an. „Solch eine dämliche Anmache habe ich noch nicht erlebt!“
Der Rothaarige deutete mit dem Kopf auf den Kühlschrank mit den roten Flaschen. „Was glaubst du wohl, was da drin ist?“
Sie zog gelangweilt die Augenbrauen hoch. „Wahrscheinlich Kirschsaft, sieht aber aus wie Blut, soll das…“
„Es ist Blut“ fiel er ihr ins Wort. „Willst du kosten?“
Sie sah ihn scharf an und fragte sich, ob er unter Drogen stand, das wäre in der Techno-Szene nicht unüblich. „Hören Sie, ich möchte den Abend und die Musik genießen und mich nicht auf unsinnige Diskussionen einlassen, die sowieso zu nichts führen. Das hatte ich lange genug!“
Nun war ihr Gegenüber es, der für einen Moment irritiert aussah. Doch er fing sich schnell wieder. „Ich habe einen Beweis…“
Shirley fuhr ihn an: „Hören Sie auf mit diesem Mist, ich sage es jetzt zum letzten Mal!“
Sie wollte sich gerade umdrehen und gehen, da hielt er ihr einen kleinen viereckigen Spiegel vor die Nase. „Nur einen Blick und ich verschwinde!“
Mißtrauisch und mit verärgertem Blick nahm sie langsam den Spiegel in die Hand. Zu sich selbst sagte sie, auf was für einen Quatsch sie sich da eigentlich einließ. Sie drehte den Kopf um sich zu vergewissern, daß der gutaussehende Typ noch drüben auf der Empore stand. Dieser diskutierte weiterhin mit seinem Gegenüber. Shirley wandte sich wieder um und hielt den kleinen Spiegel so vor das Gesicht, daß sie die Empore gegenüber sehen konnte. Sie sah genau hinein und schwenkte ihn leicht hin und her. Der Rothaarige grinste weiterhin breit. Sie drehte sich um, dort stand er noch und redete. Doch das Spiegelbild zeigte ihr tatsächlich einen Mann, der scheinbar Selbstgespräche führte. Sie wandte sich abermals um und stellte verblüfft, fast entsetzt fest, daß der Gutaussehende im Spiegel tatsächlich nicht zu sehen war. Shirley blickte den Rothaarigen an und fragte: „Ist das ein Trick?“
Der schüttelte langsam den Kopf, sein Blick wurde ernst. Er griff in seine Hosentasche, holte einen kleinen Zettel heraus und legte ihn vor ihr auf die Theke. Auf dem Zettel stand lediglich eine Internetadresse. „Wenn du dich für ihn interessierst, informiere dich vorher…“ Und mit diesen Worten verschwand er schließlich in der Menge.
Shirley stand da und starrte ihm nach. Vampire? Sollte es die wirklich geben? Gab es sie jemals? Sie schüttelte den Kopf, weil sie es für abwegig hielt. Der Spiegel war bestimmt nur ein Trick gewesen. Dann fiel ihr Blick auf den Zettel. Sie steckte ihn ein, trank ihren Cocktail aus und verließ die Disco.
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