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Bettnachbar

GeschichteAllgemein / P12 / MaleSlash
Drake Parker Josh Nichols
02.09.2007
12.07.2010
3
4.019
1
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02.09.2007 1.418
 
Hallöle~
Jah, es hat VERDAMMT lange gedauert... Aber ich hab kein Nick mehr seit dem Umzug *wein* Und i-wie bin ich ein wenig davon abgekommen... Naja, jedenfalls hier eine (hoffentlich) langersehnte Fortsetzung!
Enjoy the Show!

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Etwas berührte seinen Arm. Wieder.
Murrend zog Drake seinen Arm weg.
Das nervige Etwas berührte ihn wieder am Arm. Und schon wieder.
Sein lauter werdendes Knurren half jedoch nichts und auch als er sich zur Seite drehte.
Irgendwann hörte es auf. Na endlich.
Plötzlich war da etwas unsagbar Kaltes in seinem Gesicht, nein auf seiner Wange, das ihn in sekundenschnelle schreien ließ.
Keuchend saß der Brünette aufrecht im Bett. Da sah er den Übeltäter vor sich.
„Josh, was zur Hölle sollte das?“
Sein Bruder stand mit dem Morgenkiller, der kalten Limoflasche, vor ihm und grinste. „Wenn du nicht aufstehen willst, ist das nicht mein Problem. Komm schon, es gibt Frühstück.“ Ohne weitere Kommentare verschwand er aus dem Zimmer.
Das konnte doch nicht wahr sein! Seufzend rieb Drake sich übers Gesicht. Es gab… Frühstück? Hatte er das richtig gehört? Er hatte die Nachricht von Josh nicht gehört, weil er… Oh mein Gott, weil er wirklich seinen Bruder angestarrt hatte! Josh hatte auch zu gut in dem schwarzen Hemd und Jeans ausgesehen… Gut dass sie zu Hause waren, denn das war peinlich, einfach nur unreif.
Mühsam quälte er sich aus dem Bett. Socken... Wo waren denn jetzt seine Socken verdammt… Mit kleinen Augen suchte Drake nach einem neuen Sockenpaar, um die Treppe zum Frühstückstisch hinunter zu tappen.
„Morgen…“
„Morgen!“, begrüßte ihn sein Stiefvater freudestrahlend über den Rand seiner Zeitung hinweg.
Drake pflanzte sich auf seinen Stuhl. Himmel, wie er diese ‚Gute-Laune-Stimmung’ morgens hasste.
„Cornflakes“, grunzte er, während er sich schon Milch einschenkte.
„Das geht auch freundlicher und in ganzen Sätzen“, tadelte seine Mutter ihn.
Drake seufzte. „Bekomm ich bitte die Cornflakes?“
„Geht doch“, lächelte seine Mutter ihn an.
Genau DAS hasste er. Und dazu kam noch der Hausarrest… Hurra.
Ein Rumpeln störte seine sarkastische Stimmung. Josh war die Treppe herunter gepoltert: „Hat jemand mein Referat für Biologie gesehen? Ich finde es nirgendwo…“ Panisch durchwühlte er den Zeitungsständer und hob sogar einige pflanzen hoch, fand aber nichts.
„Hast du mal in deinem Rucksack nachgeguckt?“, brummte Drake, während er sich seine Cornflakes einverleibte. „Warum schiebst du so ne Panik? Du hast doch noch Zeit.“ Schließlich hatten sie erst zur 2. Stunde Unterricht.
„Da hab ich schon gesucht, da ist es nicht!“, schnatterte Josh und machte einen bemitleidenswerten Eindruck als er einen Flunsch zog. „Du hast es doch gesehen, Drake. Wo hatte ich es das letzte Mal?“
Mit einem genervten Seufzen stand sein Bruder auf und erklärte sich bereit, ihm zu helfen. Es war nicht auszuhalten, wenn Josh so eine Panik veranstaltete. Wegen Schule. Also echt.
Nach einer sehr langen Suche die sich vom Wohnzimmer über das Schlafzimmer und sogar über das Bad ausdehnte, sanken beide erschöpft auf dem Sofa zusammen.
„Verdammt, wir haben mein Referat immer noch nicht gefunden…“, jammerte Josh und schlug die Hände über dem Kopf zusammen.
Drake schaute auf die Uhr. Sie mussten sich langsam auf den Weg machen, sonst kamen sie zu spät. „Sie es positiv: Durch diese Suche haben wir meine verschollen geglaubte DVD von ‚Driller Killer – Der Bohrmaschinenmörder’ wieder gefunden.“ Er erntete dafür nur einen bösen Blick. „Sag Mal, was war denn das Thema deines Referats? Vielleicht kannst du es aus dem Stehgreif vortragen…?“
Deprimiert nahm Josh sich seinen Schulrucksack und ging mit Josh zur Tür. „Nein, das schaff ich nicht, dafür ist das Thema zu komplex. Es ging um ’Transmissible spongiforme Enzephalopathien’“, erklärte er und stieg ins Auto.
Drake setzte sich auf den Beifahrersitz. „Was für ein Ding bitte? Entschuldigen Sie die außerordentlich dumme Frage, Herr Professor.“
„’Transmissible spongiforme Enzephalopathien’. Es hat etwas mit BSE zu tun.“
Die Stirn des Brünetten legte sich in Falten. „Warte Mal…“
Kurz sah Josh ihn an, schaute dann aber wieder auf die Straße. „Was? Ist dir was eingefallen? … Jetzt sag nicht, dass du etwas mit dem Verschwinden zu tun hast.“
Als gäbe es nichts Spannenderes als die Fensterscheibe starrte Drake hinaus. Ein schwer genervtes Seufzen erfüllte das Auto.
Doch Josh sagte nichts, sondern parkte schweigend und machte sich auf zum Unterricht.

Eigentlich war Unterricht interessant und lehrreich.
Heute natürlich auch. Aber…
Verdammt, Drake hatte sein Referat verschlampt! Wut stieg in Josh hoch. Dieser Trottel! Wer weiß, wofür er es gebraucht hatte… In Gedanken sah er seinen Bruder vor sich, wie dieser gedankenverloren Comics auf die Seiten malte, für die er – der eindeutig fleißigere Schüler von ihnen – eine ganze Woche allein an Recherche gebraucht hatte. Jetzt war die Arbeit futsch. Vielleicht war die Datei ja noch irgendwo in den Untiefen seines Laptops wenn er Glück hatte, denn erst vorgestern hatte er seinen PC mal wieder richtig entrümpelt.
Er versuchte sich wieder auf Mathematik zu konzentrieren, doch es fiel ihm schwer. Ständig dachte er daran, wie mies die letzten Tage doch gewesen waren: Er hatte Hausarrest. Dann das mit Drakes Bett. Sein Referat war abhanden gekommen. Und heute Nachmittag mussten sie noch in den Möbelmarkt fahren. Was wohl eines der größeren Probleme war, denn sicherlich sah Drake dies als Chance einfach mal wieder raus zu gehen (und natürlich kein Bett zu kaufen) um den Hausarrest zu umgehen. Aber nicht mit ihm!
In der Pause würde er Drake seine Meinung sagen und ihn wenn nötig zwingen, das Bett zu kaufen.
„Josh?“
Der Schwarzhaarige blinzelte als er von seiner Lehrerin angesprochen wurde.
„Es hat schon längst zur Pause geläutet, möchtest du nicht gehen?“
„A-aber natürlich, Entschuldigung.“
Er zog die Tür hinter sich zuzog, kam sein Ärger wieder hoch. Drake, dieser –!
Drake saß allein an einem Tisch in der Cafeteria, was an ein Wunder grenzte. Kein Mädchen an seiner Seite. Seltsamer Anblick. „Drake!“
Der Braunhaarige hatte gerade in sein Baguette gebissen und bewegte sich nicht groß, um seinen Bruder anzusehen. „Hmpf?“
„Du hast hoffentlich noch im Hinterkopf, dass wir heute ein Bett für dich kaufen gehen“, sagte Josh und setzte sich seinem Stiefbruder gegenüber.
„Hm“, nickte Drake und schluckte. „Wieso erinnerst du mich daran? Du tust ja gerade so, als würde ich ständig solche wichtigen Dinge vergessen!“
Er fing sich einen wortlosen Widerspruch ein. Josh zog die Augenbraue hoch.
„Ja, okay“, räumte Drake ein, „mach nicht so einen Wind. Ich warte auf dich nach Spanisch vor deiner Klasse.“
Josh stutzte. Seit wann war Drake so pflichtbewusst und wartete auf ihn, wo er doch die letzte Stunde frei hatte? Und seit wann wusste sein vergesslicher Bruder, dass er Spanisch hatte? Er hatte sich doch noch nie für ihn interessiert, außer Drake wollte etwas schnorren.

„Gut, dann hören wir jetzt den Vortrag von Josh. Komm bitte nach vorn.“
Drake sah zu seinem Bruder, der verlegen zu Boden schaute. „Es tut mir Leid, ich habe den Vortrag nicht dabei…“
„Darf man erfahren, warum?“
„Also.. ich hab ihn –“
Er wusste nicht so Recht, was ihn geritten hatte, aber der Brünette war aufgestanden. „Ich hab es verschlampt.“ Er spürte, wie alle Blicke auf ihm lagen, auch Joshs verwunderter Blick. „Geben sie mir den Eintrag für nicht gemachte Hausaufgaben.“

Mein Gott, was war heute nur mit ihm los?
Drake fuhr sich durchs Haar.
Erst das Geständnis, dass er Joshs Referat verpatzt hatte. Und jetzt hatte er allen Ernstes seine Worte aus der Pause eingehalten.
Hier stand er nun vor dem Spanischraum und wartete die letzten fünf Minuten.
Er erkannte sich selbst nicht wieder.
Eigentlich wäre er jetzt zum Auto gegangen und wäre einfach nach Hause gefahren. Oder hätte sich mit Melissa getroffen. Oder Sandy. Doch da war noch die Sache mit dem Hausarrest. Würde er jetzt ausgehen, bekäme er noch mehr Freiheitsentzug.
„Oh Mann…“, stöhnte Drake genervt und setzte sich in Bewegung. Seit wann machte ihm so eine banale Sache so zu schaffen?
In Gedanken versunken merkte er nicht, wie es läutete und ihm jemand hinterher rief. Erst als ihm jemand die Hand auf die Schulter legte, sah er auf.
„Drake! Wo willst du hin?“
„Nach Hause“, antwortete er wahrheitsgemäß.
Entrüstet versperrte Josh ihm den Weg. „Nein, wir gehen ein Bett kaufen. Du hast es mir versprochen!“
„Versprechen kann man sich immer Mal…“
„Tze. Was ist bloß los mit dir?“, murmelte Josh und nahm Drake die Autoschlüssel weg, eher dieser den Wagen aufschließen konnte. „Ich fahre.“
Drake zuckte nur mit den Schultern und sah während der Fahrt nur gelangweilt aus dem Fenster.

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Btw, 'Driller Killer - Der Bohrmaschinenmörder' gibt es wirklich. Mein Sitznachbar in Physik hat mir davon erzählt, soll so ein seltsamer Splatterfilm sein xD Kennt den jemand?
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