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Say the Truth

von Anfang
Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P16 / Gen
Itachi Uchiha Naruto Uzumaki Orochimaru Sakura Haruno Sasuke Uchiha Tsunade
31.08.2007
09.11.2008
15
35.198
4
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Dieses Kapitel
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31.08.2007 925
 
Er behielt geradezu krampfhaft seine nichtssagende Mine aufrecht. Diese verharrte nun schon so lange auf seinem Gesicht, dass er meinte sie habe sich dort eingekeilt.
Das schummrige Licht einer Fackel warf zuckende Schatten auf das beinah abnormal blasse Gesicht. Sie spendete ebenso wenig Wärme wie Licht und so war es in der Höhle, in der er sich befand bitterlich kalt.
Ihm war fast danach seine eigene Dummheit zu belächeln. Es war eine Schmach für seinen Stolz sich diese Schwäche eingestehen zu müssen.

„Sasuke.“ Angesprochener hob langsam den Kopf sodass ihm einige schwarze Strähnen fettigen Haares ins Gesicht fielen. Er hatte die sich nähernden Schritte nicht einmal bemerkt. Geschweige denn eine fremde Anwesenheit.

„Orochimaru“, bemerkte er kühl. Desinteressiert blickten fast schwarze Augen in ein markantes Gesicht, das eindeutig ein Lächeln zeigte. Oder eher eine emotionslose Fratze, die vom flackernden Fackelschein besonders als solche untermalt wurde.

„Genießt du meine Gastfreundschaft?“ Der Spott war eindeutig und nicht zu überhören, doch Sasuke ließ sich davon nicht beeindrucken.

„Aufs Äußerste. Ich werde wohl vorerst keine Klimaanlage gebrauchen, danke.“ Tatsächlich spürte Sasuke einen kurzen Anflug von Genugtuung, als er eine schmale Augenbraue hinaufschnellen sah, bevor sie in dem Moment indem er begriff wieder hinab sank.

„So stolz wie immer. Und dann dieser Zynismus.“ Orochimaru paarte einen gespielt resignierten Seufzer mit einem Kopfschütteln, wogegen eine Reaktion Sasukes gänzlich ausblieb.

„Stolz ist das Einzige, was einem bleibt.“ Sein Blick wanderte zum Höhleneingang. Dunkle Schatten und Konturen wiegten im Nachtwind, lockten Sasuke mit dem süßen Duft von Freiheit. Unerreichbarer Freiheit.
Egal, wie unheimlich es dort aussehen mochte, egal, wie gefährlich es dort sein mochte, Sasuke hätte vieles darum gegeben, sich jetzt dort draußen den würzigen Geruch von Harz um die Nase wehen zu lassen. Selbst wenn er es mit dem Wind von Flucht in den Haaren hätte tun müssen.

“Sicherlich, Uchiha. Ich wünsche dir noch einen schönen Aufenthalt. Keine Sorge er wird nicht mehr lange dauern.“ Leise gesprochen und doch so laut wie ein Peitschenhieb der Sasuke immer noch in den Ohren dröhnte. Ein letztes Zischen und ein hohles Auflachen, bevor er sich zum Gehen wandte und mit wippender Schleife gen Ausgang schritt. Jener leuchtete kurz blau auf und mit einem Sprung war er in den Weiten es Waldes verschwunden.

Ein weiterer Seufzer. Es war nur ein Jutsu. Ein simples Jutsu das ihn vom Gehen abhielt.

Der Höhleneingang war flankiert von zwei Wachen, die ihr Chakra konzentrierten und wohl jeden, der es wagte, durch das Tor treten, grillen würden.
Seufzen. So einfach und so wirkungsvoll, dass es Sasuke beinahe grausam demütigend vorkam, sich nicht befreien zu können.

Er richtete den Blick zurück auf den Boden. Ja, er lächelte und ja, er lächelte über sich selbst. Er lächelte mit dem gleichen Zynismus, der ihn für seine jungen Jahre auszeichnete.

Er war so besessen gewesen. So besessen von dem Willen seinen Bruder zu töten, dass er sich manchmal wirklich vor sich selbst erschreckt hatte. So besessen von dem Wunsch zu rächen, dass er auf die mit zarter Stimme frohlockenden Angebote eingegangen war, die eigentlich keine waren. Er war so geblendet von der Aussicht auf Blut, dass er das hinterhältige Hervorzüngeln der gespaltenen Schlangenzunge nicht einmal bemerkte, welches in geradewegs hinein in sein Verderben geleitet hatte und nun saß er da, in der Vorstation Hölle Nummer 1, wie man es ihm prophezeit hatte. Im Moment wünschte sich Sasuke doch gewisse Parallelen zur richtigen Hölle denn hier was er einzig und allein die Kälte die durch seine zerrissene und teils schmutzige Kleidung drang und ihm das Gefühl gab, innerlich langsam zu verbrennen.

Seine Situation war so lächerlich verzwickt und er hielt sich nun zum Dutzendsten mal vor, dass es seine Schuld war. Er hoffte schon lang nicht mehr auf Hilfe, von wem auch.
Er lehnte sich gegen die feuchte Felswand und lauschte dem Züngeln der Flammen, dem Rauschen der Bäume und dem fast übertönten Summen des Chakratores. Er verfluchte sich und doch hatte er schon mit sich selbst abgeschlossen.

Er hätte vielleicht von Anfang an wissen müssen, dass es Orochimaru nur um seinen Körper ging, dass er in ihm nie einem wahren Verbündeten gefunden hatte, doch wieder hatte ihm die Sucht nach Blut die Sicht genommen.
Er war blind gewesen. So blind, dass er den Freund zu einem Feind ernannt hatte. Des Öfteren hatte er sich gefragt, was wohl aus ihm geworden war, ob er wohl schon seinen Traum erreicht hatte und Dergleichen.
Dinge, die ihm eigentlich egal zu sein hatten und manchmal, in einsamen Nächten überkamen ihn Zweifel und Schuldgefühle an seiner Handlung.

Er war wie im Rausch gewesen. Er hatte ihn durchflutet, er hatte ihm die Macht gegeben die er immer wollte. Er hatte die Mittel, er hatte die Kraft aber er hatte Gefühle.
Gefühle, die an einem toten Platz wie Sasukes Herzen nichts mehr verloren hatten und er war wieder geblendet von dem Wunsch, den Weg zu seinem Bruder frei zu machen.
Und das, was sich nun beinah vor Kälte zitternd gegen die Höhlenwand lehnte war schlussendlich aus ihm geworden. Ein Verstoßener. Von beiden Seiten. Ein wertloser Körper ohne Zuflucht.

Er schloss die Augen. Es war zwecklos sich den Kopf darüber zu zerbrechen Es würde sowieso bald zu spät sein und mit diesem letzen Gedanken ließ er sich vom Schlaf übermannen, der ihn mit warmen und sanften Händen in sein Reich aufnahm. Möglicherweise der einzige Ort, an dem er noch willkommen war...

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Nur der Prolog.
Lassen wir die Story beginnen ^^

YourOwnEmoKid
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