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Sole Survivor

von Celebne
Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer / P12 / Gen
Dilios Queen Gorgo
27.08.2007
27.08.2007
1
1.146
 
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Disclaimer: Die Personen meiner Geschichte gehören Frank Miller, bzw. Warner Bros. . Mir gehört nichts, nur meine Phantasie. Ich verdiene mit dieser Geschichte kein Geld, sondern schreibe nur aus Spaß an der Freude.


Sole Survivor



Kapitel 1: Rufmord

Dilios handelte so, wie es ihm sein König aufgetragen hatte: er war nach Sparta zurückgekehrt und hatte vor der Ratsversammlung von den glorreichen Taten der Spartiaten an den Thermopylen berichtet. Ergriffen hatte ihm die alten Ratsherren in der großen Halle zugehört, und im Laufe seiner Erzählung hatten sich immer mehr Leute von der Straße dazugesellt. Es war so still gewesen, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören.

Dilios atmete auf, als sein Werk vollbracht war. Er war totmüde und seine zahlreichen Wunden mussten endlich richtig behandelt werden. Er packte Speer und Schild, und machte sich auf den Weg zu seinem Haus, welches am Rande der Stadt lag. Er spürte, wie ihn die Menschen auf den Straßen der Stadt begafften, und es waren nicht nur bewundernde Blicke dabei.
„Seht, da kommt der Aufschneider!“ zischte eine leise Stimme boshaft aus der Menge.
Dilios traute seinen Ohren kaum: war das der Dank der Spartaner für seinen heldenhaften Einsatz an den Thermopylen? Er ging langsam weiter und tat so, als hätte er diese schändlichen Worte nicht gehört. Als er den Eingang zu seinem Haus erreicht hatte, huschte ein kurzes Lächeln über sein bärtiges Gesicht.

Eunyke, seine Gemahlin, öffnete freudig die Tür. Sie war Ende dreißig,  sah aber immer noch blendend aus mit ihren pechschwarzen Locken und dem Schmollmund.
„Dilios, du bist zurück, den Göttern sei Dank!“ stieß sie erleichtert aus und umarmte Dilios.
„Wenigstens Eine, die sich freut, dass ich da bin“, bemerkte der blonde Krieger sarkastisch und schlich in das Haus hinein.
Seine Gemahlin folgte ihm mit fragendem Blick.

Er stellte Schild und Speer an der Wand ab und setzte sich vorsichtig auf einem Hocker. Eunyike nahm ihm den zerrissenen roten Mantel ab.
„Du hast tapfer gekämpft, Dilios“, stellte sie bewundernd fest. „Dein Körper ist voller Wunden. Und was ist mit deinem Auge?“
„Es wurde mir ausgestochen im Kampf“, sagte der Krieger bitter lächelnd. „Ich danke den Göttern, dass sie so großzügig waren und mir zwei Augen gegeben haben. Diesen Verlust kann ich verschmerzen.“
Eunyke entfernte den provisorischen Verband von seinem Auge und besah sich die Verletzung genauer.
„Das Auge ist wirklich nicht mehr zu retten“, sagte sie erschrocken. „Der Heiler muß sich das ansehen. Es ist alles entzündet. Unser Sohn soll den Heiler holen.“

Der fast zwanzigjährige Tarcos trat in das große Gemach. Er sah mit seinen blonden Haaren seinem Vater sehr ähnlich. Er war jedoch ein wenig größer als er. Wie alle Spartiaten trug er nur eine kurze Hose aus Leder und weiter nichts. Sein Körper war schon fast genauso gestählt wie der seines Vaters. Als er seinen Vater erblickte, blieb er verblüfft stehen.
„Du bist ein großer Held, Vater“, sagte er bewundernd. „Du bist der einzige Spartiat, der die Schlacht an den Heißen Quellen überlebt hat.“
„Ich habe nur überlebt, weil mich der König mit einer Botschaft nach Hause geschickt hat“, bemerkte Dilios finster. „Die Arkadier sollten ursprünglich nach Sparta ziehen, um dem Rat die Botschaft zu bringen. Doch weil sie feige waren, weigerten sie sich, den Willen des Königs zu erfüllen. Und so wählte der große Leonidas mich aus, da ich die Gabe des Erzählens besitze.“
„Eine ehrenvolle Aufgabe, mein Vater“, sagte Tarcos und verneigte sich kurz.
„Geh, und hol den Heiler Varnavas, Sohn“, trug ihm Eunyike lächelnd auf. „Die Kriegsverletzungen deines Vaters müssen behandelt werden.“

Dilios verließ sein Haus mehrere Tage nicht. Erst als seine Wunden halbwegs geschlossen waren, nahm er einen dunklen Mantel, den er sich quer über den Oberkörper legte, und ging in die Stadt hinein. Er wollte die Kaserne der Spartiaten aufsuchen, denn er musste wissen, wer die neuen Heerführer Spartas sein würden.
Vor der Kaserne standen mehrere junge Krieger zusammen, die sich leise unterhielten. Als Dilios sich näherte, verstummten sie und betrachteten ihn mit argwöhnischen Blicken. Der blonde Recke begann sich unwohl zu fühlen. Er spürte, dass man aus irgendeinem Grund ihm nicht wohlgesonnen war, und das verstand er nicht.

Mit entschlossener Miene betrat Dilios die Kaserne und durchquerte zunächst einmal den Übungsraum, wo die Spartiaten mit Holzschwertern kämpften. Die Kampfgeräusche wurden plötzlich leiser, als er durch den Raum ging. Ein hünenhafter Spartiat stellte sich ihm in den Weg.
„Wo willst du hin, Dilios?“ fragte er verächtlich.
„Laß mich durch, Alkeos“,  sagte der blonde Krieger ungehalten und wollte sich an ihm vorbeischieben. „Ich muß zu Hauptmann Dimitrios.“
Alkeos lächelte böse und verschränkte die Arme.
„Dimitrios spricht nicht mit Aufschneidern und Feiglingen!“
„Was soll der Unsinn, Alkeos!“ rief Dilios zornig und gab ihm einen Schlag mit der flachen Hand auf die Brust, damit er endlich zurückwich.

Alkeos packte Dilios wütend an den Unterarmen und fast kam es zu einem Handgemenge, wenn nicht in diesem Moment der Hauptmann eingegriffen hätte.
„Alkeos, geh an deine Arbeit!“ befahl Dimitrios wütend und funkelte den Hünen an.
Dieser trollte sich vor brummig. Alle Krieger hatten mit ihren Schwertkampfübungen innegehalten und die Szene beobachtet.
„Macht weiter, ihr Möchtegern-Spartiaten!“ bellte der Hauptmann und schob Dilios in seine kleine Kammer hinein.

Es war ein dunkles, kleines Zimmer, das im wahrsten Sinne des Wortes spartanisch eingerichtet war, welches Dilios betrat. Er setzte sich seufzend auf einen Stuhl und prüfte, ob sein Augenverband noch festsaß.
„Dimitrios, ich möchte wissen, was hier vorgeht“, sagte er dem Hauptmann kopfschüttelnd, der gerade gegenüber von ihm Platz nahm.
Dieser antwortete zunächst nichts, sondern schenkte Dilios erst einmal einen Kelch Wein ein.
„Das wird dir gut tun, Bruder“, sagte er leise.
Der blonde Krieger tat einen kräftigen Zug und betrachtete den Hauptmann niedergeschlagen. Dimitrios war etwa im gleichen Alter wie er, hatte aber noch nicht viel Kampferfahrung. Der Hauptmann war ein guter Stratege, aber kein kampferprobter Recke wie er.

„Du willst wissen, was hier vorgeht?“ wiederholte Dimitrios nach einer Weile  und faltete nervös die Hände. „Ahnst du es denn noch nicht? Sie denken alle, dass du Leonidas in Stich gelassen hast.“
„Aber das ist doch Unsinn!“ stieß Dilios entsetzt hervor und ließ den Kelch beinahe fallen.
„Der König selber gab mir den Befehl, nach Sparta...“
„Das weiß ich, Dilios“, unterbrach ihn der Hauptmann müde lächelnd. „Ich kenne dich und weiß, dass du niemals vor einem Kampf fliehen würdest. Aber die anderen wissen es nicht.“
„Aber warum glaubt man meiner Geschichte nicht?“ fragte Dilios fast schon verzweifelt.
„Geschichte – du sprichst es selbst an“, meinte Dimitrios seufzend. „Du bist in Sparta gut bekannt als Geschichtenerzähler, aber nicht als Held. Sie denken, du hast dir alles selbst ausgedacht, um gut dazustehen.“
Dilios erhob sich jetzt: er bekam plötzlich keine Luft mehr, so wütend war er.
„Du hast hier anscheinend Feinde, Dilios“, warnte ihn der Hauptmann eindringlich. „Auch Leonidas hatte Feinde. Theron ist tot, aber andere Verschwörer sind noch am Leben. Nimm dich in acht, mein Freund!“

tbc...
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