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Die Auserwählte

von Jean
GeschichteAllgemein / P18 / MaleSlash
12.08.2007
28.08.2012
12
20.652
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12.08.2007 1.514
 
„Verdammt!“  Marcus Van Sciver schritt durch die verlassene und vollkommen verwüstete Lagerhalle. Überall wo er hintrat sah er Asche. Blade wurde langsam lästig. Der Daywalker hatte die gesamte Lagerhalle, die den Mitgliedern des Hauses Chthon als Unterschlupf diente, zerstört und mit ihr mehr als dreißig seiner Anhänger. Das war schon das dritte Mal in einer Woche. Wenn es so weiter ging, würde das Haus von Chthon bald in Schutt und Asche liegen. „Du musst sie herbringen. Ihre Ausbildung muss endlich beginnen.“ Die blonde junge Frau, an die Marcus  das Wort gerichtet hatte, drehte sich um.  Ein für sie typisch gieriges Lächeln umspielte Chases Mundwinkel.

Friedlich lag das kleine Mädchen in ihrem Himmelbett. Sie war ungefähr acht Jahre alt. Ihre Puppe fest umklammert schlief sie tief und fest. Sie wurde auch nicht wach, als ihr Kinderzimmerfenster von außen aufgeschoben wurde und ein dunkler Schatten schnell und leise in das Zimmer glitt. Das Mädchen drehte sich zu Seite. Jetzt tanzte ein Mondstrahl auf ihrem kleinen Gesichtchen und ließ es porzellanhell erscheinen. Der Schatten nährte sich dem Kind und kniete vor ihm nieder. Das Mädchen tat einen tiefen Atemzug. Als es eine Berührung auf seiner Wange spürte, blinzelte es mit den Augen. „Aufwachen mein kleiner Engel“ , sagte die junge Frau und streichelte dem Mädchen weiter über die Wange. „Mami?“ fragte die Kleine und rieb sich schlaftrunken die Augen. Sie erkannte die hübsche blonde Frau sofort. Sie war schon öfter bei ihr gewesen. Immer Nachts. „Chase, ich hab schon auf dich gewartet“, sagte sie und richtete sich auf. „Spielst du wieder mit mir?“
„Heute nicht. Heute nehm ich dich zu einem Spaziergang mit“, sagte Chase. Einem Spaziergang von dem du nicht mehr nach Hause kommst, dachte sie bei sich selbst. „Wo gehen wir denn hin?“ ,fragte die Kleine. „Das ist eine Überraschung Kathy. Los zieh dich an. Wir müssen uns beeilen die Sonne geht bald auf.“ „Ich würde aber viel lieber hier bleiben und mit meinen Puppen spielen. Du hast versprochen das du mit mir spielst wenn du wieder kommst,“ maulte die Kleine. Am liebsten hätte Chase sie einfach gepackt und mit sich gezogen, aber sie durfte das Mädchen auf keinen Fall erschrecken oder gar gegen sich aufbringen. Dafür war die Kleine einfach zu wertvoll. „Wenn wir erst einmal dort sind wo ich dich hinbringen will, dann können wir jeden Tag miteinander spielen“ sagte sie stattdessen mit schmeichelhafter Stimme. „Versprochen?“
„Versprochen. Und jetzt zieh dich schnell an. Du willst doch mit mir gehen, nicht war?“, fragte Chase das Mädchen und blickte ihm in die Augen. Die Kleine schaute zurück und überlegte. Sie spürte das es das Richtige wäre der Frau zu folgen. Sie fühlte sich zu Chase hingezogen wie zu einer Lehrerin, einer Schwester, einer Mutter. Sie überlegte kurz, legte dann ihren Kopf schief und nickte dann. „Ja, das möchte ich.“
„Sehr gut. Also dann, worauf warten wie noch?“ Chase wurde langsam ungeduldig. Die Sonne würde bald aufgehen. „Kann ich meine Puppe mitnehmen?“ , fragte die Kleine nachdem sie sich angezogen hatte. „Natürlich, nimm sie mit und jetzt komm.“ Chase stieg durch das offene Fenster und half der Kleinen ebenfalls hindurch. „Gib mir deine Hand,“ sagte das Mädchen. Chase schaute vollkommen perplex auf die kleine Hand die ihr da entgegen gestreckt wurde. Sie war nie ein Kindertyp gewesen auch zu Lebzeiten nicht. Nicht mal im Traum hatte sie gedacht jemals Hand in Hand mit einem Kind spazieren zu gehen. Aber sie würde sich dem Befehl dieses Mädchens nicht wieder setzen. Dem Befehl dieses Reinbluts.

Zur gleichen Zeit saß Marcus Van Sciver in seinem Büro an seinem Schreibtisch. Er konnte es kaum erwarten das Chase mit dem Mädchen zurückkehrte. Sie war unglaublich wertvoll für ihn. Ihre Geburt war schon vor Jahrzehnten vorausgesagt worden. Es war verdammt schwer gewesen  sie zu finden. Laut Prophezeiung kamen damals sechs Paare in Frage die die Eltern des Kindes gewesen sein konnten. Da die Prophezeiung zunächst falsch gedeutet wurde, suchten sie zwanzig Jahre zu früh nach dem Kind. Erst nach diesen zwei Jahrzehnten fanden seine Ärzte durch Infrarotuntersuchungen die Frauen, die als Mütter des Mädchens in Frage kamen. Das Wärmebild zeigte das sie Leben in sich trugen welches seinerseits keine Wärme abstrahlte. Erst im verlauf von neun Monaten, stellte sich heraus, das fünf der Frauen tote Kinder in sich getragen hatten. Also setzte er seine ganzen Hoffnungen in das sechste Pärchen und tatsächlich wurde er nicht enttäuscht. Die Frau brachte ein gesundes Mädchen zur Welt. Einen Vampir. Ein Reinblut. So eine Geburt passierte nur alle tausend Jahre und auch nur wenn die Vorgängerin bereits tot war. Diesem Mädchen, der Auserwählten, wurden unglaubliche Kräfte zugeschrieben und sie gehörte ihm. Gleich nach der Geburt hatte er Chase zu dem Mädchen geschickt. Sie musste unbedingt geprägt werden damit sie sich später ohne Probleme von ihm lenken ließ. Daraufhin hatte Chase die Kleine fast jede Nacht besucht.  Erst hatte er bezweifelt ob Chase die Richtige für diesen Job war, doch das Mädchen hatte sie ohne Weiteres akzeptiert. Jetzt war Chase ihre Mentorin. Sie würde der Kleinen zeigen, was es hieß ein Geschöpf der Nacht zu sein. Am liebsten hätte er sie selbst aufgezogen, doch so hätte auch Charlotte von dem Mädchen erfahren. Leider hatte sie es sowieso am Ende herausgefunden und so musste er sein Geheimins nach fünf Jahren harter Arbeit mit der Führerin des Hauses Chthon teilen. Doch in diesen fünf Jahren hatte er die Kleine auf Chase geprägt. Sie würde ihr gehorchen und somit auch ihm. Jetzt konnte er ihre Macht nutzen. Mit ihr hatte er eine Waffe von unermesslicher Stärke. Eine Waffe nicht nur gegen Blade, sonder gegen alle Reinblüter.  Es klopfte an der Tür und seine Sekretären trat in das Büro. „Chase ist wieder da“, sagte sie mit leiser Stimme. Marcus’s Anspannung steigerte sich ins Unermessliche. „Sie soll reinkommen“, sagte er. Jetzt war seine Zeit gekommen.

Chase trat über die Schwelle, an der anderen Frau vorbei die das Büro verließ und die Tür hinter sich schloss. Marcus erhob sich von seinem Stuhl und trat vor den Schreibtisch. Das war sie also. Unglaublich so viel Macht in so einem kleinen, unscheinbaren Wesen. Er lächelte. „Kathy, das ist Marcus“, sagte Chase. Das Mädchen ließ die Hand der Frau los und ging zu dem Mann vor ihr. „Bist du sowas wie mein neuer Daddy?“, fragte sie skeptisch. „Wenn du das so willst, bin ich das. Ansonsten bin ich nur ein Freund,“ antwortete er und ging in die Knie um mit dem Mädchen auf gleicher Augenhöhe zu sein. Die Kleine schaute ihn an, hüpfte dann auf den Schreibtisch und ließ die Beine baumeln. „Dann nur ein Freund. Einen Daddy hab ich schon.“  Chase lächelte. „Gut dann sind wir jetzt Freunde“, sagte Marcus und richtete sich wieder auf. Kathy interessierte sich bereits nicht mehr für ihn und schaute sich neugierig in dem Büro um. Plötzlich sprang sie vom Tisch, lief auf Chase zu und verkündete, „Ich habe Durst“. Chase blickte zu Marcus. Dieser betätigte einen Summer auf seinem Schreibtisch. „Dann wollen wir dem mal Abhilfe schaffen nicht war“, sagte er lächelnd. „Bringen Sie uns etwas zu trinken“. „Sofort“ ertönte die Stimme seiner Sekretärin. Wenige Augenblicke später klopfte es erneut. Chase öffnete die Tür und nahm der Frau eine Tablett ab auf dem eine Karaffe mit einer dunkelroten Flüssigkeit stand. „Essenszeit“, verkündete sie lächelnd.“Was ist das?“ wollte das Mädchen wissen. „Das will ich nicht, ich will eine Cola!“ „Willst du es nicht mal probieren?“, fragte Marcus. „Nein!“, erwiderte die Kleine ungehalten. Irritiert blickte Marcus zu Chase. „Ich dachte du hättest sie an Blut gewöhnt? “ „Hab ich auch“, erwiderte sie. „Ich hab ihr jedesmal die Blutkapseln gegeben. Vielleicht liegt es daran? Sie kennt es nicht es zu trinken.“ Sie ging auf das Mädchen zu. „Rich wenigstens einmal dran“, sagte sie in schmeichelhaftem Ton und hielt ihr die Karaffe unter die Nase. Kathy tat wie ihr geheißen. „Nein das will ich nicht!“ schrie sie jetzt. Marcus war immer noch vollkommen verwirrt. Ein Vampir der kein Blut wollte. Das konnte doch nicht sein. Chase hatte die Karaffe bereits abgestellt. „Ich glaube ich weiß was das Problem ist“, wandte sie sich an das Mädchen. „Du möchtest es frisch.“ Sie ging zu Marcus’s Schreibtisch und holte sich einen Brieföffner. Damit kehrte sie zu dem Mädchen zurück. „Kein Problem, du sollst es frisch bekommen.“ Mit diesen Worten stach sie sich den Öffner in das Handgelenk. Sofort sprudelte Blut aus der Wunde.  Kathy war erschrocken zurückgewichen. „Was soll das“, fragte sie Chase. „Das weißt du doch. Hör auf deinen Instinkt.“ Sie hielt ihr ihren Arm an den Mund. Das Mädchen starrte auf das hervorsprudelnde Blut und ein Knurren entkam ihrer Kehle. Noch ehe Chase sich versah ergriff die Kleine ihren Arm und begann das Blut mit gierigen Zügen zu trinken. Marcus lächelte zufrieden und beobachtete die Szene. Auch auf Chases Gesicht spiegelte sich ein zufriedenes Lächeln. „Erste Lektion bestanden“, sagte sie und streichelte den Kopf  ihres Schützlings.      

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So hier hör ich erstmal auf, ich weiß ja gar nicht ob es hier überhabt Blade Fans gibt. Ich würd mich über Reviews freuen da ich gern wissen möchte ob ich weiter schreiben soll.

Liebe Grüße,
Jean
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