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Anwalt Dr. Kirchelbesen

von Deira
GeschichteParodie / P16 / Gen
10.08.2007
22.07.2009
65
71.559
3
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240 Reviews
Dieses Kapitel
12 Reviews
 
 
10.08.2007 2.598
 
Sämtliche Personen und Ereignisse in dieser Geschichte sind frei erfunden und alles ist stark übertrieben. Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind zufällig und nicht beabsichtigt.
In diesem Kapitel geht es um unser Gesundheitssystem und den Unterschied zwischen Privat- und Kassenversicherten. Allerdings habe ich auch da sehr stark übertrieben. So schlimm ist unser Gesundheitssystem doch (noch) nicht. Ab 16 Jahren freigegeben, weil es doch sehr gemein ist!
Zuerst stelle ich nun einmal die Personen der Geschichte vor:

Gustav Kirchelbesen, 61 Jahre alt, leicht übergewichtig (ca. 110 Kilo bei einer Größe von 1,62 m)
trägt gerne Goldkettchen und bunte Hemden, färbt sich die Haare blond, geht regelmäßig auf die Sonnenbank. Von Beruf ist er ein erfolgreicher Rechtsanwalt, hauptsächlich deshalb, da er beim Personal sehr sparsam ist, so beschäftigt er nur Auszubildende, die er drei Jahre lang die Arbeit ausgebildeter Rechtsanwaltsfachangestellter erledigen lässt und dann nach der Ausbildung nicht übernimmt. Vorher lässt er sie noch eine Nachfolger-Azubi anlernen.
Im übrigen übernimmt er gerne Fälle von sehr reichen Mandanten. Die ärmeren ekelt er weg.
Familienstand:  Er ist bereits 3 mal geschieden und hat aus seinen drei Ehen 4 Kinder. Da er alle rechtlichen Tricks kennt konnte er sich bislang um einen hohen Unterhalt drücken. Mittlerweile ist er sogar schon zweifacher Großvater, kennt seine Enkelkinder aber nicht und hat merkwürdigerweise auch zu seinen Kindern keinen Kontakt. Muss ja auch nicht sein!

Roxy Lippe, 21 Jahre alt, Lebensgefährtin von Gustav. Gelernt hat sie nichts, stammt aus reichem Elternhaus und ist blond und schlank. Ihre Hobbys sind shoppen, Party machen und mit reichen älteren Herren flirten. Dabei hat sie auch Gustav kennengelernt. Aber sie liebt ihn nicht nur wegen seines Geldes! Echt nicht! (Wäre er ein armer Sozialhilfempfänger würde sie ihn genauso doll lieben, oder???) Ihre besondere Liebe gilt ihren Schuhen, ihrer Frisur, ihren Fingernägeln, ihrem von Gustav finanzierten Auto, ihrem Hund Fifi (eine undefinierbare Hunderasse, die besonders in höheren Kreisen in Handtaschen anzutreffen ist), ihrer Kleidung und Gustav, das übrigens in der aufgezählten Reihenfolge.

Seit einem Jahr sind die beiden nun schon ein Paar. Damit Roxy sich nicht so überflüssig fühlt  und neben dem täglichen Shoppen und den wöchentlichen Frisör- und Nagelstudio-Besuchen wenigstens einmal im Monat eine sinnvolle Aufgabe hat, hat Gustav ihr die Aufgabe anvertraut, monatlich zur Bank zu gehen und die Beiträge für seine -natürlich!!! - teure PRIVATKRANKENVERSICHERUNG einzuzahlen. Er traut den Bankangestellten nämlich nicht so recht. Am Ende unterschlagen die noch das Geld, immerhin handelt es sich um eine Summe von etwa 1.200 Euro monatlich, wo dafür aber auch alles an Serviceleistungen und noch mehr drin ist!

Problem bei der Sache: Roxy wollte es ja wirklich einzahlen, doch bereits beim ersten Mal ist ihr etwas dazwischen gekommen...
1.200 Euro sind eine hohe Summe für eine junge Frau mit einem Hund in der Handtasche, und warum muss die Bank auch ausgerechnet neben einem teueren Designerschuhgeschäft liegen....
Einzahlungen sind jedenfalls seit Monaten nicht erfolgt, dafür hat Roxy nun viele viele neue Schuhe und Kleidung. Auch ihr Hund hat Ohrringe bekommen. Seitdem schüttelt er ständig verstört den Kopf , aber das ist ja nicht so schlimm!

Hier beginnt nun unsere Geschichte.

An einem schönen Sommertag fuhr Gustav nach einem gewonnen Gerichtsprozeß nach Hause. In seine Kanzlei würde er am heutigen Tage nicht mehr zurückkehren. Gerade hatte er seine Auszubildende im zweiten Lehrjahr angerufen und angeordnet, dass sie doch bitte das Büro bis zum heutigen Abend gegen 20 Uhr offen halten solle. Anschließend, so bat er sie in einem Tonfall, der keinen Widerspruch duldete, dass sie noch den Hausflur, in dem das Büro lag, putzen solle.
Er lächelte glücklich. Auf diese Weise sparte er schon seit Jahren das Geld für eine Putzfrau.
Leider war die Auszubildende, eine siebzehnjähriges Mädchen namens Bianca, ein wenig widerborstig. Sie hatte doch tatsächlich angemerkt, dass am heutigen Nachmittag Berufsschule sei.
Gustav lachte spöttisch. Was ging ihn die Berufsschule dieses dummen Mädchens an? Sein Büro hatte zu laufen, ob und wie sie im nächsten Jahr ihre Prüfung bestand war ihm doch egal!

Gut gelaunt rief er seine junge Lebensgefährtin Roxy an. „Blondelchen, wie geht es dir? Freust du dich schon, wenn dein Knuknubär nach Hause kommt?,“ flötete er ins Telefon. Sie kicherte.
"Aber natürlich, mein Knuknubär! Dann spielen wir wieder das Gerichtssalspiel, ich bin die strenge Staatsanwältin und du bist der Angeklagte."
Gustav lachte vor Vorfreude.
Leider übersah er dadurch eine rote Ampel und raste mit überhöhter Geschwindigkeit, wen kümmerten schon Zone 30 Bereiche, wenn man auch 100 fahren konnte, und überfuhr um ein Haar eine Kindergartengruppe, die gerade mit zwei Erzieherinnen die Straße überquerte. Mit Mühe und Not konnte er diesen dummen Kindern noch ausweichen, er fuhr in einen Vorgarten, kurz vor der Hauswand blieb sein Auto stehen.
Zitternd stieg er aus und beschimpfte als erstes einen jungen Mann, der erschrocken aus dem Haus gerannt kam. „Was glotzen Sie so blöd? Rufen sie mir lieber einen Krankenwagen! Das wird für sie ein Nachspiel haben, ihre Gartenzwerge haben, als ich sie überfahren habe, meinen Kotflügel zerkratzt! Sehen sie sich das mal an! Ich hoffe, sie sind gut versichert oder haben einen besseren Anwalt, als ich einer bin!“
Der junge Mann griff nach seinem Handy und rief die Polizei sowie einen Krankenwagen an.

Als nächstes stürmte Gustav auf die Straße und beschimpfte die Erzieherinnen, die gerade die weinenden Kinder zu beruhigen versuchten. „Müssen sie ausgerechnet dann mit ihren Blagen die Straße überqueren, wenn anständige Menschen dort entlang fahren?“
Er sah so wütend aus, dass einige der Kinder sich ängstlich hinter ihren Erzieherinnen versteckten.
„Wer ist der böse Mann?“, fragte ein fünfjähriger Junge.
„Ist das ein Oger, nur in Rot? Der hat eine ganz rote Farbe im Gesicht,“ fragte ein kleines Mädchen.

Gustav wurde immer wütender. „Was bringen Sie diesen Bälgern überhaupt noch bei im Kindergaren? Das hätten sich meine vier Kinder früher nicht erlaubt! Andererseits, im Kindergartenalter hatte Gustav seine Kinder auch nie erlebt, zu diesem Zeitpunkt hatte er die Mütter meistens bereits verlassen und gegen jüngere Frauen unter 30 eingetauscht.

Sirenen ertönten und ein Krankenwagen, gefolgt von einem Polizeiauto, erschien.
Als erstes stieg eine junge Polizeibeamtin aus dem grünen Wagen aus. Erschrocken lief sie auf die Kinder zu. „Ist hier jemand verletzt worden?“, fragte sie besorgt.
Doch da schaltete sich der empörte Gustav ein. „Ich bin hier das Opfer! Diese Kindergruppe und der Mann in dem Haus da hinten haben mich genötigt!“
Die Beamtin drehte sich zu Gustav um. „Dann erzählen sie doch mal, wie es zu dem Unfall kam!“
Gustav wurde wütend. „Muss man sich als Opfer in diesem Land noch rechtfertigen? Aber was soll man von einem Staat schon erwarten, der Frauen als Gesetzeshüter einstellt.“
Die Beamtin zog ihren Notizblock hervor. „Das schreibe ich mir auf,“ sagte sie böse. „Beamtenbeleidigung!“

Gustav winkte entnervt ab. Er wandte sich an die Krankenwagenbelegschaft, die inzwischen ausgestiegen war und sich ebenfalls besorgt nach den Kindern erkundigte.
„Ihr da, tut was für euer Geld und bringt mich gefälligst ins Krankenhaus! Ich muss mal gründlich untersucht werden! Bestimmt habe ich mich bei diesem Unfall verletzt!“
Zwar tat ihm nichts weh, aber man konnte ja nie wissen. Außerdem, er zahlte seit Jahren in diese teure Versicherung ein, da konnte er sie auch ruhig einmal für ein Rundumprogramm in Anspruch nehmen.

So kam es, dass Gustav ins Krankenhaus gebracht wurde.

In der Notaufnahme untersuchte ihn ein mürrischer Arzt. „Also, ich kann nichts feststellen! Ihnen ist nichts passiert! Von mir aus können sie wieder nach Hause gehen!“

Doch dieses ließ Gustav sich nicht gefallen. „Wissen sie überhaupt, wer ich bin? Ich bin der stadtbekannte Rechtsanwalt Dr. Kirchelbesen! Ich bin PRIVATVERSICHERT! Und zwar bei der Rich & Money Royal Versicherung! Der für die ganz Reichen!
In den Augen des Arztes erschienen Dollarzeichen. „Das ist dann natürlich etwas anderes, ich rufe sofort eine Schwester. Die wird sie auf ihr Zimmer auf unserer besonderen Privatstation bringen. Ich finde, man kann nach so einem Unfall nicht vorsichtig genug sein und schlage vor, dass wir sie mindestens eine Woche lang gründlich untersuchen!“

Kurz darauf erschien eine gutaussehende Krankenschwester mit einem Rollstuhl. „Bitte, setzen sie sich doch hin, Dr. Kirchelbesen!“
Er setzte sich in den Stuhl und schlug der Schwester auf den Hintern. Sie lachte kokett. „Aber, aber, benimmt sich so denn ein kranker gutaussehender Mann?“

Sie fuhr ihn zu einem etwas abseits gelegenen Aufzug mit schicken Mahagonitüren. Sie betraten den Lift und die Schwester drückte auf einen goldenen Knopf. Es ertönte angenehmen Musik, als sie nach oben fuhren.
Als die beiden auf der obersten Etage angekommen waren verließen sie den Aufzug und betraten einen mit weißem Marmor ausgelegten Gang. Es sah gar nicht aus wie in einem Krankenhaus, sondern eher wie in einem Luxushotel. Große Fenster tauchten den breiten Gang in ein angenehmes Licht, sehr gut gepflegte Palmen in schicken goldenen großen Blumenkübeln sorgten für eine wunderbare Atmosphäre.

Mehrere schicke Sofas bildeten kleine Sitzecken, eine kleine Bar befand sich am Ende des Ganges. „Da gibt es alles, was das Herz begehrt,“ sagte die hübsche Krankenschwester. „Natürlich ist das für unsere Privatpatienten alles gratis.“
Sie hob drohend den Zeigefinger und sagte lächelnd:“ Aber nur, wenn der Doktor es erlaubt. Für unsere anderen Patienten haben wir schöne alkohlfrei Cocktails im Angebot!“

Sie öffnete eine Türe. „Das ist ihr Zimmer. Ich wünsche ihnen einen angenehmen Aufenthalt hier, Herr Dr. Kirchelbesen!“
Gustav stand aus dem Rollstuhl auf und sah sich in dem Zimmer um. Es war etwa 40 qm groß und verfügte über einen abgetrennten Schlaf- und einen Wohnbereich. Im Wohnbereich stand eine schöne gemütliche Sitzecke, die den dirketen Blick auf einen Großbildfernseher bot. An dem Gerät hing ein Zettel. Gustav las dort: Sie haben her Satelittenempfang und können zwischen 300 Programmen wählen. Sollte einmal nicht das Gewünschte dabei sein, wenden sie sich bitte unter der Durchwahl 02384 an unsere Privat-Patienten-DVD Abteilung.
Außerdem befand sich ein Schreibtisch mit einem bequemen Drehstuhl sowie einem Computer mit Internetanschluss im Zimmer.
Im Schlafbereich befand sich ein großes bequemes Bett.
Auch ein Balkon gehörte zum Zimmer. Dieser war recht geräumig, ein Sonnenschirm sowie zwei Liegestühle befanden sich dort.
Aber das schönste an dem ganzen Zimmer war das Badezimmer. Es war recht groß, mit Marmor ausgelegt und natürlich frisch gereinigt. Es verfügte neben einer Toilette über ein Bidet, eine Dusche sowie eine Wirpoolbadewanne.
Gustav war begeistert. So viel Luxus hatte er noch nicht einmal für teueres Geld in einem 5-Sternehotel in Dubai bekommen. Dort hatte er im letzten Frühling mit Roxy zwei Wochen Urlaub gemacht.

Er ging zurück in den Wohnbereich. Auf einem kleine Tisch lag eine Speisekarte. Er hatte die Auswahl zwischen zehn verschiedenen Gerichten, welche von einem Sternekoch, der extra für die Privatpatienten eingestellt worden war, zubereitet wurden.
„Ich glaube, ich ziehe ganz ins Krankenhaus,“ dachte Gustav verträumt und ließ sich in den Sessel fallen.

In diesem Augenblick öffnete sich die Zimmertüre und ein mürrischer Pfleger mit einer Zigarette im Mund betrat den Raum. Er schob einen klapprigen Rollstuhl vor sich her. „Was bilden sie sich eigentlich ein,“ fuhr er Gustav an! „Sie geben sich hier einfach als Privatpatient einer der besten Privatversicherungen weltweit aus! Dabei sind seit Monaten keine Beiträge mehr gezahlt worden! Die haben sie aus der Versicherung geworfen, mein Chef hat gerade dort angerufen! Sie sind ja jetzt nicht viel besser als ein KASSENPATIENT!
Er fuhr Gustav mit dem Rollstuhl auf die Füsse. „Setzen sie sich da rein! Natürlich werden Sie trotzdem hier behandelt, schließlich behandeln wir alle Patienten gleich gut! Es gibt da keine Unterschiede! Sie kommen jetzt halt einfach auf die Station, wo unsere KASSENPATIENTEN behandelt werden!“

Gustav nahm in dem Stuhl Platz. Wieso waren keine Beiträge gezahlt worden? Hatte Roxy das Geld etwas anderweitig ausgegeben?

Mit dem Aufzug fuhren der Pfleger und Gustav in den Keller. Der Rechtsanwalt wurde in einen schmutzigen, offenbar seit Wochen nicht mehr geputzten Flur geschoben. Neonröhren flackerten an der Decke.
Der Pfleger schob ihn an einer Türe vorbei. Gustav sah, da diese sich nicht ganz schließen ließ, dass sich die Tiefgarage dahinter befand. Unsanft hielt der Pfleger den Rollstuhl vor einer Türe an. „Hier  lang, du KASSENPATIENT!“, sagte er.
Gustav stand auf und öffnete ängstlich eine schmuddelige Zimmertüre. Auch dieser Raum war ungefähr 40 qm groß, aber statt einem großen befanden sich sechs klapprige viel zu schmale und für große Menschen, zu denen er ja glücklicherweise nicht gehörte, kurze Betten in dem Raum.
Der Pfleger gab ihm einen Stoß. „Das Bett da hinten an der Wand ist für Sie! Beziehen müssen Sie es schon selber!“
Mit einem Knall schloss er die Türe.
Gustav sah sich angeekelt in dem Raum um. Da er sich in einem Kellerraum befand, gab es kein Fenster. Statt einer Lampe hing nur eine Glühbirne im Raum. Für die sechs Patienten gab es nur einen einzigen schmalen Schrank im Raum, aus dem schon die Kleidung hervorquoll.
Gustav warf einen Blick in das angrenzende Badezimmer.
Lediglich eine Toilette, aus der dreckiges Papier hervorragte sowie ein Waschbecken mit einem tropfenden Wasserhahn befanden sich in dem winzigen Raum. Auch dort hing nur eine Glühbirne an der Decke.
Gustav setzte sich schokiert auf sein Bett und sah sich die anderen fünf Patienten an. Im ersten Bett saß ein verwirrter alter Mann mit einem langen Bart, der leise vor sich hin sang und von Zeit zu Zeit leise kicherte. Plötzlich rief er:“ Ich bin Kaiser Barbarossa und warte auf den Tag meiner Rückkehr!“
Zitternd sah Gustav zum zweiten Patienten. Bei diesem handelte es sich um einen kleinen höchstens achtjährigen Jungen, der ängstlich einen Teddybären an sich drückte und leise weinte.
„Seine Mama darf ihn hier nicht besuchen, das macht zu viel Arbeit, und er solle sich wegen seinem blöden Blinddarm nicht so anstellen“ sagte der Patient in dem dritten Bett. Bei diesem handelte es sich um einen jungen Mann von Mitte zwanzig, der tatsächlich eine Zigarette rauchte, die einen merkwürdigen Duft verströmte.
„Ich mache hier meinen Entzug,“ sagte er.
Im vierten Bett lag ein alter Mann in einer braunen Durchfalllache. Diese war bereits getrocknet, vertrömte aber trotzdem noch einen ekelhaften Geruch.
„Das Bettzeug wird morgen früh gewechselt,“ meinte der Patient aus Bett Nummer drei.

Der Patient in Bett Nummer fünf rührte sich überhaupt nicht mehr. Starr sah er zur Decke. „Keine Angst, der wacht wieder auf,“ meinte Patient Nummer drei. „Der ist nur frisch operiert worden.“

„Habe ich sie um Auskunft gebeten, Sie Subjekt?`Wer sind sie überhaupt, dass sie einen Mann aus meiner Gesellschaftsklasse einfach so ansprechen“, fragte Gustav den jungen Mann, der ihm auf einmal merkwürdig bekannt vorkam. Wo hatte er ihn nur schon einmal gesehen?

„Ist ja schon gut, Alter, reg dich ab,“ sagte der Mann. „Ich wollte nur nett sein! Ich heiße übrigens Timo Kirchelsbesen!“
Er nahm noch einmal einen tiefen Zug an seiner Zigarette.
Gustav sprang auf und lief aus dem Zimmer. Er dachte panisch:“ Krichelsbesen? Timo? Ich hatte doch mal einen Sohn, der so hieß! Mit meiner zweiten Frau! Zum Glück habe ich den seit 20 Jahren nicht mehr gesehen! Schnell raus hier, bevor der noch merkt wer ich bin und mich um Geld anpumpt!“

„Wo wollen wir denn hin?“, fragte eine beleibte Krankenschwester mit Warzen im Gesicht ihn.
„Mir geht es schon viel besser! Ich muss nicht ins Krankenhaus! Ich gehe jetzt auf der Stelle zu meiner Roxy!“, rief Gustav und rannte fluchtartig auf das Parkdeck.

„Nie wieder Krankenhaus,“ schwor er sich. Direkt morgen würde er hier alle verklagen, vor allem seine Krankenkasse. So etwas war ja unterlassene Hilfeleistung!

Wie gesagt, nichts für ungut, so schlimm ist unser Gesundheitssystem doch noch nicht, die Krankenhäuser sind auch nicht so schlimm. Aber ich habe einen sehr bösen Sinn für Humor. Also, wer weitere Gesichten von Rechtsanwalt Dr. Kirchelbesen hören will kann mir ein Review schreiben.
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