Lazy Town: Sportskanone Meinhard kehrt zurück

GeschichteHumor / P6
10.08.2007
10.08.2007
1
9911
1
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
 
Als Stephanie an diesem Morgen in die Küche kam, hatte ihr Onkel nicht nur Frühstück gemacht, sondern noch zusätzlich einen Picknickkorb gepackt. Sie wusste, dass er an diesem Tag Senta Senfdazu besuchen würde. Nur was sie irritierte: Ihr Onkel schien alles andere als gut gelaunt zu sein. „Wenn man an so einem schönen Tag so ein schönes Picknick macht, dann sollte man nicht so traurig gucken. Was ist denn los, Onkel Meinhard?“
„Picknick? Wie kommst du denn auf diesen Gedanken, mein Kind?“
„Ähm – wegen dem Korb, der auf dem Tisch steht.“ Sie klappte ihn auf.
„Er ist bis obenhin gefüllt mit Essen! Nur das Tischtuch, Geschirr und Besteck fehlen. Das kann ich eben dazu legen!“

Ihr Onkel seufzte. „Danke Stephanie, aber es ist nicht so wie du denkst. Leider. Dieses Essen werde ich brauchen um mich zu stärken! Senta hat mich zu ihr bestellt, weil ich sämtliche Möbel aus dem Haus schaffen muss. Sie hat sich neue gekauft und die alten müssen natürlich raus.“
Stephanie machte ein erstauntes Gesicht. Mit so einer nüchternen Erklärung hätte sie nicht gerechnet. So ein Picknick im Grünen wäre eine herrliche Idee gewesen. Ihr Onkel tat ihr auf einmal unendlich leid. „Ja, so ist das. Du kennst doch Senta Senfdazu – sie ist eine wunderbare Person, aber manchmal....“
„...Verlangt sie zuviel von dir!“, sprach seine Nichte weiter. „ Aber sag mal: Du wirst doch nicht alleine die Möbel nach draußen tragen? Das ist unmöglich!“
„Natürlich nicht! Ich habe schon Sportacus Bescheid gesagt, ansonsten wäre das nicht zu schaffen. Trotzdem bleibt noch genug Arbeit für mich alleine übrig. Das wird ein harter Tag werden! Ich esse lieber noch eine Banane bevor ich mich aufmache.“

Senta wartete schon voller Ungeduld auf ihre beiden starken Helfer. Meinhard und Sportacus kamen pünktlich wie die Maurer und beide spuckten in die Hände um die Arbeit so schnell wie möglich zu erledigen. Es dauerte nicht lange und schon lagen die ersten Möbelstücke im Garten. Senta konnte nicht anders, als ständig zwischen den beiden hin und her zu laufen um die Arbeit zu begutachten. „Ich sage Ihnen, das wird ein Traum!“ rief sie Meinhard zu, während er gerade zwei Stühle hinaus trug. „Wenn erst alles neu eingerichtet ist, dann werden Sie staunen. Ich konnte einfach nicht widerstehen – die neuen Möbel sehen fantastisch aus - und den alten Krempel bin ich sowieso leid. Hören Sie mir überhaupt zu? Sie werden doch nicht schon müde?!“
„Wo denken Sie hin, ich doch nicht“, schnaufte Meinhard.
„Ums so besser. Auf, auf! Sie haben noch viel zu tun!“

Senta eilte zurück ins Haus um Sportacus bei der Arbeit zuzusehen. Meinhard setzte sich schwer auf einen Stuhl. Er hatte bereits zwei alte und wurmstichige Regale auseinander gebaut, die auf dem Dachboden gelagert hatten und sie hinaus geschafft. Jetzt versuchte er  einen großen Sessel ins Freie zu schieben. Natürlich half ihm Sportacus so gut er konnte. Nein, alleine hätte Meinhard die Arbeit wirklich nicht geschafft. Um die großen und schweren Schränke in einem Stück hinauszutragen, dafür brauchte man für gewöhnlich mindestens zwei starke Männer. Und die meisten Schränke waren noch so gut wie neu, dass es ein Jammer gewesen wäre, hätte man sie auseinander gebaut und zu Brennholz zu verarbeitet. Deswegen sollten sie abtransportiert und als Gebrauchtmöbel weiterverkauft werden. Der Bürgermeister sah sehnsüchtig nach seinem Picknickkorb: Eine kleine Stärkung wäre jetzt genau das Richtige.

„MEINHARDT! Träumen Sie etwa?!“ Der gute Mann sprang von Stuhl auf, als hätte ihn ein Krebs in den Po gezwickt.  „Ich komme schon, ich komme schon!“
„Gehen Sie oben ins Gästezimmer, aber sofort! Dort steht eine Wäschetruhe, das alte Ding kann auch weg.“
„Warten Sie aber bis ich zu Ihnen komme! Das machen wir zusammen!“ rief Sportacus, der gerade eine Standuhr hinaus schleppte. Senta sah ihm hinterher.
„Dieses furchtbare Ding muss auch hinaus! Die habe ich letztes Jahr von einer Freundin geschenkt bekommen. Die gute Frau leidet an Geschmacksverirrung, das muss man leider sagen.“
Sportacus setzte die Uhr vorsichtig ab. „Glauben Sie nicht, dass Ihre Freundin traurig darüber wäre, wenn sie wüsste das Sie Ihr Geschenk entsorgen?“
„Sie wohnt jetzt am anderen Ende der Welt und kann mich nur selten besuchen kommen. Sollte sie einmal kommen, werde ich ihr einfach erzählen, die Holzwürmer hätten die Uhr aufgefressen. Aber SIE können sie von mir aus gerne haben, Sportacus. “
„Äh – sehr freundlich, aber nein danke!“, winkte er ab. „Im meinem Luftschiff habe ich leider keine Verwendung dafür.“
„Na dann hinfort damit!“
Freddie Faulig war zufällig vorbeigekommen. Er blieb stehen und besah sich einige Möbelstücke.
„Finger weg!“, rief Senta, „Das wird gleich alles abgeholt!“
„Pfff! Davon kann ich sowieso nichts gebrauchen, das ist nicht meine Stilrichtung“, rief er zurück.
Da fiel sein Blick auf ein großes Gemälde. Er hob es auf: Von dem Bild lachte ihm eine violette Kuh entgegen. „DAS kannst du gerne haben! Das würde früher oder später sowieso auf dem Müll landen! Bloß weg damit!“ Freddie klemmte sich das Bild sofort unter den Arm.
„Tja dann nehme ich es gerne. Manche Leute können WAHRE KUNST nicht von ollem Plunder unterscheiden!“
„Da hast du allerdings recht! Meine Cousine ist das beste Beispiel dafür. Von ihr habe ich nämlich das Bild!“ Inzwischen war Meinhard  im Gästezimmer angelangt und begutachtete die schwere alte Holztruhe.  „Hm, ich könnte Sie zumindest bis zur Treppe schaffen, das müsste ich wohl hinkriegen.“ Er krempelte die Ärmel hoch und stemmte sich mit ganzer Kraft dagegen. Er stellte fest, das sie schwerer war als er angenommen hatte. Stück für Stück schob er sie vorwärts.
Er machte sich so eine Mühe und verwendete seine ganze Kraft darauf die Truhe vom Fleck zu bekommen, dass er nicht merkte wie nahe er schon der Treppe war – als die Wäschetruhe plötzlich wegrutschte! Meinhard sah nur noch wie das alte, schwere Stück die Treppen hinunter sauste und mit Wucht gegen die Wand donnerte. Sportacus konnte das nicht mehr verhindern, aber er konnte gerade noch rechtzeitig einen kunstvoll bemalten Wandteller auffangen, der sich samt Nagel gelöst hatte. „Ach Gottchen! Das hätte aber schiefgehen können!“ Meinhard lag bäuchlings auf dem Boden und sah erschrocken zu Sportacus hinunter.

Senta kam sofort angerannt und sah erst zur Truhe, dann zum völlig perplexen Bürgermeister. „Meinhard, was haben Sie wieder angerichtet?! Kann man Sie denn gar keine Minute aus den Augen lassen?“ Sportacus sprang die Treppe hinauf und half ihm auf die Beine.
„Sie wollten doch auf mich warten, Herr Bürgermeister. Sie können nicht alles alleine machen, das ist viel zu schwer für Sie!“
„Ich wollte ja nur....die Truhe..“ schnaufte er, denn die Aktion hatte ihn ziemlich erschöpft.
Er setzte sich auf die Treppe und wischte sich den Schweiß von der Stirn. Sportacus überreichte Senta den geretteten Wandteller. Sie blickte auf den erschöpften Bürgermeister.
„Es ist wirklich besser, wenn Sie eine Pause machen“, schlug sie vor, „Sie sehen wirklich ziemlich geschafft aus.“
„Naja, ich bin auch leider nicht mehr der sportlichste,“ gab er zu.
„Allerdings! Das waren noch andere Zeiten. Damals hätten Sie mit Leichtigkeit diese Arbeit hier erledigt.“ Meinhard hatte dem nichts hinzuzusetzen. Es war leider die volle Wahrheit gewesen, die Senta ausgesprochen hatte. Am späten Nachmittag kam er müde und erschöpft nach Hause und ließ sich in den Sessel fallen. „Du brauchst dich heute nicht ums Abendendessen zu kümmern, das mache ich dann schon“, meinte Stephanie. Normalerweise wäre wenigstens jetzt ein kleines Lächeln über Meinhard's Gesicht gehuscht, aber stattdessen sah er nur traurig auf den Boden.
„Was hast du denn? Hat sich Senta über deine Hilfe nicht gefreut?“
„Ich fürchte nicht so richtig. Ein Glück das Sportacus dabei war, sonst wären wir nie fertig geworden. Bist du mal so lieb und öffnest die Kommode dort hinten? Da drin liegt ein altes Fotoalbum. Bring es mir bitte mal.“
„Aber sicher doch, Onkel Meinhard.“
Stephanie fand es sofort und überreichte es ihm. Während er darin blätterte, zog sie sich einen Stuhl heran. „Das sind Bilder aus meiner sportlichen Jugendzeit! Siehst du? Ich habe damals fast alle Sportarten ausprobiert, ich war kaum zu bremsen! Alle nannten mich „Sportskanone Meinhard! Das war natürlich vor meiner Zeit als Bürgermeister.“ Stephanie war sehr überrascht. Bis dahin hatte sie gar nicht gewusst, dass ihr Onkel so eine erfolgreiche Vergangenheit hatte. Nichts hatte bis jetzt darauf hingedeutet und von selbst hatte er nie etwas gesagt. Bis jetzt. Sie besah sich interessiert die alten Fotos. Wenn sie ganz ehrlich war, hätte sie ihren Onkel  auf den ersten Blick nicht wiedererkannt.  Auf den Bildern lachte ihr ein junger Mann entgegen, sportlich und mit voller Haarpracht. Meinhard schien ihre Gedanken zu erraten und strich sich über seinen fast kahlen Kopf.
„Manches lässt sich nicht ändern, aber daran hab ich mich schon längst gewöhnt. Ehrlich gesagt finde ich es so viel  praktischer. Man braucht weder Haargel noch Haarspray“, lachte er. Nach einer Weile wurde er wieder etwas trauriger.

„Aber was ich mir wirklich wünschen würde... ach, wäre ich nur ein wenig sportlicher, fast so wie damals. Dann würde Senta wieder zu mir aufblicken, ganz sicher.“ Er sah mit Wehmut auf ein anderes Bild, wo er stolz einen Pokal in die Höhe hielt. An seiner Seite war die jüngere und noch hübschere Senta, die ihn lächelnd und mit leuchtenden Augen ansah. „Sie sieht immer noch zu dir auf, Onkel Meinhard! Du bist jetzt Bürgermeister, vergiss das nicht. Du trägst Verantwortung für eine ganze Stadt.“
„Ja, das ist wohl wahr und es ist nicht leicht. Nur ich wünschte trotzdem, ich wäre etwas mehr in Form. So ein Bürgermeister, der körperlich fit ist und durchtrainiert, das wäre doch was! Nur woher soll ich die Zeit dafür nehmen? Und ich MUSS nun mal am Schreibtisch sitzen und meine Arbeit machen.“
„Das überlegen wir gemeinsam. Wir werden eine Lösung finden, so schwer ist das gar nicht.“
„Na? Meinst du?“ Meinhard blickte auf seinen Körperumfang. „Wenn ich mich so ansehe, dann bin ich  eher anderer Meinung. Na gut, ich muss ja nicht so aussehen wie Sportacus, aber...“
„Der kann dir auch jede Menge Tipps geben!“, rief Stephanie freudig. „Ach Onkel Meinhard, das schaffen wir zusammen, sei nicht mehr traurig!“
„Das bin ich nicht mehr. Im Gegenteil, ich bin voller Zuversicht!“
Am nächsten Morgen betrat Senta, pünktlich wie immer, das Rathaus und fand einen etwas verschlafenen Bürgermeister vor. „GUTEN MORGEN MEINHARD!“
„WAS?! WIE? Einen wunderschönen guten Morgen, Senta“, grüßte er zurück und gähnte herzhaft. Senta  seufzte. „Ich glaube ich mach uns erst mal einen Kaffee. Den haben Sie im Moment besonders nötig.“

Im gleichen Augenblick betrat Stephanie den Raum und brachte ihrem müden Onkel das vergessene Pausenbrot vorbei. Meinhard dankte und musste sich wieder einmal das Gähnen unterdrücken.
„Also wenn ich gewusst hätte, dass Sie das Möbeltragen so anstrengt dann hätten Sie gleich Zuhause bleiben können. Ein Bürgermeister, der vor seiner Arbeit einschläft, wie sieht denn das aus!“
„Sie tun ihm Unrecht! Er ist nur ein wenig erschöpft, weil er heute früh an der frischen Luft gejoggt hat. Ich fürchte, er hat es ein bisschen übertrieben. Ich muss Sportacus darum bitten, das er ein Auge auf meinen Onkel hat, damit er sich nicht verausgabt und es langsam angehen lässt.“
Stephanie erklärte, was Meinhard vorhatte – nur, das auch Senta dabei eine große Rolle spielte, das sagte sie nicht. Das wollte sie ihrem Onkel selbst überlassen, ob er mit ihr darüber sprechen wollte.

Senta Senfdazu war freudig überrascht. Ihre Augen glänzten –  genau wie auf dem Foto!
„Ach, Sie sind ein Schatz!“, rief sie und und kam auf ihn zugeeilt. „Ich habe Sie ganz falsch eingeschätzt, das tut mir so leid! Ich werde Sie unterstützen wo ich kann, ich werde – werde – Ihnen zunächst Kaffee bringen, dann sehen wir weiter!“
Meinhard öffnete mühsam seine Augen und vernahm, wie aus weiter Ferne, ihre aufgeregte Stimme. „Da haben Sie sich etwas Großes vorgenommen! Nur sagen Sie, werden Sie auch im Rathaus  trainieren? Das müssen Sie wohl! Nur schwitzen Sie bitte nicht soviel, wenn es geht.“
Der Bürgermeister trank langsam Schluck für Schluck den Kaffee. „Ich tue mein Bestes“ murmelte er. „Ich fürchte nur ohne Schweiß gibt es keinen Preis....oder so ähnlich.“
Meinhard Meintsgut hatte sich etwas vorgenommen und das wollte er einhalten. So oft es seine Zeit erlaubte, war er in Bewegung – ob es früh am Morgen war oder nach Feierabend. Mittags gönnte er sich einen ruhigen, ausgedehnten Spaziergang und allein das tat ihm so gut, dass er mit Freude und neuer Kraft an seine Arbeit ging. Kraft und Hoffnung gaben ihm auch seine Freunde und natürlich Senta! Sobald sie ihn beim Joggen oder anderen sportlichen Aktivitäten erblickte, rief sie ihm ermunterte Worte zu. Das war ein ganz neues Gefühl. Meinhard fühlte sich fast so stark und sportlich wie in den alten Tagen.  Er wurde aber nicht nur von seiner großen Liebe beobachtet. Freddie's Periskop war überall da, wo der Bürgermeister war und was der Bösewicht sah, gefiel ihm natürlich nicht. Anfangs hatte er noch gehofft, dass sich der sportliche Ehrgeiz schnell legen würde. Aber da hatte er sich getäuscht.

„Ich verstehe das einfach nicht. Jedem normalen Menschen müsste längst die Lust vergangen sein. Was denkt der sich eigentlich durch Lazy Town zu joggen?“ Freddie blickte wieder durch das Periskop und sah ihm hinterher. Senta stand mit Lockenwicklern am offenen Fenster ihres Hauses  und rief dem Bürgermeister in den höchsten Tönen hinterher: „Guten Morgen Meinhard! Schon wieder so früh auf den Beinen? Sie sportlicher Kerl, Sie!“
„Sie sportlicher Kerl, Sie!“, äffte Freddie nach. „Was der macht ist total gesundheitschädlich! Morgens um diese Zeit liegt man noch in den Federn!“ Freddie gähnte. Er hätte auch noch zu gerne in den Federn, bzw. im Sessel liegen können. Aber wie konnte man schlafen, wenn diese Frau jeden Morgen dem Bürgermeister hinterher rief und ihn in den höchsten Tönen lobte! Da nützen auch die dicken Ohrenschützer nichts! Nicht bei Senta's Stimme....
„Da vergeht einem alles!“, sprach Freddie zu sich selbst und blickte auf das Gemälde mit der grinsenden violetten Kuh, für das er noch keinen rechten Platz gefunden hatte. Das Bild stand in einer Ecke und das Tier schien ihn direkt anzugrinsen
„Pah! Das du noch lachen kannst!“, rief Freddie ihr zu.

„Meinhard!“, säuselte Senta, „kommen Sie doch gleich nach dem Joggen zu mir, dann frühstücken wir zusammen!“
„Meinhaaaarrd...! Meinhaaard...!“, säuselte Freddie, nur nicht ganz so hingebungsvoll wie Senta. Er schüttelte voller Unverständnis den Kopf. „Ich werde nie verstehen warum Frauen so einen Aufstand machen, wenn sie einen durchtrainierten Kerl sehen. Überhaupt könnte sich der Bürgermeister die ganze Plackerei sparen. Das bringt doch eh nichts! Aber wenn er sich unbedingt verausgaben will....“
„Guten Morgen, Herr Bürgermeister!“, hörte er Sportacus rufen. „Ich bringe Ihnen Powersnacks!“
„Das war ja klar, das der blaue Grashüpfer auch dahintersteckt!“, seufzte Freddie. Er drehte das Periskop herum und belauschte das Gespräch. Sportacus fand es natürlich wunderbar, dass sich Meinhard so bemühte und Senta, die dazukam um ihm schon jetzt einen kleinen Snack zu bringen, meinte doch tatsächlich: „Die ganze Stadt müsste davon erfahren! Das muss in die Zeitung!“
Der Bürgermeister erschrak. „Jetzt übertreiben Sie aber! Was ich da tue, ist doch keine große Sache!“
„Sie irren sich! Sie sind ein großes Beispiel für uns alle und Sie machen der Stadt Ehre!“
Sie lächelte ihn von ganzen Herzen an. „Ich bin so stolz auf Sie!“
Wäre er nicht so verschwitzt gewesen, dann hätte sie ihn sofort geküsst. So konnte sie ihm nur tief in die Augen sehen und Meinhard erwiderte ihren leidenschaftlichen Blick. Sportacus ahnte, dass er fehl am Platz war und wollte die zwei Turteltauben allein lassen.

„Ich werde dann mal gehen, ich hab noch einiges zu tun“, sagte er und war gerade im Begriff zu verschwinden, als jemand anderer diesen besonderen Moment zwischen Senta und Meinhard zunichte machte. „Ah, Herr Bürgermeister! Da sind Sie ja! Guten Morgen!“ Die drei drehten sich überrascht herum und sahen einen Herrn im Anzug und mit Hut, der einen großen Fotoapparat um den Hals hängen hatte. „Gestatten: Rudi Rastlos von der Lazy Town Zeitung! Jeden Morgen druckfrisch auf Ihrem Tisch, die neuesten Nachrichten aus Lazy Town!“
Herr Rastlos nahm seinen Apparat und knipste: Ein ungewöhnlich greller Blitz war alles, was die drei sahen – und Sterne! Viele viele Sterne! Senta, Meinhard und Sportacus rieben sich die Augen.
„Was soll denn das, wollen Sie das Foto in die Zeitung setzen?! Sollen mich die Leute mit meinen Lockenwicklern sehen?! Außerdem sagt mir Ihr Name gar nichts. Ich kenne alle, die bei der Presse arbeiten.“
„Ich gebe zu, dass ich erst seit kurzem bei der Zeitung arbeite“, erklärte er Senta. „Ich brauche für meine erste Story einen Knüller! Und den hab ich bereits gefunden! Das sind SIE, Herr Bürgermeister! Sie sind der Knüller, die Wucht in Tüten, Sie sind eine Sensation!“
„Hab ich es nicht gesagt!“, rief Senta aufgeregt,  „Und wie sich das trifft, das jemand von der Presse hier ist und darüber berichtet!“
„Jaaaa, als Reporter muss man Augen und Ohren offen halten!“, bestätigte Herr Rastlos, der natürlich wieder einmal Freddie Faulig war. „Ich werde Ihren Leidensweg – ich meine Ihren Weg des Erfolges dokumentieren, denn jeder soll von unserem sportlichen Bürgermeister erfahren! Sie könnten berühmt werden!“

Meinhard wurde ganz schwindelig, so dass Sportacus ihn tatsächlich stützen musste.
„Das haut einen schon um, das geb' ich zu! Aber Sie werden sich daran gewöhnen. Bald ist Ihr Name in aller Munde!“ Meinhard sackte ein zweites Mal zusammen. „Ich glaube ich muss mich erst mal ausruhen und alles überdenken.“
„Und vor allem etwas essen!“, meinte Senta. „Sportacus, bringen Sie ihn in mein Haus, dort werde ich ihm ein wunderbares Frühstück bereiten. Das gibt ihm wieder Kraft!“
„Ich werde Ihnen in nächster Zeit auf Schritt und Tritt folgen!“, versprach Rudi. Meinhard wusste nicht recht, ob er sich freuen sollte oder nicht. Soviel Aufmerksamkeit war ihm sehr unangenehm und er hatte Angst zu versagen. Aber Sportacus und vor allem Senta sprachen ihm Mut zu. Meinhard überlegte und nach und nach schwanden seine Zweifel. Er dachte vor allem daran, dass seine Chancen bei Senta immer größer werden würden. Mit Hilfe seiner Nichte und ihren Freunden konnte auch gar nichts passieren. Warum also die Angst?

In der Mittagspause zog er wieder seinen Jogginganzug an und lief durch den Park. Der Reporter schien nur auf ihn gewartet zu haben und klebte an seinen Fersen. Damit hatte der Bürgermeister schon gerechnet. „Normalerweise mache ich mittags nur einen kleinen Spaziergang, aber ich fühle mich gerade so energiegeladen!“ erklärte er ihm. Freddie Faulig hatte Mühe Schritt zu halten. Nicht weil Meinhard besonders schnell war, sondern weil der Faulpelz das Laufen nicht gewohnt war. Nicht einmal schnelles Gehen mochte er, da wäre ihm der Bürgermeister auch überlegen gewesen.
„Bitte bleiben Sie stehen, ich kann nicht mehr!“, keuchte er.
„Nur noch ein kleines Stück, dann haben wir es geschafft!“
„Da ist eine Bank“, schnaufte Freddie und ließ sich darauf fallen.
„Na in Ordnung, wenn Sie meinen. Dann machen wir eben eine Pause.“
„Dem Himmel sei Dank!“
„Nun, was wollen Sie wissen? Sie müssen einen Haufen von Fragen an mich haben?“
„Warum um alles in der Welt tun Sie sich das an?!?“, wollte der Reporter wissen und rang nach Lauft. Meinhard ging in sich. „Tja wissen Sie....da gibt es eine Person, die ich sehr mag....und ich möchte, dass sie stolz auf mich ist...“
Freddie keuchte und prustete. „Was haben Sie gesagt? Können Sie das wiederholen? Ich komme gerade wieder zu Atem!“
Meinhard räusperte sich. „Ich möchte so fit werden wie damals, als ich noch jünger war. Da war ich noch die „Sportskanone Meinhardt“! Seitdem ich Bürgermeister bin, habe ich den Sport vernachlässigt. Das will ich nachholen! Naja, so gut es eben geht. Es reicht schon, wenn ich etwas fitter werde und um ein paar Kilos leichter.“
„Na, das möcht' ich sehen“, murmelte Freddie und tat, als würde er etwas auf seinen Block kritzeln. „Ist ja wirklich interessant“, log er. „Aber sind Sie auch sicher, dass es das wert ist? Ich meine, sonst sitzen Sie gemütlich hinter dem Schreibtisch und brauchen sich nicht wegzubewegen. Ist das, was Sie jetzt gerade machen, nicht purer Stress?!“
„Nein, ich fühle mich wunderbar! Die gute Luft, die Bewegung...doch, ich kann es nur jedem empfehlen! Hinterher fühle ich mich frisch und munter und ich kann mich besser auf meine Arbeit konzentrieren.“
„Ach das sagen Sie jetzt nur so. Sie müssen vollkommen erschöpft sein. Kommt Ihnen nicht manchmal der Gedanke, aufzugeben?“
„Nicht doch, Herr Rastlos, warum sollte ich?“
„Überlegen  Sie doch mal: Ihre ganze Energie geht für den Sport drauf! Wenn Sie so weitermachen, werden Sie schlapp und müde und können Ihren Verpflichtungen als Bürgermeister nicht nachkommen!“
„Am Anfang war es so, da haben Sie recht.“
„Na sehen Sie!“, rief Freddie. „Sie sollten umgehend damit aufhören, bevor Sie zusammenbrechen!“
„Ich finde es wahnsinnig nett von Ihnen, wie sehr Sie sich sorgen, Herr Rastlos. Aber Sportacus und  die anderen passen sehr gut auf mich auf. Das sollten Sie aufschreiben. Soll ich Ihnen „Sportacus“ buchstabieren?“
„Nein, nicht nötig“, maulte Freddie.
Meinhard stand auf. „Dann werde ich mich wieder aufmachen, kommen Sie mit?“
„Ich – äh – muss unbedingt noch was erledigen. Ich werde so schnell wie möglich nachkommen! Bis später dann!“
„Sie wissen ja, wo Sie mich finden können. Im Rathaus natürlich! Bis dann!“ verabschiedete sich Meinhard und joggte weiter.

Freddie wartete bis der Bürgermeister außer Reichweite war und entschied sich für ein Nickerchen. Er legte sich auf die Bank und zog sich den Hut über die Augen. Bevor er einschlief, dachte er gründlich nach, wie er dem Bürgermeister den sportlichen Eifer austreiben könnte. Die Eingebung kam ihm im Schlaf. Er erwachte, stand auf und lief flugs zum Rathaus.
„Herr Bürgermeister!“, rief er schon von weitem und riss die Tür auf.
„Ah, Herr Rastlos! Wie ich sehe, machen Sie jetzt Ihrem Namen alle Ehre! Dabei sahen Sie beim Training mit mir noch ziemlich geschafft aus!“
„Kommen Sie sofort mit! Ich muss allen Bürgern eine Mitteilung machen!“
„Sie?“, fragte Meinhardt verwundert. „Normalerweise tue ICH das. Was gibt’s denn?“
„Ähm – das sage ich Ihnen gleich! Wir dürfen keine Zeit verlieren, meine Redaktion erwartet bald meinen Bericht!“ Er zog Meinhard aus seinem Sessel und lief mit ihm hinaus. Senta  eilte den beiden hinterher. Rudi – bzw. Freddie – führte sie zum Rednerpult, das erst aufgebaut werden musste. Das ging ratzfatz, weil er nur an dem Hebel zum ziehen brauchte. Freddie räusperte sich und wollte gerade ins Mikrofon sprechen, als ihn der Bürgermeister am Ärmel zupfte.
„Mit Verlaub, das ist meine Aufgabe. Sagen Sie mir bitte, was ich den Leuten verkünden soll!“ Freddie flüsterte es ihm ins Ohr. Kurz darauf wurden die Bewohner zusammengerufen um folgendes zu vernehmen: „Morgen Nachmittag um 15 Uhr wird ein Sportfest stattfinden, an dem nur der Bürgermeister selbst teilnehmen wird!“, rief Meinhard aus. „Dort wird er allen Bürgern und der Presse seine Fähigkeiten unter Beweis stellen!“ Sportacus, der auf der Plattform des Luftschiffes stand und alles gehört hatte, war beeindruckt. Genau wie die anderen und besonders Senta und Stephanie.

„Das ist sensationell, Onkel Meinhardt“
„In der Tat, es ist unglaublich!“, rief Senta. Meintsgut nickte – und erst jetzt begriff er die Lage.
„Ja Moment mal! WAS soll ich?! Aber – aber – aber....!“
Der Jubel war zu groß und Meinhard kam nicht dagegen an. Freddie schlug ihm auf die Schulter. „Das wird eine Story werden! Morgen wird ganz Lazy Town erfahren, was für ein Schlapp....äh – was für ein sportlicher Kerl Sie sind! Sportskanone Meinhard kehrt zurück!“
„Oh – oh – oh! Das kann was werden! Ach Gottchen, ach Gottchen!“
„Onkel Meinhard, du schaffst das! So wie du trainiert hast, ist das eine Kleinigkeit für dich!“
Senta warf ihm einem Luftkuss zu. Der Bürgermeister konnte von da an nur noch an morgen denken und hatte ein fürchterliches Gefühl in der Magengegend...
Die Angst war eigentlich unbegründet. An seinen Fähigkeiten hätte er nicht zweifeln brauchen.
Das einzige was er hätte fürchten müssen, war Freddie's Bosheit und Einfallsreichtum.

Der bedeutende Tag kam und die Vorbereitungen für das Sportfest liefen auf Hochtouren. Meinhard sah mit Unbehagen zu, wie Sportacus die Tribüne aufbaute und schmückte. Einen Trost gab es für ihn: Der Held hatte es sich zur Aufgabe gemacht, die Sportarten für den Bürgermeister auszuwählen. So konnte er sicher sein, dass es für ihn nicht zu schwierig, aber auch nicht zu leicht werden würde. Für Freddie war das im Nachhinein eine kleine, bittere Pille – aber eben nur eine kleine. Davon wollte er sich nicht die Laune verderben lassen.
Stephanie ahnte, wie nervös ihr Onkel sein musste. Für ihn ging es um viel mehr: Ums Senta's Achtung und Zuneigung. Wenn das nicht wäre, dann gäbe es für ihn keinen Grund zur Besorgnis.
Aber so.... „Du musst was essen, du hast noch gar nicht richtig gefrühstückt.“
„Tut mir leid, ich bekomme keinen Bissen runter. Nicht bei dem Gedanken, dass mir vor allem Senta zuschaut und so fest mit mir rechnet!“
„Dann packe ich dir das Frühstück ein“, schlug Stephanie vor. „Wenn du gleich noch trainieren gehst, dann wirst du es brauchen. Aber übertreibe es nicht mit dem Training, hörst du? Sonst bist du schon müde, bevor du überhaupt an den Start gehst.“ Stephanie sah zum Fenster. Hatte sich da nicht etwas bewegt? Nein, sie musste sich getäuscht haben. Plötzlich öffnete sich schwungvoll die Haustür und Rudi Rastlos marschierte in die Küche. „GUTEN MORGEN HERR BÜRGERMEISTER!“ Das Mädchen und ihr Onkel fuhren vor Schreck zusammen.

„Wie geht es dem Helden von Lazy Town?“ wollte Rudi wissen.
„Was? Wie? Sie meinen Sportacus? Dem geht es bestimmt blendend.“
„Aber nein, ich meine SIE, Herr Bürgermeister! Wenn Sie auf dem Fest Ihr Können zeigen, ist Sportacus Geschichte! Dann sind SIE der neue sportliche Held!“
„Bitte keine Übertreibungen!“
„Ich übertreibe keinesfalls! Jetzt sollten wir die Zeit nutzen und trainieren. Ich komme natürlich mit! Los, los!“
„Dein Frühstück, Onkel!“ Das Mädchen konnte ihm gerade noch den Picknickkorb reichen, bevor er mit Rudi Rastlos nach draußen verschwand. Er forderte Meinhard auf, gleich mal ein paar Runden durch Lazy Town zu drehen. Der war davon nicht sehr erbaut. Das war ihm ein wenig zuviel auf einmal. „Vertrauen Sie mir! Ich habe in meinem Leben schon viele Sportler interviewt. Sie sind sich alle einig, ohne hartes Training geht gar nichts! Sie müssen noch was tun.“
„MEEEEIIIIIIINNNHAARRRD!“
„AUTSCH!“ Freddie hielt sich die Ohren zu. Nicht schon wieder diese Senta! Dem Bürgermeister hingegen wurde richtig warm ums Herz und noch wärmer wurde ihm, als sie kokett mit den Wimpern klimperte. Freddie entging diese Geste nicht. „Wollen Sie nicht doch ein paar schnelle Runden drehen? Das würde Frau Senfdazu bestimmt gefallen.“
Senta setzte sich auf die Bank und puderte ihre Nase. Meinhard sah ihr ein wenig verträumt zu.
„Ich kann es bis heute Nachmittag kaum erwarten“, meinte er.  „Ich fühle mich, als könnte ich Bäume ausreißen!“
„Sie wird Ihnen beim Training zuschauen wollen. Wenn ich Sie wäre, würde ich mich schon jetzt ordentlich ins Zeug legen. Damit sie sieht, wie gut Sie vorbereitet sind.“
„Das würde ich zu gerne, aber das wäre unklug. Sonst habe ich für nachher keine Kraft mehr.“
„Ach was, Sie werden sich um so stärker fühlen! Sehen Sie sich Sportacus an: Der ist immer auf Zack und ständig am trainieren!“
„Aber ich bin nicht nicht Sportacus, Herr Rastlos. Ich muss mir meine Kräfte aufsparen und darf mich keinesfalls überanstrengen.“
Meinhard seufzte bei Senta's Anblick laut auf. Freddie seufzte auch, aber bestimmt nicht wegen Frau Senfdazu. Er war schier am Verzweifeln.
„Jetzt passen Sie mal auf“, sagte er und stieß Meinhard in die Seite.
„DA sitzt die Frau Ihrer Alp..äh – Ihrer Träume, richtig?!“
„Woher wissen Sie? Ist das so offensichtlich?“
„Und Sie wollen sie beeindrucken, richtig? Dann laufen Sie los! Sonst geht sie wieder weg! LAUFEN SIE!“ Meinhard machte vor Schreck einen Sprung, warf den Picknickkorb von sich und spurtete los. Rudi fing den gut gefüllten Korb auf und sah der Sportskanone hinterher.
Zur gleichen Zeit  hatte auch Sportacus ein Auge auf den Bürgermeister geworfen. Er stand auf der Plattform des Luftschiffes und spähte durch das Fernrohr.
„Das er vorher trainiert, finde ich ausgezeichnet. Er ist wirklich in Form“, dachte er laut und beobachtete ihn weiter. Senta hatte von ihrer Puderdose aufgesehen. „Du meine Güte, was für eine Energie! Aber hören Sie, muten Sie sich nicht zuviel zu! Denken Sie an heute Nachmittag!“, rief sie und Meinhard befolgte ihren Rat und ging es ein wenig langsamer an.
„Los, Herr Bürgermeister! Sie schaffen es!“, rief Freddie um so lauter. Meinhard lief wieder etwas  schneller. Freddie lehnte sich entspannt an einen Baum und guckte in den Picknickkorb. Er warf alles Obst, was darin zu finden war, ins nächste Gebüsch. Nur den Schokomuffin behielt er für sich.
Meinhard hielt durch und wenn er zu erschöpft war, dann verschwand er kurz aus Senta's Reichweite um sich zu erholen.

Nach einigen Minuten hielt seine Herzensdame besorgt Ausschau. „Ihm wird doch nicht die Puste ausgegangen sein? Ach, da ist er ja! Du meine Güte, Sie haben ja Ausdauer! Aber wollen Sie sich nicht lieber zu mir setzen?“
„SPORTSKANONE MEINHARD!“, rief Freddie. „Einfach unglaublich der Mann! Er läuft und läuft und läuft....oder sehe ich da einen Anflug von Müdigkeit?! Nein, da hab ich mich getäuscht! Er scheint frisch und munter! Das wird ein sensationeller Bericht!“
Der Bürgermeister lief tatsächlich weiter, Runde um Runde. Nicht nur Senta Senfdazu war beeindruckt, auch Stephanie's Freunde waren ganz erstaunt. Meinie saß in seinem geliebten Tretauto und vergaß vor Bewunderung fast das Treten. Ziggy und Trixie waren auf dem Sportplatz und hatten eigentlich Fußball spielen wollen, aber jetzt zählten sie die Runden, die der Bürgermeister drehte. „Wetten, es dauert nicht lange und gleich ist er fix und alle!“
„Neeee, bestimmt nicht!“, meinte Ziggy. „So schnell macht er nicht schlapp!“
Pixel beobachtete Meinhard mit seiner Kamera und war genauso verwundert. Aber auch besorgt: Anhand seiner Daten überprüfte er Atmung und Herzschlag und kam ziemlich schnell zu dem Schluss, dass es der Bürgermeister mit dem Training übertrieb. Das war auch Sportacus aufgefallen und er hatte sich schon auf den Weg gemacht – und nicht nur er.
„Onkel Meinhard, was tust du da?!“, rief Stephanie entsetzt und lief auf ihn zu, „Du verausgabst dich völlig! Du musst unbedingt eine Pause machen!“
„Später, später!“, schnaufte er und blickte möglichst unauffällig in Senta's Richtung. „Nur noch ein bisschen....“

Jetzt war auch Sportacus zur Stelle. „Stephanie hat recht! Sie müssen aufhören! Jetzt und sofort! Sie sind vollkommen erschöpft!“ Meinhard beendete seinen Lauf, wenn auch nur widerwillig. „Ich -  und – er -  schöpft?! - Aber - wenn – Sie - meinen...SCHNAUF!“ Freddie war wegen Sportacus vorsichtshalber in Deckung gegangen. Das hatte er sich gleich denken können, dass ihm der Superheld wieder einen dicken Strich durch die Rechnung machen würde! Er hatte gehofft, Meinhard mit dem Training so auspowern zu können, dass er am Nachmittag viel zu schlapp wäre, um nur noch einen Finger zu rühren. Aber vielleicht hatte Freddie sein Ziel schon erreicht. Die Sportskanone sah ziemlich geschafft aus. Sportacus und Stephanie hatten Meintsgut auf die Bank gesetzt. Senta fächelte ihm Kühlung zu und der Superheld reichte ihm eine Flasche Wasser. „Trinken Sie langsam, Schluck für Schluck, dann geht es Ihnen bald besser.“  Freddie traute sich aus seinem Versteck. „Na sowas, Sie machen schon schlapp?“ fragte er abfällig. Stephanie sah ihn erbost an. „Nein, er macht eine Pause! Wo ist eigentlich der Picknickkorb?“
„Keine Ahnung“, schwindelte der falsche Reporter und strich sich die Kuchenkrümel vom Anzug.
Stephanie's Freunde kamen von allen Seiten hinzu und wollten wissen, was los war.
„Sie sehen so fertig aus, Herr Bürgermeister. Ihnen hat das Training doch nicht etwa geschadet?“, wollte Meinie wissen.
„Nach meinen Berechnungen hätten Sie längst eine Pause einlegen sollen“ , bemerkte Pixel.
„Was war denn los mit Ihnen? Wollten Sie etwa einen Rekord aufstellen?“
Meinhard bekam langsam wieder Luft. „Ich weiß nicht was in mich gefahren ist“, meinte er, dabei wusste er sehr gut, dass er sich hatte hinreißen lassen. Was würde er nicht alles für Senta tun?
„Sie waren zu ehrgeizig, das kommt vor“, sagte Sportacus.
„Wie geht es Ihnen jetzt, Meinhard?“, fragte Senta besorgt.
„Oh mir geht es ganz wunderbar“, meinte er. Er stand auf und auf einmal war ihm, als hätte er Pudding in den Knien. Nur wusste er nicht recht, ob das vom Sport kam oder von Senta.
Stephanie schlug vor, dass er sich Zuhause ein wenig hinlegen sollte. Meinhard befolgte den Rat, wenn auch nur ungern. Er wollte vor Senta keine Schwäche zeigen.

Während Stephanie und Sportacus den Bürgermeistern nach Hause brachten, sahen ihnen die anderen ein wenig besorgt nach. Bis auf Rudi Rastlos natürlich.
„Schade, schade. Wie es aussieht, hat es unsere Sportskanone umgehauen. Ich hätte mehr von ihm erwartet. War wohl alles heiße Luft.“
„Jetzt machen Sie mal halblang! Er wird sich schon beweisen, Sie werden sehen!“, sprach Senta entschlossen und die Kinder stimmten ihr zu, bis auf Trixie. Sie war nämlich genauso skeptisch wie Rudi, der nicht aufhören konnte zu spotten.
„Wenn er schon beim Training versagt, wie wird das beim Sportfest sein?“
„Er hat sich nur ein wenig übernommen, sonst nichts“, verteidigte ihn Meinie. „Das wird heute Nachmittag anders. Da wird er seine Kraft besser einteilen und zeigen, wie sportlich er ist!“
„Hach, genau wie früher!“, jauchzte Senta. „Kinder, ihr hättet ihn damals sehen sollen! Er war ein sportliches Ass! Gelaufen ist er wie ein junger Gott und springen konnte er wie ein Reh!“ Trixie lachte auf. „Das kann ich mir jetzt gar nicht vorstellen!“
„Das musst du auch nicht, junge Dame! Aber glaub mir, du hättest nicht gelacht sondern gestaunt!“
„Naja gut, früher war das wohl möglich. Nur jetzt springt er nicht mehr wie ein Reh, sondern wie ein Nilpferd!“ Senta machte ein höchst empörtes Gesicht und Meinie wies seine Freundin sofort zurecht. „Trixie! Du bist unmöglich! Gut, das Stephanie das nicht gehört hat! Und erst der Bürgermeister! Du solltest dich wirklich was schämen!“
„Lass dir und allen anderen Zweiflern gesagt sein: Ihr werdet vor Staunen den Mund nicht mehr zukriegen! Und Sie, Herr Rastlos – Sie schreiben gefälligst einen einzigartigen, sensationellen Bericht über ihn!“
„Das werde ich auf jeden Fall, Frau Senfdazu“, sagte Freddie gedehnt und hegte finstere Gedanken.

Am Nachmittag war Meinhard frisch erholt und  frohen Mutes, als er sich mit seiner Nichte Richtung Sportplatz begab. „Und du fühlst dich wirklich fit, Onkel Meinhard?“
„Fit? Ich fühle mich zwanzig Jahre jünger! Mindestens!“, lachte er.
Bald hörte man die jubelnde Menge. Der Sportplatz und das Podium waren festlich geschmückt. Die Bewohner saßen auf der Tribüne und mittendrin war Senta Senfdazu, die sich für dieses Ereignis richtig aufgedonnert hatte. Das auffälligste an ihr war der große, rosafarbene Hut mit einer breiten Krempe, die mit allerlei bunten Blumen geschmückt war. Neben ihr saßen die Kinder.
„Na, wenn's regnet können wir uns wenigstens bei ihr unterstellen“, sprach Trixie zu den anderen. Senta überhörte das. Sie hatte nur Augen und Ohren für ihren Meinhard.
„Sagte ich, dass ich mich mindestens zwanzig Jahre jünger fühle?! Ich fühle mich alt – älter als je zuvor!“ Der Bürgermeister stand da wie eine Statue, aber er zitterte und bebte am ganzen Körper. „Was habe ich mir nur gedacht in Gottes Namen? Ich bin noch nicht soweit – ich werde mich vor allen blamieren, am meisten vor IHR!“
„Das wirst du nicht!“
„Wie sie mich anschaut! Sie hält so große Stücke auf mich! Wenn ich sie enttäusche, dann ist alles aus! Aber nicht nur das: Es kommt in die Zeitung, Stephanie! Ich weiß nicht was schlimmer ist!“ Der Kristall von Sportacus blinkte auf. Die Ängste vernebelten Meinhard die Sinne, dass er keinen Schritt mehr gehen konnte. Die Liebe zu Senta, die Verantwortung gegenüber der Stadt und die Angst zu versagen – das alles schwirrte ihm im Kopf herum.  Sportacus und Stephanie mussten ihm Mut zusprechen. „Was ist denn? Wann geht es denn los?“ fragte Ziggy und wibbelte ungeduldig auf seinem Platz herum.
„Oh – oh!“ Pixel tippte an seinem Scanner herum. „Das sieht nicht gut aus! Der Bürgermeister scheint hochgradig nervös zu sein, Atmung und Puls steigen an!“
„Kann ich verstehen, gab Meinie zu. „Da wäre jeder nervös!“
„Ach, er schafft das schon!“, rief Senta und schwenkte ein gelbes Fähnchen, „MEINHARD, NUR MUT! ICH GLAUBE AN SIE!“ Nicht mehr lange, dachte sich Freddie Faulig. Es konnte die Enttäuschung der Zuschauer kaum erwarten und bedauerte, kein faules Obst mitgebracht zu haben. Powersnacks erfüllten für Freddie nur dann einen Zweck, wenn es gammelig war. Man konnte damit so schön nach Leuten werfen...

Meintsgut hatte endlich Mut gefasst und hielt erst einmal eine Rede. Er war stolz, sein Können unter Beweis zu stellen und machte klar, dass er vor allem sehr aufgeregt war und er erzählte von seiner Jugendzeit als Sportler. Die Angst wich ein wenig und die Rede wurde immer länger. Meinhard kamen seine ganzen Erfolge wieder in den Sinn und erzählte, wie er diese und jene Medaille gewonnen hatte und diesen und jenen Pokal. Ihr Onkel war so vertieft, dass er ganz und gar vergaß wofür er hier war. „Herr Bürgermeister“, sagte Sportacus leise und tippte ihn an, „Ich störe Sie ungern, aber Sie müssen zum Ende kommen!“
„Ach Gottchen, ja! Sie haben recht! Jetzt haben Sie das Wort, Sportacus!“
Der Superheld betrat das Pult und erklärte allen, was der Bürgermeister zu tun hatte. Sportacus hatte sich für den Bügermeister folgendes ausgedacht: Als erstes käme das Weitspringen, danach sollte er drei Runden nach Zeit laufen und als drittes könnte der Bürgermeister selbst eine Sportart wählen.

Während Meinhard Aufwärmübungen machte, ging Freddie zur Absprungstelle und tat so, als würde er sich alles genau anschauen und sich Notizen machen. Er ließ absichtlich seinen Bleistift fallen und während er in die Hocke ging, griff er in die Tasche und zog eine violette Tube Alleskleber hervor. Schnell bestrich er damit den Boden. Er brauchte nicht viel davon und von weitem sah man kaum, dass etwas auf dem Boden klebte. Er steckte die Tube schnell wieder weg  und den Bleistift klemmte er sich hinter das Ohr. Der Bürgermeister machte sich fertig für seinen ersten Weitsprung. Neben ihm stand Sportacus. „Ruhig atmen. Sie schaffen es!“

Die Menge bebte, dann kehrte Stille ein. Die Nerven waren zum zerreißen gespannt bis Meinhard endlich Anlauf nahm. Er wurde schneller und kurz bevor er sprang, kam es ihm so vor, als hielte ihn etwas am Boden. Der Sprung misslang. Er warf die Arme nach vorne und machte im weichen Sand einen Bauchklatscher. Stephanie und Senta schrien vor Entsetzen auf. Meinie, Ziggy, Pixel und Trixie sagten gar nichts, rissen dafür Mund und Augen weit auf.
Meinhard lag da und wusste nicht, wie ihm geschehen war. Er stand auf, blickte zurück und sah seine Turnschuhe an der Absprungstelle kleben.
„Ist Ihnen was passiert?“, fragte Sportacus erschrocken und klopfte dem Bürgermeister den Sand aus dem Sportanzug. „Nein, mich hat es nur aus den Schuhen gehauen, aber wie konnte das geschehen?“
„Falsche Sprungtechnik, Herr Bürgermeister!“, meinte Freddie und verkniff sich das Grinsen.
„Ach, Unsinn!“, sagte Sportacus und wollte die Schuhe aufheben, aber sie klebten bombenfest.  „Das gibt’s doch nicht!“ Der Held zerrte noch fester und zerriss das Schuhwerk unabsichtlich in zwei Teile! Sportacus starrte auf die am Boden festklebenden Gummisohlen und auf die kläglichen Überresten in seinen Händen. „Das tut mir furchtbar leid, Herr Bürgermeister! Das wollte ich nicht!“
„Schon gut, es sind ja nur Schuhe. Ich bin froh, dass ICH nicht festklebe!“
Die Zuschauer hatten sich von dem ersten Schrecken erholt. Stephanie sah besorgt auf ihren Onkel. „Ein Glück, dass er sich nichts getan hat. Das hat im ersten Moment ziemlich schlimm ausgesehen.“
„Da würde ich mir keine Gedanken machen“, flüsterte Trixie zu Meinie rüber, „mit seinem dicken Bauch fällt der immer weich, hihi!“ Meinie sah sie mit zusammengekniffenen Augen an.
„Sag mal – hast DU ihm diesen Streich gespielt?“
„WAS? Hast du sie noch alle?!“
„Das sieht dir aber ähnlich, gib's zu!“
„Und wie hätte ich das machen sollen, häää?! Wo saß ich denn die ganze Zeit, häää?!“
„Hier! Aber wo warst du VOR dem Sportfest?“
Trixie wollte gerade ein Donnerwetter beginnen, als Senta entnervt dazwischen ging.
„Könnt ihr Kinder nicht einmal RUHE geben?! Außerdem geht es jeden Moment weiter, ich möchte keine Minute verpassen!“

Sportacus hatte für den Bürgermeister neue Turnschuhe besorgt und Meinhard machte sich für den zweiten Sprung bereit. Wieder wurde es still, wieder hielten alle den Atem an –  schließlich lief Meintsgut los und – erschrak! Direkt vor seinen Füßen wuselte etwas umher, etwas kleines und sehr haariges... Trotz Entfernung sah es Senta von ihrem Platz aus sehr deutlich. „EINE MAUS, WIE ENTSETZLICH!!!“ Das graue Tierchen wuselte ununterbrochen zwischen Meinhard's Füßen herum, so als hätte er irgendetwas besonderes an sich.
„Ach Gottchen, ach Gottchen, was soll denn das? Husch – husch, kleines Mäuschen! Ohje, hoffentlich riechen meine Füße nicht nach Käse!“
Trixie stieß Meinie von der Seite an. „Damit hab ich auch nix zu tun, falls du jetzt was sagen willst!“
„Ist ja schon gut, ich nehme alles zurück! Aber merkwürdig ist das trotzdem!“
„Und es sieht wirklich lustig aus! Haha, wie er da rumtänzelt! Echt klasse Beinarbeit!“
Stephanie sah ihre Freundin strafend an. „Ein wenig Mitleid könntest du schon mit meinem Onkel  haben!“
„Du hättest hören sollen, was sie heute Vormittag über ihn gesagt hat...und erst vor ein paar Minuten..AUA!“ Promt hatte Meinie von seiner frechen Nachbarin einen Stoß zwischen die Rippen gekriegt. Pixel schüttelte nur den Kopf und Stephanie sah wieder auf den Sportplatz. Der kleine Ziggy  hatte im Moment ganz andere Sorgen. „Hoffentlich tritt er nicht auf die kleine Maus!“

Meinhard sprang umher, drehte sich und  fiel diesmal rücklings in den Sand. Freddie Faulig schnappte sich das Tierchen. „Ich setze das kleine Ding mal ins Gras“, meinte er. Er entfernte sich vom Platz und steckte sich sein Spielzeugmäuschen unbemerkt in die Tasche.
„Schon wieder ein Reinfall“, seufzte der Bürgermeister. „Jetzt muss es aber klappen.“
Der dritte und letzte Versuch: Meinhard gab sich alle Mühe, aber diesmal war nicht Freddie Schuld, sondern Senta! Kurz vor dem Absprung schrie sie in die Stille hinein so laut seinen Namen, dass er erschrocken zusammenfuhr, stolperte und in den Sand fiel.  Von der Tribüne war ein  erschrockenes „AAAHH!“ und danach ein enttäuschtes „OOOHHH!“ zu hören.
Nur von Freddie kam ein lautes „HAHA!“ Er schlug sich mit der flachen Hand auf den Mund und hoffte, dass das niemand gehört hatte. Senta wollte vor Scham am liebsten im Boden versinken. „Ich hab ihn doch nur anfeuern wollen! Oh Meinhard, das tut mir so schrecklich leid! Und das auch noch vor allen Leuten!“
„Ich wäre dafür, dass wir den Weitsprung wiederholen“, urteilte Sportacus salomonisch. „Am Bürgermeister hat es nicht gelegen, dass waren Unglücksfälle.“
„Oh nein, das zählt!“, sprach Freddie schnell. „Gesprungen ist gesprungen! Schreiten wir lieber zur nächsten Disziplin! Und wer weiß, vielleicht liegt ihm das Laufen mehr als das blöde Gehopse – ich meine, als das Weitspringen.“

Als Meinhard nach einer kleinen Pause zum Zeitlaufen antrat, fühlte er sich wieder besser. Er war sich sicher, alles wieder wettmachen zu können. Er sollte drei große Runden um den Sportplatz laufen. Meinhard fühlte sich fit wie noch nie, aber der Superheld redete ihm ins Gewissen.
„Auch wenn es um Zeit geht, heißt das nicht, dass Sie wie ein Weltmeister laufen müssen. Teilen Sie Ihre Kräfte ein und wenn Sie wirklich nicht mehr können, dann lassen Sie es. Was Sie geschafft haben, haben Sie geschafft. Das zähle ich auf jeden Fall.“
„So ein Schmarrn!“, rief Rudi der Reporter. „Entweder zeigt er sein ganzes Können oder gar nicht! Schließlich sind wir nicht auf einer Kindergartenveranstaltung! Sportskanone Meinhard soll zeigen, ob er wirklich eine Sportskanone ist!“

Meinhard lief, aber diesmal war er schlauer. Er ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und wollte auch nicht der Schnellste sein. Er versuchte alle Gedanken aus seinem Kopf zu verdrängen und konzentrierte sich auf den Lauf. Stephanie und ihre ganzen Freunde jubelten.  Freddie gönnte ihm den Erfolg kein bisschen. Er stellte sich an den Rand der Laufbahn und als Meintsgut in seine Nähe kam, drückte er auf das Blitzlicht. Für einige Schrecksekunden taumelte er umher.
„Uuuups, entschuldigung!“, flunkerte Freddie. Meinhard rieb sich die Augen und blinzelte.
„Huch, wo muss ich denn hin, ich sehe kaum was!“
„Keine Sorge, Sie sind auf dem richtigen Weg! Immer der Nase nach!“
„Danke, Herr Rastlos! Bin ich immer noch richtig?“
„GOLDRICHTIG, Herr Bürgermeister!“, log Freddie. „Das ist der Weg zum Sieg! Nur Mut!“
„Ja dann ist alles in Ordnung!“
Indessen glaubten Stephanie und die anderen Zuschauer ihren Augen nicht zu trauen.
„ONKEL MEINHARD! ONKEL MEEEIINNHAAAARD!! WO WILLST DU DENN HIN?!“
„ZUM ZIEL WILL ICH !“, rief er zurück und kniff die Augen zusammen um besser sehen zu können. Er glaubte auf dem Sportplatz zu sein, in Wahrheit hatte er sich entfernt und lief immer weiter auf die Stadtmitte zu. Sportacus konnte gerade rechtzeitig verhindern, dass der Bürgermeister gegen eine Telefonzelle stieß.  „Ich habe mich schon gewundert, warum ich mein Publikum nicht mehr jubeln höre“, sagte der Bürgermeister zu dem Superhelden, der ihn wieder auf den richtigen Weg zurückführte. Von da an überwachte ihn Sportacus genauer und wenn Rudi wieder versuchte ein Foto zu machen, dann war der Superheld zur Stelle. „Bitte halten Sie genügend Abstand“, sagte Sportacus und schob Rudi ein ganzes Stück zur Seite. Das war ihm natürlich überhaupt nicht recht und er hätte vor Wut am liebsten in seine Kamera gebissen!

Meinhard lief die drei Runden gleichmäßig und ohne Pause. Als er das Ziel erreichte, sah Sportacus auf die Stoppuhr: Für jemanden, der noch gar nicht so lang trainiert hatte, war das eine beachtliche Zeit. Der Bürgermeister war ziemlich geschafft. Er blickte auf die Tribüne und als er den Jubel vernahm, waren seine Glücksgefühle unbeschreiblich.  Es klang genauso wie damals, als er als junger Mann die Zielgerade überschritten hatte. Und seine Herzensdame? Die warf ihm ununterbrochen Luftküsse zu.
„Iss mir schlecht“, maulte Freddie.
„Herr Rastlos? Sie können jetzt Ihre Schnappschüsse machen!“, rief Sportacus dem Reporter zu, aber der schien irgendwie beleidigt zu sein. Er stand mit verschränkten Armen in der Gegend herum und zog ein Gesicht, als hätte er den Geschmack von sauerer Milch im Mund. Der Superheld fand das mehr als eigenartig. Das war eine höchst seltsame Arbeitsweise für einen Reporter. Als der Beifall abgeflaut war, betrat Sportacus das Pult und verkündete, dass sich der Bürgermeister die dritte Disziplin aussuchen könnte. Das war leichter gesagt als getan. Rudi, bzw. Freddie trat an Meinhard heran. „Ich hätte da einen Vorschlag, wenn's genehm ist. Wie wäre es mit Hürdenlauf?“
Er rieb sich die Hände, weil ihm wieder die gemeinsten Ideen kamen.
„Ach Gottchen, nein!“, rief Meintsgut. „Also das kann ich beim besten Willen nicht, da nehme ich lieber etwas anderes. Ich dachte da an Seilspringen.“
„BITTE WAS?!“
„Ist das verkehrt?“
„Das ist lachhaft!“
„Sagen Sie, Sportacus“, rief der Bürgermeister zu ihm hinauf, „Wäre Seilspringen in Ordnung? Oder etwa nicht?“
„Das wäre fabelhaft! Wir können zählen, wieviele Sprünge Sie schaffen!“
„Nicht so schnell!“, rief Freddie dazwischen. „Wir beraten noch!“
„WIR? Der Bürgermeister hat zu entscheiden!“, sagte Sportacus. „Sie halten sich bitte ganz raus.“
„Er hat mich um Rat gefragt!“
„Das habe ich gar nicht!“

„Jetzt überlegen Sie doch mal, wählen Sie eine Sportart, in der Sie glänzen können!“
„Ja eben! Seilspringen!“
„ER WÄHLT HÜRDENLAUF!“, rief Freddie.
„Aber nicht doch, nein....“
„HÜR – DEN – LAUF!!“, schrie Freddie wieder. Sportacus  zog misstrauisch eine Augenbraue hoch.  Den Zuschauern kam es auch seltsam vor. Man konnte deutlich sehen, dass Meinhard nicht glücklich darüber war und versuchte, den Reporter zu übertönen.
„Herr Bürgermeister, kommen Sie bitte zu mir“, sprach Sportacus. „Jetzt sagen Sie es laut und deutlich ins Mikrophon: Was wählen Sie?“
„SEILSPRINGEN!“
Freddie schlug die Hände über den Kopf zusammen. Die Zuschauer waren im ersten Moment selbst etwas verwundert, aber das legte sich schnell. „Das ist eine wunderbare Disziplin, in der Ausdauer und Geschick gefragt sind!“, erklärte der Superheld durch das Mikrophon. Er blickte zum Luftschiff, rief laut und deutlich: „Springseil“ und überreichte es dem Bürgermeister.

„Darf ich mal sehen, bitte?“ fragte Freddie, entriss es ihm und drehte beiden Männern den Rücken zu. „Ist es auch brauchbar? Es wäre nicht zu verantworten, wenn der Bürgermeister ein kaputtes Sportgerät bekäme.“
„Es ist vollkommen intakt“, meinte Sportacus und nahm es schnell an sich. Er hatte bei Rudi ein ungutes Gefühl. „Ich habe noch gar nicht richtig geguckt!“, meinte dieser und schnappte es sich erneut. „Da ist gar nichts dran, das versichere ich! Es ist brandneu!“ sagte Sportacus leicht genervt und griff danach.
„Und wenn dem Bürgermeister die Farbe der Griffe nicht gefällt?“
„Och, ich finde es eigentlich ganz hübsch. Aber darauf kommt es eigentlich gar nicht an, oder?“
Sportacus öffnete die Hand. „Geben Sie mir bitte das Seil zurück. Auf der Stelle!“
Freddie musste nachgeben. Er fand keine Möglichkeit irgendetwas zu machen, um den Bürgermeister vor allen Leuten bloßzustellen.

Ein wenig überrascht sah er zu, wie der Bürgermeister gekonnt und ohne einmal abzusetzen über das Seil sprang.  Das er so geübt war lag daran, dass er sich schon öfter das Springseil seiner Nichte ausgeliehen hatte. Nur hatte er das heimlich getan. Nicht mal Stephanie wusste davon, weil ihm das irgendwie peinlich vorgekommen war. Aber jetzt zahlte sich das ganze Training voll und ganz aus.
„Hätte ich dem Fettwanst gar nicht zugetraut“, dachte Freddie laut.
„Bitte WAS sagten Sie gerade?!“ Sportacus stand direkt hinter ihm.
„Hätte ich dem Mann gar nicht zugetraut!“, sagte Freddie schnell.
„Dann habe ich mich gerade verhört.“
„Ja, ganz bestimmt“, meinte Freddie und bekam knallrote Ohren.
Trixie hatte ähnliche Gedanken. Auch sie musste zugeben, dass Stephanie's Onkel keine schlechte Figur abgab. Staunend sah das Publikum zu, wie Meinhard sprang und scheinbar gar nicht aufhören konnte. Freddie hatte sich im Schneidersitz auf den Boden gesetzt und grübelte, dass ihm der Kopf qualmte.  Sein Blick fiel auf Senta und ihren riesigen Hut. Seine Mundwinkel zogen sich augenblicklich nach oben. „Dreiundzwanzig, vierundzwanzig, fünfundzwanzig“, zählten die Zuschauer mit und waren ganz aus dem Häuschen. Senta fächelte sich ununterbrochen Kühlung zu. Diese Aufregung war für sie einfach unerträglich. „Hä, nanu? Ich saß doch gerade im Schatten?“ wunderte sich Trixie und ihr fiel als erste auf, dass Senta's Hut verschwunden war. Sie blickte nach oben und sah gerade noch die Hutkrempe verschwinden. Mit Hilfe einer Angel hatte sich Freddie das gute Stück geschnappt und kletterte von der Leiter, die er hinter der Tribüne aufgestellt hatte.
„MEIN HUT, MEIN SCHÖNER UND TEURER HUT!“, kreischte Senta, dass alle zusammenzuckten. Meinhard erschrak fürchterlich und stolperte über seine eigenen Füße.

Er rappelte sich schnell wieder auf und  lief geistesgegenwärtig dem Hut hinterher, den Freddie wie eine Frisbeescheibe weit von sich geworfen hatte.
„Lassen Sie nur, Sportacus, ich mach das schon!“ rief der Bürgermeister dem etwas verdutzten Superhelden zu und lief los, immer hinter Senta's Kopfbedeckung her. Ein Windstoß kam auf und wehte ihn immer höher, aber Meinhard gab nicht auf und kletterte über Mauern und sprang über Mülltonnen hinweg. Natürlich nicht so elegant, wie es sonst Sportacus tat – aber alle Achtung! Stephanie stand auf und reckte sich, um ihren Onkel nicht aus den Augen zu verlieren. Nach einem Weilchen entschied sich Sportacus doch noch, dem Bürgermeister zur Hand zu gehen. Der große und teure Hut landete nämlich genau auf einer Baumkrone. So schmückend es auch aussah, der Hut musste von dort irgendwie runtergeholt werden.
„Das lassen Sie mich besser machen. Ich werde mit meinem Luftschiff darüber fliegen und den Hut von der Baumkrone nehmen. Oder ich könnte den Luftsurfer nehmen, das ginge auch.“

„Ich wäre eher für das Schiff. Mir kommt da nämlich eine Idee. Wenn Sie nichts dagegen haben, meine ich.“ Natürlich hatte Sportacus nichts dagegen. Sie versuchten es zu zweit. Sportacus' Schiff schwebte über den Baum und der Held ließ die Strickleiter herab. Meinhard kletterte sie langsam Schritt für Schritt hoch, während der Superheld ein Auge auf ihn hatte.
„Halten Sie sich gut fest und wenn Sie Angst haben, dann sagen Sie es ruhig!“
„Es wird schon gehen. Aber könnten Sie mit Ihren Schiff ein klein wenig nach rechts? Nur ein bisschen – dann komm ich ran!“ Die Tribüne war leer, alle hatten sich auf den Weg gemacht und beobachteten die „Rettungsaktion“ von Senta's Hut.  
„Das Sie mir um Himmels willen nicht runterfallen, Meinhard! So wichtig ist er mir auch wieder nicht! Obwohl er sehr viel gekostet hat und von meinem Lieblingsdesigner ist!“
Sportacus leistete mit seinen Flugkünsten Maßarbeit. Nun brauchte der Bürgermeister nur noch nach dem Hut zu greifen. Der Kristall des Superhelden meldete augenblicklich Gefahr. Als Meinhard den Hut von der Krone nahm, flog ihm ein kleiner Singvogel entgegen, der darunter gefangen gewesen war. Vor Schreck ließ der Bürgermeister die Sprosse los – Sportacus bekam   Meintsgut gerade noch rechtzeitig zu fassen. Er selbst hing wie ein Trapezkünstler kopfüber an der Leiter und hatte Meinhard's rechte Hand ergriffen. In der linken Hand des Bürgermeisters befand sich der Hut, der vollkommen unbeschadet war. Er setzte ihn sich auf, damit er die Sprosse greifen und langsam hinuntersteigen konnte. Die Kinder und Senta umringten ihn und wollten natürlich wissen, ob alles in Ordnung war. Meintsgut setzte den großen Hut ab und überreichte ihn Senta, der ihr natürlich viel besser stand.
„Er hat nicht mal einen Kratzer, vielleicht hier und da ein paar Federn – aber sonst...“
„Hauptsache, Ihnen ist nichts passiert! Das war eine mutige Aktion von Ihnen!“ sprach Senta begeistert. „Wenn Sie so weitermachen, dann werden Sie noch zum Superhelden!“
„Ach Gottchen, ach Gottchen!“ Meinhard wurde richtig verlegen.

„Machen Sie ein Bild von meinem Onkel!“, rief Stephanie zu Rudi Rastlos, der auf sie zukam. „Das ist wirklich eine Super – Story!“
Rudi lachte hämisch. „HA! Als ob mich das interessiert! Was ist mit dem Sportfest?! Was ist mit der Leistung des Bürgermeisters? Nur das zählt!“
„Haben Sie Tomaten auf den Augen und Sellerie in den Ohren?!“, rief Trixie zornig. „Haben Sie nicht gesehen was gerade passiert ist?!“
„Natürlich hab ich das! Nur wenn er selbst auf den Baum geklettert wäre, das wäre sensationell gewesen! So aber...“
„Jetzt hören Sie mit Ihren Ausreden auf!“, rief Trixie und stampfte mit dem Fuß auf. „Wir alle haben gesehen, wie er gelaufen und gesprungen ist, als er hinter dem Hut her war! Mal ehrlich: DAS hätte ich nicht von ihm erwartet! Er war – nein er IST -  wirklich eine Sportskanone!“
Wenn Freddie ganz ehrlich war, dann musste auch er zugeben, dass Trixie recht hatte. Trotzdem suchte er verzweifelt nach einem Ausweg. „Aber der Weitsprung....das Seilspringen....das kann man alles nicht zählen! Und das Zeitlaufen....so schnell war er auch wieder nicht....“

„Und doch haben wir alle gesehen, was ihn ihm steckt!“ Stephanie sah ihren Onkel freudestrahlend an. „Um Senta's Hut zu retten ist er in Rekordzeit gelaufen, über jede Mauer ist er gesprungen, ohne dass ihm die Puste ausging! Jetzt sagen Sie selbst, Herr Rastlos: Mein Onkel ist die Sportskanone in Person!“
Sportacus nickte. „Er hat sich den Pokal redlich verdient!“
„Wie...Pokal?“ Meinhard konnte es nicht glauben. „Ich habe seit Jahren keinen mehr gewonnen....“
„Wir sollten sofort zur Siegerehrung schreiten“, meinte Sportacus und ging voran. Alle außer Rudi folgten. Entsetzt sah er zu, wie der Bürgermeister feierlich den Pokal überreicht bekam, ihm alle auf die Schulter klopften und Senta ihm lauter kleine Küsschen auf die Wangen drückte.
„Herr Rastlos, wo bleiben Sie? Sie müssen ein Foto machen!“, rief Ziggy.
Rudi schnappte nach Luft. Dann verlor er endgültig die Beherrschung.  „DAS IST EINFACH LÄCHERLICH!!!“ Allen Anwesenden blieb vor Schreck beinahe das Herz stehen.
„A – aber was haben Sie denn? Was ist denn los?“, fragte Stephanie. Der Reporter sagte nichts mehr, er warf nur wutentbrannt seine Kamera zu Boden. Ein greller Blitz war alles, was er noch sah bevor er umhertaumelte. „HILFE! Ich sehe nur noch Sterne!“ Sportacus lief zu ihm.
„Keine Angst, das wird wieder. Ruhig Blut.“
„Fassen Sie mich nicht an! Gehen Sie weg, ich brauche Ihre Hilfe nicht!“ Er stieß Sportacus beiseite, ging ein paar Schritte, stolperte und verfing sich in der Strickleiter des Luftschiffes. Ein Arm und ein Bein hing zwischen den Sprossen und Rudi Rastlos drehte und verhedderte sich immer mehr. „HIIIIIILLLFEEEE!“ jammerte er kläglich.

„Dem Rudi kann geholfen werden“, sagte Sportacus und versuchte die Strickleiter und den Reporter zu entwirren.  Rudi's Hut war zu Boden gefallen und als er versuchte, seinen Arm aus der verdrehten Strickleiter zu ziehen, zog er sich umständlich die Jacke aus. Jetzt war er frei, aber nicht nur das. Jetzt sahen alle, mit wem sie es zu tun hatten:
„DAS IST JA FREDDIE FAULIG!“
„Was? Wie? Woran seht ihr das?“ Freddie sah sich um und blinzelte. Noch immer tanzten die Sternlein vor seinen Augen und erst als Sportacus ihm Jacke und Hut reichte und Freddie beides ertastet hatte, war er im Bilde. „So eine bodenlose Frechheit!“,  rief Senta entrüstet.
„Dann gibt es also keinen Bericht über meinen Onkel?“ Stephanie und Meinhard waren sichtlich enttäuscht. „Ein Artikel mit Foto wird auf jeden Fall erscheinen!“, sagte Senta und zog schnell ihr Handy aus der Tasche. „Das wäre doch gelacht! Und Meinhard, wissen Sie was? Beim nächsten Sportfest werden Sie auch dabei sein! Dann werden ganze Seiten über Sie in der Zeitung zu lesen sein, und wer weiß – vielleicht wird es ein Buch über Sie geben! „Meinhard Meintsgut – seine sportlichen Erfolge!“
„HUCH! Ach Gottchen! Dann bin ich mit einem Artikel schon zufrieden! Alles andere kann warten.“
„Du bist viel zu bescheiden, Onkel Meinhard. Aber du wirst doch weiter trainieren, hoffe ich?“
„Natürlich! So gut wie jetzt habe ich mich noch nie gefühlt! Aber das alles hätte ich nicht ohne Unterstützung geschafft. Ihr seit alle wunderbar! Und besonders Sie, Senta!“ Die Frau seines Herzens sah ihn überrascht an. „Sie haben mir Kraft gegeben und ich bin froh, dass Sie wieder zu mir aufsehen können....“ Im gleichen Moment wünschte er sich, er hätte das gar nicht gesagt. Seine Schüchternheit übermannte ihn. „Aber Meinhard, wie meinen Sie denn das? Ich habe Sie immer bewundert und geschätzt! Sie sind ein ehrlicher, liebenswerter und ehrgeiziger Mann! Obwohl ich zugebe, manchmal zu streng mit Ihnen zu sein...Aber wissen Sie was? Ich glaube wir zwei sollten unbedingt miteinander reden.“
„Alle mal herschauen, wir machen ein Foto!“, rief Sportacus. Er hatte eine Kamera samt Stativ organisiert. Die Gruppe positionierte sich. Meinhard stand ganz vorne und hielt den Pokal in die Höhe, Senta stand neben ihn und die Kinder drum herum. Sie alle lachten in die Kamera. Das zweite Bild schoss Stephanie, damit auch der Superheld auf das Bild kam. „Wir machen noch ein drittes!“, beschloss Senta und darauf waren nur sie und Meinhard zu sehen – und zwar wie sie sich küssten! „Bäh!“, sagte Ziggy und schüttelte sich. „Immer dieses Geknutsche!“
Danach war Stephanie in bester Laune und sang wie immer ihr Lieblingslied. Sportacus und die anderen tanzten fröhlich dazu. Freddie rieb sich die schmerzenden Augen und als er endlich wieder richtig gucken konnte, lief er nach Hause. Auf dem Weg grummelte und murmelte er etwas vor sich hin und war den Rest des Tages äußerst schlecht gelaunt. Am nächsten Morgen erschien die Zeitung wie immer druckfrisch bei allen Bewohnern der Stadt und dank Senta war auf der Titelseite zu lesen: „Sportskanone Meinhard ist zurück!“  Da Freddie sehr spät erwachte, kam er erst am  Nachmittag dazu, den Bericht zu lesen.  Er schäumte vor Wut! Er warf die Zeitung zu Boden und schritt auf seinen Sessel zu. Das Bild, das er von Senta ergattert hatte, lehnte genau daneben und die lila Kuh grinste ihn hämisch an. Der Bösewicht nahm seine Schmusedecke und warf es über das Bild. „So, jetzt kannst du von mir aus solange grinsen du willst!“

ENDE
Review schreiben