Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Verletzung

von cora-baby
GeschichteDrama / P12 / Gen
Alec Asha Barlow Logan Cale Max Guevara
10.08.2007
14.09.2007
6
17.507
1
Alle Kapitel
22 Reviews
Dieses Kapitel
7 Reviews
 
 
10.08.2007 2.180
 
@Dhana: Stimmt, es ist nicht Ashas Aufgabe sich über diese Art Dinge den Kopf zu zerbrechen, aber sie wurde ja - mehr unfreiwillig - von den Transgenos und Logan dazu gedrängt sich damit auseinanderzusetzen.
Mit diesen vielen verschiedenen S-1-W-Aufträgen wollte ich nur mal nebenbei verdeutlichen, dass Asha auch noch was anderes zu tun hat als Transgenos zu versorgen die sich aus Leichtsinn von den Familiars verletzen lassen. Ich hoffe ich beantworte mit dem folgenden - leider letzten - Kapitel alle deine Fragen.
Ich möchte mich hier noch mal gaaanz doll für all dein umfangreiches, anregendes, zuweilen lustiges *g* Feedback bedanken. Solche Feedbacks motivieren mich unheimlich zum schnellen Weiterschreiben.
@sweetdragon: auch an dich nochmal ein dickes 'Dankeschön' für deine Reviews.

Und jetzt zum Endspurt:
Teil 6

Am nächsten Abend, direkt nachdem sie die Sache mit dem neuen Waisenhaus unter Dach und Fach gebracht hatte und den Umzug der Kinder in ihr neues Zuhause ansatzweise organisiert hatte, ging sie ins Crash.

Max kam auf sie zu: „Hey, schön das du da bist. Komm mit.“

„Hab aber nicht viel Zeit! Ich muss gleich wieder arbeiten gehen.“

„Alec kommt erst in einer Stunde.“

„Dann werde ich ihn wohl verpassen. Ist er schon wieder zuhause, ja?“

„Schon seit gestern Nachmittag.“

„Wie geht’s ihm?“, sie ließ sich auf einen Stuhl fallen.

„Gut. Er jammert den ganzen Tag und versucht so Mitleid zu erhaschen.“

„Bei dir hat er da – schätze ich mal – weniger Erfolg als bei allen anderen Frauen.“

„Ganz genau!“, Max lachte und goss ihr Bier ein, „Der Typ ist echt unverbesserlich.“

Asha seufzte: „Was soll ich jetzt dazu sagen?“

„Nichts. Logan hat mir erzählt das ein Privatdetektiv einen meiner Brüder sucht?“

„Ein Anwalt hat deinen Bruder dabei beobachtet wie er auf eine drei Meter hohe Mauer gesprungen ist.“

„Trottel, der! Er heißt übrigens Nick. Logan meinte, das er nicht mehr wusste, ob er dir das am Telefon erzählt hatte. Er war im Stress, dachte sich aber später, das es dich vielleicht interessiert.“

„Besser spät als nie, nicht wahr? Wo ist er?“

„Zuhause. Irgendwas recherchieren.“

„Hm“, Asha sah sich um, „Hier ist heute generell relativ wenig los.“

„Einer vom Jam Pony gibt eine Party bei sich, deshalb ist hier Ebbe.“

„Geht Alec da nicht hin?“

„Ist er doch!“

„Und wieso kommt er in einer Stunde her?“

„Kommt mich abholen. Wir fahren zusammen nach Terminal City. Wenn er in der Lage ist wieder mit den Weibern rum zumachen, kann er auch wieder arbeiten, finde ich.“

„Amen, Schwester.“

Ein paar Minuten herrschte Schweigen, dann seufzte Max: „Ich muss mit dir über was reden.“

„Dachte mir schon, dass die Einladung nicht rein freundschaftlich war.“

„Nein“, sie schüttelte den Kopf, „Das war sie! Mit Betonung allerdings auf ‚war’.“

Überrascht sah Asha sie an: „Sie war freundschaftlich?“

„Ja“, die Transgeno lächelte, „Wirklich.“

„Das freut mich. Was hat sich geändert?“

„Alec.“

„Alec hat sich geändert?“, sie sah Max verwirrt an.

„Und wie! Es ist...also...ich machs kurz: ist was zwischen dir und ihm?“

„Zwischen Alec und mir?“

„Ja.“

„Nein.“

„Sicher?“

Asha lachte: „Schon, ja. Warum?“

„Er redet fast nur von dir. Es ist...ich hab ihn so noch nie erlebt.“

„Er spricht nur von mir?“

„Ja. Am Anfang...er hat allen einfach erzählt, das eine Freundin kam um sich um seine Verletzung zu kümmern – er hat den Anderen erzählt es sei ein Motorradunfall gewesen. Aber dann...ich meine nicht vor den anderen, aber vor Logan und mir...es geht immer nur: Wann habt ihr mit Asha gesprochen? Was hat sie gesagt? Kommt sie noch vorbei? Wie geht’s ihr? Was macht sie? Die ganze Zeit. Es nervt, aber darum geht es nicht.“

„Das überrascht mich ehrlich, Max. Die meiste Zeit die ich bei ihm verbracht habe, hat er in komatösem Schlaf gelegen.“

„Mag sein, aber das ändert nichts daran. Er kommt nachher auch nur her, weil er weiß, das wir uns treffen wollen.“

Asha versuchte nicht zu lächeln. Sie hatte gedacht, dass ihre Gefühle sich für ihn abkühlen würden, aber das hatten sie nicht. Ihr Bauch fing noch immer an zu kribbeln, wenn sie an ihn dachte.

Max sah sie prüfend an: „Also?“

„Also, denke ich, dass ich mit ihm reden muss.“

„Und dann?“

„Keine Ahnung, Max. Ehrlich.“

„Ich versuche herauszufinden, was du für ihn fühlst.“

„Erfolg?“, Asha lächelte unschuldig.

„Hält sich in Grenzen muss ich zugeben.“

Jetzt lachte sie: „Ich kann dir erzählen, was bei dem Gespräch herausgekommen ist, wenn du magst.“

„Das würde mich doch sehr freuen. Sprichst du heute noch mit ihm?“

„Nein. Ich muss wirklich noch arbeiten. Muss auch gleich los. Wirst du ihm erzählen, das wir darüber gesprochen haben?“

„Soll ich?“

„Nein.“

„Dann werde ich es nicht tun.“

Asha stand auf: „Ich ruf dich an.“

„Mach das. Ich freu mich.“

Sie winkte leicht und wollte gehen, doch dann vernahm sie erneut Max Stimme: „Und, Asha?“

„Hm?“

„Solltet ihr bei dem Gespräch entscheiden, das ihr was miteinander anfangt...“

„Ja?“, Asha war sich sicher, das jetzt die Schwester-Variante der Großer-Bruder-Drohung kam, von wegen sie solle ihm nicht wehtun usw.

„Es würde mich freuen.“

Asha musste ihre Überraschung anzusehen gewesen sein, denn Max lachte: „Ernsthaft. Die meisten Frauen mit denen Alec was anfängt...sie sind ihm nicht gewachsen. Bei dir wäre das anders.“

„Danke. Ich rufe dich an.“

„Okay. Bis dann.“

„Grüß Logan“, damit verschwand sie und war nach wie vor überrascht.

Später saß sie im Auto und bewachte die Eingangstür des Hauses in dem der Vielleicht-Fremdgeher mit seiner Frau wohnte. Asha war sicher, das er das Haus nicht verlassen würde. Ihre Gedanken schweiften ein wenig ab. Alec sprach ständig von ihr? Wieder lächelte sie darüber. Es gab natürlich eine Menge Gründe warum er das tun könnte, die alle nichts mit dem Herzen zu tun hatten. Aber Asha wollte glauben, das es der eine Grund war, der etwas damit zu tun hatte. Sie hatte sich definitiv in ihn verliebt. Und warum auch nicht? Sie hatte schon einmal festgestellt, dass er gut aussah und charmant war. Abgesehen davon war er stark, intelligent, engagiert – vielleicht ein wenig zu sehr – und er hatte Herz. Auch wenn er es zu verstecken versuchte. Für die Familie das eigene Leben opfern zu wollen zeugte davon, das die Phrase: ‚er würde für sie sterben’ nicht nur so dahingesagt war. Außerdem – mochte sein, dass es der wichtigste Grund war – konnte er mit einem einzigen Blick ihr Blut zum Kochen bringen. Und als er ihren Kuss erwidert hatte...Asha jagte ein wohliger Schauer den Rücken hinunter. Eine Gestalt näherte sich dem Haus. Asha vergaß ihre Überlegungen und begann zu arbeiten. Sie nahm ihr Fernglas und sah hindurch. Im Haus ging das Licht an, die Haustür öffnete sich und der Ehemann kam heraus. Er ging zu der verhüllten Person und küsste sie. Asha versuchte ein Gesicht zu erkennen. Auf jeden Fall stand die Frau gut im Training, das konnte Asha auch durch die Kleidung hindurch sehen. Dann drehte sich die verhüllte Gestalt halb in ihre Richtung.

Asha lachte laut auf: „Oh!“

Asha beobachtete die beiden Männer dabei, wie sie zu einem Auto gingen, das nur wenige Meter von ihrem Wagen entfernt geparkt war. Sie wollte den Motor starten um ihnen zu folgen, doch keiner der beiden zog einen Schlüssel aus der Tasche. Sie setzten sich auf die Rückbank und begannen sich zu küssen. Asha schlug sich die Hand vor den Mund und murmelte: „Oh, mein Gott. Oh, mein Gott. Oh, mein Gott. Nicht doch Jungs! Sucht euch doch ein Hotel!“

Sie nahm die Kamera und schoss ein paar Bilder auf denen der andere Mann gut zu sehen war. Als sie begannen sich gegenseitig auszuziehen, startete Asha den Wagen und fuhr los. Sie lachte immer noch, als sie ihre Wohnung betrat. Es überraschte sie eigentlich nicht, dass sie Alec auf der Couch sitzen sah.

Sie lachte ihn an: „Hey, Süßer. Wie geht’s dir?“, ohne anzuhalten schleuderte sie ihre Schuhe von den Füßen, warf Kamera und Fernglas auf den Sessel und ging in die Küche.

Sie hörte das er ihr folgte: „Gut. Was ist los?“

„Ich liebe meinen Job! Willst du auch einen oder nimmst du noch Schmerzmittel?“, sie hob die Whiskeyflasche ein Stück.

„Ja und ja.“

Sie goss zwei Gläser voll und reichte ihm eines, während sie an ihm vorbei ging: „Du weißt schon, das man das nicht tun sollte, hm? Medikamente und Alkohol?“

„Dann mache ich schon den ganzen Abend was falsch.“

„Ah, richtig. Wie war die Party?“, Asha fiel auf ihre Couch und sah zu ihm hoch.

Er blieb stehen und sah sie von der Küchentür aus an: „Keine Ahnung. Bin früh gegangen. Max sagte du musstest wieder weg.“

„Ja, musste meine Leute bei einer Beschattung ablösen. Habt ihr Nick schon den Kopf gewaschen?“

„Hab ich vorhin gemacht. Er wusste nicht mal, dass er verfolgt wurde. Die nächsten zwei Wochen schrubbt er in Terminal City Toiletten.“

„Hm“, sie nickte ernst, „Hart aber gerecht“, dann prustete sie wieder los, „Ihr habt tatsächlich sanitäre Anlagen?“

„So würde ich das nicht nennen!“, er kam entspannt auf sie zu und blieb vor ihr stehen.

Sie sah zu ihm auf und spürte, dass ihr Herz begann gegen ihre Rippen zu hämmern: „Was tust du hier?“

„Ich hab gesagt, dass du übermorgen vorbeikommen sollst. Heute ist übermorgen.“

„Ich weiß. Aber ich bin im Moment zu gut gelaunt um zu streiten.“

„Mir egal. Ich rede sowieso nicht vom Streiten.“

„Nein?“, sie lächelte ihn unschuldig an. Sie konnte nicht sehen, wie er sich bewegte, aber sie spürte, das er seine Hand in ihren Nacken legte und sie auf die Füße riss. Als seine Lippen auf ihre trafen, verspürte sie ein kleines Triumphgefühl. Asha schlang ihre Arme um seinen Hals und erwiderte den Kuss mit derselben Leidenschaft die er ihr entgegenbrachte.

Seufzend löste sie sich von ihm, atmete tief ein und lächelte schließlich: „Kann mich nicht erinnern, das wir vom Küssen gesprochen hatten.“

„Du wolltest mir was halten“, er griff nach ihrer Hüfte und zog sie an sich.

Asha lachte und strich durch seine Haare: „Ich erinnere mich.“

„Hm“, er wollte sie wieder küssen.

Doch bevor es dazu kam entwand sie sich seiner Umarmung: „Warte.“

„Das habe ich lange genug. Komm her!“

Kopfschüttelnd verschanzte sie sich hinter dem Sessel: „Wir müssen erst reden.“

„Das können wir auch hinterher.“

„Sicher, aber ich will vorher reden.“

Scheinbar aufgebend ließ er sich aufs Sofa fallen: „Na schön. Komm her, wir reden.“

„Nein, ich denke ich bleibe hier.“

„Feigling!“, schimpfte er sie grinsend.

„Kann schon sein, aber ich bleibe trotzdem wo ich bin.“

„Fein, von mir aus. Worüber willst du reden?“

„Darüber, warum du plötzlich der Ansicht bist, das ich mich nicht mehr von dir fern halten sollte um...lass mich nachdenken...oh, um mir selbst einen Gefallen zu tun.“

Er zuckte leicht zusammen: „Ich war mies gelaunt an dem Abend. Und der Tag wurde nicht besser für mich.“

„Er hätte besser werden können, wenn du mich nicht abserviert hättest.“

„Tja, hinterher ist man immer schlauer. War’s das?“, er stand wieder auf.

„Nein!“, sie konnte das Grinsen nicht aus ihrem Gesicht bekommen, „Das war’s nicht! Max hat gesagt, das du schon wieder in der Lage bist, um mit den Weibern rum zumachen.“

„Das stimmt nicht. Also“, er grinste selbstgefällig, „In der Lage dazu wäre ich schon. Aber ich hab’s nicht getan.“

„Nein? Warum nicht?“

„Wegen dir.“

„Ehrlich?“, jetzt lachte sie, „Wirst du nie wieder mit anderen Frauen was anfangen? Auch wenn ich dich jetzt nach Hause schicke?“

„Ich werde mit keiner anderen was anfangen, wenn du mich bleiben lässt.“

„Das soll ich dir glauben?“

„Ja.“

„Okay“, sie grinste, „Ich werde es mal tun. Was jetzt?“

„Komm her! Ich sag dir wie’s weitergeht.“

„Du sagst es?“, sie ging um den Sessel herum, stand aber immer noch zwei Meter von ihm entfernt.

„Ich werde es dir zeigen!“, er war dabei auf sie zuzugehen, als er innehielt, „Nur für den Fall, das es nicht klar sein sollte, hier gilt gleiches Recht für alle!“

„Will heißen?“

„Will heißen, das du auch nichts mit anderen Männern was anfängst, mögen sie Louis oder sonst wie heißen.“

„Zwischen Louis und mir ist nichts!“

Sein Grinsen wurde noch eine Spur breiter: „Ich weiß. Du empfindest für ihn nämlich nicht das Gleiche, wie für mich.“

„Du warst wach?“, sie lachte, „Ich hätte es wissen müssen!“

„Wahrscheinlich, jetzt komm her!“

„Einen Moment noch“, sie ergriff ihr Telefon und wählte Max Nummer.

„Ja?“

„Asha hier.“

„Hey, was gibt’s?“

„Hab doch gesagt, dass ich anrufe!“

„Hast du mit ihm gesprochen?“

„Bin noch dabei, aber gleich nicht mehr.“

„Und?“

„Und...du kannst dich freuen.“

„Oh, schön. Morgen Nachmittag, Kaffee um drei. Dann erzählst du mir alles!“

„Einverstanden. S-1-W-Hauptquartier?“

„Bis dann. Grüß ihn.“

„Mach ich“, Asha legte auf.

Alecs Blick war mehr als misstrauisch: „Wen hast du angerufen?“

„Max! Lieben Gruß.“

„Max? Worüber habt ihr gesprochen?“

„Über dich“, sie wollte ihn küssen.

Alec wich ein Stück zurück: „Was genau?“

„Das war ein Frauengespräch und geht dich nichts an, Schatz. Jetzt komm her!“, sie streckte ihm beide Arme entgegen.

Er trat in die Umarmung und sorgte dafür, dass Asha eine Weile an nichts anderes als ihn dachte.

Happy-End!
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast