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Verletzung

von cora-baby
GeschichteDrama / P12 / Gen
Alec Asha Barlow Logan Cale Max Guevara
10.08.2007
14.09.2007
6
17.507
1
Alle Kapitel
22 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
10.08.2007 3.443
 
@sweetdragon: freut mich, dass dir die Story gefällt. Alec / Asha ist auch mein absolutes Lieblingspairing und deshalb immer im Vordergrund meiner Storys - kleiner Wink mit dem Zaunpfahl ;-)

@dhana: vielen lieben Dank für dein ausführliches Review. Ich habe mich sehr darüber gefreut. Ursprünglich hatte ich vor Louis eher unsymphatisch zu gestalten, allerdings fiel mir auf, dass die Tatsache, dass er auf Asha steht kein Grund ist ihn zu hassen - im Gegenteil zeugt es eher von gutem Geschmack :-) Er wird noch öfter auftauchen, auch im folgenden Kapitel. Also viel Spaß!

Teil 3

Als sie zu einer besonders spannenden Stelle kam, legte sie sich vor Aufregung eine Hand vor den Mund.

„Gutes Buch?“, murmelte eine Stimme neben ihr.

Asha sah auf. Sie war kurz ein wenig desorientiert, weil er sie so abrupt aus der Welt ihres Buches gerissen hatte. Dann lächelte sie: „Wie lange bist du schon wach?“

„Lange genug um zu wissen, das sich Held und Heldin“, er stützte sich stöhnend auf die Ellenbogen, „Gerade wenigstens geküsst haben und es jetzt für einen von beiden sehr gefährlich ist.“

Sie hatten sich tatsächlich nur ein paar Seiten vorher das erste Mal geküsst. Mit gerunzelter Stirn ließ sie das Buch sinken: „Woher weißt du das?“

„Weil du vor Anspannung den Atem angehalten hast.“

„Nein, das mit dem Küssen“, murmelte sie.

„Oh, du hast gelächelt und dein Blick hat sich völlig verschleiert – wie das bei euch Romantikerinnen eben so ist.“

„Ich bin keine Romantikerin!“

„Hm, alles klar!“, ganz langsam setzte er sich auf.

„Nein, wirklich, Alec“, ohne darüber nachzudenken, unterstützte sie ihn bei seinen Bemühungen, „Ich bin viel zu praktisch veranlagt, muss viel zu praktisch veranlagt sein, um Romantikerin zu sein.“

„Ich sag doch: alles klar“, er grinste.

Asha stand auf, füllte ein Glas Wasser und drückte es ihm in die Hand: „Du meinst es aber nicht so!“

Asha stand vor dem Bett und sah auf ihn hinunter als er das Glas austrank. Hinterher lächelte er: „Komm wieder runter, Asha! Romantisch zu sein macht dich nicht weniger stark.“

„Ich bin nicht romantisch!“, stritt sie weiter ab.

„Okay!“, er hob die Arme soweit er konnte und streckte ihr die Handflächen entgegen, „Okay. Bitte, Frieden!“

Sie entschloss das Thema auf sich beruhen zu lassen und sah ihn prüfend an: „Wie geht es dir?“

„Im Moment sind die Schmerzen aushaltbar, aber ich nehme an, das liegt an den netten Mittelchen deines Freundes und nicht daran, dass sie tatsächlich weg sind.“

„Er ist nicht mein ‚Freund’!“

Er lachte kurz: „Sag mal, suchst du Streit?“

„Und, wenn?“

Ungewöhnlich offen lächelte er sie an: „Warte noch ein oder zwei Tage, dann mache ich mit Freuden mit, aber nicht jetzt. Hilf mir mal beim Aufstehen“, er streckte ihr die Hände entgegen.

Überrascht, das er um Hilfe bat, griff sie nach ihm und zog ihn hoch: „Wo willst du hin?“

„Bad! Das Wasser das du mir ständig einflösst hat keine Lust noch länger bei mir zu bleiben.“

„Warum sagst du nicht einfach, das du aufs Klo musst?“, sie hielt ihn auf dem Weg ins Bad weiter fest.

Lachend schüttelte er den Kopf und stützte sich an der Wand neben dem Bad ab, um sie ansehen zu können: „Wenn da nicht die Sache mit meinem Rücken wäre, Baby, würde ich mich mit Begeisterung in diese kleine verbale Schlägerei stürzen, aber ich bin im Moment nicht dazu in der Lage, also sei doch bitte wieder lieb zu mir.“

Sie wusste auch nicht, warum sie plötzlich so grantig war, aber er hatte Recht, deshalb lächelte sie: „Du bist aber auch zu gar nichts zu gebrauchen!“

„Im Moment nicht! Wir verschieben das einfach um ein paar Tage, hm?“

„Gerade eben hast du ein oder zwei Tage gesagt“, sie schob schmollend die Unterlippe ein Stück vor.

„Komm übermorgen vorbei, dann bin ich fit genug“, versprach er und drehte sich um.

Asha wusste, das die Idee nicht besonders gut war, trotzdem folgte sie ihm.

Alec sah sie verwirrt an: „Was?“

Sie grinste breit, konnte einfach nicht anders: „Ich dachte, vielleicht brauchst du Hilfe. Ich könnte irgendwas für dich halten oder so.“

Jetzt lachte er laut und fröhlich: „Ich wiederhole: Komm übermorgen vorbei.“

Lachend verließ sie das Bad und schloss die Tür hinter sich. Das hätte auch leicht ins Auge gehen können, aber so lief es fantastisch. Wieder entspannter erwärmte sie die Suppe. Da es Alec einigermaßen gut zu gehen schien, konnte er ihrer Meinung nach auch noch was essen. Sie musste, wenn er raus kam, seine Stirn fühlen um zu sehen, ob das Fieber runter gegangen war. Es würde ihr zwar ziemlich schnell erscheinen, aber wer wusste schon, was diese Transgeno-Gene mit seinem Immunsystem in Verbindung mit Medikamenten anstellten. Es war schon möglich, das es eine Wunderheilung gab, zumindest von ihrem unwissenden Standpunkt aus.

Er kam aus dem Bad, erwiderte ihren Blick und seufzte: „Schon wieder Suppe?“

„Schmeckt sie dir nicht?“, fragte sie verunsichert.

„Darum geht es nicht. Ich mag nur keine Suppe.“

„Du musst irgendwas essen.“

„Pizza?“

„Etwas wenigstens halbwegs Gesundes.“

„Gesund, gesund, gesund“, sinnierte er, gegen den Türrahmen des Badezimmers gelehnt, „Hamburger? Da ist Salat drauf.“

Sie lachte nur.

„Und Tomate! Und Gurke!“, als sie sich immer noch lachend abwandte, hörte sie ihn sagen, „Das ist fast wie Vegetarisch!“

„Nein, Alec“, sie wollte gerade die Teller füllen, als ihr etwas einfiel, „Oh, komm mal her.“

Er bewegte sich sehr langsam und vorsichtig, bis er vor ihr stand und sich an der Arbeitsplatte abstützte. Sie lächelte: „Entschuldige. Ich hätte zu dir kommen sollen.“

„Schon gut. Was gibt’s?“

„Ich wollte nur sehen, ob dein Fieber gesunken ist“, sie legte eine Hand auf seine Stirn, die sich nach wie vor heiß anfühlte.

„Und?“, murmelte er.

„Nein. Geh wieder ins Bett. Deck dich zu, ich bringe den Teller. Soll ich dir helfen?“

„Nein“, er drehte sich um und ging los.

Asha hätte ihn mit dem Teller dreimal überholen können, aber stattdessen tat sie so, als müsste sie noch wichtige Dinge in der Küche erledigen. Bis sie sicher war, dass er wieder im Bett war, dann folgte sie ihm.

Er grinste: „Falls ich es später vergessen sollte zu erwähnen, ich rechne es dir sehr hoch an, das du mein Ego schonst.“

Lächelnd reichte sie ihm den Teller: „Ich weiß nicht wovon du redest.“

„Genau. Isst du nichts?“

Da er mit dem Gesicht Richtung Wand saß, setzte sie sich ihm gegenüber und lehnte sich an ebendiese: „Nein. Sei mal ehrlich, Alec.“

„Schmerzen habe ich im Moment wirklich nicht besonders. Mir ist tierisch warm, sonst weiß ich es nicht.“

„Dein Rücken verschorft sich langsam. Ich werde dich gleich eincremen.“

„Womit? Desinfizieren, wenn bereits Schorf da ist, ist doch unsinnig.“

„Ja, es ist eine Feuchtigkeitscreme. Weil es sonst anfängt zu jucken, dann kratzt du, kratzt es dir auf und es bleiben Narben und wir wollen ja nicht, das dein hübscher Rücken verunstaltet wird.“

„Du denkst aber auch an alles“, er grinste.

„Allerdings. Fang endlich an zu essen!“

„Schon gut!“, schon nach kurzer Zeit ließ er den Löffel wieder sinken, „Darf ich dir mal eine Frage stellen?“

„Klar, wenn du dabei weiter isst.“

„Ich hab keinen Hunger.“

„Gerade eben wolltest du noch Pizza und Burger essen.“

„Ich habe nicht ‚und’ gesagt.“

„Alec, leg dich nicht mit mir an. Mach schon. Wenigstens die Hälfte.“

Er begann wieder zu essen, hatte dabei aber trotzig das Kinn vorgeschoben. Asha fand das so süß, das sie nicht anders konnte als breit zu Lächeln.

„Was ist?“, knurrte er.

„Du wolltest mich was fragen.“

„Wieso bist du hier?“

Sie sah ihn verwirrt an: „Weil du verletzt bist.“

„Wusstest du das?“

„Wann?“

„Als Logan dich angerufen hat.“

„Nein, er sagte nur, dass ich herkommen sollte. Und das es wichtig sei.“

„Und dann hast du gesehen, dass ich es bin und bist geblieben.“

„Das weißt du doch! Schließlich sitze ich vor dir!“

„Ja, ich meine...warum?“

„Weil du verletzt bist. Ich habe das Gefühl mit dieser Unterhaltung drehen wir uns im Kreis.“

„Weil du mich nicht verstehst.“

„Sehr gut möglich. Vergiss nicht zu essen.“

Er schoss ihr einen Blick zu, dann beugte er sich wieder über den Teller: „Ich kann mir vorstellen, das du Wichtigeres zu tun hast, als hier bei mir die Zeit zu vertrödeln.“

„Willst du, das ich gehe?“, die Enttäuschung darüber war heftig und kam völlig unerwartet.

Ebenso seine schnelle und stürmische Erwiderung: „Nein!“, er atmete tief ein, „Nein. Ich meine wirklich nur, dass du doch bestimmt andere Dinge zu tun hast. Wieso bist du also hier, statt dich um die wichtigen Dinge zu kümmern.“

„Ich persönlich halte es ja für ziemlich wichtig dafür zu sorgen, dass du am Leben bleibst.“

„Du weißt was ich meine.“

„Ja“, sie lächelte, weil er ihren Blick mied, „Ich weiß, was du meinst. Ich helfe den Menschen, Alec. Ich habe schon sehr oft am Bett von Kranken gesessen und tagelang nichts anderes gemacht als Medikamente geben, zum Trinken zwingen, hoffen, das die Person nicht stirbt und zwischendurch habe ich immer und immer wieder Bettzeug gewechselt, weil es durchgeschwitzt war oder weil mein Patient, anders als du, nicht kräftig genug war um ins Bad zu gehen. Das ist sozusagen Teil meiner Arbeitsplatzbeschreibung.“

Er sah sie an, sagte aber nichts. Asha erwiderte seinen Blick eine Weile, dann seufzte sie: „Was ist nun mit dem Essen?“

Er verzog das Gesicht: „Ich will nicht.“

„Alec“, diesmal sagte sie es sanft.

„Wirklich nicht.“

„Okay, gib her“, sie nahm ihm den Teller ab, „Kannst du noch ein paar Minuten wach bleiben?“

„Denke schon. Wieso?“

„Max wollte, dass ich sie anrufe, wenn du wach bist, damit sie mit dir reden kann.“

„Okay.“

„Gut, warte“, sie sprang auf, holte ihr Handy und wählte Max’ Nummer.

Nach dem dritten Klingeln meldete sich Logan: „Ja?“

„Hey. Asha hier. Max wollte mit Alec reden. Ist sie da?“

„Ja, sie reißt mir gleich das Telefon aus der Hand. Wir sehen uns in ein paar Stunden...“

Damit war er verschwunden und die nächste Stimme dran: „Hey. Wie geht’s ihm?“

„Nicht so gut. Wie liefs?“

„Okay. Keine großen Verletzungen. Der Erfolg war auch eher dürftig, aber okay. Kann ich mit ihm reden?“

„Sicher. Deshalb rufe ich ja an“, sie übergab Alec das Telefon und verließ das Zimmer während er mit Max sprach. Sie war der Ansicht, dass sie das nichts anging.

Sie schaltete den Fernseher ein und suchte Nachrichten um herauszufinden, ob irgendwas Wichtiges passiert war, während sie Alec gepflegt hatte. Als sie welche gefunden hatte, war sie ziemlich überrascht, dass es bereits die mitternächtlichen Nachrichten waren. Sie hatte nicht bemerkt, wie die Zeit davongerast war. Nach einigen Minuten ging sie ins Schlafzimmer.

Alec lag auf dem Bauch, hielt sich aber immer noch das Telefon ans Ohr: „Das war eine bescheuerte Idee, Max! Wenn ich das getan hätte, hättest du mir die Hölle heiß gemacht...Das ist mir völlig egal!...Schon gut. Ich will nicht streiten“, er sah zu Asha auf, „Denke schon, dass sie bleibt, bis ihr da seid.“

Asha nickte ihm bestätigend zu und ging ins Bad, da er noch nicht fertig war. Als sie wiederkam schlief er. Ihr Handy lag neben dem Bett auf dem Boden. Asha hob es auf, cremte seinen Rücken ein, ohne dass er aufwachte und legte sich schließlich wieder neben ihn. Sie konnte ohnehin nichts für ihn tun. Schon nach kurzer Zeit war sie eingeschlafen.

Als etwas sie hart am Arm traf wachte sie schlagartig auf. Desorientiert dauerte es einen Augenblick ehe sie sich erinnerte, dass sie in Alecs Schlafzimmer war. Er schlug um sich. Sofort setzte sie sich auf und versuchte ihn zu sanft zu wecken: „Hey, Alec. Wach auf! Es ist alles gut.“

Doch er schlug wieder nach ihr. Diesmal härter und er traf sie kurz unter den Rippen. Sie keuchte überrascht und verstand deshalb zuerst sein Gemurmel nicht.

„Nein. Geht weg! Ich will das nicht.“

Er hatte Fieberträume. Asha sprang aus dem Bett und sah auf ihn hinunter. Sie überlegte was sie tun könnte. Doch ihr fiel nichts ein, außer ihn in ein Krankenhaus zu bringen. Allein konnte sie nichts ausrichten. Ihr Griff ging automatisch zum Handy.

„Max hier“, meldete sich Alecs Schwester schon nach dem ersten Klingeln.

„Asha. Kommt unbedingt her. Ich brauche deine Hilfe.“

„Alec?“

„Es geht ihm schlecht. Er hat Fieberträume. Schlimme Träume. Er schlägt um sich. Ich kann nichts tun – kann ihn nicht festhalten, allein.“

„Wir sind sofort da!“, damit legte sie auf. Asha ging ins Wohnzimmer und zog bereits eine Spritze auf. Sein panisches Gerede machte sie ganz nervös. Zehn Minuten nach ihrem Anruf ging die Tür auf und Max kam gefolgt von Logan hereingestürzt. Asha deutete nur stumm aufs Schlafzimmer. Max ging hinein und es hörte sich an, als würde sie mit Alec kämpfen.

Logan kam neben Asha: „Alles in Ordnung?“

„Nein! Natürlich nicht!“, fuhr sie ihn an.

„Ich meine mit dir. Hat er dir wehgetan?“

Sie rieb sich kurz ihre schmerzende Taille: „Nicht sehr. Ich habe wirklich Angst, das er sterben könnte, Logan!“

„Wir sehen es uns an, dann...“

„Asha!“, rief Max. Die blonde Frau ging los. Max saß auf dem Bett. Alec hatte sich beruhigt und sah Asha aus verschleierten Augen an.

Sie hockte sich neben ihn: „Hey.“

„Hey“, murmelte er.

„Tut mir Leid, aber...“

„Hinsetzen“, beendete er ihren Satz und richtete sich stöhnend etwas auf. Als Max nach ihm greifen wollte, knurrte er sie an. Deshalb tat auch Asha nichts.

Als er saß, band sie seinen Arm ab: „Wie geht’s dir?“

„Nicht gut. Verdammt schlecht“, verbesserte er sich selbst.

Nachdem sie ihm das Antibiotikum verabreicht hatte und ihn auch gezwungen hatte Wasser mit den Medikamenten zu trinken, legte sie ihm eine Hand an die glühende Wange: „Du musst in ein Krankenhaus, Alec.“

„Nein“, wehrte er ab und entzog sich ihrer Hand, „Nein!“

„Alec“, setzte sie erneut an.

„Lass ihn, Asha“, ging Logan dazwischen.

Überrascht sah die blonde Frau auf: „Was? Ihr seht doch selbst, wie es ihm geht. Er braucht ärztliche Hilfe.“

„Was ist mit deinem Freund? Diesem Arzt, der auch schon bei mir war“, fragte Max.

„Louis war schon hier! Ich konnte ihn nur mit Müh und Not davon abhalten Alec Zwangseinzuweisen. Noch mal hilft er nicht ohne ihn in ein Krankenhaus zu bringen. Und damit hat er Recht!“, sie stand auf.

„Kein Krankenhaus“, stöhnte Alec, während er sich wieder hinlegte.

„Dann gehe ich!“

„Warum?“, Max stand auf und funkelte sie gefährlich an.

„Weil ich nicht die Verantwortung dafür übernehmen werde. Ich habe für Alec getan was ich konnte! Mehr liegt nicht in meinen Fähigkeiten. Wenn ich hier bleibe...ich werde nicht hier sein und dabei zusehen wie er stirbt! Was anderes kann ich nämlich nicht mehr machen!“, sie drehte sich zu Logan um, „Du weißt, das ich Recht habe.“

„Sie werden Blutuntersuchungen machen.“

„Die S-1-W kann die Blutproben stehlen ehe sie untersucht werden können. Ich könnte Louis bitten ihn aufzunehmen und ihm kein Blut abzunehmen...aber ich kann nicht hier bleiben und zusehen wie das Fieber ihn umbringt.“

„Asha“, kam eine leise Stimme aus dem Bett.

„Nein, Alec“, sie hockte sich neben ihn um ihm in die Augen zu sehen, „Ich habe dir gesagt, das ich dir helfen will. Das ist noch immer so. Ich will dafür sorgen, dass du am Leben bleibst! Aber ich kann es nicht allein!“, sie strich ihm über die Haare, „Alec, bitte.“

„Kann nicht“, keuchte er.

„Warum?“

„Transgenos. Ich würde sie gefährden. Ich kann das nicht.“

„Alec“, sie spürte Tränen aufsteigen, „Du wirst sterben!“

„Gut möglich.“

„Alec!“, rief sie.

Seine Hand bewegte sich langsam vom Bett zu ihrem Knie: „Du hast Recht.“

„Gut“, sie wollte sich umdrehen um Logan zu sagen, das er einen Krankenwagen rufen sollte.

Da griff Alec nach ihrer Hand und zog sie neben sein Gesicht auf sein Kopfkissen. Asha sah ihn wieder an.

„Du hast Recht, Asha. Geh nach Hause. Du musst nicht dabei sein.“

„Nein, nein, nein, nein...nein, Alec!“, ihre andere Hand folg automatisch zu seinem Kopf, „Du kannst doch nicht aufgeben, Alec. Im Krankenhaus können sie dir helfen. Ich kann dafür sorgen, dass niemand erfährt, dass du ein Transgeno bist. Alec!“

„Das kannst du nicht. Zu hohes Risiko“, er lächelte leicht und küsste ihre Hand, die er immer noch umschlossen hielt, „Danke für die Hilfe.“

„Nein“, die Tränen liefen jetzt über, „Tu das nicht, Alec. Tu das nicht!“

„Logan“, murmelte Alec. Hände griffen nach Asha und zogen sie auf die Füße.

Sie wehrte sich: „Hör auf, Logan! Ihr könnt doch nicht zulassen, dass er stirbt“, sie sah zu Max. Der Transgenetischen liefen stumme Tränen über die Wangen. Sie setzte sich neben Alec auf den Boden. Er sah zu Asha hoch.

„Nein“, sie versuchte Logan wegzustoßen, doch sein Griff war unerbittlich.

„Asha“, er schloss die Schlafzimmertür und drehte sie um, damit sie ihn ansah, „Er hat Recht.“

„Hat er nicht! Seid ihr jetzt völlig durchgedreht? Ihr könnt doch nicht zusehen wie er stirbt! Du hast gesagt, dass ich ihn in ein Krankenhaus bringen soll, wenn ich nichts mehr für ihn tun kann! Das kann ich nicht! Er muss in ein Krankenhaus!“

„Max und ich haben noch darüber geredet. Die Gefahr ist zu groß.“

„Ihr tötet ihn!“, Asha sah, wie der blonde Mann zusammenzuckte und sah eine Chance, „Wenn ihr mich ihm nicht helfen lasst, stirbt er! Ihr bringt ihn um.“

„Es ist auch seine Entscheidung.“

„Alec kann jetzt keine Entscheidungen treffen! Er hat Fieber, er weiß nicht, was er tut.“

Logan schob sie zur Tür: „Sei es, wie es will. Wir können ihn nicht in ein Krankenhaus bringen.“

Als sie bereits im Hausflur stand, drehte sie sich noch mal zu ihm um: „Ich erkenne dich überhaupt nicht wieder, Logan! Wie kannst du dafür sein ein Menschenleben zu vernichten?“

„Wenn Alec auffliegt sterben Hunderte.“

„Ich kann es schaffen, dass er nicht auffliegt! Dann stirbt niemand. Lasst es mich doch wenigstens versuchen!“

„Wir können nicht. Asha“, er trat wieder an sie heran und sprach leiser, „Max und ich wollen auch nicht, dass er stirbt...“

„Dann“, wollte sie ihn unterbrechen.

„Wir wollen das nicht! Aber wir haben keine Wahl. Hast du Schmerzmittel, damit es nicht so schlimm für ihn wird?“

„Du fragst mich, ob ich euch helfe ihn umzubringen?“, sie trat geschockt einen Schritt zurück dann noch einen, sie flüsterte, „Du machst mich zur Mörderin?“

„Nein, wir wollen nur...“

Sie drehte sich um und rannte den Flur hinunter, hinaus aus dem Haus. Als sie bei sich zuhause ankam konnte sie nicht nachdenken. Sie stellte sich die ganze Zeit vor, was jetzt wohl in Alecs Wohnung passieren mochte. Wie er litt. Den ganzen Tag bewegte sie sich nicht. Starrte nur auf ihr Telefon in der Hoffnung das es klingelte und Logan ihr sagte, das sie Recht gehabt hatte, das sie ihn nicht sterben lassen konnten und jetzt im Krankenhaus waren. Das es ihm besser ging und er nach ihr fragte. Doch es passierte nichts dergleichen. Als es an der Tür klingelte, sprang sie auf. Das würde Logan sein, der sich bei ihr entschuldigte und sagte, das Alec im Krankenhaus war und es ihm langsam besser ging. Sie riss die Tür auf und sah Louis völlig verwirrt an. War er Alecs Arzt? Hatte Logan Alec zu ihm gebracht und er sagte ihr jetzt persönlich, das er auf dem Weg der Besserung war? Aber was sollten dann der Anzug und die Rose in seiner Hand?

Er umarmte sie: „Hallo, Liebes. Ich sehe du bist noch nicht fertig, ich warte“, er ging an ihr vorbei.

„Fertig, wofür?“

„Unser Date. Ich weiß, ich bin ein bisschen früh. Aber wir haben es nicht eilig.“

Date? Es fiel ihr wieder ein und sie sackte in sich zusammen. Dafür hatte sie keine Kraft. Doch sie hatte es ihm versprochen und vielleicht konnte sie von ihm erfahren, ob Alec im Krankenhaus war. Sie lief ins Schlafzimmer, schnappte sich irgendein Kleid und zog es statt ihrer üblichen Straßenklamotten an. Es war das mitternachtsblaue Minikleid, mit den dünnen Trägern. Schnell schminkte sie sich und brachte ihre Haare einigermaßen in Form, bevor sie zurück ins Wohnzimmer ging. Louis machte ihr Komplimente, die sie lächelnd aber nichts sagend quittierte. Sie gingen los. Er hatte in einem Restaurant einen Tisch reserviert.

Als sie bereits die Vorspeise hinter sich hatten, wollte Asha ihn nach Alec fragen, doch da ergriff Louis das Wort: „Wie geht’s es eigentlich deinem Bekannten?“

„Du weißt es nicht?“, all ihre Hoffnungen schwammen dahin.

„Hast du ihn noch einliefern lassen? Habe ich gar nicht mitbekommen. Wieso hast du mich nicht angerufen? Ich hätte mich doch persönlich um ihn gekümmert.“

„Er ist nicht im Krankenhaus“, sie war sich nun ziemlich sicher, dass er mittlerweile tot war und konnte nur mit Mühe verhindern, dass sich ihre Trauer an Ort und Stelle Bahn brach.

„Geht es ihm wieder gut, ja? Hätte ich nicht gedacht. Aber du warst schon immer eine gute Krankenpflegerin. Du hättest Medizin studieren sollen.“

Fortsetzung folgt...
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