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Der sechste Clan

von Rowellan
Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer / P16 / Gen
Oger & Trolle
24.07.2007
25.01.2010
21
64.334
6
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24.07.2007 2.563
 
Kim hatte das Gefühl, durch einen unendlich langen Tunnel zu fallen. Lichter in allen Farben des Spektrums flackerten über sich spiralförmig drehende Wände und sie selbst drehte sich mit. Neben ihr drehte sich ein weiterer Körper. Peter? Zumindest sah der Körper so aus, soweit sie es in dieser unsicheren Beleuchtung erkennen konnte. Sie schloss die Augen, öffnete sie wieder, blinzelte – immer noch dasselbe Bild. Drehende Wände, flackernde Farben, ein taumelnder Körper. Sie entschied sich, die Augen lieber geschlossen zu halten. Normalerweise hatte sie einen robusten Gleichgewichtssinn und Magen, aber diese Drehungen und die Umgebung ließen dumpfe Übelkeit in ihr aufsteigen. Außerdem verlor sie allmählich jedes Zeitgefühl.
Wenige Sekunden oder hundert Jahre später änderte sich das Licht hinter ihren geschlossenen Lidern. Sie öffnete die Augen wieder, um zu sehen, dass sie nicht länger in dem Tunnel war. Stattdessen fiel sie senkrecht auf eine bewegte Wasserfläche zu. Instinktiv rollte sie sich zusammen und schützte den Kopf mit den Händen, dann prallte sie auf der Wasseroberfläche auf und tauchte unter.
Für Sekunden war sie zu benommen, um zu reagieren, aber dann griffen ihre Überlebensinstinkte ein und sie spreizte die Glieder von sich, um den Sturz nach unten aufzuhalten. Sie paddelte heftig mit Händen und Füßen und ganz allmählich hörte die Abwärtsbewegung auf und kam schließlich zum Stillstand.
Stück für Stück arbeitete sie sich wieder nach oben. Die Wucht des Sturzes hatte sie ziemlich weit unter die Wasseroberfläche getragen und sie spürte, wie die Luft in ihren Lungen knapp wurde. Bunte Punkte flimmerten vor ihren Augen und ihre Bewegungen wurden schwächer. Nur ihr eiserner Überlebenswille ließ sie weiterkämpfen. Endlich durchbrach sie die Oberfläche und schnappte in tiefen Zügen hustend und spuckend nach Luft.

Minutenlang ließ sie sich einfach nur treiben und genoss die schlichte Tatsache, noch am Leben zu sein. Dann kam ihr langsam ihre missliche Lage zu Bewusstsein. Sie schwamm in einem unbekannten Gewässer, hatte keine Ahnung, wo die nächste Küste war, kein Boot war in Sicht, sie hatte keine Lebensmittel, kein Trinkwasser, gar nichts.
„Aber ich werde verdammt noch mal nicht aufgeben!“ Trotzig begann sie zu schwimmen. Wenn schon, dann wollte sie dem Tod einen harten Kampf liefern. Zum Glück war das Wasser warm und ihre Kleidung - Top und Shorts, die Schuhe hatte sie im Verlauf ihres Sturzes verloren - behinderte sie nicht.
Wie lange sie sich durch das Wasser kämpfte, konnte sie nicht sagen. Irgendwann im Laufe des Tages, die Sonne stand schon tief am Himmel, erreichte sie ein Stück Treibholz, einen halben, irgendwo irgendwann einmal von einem Sturm ausgerissenen Baum und klammerte sich an dem glitschigen Stamm fest.
Die Nacht verbrachte sie fest an den Stamm gekrallt. Bloß nicht die Augen schließen und einschlafen. Sie schüttete sich Wasser über das Gesicht. Sie rezitierte Gedichte und Songtexte. Sie versuchte, mathematische Aufgaben zu lösen. Aber immer wieder übermannte sie die Erschöpfung und sie spürte, wie ihr die Augen zufielen.
Endlich fiel sie trotz aller Gegenwehr in einen unruhigen Schlaf, der von wilden Alpträumen heimgesucht wurde.

Sie wurde von irgendetwas verfolgt. Sie wusste nicht genau, wovon, aber wenn dieses Wesen sie erreichte würde etwas Schreckliches geschehen.
Sie rannte weiter, schrie verzweifelt um Hilfe, aber niemand hörte sie. Ihre Beine wurden schwer, die Luft in den Lungen knapp und bunte Sternchen tanzten vor ihren Augen. Der Abstand zwischen ihr und dem Verfolger wurde immer kleiner.
Dann hatte das Monster sie erreicht. Hände ergriffen sie und sie wehrte sich mit aller Kraft. Sie schlug, trat, kratzte und biss um sich, bis sie von einer Ladung kaltem Wasser in ihrem Gesicht erwachte.

„Was, zum Teufel…“ Sie richtete sich auf und sah sich mit klopfendem Herzen um. Wo war sie nur? Sie saß auf einem schwankenden Bretterboden, umgeben von Männern mit hellbrauner Haut und schwarzen Haaren, die sie vorsichtig beäugten. Einige frische Kratzer und Blutergüsse lieferten den Grund für diese Vorsicht. Offensichtlich hatte sie ihre verzweifelte Gegenwehr nicht nur geträumt.
Hitze stieg ihr ins Gesicht. „Sorry, Entschuldigung!“ murmelte sie. „Ich wollte niemandem wehtun.“ Sie räusperte sich, um ihre eingerosteten Stimmbänder zu lockern. Allmählich fiel ihr wieder ein, wann und wo sie doch endlich eingeschlafen sein musste. „Danke, dass Sie mich aus dem Wasser gezogen haben.“
Ihre Retter gehörten bei näherer Betrachtung ganz bestimmt nicht zur Küstenwache. Ihr Schiff wurde von einem schmutzigweißen Segel vorangetrieben und zeigte keinerlei Hinweise auf irgendwelche moderne Technik, dafür waren an der Innenseite der Reling zahlreiche grobmaschige Netze aufgestapelt und verrieten, was das Schiff am frühen Morgen auf dem Meer wollte. Die Besatzung war nur in einfache, bunte weite Hosen gekleidet, die Männer trugen weder Hemden noch Schuhe, dafür stak das eine oder andere große Messer im Hosenbund. Es gab keine Kabine, aber in der Schiffsmitte war eine Art Sonnensegel aufgespannt, unter dem sich aufgerollte Matten und einige Körbe und Kisten stapelten.
Nachdem sie sie eine Weile argwöhnisch beobachtet hatten und sie keine weiteren Anstalten machte, um sich zu schlagen, kam einer der älteren Männer unter ihren Rettern näher. Seine ganze Körperhaltung verriet Wachsamkeit, aber er lächelte freundlich, sagte etwas und bot ihr seine ausgestreckte Hand. Kim verstand kein Wort.
„Danke!“ Sie ergriff die Hand und bemühte sich aufzustehen. Aber ihre Knie waren noch zu wacklig, sie kam einfach nicht richtig hoch. Frustriert setzte sie sich wieder hin und schenkte ihren Rettern ein schiefes Lächeln. „Ich glaube, ich bleib lieber noch eine Weile sitzen.“
Der Mann antwortete etwas in der unverständlichen Sprache, dann sagte er etwas zu einem seiner Gefährten. Der grinste, nickte und verschwand Richtung Schiffsmitte.

Kim zermarterte sich in der Zwischenzeit das Gehirn. Wo hatte dieser seltsame Tunnel sie nur hingeführt? Sie versuchte es in jeder Sprache, von der sie jemals ein paar Brocken aufgeschnappt hatte, aber ihre Retter reagierten auf keine einzige davon. Schließlich griff sie resigniert auf Zeichensprache zurück.
„Ich bin Kim.“ Sie zeigte auf sich und wiederholte den Namen. „Kim.“
Dann zeigte sie auf ihren Retter. „Und du?“
Der braunhäutige Mann betrachtete das Spiel ein paar Sekunden, dann breitete sich ein verstehendes Grinsen auf seinem Gesicht aus. „Tajo“, antwortete er und zeigte erst auf seine sonnenverbrannte Brust, dann auf sie. „Kim“
„Ah!“ Kim grinste zurück und zeigte ebenfalls auf den Mann. „Tajo“ wiederholte sie. Der nickte und klatschte in die Hände.
In diesem Moment kam der andere Fischer zurück, einen Becher in der Hand, den er Tajo in die Hand drückte. Dieser hockte sich zu ihr und bot ihr den Becher.
„Danke“ antwortete Kim und nahm den Becher entgegen. Sie schnupperte vorsichtig am Inhalt. Fruchtsaft, irgendetwas tropisches, dem Geruch nach. Nicht zu süß. Sie probierte einen kleinen Schluck. Ja, das schmeckte so gut wie es roch und nach einem Tag und einer Nacht im Meer war sie ausgetrocknet. Mit zwei kräftigen Zügen leerte sie den Becher und gab ihn an Tajo zurück. „Danke, Tajo – das war nötig!“
Der Fischer nickte ihr zu, dann stellte er den Becher auf das Deck. Er überlegte einen Moment, dann zeigte er erst auf sie, dann auf den Platz unter dem Sonnensegel.

Kim verstand. Hier, auf dem Hauptdeck war sie den Fischern im Weg und im Schatten des Sonnensegels war sie nach den Strapazen des letzten Tages auch besser aufgehoben. Das Problem war nur – sie konnte beim besten Willen immer noch nicht aufstehen.
Sie schenkte Tejo also ein schiefes Grinsen und zuckte mit den Schultern. „Gute Idee, aber es geht leider nicht.“ Sie zeigte auf ihre Beine. „Die wollen noch nicht.“
Der Fischer grübelte einen Moment, dann bückte er sich vorsichtig und griff sie um Schultern und Knie. Obwohl er nicht mehr der jüngste war, Kim schätzte ihn auf etwa Ende Fünfzig, und schmal gebaut, zeigte er doch eine erstaunliche Kraft. Ohne sich sichtbar anzustrengen hob er die junge Frau auf und trug sie in die Schiffsmitte. Dort setzte er sie auf einer ausgerollten Bastmatte ab. Er tätschelte ihr beruhigend die Schulter, holte den Becher und einen Krug, in dem sich noch mehr von dem wohlschmeckenden Fruchtsaft befand. Dann verschwand er.
Kim nahm den Krug vorsichtig zwischen beide Hände und schenkte sich noch einen Becher ein, den sie ebenso schnell leerte wie den ersten. Dann rollte sie sich auf der Matte zusammen und versank wieder in tiefen Schlaf.

Als sie das nächste Mal erwachte, hatte sich ihre Umgebung wieder verändert. Sie lag auf einer flachen, gepolsterten Liege in einem kleinen Raum. Die Wände bestanden aus geflochtenen Matten, an einer Seite öffnete sich das Zimmer auf eine Veranda, wobei ein paar solide aussehende hölzerne Schiebewände verrieten, dass dieser Zugang auch geschlossen werden konnte. Neben der Liege stand eine schön geschnitzte Holzkiste, ansonsten war das Zimmer leer.
Irgendjemand hatte ihr die zerfetzte Kleidung ausgezogen und durch ein weites leichtes blaues ärmelloses Gewand ersetzt. Schnitt und Material war ihr völlig unbekannt. Am ehesten erinnerte er noch an einen Kaftan, so wie er in Nordafrika getragen wurde, gewebt aus etwas Ähnlichem wie leichter Baumwolle. Nur, dass sie noch nie so unregelmäßiges Garn gesehen hatte.
Ganz vorsichtig versuchte sie, sich aufzusetzen und dieses Mal ging es schon deutlich besser. Ihr Kopf war zwar immer noch seltsam leicht, aber ganz so wacklig wie bei ihrem ersten Erwachen an Bord des Schiffes fühlte sie sich doch nicht mehr. Dieser Erfolg machte sie experimentierfreudig und sie wagte es aufzustehen. Zwei schwankende Schritte brachten sie zu der Veranda, wo sie sich an einem der hölzernen Stützbalken festhalten konnte.
Staunend blickte sie sich um.
Sie befand sich offensichtlich in einem Eckzimmer. Links neben ihr war ein größerer Raum, ebenfalls zur Veranda offen. Ein Tisch, mehrere Stühle, Kisten und Truhen und Regale ließen auf einen Wohnraum schließen. Auf der Veranda selbst stand ein gemauerter Grill oder Herd, der den Rußspuren nach zu schließen häufig benutzt wurde, aber peinlich sauber geschrubbt war. Den Rest des Gebäudes konnte sie von ihrer Position aus nicht sehen, später sollte sie erfahren, daß es dort noch zwei weitere Schlafräume gab. Ansonsten hatte sie eine atemberaubende Aussicht auf türkisblaues Wasser und einen postkartenreif weißen Sandstrand.
Sie atmete tief durch. Keine Frage, sie war sehr weit weg von zu Hause!

Plötzlich tauchte aus der Tiefe des Wohnraumes eine Frau auf. Ihr Alter war schwer zu schätzen. Die bräunliche Haut war zart wie die eines jungen Mädchens, aber einige Fältchen um die Augen und graue Strähnen im ansonsten schwarzglänzenden Zopf wiesen doch auf ein höheres Alter hin. Die Frau hatte etwa Kims Größe und eine rundliche Figur, die in ein ähnliches Gewand gehüllt war wie Kim es auch trug, allerdings war ihres von leuchtendem Rot.
Als sie Kim am Pfosten stehen sah, setzte sie ein strenges Gesicht auf und schimpfte in der gleichen melodischen Sprache auf sie ein, die auch die Männer auf dem Boot gesprochen hatten. Kim verstand zwar immer noch kein Wort, der Tonfall war aber unmissverständlich.
Ohne mit Schimpfen aufzuhören, hakte die Frau sie unter und zog sie mit sich in den Wohnraum, wo sie sie auf eine Mischung zwischen Sessel und Liege verfrachtete.
Erst als Kim wieder sicher saß, hörte die Fremde auf zu schimpfen. Sie baute sich vor Kim auf, ein strahlendes Lächeln auf dem runden Gesicht und deutete auf sich. „Arjah“. Dann zeigte sie auf Kim. „Kim“. Wieder auf sich. „Arjah“.
Kim grinste. Wer auch immer diese Leute waren, ihre Methode des Vorstellens hatte sich offensichtlich herumgesprochen. Sie wiederholte die Gesten und Worte ihrer Gastgeberin.
Damit hatte sich das gemeinsame Vokabular aber schon erschöpft. Auch Arjah kannte keine der Sprachen, in denen Kim versuchte, sie anzusprechen. Resigniert schloss die junge Frau die Augen. Das würde noch schwierig werden. Wie sollte sie von einem Ort nach Hause zurückkehren, an dem niemand ihre Sprache verstand?
Sie wusste ja noch nicht einmal, wo sie überhaupt war.

Auf jeden Fall war sie irgendwo am Meer. Die Menschen erinnerten sie an Bewohner des Mittelmeerraumes, olivbraune Haut, dunkle Haare, braune Augen. Der Rest dazu passte aber überhaupt nicht. Am Mittelmeer mochte es vielleicht noch die ein oder andere unberührte Bucht geben, in die sich noch kein romantisches Hotel oder ein All-Inclusive-Club verirrt hatte, aber selbst dort hatten inzwischen Satellitenfernsehen und ein regelmäßiger Postverkehr Einzug gehalten.
Diese Menschen hier aber wirkten, als wären sie noch nie mit der modernen Zivilisation des 21. Jahrhunderts in Kontakt getreten.
Kim seufzte. Es würde ihr wohl nichts anderes übrigbleiben, als zu versuchen, ein paar Brocken der fremden Sprache zu lernen und zu hoffen, früher oder später herauszufinden, wo genau sie sich befand und wie sie wieder nach Hause kam.
Sie lächelte Arjah also auffordernd an und deutete auf das Möbelstück, auf dem sie gerade saß. „Und wie heißt das hier?“
Bis die Abenddämmerung das Meer in einen unwirklichen Türkiston tauchte, hatte sie bereits die Worte für Stuhl, Tisch, Herd und einige andere Haushaltsgegenstände gelernt. Zum Glück war die fremde Sprache von der Aussprache her eher melodisch und verlangte ihr keine Zungenverrenkungen wie manche slawischen Sprachen ab, die nur aus Konsonanten zu bestehen schienen, trotzdem schüttete sich Arjah manches Mal vor Lachen aus, wenn sie ihre unbeholfenen Versuche korrigierte.
Währenddessen war sie dabei, eine Mahlzeit zu bereiten. Sie schnitt Kim völlig unbekanntes Gemüse in Stücke und rieb Fischfilets mit verschiedenen Gewürzen und Kräutern ein. Dann heizte sie den Grill auf der Veranda an und packte Fisch und Gemüse auf den Rost. Auf einer heißen Platte buk sie flache Fladen aus einem hellen Teig.
Verführerische Düfte stiegen auf und erinnerten Kim daran, daß sie seit ewigen Zeiten nichts mehr gegessen hatte. Eine Weile schaute sie zu, dann begann ihr Magen laut zu knurren. Arjah sah von ihren Vorbereitungen auf, lachte und drückte Kim eine gelbrote birnenförmige Frucht in die Hand. Zu hungrig, um sich Gedanken über Verträglichkeit zu machen, biß Kim hinein und erkannte das Aroma sofort wieder. Jetzt wußte sie auch, woraus der Saft gemacht war, den sie früher am Tag getrunken hatte.
Sie verspeiste die Frucht in Windeseile und knabberte gerade die letzten Fasern von dem ovalen Kern, als drei Personen die Veranda betraten. Als erstes kam Tajo herein, küsste Arjah herzhaft und winkte freundlich, als er Kim erkannte. Hinter ihm folgen zwei junge Männer, noch nicht ganz erwachsen, aber auch keine Kinder mehr. Sie küssten Arjah auf die Wange und warfen der Fremden verlegene Blicke zu.
Arjah erwiderte die liebevolle Begrüßung, dann begann sie, aus einem Regal flache runde, in der Mitte ausgehöhlte Holzscheiben zu räumen, diese einfachen Teller mit Fisch, Gemüse und Brot zu füllen und auf dem Tisch zu verteilen. Kim bekam eine Art Schale und eine zweizinkige Gabel in die Hand gedrückt, und ihr wurde streng bedeutet, auf ihrem Platz sitzen zu bleiben. Dafür war sie ganz dankbar. Obwohl sie sich schon besser fühlte, war sie nicht sicher, ob sie sich lange genug auf den um den Tisch herumstehenden Hockern aufrecht halten könnte.
Der Inhalt der Schale roch gut und schmeckte noch besser. Nur mit äußerster Selbstbeherrschung hielt sie sich davon ab, wie ein verhungerter Wolf über ihr Essen herzufallen, aber sie leerte die Schale schnell und wischte mit dem weichen Fladenbrot auch noch die letzten Reste des Fisch- und Gemüsesaftes aus.
Gesättigt ließ Kim sich zurückfallen und betrachtete den sich verändernden Himmel. Das leuchtende Hellblau war schon längst verschwunden und hatte einer orange und violett leuchtenden Dämmerung Platz gemacht, die jetzt allmählich in ein tiefes, von ersten funkelnden Sternen durchsetztes Dunkelblau überging. Sie spürte, wie sie allmählich wieder müde wurde, unterdrückte ein Gähnen und bemühte sich aufzustehen. Sofort war Arjah an ihrer Seite und half ihr in ihren Schlafraum und auf die Liege.
„Danke“, murmelte Kim, dann rollte sie sich zusammen, zog die leichte Decke über sich und versank wieder in tiefen Schlaf.
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