Sang fraternel

von Lion
GeschichteRomanze / P18 Slash
20.07.2007
16.09.2007
13
48098
 
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Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
Hallo, liebe Leser, ich melde mich wieder zurück ^^
Vielen Dank für die Kommis *freu* *_*

@Dreamy-Girly:
Danke für das Lob, das spornt sehr an ;D
Ja, diese FF wird noch einiges zu bieten haben an Chaos und Gefühlen xD
@BillsSmile:
Auch dir vielen Dank für das Lob ^^
Es freut mich immer, wenn mein Schreibstil Leute anspricht und sie sich in das Geschehen hineinversetzen können.
Richtig gedeutet, Bill ist eifersüchtig. Er kann eine ganz schöne Zicke sein xD
@Kayleigh82:
Danke *_*
Und voilà , hier ist auch schon das - böse v_v - zweite Kapitel ;)

* * * * * * *

Irgendwann durchqueren wir die Türe in Bills Hotelzimmer und ich lasse mich rücklings auf unser großes Bett fallen. Es federt aufgrund meinem Gewicht noch etwas nach und ich verschränke die Arme faul hinter dem Kopf.
Dann erspähe ich das Objekt meiner Begierde, das soeben beginnt, sich - schon fast lasziv! - auszuziehen.
Hatte ich bereits erwähnt, dass mein kleiner Bruder einen verdammt zierlichen und schönen Körper hat?
Ich will damit kein Eigenlob aussprechen, denn Bill ist soviel anders als ich. Seine Bewegungen sind um so vieles graziler als meine und er hat einen Hüftschwung, bei dem sogar Ricky Martin die Augen ausfallen würden und den ich, Tom Kaulitz, nicht in einer Million Jahren können werde.
Ganz zu schweigen von seinem Körper, der nicht so muskulös ist wie meiner und den alltäglichen Dingen, bei denen er so viel mehr Eleganz an den Tag legt als ich. Und sei es nur die Art, wie er einen gehäuften Kaffeelöffel Kakaopulver in seine Tasse schüttet. So ganz lässig aus dem schmalen Handgelenk. Und doch so unendlich anmutig.
Wir sehen uns, wie es sich für eineiige Zwillinge gehört, sehr ähnlich. Aber das war es auch schon. Bill ist der Intro- und ich der Extrovertierte.
Vielleicht ist das einer der Gründe, warum er mich so fasziniert und eine schon fast magische Anziehung auf mich ausübt.
Bedachte introvertierte Person geht gerade vor meinem Sichtfeld umher, bekleidet lediglich mit einem anliegenden, schwarzen ärmellosen Shirt und spärlich kurzen, engen Pants.
Ich persönlich würde solche Dinger alleine schon aus klaustrophobischen Gründen meines besten Stückes nicht anziehen, aber während ich so den wohlgeformten Hintern meines Zwillings betrachte, wird mir klar, dass ich gerade beginne, diese Teile am Körper meines Bruders zu lieben. Wohlgemerkt: an seinem Körper.
Jede Bewegung und Anspannung seiner Pomuskeln zeichnen sich an dem engen, schwarzen Stoff ab und ich ertappe mich mit der Frage, wie es sich wohl anfühlen würde, wenn meine Hand den Stoff, verbunden mit Bills Po, anfassen würde.
Ich muss wohl ein ziemlich komisches Gesicht mimen, denn mein Bruder spricht mich drauf an.
„Über was denkst du so angestrengt nach mitten in der Nacht?“
Gespielt beleidigt ziehe ich eine Schnute. „Du tust ja gerade so als ob es für mich etwas Abartiges wäre, nachts zu denken.“
„Richtig.“ Eine breite Grinse kommt mir von Bill entgegen.
„Boah, Alter! Rache ist süß!“
Damit kehrt das Leben in meinen trägen Körper zurück und ich springe mit einem nicht ganz eleganten Satz aus dem Bett, um meinen Bruder zu jagen – mit Erfolg natürlich.
Die Strafe folgt sogleich in Form von einem Schubser seines Luxuskörpers auf unser Bett und einer darauffolgenden Kitzelattacke.
Bill gibt verschiedenste ulkige Laute unter mir von sich, angefangen von um Hilfe schnappendem Quieken hinüber zu schrillem Kreischen und dann wieder endend in krächzendem Japsen.
Schließlich erbarme ich mich und beende meine Attacke. Bill ist einfach schwächer als ich, er hat keine Chance, was ich natürlich auch gerne ab und an ausnutze.
Grinsend und keuchend sehen wir uns in die Augen. Er gibt sich also geschlagen.
„Ich nehm’s ja schon zurück, okay?“ Begleitet wird diese süße Bitte von einem unwiderstehlichem Hundeblick aus großen, haselnussbraunen Augen.
Kann da jemand widerstehen? Richtig. Ich nämlich auch nicht.
Meine Hand findet ihren Platz neben Bills Schulter auf dem Bett und so kann ich immer noch über ihn gebeugt verharren und diesen Moment bis ins Letzte auskosten, nein, aussaugen trifft es besser.
Bills Atmen wird gleichmäßiger und seine Zähne, die mich eben noch angestrahlt haben, verstecken sich hinter den angepriesenen Lippen, bis sein Lächeln verschwindet und er mich nur noch schweigend anstarrt.
Meine Mundwinkel senken sich ebenfalls und plötzlich ist es so still, dass wir beide den Atem des anderen hören können.
Die Atmosphäre wandelt sich von einem unbekümmerten Spiel zu einem erotischen Moment, bei dem die Luft zum Zerreißen gespannt ist.
Uns beiden entgeht dies nicht, denn Bills Blick wird nun unruhig und seine Lider blinzeln mich verwirrt an, während er unsicher auf seiner Unterlippe kaut. Ihm scheint das Ganze soeben unangenehm zu werden.
Mir auch, aber irgendwie ist mein Körper momentan so schwer wie ein großer Felsbrocken und ich bin nicht imstande, mich auch nur einen Zentimeter aus Bills Nähe zu entfernen.
Meine hässliche Stimme meldet sich wieder zu Wort und behauptet, es läge daran, dass ich gar nicht wegwollen würde.
Kann schon sein. Also versuche ich es auch gar nicht und starre meinen verunsicherten Zwilling weiter an.
Seine Lippen öffnen sich, um etwas zu sagen, doch dann versiegeln sie sich wieder und das Gedachte findet niemals seinen Weg bis zu meinem Ohr.
Ich weiß, dass ich jetzt eigentlich etwas sagen oder mich wenigstens von ihm herunterbewegen sollte, doch ich schaff’s immer noch nicht.
Verdammter Felsbrocken.
Mein kleiner Bruder beginnt erste zaghafte Bewegungen unter mir, indem er Hüften und Oberkörper seitlich bewegt. Der Felsbrocken ist immer noch unbeweglich.
„Tom...“ Seine Stimme ist nur ein heiseres Flüstern und zwingt mich, ihm in die ergebenen Augen zu sehen.
Er möchte fortfahren, doch ich gewähre es ihm nicht und stoppe ihn mit einer streichelnden Bewegung meiner Finger auf seiner Wange.
Bei der Berührung seiner Haut durchfahren mich Stromßstöße eines 10 000 Volt-Zaunes a là Jurassic Park und Bill scheint es nicht anders zu gehen.
Unsere Blicke bleiben aneinander hängen und ich fühle, dass Benebelung meine Sinne umgarnt.
Wahrscheinlich liegt es am Alkohol. Aber das ist momentan auch gar nicht von weiterem Belang, weil es gerade mächtig zu kribbeln beginnt im Zwischenraum, der mich von meinem Bruder trennt.
Es herrscht nun eine Situation zwischen Bill und mir, wie es sie noch nie zuvor gegeben hat.
Etwas Neues, etwas Ungewohntes, das aber bestimmt nicht unwillkommen ist. Zumindest ist es bei mir so.
Wie es um meinen Zwilling steht, ist mir ein Rätsel, denn er sieht mich unsicher, ja fast schon ängstlich an. Und... ist das ein Zittern, das durch seinen schmalen Körper fährt?
„Bill“, höre ich meine raue Stimme und sein Name bleibt als Zauber mitten im Raum als Sternenglanz hängen, der auf uns herabrieselt und in eine Traumwelt entrückt, in der alles erlaubt ist.
Die Augen meines Zwillings fallen willig auf Halbmast und sein leicht angedeuteter Adamsapfel schwingt unruhig mit seinem Schlucken mit.
Wie er so vor mir daliegt, realisiere ich schließlich, nach 17 Jahren, dass er das schönste Wesen auf dieser gottverdammten Welt ist. Kein Mädchen der Welt kann mit der Schönheit meines Bruders mithalten. Keine noch so großen Augen können diesen tiefbraunen Edelsteinen das Wasser reichen, jedes noch so schön modelliertes Frauengesicht verblasst neben dieser hellen Haut, die sich über schmale Wangenknochen spannt und so makellos ist wie sie nur auf jede Weise sein kann. Jede noch so kurvige, knackige Frau wird vor Neid erblassen, wenn sie sich mit diesem schmalen Körper messen muss in all seiner Schönheit und Perfektheit, mit jedem einzelnen zierlichen Muskel, der sich um die filigranen Knochen schlingt und sie vervollkommnet.
Mein letztes bisschen Verstand verabschiedet sich mit jeder dieser sündigen Erkenntnissen, die sich in meine Hirnzellen brennen auf alle Ewigkeit. Mein Gedankengut ist schon längst jenseits der Grenze, die zwischen Geschwistern steht.
Ich weiß, dass ich Gefahr laufe, in den nächsten Sekunden den bestimmt größten Fehler meines Lebens zu begehen – diese Tatsache schwebt mir sogar trotz Alkoholbenebelung vor Augen.
Nur dass das Bier diese Sache momentan als nichtig hinstellt und mir erlaubt zu tun, an was sicher wir *beide* schon gedacht haben und was wir uns nie getraut haben auszusprechen im Wahn unkontrollierter Teenagerfantasien und Hormonschwankungen.
Und so wundert es mich auch nicht als mein Körper - seinerseits nun mit einem erstaunlichen Eigenleben ausgestattet - immer schwerer wird und ich mich so weit sinken lasse, bis sich unsere Nasenspitzen fast berühren.
Bills Lippen trennen sich aufgrund meiner verbotenen Nähe und er atmet scharf ein. Sein Zittern wird unkontrollierter. Die großen rehbraunen Augen springen ängstlich zwischen meinen hin und her.
Ich frage mich, ob sein Herz gerade auch so laut gegen seine Rippen hämmert wie meins. Und wenn nicht, dann muss er meine Pumpe einfach hören. Jedes Klopfen ist so laut, dass ich das Blut in den Ohren rauschen höre.
„Tom, du bist be-“
„Shhhhhh.“
Mein Zeigefinger legt sich auf die weichen, rosigen Kusspolster, bis Bill in seiner flehenden Warnung verstummt ist.
Ich will nicht, dass er es ausspricht. Ich will’s nicht wahrhaben. Nicht jetzt.
Doch bevor ich mein nächstes Vorhaben, das sich auf seine Lippen beschränkt, fortsetzen kann, macht mir Bill – Gott sei Dank oder leider? Ich weiß es nicht – einen Strich durch die Rechnung, als er mich mit einem Stoß seiner Handflächen auf meiner Brust von sich wirft und ich am Fußende des Bettendes lande.
Seine Stimme ist krächzig schrill und sein Atmen unregelmäßig laut, während er mich mit knallrotem Gesicht auf den Boden der Tatsachen zurückholt.
„Mann Tom, du bist betrunken! Was soll der Scheiß?“
Seine Sehschlitze funkeln mich gekränkt an. „Du weißt doch gar nicht, was du tust!“
Mein Hirn realisiert dies als einen verbalen Angriff und ich höre mich lallend erwidern: „Doch, ich weiß genau, was ich tu’.“
„Ach ja?? Sag’ mal, willst du mich für blöd verkaufen?“
Oha, er wird gerade richtig sauer. Besser, ich zügle mich – das heißt, wenn’s meine Besoffenheit zulässt. Daher wird meine Stimme leiser.
„Nein, will ich nicht...“
Bills Augen huschen hastig über mein Gesicht und füllen sich mit Tränen.
„Ich bin keines deiner Betthäschen, mit denen du dich auf Hotelzimmern vergnügst, Tom. Ich bin dein verdammter Bruder.“
Seine Hand legt sich vor den Mund und er schluckt einen Schluchzer hinunter, doch die Tränen kann er nicht zurückhalten, denn sie bahnen sich glitzernd ihren Weg über seine immer noch geröteten Wangen.
„Ich bin dein Bruder, Tom. Also lass’ den Scheiß.“ Seine Stimme ist jetzt nur noch ein Flüstern und er beginnt zu schluchzen.
Am liebsten würde ich ihn in die Arme ziehen und ihn trösten, so wie immer, wenn ihn etwas bedrückt. Aber momentan wäre es fehl am Platz. Nähe würde es jetzt nur noch schlimmer machen.
Also bleibe ich sitzen und starre bedrückt vor mich auf die Bettdecke. „Bill, ich...“
„Nein, Tom. Sag’ jetzt besser nichts.“
Ich bringe ein langsames Nicken zustande. Dann erhebe ich mich vom Bett und spüre wie sich alles dreht. Mein Rausch ist immer noch auf Hochtouren und benebelt meinen Kreislauf.
Wie ein Mann bei seinem Henkersgang fühle ich mich als ich zur Türe gehe.
Ich bleibe noch kurz stehen und sehe meinen Zwilling entschuldigend an.
Bill sieht mir nicht in die Augen, sondern zur Seite. Allein seine Tränen sprechen wortlos aus, wie verletzt und enttäuscht er gerade sein muss.
Ich verlasse beschämt sein Zimmer und krame die Keycard aus meinen Baggys, um meine eigene Türe zu öffnen, was mir erst nach dreimaligem Anlauf gelingt. Danke, Bier.
Mit wenigen Schritten habe ich mein Bett erreicht und lasse mich drauffallen.
Mein Blick richtet sich gen Zimmerdecke und mein Hirn lässt die letzten 10 Minuten meines Lebens Revue passieren.
Ich habe Scheiße gebaut. Große Scheiße.
Und Bill wird mir wahrscheinlich nicht mehr in die Augen sehen können.
Trotz des lauten Rauschens meines Blutes im Ohr vernehme ich das herzzerreißende Schluchzen meines Bruders, dessen Zimmer an meines angrenzt.
Ja, ich habe richtig, RICHTIG Mist gebaut.
Nichtsdestotrotz holt mich die Erschöpfung ein, mein Körper gibt nach und ehe ich mich versehe, drifte ich ab in eine unwirkliche Welt, in der mich die letzten Minuten dieses Abends wieder einholen und mir keinen guten Schlaf bereiten.

* * * * * Ende Kapitel 2 * * * * *

Ja, ich weiß, dass das gemein war û_u
*sich schon mal vor fliegenden Messern duck* >_<
Kapitel 3 wird hoffentlich bald fertig sein X_x