Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Les beaux, les laids - Wir sind aus Fleisch und Blut

von Anastacia
GeschichteAbenteuer, Drama / P18 / Gen
Benvolio der Fürst Mercutio OC (Own Character) Tybalt
13.07.2007
03.12.2017
27
63.202
3
Alle Kapitel
39 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
13.07.2007 1.984
 
Vorwort




Disclaimer:

Die Rechte und Figuren der Geschichte gehören nicht mir sondern Schakespeare - außer die ich erfunden habe *lol* - habe sie mir für die Geschichte nur ein bisschen ausgeborgt. Ich verdiene also kein Geld mit dieser Geschichte.



Rating:

Am Anfang 16, in späteren Kapitel dann ab 18.



Inhalt:

Mein Kopf schmerzte. Verwirrt rieb ich mir die Stirn und zuckte schmerzhaft zusammen als ich eine große Platzwunde an meiner linken Schläfe spürte. Die Wunde hatte allerdings schon aufgehört zu bluten und das Blut das über meine linke Seite gelaufen war, war auch schon längst getrocknet. Aber das änderte nicht daran dass sie höllisch schmerzte. Also musste ich länger bewusstlos gewesen sein. Was war denn passiert? Krampfhaft versuchte ich mich zu erinnern was passiert war.

Was würdest du tun, wenn du mitten in Verona landen würdest und damit mitten in den Kampf zweier verfeindeten Familien? Was würdest du tun, wenn es allein von dir abhängen würde, all das Leid und Sterben in dieser Stadt zu beenden? Würdest du davonlaufen oder dich deinem Schicksal stellen, selbst wenn du Gefahr läufst, selbst getötet zu werden? +++ Genau diese Fragen stellt sich Anastasia, als sie mitten in Verona Ende des 15. Jahrhunderts erwacht. Und ehe sie sich versieht, in den Streit hineingezogen wird, der seit Jahrhunderten in dieser Stadt tobt. Verfolgt von der Kirche, gejagt von den Schergen Capulets, versucht sie zusammen mit Mercutio, Benvolio und seinen Vettern, das Geheimnis dieses Hasses zu ergründen um ihn endlich zu beenden. Und wenn dann auch noch ungewollt die Liebe ihre Finger im Spiel hat, macht es die Situation auch nicht gerade einfacher.





-------------------------------------






Nur ein böser Traum




Mein Kopf schmerzte. Verwirrt rieb ich mir die Stirn und zuckte schmerzhaft zusammen,  als ich eine große Platzwunde an meiner linken Schläfe spürte. Die Wunde hatte allerdings schon aufgehört zu bluten und das Blut, das über meine linke Seite gelaufen war, war auch schon längst getrocknet. Aber das änderte nicht daran, dass sie höllisch schmerzte.

‚Also musste ich länger bewusstlos gewesen sein.’ Mühsam öffnete ich die Augen, sie waren durch das ganze Blut schon fast gänzlich zugeklebt, nur um sie ein Bruchteil später wieder zu schließen. Die Sonne stach mir so fest in die Augen das es weh tat. Sonne? ‚Verdammt noch mal, wo bin ich?’, murmelte ich halblaut vor mich hin. Wieder versuchte ich die Augen zu öffnen, nur dieses Mal hielt ich mir die Hand darüber, so dass mir die Sonne nicht direkt in die Augen stach. Mit der anderen wischte ich mir so lange übers Gesicht bis ich den größten Teil des eingetrockneten Blutes entfernt hatte. ‚Was war denn passiert?’ Krampfhaft versuchte ich mich zu erinnern was passiert war.

Ich erinnerte mich noch daran, dass ich auf dem Brückengeländer gestanden und in die Tiefe geblickt hatte. Ja, ich wollte mich umbringen. Durch die erneute Absage meines Traumjob war mir jegliche Flucht aus meinem verhassten Dasein verwehrt worden und somit gab es für mich keinen Grund weiter zu leben. Auch das ich noch nie Freunde gehabt hatte, war es für mich nur ein leichter alles hinter mir zu lassen. Ich weiß nur noch wie ich das Geländer losgelassen hatte und dann in die bodenlose Tiefe gestürzt war. Danach war nur noch Schwärze.

'Supertoll, jetzt bin ich schon sogar schon zu dämlich mich umzubringen.' Anscheinend ist es mir nicht mal vergönnt zu sterben. Jetzt lag ich bestimmt in ner Klapse, wo alle nach einem Suizidversuch landeten. Wenigstens muss ich jetzt nicht mehr meinem so verhassten Job nachgehen. Wenigstens für eine Weile. Ich öffnete nun meine Augen vollends um mich umzublicken und was ich erblickte war was anderes, als ich erwartet hätte. Statt den weißen Wände eines Krankenhauses, sah ich weiße Mauern mit kleinen, schon fast winzigen Balkonen und eine gepflasterte Straße vor mir.

Nichts davon kam mir auch nur im mindestens bekannt vor. 'Träumte ich vielleicht doch noch?' Doch eine kurze Berührung an meinem Kopf, brachte mich wieder schmerzhaft in die Realität zurück. 'Nein, das war kein Traum. Aber wo zum Teufel war ich? Wieso lag sie jetzt auf der Straße und nicht irgendwo in einem Krankenhausbett?' Mich wunderte es nur dass mich noch keiner gefunden hatte. Es war nirgends auch nur ein menschliches Wesen zu erblicken.

Langsam rappelte ich mich auf, immer darauf bedacht meinen Kopf so wenig wie möglich zu bewegen, so dass er nicht noch mehr weh tat. Nach wenigen Sekunden befand ich mich dann endlich in aufrechter Position, zwar noch nicht so sicher, aber ich stand.

‚Ist doch schon ein Anfang', dachte ich mir und blickte mich weiter in dieser gänzlich unbekannten Gegend um. Es war warm hier, sehr warm sogar. Es war schon fast als regelrechte Hitze zu bezeichnen. Und da ich mal wieder in komplettem Schwarz gekleidet war wurde auch mir sehr schnell warm. Vielleicht war auch deshalb keiner auf den Straßen. Sie befanden sich sicherlich alle in ihren Häusern und warteten auf kühlere Stunden.

Auf einmal erklang wieder das was mich geweckt hatte. Es war ein Schrei gewesen. Trotz der Hitze überlief mit ein eisiger Schauer. In dem Schrei lag soviel Schmerz, dass es schon fast körperlich weh tat. Irgendjemand machte zurzeit schier unermessliche Qualen durch. Nachdem er verklungen war, versuchte ich fieberhaft heraus zu finden woher er gekommen war, was angesichts dieser verwinkelten Gassen vor mir, ein etwas schwieriges Unterfangen.

Doch ich ließ mich nicht beirren und bog einmal nach links und zweimal nach rechts ab und stand auf einmal vor einer Wand. „Toll jetzt hast du dich verlaufen“, grummelte ich vor mich hin. Ich wollte der Wand gerade einen wütenden Tritt versetzen, so als wäre sie Schuld an der ganzen Misere hier, erblickte ich gleich rechts von mir ein sehr kleine Gasse, sie war nicht breiter als ein Meter, von der ich wildes Stimmengewirr war nahm. Ich zwängte mich durch die Gasse, nur um im nächste Augenblick entsetzt zurück zu prallen. Denn was ich erblickte, war einfach zu grotesk, als das es mein Hirn wahrnehmen wollte.

Auf dem Platz vor mir befanden sind ein gut Dutzend Leute in wirklich altertümlichen Kleidung. „War ich vielleicht auf einem mittelalterlichen Markt gelandet?“ Verwirrt kratzte ich mich am Kopf. War nicht in Österreich zurzeit dieser mittelalterliche Rittertreff?

Stimmt, ich hatte es erst heute Nachmittag in der Zeitung gelesen, die sich komischer Weise in meinem Briefkasten befand, obwohl ich sie gar nicht abboniert hatte. Aber wo waren die Ritter in ihren Rüstungen? Kein einziger von denen die ich vor mir sah trug eine, geschweige ein Schwert. Stattdessen konnte ich gut die Klingen von zahlreichen Degen erkennen, die ausnahmslos alle um die Hüften geschnallt hatten.

Zum wiederholten Male fragte ich mich wieder, wo ich mich befand. Da ich mich in im Schatten befand, konnte ich die Szenerie vor mir genauer studieren, doch das was ich sah, verschlug mir den Atem. Zwei junge Männer, keiner älter als 18, befanden sich in starker Bedrängnis. Einer von ihnen lag blutend am Boden und rührte sich nicht mehr. Erleichtert atmete ich auf, als ich das leichte Heben und Senken der Brust sah. Er war Gott sei Dank nicht tot. Auch die Wunden, die zwar heftig geblutet hatten, sahen nicht lebensgefährlich aus. Sein Hemd war vollkommen zerrissen und von Blut durchtränkt.

Der andere kniete am Boden. Auch seine Kleidung war voller Blut, das zweifellos von der Wunde ans seinem Hals stammte, die aber auch schon aufgehört hatte zu bluten. In seiner rechten Schulter steckte ein Dolch. Der Arme muss bestimmt starke Schmerzen verspüren. Doch sein Gesicht verriet nichts dergleichen. Jemand, in purpurroter Kleidung die mich stark an einen Torero erinnerten, und wallend blonden Haaren, stand in eindeutiger Siegerposition und hielt ihm die Klinge an die Kehle, aber irgendwas hielt ihn davon ab zu zustechen.

Merkwürdig, irgendwie kam mir das alles schrecklich vertraut vor, doch mir fiel es auf Teufel komm raus, nicht ein woher. Doch das war mir jetzt so was von egal. Ich musste was unternehmen, sonst ist der Arme vor mir dem Tod geweiht.

Ich wollte gerade aus meinem Versteck hervor treten, als der andere, der am Boden gelegen war, wieder erwachte und irgendwas sagte, was den roten Degenhalter erstaunt inne hielten ließ. Ich konnte leider auf die Entfernung hin überhaupt nicht hören was. Nur einzelne Wortfetzen wehten zu mir herüber. „Markus“ oder doch vielleicht „Mercutio“? Außerdem noch „Neffe,“ „Escalus“ und „nicht überleben.“ Ich wurde immer noch verwirrter. 'Das konnte doch nicht sein, ich musste mich verhört haben.' Ganz bestimmt, es gelang mir sogar mich einigermaßen wieder zu beruhigen, doch dies war nicht vor langer Dauer.

Noch jemand war durch eine der unzähligen Gassen auf dem Platz erschienen, nur wenige Meter von mir entfernt. Nein, korrigierte ich mich. Es waren drei, zwei Männer und eine Frau. Während die beiden Männer auch wieder diese mittelalterliche Kleidung trugen, die allesamt in einem tiefen dunkelblau gehalten wurden, trug die Frau eine nach meinem Geschmack ein zu freizügiges Kleid, das mehr offenbarte als verdeckte. Die Frau war zweifellos nicht freiwillig bei den beiden, den sie war mit Stricken an Händen und Füssen gefesselt. Außerdem deuteten die blutigen Schürfwunden auf der linken Wange darauf hin, dass sie sich nicht kampflos ergeben hatte. Außerdem konnte ich nun deutlich hören was gesagt wurde. „Hei, du minderwertige Kreatur von einem Capulet. Ich würde dir von dieser Tat abraten.“

Zweifelsfrei, ich habe den Namen Capulet wahrgenommen. Ich stolperte zwei Schritte zurück und lehnte mich keuchend an die warme Hauswand hinter mir. Das alles hier konnte nicht sein, dass alles hier durfte nicht wahr sein. 'Vielleicht bin ich ja in einen Filmdreh geraten', versuchte ich mir einzureden. ‚Ja, vielleicht übten die hier alle für einen Film. Doch wo waren die Kameras und die Filmcrew?'

Ich konnte es drehen wie ich es wollte, doch was am Ende herauskam war immer gleich. Ein wütendes Kampfgeschrei unterbrach meine verworrenen Gedanken und ließ mich daraus hochschrecken.

Anscheinend war ich doch länger in Gedanken versunken gewesen als angenommen, denn die unwirkliche Szenerie – ich konnte es immer noch nicht anders beschreiben – hatte sich drastisch verändert. Die zwei Verletzten lagen nun nur wenige Meter von mir entfernt an der Seite des Platzes und waren anscheinend gerade versorgt worden. Demjenigen wo der Dolch in der Schulter steckte trug nun einen gut sitzenden Verband und lehnte sich nun mit geschlossen Augen an der Mauer. Seine fast schon femininen Gesichtzüge verrieten was für Schmerzen er zurzeit ertrug, doch kein einziger Schmerzeslaut drang über seine Lippen. Der andere hatte sich ebenfalls an die Mauer gelehnt. Seine langen, braun gelockten Haare klebten ihm wirr ins Gesicht. Sein Gesicht war unter der Schicht von Blut, Dreck und Schweiß kaum zu erkennen, doch die markanten Züge und die hohen Wangenknochen verrieten, das es nicht ohne war.

Doch diese Ruhe sollte nicht von langer Dauer sein. Denn schon stürmten die Horde der Männer die vorhin die zwei gequält hatten auf die kleine Gruppe zu. Anscheinend war etwas nicht so gelaufen wie es sollte. Die zwei Männer die gerade eben noch ihre Freunde versorgt hatten, hielten schon ihre Degen in der Hand um sich gegen die übermächtige Anzahl von Gegnern zu erwehren. Einer von ihnen, auch er hatte kurze, braun gelockte Haare und trotz des Entsetzen das darin geschrieben war konnte ich die zarten Gesichtszüge erkennen sodass das es schien als wäre es aus weißen Marmor, kämpfte sogleich gegen 3 Gegner die ihn anscheinend nicht wirklich ans Leder wollten.

Es schien als wollten sie ihn mit ihren Angriffen zermürben. Der andere, er hatte glatte, blonde Haare und auch ebenfalls ein jugendliches Aussehen, kämpfte verbissen zeitgleich gegen 2 Gegner. Aber anscheinend war er nicht so geschickt wie der Braungelockte, denn schon die einfachsten Angriffe brachten ihn in arge Bedrängnis. Ich wandte mich wieder dem Verletzten an der Wand zu, er war als einziger nicht aufgesprungen. Anscheinend hatte ihn der Blutverlust bereits schon so geschwächt, dass er kaum noch aufstehen konnte. Aber so wie er da saß, war er leichte Beute für die Angreifer. Ich musste was unternehmen!



------------------------------------
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast