Amnesie

von cora-baby
GeschichteRomanze / P12
Alec Asha Barlow Joshua Logan Cale Max Guevara
12.07.2007
10.08.2007
5
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Teil 1
Sie entschloss sich einfach nur verwirrt zu sein

Sie setzte sich schnell und extrem verwirrt auf. Sie fragte sich, wo sie war. Und wie sie dorthin gekommen war. Sie stand umständlich auf und sah sich in dem winzigen Raum um, zumindest hatte sie das vor, dann bemerkte sie, dass sie ausschließlich ein T-Shirt trug, das ihr bis zur Mitte der Oberschenkel ging. Verstört hielt sie mitten in der Bewegung inne. Sie konnte sich kaum vorstellen, dass sie in dem Raum wohnte. Es waren kalte, geflieste Wände und es gab nichts außer einer Pritsche, auf der sie nicht mal gelegen hatte. Sie überlegte, ob ihr der Raum bekannt vorkam, aber sie wusste es nicht. Schlagartig fiel ihr auf, dass sie gar nichts wusste. Sie schloss die Augen und atmete tief durch um sich zu beruhigen. Sie befahl sich selbst ganz entspannt nachzudenken. Niemand vergaß einfach so alles. Sie probierte es mit dem Einfachsten. Ihrem Namen. Doch er fiel ihr nicht ein. Wieder sagte sie sich, dass es unmöglich war. Sie konnte doch nicht ihren eigenen Namen vergessen. Je angestrengter sie nachdachte, desto weniger konnte sie nachdenken. Außerdem wurde sie dadurch panisch. Sie entschloss sich dazu einfach nur verwirrt zu sein. Alles andere würde ihr schon wieder einfallen. Sie setzte sich auf die kalte Pritsche. Wieso hatte sie auf dem Boden gelegen? Sie konnte sich kaum vorstellen, dass sie es freiwillig getan hatte. Dann erst bemerkte sie die Tür. Vielleicht war es ja doch ihr Zimmer, also stand sie auf und versuchte die Tür zu öffnen. Sie war abgeschlossen, das überraschte sie nicht, obwohl sie nicht wusste, warum. Also setzte sie sich wieder. Sie versuchte ihre Gedanken in Ordnung zu bringen und sich an Details zu erinnern. Ihr Hirn sagte ihr, das man diese Art Gedächtnisverlust vorübergehende Amnesie nannte, ironischerweise gab es aber nichts, das man tun konnte um die Amnesie zu bekämpfen, sosehr man auch wusste, was sie war.

Sie wusste nicht wie viel Zeit vergangen war, als die Tür geöffnet wurde und ein Mann herein trat. Sie kannte ihn nicht, aber das war nicht weiter überraschend. Er zerrte sie auf die Füße und brachte sie in einen anderen weiß gefliesten Raum. Sie wurde an einen Stuhl geschnallt. Als sie etwas sagen wollte, schlug der Mann ihr ins Gesicht, also hielt sie den Mund.

Ein anderer Mann kam herein, grinste süffisant und setzte sich auf den Stuhl gegenüber: „Na, sind wir jetzt bereit zu reden?“

„Klar, gern“, erwiderte sie schnippisch, wusste aber, dass es keine gute Idee war, „Worüber wollen Sie reden?“

„Worüber?“, er lachte kurz und humorlos, „’452, wo ist sie?“

„Wer?“, die Frage hätte nicht ehrlicher und überzeugter sein können, denn sie wusste schließlich nicht wer ’452 war.

Doch er war augenscheinlich der Meinung sie müsste es wissen. Er schlug sie, auf dieselbe Stelle wie der andere Mann. Kurz unter dem Jochbein. Diesmal war der Schlag härter und ihr Kopf fuhr zurück.

„Ich verliere langsam die Geduld über dieses Spielchen. Wenn du mir nicht sagst wo sie ist, werde ich dich töten.“

„Ich kann Ihnen nicht sagen, wo sie ist. Denn ich weiß nicht von wem sie reden.“

Er schlug sie wieder, diesmal sah sie Sterne und dann wurde alles schwarz.

Als sie aufwachte, lag sie wieder auf dem Boden und setzte sich auf. Ihr Gesicht schmerzte. Nicht nur unter dem Jochbein. Auch auf der anderen Seite, außerdem an den Lippen. Sie berührte sie vorsichtig und stellte nicht überrascht fest, dass sie blutete. Sie legte sich ins Bett und schlief ein. Irgendwann ging das Licht aus. Sie nahm es zur Kenntnis trieb aber sofort in den Schlaf zurück.

Sie träumte von einem Mann. Es war fast als wäre sie wach. Er war groß, dunkelhaarig und gut aussehend und er lächelte sie an. Nichts weiter. Sie wusste nicht wo sie sich befanden – in welchem Haus. Sie saßen in einer Küche, an einem Tresen. Sie trank Wein, er Bier. Es kam ihr vor als würden sie stundenlang so voreinander sitzen, ohne etwas zu sagen. Sie saßen sich gegenüber und er lächelte sie an.

Dann wurde sie wach, weil die Tür aufflog. Sie setzte sich hin und blinzelte gegen das grelle Licht vom Flur.

Fortsetzung folgt...
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