Die Wahrheit

GeschichteRomanze / P18 Slash
11.07.2007
25.07.2007
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Lucius lehnte sich in seinem Sessel zurück, das Glas Brandy in seinen Händen. Er hörte das Prasseln des Feuers wie beruhigende Musik im Hintergrund. Er mochte den Frieden, den er in diesem Zimmer fand.

Irgendwo in diesem Gebäude nervte sein Sohn Draco seine Freunde mit neuen Spielen und Zauberschach, sich sehr wohl bewusst, dass die anderen nicht gewinnen konnten. Er lächelte leicht. Es war, als habe sich nie etwas geändert, als wäre er nie in Azkaban  gewesen, als wäre er nun nicht auf der Seite des Lichts.

Er verzog seinen Mund. Schon lange hatte Lucius versucht, diesem Irren, dem er diente, zu entkommen, hatte als Spion gedient, bis dieser verwöhnte Potter-Bengel ihn tatsächlich vor einigen Wochen ein für alle Mal in die Hölle geschickt hatte.

Er hatte seinen Status voll und ganz zurückerlangt. Seine Zeit an Voldermorts Seite hatte keine Folgen gehabt, weil er die Seiten wie immer rechtzeitig gewechselt hatte, um sein Kind zu beschützen. Er selbst hatte die Frau umgebracht, die der dunkle Herrscher ihn zu heiraten gezwungen hatte. Sie war loyal bis in den Tod geblieben und hätte letztendlich fast ihr eigenes Kind umgebracht, hätte er seinen Zauberstab nicht eher gezogen.

Doch das alles war Vergangenheit.

Endgültig.

Lucius trank einen Schluck Brandy, schloss genießerisch die Augen. Er hatte Draco von der Schule genommen, um ihn Dumbledores Einfluss zu entziehen, denn dummerweise war der alte Manipulator nicht ganz so tot gewesen, wie er es hatte aussehen lassen und nun wieder Direktor der Schule. Und so jemand bekam sein Kind nicht in die Fänge! Nicht im Leben! Er hatte von solchen Leuten die Nase gestrichen voll.

Sein Sohn war auch so gut, er bekam Privatunterricht, unter anderem von seinem besten Freund Severus Snape selbst, der den Dienst ebenfalls quittiert hatte, da er es überdrüssig geworden war, die Stiefel dieses Blenders zu lecken, der auf seine Art nicht um eine Unze besser war als Voldemort. Und niemand schien es zu sehen, was das Schlimmste überhaupt war. Der Mann seufzte leise.

„Uuuuut-uuuuut.“

Irritiert über das Geräusch, das definitiv nicht hierher gehörte, sah er auf. Auf der Bank des hohen Fensters saß eine Eule. Ein wunderschönes Tier überdies mit braunen, ungewöhnlichen Federn, die an den Spitzen silbern zu leuchten schien. Das war keine gewöhnliche Boteneule! Er trat zum Fenster, öffnete es, ließ das Tier herein: „Was bist du denn?“, fragte er mit einer Freundlichkeit, die er sich nur hier in diesem Hause erlaubte, während er den Brief von deren Bein band.
„Uuuut“, kam die Antwort, bevor das Tier einfach wieder wegflog.

Lucius setzte sich einfach wieder in seinen Sessel, als ihn die Erkenntnis traf, wie ein Schlag ins Gesicht. Nein, das war auch keine normale Eule gewesen! Er... er selbst hatte sie... Lily Evans einst geschenkt! In seinem letzten Jahr auf Hogwarts!

Mit zitternden Händen erbrach er das Siegel auf dem Umschlag, zog  das Papier darin heraus. Was hatte das zu bedeuten? Lily war seit sechzehn Jahren tot! Er nahm einen weiteren Schluck Brandy, bevor er sich soweit beruhigt hatte, dass er lesen konnte.


Geliebter...

Ich kann nur hoffen, du zerreißt diesen Brief nicht sofort, nachdem du gesehen hast, wer ihn dir geschickt hat. Ich weiß nicht, wann du ihn bekommst, doch ich musste dir das hier schicken und zwar schnell – bevor der Zauber, den Albus Dumbledore auf mich gelegt hat, voll aktiv ist – und das ist diese Nacht.

Es war alles eine verdammte Lüge, Luc! Alles, von Anfang an! Er hat das getan! Und er hat es verursacht!

Ich werde am Anfang anfangen:

Ich wollte dich nie, niemals verlassen. Ich trage auch noch immer deinen Ring immer bei mir, auch, wenn ich ihn nun in diesen Brief tun muss, sonst findet Albus ihn, dann nimmt er ihn mir weg und ich werde nicht einmal mehr etwas dagegen haben können.

Ich sitze hier in einer einsamen Zelle und morgen wird dieser Irre irgendwen schicken, der meinen Retter spielt. Man wird mir einreden, du hättest mir etwas angetan und ich werde gezwungen sein, es zu glauben. So, wie er mich glauben lassen wird, dass das Kind, dass ich in mir trage nicht das Deine ist.

Ja, Luc. Ich bin schwanger von dir, ich bin ganz sicher. Es wird ein kleiner Junge und ich will, dass er irgendwann erfährt, wer sein Vater wirklich ist. Ich liebe dieses Kind mit allem, was ich habe und meine Liebe wird es immer schützen, denn es wird das Letzte sein, was mir von dir bleibt, auch wenn ich es in wenigen Stunden nicht mehr wissen werde.

Ich weiß nicht, warum Albus das tut, doch er tut es: Er will, dass ich einen Anderen heirate, dass ich mich an jemanden binde, den ich noch nicht einmal kenne, ich weiß nicht, warum. Ich weiß nicht, was ich getan habe, dass er mir das antut – dass er uns das antut. Er wusste, dass wir heiraten wollten und er weiß, dass ich schwanger bin...

Luc, er will dieses Kind! Er will mein – unser – Kind, als eine seiner Schachfiguren für einen seiner verdammten Pläne! Ich weiß es einfach! Und dann? Dann wird er es wegwerfen, wie ein Stück faules Brot, wie er es mit mir tut! Ich wette, er hat mich an den Höchstbietenden verschachert!

Ich habe Angst, Luc.

Angst, auch um dich. Er plant etwas, er will Macht, genauso, wie Tom Riddle. DA haben sich zwei Irre gefunden. Sie mögen ja gerade zusammen arbeiten, aber glaub mir, es wird der Tag kommen, an dem Albus sich gegen Tom wendet und ihn zerstören wird, oder ihn wie mich in den Wahnsinn treibt.

Dich weiß nicht, wann dieser Brief dich erreichen wird, ich werde einen Zauber aussprechen, der den Zeitpunkt markieren wird, an dem dein – unser – Sohn dich am dringernsten brauchen wird. Wenn du es bis dahin nicht selbst herausgefunden hast (und ich denke nicht, dass du das getan haben wirst, dafür ist Albus zu gerissen) musst du JETZT handeln.

Ich weiß, wenn dieses Kind einmal auf der Welt ist, wird Albus mich beseitigen. Ich weiß nicht, was er mit meinem Gefährten tun wird, doch ich denke nicht, dass er dann viel länger leben wird. Luc, ich habe Angst, dass Albus dumm genug ist, das Kind meiner Schwester zu geben. Du weißt, wie sehr sie mich hasst. Bitte... rette ihn.

Ich wollte mein Leben mit dir verbringen, doch das darf ich nicht, weil ich zu einer Schachfigur geworden bin. Zu einer Schachfigur auf dem Spielbrett eines Irren. Ich denke nicht, dass ich noch mehr, als zwei Jahre zu leben habe.

In diesem Brief liegen der Ring, den du mir zur Verlobung geschenkt hast und das Armband, dass ich immer getragen habe. Ich will nicht, dass Albus sie je bekommen...

Ich weiß, dass du mich hassen musst, aber bitte, rette das Kind...

Ich werde dich immer lieben...

Lily Evans


Geschockt starrte Lucius auf das Blatt Papier, sah, dass es mit Blut geschrieben worden war. Nein, das war kein Papier, das war... Stoff? Ja, Stoff! Um Himmels Willen! Lucius schauderte.

Er fasste nach dem Umschlag, schüttelte ihn. Auf seinen Beinen landete ein Ring. Mattes Silber, die Efeuranken umschlangen einen Stein, grün, wie Lilys Augen gewesen waren... Lucius Faust umklammerte den Ring, während sein Blick auf dem ledernen Band lag. Es bestand einfach nur aus drei Stücken, die ineinander verflochten waren. Jedes mit einem anderen Schutzzauber belegt. Sein erstes Geschenk an sie...

Er schloss die Augen, hörte über sich Draco die Treppe herabstürmen.

Draco – Narcissas Kind. Tom Riddle hatte ihm gesagt, es wäre das Beste, Narcissa zu heiraten, nachdem diese dumme Ziege ihn verlassen habe, für den größten Looser, den Gryffindor zu bieten hatte. Er hatte es getan.

Auf einmal schnappten seine Augen auf und die Erkenntnis überrollte ihn. ‚Wenn das Kind dich am dringendsten brauchen wird...’.

„Draco!“

„Vater?“, fragte nach einer Weile der blindhaarige Sechzehnjährige, der in das Zimmer trat. „Vater, was...? Das Glas!“

Irritiert sah Lucius zu dem Glas in seiner Hand, stellte fest, dass es kaputt war. Er warf es einfach in den Kamin, hörte das Feuer röhren, als es vom Alkohol angeheizt wurde.  „Hör mir genau zu: sag den Hauselfen, das Zimmer gegenüber von meinem Schlafzimmer muss hergerichtet werden, sofort! Und hol mir Severus hierher! Er soll alle möglichen Heiltränke mitbringen! Los! Das ist ein Notfall!!“

„Was...?“

Lucius war bereits aufgestanden, sah seinen Sohn nur an, verschwand dann einfach vor dessen Augen.

„Was zum Henker hatte das denn zu bedeuten?“, fragte Draco sich irritiert. So hatte er seinen Vater seit der großen Schlacht nicht mehr erlebt. Nein, nicht einmal dann. Nur an dem Tag, als seine eigene verfluchte Mutter ihn fast gekillt hatte.

Er trat zum Sessel seines Vaters, fand aber nur einen Briefumschlag mit einem Siegel, dass ihm irgendwie vertraut war. Seufzend trat er zum Feuer, rief Severus.

„Das sollte besser dringend sein“, röhrte die unzufriedene Stimme missgelaunt.

„Onkel Sev, Vater will, dass du, ich wiederhole, sofort, hierher kommst und alles Mögliche an Heiltränken mitbringen sollst und bevor du fragst, nein, ich habe keine Ahnung, was vorgeht. Er hat mich gerufen, mir Befehle gegeben, als wäre ich ein verdammter Hauself und ist einfach weggeschimmert!“

Das Gesicht im Feuer veränderte sich etwas. „Gut, ich bin gleich da. Aber ich zieh deinem Vater die Teile seines Körpers so richtig lang, die er nicht verletzt haben will, wenn das nicht WIRKLICH wichtig ist.“

Das Gesicht in den Flammen verschwand.

Draco seufzte. Gut, nur noch die Hauselfen... .




„Du Freak! Ich werde dir schon zeigen, wo du hingehörst!“

Harry spürte kaum noch die Schmerzen, die er eigentlich haben müsste. Es spielte keine Rolle mehr. Er wusste, diese Nacht würde er nicht mehr überleben. Sein Zauberstab war zerbrochen und verbrannt worden, er konnte sich selbst nicht einmal annähernd heilen. Er war viel zu schwach, um es auch nur zu versuchen.

Knirsch.

Was war das gewesen? Sein Bein? Ein weiterer Knochen? Er wusste es nicht, aber sekundenlang spürte er tatsächlich einen stechenden Schmerz, bevor der langsam wieder abklang, von einer aufkommenden Dunkelheit gemildert wurde.

Er machte sich nicht einmal mehr die Mühe, sich zu bewegen nicht, dass er es gekonnt hätte, ans Bett gefesselt, wie er gerade war. Er war zu schwach für alles, er hatte seit dem Ende des Schuljahres nichts mehr zu Essen bekommen.

Wäre er nicht so kaputt gewesen, er hätte einfach nur bitter aufgelacht. Er, der Sieger über Voldemort. Er lag hier und ließ sich gerade zu Tode prügeln! Er, von dem alle immer so viel erwartet hatten!

Warum?

Warum hatte Dumbledore ihn zurückgeschickt? Warum hatte er das getan? Warum? Er hatte doch so sehr gebettelt, nicht gehen zu müssen! In der Schule bleiben zu können oder an einem anderen Ort, nun, wo der Zauber um dieses Haus ihn nicht mehr schützen musste! Er hatte es ohnehin nie getan, denn das, was er hier durchmachen musste, dagegen waren seine Kämpfe gegen Voldemort Zuckerschlecken gewesen.

Irgendwo weit weg hörte er eine Tür knallen. Es sah so aus, als wäre sein Onkel seiner überdrüssig geworden. Für diese Nacht – nein, für seine letzte Nacht. Er wusste nicht, warum er die warme Dunkelheit überhaupt noch bekämpfte. Er wusste es wirklich nicht. Er wollte nur noch sterben, nachgeben. Diesem Elend endlich entfliehen. So schlimm war es noch nie gewesen! Warum??

Eine einzelne Träne rann die blutverschmierte Wange herab...





Ohne sich auch nur mit so etwas wie Klopfen aufzuhalten, ließ Lucius die Tür einfach aus dem Rahmen splittern. Er starrte in dem Haus herum. Muggels!

Seltsam...

Es war niemand da?

„Was?! Noch so ein Freak!? Was wollt ihr!? Noch ist er nicht verreckt! Ihr habt gesagt, ich...!“

Das Splittern von Glas war alles, was noch zu hören war, als Vernon Dursley gegen den Geschirrschrank flog. Das schrille Kreischen seiner Frau brachte er mit einem „Silentio!“ sofort zur Ruhe, starrte mit kalten Augen auf den dritten Jungen, der ihn eher an einen gestrandeten Wal erinnerte. Nein, das wäre eine Beleidigung für diese Tiere gewesen.

„Wo ist er?“, knurrte er den Jüngsten dieser ekelerregenden Bande an, der sich gerade vor Schiss in die Hose geschifft hatte. „WO IST ER!?“

Dudley war nur noch in der Lage, mit zitternden Fingern auf die Treppe zu deuten, bevor Lucius einen weiteren Zauber sprach, der die beiden Anderen neben Vernon an die Wand pinnte, bevor er die Treppen hinaufrannte.

Es konnte nur die Tür mit den vielen Schlössern sein. Er sprengte sie, wie er es schon mit der Haustür getan hatte.

Es war vollkommen dunkel und es stank bestialisch in dem winzigen Zimmer. „Lumos!“

Ein Licht erschien und was er sah, brachte Lucius, der schon viel gesehen hatte, fast dazu, zu erbrechen. Er eilte zu dem Bett, fuhr über Harrys blutigen Hals, suchte verzweifelt. Ja, da war noch Puls, schwach, unregelmäßig, aber er war noch da, wurde aber immer schwächer.

Ohne auch nur weiter darüber nachzudenken, löste er mit einem weiteren Spruch die Fesseln und hob den Jungen, der sofort zu wimmern begann, in seine Arme, bevor er sich zurück in sein Haus schimmerte, in das Zimmer gegenüber seinem eigenen.

„Ich sage dir, Lucius, wenn das nicht wi...! Was zum Henker...!“

„Vater, was..?!“

„Severus, tu was!“

Der Dunkelhaarige beugte sich über das dürre, blutverschmierte Ewas, hob seinen Zauberstab, begann, einige Zauber zu sprechen. „Lucius, da KANN ich nicht viel machen! Ich bin ein Tränkemeister, kein verdammter Heiler!“

Lucius starrte angsterfüllt auf das Bett. „Was...?“

„Nun, ich würde Dumbledore...“

„NEIN.....!“

Severus sah zu seinem Freund auf: „Was zum Henker...?!“

„Draco, ruf Thurele! Sofort!”

„Wer ist das?“

„Ich...“

Ein weiterer Mann betrat das Zimmer, sah auf das Bett, hob eine Augenbraue: „Und das ist der Grund, warum ich gerufen worden bin?“

Lucius starrte den Heiler nur an: „Du bist mir was schuldig. Ohne mich säßest du jetzt in Azkaban! Rette sein Leben und wir sind quitt!“

Der Heiler sah wieder zum Bett, hob seinen Zauberstab: „Wie du willst, Malfoy.“

Thurele begann mit den Zaubern, stillte die inneren Blutungen, richtete die Knochen, schloss die tiefen Wunden. Als er fertig war, waren Stunden vergangen und er vollkommen am Ende. Und noch immer sah der Körper schrecklich aus. Der Heiler brach fast zusammen: „Mehr kann ich nicht machen...“, murmelte er, wischte sich den Schweiß von der Stirn. „Der Junge lebt... der Rest ist eure Sache. Malfoy, meine Schuld ist beglichen. Ein Leben für ein Leben.“ Damit verschwand der Heiler in den Flammen des Kamins. Zurück blieben Unterlagen, die Lucius sich mit Entsetzen durchlas, während sein Blick immer wieder zum Bett glitt, in dem der reglose Jugendliche lag.

„Lucius?“, fragte Severus nun langsam ungeduldig.

Der Angesprochene sah auf: „Das ist eine lange Geschichte.“

„Und ich hoffe für dich, dass sie gut ist.“

Malfoy trat an Draco vorbei zum Bett, sah in das eingefallene Gesicht: „Wie Lily...“, flüsterte er leise, wandte sich um: „Kannst du etwas wegen der Kratzer tun? Thureles Unterlagen sagen aus, dass seine Lunge noch lange nicht wieder intakt ist. Er wird auch Nährtränke brauchen, eine Zeit lang.“

„Sicher. Wenn ich endlich mal eine Antwort bekomme“, gab Snape zurück, suchte aber bereits einige Salben und Tränke zusammen. „Und warum informieren wir Dumbledore nicht über das, was seinem Goldkindchen geschehen ist? Er wird sicher zur Rettung schreiten, wie immer.“

„Das dürfte das Letzte sein, was er tun wird“, gab Malfoy nur bitter zurück. „Denn er hat das hier erst zugelassen!“

„Aber Vater! Warum? Er ist doch...!“

Lucius schloss sekundenlang die Augen: „Draco, er ist dein Bruder.“

Fonk.

Das waren zwei Zauberer, die eine äußerst unsanfte Landung auf ihren Hintern hinlegten.

„Lucius, von was um Himmels Willen redest du da? Das Blage auf dem Bett ist das Kind von Lily Evans und dem Potter-Looser! Und er ist jünger, als Draco! Wie soll das denn funktioniert haben!“

„Vater...?“, kam es unsicher von Draco.

„Lily und ich wollten heiraten“, gab Lucius ruhig zurück. „Ich hatte ihr sogar schon einen Ring geschenkt. Es war alles arrangiert, bis hin zu einer großen Feier. Aber auf einmal hat sie mich getreten und rannte nur noch mit Potter rum. Knappe neun Monate später bekam sie Harry.“

„Aber... Mutter...!“

Lucius sah seinen Sohn an: „Du weißt, dass ich deine Mutter auf Voldemorts Befehl hin geheiratet habe, das war kurz nach der Sache mit Lily. Und wir beide wissen, dass es nicht so wäre, dass du sie heiß und innig geliebt hättest, nicht wahr? Sie wurde durch einen Trank von Severus sofort schwanger und ließ ihn weitere Tränke brauen, damit du dich schneller entwickelst. Du bist eigentlich drei Monate zu früh auf die Welt gekommen.“

„Lucius, Moment mal! Glaubst du das etwa wirklich ??!“

Der Weißhaarige wandte sich um, sprach einen Zauber, der die Eltern eines Kindes offen legte und beide, sowohl Draco, als auch die reglose Gestalt auf dem Bett wurden als die Seinen angezeigt. „Fragen?“

Draco beschloss, erst einmal umzukippen.

Severus fing den Jungen auf, setzte ihn in einen der weichen Sessel: „Wie hast du es erfahren und was ist mit Potter geschehen?“

„Er ist kein Potter“, gab Lucius ruhig zurück, setzte sich an den Rand des Bettes, doch kaum versuchte er, den Jungen zu berühren, zuckte der weg, begann, zu wimmern. Worte, die die anderen nicht verstehen konnten, entkamen ihm, während er sich in einen Ball zusammenrollte.

„Lucius?“

„Lily hat mir einen Brief geschrieben, der bei mir ankommen sollte, wenn mein und ihr Kind in höchster Not ist.“ Er holte den Stoff aus seiner Tasche, übergab ihn an seinen alten Freund, er ihn schnell überflog, bevor er schneeweiß wurde: „Bastard!“

„Apropos Bastard. Da, wo ich ihn hergeholt habe, hängen noch ein paar Fettsäcke und eine wandelnde Hungersnot an der Wand...“

Severus Augen glänzten auf: „So?“

„Du bleib bei Harry und Draco. Ich habe noch was zu Erledigen“, knurrte er, verschwand wieder, um vor dem Haus aufzutauchen, aus dem er Stunden zuvor Harry geholt hatte. Noch immer hingen die Dursleys an der Wand und konnten, dank einem Zauber, noch nicht einmal um Hilfe brüllen. Lucius Blick glitt von Einem zum Anderen.

„Ich werde diese Sachen alle nur EINMAL fragen, bekomme ich keine oder die falsche Antwort, werdet ihr Muggelpack einen grauenvollen Tod sterben! IST DAS KLAR?“

Alle drei nickten mit angstgeweiteten Augen.

„Gut“, gab Lucius eisig zurück, befreite Vernon vom Silentio, hielt seinen Zauberstab auf ihn gerichtet: „Warum? Warum habt ihr das dem Jungen angetan?“

„Weil er... ein gottverdammter Freak ist!“

„Crucio!“

Die Schreie des Mannes hallten durch den Raum, bevor er in sich zusammensackte. Bewusstlos. „Muggels! Nichts halten sie aus“, stellte er eisig fest. „Ich frage noch einmal! Warum?“

„Weil... wir den Freak loswerden wollten!“

„Warum habt ihr nicht zugelassen, dass er woanders hinkommt?“, fragte der Magier nun eisig. Seine Stimme schien Eis zu verschießen.

„Weil... dieser Dumbledore ihn aus der Schule genommen hat! Wir wären ihn nie wieder losgeworden!“, kreischte nun Petunia. „Und er hat gesagt, er will Lilys Bengel nicht wiedersehen! Er habe gegen eine Regel zu viel verstoßen! Wir sollten ihn bestrafen!“

Lucius Hand klammerte sich um den Kristall in seiner Tasche, der all das aufzeichnete. Dumbledore! Alle Schnüre liefen bei ihm zusammen! Wie immer! Dieser miese Verräter! Erst verschwieg er ihm SEINEN Sohn und dann verurteilte er den Held der Hexenwelt zu so einem Tod? Weil er die Schachfigur nicht mehr brauchte??

Er wandte sich um.

„he! Kommen wir hier nicht runter, oder wie“, quiekte die fette Ratte.

„Nein“, gab Lucius nur kalt zurück, bevor er einfach wieder verschwand.

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Noch mal vielen, vielen Dank en meine fleißige Beta....
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