Abenteuer Kindheit

von Beyond
GeschichteAbenteuer / P6
10.07.2007
06.07.2010
7
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10.07.2007 2.125
 
Lächelnd betrachtete Keiko das Foto, das an der Wand neben dem Spiegel hing. Es
war auf der Feier zur Geburt ihrer beiden Söhne geschossen worden. Auch die Tao
Kinder waren darauf zu sehen. Dies war jetzt schon gut ein Jahr her. Am
vorherigen Tag hatten ihre Söhne dann auch noch laufen gelernt und nun wollten
sie passende Schuhe kaufen. Auch andere Einkäufe sollten erledigt werden.  Dann
ertönte plötzlich ein Ruf: "Schatz, wir müssen gleich los." "Ja.", erwiderte
sie:" Ich komme schon!" Sie warf noch einen letzten Blick auf das Bild, bevor
sie sich auf den Weg zu ihrem Mann machte. "Kannst du mir mal gerade helfen?",
fragte Mikihisa. Er versuchte gerade Yoh und Hao in ihre Jacken zu zwängen. Ein
leichtes Lächeln huschte über Keikos Gesicht und sie nahm die Sache selbst in
die Hand. Wenige Minuten später gingen die Vier den Gehweg entlang. Mikihisa
mit Hao an der Hand, während Keiko Yoh mit sich führte. Die Sonne strahlte
warm vom Himmel und keine Wolke bedeckte den hellblauen Himmel. Vögel
zwitscherten ihr Lied und überall verbrachten Leute ihre Zeit mit munteren
Gesprächen und spazieren gehen. Eine Viertel Stunde später erreichte die
Familie Asakura das Einkaufscenter. Das Einkaufscenter war groß und gerade neu
eröffnet worden. Es ging über drei Etagen und hatte weite Fenster.
Sonnenstrahlen brachen sich in dem Glas der Fenster und ließen das Gebäude in
einem ungewohnten Licht blitzen. “Es ist riesig”, staunte Keiko und starrte
auf das prunkvolle Gebäude.  “Dann lass uns rein gehen.”, schlug Mikihisa
vor. Seine Frau nickte und zog Yoh weiter, der mit großen Augen auf ein Pferd
am Eingang blickt. “Wa…wa…”, brabbelte der kleine Junge vor sich hin und
deutete mit seinen Fingern auf das Schwarz-weiß gescheckte Pferd. “Nein Yoh.
Jetzt nicht. Wenn wir mit dem Einkauf fertig sind.”, sagte Keiko mit sanfter
Stimme.  Zwar zog Yoh erst beleidigt eine Schnute , doch als sie das
Einkaufscenter betraten hellte seine Mine sich sehr schnell auf. In seine Augen
trat ein bewunderndes Glitzern.  Hao stattdessen  hatte seinen Blick auf den
Fußboden gerichtet, der mit Marmor gefliest war. Er verbrachte seine Zeit nicht
gerne unter großen Menschenmassen, ganz im Gegenteil zu Yoh. “Lass uns als
erstes  zur Schuhabteilung gehen.”, meinte Mikihisa und schaute auf den
Lageplan des Kaufhauses: “Also in den zweiten Stock.” Die vier machten sich
auf den Weg zur Rolltreppe und stiegen auf die Erste Stufe. Yohs Augen weiteten
sich und er begann zu Lachen.  Nur Haos Gesichtsausdruck  zeigte Misstrauen und
Widerwillen. Mikihisa hob in auf den Arm: “Alles ist gut Hao. Wir sind ja
gleich oben.” Nachdem sie die erste Rolltreppe überstanden hatten, mussten
sie auch gleich auf die nächste, die in die zweite Etage führte. Endlich
erreichten sie ihr Ziel und Mikihisa setzte Hao wieder auf den Boden. *Yoh!*
sagte Hao über Gedanken zu seinem Bruder. *Was ist denn Hao?*  antwortete der
Jüngere. Als sie ihre telepathischen Fähigkeiten gefunden hatten, waren die
Beiden gar nicht mehr zu stoppen gewesen. Nun beherrschten sie sie schon perfekt
und konnten sich ganz normal unterhalten, ohne, dass jemand anderes etwas
hörte.  (Also untereinander können die beiden normale Gespräche führen)
*Was wollen Mama und Papa hier mit uns?*
*Ich glaub die wollten Schule mit uns kaufen.*
*Schule? Nein…du meinst Schuhe, oder?*
*Ja genau Schuhe*
*Du Dummerchen*
Ihre Eltern zogen sie weiter in die Schuhabteilung. “Da sind die richtigen
Größen”, erklärte Keiko ihrem Mann. “Gut, also welche Schuhe sind wohl
gut?”, fragte Mikihisa. Keiko deutete auf ein Regal. “Wie wäre es mit
denen?”, schlug Keiko vor. Vor ihr stand ein Oranges Paar Turnschuhe.  Mit
einen Blick auf Yoh nickte Mikihisa und ließ sich den Schuhkarton reichen.
Vorsichtig setzte er Yoh auf einen Hocker und zog ihm die Schuhe an. Sie passten
vorzüglich und Yoh schienen sie zu gefallen. Auch für Hao hatten sie das
richtige Schuhwerk erblickt. Ein Paar dunkelroter Sportschuhe mit goldenen
Sternen an den Seiten. Beide Zwillinge hatten ihre Schuhe an und liefen
probehalber darin umher. *Hey Yoh das ist langweilig* jammerte Hao
*Ja* war Yohs Antwort und  er nickte demonstrativ.
*Wollen wir uns nicht ein wenig umsehen.*
*Ja, ja. Bitte, bitte!!!*
*Dann los!*
Zusammen tapsten die Beiden los, raus aus dem Schuhgeschäft. Ohne das ihre
Eltern es mitbekamen.
*Wo wollen wir hin?* fragte Yoh und er ließ seinen Blick umher schweifen. Dann
entdeckte er die Süßwarenabteilung.  Sofort deutete er mit seiner kleinen Hand
auf den Eingang. *Ach Brüderchen.*
Seufzte Hao, doch folgte er im in den Laden.  Die Regale waren voll gestopft mit
den feinsten Schokoladen und allen Geschmacksrichtungen von Bonbons.
*Juhu!!! Ich bin im Giraffenland!!!!* Yoh hüpfte aufgeregt auf und ab.
*Ähm…das heißt Schlaraffenland und nicht Giraffenland.* verbesserte  Hao
sein kleineres Abbild. Yoh kratzte sich verlegen am Hinterkopf und marschierte
dann zum nächsten Regal.  Langsam zog er sich eine Tafel vom Regalbrett und
öffnete das Papier. Er brach sich einen Riegel der weißen Smartieschokolade ab
und stopfte in sich in den Mund.  *Willst du auch, Hao?*
Hao überlegte kurz und nahm schließlich einen Riegel entgegen.

“Mikihisa ich glaube wir haben irgendetwas wichtiges vergessen.”, vermutete
Keiko. “Ach Schatz. Das ist doch vollkommener Unsi…wo sind unsere
Kinder?”, antwortete Mikihisa. “Ich dachte du hast auf sie aufgepasst.”,
sagte Keiko leicht panisch. “Ich dachte du passt auf sie auf.”, entgegnete
ihr Mann nervös. Die Beide tauschten einen Blick, bevor sie wie aus einem Munde
sprachen: “Wir müssen sie suchen!”

*Ich glaub ich hab zu viel Schokolade gefuttert* Yoh hielt sich wehmütig den
Bauch und schaute seinen Bruder Hilfe suchend an.
*Das kann ich auch nicht ändern Otouto. Du musst deine eigenen Grenzen kennen
lernen.* Behutsam klopfte Hao seinem kleinen Bruder auf die Schulter, um ihn zu
ermutigen.
Plötzlich erklang eine laute und vor Wut sprühende Stimme: “Was habt ihr da
gemacht?!” Der Ladenbesitzer stürmte auf die beiden zu. Seine Augen funkelten
gefährlich.
*Wir müssen weg hier, Brüderchen* versuchte Hao Yoh klar zu machen. Dieser
blieb jedoch wie angewurzelt stehen.  Schnell packte der Langhaarige seinen
kleinen Bruder an der Hand und zog ihn mit sich. Der Verkäufer verfolgte sie,
doch die Zwillinge fanden Zuflucht in einem Fahrstuhl, der sich genau vor der
Nase des Süßwarenhändlers verschloss und nach oben fuhr.
*Das war aber knapp!* Haos Atem ging schnell und unregelmäßig und auch Yoh
keuchte wie ein Dampfkessel. Dann verzog Yoh auf einmal das Gesicht.
*Was ist denn?* fragte Hao besorgt.
Yoh trippelte von einem auf das andere Bein. *Ich muss mal ganz dringend*
*Och Yoh* stöhnte Hao *Ich weiß doch gar nicht wie wir da hin kommen sollen*
*Ich muss aber so dringend. Der Kakao heute Morgen und die Schokolade wollen nun
mal raus.*
*Aber wo finden wir denn jetzt die Töpfchen?*
*Weiß ich nicht. Aber bitte mach schnell!!!!*
Der Fahrstuhl öffnete sich und die Beiden folgten den anderen Bummlern hinaus.
Sie folgten einem Passantenpärchen, das irgendwann vor einem Lageplan stehen
blieb. Als das Pärchen die beiden Einjährigen entdeckte, tuschelten sie
miteinander. Die Frau ging zu einem Mitarbeiter des Einkaufscenters. Hao und Yoh
blickten gerade auf den Lageplan.
*Tolles Labyrinth. Mit Runen und so weiter. Aber ich würde es gerne verstehen.*
beklagte sich Yoh.
“Zwei kleine Jungen  mit braunen Haaren, es scheinen Zwillinge zu sein, suchen
ihre Eltern. Bitte melden sie sich umgehend in der 5 Etage.”, ertönte eine
Durchsage.
*So ein Quak mit Soße. Wir suchen nicht unsere Eltern. Wir suchen Töpfchen!*
sagte Hao komplett empört zu Yoh.
*Hao ich kann wirklich nicht mehr lange anhalten.* Nun zappelte Yoh immer
unruhiger hin und her. Sein großer Bruder schaute noch mal auf den Plan. Da
entdeckte er das Zeichen  WC.
*Das muss es sein! Wickel China. Das Land zum Wickeln der Babys und da gibt’s
auch Töpfchen. Ren hat doch so was vor sich hin gebrabbelt.*
*Ja stimmt. Nur wie kommen wir dahin?*
*Woher soll ich das schon wieder wissen*
Ein Junge, der  auf einer Bank neben dem Lageplan saß, schaute den beiden
amüsiert zu.
Er hatte blonde Haare und trug eine weiße Jacke. “Kann ich euch Knirpsen
irgendwie helfen?”, fragte er. Die Zwillinge betrachteten ihn eingehend.
Schließlich deutete Hao auf das Schild vor ihm: “Da… da” “Ich
verstehe.”, sagte der ungefähr 16- Jährige: “Dann kommt mal mit.” Er
führte die beiden zur Toilette und half Yoh. Danach setzten die drei sich
zusammen auf eine andere Bank. “Mein Name ist Johann Faust. Wer seid ihr?”,
stellte der blonde Junge sich vor.  (Ich hab Faust ein wenig jünger gemacht.
Dann passt es besser) *Kannst du deinen Namen aussprechen Yoh?*
*Nein, du auch nicht?*
Er schüttelte betrübt den Kopf.  Beide blickten Johann nur  mit großen Augen
an.
“Ihr könnt noch nicht sprechen, was?”, lachte Faust.
“YOH! HAO!”, rief Keiko erleichtert, als sie ihre Söhne gesund und munter
fand.
“Ach so heißt ihr beiden also”, flüsterte Faust den Zwillingen zu, die
zustimmend nickten.
“Vielen Dank, dass du auf sie aufgepasst hast.”, bedankte sich Mikihisa.
Keiko schloss Yoh und Hao in die Arme und sagte: “Du bist doch der Sohn von
Dr. Faust, nicht wahr?”
“Ja richtig. Und keine Ursache, ihre Zwillinge sind auch einfach zu
niedlich.”, antwortete Johann Faust: “ Ich muss dann auch mal. Mein Alter
wartet. Tüdelü!” Faust verschwand und ließ die Asakura Familie wieder
alleine. “Was fällt euch beiden eigentlich ein?”, begann Mikihisa seine
Standpredigt.  “Ach Mikihisa die Beiden wissen doch gar nicht was sie gemacht
haben.”, sagte Keiko sanft. *Oh doch. Wissen wir doch!* lachte Hao. *Genau!
Was denken die von uns? Dass wir dumm sind?* entgegnete Yoh. “Lass uns jetzt
die letzten Einkäufe erledigen.”, meinte Keiko um vom Thema abzulenken.
Mikihisa schaute seine Söhne noch einmal durchdringend an, bevor er seufzte :
“Na gut. Dann mal los.” Wieder vereint gingen sie weiter die Passage
entlang. Die Jungs natürlich an der Hand, damit sie nicht noch einmal abhauen
konnten. Sie schlenderten ungefähr fünf Minuten weiter, bis Yoh plötzlich
stehen blieb. “Was ist denn Yoh?”, fragte Mikihisa, aber er entdeckte den
Grund alsbald. Sie waren gerade an einen Spielzeugladen vorbei gegangen. “Nein
Yoh! Ihr wart heute sehr böse.”, sagte  ihr Vater streng.
*Hao bitte ich möchte darein. Bitte, bitte, bitte!!!* bettelte Yoh. *Na gut.
Bei drei rennen wir los*
Antwortete Hao vergnügt* Eins… Zwei… und Drei* Wie ein Gepard, der hinter
seiner Beute her ist, rannten die Zwillinge los. Ihre Eltern konnten es gar
nicht so schnell registrieren, wie es geschah.  “Nicht schon wieder.”,
stöhnte Keiko. “Lass sie uns schnell einfangen, bevor sie irgendwelchen
Unsinn anstellen.”, ermahnte Mikihisa und folgte seinen Söhnen. Hao und Yoh
liefen währenddessen durch die Gänge. *Guck mal Hao guck mal!!!!* Yoh zupfte
Hao am Jackenärmel und zeigte aufgeregt auf einen Basketball.
*Was ist denn an dem so toll?*
* Na guck doch mal… Damit spielen die im Fernseher doch immer*
*Aber Yoh du kommst doch nicht mal ansatzweise an den Korb heran*
*Da hast du auch wieder Recht*
Hao drehte sich in eine andere Richtung und schaute weiter nach Spielsachen.
*Na sie mal einer guck , wen haben wir denn da?* fragte Hao grinsend.
*Das ist doch Ren!* erkannte Yoh den Chinesen, der vor den Videospielen hockte.
Auch Ren entdeckte die beiden: “Na Asakuras?  Wie geht’s?”
Yoh und Hao lächelten nur. “Ich versteh schon ihr könnt nicht sprechen
was?”, schnurrte Ren.
*Was bildet der sich eigentlich ein!* regte Hao sich auf.
*Sieht er etwa irgendwelche Dinge?*
* Nein. Er ist eingebildet!*
*Ach so*
“Wollt ihr auch mal spielen? Ach ne… hab ich ja ganz vergessen… das könnt
ihr ja auch noch nicht.”, lachte der Dunkelhaarige.
*Jetzt reicht es mir!* Hao schritt zu Ren und trat ihm mit voller Wucht gegen
sein Schienbein.
“Du kleiner Idiot!”, rief er wütend aus: “Run! Er hat mich getreten!”
Tränenüberströmt lief er in die Arme seiner Schwester,  die ihn so gleich
tröstete.
*Wer ist hier jetzt das Baby?*  
“YOH! HAO!”, ertönte erneut die Stimme ihrer Eltern und nur wenige
Herzschläge später sahen sie sie.
*Jetzt gibt’s Schwierigkeiten!* ahnte Yoh.
So schnell sie konnten rannten die beiden los, gefolgt von ihren Eltern.
“Bleibt stehen!”, schrie Mikihisa ihnen hinter her und zog so alle
Aufmerksamkeit auf sich. Die Passanten mussten schmunzeln bei dem Anblick, der
sich ihnen bot.  Die Kleinen tanzten ihren Eltern förmlich auf der Nase herum.
Jedes mal, wenn die Kinder zum greifen nah waren, liefen sie wieder weg.
Mikihisa war kurz davor Hao zu fangen, doch da  schubste er seinen Vater einen
Einkaufswagen entgegen.  Er stolperte und landete im Einkaufswagen drinnen.
Auch Keiko hatte es nicht leicht. Auf sie flogen Bälle zu, die von Yoh geworfen
wurden. Lautes Gelächter begleitete das Treiben. Es fand erst ein Ende nach
Stunden der Jagd. Die Kinder wurden müde und den Eltern gelang es sie ein zu
fangen und nach Hause zu bringen.
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