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Leben

GeschichteLiebesgeschichte / P18
Bill Tom
02.07.2007
23.02.2008
43
35.074
 
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02.07.2007 622
 
Kapitel 1

„Hey“ – ist alles was ich heraus bekomme. Mir fiel es in letzter Zeit schwer überhaupt etwas zu sagen.
Das Mädchen dreht sich zu mir um und schaut mich verwundert an. Wahrscheinlich hat sie nicht damit gerechnet angesprochen zu werden. Jedenfalls wirkt sie sehr verschreckt.
„Entschuldige, ich wollte nicht stören. Ich wollte nur kurz vorbeikommen und …“ – sie bricht ab. Wie soll man das hier auch beschreiben. Abschiednehmen? Unsinn! Als wenn es irgendwem ernsthaft Helfen würde dabei zuzusehen wie ein Sarg, mit einem leblosen Körper,  der bis vor kurzen noch meiner besten Freundin gehörte, in ein Loch gelassen wird.
„Ich bin Felice“ – ich gehe mal davon aus, dass Eva mich erwähnt hatte und tatsächlich scheint ihr ein Licht aufzugehen.
„Du bist Fee, nicht war? Ihre beste Freundin“ - Ich nickte kurz und wir schwiegen einander an.
„Ich hab gesehen was du ins Loch geschmissen hast“ – OK, ich hätte es sicher auch taktvoller ausdrücken können, aber dazu fehlt es mir eindeutig an Enthusiasmus. Doch sie scheint das nicht weiter zu stören.
„Ja, ich dachte, ich gebe ihr die Texte mit … von TH, weißt du. Und noch was, dass wir so im Forum geschrieben haben. Alle haben ein paar Beiträge ausgesucht, die habe ich dann rein geschrieben. Wir dachten das ist ne gute Idee.“ - Ich bin gerührt und könnte schon wieder weinen. Aber das will ich nicht, ich muss mich auf die Liste konzentrieren.
„Ich muss zu Tom“ – Sage ich gerade heraus. Sie guckt verwirrt. Klar, das passte ja auch kaum in unsere ursprüngliche Unterhaltung. Aber wie so ich das erklären? Normalerweise bin ich gut in solchen Dingen. Ich bin wirklich sehr kommunikativ … gewesen, bevor …
„Ich hab da diese Liste, mit Dingen, die Eva machen wollte und die will ich jetzt umsetzen. Also muss ich zu Tom“ – Klang doch einleuchtend. Na ja … für mich. Für sie wohl nicht.
„Zu Tom? Und was willst du von ihm?“
„Ihm sagen, dass er Evas große Liebe war“ - Irgendwie kam die Selbstverständlichkeit mit der ich das gesagt hatte nicht bei ihr an.
„Du willst zu Tom, nur um ihm zu sagen, dass Eva ihn geliebt hat?“
„Ich will ihm sagen, das meine beste Freundin nichts so glücklich gemacht hätte, wie ihn einmal zu treffen und ihm zu sagen, was sie für ihn empfindet“ – Für mich war die Sache klar, vollkommen logisch.
„Da gibt nur ein Problem. Du kommst unmöglich an ihn heran. Höchstens abends vor einem Hotel, wenn sie noch ein paar Autogramme geben. Sonst sehe ich schwarz. Wie willst du das schaffen?“
Also mit Schwarz kenne ich mich inzwischen aus. Sämtliche Farbe ist für immer aus meinem Leben gewichen. Ich bin allein in der Dunkelheit. Aber wenigstes habe ich ein Ziel.
„Ich weiß noch nicht. Könnt ihr mir nicht Helfen, du und die anderen aus dem Forum?“ – Sie schaut mich verblüfft an.
„Das ist wirklich dein ernst, nicht war? Du willst Tom das sagen?“
„Ja, ich werde nicht ehr ruhen, bis er es weiß. … Das ist alles, was ich für Eva noch tun kann, verstehst du?“ – Sie nickt und ich war erleichtert.
„Ich helfe dir. Nein, WIR helfen dir. Wir müssen uns eben was richtig Gutes einfallen lassen um an Saki vorbei zu kommen“ – Ich schaue sie fragend an.
„Erklär ich dir alles. Du hast nicht viel Ahnung von TH, oder?“ – Ich schüttelte den Kopf. Nie hatte ich die Begeisterung für Musik so aufbringen können wie Eva. Sie hatte ihre Musik und ich den Sport.
Ich lasse mir ihre Telefonnummer geben, dann geht sie. Ich drehe mich wieder meinem Martyrium zu und seufze schwer auf. Am liebsten wäre ich auch gegangen, aber natürlich tu ich das nicht. Also stelle ich mich wieder neben meine Mutter und höre Pfarrer Bergmann zu, doch seine Worte erreichen mich nicht.
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