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This Was Not The End But Just The Beginning Of The Problems...

von kuyami
GeschichteLiebesgeschichte / P16 Slash
22.06.2007
24.09.2007
26
36.456
1
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81 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
22.06.2007 1.681
 
2. Kapitel - Let The Fight Begin

Tom saß den ganzen Tag mit knurrendem Magen in seinem Zimmer. Er hatte ja noch nichts gegessen. Aber jetzt nach unten gehen, Hunger und somit eine Schwäche zeigen? Nein,  ganz sicherlich nicht. Das würde er nicht tun! Kein Wort würde er mit ihr reden und keinerlei Schwäche würde er zeigen! So saß er lieber an dem Zeug für die Schule und machte was vernünftiges, anstatt sich grün und blau zu ärgern.

Er horchte erst auf, als er abends die Tür hörte und sein Dad nach Hause kam. Und schon einige Minuten später wurde unten in den Küche laut rumgeschrien. Das war seine Mum. Seinen Dad hörte er ganz ruhig auf sie einreden, er war also wie immer: ruhig, sachlich und einfach nicht aus der Ruhe zu bringen. Das hatte er schon immer an ihm bewundert.

Nach zehn Minuten Ruhe und darauf folgenden Schritten auf der Treppe, klopfte es an seine Tür. Er blieb auf seinem Bett liegen, wo er es sich gemütlich gemacht hatte. „Tom? Lässt du mich bitte rein?“ Das war sein Dad. Und zwar ganz ruhig. Also war es wohl wirklich nicht schlimm. Er raffte sich mühsam auf, schloss auf, ließ seinen Dad rein und schloss gleich hinter ihm wieder ab. Sein Vater stellte einen voll bepackten Teller auf den Schreibtisch. „Hab dir was zu Essen mitgebracht.“ „Danke.“, antwortete Tom, während er sich wieder aufs Bett fallen ließ und seinen Dad von unten her ansah.  „Deine Mutter hat mit mir geredet.“ Er antwortete nicht. „Und sie war doch ziemlich . . . aufgeregt.“

Hysterisch wäre wohl das bessere Wort gewesen, aber er sparte sich das lieber. Aber antworten tat er immer noch nicht. Das wusste er ja auch schon. Hatte er ja gehört und außerdem war das eh nicht wirklich verwunderlich gewesen, wenn sie sich bei ihm schon so aufgeregt hatte. „Und du bist wirklich....? Also so richtig?“ Was für eine bescheuerte Frage! Die verdiente nur ein genervtes: „Ja.“ Aber vielleicht sollte er noch einen draufsetzten, wie er es damals bei seinem Bruder gemacht hatte: „ Und? Hasst du mich jetzt? Schaust du mir nie wieder in die Augen? Redest du nie wieder mit mir? Willst du mich rausschmeißen? Mich nicht mehr als Sohn oder als Mann ansehen? Oder sonst was? Hab ich noch was vergessen?“ Er musste wohl sehr angriffslustig geklungen haben, als er das sagte, denn sein Dad schaute ihn mit großen Augen an. Offensichtlich geschockt. Dann stammelte er aber doch: „N...Nein! Ich... Ich wollte bloß sicher gehen...“

Tom nickte. Mehr hatte er nicht zu sagen, weil sein Vater sich sowieso wieder auf die Seite seiner Frau ziehen ließ. Das machte er nicht immer, aber leider oft genug. Und er befürchtete, dass es genau bei diesem Thema mal wieder Zeit dafür sein würde. Und davor hatte er Angst. Allein in einem Haus voller Feinde? Und das die ganze Woche? Nur am Wochenende hätte er eine gewisse Unterstützung von seinem Bruder zu erwarten. Aber was half ihm das, wenn er da sowieso immer mit Benni unterwegs sein würde, wie er das vorhatte? Natürlich nichts. Er schwieg wieder. Er wollte es sich ja - zumindest bei seinem Dad - nicht ganz verscherzen.

„Weißt du... ich hab damit nicht so n großes Problem.“ Wow! Es gab wohl doch noch so etwas wie Wunder! „Es ist zwar... na ja... ungewöhnlich, aber es ändert ja im Prinzip nichts, oder?“ Was für eine Frage! Ob das was änderte... natürlich änderte das was. Und zwar so ziemlich alles! Aber er  schüttelte nur stumm den Kopf und war erleichtert, dass wenigstens einer im Haus noch erkannte, dass das nichts an der Beziehung zwischen ihm und seinen Eltern ändern würde, da er ja sonst immernoch der Selbe war, der er eigentlich tief im Innern schon immer gewesen war.

„OK... dann ist ja alles in Ordnung zwischen uns, oder?“ „Ja, klar.“ Sein Vater ging an ihm vorbei zur Tür und wuschelte ihm dabei kurz durchs Haar, bevor er ging. Stellte sich nur die Frage: Warum? Das hatte er das letzte Mal in der 2. Klasse bei ihm gemacht! Und da auch immer nur, wenn sich Tom Mal wieder das Knie aufgeschlagen hatte und von irgendjemandem bemitleidet werden wollte. Aber das wollte er jetzt auf keinen Fall. Warum denn auch? Weil er schwul war? Schwulsein war ja schließlich keine Krankheit, wegen der man bemitleidet werden musste. Er schüttelte den Kopf und stand dann schnell auf, um sich über den Teller auf seinem Schreibtisch herzumachen. Er hatte wahrscheinlich noch nie so lange nichts gegessen. Und das war nicht gerade ein schöner neuer „Rekord“, den er da aufgestellt hatte...


Die Woche plätscherte so dahin und am Freitagabend kam schließlich Jo nach Hause. Tom hatte die ganze Woche über nicht nachgegeben, was den Krieg zwischen ihm und seiner Mum anging. Und darauf war er verdammt stolz, denn er hatte kein einziges Wort mit ihr gewechselt und wenn sie nicht ganz schnell ihre Ansichten ändern würde, würde es auch dabei bleiben. Von ihm aus für immer, oder zumindest für so lange, wie es nötig war.

Natürlich gab es am Abend Abendessen. Und zwar Toms Lieblingsessen. Wer jetzt denkt, Tom wäre vor lauter Freude die Treppe runtergeflogen, als er es gerochen hatte, dem wird hier ein Strich durch die Rechnung gemacht. Denn freiwillig ging er gar nicht erst runter, erst als sein Bruder so lange genervt hatte, bis er schließlich freiwillig nachgab, und hinter Jo die Treppe runterschlurfte. Und der saß auch schneller am Tisch, wie Tom schaun konnte. Sein Dad saß auch schon. Jeder auf seinem Platz. Und dann folgte das gleiche Ritual, wie schon die ganze Woche: Seine Mum deckte den Tisch. Aber nur für drei Personen. Und bei denen war Tom nicht dabei. Denn sein Platz war leer. Sie hatte auch nicht für ihn mitgekocht. Wie schon die ganze liebe lange Woche lang. Er hatte sich jedes Mal selbst etwas machen müssen. Und genau das tat er auch, ohne mit der Wimper zu zucken.

Natürlich hatte sein Vater auf die gewisse weibliche Person eingeredet : „Willst du ihm denn nichts zu essen machen? Er ist immer noch dein Sohn! Denkst du nicht, dass du da „etwas“ überreagierst?“ „Wenn er was will, soll er mich höflich darum bitten, wie es sich gehört. Ansonsten bleibt alles wie es ist.“ Genau das waren ihre Worte gewesen, während Tom sich gerade eine Semmel gemacht hatte. Er nahm sie ohne auch nur die kleinste Regung auf. Einen Scheißdreck würde er tun und sie „höflich darum bitten“. Die hatte sie doch nicht mehr alle. Da machte er sich lieber selbst was zu essen. Auch hoffte er, dass sein Vater ihn in seiner Abwesenheit noch etwas besser verteidigt hatte, als nur mit diesen Worten.

Vielleicht sollte er aber auch bald ausziehen, dann hatte er das ganze Gezeter nicht jeden Tag am Hals. Allerdings musste er dann auch wiederum Miete zahlen und so viel Geld hatte er auch nicht. Und dass er von seinen Eltern - bzw. seiner Mum - nichts zu erwarten hatte, war ja klar. Wie schon gesagt spielte sich das Selbe auch an besagtem Freitagabend ab.

Jo staunte nicht schlecht, als Tom keinen Teller bekam und stattdessen zum Kühlschrank ging und sich daraus irgendwas holte und dann damit wortlos in seinem Zimmer verschwand. Er hatte nicht vor, unten zu essen. Auch nicht, wenn sein Bruder da war und sie sich in letzter Zeit immer besser verstanden, worüber er sehr froh war. Also aß er allein in seinem Zimmer und schon eine Viertelstunde später klopfte es an der Tür und Jo kam ins Zimmer.

„Sag mal was hast du denn angestellt? Is die schon die ganze Woche so?“ Tom nickte und meinte dann mit vollem Mund nur: „Benni.“ „Wieso? Was’n passiert? Habt ihrs mitten auf dem Küchentisch getrieben und dabei diverse Lebensmittel und Küchengeräte zweckentfremdet?“ „Woher weißt du das?“ Jo fielen beinahe die Augen aus dem Kopf. Innerlich lachte sich Tom halbtot doch nach außen hin zeigte er sich ernst und von dem, was er gesagt hatte sehr überzeugt. „Wie? Also... ? Ne... Was?“, stammelte sein Bruder, während er sich ganz verdattert aufs Bett setzte.

„Also erst mal hat er sich entschuldigt und wir sind wieder zusammen.“ Als Zeichen dafür hob er die Hand und zeigte Jo den Ring, den er immer noch - mittlerweile ganz stolz - trug. „Naja... und als große Versöhnungsaktion haben wir halt...“ Er sprach nicht weiter, sondern wartete darauf, dass sich in dem Kopf seines Gegenüber die schönsten Szenarien ausmalten und setzte dann fort: „ Da haben wir uns halt geküsst. Mitten in der Pausenhalle.“ Tom duckte sich schon mal vorsorglich, da er fürchtete Jo würde gleich auf ihn losgehen. Doch nichts dergleichen geschah, sondern er blieb ruhig auf dem Bett sitzen und wischte sich wirklich den Schweiß von der Stirn:

„Mann, mach mir doch nich immer so ne Angst. Ich dachte schon, ihr hättet wirklich..“ Er schüttelte sich. „Meinst du im Ernst, Mum würde diesen Tisch dann noch in der Küche stehen lassen und auch noch darauf essen? Ich denke , der wäre hochkant auf die nächste Müllkippe geflogen und ich gleich hinterher.“ „Ach, Quatsch. Also was war jetzt da so schlimm dran?“ „Da waren auch n „paar“ Leute da - sprich: die ganze Halle war voll -  und die haben uns gesehn und da warn auch n paar Kollegen von ihr dabei und jetzt geht das halt im Kollegium rum und sie kriegt voll den Kollaps und schaut mich nicht mal mehr mit dem Arsch an.“

Jo nickte, stand dann auf und ging ohne noch ein weiteres Wort aus Toms Zimmer. Was war denn das jetzt gewesen? Und was genau hatte er jetzt vor?

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@Lovely Kitten und Carrie White und Krokomaus:
Danke für eure Reviews =) Ich freu mich total, dass ihr wieder dabei seid ^^ Und ich freu mich ebenfalls, dass ihr die Mutter nicht leiden könnt ;) Ich habs immer gern, wenns in ner Geschichte mindestens eine Hassfigur gibt - ja, ich bin ein kleiner Sadist ;)
Und @Krokomaus: Find ich toll, dass du auch wieder mitliest *g* Und du hast vollkommen Recht, Mütter lieben ihre Kinder =)
Auf jeden Fall: Großes Danke für die Reviews und ich hoffe ihr bleibt dabei :)
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