Der alten Zeiten wegen

von ShiKahr
GeschichteRomanze / P12
Beverly Crusher Jean-Luc Picard
20.06.2007
20.06.2007
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"Ist das in Ordnung?" Jean-Luc deutete auf einen kleinen Tisch in der Ecke.
"Ja, es ist okay." Beverly setzte sich auf den Stuhl den er ihr bot und faltete ihre Hände auf dem Tisch, als er ihr gegenüber Platz nahm. Sie sah sich in der kleinen, fast leeren Lounge um. "Es ist nett hier, auch wenn alles ein wenig nach Starfleet aussieht." Sie lächelte ein wenig schief, es wirkte unbeholfen.
"Ja, nun man muss wahrscheinlich das Hauptquartier noch ein Stück weiter hinter sich lassen, um davon völlig frei zu sein."

Ein Kellner näherte sich ihnen und Jean-Luc sah Beverly mit einem fragenden Blick an.

"Ich hätte gern ein Glas Weißwein", gab sie ihm zur Antwort, ehe er die Frage formulieren konnte.
"Ja, zwei Gläser bitte", sagte Jean-Luc, der Kellner nickte und verließ sie ohne ein Wort gesprochen zu haben.

Sie schwiegen. Sein Stuhl wurde plötzlich unbequem und er rutschte darauf herum. Er erinnerte sich an eine Zeit, es war schon lange her, als das Schweigen zwischen ihnen noch leicht, angenehm und beruhigend war. Dieses Schweigen jedoch, hatte bereits 20 Jahre gedauert und hing nun bebend und höhnisch über ihnen, zum Schneiden dick, wenn man zum anderen durchdringen wollte. Und sie saß da und sah aus dem Fenster auf die regennassen Straßen San Franciscos.

Er fasste sich und versuchte einen Schritt vorwärts, als er in die Stille hinein fragte, "Wie ist es dir ergangen?"

Frustriert seufzte er über den formalen Ton in ihrer Antwort. "Sehr gut, danke. Die 'Pasteur' ist ein wundervolles Schiff. Ich bin sehr zufrieden mit ihr und ich könnte mir keine bessere Crewe wünschen. Was macht die 'Enterprise'?"

Er nickte. "Will ist ein hervorragender Captain. Das ist eigentlich keine große Überraschung. Ich glaube, er hat all die Jahre mit dem Kommando über ein eigenes Schiff gewartet, bis er sicher war die 'Enterprise' übernehmen zu können."

Beverly lächelte, ein wehmütiges Lächeln, und Jean-Luc konnte all die Erinnerungen und den Schmerz in ihrem Lächeln sehen.

Der Kellner kam mit ihrer Bestellung zurück. Schweigend stellte er die Getränke und entfernte sich wieder.

Jean-Luc hob sein Glas zuerst. "Auf die 'Enterprise' und die 'Pasteur' … und ihre Captains die sie zu ihren Reisen führen." Das Klingen des Kristalls konnte die drückende Stimmung nicht vertreiben.

Was soll ich jetzt sagen? dachte Jean-Luc, ein wenig verzweifelt. Er befürchtete, wenn die Gläser leer waren, würde auch Beverlys Stuhl leer sein. Zu schnell würde das geschehen und er hatte zu wenig Zeit. Er war überrascht, als sie das Gespräch wieder aufnahm.

"Wie lange ist Will jetzt eigentlich schon Captain?"

Mehr Small Talk, nagut es musste wohl sein.
"Zehn Jahre. Er hat sich schon einen Namen gemacht."
"Ja, das hat er. Ich hörte von dem Vorfall mit den Parsha. Er war brillant. Aber ich vermute, er ist nur dem Beispiel seines eigenen Captains gefolgt. Der hat ihm ja genug Beispiele dafür gegeben." Kleine Fältchen umspielten ihre Augenwinkel, und der Anblick dieses vertrauten schönen Lächelns ließen sein Herz schneller schlagen.
"Er und Deanna scheinen glücklich zu sein. Ich sprach vor ein paar Monaten mit ihr. Sie bekommt ein Kind, weißt du."

"Wirklich? Das wusste ich nicht. Nun, dann muss ich daran denken, ihnen zu gratulieren!" Sie hob ihr Glas. Es war bereits halb leer. "Ich habe von deiner Arbeit mit den Romulanern gehört. Es scheint, dass eine Wiedervereinigung vielleicht noch zu unseren Lebzeiten möglich ist."