Der Sand der Wüste

von Aelea
GeschichteDrama / P18
Hephaestion
16.06.2007
19.01.2008
18
24.940
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16.06.2007 459
 
Ich entschuldige mich (mal wieder) ganz ganz ganz herzlich dafür, dass ich für die letzten zwei Kapitel so lange gebraucht habe, bedanke mich bei allen, die so lange durchgehalten haben (ich hoffe, ihr wisst noch, worum es geht ;), für die unermüdlichen Reviews und ... tja ... viel Spaß beim Lesen :)


Ptolemaios sah verträumt in die Ferne.
„Unter uns gab es nicht einen, der nicht erleichtert war über Hephaistions Zerwürfnis mit Alexander. Es machte uns andere … besser. Es lag nicht an uns, dass wir alle aufgehört hatten, an ihn zu glauben; nicht, wenn selbst Hephaistion ihm nicht mehr vertraute.
Wie hätten wir den König gerechten Herzens verfluchen können, solange es noch einen unter uns gab, der alle Plagen, deren Schuld bei Alexander lag, ertrug. Er ließ uns andere schwach aussehen und wie elende Zweifler.
Doch dann geschah etwas; sie versöhnten sich. Und plötzlich schien wieder alles möglich; ein neuer Feldzug, die Eroberung der ganzen Welt.
Nur er allein hatte diese Veränderung bewirkt. Wir alle wussten es und es war demütigend für uns; niemand von uns hatte diese Kraft. Niemand hätte sie gehabt nach allem, was ihm widerfahren war und dennoch gab er dem König mehr Kraft als wir alle gemeinsam.
Als wir nur einen einzigen Tag in Babylon waren, plante Alexander bereits den nächsten Feldzug, um zu beenden, was er begonnen hatte.
Wir wussten, wir würden ihn begleiten müssen, weil er eine solche Schwäche, solche Zweifel unter seinen Anhängern nicht dulden würde.
Hephaistion, der den König immer unterstützte und ihm zuredete, ihn ermutigte, wo andere ihm abgeraten hätten … nachdem wir alle dachten, er wäre in Ungnade gefallen, schien er plötzlich mehr Einfluss auf Alexander zu haben als jemals zuvor.
Er schien plötzlich neues Unheil heraufzubeschwören mit jedem Tag, den er bei Alexander saß; jedes Gespräch ließ den Gedanken an neue Schlachten, Wunden und Tote aufkeimen.
Auf seine Art schien er nun ebenso stark, ebenso unerschütterlich geworden zu sein wie Alexander selbst.
Ich weiß nicht, wer es getan hat. Sie alle haben so oft davon gesprochen, immer und immer wieder behauptet, Alexander würde nie wieder in den Krieg ziehen ohne Hephaistion, er schien der Schlüssel geworden zu sein zu einem friedlichen Leben.
Irgendeiner von ihnen muss es zu ernst genommen haben.
Weil wir angst vor ihm hatten. Ebensoviel Angst wie vor Alexander und seinen gewaltigen Plänen, an die wir nicht glauben konnten.
Ja, weil uns ein Leben in Frieden wichtiger war als ihre Visionen.“
Erschrocken fuhr der alte Mann zusammen und sah den Schreiber an.
„Nein, lösch das“, befahl er, bemüht leichtfertig, überwachte jedoch mit Argusaugen, wie Kadmos den letzten Teil säuberlich unleserlich machte.
„Gut“, sagte er dann und lächelt gezwungen unbekümmert. „Das war Unsinn. Nichts als die verzerrten Erinnerungen eines alten Mannes.
Nicht das, woran die Nachwelt sich erinnern sollte.
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