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von Delhi nach New York

von manney
Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P16 / Gen
Chiaki Nagoya Marron Kusakabe
08.06.2007
29.06.2008
23
61.272
1
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Dieses Kapitel
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08.06.2007 2.036
 
Ich hoffe das erste Kapitel gefällt
Los gehts dann also mit:

von Delhi nach New York
mit Kapitel 1
Ein neues Leben

Marron Kusakabe blickte auf ihr bisheriges Leben zurück. Gerade noch war sie mit Acces, einem sehr guten Freund, ihrem „Engelchen“, wie sie ihn gern nannte auf dem Flughafen von Delhi gestanden, und jetzt saß sie in dem Flieger nach New York, auf dem Flug in ein besseres Leben? >Bestimmt<, schollt sie sich zu und seufzte auf als durch die Lautsprecher im Flugzeug noch einmal deutlich gemacht wurde, wo die Reise denn nun hinging, wo sie Halt machen würden und sie sich die Gurte anlegen sollten, da der Flug losging.

Ein kleines Mädchen, 8 Jahre, saß in einem Krankenhaus, auf einem Bett. Es hatte einen Verband um den Kopf, einen Gips am linken Arm, und unter dem weißen Krankenhausnachthemdchen lugte noch ein weiterer Gips am ebenfalls linken Unterschenkel.

Was war passiert? Und zum Donnerwetter noch eins, warum erzählte ihr niemand ein Wort? Das Mädchen musste Grinsen. „Und zum Donnerwetter noch eins, Marron, wie oft habe ich dir schon gesagt, dass du aufpassen musst, wenn du versuchst, Henna aufzutragen?“, seufzte ihr Vater. „Wenn Mami das wüsste, dass du ihr ganzes Henna auf deine Beine aufgetragen hast!“, doch sein etwas geschärfter Ton verflüchtigte sich schnell, wusch ihre Beine sauber und fuhr dann mit ihr in die Stadt um eben besagtes Henna neu zu kaufen.

Doch wo war ihr Papa jetzt? Oder auch ihre Mutter? Alles was sie wusste, dass sie zu ihrem Geburtstag nach Bombay fahren wollten, ins Auto einstiegen und –Filmriss. Das Mädchen seufzte, und nun lag sie in einem Krankenhaus und ihre geliebten Eltern waren nicht da.

3 Jahre später saß das Mädchen abends vor dem Fenster im Waisenhaus, starrte den Mond an und dachte an ihre eben noch da gewesene  Freundin Anjali. Man hatte sie adoptiert. Egal wie sehr das kleine braunhaarige Mädchen sich für ihre Freundin freute, sie fehlte ihr. Marron hatte jetzt niemandem mehr mit dem sie reden konnte, dem sie anvertraute, was der Leiter dieser Einrichtung abends wenn er auf ihr Zimmer kam, die Tür hinter sich zuschloss, mit ihr machte. Oder aber auch andere Gestallten, die sie ansahen, sie auszogen und…

Sie war einsam gewesen, zeigte aber niemandem, wie sie fühlte. Denn es war um einiges einfacher gewesen allen etwas vorzumachen, als nur einigen und anderen, die sie wirklich mochte von ihrem Kummer und ihrer nächtlichen Schmerzen zu erzählen.

Sie war froh gewesen, ihr Abitur dennoch mit 17 geschafft zu haben. Auf der Privatschule, die jeden Monat durch die Lebensversicherung ihrer Eltern bezahlt werden konnte. Sie hatte aber auch keine Freunde; als sie noch bei ihren Eltern lebte, da hatte sie Freunde, genug, aber 9 Jahre lang gingen ihr die Menschen weitestgehend aus dem Weg.

Zu gerne hätte sie auch noch ein Design-Studium angefangen, sie liebte es zu kreieren, besonders Klamotten, flippig sowie elegant, doch das Geld der Lebensversicherung reichte nicht mehr aus.

Gerade als sie dann 18 wurde und schon ein halbes Jahr lang bei der Schneiderin Karsa gejobbt hatte, wurde das besagte Waisenheim durch einen Hinweis an die Polizei genauer unter die Lupe genommen. Im Enddefekt geschlossen und Marron war froh, dass niemand, aber auch niemand mehr das machen musste, was sie 7 ½  Jahre hatte durchstehen müssen.

Der Sohn des Verbrechers war geschockt. Konnte das sein Vater wirklich getan haben? Sooft war er in dieses Haus gekommen und hatte Marron ins Herz geschlossen, immer wieder sagte er, dass sie süßer als Zucker war,… und ihr Vater hatte sie…

Resigniert seufzte Marron im Flieger auf. Sie waren in Tokio gelandet und verharrten hier 15 Minuten. Acces neben ihr war eingeschlafen, so schwelgte sie weiter in Erinnerungen, in Erinnerungen, die sie am liebsten aus ihrem Gedächtnis streichen wollte.

Der Sohn war Acces, der, als er erfahren hatte, dass sein Vater Marron nicht nur für seine eigenen „Zwecke“ benutzt hatte, sondern auch einen kleinen Kinderpuff „mit ihr“ aufgezogen hatte, machte er sich an die Aufgabe sie auf gar keinen Fall alleine zu lassen. Nie mehr. Er liebte sie nicht. Aber er war ihr bester Freund, und er war der einzige Mann, der mit ihr in einem Zimmer allein sein durfte.

>Welch Ironie<, dachte Marron mit einem zynischen Lächeln. >Vom Vater genommen, vom Sohn beschützt!<

Sie arbeitete also bei dieser Schneiderin, entwarf hier und da etwas, wurde aber von ihrer Herrin nie wirklich für voll genommen, da diese außer Tradition und Seide nichts im Kopf hatte nur permanent betonte, sie habe zwar eine Hand zum schneidern, aber Designerin würde sie nie werden. Ihr fehlte es eben an Normalität.

Und dennoch verkauften sich ihre Klamotten gut und der kleine Laden boomte in dem ¾ Jahr. Aber als dann der amerikanische Modedesigner Hijiri Shikaido, den nicht nur Marron wie einen Gott betrachtete, sondern auch ihre Herrin Karsa kannte und große Stücke auf den weltbekannten Designer hielt, kam…

Marron schmunzelte, als sie daran dachte wie ihre Herrin einmal vor ihr stand und sagte: „Er ist doch wohl der beste Designer den es je gab!...“, sie faltete die Hände feinsäuberlich vor ihrer Brust und schaute gen Himmel: „Auch wenn er Männer liebt.“

Ja, das war weder traditionell, noch war es gerne im Buddhismus, Hinduismus oder auch im Christentum gesehen.

Hijiri war dann da, sah sich in dem Laden um, Marron verstand nicht, warum er das tat, er war ein angesehener Designer, weltbekannt und kam doch in eine kleine Schneiderei in Delhi. Er schaute sich um, hatte einen – wie sollte man den Mann beschreiben, Mitarbeiter dabei, der eifrig aufschrieb, was Hijiri sagte. „Ma’am.“, Hijiri wandte sich an Karsa. „Gehe ich richtig in der Annahme, dass Ihnen der Laden hier gehört?“ Karsa schluckte trocken und konnte nur nicken. Marron saß gerade an einem Kleid, es war eine Extraanfertigung für irgendeine reiche Familie, die gehört hatte, dass man hier wunderbare Kleidung bekam, edel wie modern.

„Haben Sie dieses Kleid entworfen?“, Hijiri deutete auf ein Kleid von Marron. Sie hatte sehr viel Arbeit darein gesteckt, doch sie wollte es wagen, einen Saree* mit der modernen Schlaghose zu verbinden: Herausgekommen war ein Kleid, auf der rechten Seite hing es bis auf den Boden, und verband die linke Seite mit einem diagonalen Schnitt. Es war in einem knalligen rot gehalten, aber die Verzierungen in einem schönen warmen kupfergold.
* ich weiß gerade nicht wie das geschrieben wird, aber ich suchs raus versprochen!

Karsa schluckte schwer: „Nein, das war meine Azubi!“, sie deutete nun auf Marron hin. Hijiri kam bedächtigen Schrittes auf unsere Brünette zu, streckte ihr die Hand hin. Marron erhob sich von dem Stuhl und ergriff die Hand. Bei normal gepolten Männern hätte sie jetzt Acces gebraucht, der ihr beistand, aber er war schwul, und alle Welt wusste das.

„Ich war zwar nicht auf der Suche nach einer Junior-Designerin, aber wo ich so ein Talent schon einmal gefunden habe, werde ich mir diesen Fisch nicht entgehen lassen und Sie nicht nur bitten, sondern es Ihnen zur Lebensaufgabe erlegen, sich ganz schnell in eine Boing zu setzten und mir als meine vorläufige Assistentin unter die Arme zu greifen!“

Mehr brauchte der rothaarige Mann nicht sagen, gab ihr die Nummer seines Apartments in New York sowie die, des Modeunternehmens, bei dem er arbeitete: „Mianka“

Das hatte gesessen!

Seit diesem Tag waren 1 ½ Wochen vergangen, sie hatte alles gut durchdacht, und hätte Acces sie nicht überredet und er selbst wäre nicht mitgekommen, hätte sie abgelehnt. Sie rief Shikaido vor 3 Tagen an, und fragte, ob sein Angebot noch gültig sei, worauf sie einen französischen Ausruf an den Kopf gefetzt bekam: „Mon Dieu! Was denken Sie worauf ich fast eine Woche warte? Auf fliegende Kühe bestimmt nicht!“

Und so war es dann gekommen, es flossen so gut wie keine Tränen bei der Abreise, von wem denn auch? Ihre Herrin hatte bitterlich geschluchzt, wie konnte Marron ihr das antun, hatte sie ihr immer wieder vorgeworfen. Sie war vielleicht oft nicht gerade nett zu ihr, aber die alte Dame hatte sie ihn ihr Herz geschlossen.

Der nächste Landeplatz kam, San Francisco. In ihrem ganzen Leben war sie noch nie geflogen, aber Angst hatte sie nicht. Nein, Angst auf endlich ein bisschen Glück in ihrem Leben, davor brauchte sie keine Angst zu haben.

Als sie dann endlich in New York gelandet waren, musste Acces dringend auf die Toilette und ließ sie alleine stehen. Ihr war nicht Unbehagen, einige dachten oft, Marron könnte keinen eigenen Schritt mehr ohne Acces machen, aber dem war nicht so, sie „brauchte“ Acces nur, wenn sie mit einem Mann in einem Raum war, allein.

So schnappte sie sich dann ihre Koffer, die gerade auf dem Band vor ihr angekommen waren. Was tun sprach Zeus? Wenn Acces auf Toilette war, konnte das Stunden dauern. Resigniert seufzte sie abermals auf.

Sie schaute sich um, der Flughafen war groß, sehr groß, und modern. Auch die Leute hier hatten Stil, einige zumindest. Und auf einmal fühlte sie sich in ihren Klamotten unwohl. Ohne Ausnahme waren hier Frauen zu sehen, die Röcke oder sogar Kleider trugen, meist nur bis zu den Knien gehend. Und sie, sie stand hier in Jeanshose, Turnschuhen, Rollkragenpullover und dickem Jeansmantel. Nicht etwa, dass sie zu dick angezogen war, es war Februar und in New York lag Schnee, aber sie war anders. Sie wusste, warum sie Hosen trug.

Seufzend schaute sie sich weiter den Flughafen an, ging dabei mit ihrem Gepäck rückwärts und flog über eine Reisetasche. Sie spürte schon den dumpfen Aufprall ihres Rückens, doch: Nein! Ein junger attraktiver Mann fing sie auf. Sie blinzelte, kurz um zu fassen, und dann: >Oh, mein Gott<, nicht nur gut aussehend, nein auch diese Augen, dieses kleine braune Universum! Sie erhob sich wieder.

„Das tut mir leid, ich bin rückwärts gelaufen, weil ich mir den Flughafen genauer anschauen wollte…“, sie bemerkte erst während sie sich einhunderttausend Mal bei dem blauhaarigen Mann entschuldigte, dass dieser mit einem weiterem Mann gesprochen haben musste. „Halt, halt, halt…!“, renkte der Mann ein. „Jetzt nicht so hastig.“, grinste er sie an. Marron errötete. >Frauen die noch erröten können?<, ging ihm durch den Kopf. „Es tut mir wirklich leid, dass ich sie angerempelt habe!“, meinte sie dann noch einmal ruhig. „Mir nicht.“, sagte er und grinste die junge Frau weiter an. „Ihnen muss es doch auch…“, sie wurde von ihm unterbrochen, da er sich dem Mann zuwendete. „Kagura, mir ist gerade ein Engel begegnet!“, schmachtete er und schaute von Kagura wieder zurück zu der kleinen Brünetten, die schon wieder einen Rotschimmer um die Nase hatte. „Ja,…“ „Und bevor Sie mir jetzt gleich wieder entwischen, werde ich Sie zu einem Kaffee einladen!“, schnitt er ihr abermals das Wort ab. >Oh, verdammt sollst du sein, Marron, wenn du dich jetzt darauf einlässt,… aber können diese Augen überhaupt böses?< Der daneben stehende Mann verdrehte die Augen: „Dann, werde ich dein Gepäck schon mal nach Hause bringen!“, sagte der, der eben vom Blauhaarigen Kagura genannt wurde.

In höchster Eile nahm Kagura das Gepäck und war gerade beim Gehen, als der Blauhaarige mit den Wahnsinnsaugen ihre Hand schnappte, das Gepäck von ihr schulterte und losmarschieren wollte, als Marron doch der Kragen platzte: „Ich glaube Sie ticken nicht mehr ganz richtig, mein Herr!“, polterte sie los, worauf nicht nur der Blauhaarige stehen blieb sondern auch der namens Kagura, und drehten sich verwundert um. „Wenn ich es auf den Tod nicht abkann, ist es, wenn ich nicht gefragt werde, ob ich etwas will, oder nicht,… und Sie, haben ganz sicher nicht gefragt!“, stellte sie mit erhobener Stimme, jedoch sehr trocken fest. „Ich entschuldige mich nochmals, dafür, dass ich sie angerempelt habe!“, blitzschnell nahm sie ihr Gepäck von seiner Schulter, drehte sich auf den Fersen um und zischte, sich ohne noch einmal umgedreht zu haben, ab.

„Kagura?“ „Ja, Chiaki?“, musste er schon grinsen, er wusste, was er gleich sagen würde, da auch ihm diese Erkenntnis nicht entgangen war. „Das war meine erste Abfuhr, die ich je bekommen habe!“

Marron immer noch rasend vor Wut, stampfte zu der Männertoilette, wo Acces war, und wartete, natürlich davor. 10 Minuten später kam er dann auch endlich raus: „Oh, man, Acces, ehrlich, musst du immer Stundensitzungen halten?“, sagte sie etwas gereizt, aber auch ein wenig belustigend.
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