Krankes Kätzchen

GeschichteRomanze / P12
Naoya Shirakawa Reji Aoe
07.06.2007
07.06.2007
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°...° denken



Kapitel 1: Reiji´s Kätzchen


Leise fielen die Schneeflocken auf die ruhige Stadt nieder. Es war ein kalter Januartag und die Menschen suchten Schutz vor der Kälte. Auch ein Junge mit braunen Haaren lief zügig durch die Straßen, um schnell ins Warme zu gelangen.
Endlich angekommen, wollte er die Wohnungstür gerade aufschließen, als sie ihm schon geöffnet wurde. "Da bist du ja Naoya. Ich muss noch was erledigen, bin gegen Abend wieder zu Haus." sagte ein junger Mann zu dem Jungen.
Reiji Aoe, dass war der Name des gutaussehenden Mannes und das Glück von Naoya Shirakawa. Ja, Glück konnte man es wirklich nennen. Seit der Braunhaarige von dem Älteren aufgenommen wurde, ging es in seinem Leben wieder bergauf. "Ähm ja ok." antwortete Naoya. "Und seh zu, dass du aus den Klamotten rauskommst. Der Schnee hat dich ja schon durchnässt." sagte Reiji, als er den Kleineren von oben bis unten gemustert hatte. Dieser nickte leicht verlegen. Kurz wuschelte Reiji dem Jüngeren noch mal durchs Haar, bevor er sich auf den Weg machte. Naoya sah ihm kurz nach, bevor er die Wohnung betrat und die Tür hinter sich schloss.
Der Braunhaarige legte seine Sachen ab und zog sich die nasse Jacke aus. "Hatschi... ich brauch ne warme Dusche." sagte Naoya und ging ins Bad. Eine halbe Stunde später war er fertig und ließ sich müde aufs Sofa nieder. Das kleine Kätzchen, was er damals bei Kiichi zu Haus gefunden hatte, machte es sich neben ihm gemütlich und rollte sich ein. Der Junge lächelte und lehnte sich mit geschlossenen Augen zurück.
Seine Glieder schmerzten und überhaupt fühlte er sich erschöpft, regelrecht ausgelaugt. Der Braunhaarige war in den letzten Tagen öfters draußen in der Kälte gewesen und jetzt schrie sein Körper regelrecht nach Ruhe und Schlaf. Kaum zehn Minuten später, war er auch schon eingeschlafen.

Es war bereits Abends, als die Wohnungstür klappte. "Naoya, ich bin wieder da. Ich mach uns gleich was zu essen." sagte Reiji und hing seinen Mantel auf. Als er dann immer noch keine Antwort von dem Jüngeren erhalten hatte, ging er ins Wohnzimmer. Dort erblickte er den Braunhaarigen schlafend auf dem Sofa liegen. Der Größere ging zu ihm und rüttelte Naoya leicht an der Schulter. Langsam öffnete dieser die Augen und setzte sich auf. "Zum schlafen geh lieber ins Bett." meinte der Ältere. Der Kleinere nickte leicht und stand auf. Doch statt stehen zu bleiben, gaben seine Beine nach und er war kurz davor, Bekanntschaft mit den Boden zu machen. Reiji sah mit Entsetzen, dass der Braunhaarige sich nicht halten konnte und machte einen Schritt auf ihn zu, um ihn noch rechtzeitig aufzufangen, bevor er unsanft auf dem Boden landen konnte. "Was hast du?" fragte er, wobei er nicht verhindern konnte, dass in seiner Stimme Sorge mitschwang. Naoya rappelte sich wieder auf und löste sich von den Größeren. "Schon ok, alles in Ord..." fing der Jüngere an, doch kam nicht mehr dazu den Satz zu beenden, denn erneut überkam ihn Schwäche und fand sich in Reijis Armen wieder. Der Größere zog eine Augenbraue in die Höhe. "Mit dir ist definitiv nicht alles in Ordnung!" sagte Reiji und hob seine Hand an Naoyas Stirn, um zu prüfen, ob dieser Fieber hatte. "Kein Wunder das du dich nicht auf den Beinen halten kannst, du glühst ja!" sagte der Ältere und nahm den Kleineren auf seine Arme. Der Braunhaarige lehnte seinen Kopf an Reijis Brust und schloss die Augen. Sein Kopf dröhnte, außerdem drehte sich alles.
Reiji brachte den Jüngeren ins Schlafzimmer und legte ihn vorsichtig ins Bett. Dann deckte er ihn zu, nahm das Telefon und rief Kiichi an.
Fünfzehn Minuten später war der Arzt auch schon eingetroffen und untersuchte Naoya. "Hm 39,4 °C. Die Temperatur ist nicht gerade niedrig. Außerdem sind seine Atemwege entzündet. Der Kleine hat sich eine heftige Grippe zugezogen. Er braucht viel Ruhe und Pflege!" erklärte Kiichi seinem Bruder, als er mit der Untersuchung fertig war. "Hier sind ein paar Medikamente. Du solltest wirklich besser auf dein Kätzchen aufpassen." meinte der Doktor und grinste leicht. "Was soll dieses Grinsen Kiichi??" fragte Reiji leicht gereizt und nahm die Arzneien entgegen. "Ach nichts. Jedenfalls kümmere dich gut um ihn und ruf mich wieder an, falls es schlimmer wird!" mit diesen Worten verabschiedete Kiichi sich.
Reiji ging, nachdem Kiichi verschwunden war, ins Bad, holte eine Schüssel mit kaltem Wasser, ein Tuch und begab sich zurück ins Schlafzimmer zu Naoya, der mittlerweile wieder im Land der Träume abgedriftet war. Dort stellte er die Schale auf den Nachschrank, tauchte das Tuch in das Wasser und legte es dem Kleineren auf die Stirn. Dann setzte sich der Ältere an den Bettrand. Still beobachtete er den Braunhaarigen, dessen Brustkorb sich etwas schneller hob und senkte, als normal. °Was machst du nur für Sachen.° dachte Reiji. Der Jüngere sah so zerbrechlich und hilflos aus. Er erinnerte wirklich an ein kleines, wehrloses Kätzchen. Sanft strich der Größeren durch das Haar des Jungen. °Mein kleines Kätzchen...° dachte er und lächelte leicht.

Am nächsten Morgen wurde Reiji von einem lauten Husten geweckt. Erschrocken fuhr er hoch und sah zu Naoya. Dieser hatte sich aufgesetzt und kämpfte mit einem Hustenanfall. "Das hört sich aber nicht gut an." meinte der Größere und gab den Braunhaarigen ein Glas Wasser, was Reiji am Abend vorher auf dem Nachtschrank gestellt hatte. Der Jüngere nahm es dankend an. Das schlucken war schmerzhaft, weshalb Naoya nur zwei kleine Schlucke nahm und es dann dem Älteren zurück gab. "Das kommt nur davon, weil du draußen bei der Kälte ewig rumgelaufen bist. Trottel!" sagte Reiji und drückte den Kleineren sanft zurück ins Kissen. "Tut mir Leid, ich wollte dir keine Umstände machen." sagte Naoya leise. Der junge Mann seufzte leise. "Hör auf dich zu entschuldigen, Dummkopf. Du machst mir keine Umstände. Und jetzt denk nicht weiter darüber nach." erwiderte der Größere und gab ihm einen kleinen Klaps.
Im Laufe des Tages erledigte Reiji noch einige Sachen. Er wollte sich den Rest der Woche um Naoya kümmern, musste daher noch ein paar Sachen vorher klären.
Der Braunhaarige schlief in der Zeit oder spielte ein wenig mit seinem Katzenjunges, hatte allerdings strenge Bettruhe von Reiji verordnet bekommen. Der Ältere war wirklich besorgt um ihn, dass sah Naoya ihm an. Reiji war sogar bereit Urlaub zu nehmen, nur bis er sich um ihn kümmern konnte. Der Braunhaarige wurde leicht rot um die Nasenspitze. Er mochte den Größeren sehr und freute sich über jede Sekunde, die er mit ihm verbringen durfte.

In dieser Nacht hatte Naoya Alpträume. Er wälzte sich umher und gab leise gequälte Geräusche von sich. Auf einmal spürte er eine warme Hand über seine Wange streicheln. Vorsichtig schlug der Braunhaarige die Augen auf und sah in das Gesicht von Reiji. Dieser hatte sich leicht zu ihm gebeugt und wischte ihm eine Träne aus dem Gesicht. "Nicht weinen, es ist alles ok, du hattest einen Alptraum." sagte der Größere beruhigend und legte Naoya das Tuch, was heruntergefallen war, zurück auf dessen Stirn. Der Jüngere nickte leicht, war aber trotzdem noch etwas mitgenommen und wollte nicht wieder einschlafen. Dies bemerkte der Ältere und sagte: "Du musst schlafen, sonst wirst du nicht gesund."
"Ich will aber nicht einschlafen..." nuschelte der Kleinere heiser und verkroch sich weiter unter die Decke. Reiji schien zu ahnen, warum Naoya nicht einschlafen wollte. Der Junge war etwas im Bett zurückgerutscht und schielte verlegen zu dem Älteren. Dieser sah ihn für einen Moment an und überlegte. Dann stand er auf und legte sich zu dem Jüngeren ins Bett. "Komm schon her." meinte Reiji. Naoya zögerte kurz, rutschte dann aber zu dem Größeren und kuschelte sich leicht an. Dieser legte einen Arm um den Kleineren und schloss die Augen. Wenige Minuten später war der Jüngere wieder eingeschlafen. Reiji sah ihn an und beugte sich zu dem Gesicht des Jungen. Sanft berührte er die Lippen von Naoya mit seinen eigenen...

Einzelne Sonnenstrahlen drängten sich durch die Wolkendecke und fielen in das Schlafzimmer von Reiji Aoes Wohnung. Verschlafen öffnete Reiji die Augen. Er gähnte leicht und vernahm ein ruhiges, gleichmäßiges Atmen neben sich. Naoya lag immer noch angeschmiegt an Reiji und schlief. Der Größere betrachtete ihn für einem Moment. Er stand nicht auf kleine Jungs, er hasste sie sogar. Doch Naoya war anders. Er hatte den Braunhaarigen in sein Herz geschlossen. Langsam regte sich der Junge und wachte auf. "Morgen. Hast du gut geschlafen?" fragte der Ältere den anderen. "Guten Morgen. Ja, habe ich, danke." antwortete Naoya und bemerkte erst jetzt, dass er ja immer noch an den Älteren gekuschelt lag. Er wollte gerade etwas Abstand zwischen ihm und Reiji bringen, als dieser ihn festhielt und seine Stirn an seine eigene legte. "Dein Fieber ist etwas gesunken. Gut." sagte der Größeren und lächelte Naoya leicht an. Dieses Lächeln haute den Jüngeren einfach um und machte ihn glücklich. Wie schön es doch aussah. Das sollte er viel öfter machen!
Der Braunhaarige erwiderte das Lächeln. Stille herrschte im Zimmer. Keiner von beiden sagte ein Wort, sie blickten sich einfach nur in die Augen. Fast wie in Zeitlupe, näherten sich ihre Gesichter. Warme Lippen trafen sich zärtlich und liebevoll...
Naoya sowohl auch Reiji genossen diesen Augenblick... diesen einen Kuss...
Nach scheinbar unendlicher Zeit, lösten sie sich wieder voneinander. "Du wirst dich noch anstecken." sagte der Jüngere. "Keine Sorge tue ich schon nicht." erwiderte der Größere und strich Naoya eine Strähne aus dem Gesicht. Sie lagen noch einige Zeit im Bett, bis sich Reiji leise erhob. Der Kleinere war wieder eingeschlafen und er wollte ihn auf keinen Fall wecken. Reiji warf noch einmal einen Blick auf Naoya, bevor er lächelnd das Zimmer verließ. Ja, da hatte er wirklich ein süßes Kätzchen... und er würde es nie wieder hergeben... denn es war sein Kätzchen...


Ende


Vielen Dank fürs lesen!!^^