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Die Rückkehr der Zone

von Q of Borg
Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer / P18 / Gen
05.06.2007
05.06.2007
1
1.197
 
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05.06.2007 1.197
 
Disclaimer: S.T.A.L.K.E.R. gehört nicht mir.  Weder hatte ich eine Verletzung irgendwelcher Rechte beabsichtigt, noch hat aufgrund dieser Geschichte Geld den Besitzer gewechselt.

Kapitel 1: Das Ende der Zone


Langsam bewegte sich Strelok weiter vorwärts auf das grüne Licht zu. Als er schließlich in einem großen Labor ankam und das Gerät sah, das die Körper der Wissenschaftler enthielt und das Kollektiv und somit auch die Illusion der verhassten Zone aufrechterhielt, wusste er dass er sein Ziel erreicht hatte. Die letzte Teleporter-Anomalie hatte ihn also direkt zum Kollektivbewusstsein selbst geführt. Die Wissenschaftler im Kollektiv wussten wohl, dass er gerade direkt vor ihnen stand... und dass sie sich nun nicht mehr länger gegen ihn verteidigen konnten.

Seine Fragen wurden ihm alle vom Kollektiv beantwortet... und doch sind neue aufgetreten. Aber seinen Verstand beschäftigten nun andere Dinge. Strelok holte seine vertraute Waffe, sein modifiziertes AK/47, das er in seinem eigenen Versteck als „Gezeichneter“ während seiner Amnesie „gefunden“ hatte, heraus. Er dreht sich noch einmal um. Nein... Außer ihm und dem Kollektiv war niemand hier. Kein einziger Monolith-Soldat war ihm gefolgt. Niemand würde nun verhindern was er jetzt tat.

Strelok lud seine Waffe mit einem neuen Magazin und richtete es auf das Kollektiv. Einen kurzen Moment zögerte er noch. Er wusste, dass wenn er vor nur kurzer Zeit eine einzige Entscheidung anders getroffen hätte er nun selbst dort liegen würde. Er hätte helfen können, dass sich die Zone nicht noch weiter ausbreitet und dem Kollektiv dabei helfen können die Menschen einer unterschwelligen Gedankenkontrolle zu unterwerfen die, wie das Kollektiv es sagte, alle negativen Empfindungen wie Hass, Neid und Gewalt eliminiert hätte. Immerhin... Wegen dieser verdammten Zone war Fang tot... war Ghost tot... und hätte das Kollektiv Erfolg gehabt bei der Veränderung der Noosphäre würden beide noch leben, verflucht!

Aber zu welchem Preis... und dieses beschissene Kollektiv wollte Alle täuschen... durch Gedankenkontrolle... durch die Zone... und vor allem hatte es keinen Erfolg gehabt und nur noch größeren Schaden angerichtet als es das bei Erfolg getan hätte. Strelok war tatsächlich versucht gewesen dem Kollektiv beizutreten und zu versuchen dem weiteren Wachsen der Zone ein Ende zu bereiten... aber es hätte sich nichts geändert. Weiterhin hätten sich die Wächter und die Freiheitsgrupper ihren beschissenen Krieg um ihre Ideologien geliefert. Weiterhin hätten die Soldaten Jeden abgeknallt ohne zu fragen... und die Mutanten gäbe es immer noch und wer weiß wann sie die Zone irgendwann verlassen hätten wenn sie sich schon nicht weiter ausdehnte. Nein, er musste es hier und jetzt beenden! Er war der einzige der es jemals soweit geschafft hatte. Er hatte den Versuchungen des Wunschgönners widerstanden und auch dem Angebot des Kollektivs. Aber er würde diesen Mistkerlen nicht in dieser Täuschung helfen!

Er würde die Zone nicht nur am Wachsen hindern sondern vollständig zerstören. Die Noosphäre würde und durfte nie wieder angetastet werden! Strelok zielte auf den ersten Behälter der einen der Wissenschaftler enthielt und zögerte nur noch eine Sekunde. Er wusste nicht was passieren würde wenn er das tat. Es würde die Zone wohl zerstören aber... was genau würde mit der Zone geschehen? Was würde mit dem Wunschgönner und den Artefakten geschehen? Was würde mit Monolith, den Wächtern, der Freiheitsgruppe oder irgendeinem anderen Stalker geschehen? Wenn das Kollektiv eine Veränderung der Noosphäre erwirkt hat, würde er nicht auch eine Veränderung durchführen wenn er das Kollektiv nun zerstört, auch wenn er nur die Veränderung rückgängig machte? Was würde mit dem AKW geschehen? Was... würde mit ihm geschehen?

Aber zurück konnte er nicht mehr. Es gab jetzt nur noch eins was er tun konnte. Noch immer seine Waffe auf das Kollektiv gerichtet, zischte er wütend: „Das... ist für Fang!“ Mit einem grässlichen Klirren, begleitet vom Donnern seiner Waffe zerstörte er den ersten Behälter und tötete den ersten Angehörigen des Kollektivs. Einen kuren Moment blieb er still. Nichts war anders geworden. „Das... ist für Ghost!“ Der zweite Behälter der einen Wissenschaftler enthielt folgte. „Das... ist für mich!“ Strelok zerstörte den dritten Behälter. „Und das... ist einfach nur für eure verdammte, beschissene Zone!“ Strelok entleerte den Rest seines Magazins in die drei restlichen Behälter und die darin befindlichen Wissenschaftler. Mit dem letzten der sechs Behälter und dem Tod des letzten Kollektiv-Mitglieds erfüllt plötzlich ein gleißendes Licht den Raum und Strelok musste seine Augen schließen.

Doch das Licht verschwand ebenso schnell wie es gekommen war. Als Strelok seine Augen wieder öffnete, erkannte er, dass er sich nun im Freien befand. Was war geschehen? Instinktiv blickte er gen Himmel. Dort riss die dunkle Wolkendecke auf und eine strahlende Sonne und ein wundervoller hellblauer Himmel mit einigen weißen Wolken trat hervor. Strelok blickte sich um. Um ihn herum befand sich eine Wiese... so schön wie er noch nie eine Wiese sah... oder wahrgenommen hatte. Aber nachdem er die Zone sah, nahm er die simple Schönheit einer solchen Wiese nur umso intensiver wahr. Wunderbares saftiges Grün umgab ihn... Gewaltige Bäume die vor Leben nur strotzten... und bunte Blumen... Kein Vergleich mit dem allgegenwärtigen hässlichen Braun und Grau der Zone... Und diese Szenerie war perfekt mit kurzem Vogelgezwitscher untermalt.

Wenn die Zone die Hölle war... war dies dann der Himmel? Wenn es eine Hölle gab, und Strelok glaubte nach allem was er erlabt hatte, dass kaum etwas unmöglich war, dann hatte er keine Angst mehr vor ihr... denn er war in der Zone... und hatte sie vernichtet...

Ja... sie war nun weg... die Zone. Strelok konnte sich nicht helfen. Als er all diese wunderschöne Natur sah, die ihm, nein der ganze Welt, vom Kollektiv und der Hölle der Zone geraubt war und er erkannt hatte, dass es nun endlich, endlich vorbei war lief ihm, diesem harten Kämpfer, eine einzelne Träne der Wut, des Glücks und der Erschöpfung aus einem Auge. Strelok nahm die Kopfbedeckung seines SEVA-Anzugs ab und wischte sie weg. „Ihr verdammten Scheißkerle... Was habt ihr getan... So sah das alles mal früher hier aus? Und ihr habt die Hölle daraus gemacht... Was habt Ihr getan... Ihr verdammten, verdammten Arschlöcher! Und der ganzen Welt wäre das passiert hätte ich nichts getan...“

Überwältigt von dem Bild das sich ihm bot setzte sich Strelok auf die Wiese die ihm so wunderschön vorkam wie keine Landschaft zuvor und legte sich langsam hin. Er blickte in den strahlend blauen, von der Sonne erhellten Himmel. Erschöpft legte er seinen Arm über sein Gesicht. „Ich weiß nicht ob ich recht hatte oder nicht...“ ließ er seine Gedanken schweifen. „Ich weiß auch nicht ob ich das richtige getan habe... oder das falsche... aber ich hab’s geschafft. Und... ich schätze dafür sollte ich dankbar sein.“ Er drehte seinen Kopf zur Seite Von einer Blume sah er ein Insekt, vielleicht eine Libelle, davonfliegen. Einfach nur eine Libelle. Keine Mutation...

Strelok schloss seine Augen. „Ich hab’s gemacht...“ flüsterte er noch, als ob ihn die Geister des Kollektivs noch hören könnten. und nach allem was er erlebt hatte glaubt er das sogar möglich. „Das war mein Wunsch... dass die Zone verschwindet. Aber ich hab’ eueren verdammten Wunschgönner nicht gebraucht. Ich hab’ die Zone verschwinden lassen... Ich hab’s gemacht.“

Noch einmal flüsterte Strelok, als ob ihn vielleicht der Geist des Kollektivs hören könnte: „Ich... hab’s gemacht.“
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