Das Haus am Wald

von Gahrazel
GeschichteMystery / P18 Slash
Seishiro Sakurazuka Subaru Sumeragi
30.05.2007
31.05.2007
6
14.834
2
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30.05.2007 1.316
 
Disclaimer: Die Charaktere (außer Thad) gehören leider, leider nicht mir, sondern CLAMP. Diese Geschichte dient dem reinen Lesespaß, ich will kein Geld damit machen, und auch kein Copyright verletzen.

Pairing: Subaru/Seishiro

Warnungen: P18 Slash! Lemon, Drama, etwas Mystery und Action auch


Das Haus am Wald

"Hai, wir sind gut angekommen, alles in Ordnung", Subaru Sumeragi seufzte leise als eine weitere Wortfront aus dem Handy an seine Ohren drang. "Nein, du musst dir keine Sorgen machen, Seishiro-san ist ja auch noch da." Weitere Worte und ein schrilles Lachen. Subarus Gesichtsfarbe wechselte langsam zu einem durchdringenden Rot. "Wie viel Spaß? Was meinst du, Hokuto... Hokuto...?"

Er starrte das Handy einen Moment lang an, bis er realisierte, dass seine Schwester aufgelegt hatte. Was hatte sie nur damit gemeint ihm und Seishiro-san viel Spaß zu wünschen? Sie würde doch wohl nicht annehmen, dass... Nein! Das würde sie sicher nicht... Doch, sie würde... wie peinlich!

Dabei war es doch nur sehr nett von Seishiro gewesen ihn in ein so interessantes Land wie England mitzunehmen. Ganz schlau geworden war Subaru immer noch nicht warum gerade ein Tierarzt aus Tokio in einem kleinen Dorf in der Nähe von Manchester gebraucht wurde, aber es war unhöflich zuviel nachzufragen. Außerdem war er mehr als froh, dass Seishiro ihn gefragt hatte, ob er ihn nicht begleiten wolle, da der Flug sowieso für zwei Leute gebucht worden war.

Und jetzt war er hier. Seishiro sah sich nachdem sie heute Mittag gelandet waren zum ersten Mal seine Patienten genauer an, und Subaru hatte indessen bei strahlendem Sonnenschein Zeit, das Dorf ein wenig zu erkunden.

Die Gegend war wunderschön, ganz anders als Tokio. Nicht ein einziges Hochhaus weit und breit zu sehen, und das in der Nähe einer Großstadt wie Manchester. Richtig ländlich war es, die Häuser allerhöchstens dreistöckig und überall gab es Wiesen, gar nicht weit entfernt sogar einen lichten Mischwald. Sicher ein schöner Ort um spazieren zu gehen, vielleicht zusammen mit Seishiro...

Ein wenig merkwürdig war es schon niemanden verstehen zu können. Subaru hatte im Flugzeug zwar ein paar englische Floskeln gelernt ohne die er sich schlichtweg unwohl gefühlt hätte, aber zu mehr als "Entschuldigung", "Guten Tag" oder "Vielen Dank" hatte es nicht mehr gereicht. Trotzdem erschienen die Leute, die er hin und wieder auf der Strasse traf sehr nett, man lächelte ihm zu und erwiderte seinen Gruß. Auch die Wirtin der kleinen Pension in der Seishiro und er ein Zimmer bewohnten war freundlich und hilfsbereit. Und zum Glück sprach Seishiro auch fließend Englisch und konnte so für sie beide reden.

Subaru hatte seinen Abendspaziergang fast beendet und schlenderte zurück. Seishiro würde bestimmt auch schon fertig sein, und sie könnten zusammen zu Abend essen. Ein Gedanke, der ihn auf eine seltsame Art innerlich erwärmte... Es war schön einmal mit Seishiro allein zu sein, nur sie beide in dieser wunderschönen Umgebung. Subaru lächelte leicht vor sich hin, und bemerkte kaum, dass er ins Träumen geriet, bis er mit jemandem zusammenstieß.

"Sumimasen!" rief er aus Reflex und verbeugte sich hastig vor dem fremden Engländer, der überrascht zu ihm hinuntersah.

"Gomen nasai", sagte Subaru noch einmal, und merkte wie ihm einmal mehr leichte Röte ins Gesicht stieg. Natürlich hatte solch ein Missgeschick auch wieder nur ihm passieren müssen. Und natürlich hatte er gerade jetzt die richtige englische Floskel vergessen...

"Aber das macht doch nichts, mein Kleiner", sagte der Fremde auf perfektem Japanisch.

Subaru blinzelte überrascht und kam nicht umhin ihn genauer zu betrachten. Es war ein großer schlanker Mann mit grauem, gut frisiertem Haar und durchdringenden blauen Augen. Er trug einen perfekt sitzenden grauen Anzug, und auf seine nicht unattraktiven Züge hatte sich ein freundliches Lächeln gelegt.

"Sie sprechen Japanisch", stellte Subaru überflüssiger Weise noch einmal fest.

"Ja", antwortete der Fremde. "Ich habe schon jahrelang geschäftlich in Japan zu tun. Und du, mein Junge, machst du Urlaub hier?"

"So in der Art...", Subaru merkte, dass er ein wenig nervös wurde. Lag das an diesem Fremden? Er wirkte sehr freundlich, vielleicht sogar ein wenig so wie Seishiro, groß, kräftig und selbstbewusst, aber da war etwas anderes, etwas, das Subaru nicht richtig greifen konnte, doch gleichsam etwas, dass ihn zurückschrecken ließ. Nein, dieser Mann war nicht wie Seishiro, die Art, wie er Subaru ansah war eine andere, der Blick... tiefer? "Ich begleite meinen Freund bei einer... anou... Geschäftsreise." Meinen Freund, nicht einen Freund. Warum hatte Subaru sich nur verpflichtet gefühlt das zu sagen?

"So, deinen Freund also", das Lächeln des Fremden war immer noch perfekt, auch wenn Subaru sicher war, dass es sich um eine Nuance verändert hatte. Diese blauen durchdringenden Augen musterten ihn noch für eine kurze Weile und ihm wurde unbehaglicher, doch dann wendete der Fremde seinen Blick weg und wandte sich zum Gehen. "Vielleicht sehen wir uns noch einmal... hm, wie war dein Name?"

"Subaru", antwortete er etwas stockend, auch wenn dieser einer der seltenen Momente war in denen er sich wünschte lügen zu können. Doch natürlich tat man so etwas nicht. "Subaru Sumeragi."

"Klingt schön", der Fremde wandte noch einmal den Kopf zu ihm um und lächelte ein letztes Mal. "Ich bin Thad." Dann wendete er sich endgültig um und schritt die Strasse weiter hinunter.

Subaru wusste selbst nicht weshalb er es mit einem Mal sehr eilig hatte zu Seishiro zurückzukehren.

*

"Ich kann dir noch nicht einmal genau sagen was mich so an diesem Mann gestört hat", sagte Subaru leise und stocherte ungeschickt mit der Gabel in seinem Essen herum. Bisher konnte er kaum mit diesem fremdartigen Besteck umgehen. "Gomen nasai, Seishiro-san, wahrscheinlich war ich einfach zu überrascht, dass dieser Herr mich in Japanisch angesprochen hat." Und mittlerweile war es ihm wirklich peinlich, Seishiro von seiner Begegnung erzählt zu haben. Es war immerhin gar nichts passiert, und nur weil er jemanden aus irgendeinem unerfindlichen Grund unsympathisch fand sollte er nicht so reagieren.

"Nein", antwortete Seishiro sanft. "Du musst dich nicht entschuldigen. Wenn du es bist, der mir erzählt, dass dieser Mann ihm suspekt vorkommt, dann nehme ich das sehr ernst."

Subaru lächelte leicht und sah zu seinem Freund auf. Wie immer, wenn er sich in seiner Nähe aufhielt, überkam ihn unvermittelt ein Gefühl der Sicherheit, das untrügliche Bewusstsein, dass Seishiro ihn beschützen würde, egal was kommen mochte.

Schon allein Seishiros Gestalt hatte etwas Beschützendes. Er war sehr groß, so dass Subaru neben ihm noch sehr viel kleiner wirkte als er ohnehin war, unter dem perfekt sitzenden Anzug war sein Körper durchtrainiert und stark, das schwarze kurze Haar umrahmte sein markantes, doch attraktives Gesicht mit den tiefen braunen Augen hinter den dünnen Brillengläsern auf perfekteste Weise. Fast immer in der Gegenwart seines Freundes hatte er ein warmes Lächeln auf den Lippen, das Subaru ein wenig verunsicherte und leichte Schauder durch seinen Körper jagte. So war es denn auch jetzt wieder.

Und die Worte seines Freundes waren ein wirklicher Trost für Subaru. Er hatte nicht gerade viele Freunde, genau genommen nur Seishiro und seine Schwester Hokuto, man hielt ihn gewöhnlich für einen Sonderling oder man hatte Angst vor seinen Kräften. Exorzisten waren in dieser Zeit eher gefürchtet als geachtet. Aus diesem Grund schätzte Subaru seine wenigen Freunde über alles und war mehr als froh, bei Seishiro Verständnis zu finden. Gerade bei Seishiro, der etwas so Besonderes war...

"Du solltest mir auf jeden Fall sagen, wenn dieser Thad dich erneut anspricht, und wenn ich dann dabei bin werde ich ihn mir einmal genauer ansehen", Seishiro griff seufzend in die Innentasche seines Jacketts und holte ein paar Essstäbchen heraus. "Versuch es damit."

Subarus Gesicht hellte sich auf. "Arigato!"

"Kein Problem, Subaru-kun", antwortete Seishiro und sah ihm lächelnd beim Essen zu.
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