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minds of jamie

Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P16 / MaleSlash
Jamie und Scott Tyler
28.05.2007
10.10.2007
4
5.932
 
Alle Kapitel
16 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
28.05.2007 1.186
 
Jamie, Scott, Matt und die anderen gehören nicht mir sondern Anthony Horowitz. Ich verdiene nix damit. so, einmal erwähnt wird wohl reichen. wenn der ein oder andere Gaststar mal auftaucht erwähne ich das natürlich. (ich hab nichts bestimmtes im Sinn... ehrlich...ganz ehrlich...)

zweites Kapitel. hmm, ich weiß, ich hab ein bisschen lange gebraucht, aber ich verspreche hiermit hoch und heilig mich zu ändern. Zudem sind die Kapitel nicht lang, woran ich wahrscheinlich noch arbeiten werde. mir gefallen sie aber auch kurz. ^^

Zwei Reviews. Zwei Reviews sind zwei mehr als ich erwartet habe. Ehrlich. Ich freue mich riesig, dass ihr Gefallen an der Story gefunden habt und rechne es euch hoch an, dass ihr Kommentare hinterlassen habt. Ich komm da selbst so schwer in die Puschen...








2





Aufbruch

Die Sonne brannte heiß auf die Wüste Perus und versengte die spärlichen Pflanzen, die in der Nähe wuchsen, doch Jamie merkte nichts davon.

Er lag wie ein Adler ausgebreitet auf dem Dach des Hauses und blickte stumm in den vor Hitze tiefblau verfärbten Himmel.

Die warme Luft drückte und auch der aufkeimende Wind wollte nicht zur Erleichterung beitragen, doch auch das war ihm herzlich egal.

Selbst wenn es in der Hölle kälter wäre, er würde diesen Ort hier immer noch der Welt da draußen vorziehen. Egalt was geschehen würde, Jamie wusste dass ihre Zukunft elend war. Wenigstens einer von ihnen würde sterben und das war für ihn noch schlimmer als die Möglichkeit, dass alle sterben könnten.
Der Gedanke, dass sie alle zusammen glücklich und zufrieden am anderen Ende des Diesseits neu anfangen könnten, ließ eine große warme Blase in seiner Brust schwellen, doch sie zerplatzte so schnell, wie sie wuchs.

Wenn sie alle starben, würde das bedeuten, die Alten hätten gewonnen. Es würde bedeuten, Pedro könnte nie ein normales Leben führen, es würde bedeuten, Matt würde alles was er sich bisher so bitter erkämpft hatte, verlieren, es würde bedeuten, Scott sterben sehen zu müssen. Seine Müdigkeit und der Überdruss machten ihm zu schaffen und auch die Angst ließ ihn länger zögern, als eigentlich gut war, das wusste er.

Der Wind blies ihm Sand in die Augen und er schloss sie halb erleichtert. Er fing an sich unendlich alt zu fühlen, der Rest der Welt wurde ihm fremd. Wie konnte das sein?

Ein Schatten legte sich über sein Gesicht und verwundert öffnete er die Augen wieder. Er blickte in zwei dunkle Augen und lächelte.

'Hi'

'Hey'

Scott ließ sich neben ihn fallen und blickte in die offene Wüste. Jamie wusste nicht was er zu seinem Bruder sagen sollte, doch er hatte das dringende Bedürfnis seine Nähe zu spüren.

Wie konnte Flint das überleben? Wie zum Teufel war er in der Lage ohne seinen Bruder auch nur einen Atemzug zu machen?

Flint war wie Scott. Erwachsen, stark, selbstständig. Scott wäre wahrscheinlich in der Lage ohne ihn zu leben. Er würde leiden und Jamie wollte sich nicht mal vorstellen, wie sehr, doch er würde weiterleben.

Und er verstand Sapling. Er war wie er. Sapling hatte sich freiwillig gemeldet, er wollte sterben. Um Flint zu schützen. Und um nicht mit seinem Verlust fertig werden zu müssen. Es wurde Jamie mit einem schlagartig klar. Sapling konnte den Gedanken ohne seinen Bruder leben zu müssen, genauso wenig ertragen wie er. Und weil Sapling  damals nicht die Kraft hatte, musste er sie diesmal aufbringen, denn er war sich sicher, diesmal durfte er nicht sterben. Doch so lange nur er das wusste, war es gut. Er musste es für sich behalten, er konnte doch nicht zulassen, dass sein Bruder, nur dafür...

Würde Matt das überhaupt noch zulassen? Hatte er sich in den zehntausend Jahren geändert?

Jamie richtete sich auf und blickte auf den Rücken seines Bruders. Das dünne graue T-shirt das er trug, wirkte zu groß und ausgeleiert, doch Jamie hätte seinen Bruder selten so gern berührt.

Er tat es nicht.

'Der Nexus ist übereingekommen'

'Was haben sie beschlossen?'

Scott drehte sich zu ihm um und Jamie wollte nicht mehr atmen. Sein Herz tat ihm weh. Er blickte weg.

'Wir werden nach Amerika fliegen.'

'Wieso?

Jamie konnte es nicht fassen. Sie waren erst den Fängen von Nightrise entkommen, nur um jetzt wieder vor ihrer Nase herumzutanzen? Das konnte doch nicht wahr sein!

'Mir gefällt der Gedanke auch nicht.'

'Ich will nicht gehen.'

Ich weiß

Jamie unterdrückte einen Aufschrei. Sie wussten doch nicht mal wonach sie suchten, wie konnten sie sich also sicher sein, dass sie es in Amerika finden würden. Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Ja, vor allem für sie. Es gab wirklich eine unbegrenzte Anzahl von Möglichkeiten zu sterben.

'Was weißt du, das du mir nicht erzählen kannst?', fragte Scott sanft und forschte mit seinen Augenief in Jamies Seele.
Jamie schloss die Augen.
Er fühlte Scotts Atem, roch die süßen Feigen, die sein Bruder gern aß, spürte die Qärme seines Körpers. Scott und er brauchten ihre Kräfte nicht um zu verstehen. Für einen Augeblick war er versucht, Scott alles zu erzählen, was er gesehen und erlebt hatte, was er befürchtete. Er wollte diese Last nicht mehr alleine tragen. Er öffnete die Augen wieder, sah Scott.

Scott würde für ihn sterben. Ohne zu zögern.

Jamie sagte nichts.

Ein leichtes Zittern ließ ihn schaudern und Scott bemerkte es. Ließ seine Finger auf Jamies borstigem Haar wandern, legte ihm die Hamd dann wieder in den Nacken und vergrub sein Gesicht in Jamies Halsbeuge.

'Du siehst aus, als würdest du jeden Tag deinen schrecklichsten Alptraum erleben...'

Jamie unterdrückte den Impuls, seine Arme um Scott zu legen.

'Diese Last muss du nicht alleine tragen.'

'Du verstehtst nicht, Scott...'

Scott versteifte sich, bleib jedoch wo er war. Die Haut, die er berührte, prickelte leicht. Jamie wünschte sich, dass Scott ihn genauso brauchte wie er Scott.

'Erkläre es mir, Jamie'

Jamie zögerte. Selten hatte er eine Bitte seines Bruders ausgeschlagen. Er haderete, wünschte sich, er wäre nicht so ein Feigling.

'Bitte'

'...nein...'

Scott richtete sich auf und blickte Jamie an. Jamie konnte seinen Blick nicht deuten, aber er wollte ihn um Verzeihung bitten.

'Jamie...'

Seltsamerweise sagte dieses eine Wort mehr als Jamie ertragen konnte. Er griff nach Scotts Hand und hielt sie so fest er konnte. Er wollte wüten, schreien und einfach nur weinen, doch er konnte nichts sagen. Er konnte nicht zulassen, dass Scott starb. Das irgendjemand von ihnen starb.

Er wusste, dass sein Bruder seinen Anblick nicht ertragen konnte, dass auch er sich hilflos und verzweifelt fühlte. Und er spürte, die Art wie auch Scott seine Hand hielt, Angst.

Doch Scott sagte nichts.

Er verstand einfach nur.

Jamie atmete ein, erhob sich und blickte wieder in den Himmel. Er hatte sich nicht verändert, und Jamie wusste, dass die Sterne heute Nacht hell leuchten würden.

So hell, als seinen sie die Erinnerung an Menschen, die ihren Anblick vor zehntausend Jahren fast vergaßen. Wie neugeboren.

Er würde nicht zulassen, dass die Alten sie erneut stahlen.

Er blinzelte und auf dem Weg nach unten pflückte er sich eine Feige.
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