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Splinter Cell - Pandora Tomorrow

von Shannon
GeschichteAbenteuer / P16 / Gen
Anna 'Grim' Grimsdottir Douglas W. Shetland Frances Coen Irving Lambert Samuel 'Sam' Fisher
19.05.2007
10.06.2009
4
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19.05.2007 6.710
 
Schiffswerft Komodo – Indonesien, 18. 04.2006 – 05.24 Uhr

Die Osprey hatte sie in der nähe des Lagers abgesetzt. Jetzt schlichen sie über eine Lichtung näher heran.

„Ihr seid beinahe in Position…“ meldete Lambert. „O.K., verlassen sieht es hier aus, aber wo ist die Schiffswerft?“ fragte Sam. „Unter der Erde, sie wurde für U-Boote errichtet“ erklärte Lambert. Sam nickte Carrie zu und zeigte nach vorn. Langsam bewegten sie sich auf die ersten Hütten zu. Sam schlich sich an der hinteren Hütte vorbei, als er abrupt den Arm hob. Carrie stoppte sofort, dieses Zeichen bedeutete Gefahr. Direkt vor ihnen befand sich eine Sprengfalle. Sam entschärfte die Mine und sie gingen weiter. Als sie an der Hütte vorbei waren kamen sie zu einem großen Platz. Zwei Soldaten hielten dort Wache. Leise schlichen sie an ihnen vorbei zu einer der Hütten gegenüber. Dahinter befand sich ein schmaler Gang. Am Ende kamen sie wieder zwischen zwei Hütten heraus. Davor saßen zwei Söldner und spielten Karten. Sam und Carrie setzten ihren Weg fort, ohne dass sie sie bemerkten. In der nächsten Hütte schlief  ein Soldat tief und fest. Sie verließen die Hütte und kamen zu einem engen Durchgang. Sam erklomm die Wand mit einem Spagat Sprung. Carrie folgte ihm dicht auf. Unten in der Hütte saß ein weiterer Soldat vor dem Fernseher, ein anderer machte draußen Schießübungen. Bei dem Lärm war es für die Agenten kein Problem, die Söldner unbemerkt zu passieren. Der Weg führte zu einer weiteren Hütte, die mit Laserfallen gesichert war. Beide schalteten auf Wärmebild und kamen so an den Laserfallen vorbei. Am Boden war eine Luke. Eine Leiter führte nach unten.

Unten befand sich ein Kellerraum mit einem Aufzug. Sam drückte den Knopf und sie stiegen ein. Dann fuhr der Aufzug nach unten. Da meldete sich Lambert wieder: „Das GPS zeigt, das ihr in der Nähe des Kontrollraums seid. Sei leise und bitte den Techniker das U-Boot für dich hoch zuholen. Ansonsten scheucht ihr zu viele Guerilleros  auf und die werden nicht froh sein euch zu sehen.“ „Du unterschätzt meinen Charme“ erwiderte Sam spöttisch. Unten angekommen verließen sie leise den Aufzug. Sam schlich zum Lichtschalter und legte ihn um. Im nächsten Moment lag der Flur im dunkeln. „He, wer war das?“ sagte ein Wachmann, der hinter seinem Schreibtisch saß. Er stand auf und ging zum Lichtschalter. Als er an Sam vorbeiging, schlug der ihn nieder. Ein weiterer Mann kam aus dem Kontrollraum, der von Carrie ausgeschaltet wurde. Sie versteckten die beiden Bewusstlosen und betraten den Kontrollraum.

Sam schlich rechts herum um die Konsolen zum Computer, wo der Techniker arbeitete, während Carrie an der Tür blieb und aufpasste. Sam griff sich den Techniker von hinten und hielt ihm die Waffe an den Kopf. Der war so erschrocken, dass er es nicht wagte sich zu rühren. „Hi, kannst du mich verstehen?“ fragte Sam freundlich. „Sicher…“ erwiderte der Mann. „Prima, ich brauche dich um das U-Boot hoch zu holen“ meinte Sam. „Warum?“ fragte der Techniker. „Weil es meinem zarten Gemüt widerstrebt dir weh zu tun“ sagte Sam.
„Ja, ja sofort“ sagte der Techniker hastig. „Danke“ erwiderte Sam. Der Techniker wandte sich dem Computer zu und fing an zu tippen. Wenige Sekunden später ertönte ein Warnsignal und das U-Boot tauchte auf. Einige Sekunden später meldete sich ein Mann vom U-Boot: „Garin was ist da los? Wir sollten doch die nächsten vier Stunden nicht auftauchen. Garin bist du da? Melde dich wenn du da bist, sonst löse ich den Alarm aus.“ „Sag ihm wir sind koscher“ forderte Sam. „Was ?“ „Sag ihm dass alles O.K. ist!“ „Ja……Kein Problem hier. Eine kleine Ausbesserung an den Ballasttanks. Ich lasse euch wieder runter sobald sie repariert sind.“ „Verstanden, Danke“ entgegnete der Mann. Sam versetzte dem Techniker einen Schlag in den Nacken und ließ ihn zu Boden gleiten. Dann ging er zurück zur Tür. Sie verließen den Kontrollraum und gingen weiter den Flur entlang.


Schiffswerft Komodo – Indonesien, 18.04.06 – 05.57 Uhr

Sie gelangten zu einer Treppe. Durch die nächste Tür kamen sie zu einem Metallsteg, der zu einem kleinen Aufzug führte. Ein Wachposten befand sich dort. Sam schaltete ihn aus.
Sie schlichen zum Aufzug. Sam legte den Schalter um und schickte die Kabine allein los. Unter dem Steg befand sich ein Rohr daran rutschten sie in Richtung U- Boot. Sie erreichten den nächsten Metallsteg und schlichen sich an das U – Boot heran. Dann blieb Sam stehen und wandte sich zu Carrie um. „Ich werde allein darunter gehen.“ „Aber Sam ….“ „Keine Widerrede, in dieser Blechbüchse ist es verdammt eng und das Risiko entdeckt zu werden ist doppelt so hoch. Es gibt keinen Grund dafür, warum sie uns beide erwischen sollten. Bleib hier und lass keinen in das U-Boot. So kann ich sicher sein, das mir keiner in den Rücken fällt. Wenn irgendwas schief geht, rennst du zum Evakuierungspunkt und machst das du wegkommst, verstanden?“ „Sam ich…?“ „Hast du verstanden?“ fragte Sam ärgerlich.
„Ja, Sir !“ „Gut !“ Sam nickte Carrie noch einmal zu, dann ging er zur Einstiegsluke und kletterte die Leiter herunter.

Unten angekommen sah Sam sich um, niemand war zu sehen. Vorsichtig schlich er den vor ihm liegenden Gang hinunter. Er kam zu einer weiteren Luke und stieg ein Deck tiefer. Er blickte um die Ecke, eine Wache patrouillierte auf dem Gang vor ihm. Als der Mann sich von ihm entfernte huschte Sam nach vorn, versteckte sich in einer Nische und machte sich zum Sprung bereit. Doch der Söldner bemerkte ihn nicht und ging weiter. Sam kam ungesehen an ihm vorbei. Er folgte weiter dem Gang, der etwas abwärts verlief und kam in einen Schlafraum. Hinter dem Schlafraum lag eine weitere Luke und Sam stieg hinunter. Er befand sich in einem kleinen Zwischenraum. Dahinter lag ein Speisesaal. Ein weiterer Söldner hielt sich dort auf. Mit einer Swat – Drehung kam Sam ungesehen an der Türöffnung vorbei auf die andere Seite. Dort befand sich der Lichtschalter für den Raum. Kaum ging das Licht aus fuhr der Söldner hoch, griff nach seiner Waffe und sah sich um. Er konnte jedoch niemanden entdecken. Unbemerkt schlich Sam in den Raum und unter der Theke hindurch an dem Mann vorbei. Während dieser zur anderen Seite ging, um das Licht wieder an zu schalten, war Sam längst zur Tür hinaus.

Er gelangte zu einem kleinen Raum. Laut Opsat lag der  Kontrollraum direkt vor ihm. Dieser war jedoch mit einem Retina Scanner gesichert. Doch Sam hatte Glück. Der Colonel, den er für den Zutritt brauchte, kam in diesem Moment zur Tür hinein und warf einen Blick auf die verschiedenen Schaltpulte. Blitzschnell hatte Sam ihn von hinten gepackt und zerrte ihn  den Flur hinab zum Retina Scanner. Kaum war die Freigabe erfolgt, schlug Sam den Colonel nieder und legte ihn ein paar Meter weiter ab. Dann betrat er den Kontrollraum und versteckte sich auf der rechten Seite. Dann sah er sich um. Zwei Männer befanden sich im Raum. Der eine ging jedoch in diesem Moment auf die Tür zu und verschwand. Der andere blieb an seinem Kontrollpult und arbeitete konzentriert weiter. Da er ihm den Rücken zuwandte, beschloss Sam sich nicht weiter um ihn zu kümmern. Leise schlich er zu der Ecke, wo der Computer stand, den er anzapfen sollte. Es dauerte nur wenige Sekunden, dann hatte er das Sicherheitssystem geknackt und war drin. „Gute Arbeit Fisher!“ meldete sich Lambert. „Was haben wir Grim?“ „Ich muss nur noch die ID Nummer des Terminals finden. Da ! Sieht aus als hätten wir fünf Teilnehmer. Satellitentelefone“ antwortete Grimsdottier „US Nummern?“ fragte Lambert. „Ja. Echelon hat eine Verbindung zu einem privaten Militärunternehmen mit Namen Displace hergestellt.“ „Wir machen einen Crosscheck ihrer letzten Verträge“ erklärte Lambert Sam. „ 5 PMC´s. Sie passen ziemlich gut zu unseren 5 Pockenbehältern.“ „Was ist meine Aufgabe?“ fragte Sam. Komm raus da. Wenn wir die Pockenbehälter haben, hält uns nichts mehr zurück. Der Generalstab wünscht schnelles Handeln. Rendezvous mit Coen. Es ist Zeit, dich mit Sadono bekannt zu machen.“

Sam verließ den Kotrollraum und folgte weiter dem Flur. Dann kam er zu einet Leiter die nach oben führte. Sam stieg hinauf.

Oben an Deck…

Carrie hatte zugehört und wartete auf Sams Rückkehr, als sie hinter sich ein Geräusch hörte. Sie fuhr herum. Die hintere Einstiegsluke war geöffnet worden. Carrie hob ihre Waffe. Die Luke schwang auf und es erschien…..Sam. Erleichtert atmete Carrie auf und nahm die Waffe herunter. „Verdammt Sam! Du hast mich ganz schön erschreckt.“ „Was kann ich dafür, wenn du so schwache Nerven hast“ neckte er sie. „Los komm, wir verschwinden.“ Sie begaben sich wieder auf den Metallsteg und gingen in Richtung der Treppe, als ihnen eine Wache entgegenkam. Mit einem Schlag schaltete Sam ihn aus. Sie schlichen leise die Treppe hinunter, als plötzlich Schüsse aufpeitschten. „Verdammt! Zurück!“ rief Sam. Beide eilten wieder nach oben, um sich erst mal einen Überblick zu verschaffen. Sam nahm das SC 20 und zoomte nach unten auf die Kaimauer. „Ich sehe drei, nein vier“ sagte er. „Bestätige vier“ gab Carrie zurück. „Wir nehmen die Betäubungsgranaten“ schlug Sam vor. Er legte eine ein und schoss sie hinunter, genau zwischen die ersten beiden Söldner. Carrie nahm die beiden hinteren ins Visier. Sofort stieg Rauch auf. Sie konnten die Männer husten hören. Nach einem weiteren Blick hinunter sah Sam, dass alle vier bewusstlos am Boden lagen.  „Luft ist rein“ sagte Sam und sie liefen wieder hinunter. Sie eilten über den Kai. Am Ende war eine Leiter, sie führte zu einem Schlauchboot. Langsam fuhren sie aus dem Hangar aufs offene Meer hinaus. Kurz darauf erschien die Osprey. Coen stand auf der geöffneten Klappe und half ihnen an Bord. „Willkommen zurück.“ Sie schloss die Klappe wieder und gab nach vorn zum Piloten durch, dass sie abflugbereit waren. Die Osprey beschleunigte und stieg dann wieder in die Höhe.


NSA Hauptquartier, Fort Meade, Maryland – USA -  Zwei Tage später


Colonel Lambert stand in der Zentrale und sah auf den Bildschirm. Dort waren zwei Männer der neuen Einheit Shadownet zu sehen. Sie waren in eine Lagerhalle eingedrungen, hatten mehrere Söldner getötet und einen der Pockenbehälter aus einer der Kisten im Lagerhaus geborgen. Jetzt stülpten sie eine Stahlhaube mit Sprengsätzen darüber und schraubten sie am Boden fest. Dann gingen beide in Deckung. Der eine drückte den Auslöser. Mit einem dumpfen „Wumm“ explodierte die Sprengladung und zerstörte den Behälter. Der Shadownet zeigte mit dem Daumen ein O.K. in die Kamera, Lambert lächelte zufrieden.






Zur gleichen Zeit im indonesischen Luftraum

Die Osprey hatte Anweisung, nach Djakarta zu fliegen. Vorher wurde sie jedoch noch von einem Tankflugzeug mit Kerosin aufgefüllt.

An Bord überprüften Sam und Carrie gerade Waffen und Ausrüstung.

„Sam?“ meldete sich Lambert. „Ja ?“ „Operation Shadownet verläuft besser, als wir ursprünglich erwartet haben. Sadonos Lebensversicherung ist so gut wie gekündigt.“ „Was sollen wir nach Meinung des Generalstabs mit Sadono tun?“ fragte Sam. „Wir schnappen ihn lebend. Seit Nikoladze wissen wir, wie schnell getötete Anführer als lästige Geister zurückkehren.

Das Auftanken war beendet. Das Tankflugzeug löste den Schlauch von der Osprey und drehte ab, während diese Kurs auf Djakarta nahm.


Sender Freies Indonesien – Djakarta, Indonesien, 20.04.2006. – 21.43 Uhr

Als sie in Djakarta gelandet waren, tobte dort ein Sturm mit heftigem Regen..
Sie befanden sich auf einem Hausdach in Djakarta. Coen hatte ihnen letzte Instruktionen gegeben. Sie sollten sich wieder mit Ingrid Carlson treffen. Sadono hatte sie von der Botschaft in Dili aus als Geisel mit zum Sender genommen. Nun war es Zeit aufzubrechen.
„Da wären wir. Das könnte die Sache beenden, wenn Carlson durchkommt“ erklärte Coen. „Ich traue ihr“ sagte Sam. „Ich nicht“ erwiderte Coen bestimmt. „Erst Dalia, jetzt Ingrid. Manchmal glaube ich, sie mögen keine Frauen“ meinte Sam spöttisch. Carrie sah Coen mit gespieltem Entsetzen an. „Mögen ist nicht das richtige Wort, “ sagte Coen etwas verunsichert, sie merkte jedoch das Carrie nicht beleidigt war. Doch sie fand schnell ihre alte Fassung wieder. „Und was Dalia angeht, hatte ich Recht“ sagte sie bestimmt. „Ich kenne Carlson aus Dili, hab ihr in die Augen geschaut, sie macht das schon“ sagte Sam zuversichtlich. „Viel Glück, grüßen sie mir Sadono!“ rief Coen ihnen noch nach.

Sie sprangen zuerst auf das etwas niedrige Vordach und seilten sich dann zum Boden ab.
Unten angekommen, liefen sie zum Haus gegenüber und kletterten an der Regenrinne hinauf aufs Dach. Über die Dächer ging es die Gasse entlang. Am Ende der Gasse schoss Sam eine Lampe aus und sie kletterten hinunter. Auf dem vor ihnen liegenden Platz befanden sich zwei Wachleute. Als beide sich entfernten, zerschoss Sam noch einen Scheinwerfer und sie liefen schnell zu einem Baugerüst und kletterten hinauf. “O.K. jetzt da rüber“ flüsterte Sam und zeigte auf die andere Straßenseite. Über ein Stahlseil rutschen sie zum Dach des gegenüberliegenden Gebäudes. An einem Rohr gelangten sie ins Erdgeschoss. Durch die Hintertür gelangten sie zum Gelände des Senders. Es lag genau vor ihnen. Mehrere Wachen patrouillierten dort. Sam zeigte auf die Lampen entlang des Zauns und Carrie nickte. Schnell zerschossen sie mehrere Lampen und die Umgebung versank im Dunkeln. Vorsichtig schlichen sie an den Wachen vorbei, die Zufahrt zum Sender entlang. Plötzlich hob Sam die Hand und beide stoppten. Vor ihnen befand sich ein Automatikgewehr, das die Zufahrt absicherte. Sam sah sich um, ob keiner der Wachleute in der Nähe war und zog eine Fackel aus der Tasche. Er entzündete sie und warf sie rechts von der Schussanlage auf den Boden. Das Gewehr schwenkte nach rechts und Sam stürmte vorwärts. Noch bevor das Gewehr ihn erfassen konnte, hatte er den Koffer erreicht und schaltete das Gewehr ab. Jetzt folgte Carrie ihm nach.

Vor ihnen lag ein Empfangsgebäude, ein Söldner hielt sich dort auf. Sam nahm das SC 20 von der Schulter und schoss. Getroffen fiel der Mann zu Boden. Ein zweiter Schuss und die Scheibe zersplitterte. Schnell kletterten sie hinein, Carrie machte das Licht aus. Sie blickten zum Haupteingang des Senders. Zwei weitere Söldner befanden sich auf dem Parkplatz..
In diesem Moment meldete sich Lambert wieder: „Coen hatte Recht Miss Carlson zu misstrauen. Sie spielt nicht mit offenen Karten und ist nicht die einfache Schreibtischmaus, die sie zu sein vorgibt, sondern eine verdammt fähige Agentin des CIA. „Das ergibt einen Sinn“ bestätige Sam. „Ich verstehe nur nicht ganz, wie sie es geschafft hat, das Sadono sie als Geisel nimmt.“ „Sie hat in der Botschaft nach Soth gesucht“ erklärte Lambert. „Die CIA wollte wissen, ob er noch ein brauchbarer Kontakt ist.“ „Ich denke sie haben ihre Antwort“ erwiderte Sam ironisch. Er nickte Carrie zu und zeigte nach links. Sie schlichen sich längs das Hauptgebäude und kletterten in einem schmalen Mauerdurchgang aufs Dach. Sam zerschoss eines der Oberlichter und befestigte das Seil an einem Pfahl. Dann ließen sie sich hinunter. Während Carrie sich noch herabließ, hatte Sam bereits die Wache ausgeschaltet und versteckte den Bewusstlosen hinter dem Empfangspult. Dann begaben sie sich zum Aufzug und fuhren nach oben.


Sender Freies Indonesien – Djakarta, Indonesien, 20.04.2006. – 22.21 Uhr

Sie stiegen aus dem Aufzug. „Und nun müsst ihr Carlson finden. Sadono nutzt ihre Talente als Übersetzerin und Unterhändlerin. Sie kann sich relativ frei in dem Gebäude bewegen. Wir hoffen dass sie euch nahe genug an Sadono heranbringen kann, um ihn lebend zu schnappen. Sadono muss überrumpelt werden“ erklärte Lambert. Sie liefen nach rechts den Flur entlang, bis zu einem Studio. Mehrere Söldner hielten sich dort auf. In eine Ecke geduckt, ging der erste an ihnen vorbei. Sam schlich zum Lichtschalter und löschte die Scheinwerfer. Im dunkeln durchquerten sie das Studio, schlichen hinter die Bühne und verließen den Raum unbemerkt. Auf dem Flur waren zwei Türen. Sie überprüften beide Räume mit der flexiblen Optik. „In dem Studio links sitzt einer von Sadonos Männern“ berichtete Carrie. „Im rechten Raum ist Ingrid“ sagte Sam. „Auf dem anderen Flur sind zwei Selbstschussanlagen installiert. Eine Kamera überwacht den Flur von oben, eine Wache patrouilliert dort “ ergänzte Carrie. „O.K., kümmere dich darum, ich hole Ingrid“ sagte Sam. Während Carrie sich zur Tür schlich, betäubte Sam den Söldner im linken Studio mit einem Taser, dann ging er ins rechte Zimmer. Miss Carlson blickte erstaunt auf, als die Tür geöffnet wurde.

„Hallo Ingrid“ begrüßte Sam sie. „Sie ? Mit ihnen hätte ich nicht gerechnet“ sagte sie überrascht. „Sie wussten dass jemand kommt?“ „Ich habe ein paar Infos von der Agency erhalten“ bestätigte Ingrid. „Genug um zu erfahren, dass ich sie dicht an Sadono heranbringen muss.“ „Können sie das?“ fragte Sam.  „Ja, ich bin für den Retina Scanner autorisiert, der zum Studio führt.“ „Sie haben sich schnell eingelebt“ meinte Sam. „Sicher, Sadono tut alles für das Lächeln einer Frau. Bei Soth wäre das anders gelaufen. Wir haben einen Helikopter gemietet, um Sadono rauszuholen. Wenn sie ihn nach draußen bringen, fliegen wir ihn in die Staaten.“ Sam nickte und Ingrid ging zur Tür. „Ingrid ist ein Glücksfall“ meinte Lambert. „Ich bin hin und weg“ stimmte Sam zu. „Los jetzt. Folge ihr zum Lagerhaus. Es ist der beste und einzige Weg Sadono zu fassen. Sie gingen über den Flur, da kam Carrie ihnen entgegen.
„Wachmann und Kamera sind ausgeschaltet, Selbstschussanlagen sind deaktiviert“ sagte sie knapp.“
„Gut gemacht, gehen wir“ meinte Sam. Sie ließen Ingrid vorausgehen und folgten ihr in einigem Abstand.

Ingrid erreichte den Retina Scanner und sie schlüpften hinein. „Da oben“ sagte Ingrid und zeigte zur nächsten Tür. „Ich gehe durch den rechten Tunnel, sie müssen links entlang. Ich werde vielleicht von der Wache aufgehalten, also warten sie auf der anderen Seite auf mich.“
Damit ging Ingrid los, auf die beiden Wachen zu, die sich in der Mitte des rechten Tunnels aufhielten. Sam und Carrie gingen gerade auf den linken Tunnel zu, als Grim sich meldete:
„Wir haben gerade einen Anruf von Soth abgefangen. Miss Carlsons Tarnung ist hin.“ „Wenn Sadono weiß, das sie von der CIA ist, ist sie vogelfrei, ihr darf nichts passieren“ fügte Lambert hinzu. Sam nickte nach links und Carrie stürmte in den Gang, während Sam auf der rechten Seite Ingrid folgte. Einer der Söldner zog seine Waffe und zielte auf Ingrid, da traf ihn auch schon Sams Schuss. Gleich darauf lag der zweite am Boden. Zwei weitere Wachen näherten sich von hinten, diese wurden jedoch von Carrie nieder geschossen, die sich aus dem linken Tunnel genähert hatte.

Ingrid war in Deckung gegangen, als die ersten Schüsse fielen. Jetzt ging Sam auf sie zu und sie erhob sich. „Hey mein Schutzengel“ sagte sie zu Sam. „Danke“ rief sie auch zu Carrie hinüber,  die lächelnd zurück winkte.“ Geht es ihnen gut?“ fragte Sam. „Ich atme noch“ erwiderte Ingrid erleichtert. „Hier, ich öffne jetzt die Tür“ sagte sie und wies zum zweiten Retina Scanner. „Wo finde ich sie, wenn ich Sadono habe?“ Auf dem Dach. Nicht besonders einfallsreich, aber wir benutzen auch keinen Militärhubschrauber, also schlüpfen wir vielleicht durch. Ingrid ging zum Retina Scanner und öffnete die Tür. Als sie alle hindurch waren, fiel Sam noch etwas ein. „Was ist mit Soth?“ fragte er Ingrid. Er ist der Teil des Spiels, der mir die meisten Sorgen macht, gab Ingrid zu. „Warum sollte er soviel für Indonesien riskieren?“ wollte Sam wissen. „Indonesien interessiert ihn nicht“ wiegelte Ingrid ab. „Er ist gegen Amerika, er fühlt sich betrogen. Seit Kriegsbeginn war er nicht mehr in Djakarta, wenn wir es denn Krieg nennen wollen.“ „Offiziell ist es noch ein  Zwischenfall“ bestätigte Sam. „Wenn Soth hier auftaucht, bin ich geliefert. Ich weiß dass er Kontakte in der Agency hat. Es war sicher ein leichtes für ihn, herauszufinden, das ich eine ausgebildete Agentin bin.“ „Wissen sie wo sich Soth aufhält?“ „Wenn ja, läge er jetzt 2 Meter tiefer“ sagte Ingrid knapp und wies auf den rechten Flur, der zu einem großen Studio führte.

„Ich brauche Techniker, ich brauche Batterien. Ich brauche Leute im Studio, jetzt! Sadono möchte eine Botschaft aufzeichnen“ gab einer von Sadonos Männern über Funk durch.
„Ich weiß, du hast die Nachricht abgefangen. Du musst schnellstens zum Studio“ erklärte Lambert. „Ich erhalte haufenweise Gesprächsfetzen über Fluchtwege“ bestätigte Grim.
„Das Studio ist unsere letzte Möglichkeit Sadono lebend zu ergreifen. Wenn er rauskommt, wird er entweder verschwinden oder erschossen. Beides nützt uns nicht“ meinte Lambert.
Eine Kamera überwachte den Flur, also schossen sie die Lampen aus und schlichen weiter. Rechts lag die Tür zum Studio, wieder durch einen Retina Scanner gesichert. Ein Wachmann befand sich in einem Bistro dahinter.  Ein Offizier stand am Fenster und starrte in den Regen hinaus. Der Wachmann bemerkte, dass der Flur im dunkeln lag und kam um nach zu sehen. Carrie packte ihn von hinten. Dann zerrte sie ihn in eine dunkle Ecke und schlug ihn nieder. Während dessen hatte Sam sich den Offizier geschnappt und zwang ihn zum Retina Scanner. Als die Tür sich öffnete, legte Sam ihn ebenfalls schlafen und sie betraten das Studio. Sie kamen an einem Schalter vorbei. Damit ließen sich zumindest einige der Scheinwerfer abschalten. Außer Sadono hielten sich mehrere seiner Männer im Studio auf. Langsam schlichen sie im Dunkeln um die Bühne herum. Sadono begann gerade mit seiner Ansprache. Jetzt hatte er die Agenten im Rücken. Während Carrie ihm Deckung gab, schlich sich Sam durch einen Vorhang an Sadono heran. Bevor die Söldner reagieren konnten, hatte Sam Sadono auch schon im Würgegriff gepackt und hielt ihm seine Waffe an den Kopf.

„Nicht schießen! Wir dürfen Sadonos Leben nicht aufs Spiel setzten!“ hielt einer der Offiziere die anderen zurück, als sie schon auf Sam losstürmen wollten. Langsam zogen sie sich in Richtung Ausgang zurück, während die Söldner mit gezogenen Waffen ihnen folgten. „Lass ihn gehen oder du bist tot!“ warnte der Offizier Sam, der das jedoch nicht zur Kenntnis nahm.


„Huhu“ wandte Sam sich an Sadono. „Machen sie schon, ich bin bereit“ sagte Sadono. „Aber wir kennen uns doch noch gar nicht“ erwiderte Sam freundlich. „Töten sie mich, ich habe keine Angst“ meinte Sadono. „Da haben sie Pech“ bemerkte Sam trocken. Während Sam Sadono zum Retina Scanner zwang, behielt Carrie die anderen Männer im Auge. Jetzt gingen sie weiter durch die offene Tür. „Wo ist der letzte Pockenvirusbehälter?“ fragte Sam Sadono.
„Wer sagt dass es der letzte ist?“ fragte Sadono zurück. „Du, wenn ich fest genug zudrücke. Wo und wie viele sind es?“ „Nebenan, hunderte“ gab Sadono bissig zurück. „Wo ist das Virus?“ fragte Sam erneut. „Überall. Haben sie Kinder…. Huahhh….“ stöhnte Sadono auf, als Sam seinen Druck verstärkte. „Wo ist das Virus?“ fragte Sam ungeduldig. „Hä…wie viele Kinder, wo sind sie gerade…oohhh.“ „Du machst es nur noch schlimmer. Rede!“ „Ich habe keine Angst vor Schmerzen“ sagte Sadono selbstsicher. „Du kannst sie kennen lernen“ versprach Sam. „Ihr könnt vom Schmerz lernen. Wenn Amerika ihn am eigenen Leib verspürt, wird es vielleicht begreifen. Für sie ist es zu spät, aber vielleicht ihre Kinder…Aahhh!“ „Du lernst nicht besonders schnell“ stellte Sam fest. Sie passierten den zweiten Retina Scanner, der die Tür zum Dach versperrte. „Gute Arbeit Fisher!“ lobte Lambert über Funk. „Du bist auf dem besten Weg, als die graue Eminenz des Weltgeschehens in die Geschichte einzugehen.“ „Wenn ich noch Blut hätte, würde ich sicher erröten. Ist Ingrid auf dem Dach?“ „Halte Sadono bei Bewusstsein, bis du Sichtkontakt mit Karlsson hast.“ „Fisher können sie bestätigen, das Sadono lebt und sie ihn haben?“ fragte Brunton noch mal nach. „Ja“ sagte Sam knapp. „Fantastisch. Machen sie sich keine Sorgen wegen des Chaos, dass sie hinterlassen. Wir kehren alles zusammen, wenn sie fertig sind.“ „Wir sind noch nicht soweit“ dämpfte Lambert Bruntons Begeisterung. “Bring Sadono aufs Dach Karlsson wartet schon.“
„Welches Chaos denn?“ fragte Carrie und Sam zuckte nur mit den Schultern.
Sie gingen auf den Hubschrauber zu, als Karlsson ihnen entgegenkam.
„Hier. Ich hätte ihn in Geschenkpapier einwickeln sollen, aber ich hatte kein Tesa“ meinte Sam amüsiert zu Ingrid. „Ich bin immer wieder erstaunt, wie jung er in Wirklichkeit aussieht. Man könnte meinen, ein kleiner Junge“ erwiderte sie. „Sie haben ihn wirklich gemocht“ stellte Sam fest. „Nein, vielleicht respektiert“ meinte Ingrid ernst. „Aber er ist ein Monster. Er hat eine kindliche Vorstellung vom Krieg und kann nicht zwischen Bürger und Soldat unterscheiden. Er denkt die ganze Welt sei ein moralisch legitimes Ziel.“ „Wir sollten lieber machen, dass wir wegkommen“ drängte Carrie. „Bevor Sadonos Leute noch Verstärkung rufen.“ „O.K.“ meinte Sam und schlug Sadono nieder. Der sank auf die Knie und fiel um. Sam packte ihn auf den hinteren Sitz und setzte sich neben ihn. Carrie setzte sich auf die andere Seite neben Sadono, während Ingrid vorn beim Piloten Platz nahm. Lambert gab ihnen die Koordinaten der Osprey durch. Sie trafen sich auf einem abgelegenen Landeplatz außerhalb der Stadt.. Während Sam und Carrie in die Osprey umstiegen, hob der Hubschrauber wieder ab, die CIA würde Sadono allein in den Staaten abliefern.


Auf dem Highway Richtung L.A. Airport, Kalifornien, USA,
23. 04.2006. – 18.15 Uhr

Ein Jeep jagte mit hohem Tempo durch den dichten Verkehr, wechselte von einer Spur zur anderen. Einige Autofahrer hupten wütend, was die Fahrerin jedoch nicht zur Kenntnis nahm.
Während Carrie bereits fertig war und neben Coen saß, zog Sam auf dem Rücksitz noch den Reißverschluss seines Anzugs zu. „Sicher dass es Soth ist?“ fragte er nach vorn. „Die Echelonanalyse der Flughafenkameras ergibt eine 98 % Trefferwahrscheinlichkeit“ bestätigte Coen und zeigte Sam das Bild auf dem Flachbildschirm, der am Dach befestigt war und den sie gerade heruntergefahren hatte. Sam war ihrer Meinung, das Video zeigte eindeutig Soth.
Lambert erschien auf dem Bildschirm. „Also ist das unser letzter Pockenbehälter. Wenn Soth ihn dekomprimiert, werden wir im ersten Zyklus tausende von Opfern haben. Eine Eindämmung scheint unmöglich.“ „Was hat Soth davon? Sadono ist bereits erledigt“ meinte Coen. „Können wir evakuieren?“ fragte Sam. „Nein, der Virus ist bereits vor Ort. Wenn wir Soth nur falsch anschauen, lässt er ihn frei. Es liegt an dir Fisher.“ Coen verließ den Highway und jagte auf einen Parkplatz des Flughafens zu. Sie bremste scharf ab und schleuderte den Jeep mit einem kräftigen Ruck am Lenkrad herum. Sie kam genau an der Mauer zum stehen, dahinter lagen der Lieferanteneingang und der Zugang zur Tiefgarage. Sam und Carrie sprangen aus dem Wagen, kletterten über die Motorhaube aufs Dach und sprangen  vom Auto aus hinter die Mauer.



International Airport- Los Angeles, Kalifornien, USA,
23. 04.2006. – 18.28 Uhr

Sie liefen zum Tor, das hinter der Mauer lag und kletterten hinüber.
„Eure Mitfahrgelegenheit ist da. Der LKW wird euch weit genug auf das Flughafengelände bringen“ meldete Lambert. „Ich habe eine kleine Ablenkung arrangiert. Wenn es losgeht solltet ihr einen kleinen Vorteil haben“ fügte Grim hinzu. „Du machst es mir zu leicht“ meinte Sam. „Ich mache nur meinen Job“ erwiderte Grim. „Wenn euch jemand sieht, ist euer Ausflug und damit die Mission zu Ende, bevor sie begonnen hat.“ „Ich hab deinen Pragmatismus schon immer geschätzt Lambert“ gab Sam zurück.

Sie liefen am Zaun entlang. Der LKW fuhr auf die geöffnete Schranke zu und rollte langsam aufs Gelände. Dann wurde der LKW von dem Wachhabenden gestoppt. Schnell huschten Sam und Carrie auf die Ladefläche und versteckten sich im hinteren Teil. Der LKW fuhr wieder an und sie fuhren hinunter in die Garage. „Gut ihr seid drin“ sagte Lambert. „Machst du Witze, das war viel zu leicht“ maulte Sam. „Kurz gesagt, wir haben Löcher im Schutzschild und ihr seid nicht die einzigen Besucher die durchgekommen sind“ berichtete Lambert. „Soth…“ sagte Sam knapp. „Und der letzte ND-133 Behälter und eine Handvoll Söldner, die sich als Flughafenpersonal ausgeben“ fügte Lambert hinzu. „Ich könnte wetten, dass ihre Impfung noch nicht lange her ist. Ihr könnt sie vielleicht anhand der Körpertemperatur unterscheiden.“ „Wir haben keine Wahl, sie müssen sterben“ sagte Brunton noch. Sam und Carrie waren seiner Meinung. Diese Kerle waren bereit Tausende Unschuldiger zu töten, also mussten sie eliminiert werden.

Der LKW hielt an. Vorsichtig sahen sie sich um. Ein Wachmann mit seinem Hund streifte in der Tiefgarage umher. Ein weiterer Wachmann saß in der Kabine beim Ausgang. Beide Agenten schalteten auf Wärmebild. „Sam…?“sagte Carrie. „Ja, ich weiß, der Mann im Wachhaus ist einer von Soth Leuten. Ich kümmere mich um ihn.“ Sam schlich sich heran und kletterte auf das Dach des Wachhauses. Durch ein Loch im Dach konnte er den Mann sehen. Er nahm das SC 20 von der Schulter, zielte auf seinen Hinterkopf und drückte ab. Getroffen ging der Mann zu Boden. Sam überprüfte das Wärmebild, ja der Kerl war tot. „Großartig“ meinte Lambert. „Grim, hast du eine Ahnung wie sie Verbindung halten?“ „Ja es handelt sich um ein Ultra-Breitband Netzwerk. Knotenbasiert. 10 sind online inklusive Soth.“ „Dann bleiben noch 9 Terroristen, die ihr töten müsst, bevor du dir Soth vorknöpfst. Wenn Soth Männer in den letzten 10 Tagen gegen Pocken geimpft wurden, sind die Brüder alle ein paar Grad wärmer. Sam sprang in die Kabine hinunter, Carrie kam von der Seite. Sam löschte das Licht, zusammen gingen sie in den nächsten Flur und in das dahinter liegende Büro. Sam schoss die Lichter aus. Der Wachmann im Raum dahinter wurde aufmerksam und kam herüber. Schnell schlichen sie unbemerkt an ihm vorbei. Hinter dem zweiten Büro lag eine große Lagerhalle. Hier entdeckten sie einen weiteren Mann von Soth. Carrie schnappte ihn von hinten und jagte ihm ihr Messer in die Brust, dann legte sie ihn in einer Ecke ab. Durch einen Plastikvorhang ging es in die nächste Halle. Hier waren gleich drei von Soth Männern. Zwei unten in der Halle, einer oben auf der Galerie. Sam winkte Carrie zu, sie solle sich um den rechten kümmern. Er würde die anderen übernehmen. Der eine saß auf seinem Drehstuhl. Sam packte ihn und zerrte ihn unbemerkt zu einer Nische. Dort schlug er ihn nieder und tötete ihn mit einem Kopfschuss aus der SC Pistole. Carrie hatte ihren Söldner auf der anderen Seite der Halle erledigt. Über ein paar Regale kletterte Sam auf die Galerie und schoss das Licht aus. Er schlich sich zur Wachkabine der Lagerhalle und tötete den Söldner mit dem Gewehr. Dann schoss er noch das Licht aus. Jetzt hatte Carrie ihn eingeholt. „Noch 5 übrig“ flüsterte sie und Sam nickte.

Hinter dem Wachhaus befand sich eine Tür, eine Treppe führte hinunter zu den Gepäckförderbändern. An einem Rohr kletterten sie auf ein Gitter oberhalb der Förderbänder und kamen so an den Wachleuten vorbei. Die nächste Tür führte wieder hinauf in den Passagierbereich.



International Airport- Los Angeles, Kalifornien, USA,
23. 04.2006. – 19.13 Uhr

„Es gibt Neuigkeiten Fisher“ meldete sich Grim. „Es scheint als seien zwei weitere Terroristen in der Wartehalle und im Bürobereich.“ „“Fisher ihr dürft keinen Terroristen am Leben lassen. Das ist zu gefährlich für den weiteren Verlauf der Mission.
Sam überprüfte die Tür mit der flexiblen Optik. Einer der Terroristen befand sich direkt vor ihm auf dem Gang. Als er sich nach links entfernte, öffnete Sam die Tür. Sie schlichen im dunkeln an der Wand entlang, bis zu einem Infoschalter. Ein weiterer Flughafenangestellter erschien und löste den Mann von Soth am Infoschalter ab. Er ging durch eine Tür, bevor diese zufallen konnte, schob Sam die Hand dazwischen. Sie warteten ein paar Sekunden, dann gingen sie ihm nach. Der Kerl ging den Flur hinunter. Sam schoss die Lampen aus. Erstaunt blieb der Mann stehen und kam zurück. Darauf hatte Sam nur gewartet. Als er sich näherte traf Sam ihn mit einem Kopfschuss und schleifte ihn in eine Ecke.  Der Flur endete bei mehreren Büros. Ein Angestellter telefonierte. Sie kamen an ihm vorbei ohne bemerkt zu werden. Da erschien ein weiterer Angestellter. „Noch ein heißer Junge“ flüsterte Sam. „Den übernehme ich“ sagte Carrie. Während Sam hinaustrat auf die Galerie über der Abflughalle, schnappte sich Carrie den Kerl und zerrte ihn zurück in den Flur zu dem anderen. Wenige Sekunden später erschien auch sie auf der Galerie. „Alles klar…“ sagte sie nur und Sam nickte.

„Gute Arbeit Fisher“ meldete sich Lambert. „Bis auf Soth Leibwache sind alle erledigt.“ „Nach dem Funkverkehr zu urteilen, befinden sie sich bei Soth“ erklärte Grim. „Wir sind ziemlich sicher, dass er sich auf den Wartungsstegen über der Abfertigungshalle aufhält“ meinte Lambert. „Schalte ihn und seine Begleiter aus und nimm den ND – 133 Behälter an dich. Sie verließen die Galerie und liefen eine Rolltreppe hinunter. Jetzt befanden sie sich genau über der Abfertigungshalle. „Sam, wir haben Soth aufgespürt. Er befindet sich mit seinen zwei Begleitern noch unten in der Halle“ sagte Lambert. „Fisher finde Soth im Bereich unter dir. Benutze Wärmebildgerät und Fernglas“ schlug Grim vor. Sofort schaltete Sam um auf Wärmebild und zoomte in die Halle hinunter. Genau unter ihm waren drei Personen. Der Mann in der Mitte hatte ein warmes und ein kaltes Bein und hinkte. „O.K. wir haben ihn“ sagte Lambert. „Bestätigt. Er hat den letzten Nd – 133 Behälter“ fügte Grim hinzu.
„Sie wollen vermutlich nach oben“ meinte Sam. Rechts von ihnen waren die Aufzüge. Sam störte die Überwachungskamera und Carrie öffnete einen der Lifte. Dann fuhren sie nach oben, als der Aufzug plötzlich stoppte. „Der Aufzug hat angehalten.“ „Danke, Das haben wir auch schon gemerkt“ gab Sam zurück. „Soth Leute haben oben den Strom abgestellt“ sagte Grim. „Sie schalten alle möglichen Störquellen aus. Ihr müsst darauf. Schnell!“ Sam öffnete die Dachluke des Aufzugs und kletterte nach oben. Carrie folgte ihm sofort. Sie kletterten die Streben nach oben auf eine zweite Kabine. Darüber war ein schmaler Schacht, der zu den Wartungsstegen führte. Jetzt konnten sie Soth und seine Leute sehen. Vorsichtig ließen sie sich hinunter. „Was denkst du?“ flüsterte Sam. „Wird verdammt schwer, ungesehen an sie heran zu kommen. Und Soth steht direkt neben dem Behälter. Wenn er uns sieht, drückt er den Auslöser, bevor wir ihn erreichen können. „Wir haben keine Wahl, er wird es in den nächsten Minuten so oder so tun“ erwiderte Sam. Er nickte Carrie zu, sie solle nach rechts gehen und nach oben klettern. Er würde versuchen sich von links anzuschleichen. Einer von Soth Leibwächtern ging über die Stege, immer wieder nach unten sehend. Langsam kam er auf Sam zu. Carrie hatte sich inzwischen auf der anderen Seite nah an Soth und den anderen Bodyguard angeschlichen. Sam winkte ihr, um zu zeigen, das sie sich bereit halten sollte. Er würde gleich zuschlagen. Carrie winkte zurück und wartete. Sam schoss den Leibwächter mit einem Taser nieder und verpasste ihm dann zwei Kugeln mit der SC Pistole Im nächsten Moment erschoss Carrie den anderen. Mit einem Satz hechtete Sam über das Geländer.
Er landete nur wenige Meter von Soth entfernt. Der schoss auf Sam, hatte jedoch nicht richtig gezielt und verfehlte ihn. Sam jedoch jagte mit dem SC 20 eine ganze Salve auf Soth, der schwer getroffen zusammen brach. Sam kümmerte sich nicht darum, stürmte an Soth vorbei und sah nach dem ND – 133 Behälter.

„Phänomenale Arbeit Fisher. Nicht nachlassen. In wenigen Minuten haben wir hier viele tausend Tote. Hol den ND – 133 Behälter“ befahl Lambert. „Ich hab den Behälter. Es sind noch 11 Minuten auf dem Timer.“ „Verdammter Mist, das sind 5 weniger, als wir dachten. Selbst mit der Osprey bekommen wir es nicht aus L.A. raus. Wir müssen den Behälter irgendwie versiegeln“ sagte Lambert verzweifelt. „Es müsste ein Behälter aus gehärtetem Stahl sein, er muss der Dekompression widerstehen“ erklärte Grim. „Wir evakuieren den Flughafen. Das sollte die Zahl der Opfer unter Tausend halten“ meinte Lambert. „Fisher, vielleicht kommst du schnell nach unten. Wenn wir den Behälter im Untergeschoss dekomprimieren, reduzieren wir die Zahl der Toten vielleicht auf ein paar Dutzend.“
„Ich hab eine bessere Idee“ meinte Sam. „Geh schon vor, nach unten zu Coen“ sagte er zu Carrie. „Was hast du denn vor?“ „Mach dir keine Gedanken, geh jetzt. Wir haben nicht viel Zeit.“ Carrie warf Sam noch einen sorgenvollen Blick zu, aber sie gehorchte.

Sam rannte so schnell er konnte über die Wartungsstege und kletterte dann durch eine Luke in einen Umkleideraum des Wartungspersonals. Er knackte einen der Schränke und schnappte sich einen orangefarbenen  Overall, den er rasch über seinen Anzug zog. Dann trat er mit dem Koffer hinaus in die Abflughalle und näherte sich zwei Männern der Flughafenpolizei. Hinter ihrem Rücken stellte er den Koffer ab. Er war gerade erst ein paar Schritte entfernt, als die beiden Männer den Koffer bereits bemerkten. Entsetzt starrten sie auf den rückwärts laufenden Timer. Sofort griff der eine nach seinem Funkgerät. Sam hatte hinter einem Pfeiler alles beobachtet. Die Flughafenpolizei sperrte die unmittelbare Umgebung um den Koffer herum ab. Nur wenige Minuten später traf das Bombenkommando ein. Mit einem Roboter fuhren sie an den Koffer heran, dieser trug eine Stahlhaube und deckte den Koffer damit ab.
Die Haube wurde im Boden verankert, dann wurde die Zündung ausgelöst. Mit einem dumpfen Knall wurde der letzte ND – 133 Behälter eliminiert. Die Gefahr war vorbei. Draußen auf dem Parkplatz fuhr der Jeep mit Coen und Carrie vor. Sam war aus dem Overall geschlüpft und warf ihn zu Boden. Dann ging er auf die beiden zu. „Sehr gute Idee“ meinte Carrie. „Tja, ich bin eben ein Genie“ meinte Sam grinsend. „Das kommt mir bekannt vor, das hab ich schon einmal gehört“ gab Carrie zurück. „Lasst uns verschwinden, das sind genug Heldentaten für einen Tag“ meinte Sam. Die Frauen nickten zustimmend und Coen gab Gas.



The Orient Restaurant – Towson, Maryland, USA, 26.04.06 – 18.52 Uhr


Nach den Anstrengungen der letzten Wochen hatte Sam Carrie zum Essen eingeladen. Entgegen seiner Gewohnheiten kochte er diesmal jedoch nicht selbst, sondern sie waren mal wieder zu ihrem Lieblings-Chinesen gegangen.  Carrie hatte jedoch das Gefühl, das es einen bestimmten Grund für diese Einladung gab. „Was ist?“  fragte Sam, nachdem Carrie ihn lange durchdringend angesehen hatte. „Ich versuche herauszufinden, was du wieder ausheckst…“ sagte Carrie lächelnd. „Wer ich?“ fragte Sam mit Unschuldsmiene. Doch Carrie ließ nicht locker. „Also gut, ich geb´s ja zu. „Ich bin dabei etwas…“ Sam stockte. „Nein, ich muss anders anfangen.“ Weißt du, seit ich in Towson lebe, ertappe ich mich immer wieder dabei, dass ich mich in meiner Freizeit wie im Beruf verhalte. Komme ich nach Hause, sezierte ich im Geiste die Nachbarn und die Umgebung. Bedrohung oder nicht, mögliche Orte für einen Hinterhalt, freie Schusslinien. Ich schaffe es einfach nicht richtig abzuschalten und zur Ruhe zu kommen. Bis jetzt konnte ich das immer noch kompensieren, aber auf Dauer…“ „

Deshalb habe ich beschlossen umzuziehen.“ „Und  wohin?“ fragte Carrie neugierig. „Germantown. Es liegt auf der anderen Seite von Baltimore, eher westlich. Aber ich ziehe nicht wieder in die Stadt, das Grundstück, das ich im Auge habe, liegt außerhalb.“ Sam zog ein paar Fotos aus der Tasche und reichte sie Carrie rüber. „Das Gelände ist 8000 m² groß, grüne Wiesen, Rotahorn und Pinienwälder.  In der Mitte liegt ein mittelgroßes Farmhaus. Und drum herum nur unberührte Natur. Das einzige was man dort hört ist das Zirpen der Grillen und das Singen der Vögel. Der nächste Nachbar ist eine halbe Meile entfernt, ebenfalls ein einzelnes Haus mitten im Nichts“ berichtete Sam „Ein wirklich schönes Plätzchen“ stimmte Carrie zu. „Und kaum eine Möglichkeit, unbemerkt an dich heran zu kommen.“ „Der Mann, der mir das Grundstück verkaufen will, ist schon älter und hat sich schon länger nicht mehr darum gekümmert. Die Landschaft ist ziemlich verwildert, das Haus muss restauriert werden, da ist noch einiges zu tun. Bis zur Arbeit fahre ich von dort aus 15 Minuten länger, also nicht weiter schlimm.“ Sam zögerte wieder einen Moment. „Und ich möchte, dass du mitkommst…“

„Wie bitte ?“ Erstaunt sah Carrie auf. „Natürlich nur wenn du willst. Wir sind jetzt schon fast 2 Jahre zusammen, ich denke, ich bin soweit, einen Schritt weiter zu gehen, wenn du es auch bist.“ „Was wird Lambert dazu sagen?“ „Du hast ihn doch gehört. Solange wir unsere Arbeit weiter so gut machen, ist ihm unser Privatleben egal. Ich glaube nicht, dass es da eine Rolle spielt, ob wir unter einem Dach leben.“ Nachdenklich sah Carrie Sam an. „Du musst dich nicht sofort entscheiden“ sagte Sam. „Denk in Ruhe darüber nach.“ Carrie warf noch einen Blick auf die Fotos. „Du willst also das Haus renovieren und das Gelände in Ordnung bringen?“ „Ja, wenn wir nicht gerade im Einsatz sind.“ „Also, als Handwerker kann ich mir dich ja vorstellen, aber als Gärtner? Das muss ich sehen…“ „Du kommst mit?“ „Ich wüsste nicht, was ich lieber täte“ sagte Carrie, nahm Sams Hand und drückte sie fest. Sam strahlte wie ein kleiner Junge, der gerade sein Lieblingsspielzeug geschenkt bekommen hat.



                                                  Ende


             Vorläufig……
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