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Splinter Cell - Pandora Tomorrow

von Shannon
GeschichteAbenteuer / P16 / Gen
Anna 'Grim' Grimsdottir Douglas W. Shetland Frances Coen Irving Lambert Samuel 'Sam' Fisher
19.05.2007
10.06.2009
4
21.581
 
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19.05.2007 7.166
 
Saulnier Tieftemperaturtechnik Unternehmen, Paris – Frankreich,
30.03.06 – 04.12 Uhr



Sie befanden sich in einem Kanal oberhalb der U-Bahn.

„Willkommen in Paris. Genug Glamour für deinen Geschmack ?“ fragte Lambert. „Absolut. Danke Lambert“ sagte Sam. „Grim hat das Sicherheitssystem von Saulnier so weit angezapft, das sie Mortified Pinguin verfolgen konnte. Aber wir wissen weder wer er ist, noch warum er dort ist.“ „Ist er noch drinnen ?“ fragte Sam. „Schwer zu sagen. Er versteht sein Handwerk.“ „Willst du damit sagen er ist von der CIA ?“ meinte Sam verblüfft. „Wenn ja, genießt er die beste Deckung die ich je gesehen habe. Offenbar hat er ein Dutzend Verbindungen zu Französisch-Syrischen Terroristen“ erklärte Lambert. „Als Mortified Pinguin ?” fragte Sam. “Das E-Mail Pseudonym ist alles was wir haben. Es scheint lächerlich, aber das ist wahrscheinlich unser einziger Ansatzpunkt.“ Sam und Carrie kletterten eine Leiter hinunter, sie führte in den U – Bahnschacht. Auf einem stillgelegten Gleis standen mehrere alte Waggons. Vorsichtig sah Sam um die Ecke, ein einzelner Söldner hielt sich dort auf. Der Söldner kam auf Sam zu.
Sam packte ihn, zerrte ihn in die dunkle Nische und schlug ihn nieder. In diesem Moment ratterte mit lautem Krach die U – Bahn auf einem abgetrennten Gleis vorbei. Sam und Carrie verließen ihr Versteck und kletterten über eine Leiter auf den letzten der abgestellten Waggons.

Vorsichtig gingen sie weiter nach vorn, da betraten zwei weitere Söldner den Tunnel. Sie bemerkten Sam und Carrie auf dem Dach jedoch nicht und gingen vorbei. Beim letzten Wagen kletterten sie wieder hinunter und traten durch in den Tunnel, der erst geradeaus und dann rechts um die Ecke führte. Der Weg endete vor einer Mauer, in der sich ein großes Loch befand, welches die Söldner sich gesprengt hatten um ins Labor zu kommen. Jetzt loderte da allerdings ein großes Feuer. „Da kommen wir so nicht durch“ sagte Carrie. Sam überlegte einen Moment, sah in den Raum, dann zur Decke hinauf. Er nahm das Gewehr von der Schulter, zielte auf die Leitung der Sprinkleranlage und schoss das Ventilrad ab. Sofort spritzte ein starker Strahl Wasser aus dem Rohr hervor und löschte das Feuer innerhalb weniger Sekunden. „Sehr gute Idee“ meinte Carrie. „Tja, ich bin eben ein Genie“ erwiderte Sam. „Nach allem was ich mit dir erlebt habe würde ich nie etwas anderes behaupten“ sagte Carrie lächelnd. Sie traten durch das Loch und gingen in den Raum hinein, als sich Lambert meldete: „Gut ihr seid drin. Grimsdottier schlägt vor, zuerst auf das Sicherheitsterminal in diesem Stock zuzugreifen, dann kann sie die Netzwerkaktivitäten des gesamten Gebäudes überwachen.“ „Kann sie das denn nicht von dort aus ?“ fragte Sam. „Nein, die wichtigen Dateien befinden sich nicht im normalen Netz. Laut Akte fürchtete der Gründer, die Regierung könne ihm seine Kundendateien klauen, wenn die Apokalypse naht“ erklärte Grim. „Paranoider Sicherheitswahn“ bemerkte Sam. „Das ist unser Geschäft“ erwiderte Lambert. Sam knackte das Schloss der Tür mit dem Dietrich und sah mit der flexiblen Optik in den Raum. Ein Wachposten hielt sich dort auf. Leise öffnete Sam die Tür und kletterte mit Carrie auf eins der hohen Regale.

Er wartete bis der Posten an ihm vorbeiging, sprang herunter und schlug ihn nieder. Dann schlichen sie zur nächsten Tür. Durch einen Abstellraum gelangten sie zu einem großen Büro, in dem mehrere Tische mit Computern standen. Zwei weitere Söldner waren dort.
Während Sam links herum schlich und den ersten ausschaltete, kümmerte sich Carrie um den anderen. Der Weg führte durch einen kleinen Flur zu einem Hörsaal.

Drei Söldner bewachten den Durchgang zum nächsten Flur. Sam schoss eine der
Lampen aus, einer der Männer wurde aufmerksam und kam herüber. Sam packte ihn und knockte ihn aus. „Die anderen beiden legen wir mit den Tasern schlafen“ sagte Sam und Carrie nickte. Fast gleichzeitig fielen die Männer in Ohnmacht. Sam und Carrie durchquerten den Hörsaal und kamen durch eine Leichenhalle, als Lambert sich wieder meldete: „Ein paar Söldner befinden sich im nächsten Büro und schießen auf die Computer ! Ihr müsst sie ausschalten, bevor sie den Sicherheitsterminal zerstören !“ Sam und Carrie rannten los, schon sahen sie die Söldner in dem Büro. Sam riss seine Waffe hoch und feuerte durch die Scheiben, Carrie eilte bis zur Tür, trat sie auf und sie nahmen die Männer ins Kreuzfeuer.
Die Söldner versuchten noch zurückzuschießen, doch bevor Sam oder Carrie getroffen wurden gingen die Söldner selbst zu Boden. Sam eilte in das Büro, die meisten Computer waren bereits kaputt, aber der für sie wichtige war noch intakt. Während sich Sam in das System hackte, ging Carrie zurück in den Flur und schoss die Lampen aus. Sollten noch mehr Söldner auftauchen, würden sie nicht sofort entdeckt. „Ich bin drin“ meldete Sam. „Gute Arbeit Fisher. Was haben wir Grim ?“ fragte Lambert. „Mal sehen......Mortified Pinguin hat die Systemverzeichnisse gecrackt. Sieht aus, als hätte er sich ausschließlich für die Kundendatenbank interessiert“ antwortete Grim. „Das heißt, das er nach ganz bestimmten Tiefkühlleichen gesucht hat“ sagte Lambert. „Was sagt die Kundendatenbank ?“ „Von hier aus nichts, es ist ein separates Netzwerk.....“ erklärte Grim. „Oh mein Gott....!“ entfuhr es ihr plötzlich. „Was ?“ fragten Sam und Lambert gleichzeitig. „Die Söldner haben einen ferngesteuerten Zeitzünder aktiviert“ sagte Grim. „Wo ist er ?“ fragte Sam. „Das Signal kommt aus dem Heizungsraum, den Flur entlang.“ Sofort stürmten Sam und Carrie den Flur hinunter, als sie um die Ecke kamen, sahen sie zwei Söldner die vor der Tür zum Heizungsraum standen.

Als sie die zwei Kommandoeinheiten erblickten, rissen sie die Waffen hoch und feuerten, doch Sam und Carrie schossen ebenfalls. Tödlich getroffen sackten die Männer zusammen. „Los beeil dich !“ rief Carrie Sam zu, während sie den Flur hinunterlief und ihn absicherte. Sam rannte in den Heizungsraum, er konnte die Bombe sehen und machte sich daran sie zu entschärfen. Es dauerte nur wenige Sekunden, dann erstarb das Piepsen des Zeitzünders. „O.K., geschafft“ bestätigte Sam. „Gut gemacht. Ihr habt jetzt Zugang zur Datenbank. Das ist einen Stock höher und euer nächstes Ziel.“ Sam verließ den Heizungsraum. Carrie hatte inzwischen die Leichen der Söldner versteckt, zusammen gingen sie ins Treppenhaus. Auf dem ersten Absatz befand sich eine Sicherheitskamera, darunter war eine Haftmine befestigt. Mit einem gezielten Schuss zerstörte Sam die Kamera, dann schlichen sie nach oben und Sam deaktivierte die Mine. Sie gingen weiter nach oben in den ersten Stock. Sam zerschoss die Deckenlampe, dann sah er um die Ecke. Zwei Söldner waren auf dem Flur und unterhielten sich, dann ging der eine ins Wachbüro, der andere blieb auf dem Flur. Sam stieß einen leisen Pfiff aus. Sofort griff der Söldner nach seiner Waffe und kam auf sie zu. „Wer hat das Licht ausgemacht ?“ fragte er, dann ging er vorsichtig weiter. Da packte ihn Sam von hinten und würgte ihn, bis er zusammensackte. Inzwischen hatte Carrie die Tür zum nächsten Flur mit dem Dietrich geöffnet, jetzt standen sie vor der Tür zum Archiv. Sam öffnete sie vorsichtig, er konnte mehrere Sicherheitskameras erkennen, die den Raum überwachten. „Die müssen wir ausschalten, bevor wir an den Computer rankommen“ sagte er zu Carrie. „Übernimm du die in der Mitte, ich zerstöre die über dem Computer.“ Sam öffnete erneut die Tür, dann schossen sie auf die Kameras. Plötzlich waren Schritte zu hören. Schnell schloss Sam die Tür wieder, sie zogen sich ans Ende des Flures zurück und hielten die Waffen bereit. Doch die Tür zum Flur blieb geschlossen, anscheinend sah sich der Söldner nur im Archiv um. „Hier ist nichts“ sagte er einen Moment später und ging in den Wachraum zurück. Jetzt betrat Sam das Archiv und ging zum Computer.

„Ich bin in der Kundendatenbank“ sagte er. „O.K. ich schau mich um“ meldete sich
Grim. „Ich finde mindestens acht Kunden, zu denen Mortified Pinguin Einzelheiten abgerufen hat.“ „Irgendwelche Gemeinsamkeiten ?“ wollte Sam wissen. „Alle wurden innerhalb der letzten 6 Monate eingefroren. Durchweg Geizkragen. Haben das Billigticket in die Zukunft gelöst und nur ihr Gehirn eingefroren......ND – 133 Sicherheitsbehälter, vakuumbetriebene Kühlung“ erklärte Grim. „Wo hat Mortified Pinguin als nächstes zugeschlagen ?“ fragte Lambert. „Im Zwischenlager, dort verstaut Saulnier alle ND – 133 Behälter.“ „Das sieht nach eurem nächsten Ziel aus Fisher. Holt uns ein paar Franzosenhirne“ befahl Lambert. „Ich möchte nichts versprechen“ sagte Sam vorsichtig. „Gebt alles. Einzelheiten auf eurem Opsat.“ Sam verließ das Archiv und ging zur nächsten Tür. Diese war mit einem Zahlenschloss gesichert. Sam hackte das Schloss und sie kamen in einen Untersuchungsraum.

In dem Flur dahinter war ein Wachposten. Sam schlich sich an und streckte ihn mit einem Kopfschuss nieder, dann schleifte er den Körper in den Untersuchungsraum und legte ihn im Dunkeln ab. Im Flur befand sich ein Bewegungssensor. Langsam, im Zeitlupentempo schoben sie sich an dem Sensor vorbei, um keinen Alarm auszulösen. Dann betraten sie das Treppenhaus, das in den zweiten Stock führte. An der Tür benutzte Sam die flexible Optik. Hinter der Tür lag eine große Halle. Zwei Söldner befanden sich in der Halle, der eine stand beim Computer, der andere patrouillierte zwischen der Halle und dem Flur dahinter hin und her.

Als der zweite Wachposten wieder in dem Gang verschwand, öffnete Sam die Tür und nickte Carrie zu, sie solle den anderen übernehmen. Während Sam sich den Mann am Computer schnappte, schlich sich Carrie an die andere Wache heran, doch sie hatte Pech. Sie hatte ihn fast erreicht, als der sich plötzlich wieder herumdrehte. Einen Moment lang sah er sie erschrocken an, dann griff er nach seiner Waffe. Doch Carrie war schneller, sie zog ihr Messer und warf sich nach vorn. Mit einem festen Hieb jagte sie dem Söldner die Klinge zwischen die Rippen. Der schrie auf und kippte zur Seite. Bewusstlos blieb er liegen. Sam kam angelaufen. „Alles O.K. ?“ Carrie nickte. Sam hackte das Türschloss im Flur, dann betraten sie das Zwischenlager. „Ich habe deine Franzosenhirne Lambert“ sagte Sam. „Was ist mit ihnen geschehen ?“ fragte Lambert. „Mortified hat die Kunden ausgekippt und die
ND – 133 Behälter genommen“ erklärte Sam. „Wir können also davon ausgehen das er nicht zur CIA gehört, da er wahllos tötet“ meinte Lambert. „Ein Mörder gefrorener Organe ? Leichen kann man nicht töten“ erwiderte Sam. „Wortklauberei“ sagte Lambert genervt. „Ich glaube wir haben eine Möglichkeit, den Pinguin zu identifizieren. Der Wachmann der alle in Atem hält heißt Francise Coldeboeuf. Abgehörte Gespräche legen nahe, das er mit seinem Handy ein Foto von Mortified Pinguin geschossen und sich im Präparationsraum verschanzt hat.“ „Präparationsraum ?“ fragte Sam. „Wo sie die Gehirne von ihrer Schale befreien. Begebt euch zu Monsieur Coldeboeuf und leiht euch sein Telefon.“ Sie durchquerten das Zwischenlager und kamen zu einem Kühlhaus. Deutlich konnten sie das Summen eines Automatikgewehrs vernehmen. Ein Söldner stand mit dem Rücken zu ihnen und hielt Wache. Carrie zeigte auf das Gewehr und Sam nickte. Während Carrie sich zu dem Gewehr schlich und es abschaltete, schlug Sam die Wache nieder. Durch die nächste Tür kamen sie in ein zweites Kühlhaus. Hier lagerten in großen Röhren die „Ganzkörperpatienten“. Auf einem Steg standen zwei weitere Söldner. Sie schalteten sie mit zwei Tasern aus, dann kamen sie in den nächsten Flur. Hier war eine weitere Mine angebracht, die Carrie entschärfte, während Sam das nächste Labor betrat.

Aus einem Lüftungsschacht waren Schüsse zu hören. „Ich sehe mir das mal an“ sagte Sam, kletterte auf einen Schrank und zog sich in den Schacht. Jetzt konnte er unter sich drei Söldner sehen, sie standen vor dem Präparationsraum und versuchten durch die Tür zu kommen. Doch mit den Handfeuerwaffen konnten sie bei der Stahltür nichts erreichen. Einer der Söldner griff zu seinem Funkgerät: „Ich bin vor dem Präparationsraum für Körper. Es scheint als würdest du recht behalten. Norman sagt er habe den Wachmann verwundet, hier am Türgriff ist Blut. Durchsucht die restlichen Gänge. Ich brauche Hilfe um durch diese verfluchte Tür zu kommen.“ „Was würdest du vorschlagen ?“ fragte der zweite Söldner. „Ich bin sicher wir finden hier irgendwo einen Brandbeschleuniger den wir benutzen können.“ „O.K. sieh dich um, wir versuchen es weiter. Wenn wir es nicht schaffen, kannst du ihn braten“ antwortete der andere.

Sam wollte sie jedoch ausschalten, ehe sie eine Möglichkeit fanden, die Tür zu öffnen. Er überlegte, dann kam ihm eine Idee. Er nahm eine Splittergranate aus der Tasche, zog den Stift und warf sie durch das Gitter in den Flur hinunter. Schnell sprang er wieder ins Labor, als auch schon die Explosion erfolgte. Sam kletterte wieder in den Schacht. Unter ihm lagen die drei Söldner tot im Flur. „Alles klar, komm“ rief Sam zu Carrie hinunter. Sie kletterte hinter ihm her, dann folgten sie dem Schacht nach links bis in den Präpärationsraum. Beide kletterten hinunter. Coldeboeuf saß in der Ecke an ein Fass gelehnt und sah sie ängstlich an. „Mein Gott, bitte tun sie mir nichts, ich mach doch nur meinen Job“ jammerte er. „Wir sind nicht hier um ihnen Ärger zu machen“ beruhigte ihn Sam. „Sind sie schwer verletzt ?“ „Nein.....ich bin am leben, oder ?.....Wer sind sie ?“ fragte der Franzose. „Ich bin von der Telefongesellschaft. Es hat eine Rückrufaktion gegeben“ erklärte Sam. Carrie musste sich zusammen nehmen, um nicht loszulachen. „Was ?“ fragte Coldeboeuf verwirrt. „Ich muss ihr Telefon an mich nehmen“ sagte Sam. „Ich....ich verstehe nicht ....?“ „Geben sie mir das Handy Francise !“ forderte Sam streng. Der Franzose reichte ihm das Handy und Sam warf einen Blick darauf, während Carrie sich die Verletzung des Franzosen ansah.

„Das ist also Mortified Pinguin. Exzellentes Foto Monsieur Coldebouf“ meinte Lambert. „Wir haben einen Treffer in der CIA - Datenbank. Norman Soth, US Bürger“ sagte Brunton. „Was bedeutet der Code? Ist er Agent der CIA ?“ wollte Lambert wissen. „Nein....das heißt, sie wissen es nicht“ erwiderte Brunton. „Ich lasse ihn durch Echelon laufen. Wir können seinen Aufenthaltsort innerhalb einer Stunde ermitteln“ schlug Grim vor. „Gute Arbeit. Macht euch unsichtbar Fisher. Coen wartet draußen auf euch“ sagte Lambert. „Alles klar... sagte Sam. „Was ist klar ?“ fragte Coldeboeuf. „Seine Verletzung ist nicht allzu schwer“ sagte Carrie zu Sam. „Bleiben sie hier, bis die Polizei eintrifft“ meinte Sam zu ihm und sie kletterten
wieder in den Schacht. Zusammen krochen sie weiter geradeaus bis zu einer Luke, dann sprangen sie in den Flur. Vor ihnen befand sich der Hintereingang, da sahen sie auch schon Coen mit dem Transporter vorfahren.

Schnell stiegen sie ein und Coen fuhr mit quietschenden Reifen davon.



In der Osprey, Französischer Luftraum, 02.04.06. – 21.49 Uhr

Sam sah sich das Material über Soth an, das ihm Grim geschickt hatte. Darunter waren mehrere Bilder von Soth, auch aus der Klinik, wo er seine Prothese bekommen hatte.
„Wir haben Soth aufgespürt“ sagte Lambert. „Er befindet sich mit mehreren Söldnern in einem Zug, auf dem Weg von Paris nach Nizza.“ „Und jetzt sollen wir umsteigen ?“ vermutete Sam. „Nicht ihr, du. Alles was du tun musst, ist herausfinden, ob Soth noch für die CIA arbeitet. Da ihr in diesem Zug auf sehr begrenztem Raum arbeiten müsst, ist das Risiko der Entdeckung geringer wenn du allein da runter gehst. Es sind eine Menge Zivilisten im Zug, die wir nicht gefährden dürfen.“ Sam sah Carrie an. Ihr Gesichtsausdruck zeigte ihm deutlich, das sie nicht besonders erfreut war über Lamberts Entscheidung, aber sie hielt sich an den Befehl und sagte nichts. Sam wandte sich wieder dem Bildschirm zu, als Coen hinter ihn trat.

„Was denken sie ?“ fragte sie ihn. „Die Welt ist klein, gemein und gnadenlos.....und jeder stirbt einsam“ antwortete Sam. „Hä....und was halten sie von Norman Soth ?“ „Er ist klein gemein und gnadenlos, ich schätze es liegt an ihm wie er stirbt.“ „Ich glaube nicht, das Soth selbst weiß, ob er noch für die CIA arbeitet oder nicht“ bemerkte Coen. Sam stand auf und ließ die Klappe der Osprey herunter. „Ich habe gute Menschenkenntnis“ sagte Sam und trat auf die Rampe. Coen klinkte das starke Tau ein und warf es hinaus. „Deshalb verstehn wir uns wohl so gut“ erwiderte sie spöttisch. Sam drehte sich noch einmal um und nickte Carrie zu, dann packte er sich das Tau, schwang sich hinaus und ließ sich zu dem unter ihm fahrenden Zug hinab.




Hesperia Bahngesellschaft, Paris – Nizza, Frankreich, 02.04.06 – 21.52 Uhr


Sam rutschte sich an dem Tau hinunter. Der Fahrtwind zerrte an ihm und er wurde an dem Seil hin und hergeworfen. Endlich hatte er den Zug erreicht und sprang auf das Dach des letzten Waggons. Die Osprey stieg wieder höher und flog über ihn hinweg.

Geduckt lief er weiter nach vorn, bis zu einer Klappe. Er öffnete sie und sprang in den Waggon hinunter. Er befand sich in einem Gepäckwagen.
„Sieht so aus, als seiest du in Position“ sagte Lambert. „Soth ist nach wie vor dein einziges Ziel. Du musst mit ihm allein sprechen. Die Agency hat Tonnen von Daten über ihn, aber die Geschichte dieses Mannes ist voller unbekannter. Niemand weiß, ob er für die Staaten arbeitet oder Terrorist ist.“ „Das eine schließt das andere nicht aus“ meinte Sam. „Sehr witzig. Vorläufig behandeln wir ihn als einen der unseren. Lass also seine Tarnung nicht auffliegen. Der kleinste Alarm und die Mission ist vorüber. Wenn Soth dich als erster entdeckt ebenfalls. Tu nichts, was ihn kompromittieren könnte.“ „Ich darf ihn also auch nicht töten ?“ witzelte Sam. „Ja, lass ihn bitte am Leben“ bat Lambert. „Weitere Infos auf dem Opsat.“
Langsam ging Sam weiter nach vorn. Links von ihm befand sich ein Käfig mit einem Hund drin. Dieser bellte Sam an, doch kaum war er an ihm vorüber, hörte der Hund auf zu bellen.
Sam ging zur Tür und trat hinaus, dann sprang er rüber zum nächsten Waggon und öffnete die Tür. Wieder war es ein Gepäckwagen. Ein Schaffner hielt sich dort auf. Sam blieb im dunkeln, zog seine Pistole und schoss eins der kleinen Deckenlichter aus. Der Schaffner hatte das Geräusch gehört und kam zu ihm rüber. Sam schnellte aus dem dunkeln hervor und schlug den Mann nieder. Er ging weiter nach vorn und wollte erneut den Waggon durch die Tür verlassen, doch die war versperrt. Der einzige andere Ausgang war eine Klappe im Boden. Sam seufzte. „Warum einfach wenn’s auch schwer geht“ dachte er bei sich.

Sam öffnete die Klappe und kletterte vorsichtig hinunter, zwischen die Räder des Zugs. Er packte sich ein Rohr und hangelte sich zwischen den Achsen nach vorn zum nächsten Waggon. Der Luftdruck war enorm, das Atmen fiel ihm schwer. Funken sprühten von den Rädern hoch.
Endlich erreichte Sam die nächste Klappe. Er zog die flexible Optik aus der Tasche und sah nach oben. Ein Mann stand genau über ihm.
„Los....verschwinde !!“ dachte Sam. Und tatsächlich, der Mann drehte sich um und verließ den Raum. Jetzt konnte Sam die Klappe anheben und nach oben klettern. Vorsichtig schlich er zum Gang und sah um die Ecke. Er blickte in das Passagierabteil, doch so konnte er unmöglich ungesehen in den nächsten Wagen gelangen. Da fiel sein Blick auf einen Lichtschalter neben ihm. Sam legte ihn um. Im nächsten Augenblick war es in dem Abteil stockdunkel. Ein älterer Mann erhob sich jedoch und kam in seine Richtung, um das Licht wieder anzuschalten. Sam ging zurück in die Ecke und schlug ihn nieder, gerade als er seine Hand nach dem Schalter ausstreckte. Sam legte den Mann in dem kleinen Raum ab, wo er hochgekommen war und schlich durch das dunkle Abteil zur Tür, bevor noch jemand versuchte, das Licht wieder an zu machen. Ungesehen erreichte er den Flur. Da meldete sich Lambert wieder: „Bruntons Kumpel bei der CIA haben uns geholfen.“ „Soth rechtes Bein ist künstlicher als das von Lee Majors“ berichtete Brunton. „Offensichtlich hatte Soth Streit mit einer Landmine“ sagte Lambert. Diese Informationen hatte Sam auch schon von Grim erhalten. „Ergibt eventuell ein anderes Wärmebild“ meinte Sam. „Perfekt !“ bemerkte Lambert. Sam sah in den nächsten Wagen und erblickte den Schaffner wie er weiter den Flur runterging und um die Ecke verschwand.

Sam trat durch die Tür, schaltete das Wärmebild ein und sah in die Abteile. Die ersten beiden waren negativ. Beim dritten jedoch war er richtig. Der Passagier, der sich dort drin befand, hatte ein warmes Bein, das andere jedoch zeigte keine Wärmeabstrahlung. Leise öffnete Sam die Tür zum Abteil und schob sie dann hinter sich wieder zu. Soth saß auf der rechten Seite und schlief. „Aufwachen Poindexter !“ sagte Sam zu ihm. Soth erwachte, stand auf und sah Sam verwundert an.
„Sagen sie mir zuerst wer sie sind“ erwiderte Soth. „Ich bin es. ..... Uncle Sam. Ich will überprüfen ob sie noch für die guten arbeiten“ erklärte Sam. „Warum sollte ich ihnen vertrauen ?“ fragte Soth misstrauisch. „Soll ich ihnen ihr Geburtsdatum verraten ?“ erwiderte Sam. „Schon gut“ gab Soth nach. „Was machen sie hier ? Wenn irgendjemand sie hier findet, sind wir beide tot.“ „Dann erzählen sie mir schnell, was sie über Sadono wissen“ forderte Sam. „Ein Agency Auftrag. Der Generalstab wünscht militärische Präsenz in Indonesien.“ „Wer ist ihr Agentenführer ?“ fragte Sam. „Clifton Finch“ erwiderte Soth. „Was ist mit dem Tieftemperaturtechniklabor ?“ wollte Sam wissen, als es an der Tür klopfte. „Sir ?“ sagte ein Mann von draußen. „Was ist denn nun schon wieder ?“ fauchte Soth gereizt. „Ein Anruf für sie“ war die Antwort. „Bleiben sie da....und keinen Laut“ beschwor Soth Sam. Dieser zog sich in die Ecke zurück, dann öffnete Soth die Tür und trat hinaus. „Entschuldigen sie, er ist es“ sagte der Mann zu Soth. „Ist die Verbindung sicher ?“ fragte Soth. „Wir haben den Chip vor einer Stunde ausgetauscht, versicherte ihm der Mann. „Gut, lass uns in den Speisewagen gehen, ich möchte ihn hier nicht sprechen“ sagte Soth und ging mit dem Mann davon.

„Er hat mich über seinen Agentenführer belogen, oder ?“ fragte Sam Lambert, während er sich in Soth Labtop hackte. „Ja, Finch ist seit 16 Monaten krank geschrieben“ bestätigte Lambert. „Höre den Anruf mit dem Lasermikro ab. Soth Tarnung muss vorerst intakt bleiben. Fisher, wir brauchen diesen Anruf ! Ich wette, das er mit Sadono spricht.“ Sam öffnete die Abteiltür und schlich Soth nach.
Er ging in den Speisewagen und versteckte sich hinter der Küchentheke. Dann zog er das Lasermikro aus der Tasche und richtete es auf Soth, der sich am anderen Ende des Waggons befand.
„Hängt von unserer undichten Stelle beim Mossad ab“ sagte Soth...... „Ich weiß nicht,
80 % vielleicht 90 %............Ich habe ein schlechtes Gefühl was den Zug betrifft. Ich glaube unsere Tarnung ist hin. Bleib dran.“ Soth unterbrach das Gespräch und sah sich nervös um, konnte jedoch nichts verdächtiges entdecken. „Äh...nein, es ist nur so ein Gefühl. Ich glaube das wir abgehört werden........O.K. aber mach schnell........Shin Bet ? Machst du Witze ? Beim Mossad hatte ich schon meine Zweifel aber.......Natürlich, sicher......... Du solltest
immer davon ausgehen, das sie wissen was du treibst.........Noch 4 Tage, dann bist du unverwundbar........Es ist nicht vernünftig jetzt zu reden, ich muss den Zug verlassen........Nein kann ich nicht. Nicht möglich..........Selbstverständlich, bis zum nächsten Mal.“ Soth beendete das Gespräch und verließ den Speisewagen.

„Gute Arbeit Fisher“ sagte Lambert. „Grim ?“ „Ich arbeite daran. Ich konzentriere mich auf den Mambee Text, das neue Übersetzungsprogramm wird eine Weile brauchen.“ „Nimm dir Zeit“ meinte Sam ironisch. „Da......Springfield – Exempel mindestens 80 % Todesopfer“ übersetzte Grim. „Custer wäre stolz. Was zur Hölle hat das zu bedeuten ?“ „Nichts gutes. Was ist damit ?“ fragte Lambert. „Könnte heißen: Tägliche Anrufe um die Freisetzung zu verschieben. Das Programm ist noch nicht ganz ausgereift“ sagte Grim. „O.K. wir haben genug um arbeiten zu können. Raus aufs Dach Fisher, wir holen dich da raus“ befahl Lambert. Sam verließ sein Versteck hinter der Küche. Zwei von Soth Söldnern befanden sich noch im Speisewagen. Sam schnappte sich den ersten, schaltete ihn aus und verstecke ihn hinter der Theke. Dann schlich er sich an den zweiten, schlug ihn nieder und eilte weiter in den nächsten Wagen.. Dort befand sich eine Leiter, die zu einer Dachluke führte. Sam kletterte hinauf.




Während dessen in der Osprey.........

Angespannt hatte Carrie den Einsatz von Sam über Funk verfolgt. Sie war erleichtert, das die Aktion so glatt gelaufen war und Sam sich auf dem Rückweg befand. Coen öffnete die Klappe und ließ das Seil wieder hinunter. Carrie ging nach vorn ins Cockpit, sah zum Zug hinüber und wartete darauf, das Sam auf dem Dach erschien. „Hey, wir haben Besuch“ sagte der Pilot, als ein Hubschrauber vor der Osprey auftauchte. Auch er schwebte über dem Zug.
„Wer ist das ?“ fragte Coen. „Vermutlich will der Soth und seine Leute aus dem Zug abholen“ meinte Carrie. In diesem Moment erschien Sam auf dem Dach und lief auf die Osprey zu, als ein Mann im Hubschrauber das Feuer auf ihn eröffnete.

„Verdammt ! Sir ! Die schießen auf Sam !“ sagte Carrie zu Lambert. Einen Moment herrschte Stille, dann sagte Lambert: „O.K..... Carrie, sie haben die Erlaubnis zum Abschuss.“ „Verstanden Sir“ gab sie zurück. „Näher ran“ sagte sie zu dem Piloten und eilte nach hinten ins Heck. Sie ging zu einer der großen Kisten und schnappte sich einen Raketenwerfer, dann hackte sie den Sicherheitsgurt ein und öffnete die Seitentür der Osprey.

Carrie entsicherte den Raketenwerfer und visierte den Helikopter an. Dann zog sie den Abzug durch. Zischend sauste die Rakete davon, im nächsten Augenblick explodierte der Hubschrauber in einem grellen Feuerball.

Das Wrack taumelte noch einen Moment in der Luft, dann kippte der brennende Helikopter
zur Seite und schlug in einem Waldstück nahe der Bahnstrecke auf.
Sam lief weiter auf die Osprey zu, schnappte sich das Tau und hangelte sich hoch.
Als er die Klappe erreichte, packte Coen ihn an der Schulter und half ihm in die Osprey.
„Guter Schuss“ sagte er. „Der geht auf ihr Konto“ meinte Coen und nickte Carrie zu. „Ist alles in Ordnung ?“ fragte Lambert. „Ja, ich bin O.K.“ erwiderte Sam. „Was ist mit Soth ?“ wollte Carrie wissen. „Wir lassen ihn laufen, vorerst“ antwortete Lambert. „In dem Zug da unten sind zu viele Zivilisten. Wenn wir jetzt versuchen ihn zu schnappen, gibt es ein furchtbares Blutbad. Das dürfen wir nicht riskieren. Aber damit ist Soth nicht von der Leine, wir kriegen ihn schon noch.“
Der Pilot wendete die Osprey und sie ließen den davonfahrenden Zug hinter sich zurück.



In der Osprey, Israelischer Luftraum, 05.04.06 – 00.12 Uhr


Sam stand im Cockpit und sah zu den zwei Kampfjets rüber, die links und rechts neben der Osprey Position bezogen. Er ging wieder nach hinten und blickte auf einen Bildschirm, wo Lamberts Gesicht zu sehen war. „Lambert , was soll ich mit zwei Babysittern ? Ich bin doch ein großer Junge“ beschwerte sich Sam. „Sam diesmal müssen wir eng mit den lokalen Behörden zusammen arbeiten. Es gibt eine Verbindung zum Bankkonto von Soth. Eine große Summe ging an einen Wohltätigkeitsverein. Tarnung für eine syrische Terrorzelle in Jerusalem“ sagte Lambert. „Ich wusste, das der Pinguin ein Wohltäter ist“ meinte Sam sarkastisch. Weiter ?“ Einzelheiten gibt es, wenn ihr vor Ort seid, du großer Junge“ erwiderte Lambert.



Geula Straßenmarkt, Jerusalem – Israel, 05.04.06 – 01.01 Uhr


Coen hatte sie bis in die Nähe des Straßenmarkts gebracht. „Willkommen in der heiligen Stadt. Die Geburtsstätte von Judentum, Christentum und Islam“ sagte Coen. „Hier haben Liebe und Frieden also ihren Ursprung“ erwiderte Sam. „Genau. Und der Friede des heutigen Abends. Aufgrund wiederholter Überfälle haben die Behörden eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Die Straßen dürften also leer sein.“ „Klasse. Je weniger Zivilisten, desto einfacher unser Job“ sagte Sam.

Er wandte sich um und lief die Gasse entlang, Carrie blieb dicht hinter ihm. Sie stiegen eine Treppe hinauf. Da meldete sich Lambert: „Das sieht nach einem heiklen Auftrag aus. Brunton verhandelt mit dem lokalen Geheimdienst.“ „Dem Mossad ?“ meinte Sam. „Viel besser,
Shin Bet.“ „Ich bekomme Gänsehaut. Wen soll`n wir foltern ? “ erwiderte Sam ironisch. „Niemanden“ beruhigte ihn Lambert. „Zuerst solltet ihr euch eure SC 20 K besorgen.“ „Wäre es sinnvoll, sie uns einfach zu geben ?“ meinte Sam. „Wir mussten die Läufe überarbeiten lassen. Nur ein Mann in der Gegend war dazu in der Lage, ein alter Waffendealer und
CIA Freund. Er arbeitet im Hinterteil eines kleinen Ladens. Er wartet auf euch. Details auf eurem Opsat.“

Sie erreichten das Ende der Treppe. Dort in der Gasse patrouillierte ein Polizist.
Sam wartete bis der Polizist in seine Richtung kam und schlug ihn nieder.

Dann schlichen sie die Gasse hinab. Ein weiterer Polizist tauchte vor ihnen auf. Doch Sam und Carrie versteckten sich in einer dunklen Nische und er ging an ihnen vorbei. Der Weg führte eine Treppe hinunter und nach links. In einem Durchgang befand sich ein weiterer Wachposten. Sam schlich ihm nach, packte ihn und würgte ihn bis er das Bewusstsein verlor. Der Durchgang führte zu einem großen Platz. Zwei Juden standen dort neben einer Bank und unterhielten sich.

Sam und Carrie kamen jedoch ungesehen an ihnen vorbei. Sie gingen eine weitere Gasse hinunter,. „Der Laden des Waffenhändlers ist gleich um die Ecke, auf der rechten Seite des Platzes“ flüsterte Sam.

„Da ist noch eine Streife“ erwiderte Carrie. „Um den kümmere ich mich.“ „Wie du
meinst, Sweetheart“ sagte Sam und grinste. Carrie blickte Sam kurz ärgerlich an, schlich dann aber dem Wachposten nach und knockte ihn aus. Sie gingen um die Ecke und standen vor dem Laden. „Na dann, gehen wir rein“ sagte Sam. In dem kleinen Laden war niemand zu sehen. Eine Treppe führte in den Keller, wütende Stimmen drangen von unten herauf. Besorgt sahen sich die beiden NSA Agenten an und zogen ihre Waffen. Vorsichtig gingen sie die Treppe hinunter. Sam lugte um die Ecke, er konnte drei Männer sehen. Zwei Männer standen mit gezogenen Waffen vor einem älteren Mann und bedrohten ihn. Sam vermutete das er der Kontaktmann war, mit dem sie sich treffen sollten. „Wir wollen nur die Waffen und das Geld Saul !“ rief einer der Männer.

„Wir haben keine Wahl, sie müssen sterben“ sagte Brunton.
Sam nickte Carrie zu, dann kamen sie aus ihrer Deckung und zielten auf die beiden Räuber. Der eine packte Saul, da schoss Carrie auf seinen Kumpel, der tot zusammensackte. Der Kidnapper von Saul wurde davon abgelenkt, entsetzt sah er auf seinen toten Komplizen. Diesen Moment nutzte Sam aus und verpasste ihm einen Kopfschuss, so das er tot zur Erde fiel und Saul sich befreien konnte. Sam ging auf den Mann zu. „Sind sie Saul Berkowitz ?“
„Gott sei Dank, sie kommen im richtigen Augenblick. Sie sind Mr. Bruntons Leute oder ?“ „Wer waren die ?“ wollte Sam wissen. „“Diebe. Normalerweise traut sich niemand an mich heran, schon gar nicht in meinem Laden. Ich sollte ein paar Anrufe tätigen.“ „Sie haben etwas für uns ?“ sagte Sam. „Ja, nur eine Kleinigkeit, verglichen mit dem, was ich ihnen schulde“ sagte Berkowitz und trat zur Seite. Er öffnete eine Klappe im Boden, in dem Loch darunter lagen die Gewehre. Berkowitz nahm sie heraus und reichte sie den beiden Agenten. „Gut, fühlst du dich besser mit deiner Waffe in der Hand ?“ fragte Lambert Sam. „Viel besser. Danke.“ „Gut. Euer nächstes Ziel heißt Dalia Thal. Brunton ?“ „Miss Thal ist eine Shin Bet Agentin, die bei lokalen Terrorzellen eingeschleust wurde“ erklärte Brunton. „ Durch sie wissen wir mehr über die Terrorverbindungen des Norman Soth. Das ist eines der interessanteren Bröckchen aus Soth Labtop“ fügte Lambert hinzu. „Findet Dalia und sprecht mit ihr. Infos auf dem Opsat.“ Sam und Carrie wandten sich zur Treppe. „Ich kenne einen abgelegenen Platz, wo sie die Waffen ausprobieren können“ schlug Berkowitz vor. Sam wechselte einen kurzen Blick mit Carrie und winkte ab. „Danke, aber wir müssen weiter. Ich denke wir kommen auch so mit den Modifizierungen klar“ sagte Sam. Sie verließen den Laden und folgten der Gasse, schlichen an einem Polizisten vorbei und den Weg hinunter, in die Altstadt.

Sam schoss ein paar Lampen aus, so konnten sie sich besser verstecken. Nach ein paar Metern konnten sie eine verschleierte Frau sehen, die um die Ecke bog und ihnen entgegenkam. Schnell versteckten sie sich im Dunkeln. Einen Moment lang blieb die Frau verwundert stehen, sah zu den kaputten Lampen hinauf und blickte dann nach links und rechts. Da sie jedoch niemanden ausmachen konnte, ging sie weiter. Der Weg bog rechts um die Ecke, am Ende der Gasse stand eine weitere Streife, zwei Polizisten.

Sam und Carrie blieben im dunkeln und warteten. Die Männer unterhielten sich noch einen Moment, dann gingen sie weiter. Vorsichtig schlichen sie ihnen nach.
Die Polizisten teilten sich auf. Sam und Carrie folgten der Gasse geradeaus bis zur Kirche. In einem kleinen Durchgang stand ein Polizist an einem Gitter, mit dem Rücken zu ihnen. In einer Nische führte ein Rohr zum Dach der Kirche. Dort kletterten sie hinauf, als sich Grim meldete: „Ich habe genauere Informationen zu Dalia. Sie wartet auf euch in der Nähe der Kirche. Sie trägt ein traditionelles, weißes Gewand. Der Code lautet: Wann findet die Messe statt ? Antwort: Nur am Morgen.“ Sie liefen über eine Mauer am Dach der Kirche entlang. Dann rutschten sie an einem Seil über die Straße unter ihnen und landeten auf einem Baugerüst. Von dort seilten sie sich zum Boden ab.
Vorsichtig sah Sam sich um. Auf der anderen Seite des Bauzaunes stand eine Frau, auf die Grims Beschreibung passte. Sam ging näher heran.

„Wann findet die Messe statt ?“ fragte er. „Nur am Morgen“ erwiderte Dalia. „Sie kommen spät. Sie sind Amerikaner. Wer sind sie ?“ „Ich bin ein Freund und suche einen Freund. Kennen sie diesen Mann ?“ Sam zeigte Dalia ein Foto von Soth. „Sie würden wohl kaum fragen wenn nicht“ entgegnete Dalia. „Was hat er in Jerusalem gemacht ?“ „Eine Waffe kaufen.“ „Mehr Details bitte“ sagte Sam. „Irgendwas Biologisches. Die Syrer besitzen es vermutlich seit über 10 Jahren, aber bisher war es zu gefährlich zu transportieren. Nun hat ihr Freund die passenden Transportbehälter geliefert.“ „Was für ein Deal war das ?“ wollte Sam wissen. „Ihr Freund erhielt den Erreger und die Syrer eine bescheidene Summe
US – Dollars mit einem der Transportbehälter.“ „Wo stecken die Syrer ? Wo ist der
Behälter ?“ „Ich bringe sie hin. Aber bleiben sie unsichtbar. Wenn man uns zusammen sieht, ist unser Leben nicht mehr viel wert.“ Dalia öffnete eine Tür und ging dann über den Platz, Sam und Carrie folgten ihr nach. „Die ist ganz schön zickig, was ?“ flüsterte Carrie. Sam zuckte nur mit den Schultern.

Dalia ging durch mehrere Gassen, an einer Moschee vorbei und über den Marktplatz, doch niemand beachtete sie. Dann jedoch hielt ein Polizist sie auf. Dalia versuchte ihn loszuwerden, doch ohne Erfolg. Da war Sam aber schon zur Stelle, packte ihn und schlug ihn K.O. Dann legte er den Körper in einer dunklen Ecke ab. Dalia war weiter gegangen und wartete am Ende der Gasse auf sie.
„Die Biowaffe wird sich nur noch ein paar Stunden im Shoshana Lagerhaus befinden. Wir müssen uns beeilen. Und seien sie vorsichtiger. Wenn sie sich bis zum Lagerhaus noch einmal blicken lassen, löse ich meinen Teil der Vereinbarung.“ Carries Abneigung gegen Dalia steigerte sich weiter, doch Sam blieb ruhig. „Gibt`s einen Weg über die Dächer ?“ fragte er. „Ja, das geht“ erwiderte Dalia. „Dort drüben müssten sie hochkommen, ich treffe sie beim Lagerhaus.“ Dalia ging die Treppe rauf und quer über den Platz, während Sam und Carrie sich rechts hielten.

Ein Wachposten kam ihnen entgegen. Sam packte ihn, bis er bewusstlos wurde und legte ihn ab. In einem schmalen Durchgang kletterten sie an einem Rohr hinauf, dieses endete neben einem Fenster. Leise stiegen sie in die Wohnung und schlichen zur anderen Seite. Im Wohnzimmer saßen zwei Juden vor dem Fernseher. Sie waren so in das Programm vertieft, das sie die beiden Agenten hinter sich nicht bemerkten. Durch ein weiteres Fenster kletterten sie wieder heraus und aufs Dach. Jetzt befanden sie sich über dem großen Platz. Unten in einer Gasse konnten sie Dalia sehen. Ein Polizist, der sich vor der Gasse befand, ließ sie kommentarlos passieren. Sam seilte sich vom Dach ab in die dunkle Gasse, Carrie blieb dicht hinter ihm. Am Ende befand sich ein Gittertor, daneben war ein weiterer Polizist. Er unterhielt sich kurz mit Dalia, dann ließ er sie weiter gehen. Carrie schlug den Polizisten nieder, während Sam weiter Dalia folgte.
Sam sah, wie Dalia eine Art Gemeinschaftsküche betrat, dann sah er sich nach Carrie um. Sie kam gerade durch das Tor. Zusammen gingen sie Dalia nach. Diese wartete vor dem Aufzug auf die beiden.

„Wofür halten die Syrer sie ?“ wollte Sam wissen. Für einen Doppelagenten, sie glauben ich verrate den Mossad.“ „Warum helfen sie uns ?“ „Unsere beiden Regierungen sind Verbündete. Eure Feinde sind die unseren.“ Das genügte Sam, zusammen mit Carrie betrat er den Aufzug. „Bereit ? Ich glaube, wir haben hier in ein Schlangennest gestochen“ bemerkte Dalia. „Wollen sie reinkommen ?“ fragte Sam.
„Nicht im Leben....“ antwortete Dalia. Das Gitter schloss sich, der Aufzug setzte sich in Bewegung. Da kam ein scharfer Befehl von Lambert. „Dalia Thal muss sterben ! Töte sie ! Denk nicht nach, tu es !“ Sam und Carrie sahen sich an, unsicher zögerten sie einen Moment, ob das von Lambert ernst gemeint war. Dann rissen Carrie und Sam ihre SC 20 von den Schultern, doch es war zu spät, der Aufzug fuhr nach unten und Dalia verschwand aus ihrem Blickfeld.

„Verdammt Fisher ! Wir brauchen sie tot !“ schimpfte Lambert.
Warum ?“ fragte Sam verblüfft. „Shin Bet spielt mit gezinkten Karten“ sagte Brunton. „Es ist nicht euer Job, Fragen zu stellen“ sagte Lambert verärgert. „Ich brauche ein bisschen mehr Input, um auf unbewaffnete Frauen zu schießen“ erwiderte Sam. „Brechen wir die Mission
ab ?“ „Nein unmöglich, aber aus dem Schlamassel müsst ihr selbst raus kommen. Häng ein Brunton, wir müssen reden“ sagte Lambert. „Wir müssen den Erreger jetzt so schnell wie möglich in die Hände bekommen. Es handelt sich um eine Fifth Freedom Situation, alle Mittel sind erlaubt “ sagte Brunton noch, dann brach die Verbindung ab.
„Der ist ziemlich sauer, was ?“ meinte Carrie. „Das wir Dalia töten sollen, hätte er uns ja auch etwas früher sagen können“ entgegnete Sam. „Egal, der beruhigt sich schon wieder, konzentrieren wir uns lieber auf unsere Aufgabe. Halt dich bereit, gut möglich das wir unten erwartet werden.“ Sie nahmen die Gewehre und zogen sich an die Rückwand des Aufzugs zurück. Eine Öffnung wurde sichtbar, zwei Söldner befanden sich vor der Tür der Kelleretage. Als der Aufzug stoppte und die Tür sich öffnete, drehten sie sich verblüfft um. Erschrocken rissen sie Waffen hoch, doch Sam und Carrie waren schneller und schossen die Söldner nieder. Carrie zerschoss noch die Glühbirne an der Decke, dann verließen sie den Aufzug. Sie legten die Leichen beiseite, als schnelle Schritte zu hören waren. Ein dritter Söldner rannte in ihre Richtung. Doch bevor er die beiden Agenten sah, traf ihn Sams tödlicher Schuss. Sie legten die Leiche zu den anderen und folgten dem Steg. Er führte nach rechts und eine Treppe hinunter. Sam blieb stehen und hob die Hand. Stimmen waren zu hören, sie kamen in ihre Richtung. Zwei weitere Söldner tauchten vor ihnen auf. Um kein Aufsehen zu erregen, betäubten die Agenten sie mit Tasern. Dann schlichen sie weiter, folgten dem Steg nach links. Sie befanden sich neben einem Lager, mehrere Söldner hielten sich dort auf, doch sie kamen unbemerkt vorbei. Vor ihnen war ein Tunnel, ein weiterer Mann hielt dort Wache.
Sam betäubte ihn, dann folgten sie dem Gang nach rechts zum Labor. Während Carrie die Stege im Auge behielt, betrat Sam das Labor und suchte den Behälter. Endlich hatte er ihn gefunden und nahm ihn an sich.

Gerade als er das Labor wieder verließ, meldete sich Lambert wieder: „ „Wir haben ein paar schlechte Neuigkeiten Fisher. Bist du bibelfest ?“ „Red nicht um den heißen Brei herum ! sagte Sam gereizt. „Dalia Thal ist in der Nähe und möchte sich für eure Nächstenliebe bedanken.“ „Der Shin Bet möchte den ND 133 Behälter. Sie wissen das es keine Folgen hat, wenn sie jemanden töten, der offiziell gar nicht existiert“ erklärte Brunton. „Sie ist ein ausgezeichneter Scharfschütze, der selbst Lee Harvey Oswald blass aussehen ließe. Ich muss wohl nicht.......“ setze Lambert an. „O.K., O.K., du sagtest springt und wir haben nicht gehorcht. Wenn wir wieder zurück in den Staaten sind, werden wir uns dafür schämen“ unterbrach ihn Sam. Sie betraten wieder den Tunnel und folgten ihm weiter geradeaus.
Den Söldner der dort Wache stand, schlug Sam nieder. Den Gang hinunter befand sich ein zweiter Aufzug, am Ende des Ganges waren zwei weitere Söldner, doch nachdem sie zwei weitere Glühbirnen ausgeschossen hatten, konnten Sam und Carrie zum Aufzug schleichen, ohne bemerkt zu werden. Carrie drückte den Knopf nach oben und der Aufzug setzte sich in Bewegung. Oben angekommen, löschte Carrie eine weitere Lampe, dann schlichen sie weiter und kamen zu einem Hinterhof. Durch den Zielsucher konnten sie Dalia mit einem weiteren Mann über sich auf einem Balkon sehen, diese warteten auf sie.

Sam sah sich weiter um. „Links von mir ist ein weiterer Schütze auf einem Balkon“ flüsterte er. „Auf meiner Seite ist auch noch einer, dritter Stock, Mittelfenster“ gab Carrie zurück.
„Gut, erledigen wir zuerst Dalia und ihren Begleiter, dann nehmen wir uns die beiden anderen vor“ sagte Sam. Carrie zielte auf Dalia und drückte ab. Getroffen brach sie zusammen. Der Söldner sah erschrocken neben sich, zielte dann jedoch sofort wieder in den Hof. Doch die beiden NSA Agenten blieben im dunkeln und ließen sich nicht blicken. Da traf Sams Schuss den Mann neben Dalia. Sofort wandte Sam sich nach links, während Carrie den vierten Scharfschützen anvisierte. Fast gleichzeitig schossen sie und beide Schützen fielen tot zu Boden. Schnell liefen Sam und Carrie über den Hof und zwischen den Häusern hindurch zur Abholzone.

„Du, Carrie und Coen ihr könnt raus, Mission beendet“ sagte Lambert. „Glaubst du, das es sich um Pockenviren handelt ?“ fragte ihn Sam. „Gott bewahre“ erwiderte Lambert. „Sicher, es hat Hinweise des syrischen Geheimdienstes gegeben, das sie biologische Waffen herstellen. Jetzt können wir nur auf Belaggio warten und hoffen.“ „Meinst du das Virus hat was mit dem Springfield – Exempel zu tun ?“ vermutete Sam. „Ich will es nicht hoffen“ antwortete Lambert. „Trefft Coen und dann raus. Eure Neigungen für Dalia kosten uns mehr in der Region, als ihr euch vorstellen könnt.“




In der Osprey, Indonesischer Luftraum, 12.04.06 – 14.07 Uhr

Entgegen aller Hoffnungen hatte sich herausgestellt, das die Viren aus dem Lagerhaus tatsächlich Pockenviren waren.
Sam und Carrie saßen vor dem Computer und sahen sich die Aufzeichnungen über die Pockenviren an. Mehrere Bilder dokumentierten den Verlauf der Krankheit nach 3, 7, 10 und 14 Tagen. Die Folgen waren erschreckend. Sollte das Virus wirklich freigesetzt werden........
„Zu viele Geräusche in der Leitung. Ich bin nicht sicher, ob ich sie mit Sarah verbinden kann, bevor wir landen“ meldete Coen an Sam, der Coen gebeten hatte, Sarah anzurufen. „Die Agency – Akte über Pandora Tomorrow ist fertig wenn ihr landet. Du hattest Recht, es ist Sadonos Lebensversicherung. Wenn er einen Anruf verpasst, wird der Virus freigesetzt. Wir impfen in Springfield, Texas. Aber bis wir wissen wie viele Behälter es gibt und wo sie sich befinden, müssen wir Sadono wie ein rohes Ei behandeln“ sagte Lambert. Grim kam mit einer Spritze zu Lambert und gab ihm ebenfalls eine Dosis von dem Impfstoff, allein als Vorsichtsmaßnahme.

„Hat Grim die Anmerkungen zum Pockenvirus geschrieben ?“ fragte Sam. „Ja, auf ihre Art ist sie eine Dichterin“ sagte Lambert lächelnd und schaute zu Grim auf, die geschmeichelt zurück lächelte. „Aber das bringt uns zur Sache zurück. Wenn wir in Indonesien Fehler begehen, könnte der Virus überall in Amerika freigesetzt werden........jederzeit.“ Sam und Carrie sahen noch einmal auf den Computer und warfen sich dann besorgte Blicke zu.
„Tut mir leid Fisher, ich bekomme Sarah nicht“ sagte Coen entschuldigend. „Ich kann ihr sowieso nichts sagen“ meinte Sam missmutig.
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