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Splinter Cell - Pandora Tomorrow

von Shannon
GeschichteAbenteuer / P16 / Gen
Anna 'Grim' Grimsdottir Douglas W. Shetland Frances Coen Irving Lambert Samuel 'Sam' Fisher
19.05.2007
10.06.2009
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Splinter Cell - Pandora Tomorrow

NSA Hauptquartier, Fort Meade, Maryland – USA, 22. 03.06 – 8.15 Uhr

Colonel Irving Lambert saß an seinem Schreibtisch in der Einsatzzentrale und sah die täglichen Berichte durch. Die Lage in Osttimor machte ihm Sorgen. Seit Präsident Bowers offiziell bekannt gegeben hatte , das die US Regierung eine Militärbasis in Osttimor errichten wollte, hatte es dort einige Unruhen gegeben. Zwar bisher nur in kleinerem Umfang, aber das konnte sich ändern. Seine Erfahrung und sein Instinkt sagten Lambert, das Ärger in der Luft lag. Die Spannung war fast greifbar. Es war, als hielte die Welt den Atem an und wartete auf einen großen Knall. Und wenn der erfolgte..........nun, dann konnte es für sie alle sehr unangenehm werden.


US Botschaft, Dili – Osttimor, 25.03.06 – 21.48 Uhr


Die Sonne war gerade untergegangen. Die Fisher hatten ihre Boote fertig gemacht, um bei Einbruch der Dunkelheit hinauszufahren. Auf den Straßen herrschte noch reges Treiben. Suhadi Sadono stand auf einem Balkon und sah mit dem Fernglas zur US – Botschaft hinüber.

Seit Monaten hatte er auf diesen Tag hingearbeitet, den Hass der Bevölkerung auf die
US – Regierung geschürt, Männer rekrutiert, die nötigen Waffen besorgt. Und jetzt hatte er bald sein größtes Druckmittel organisiert, welches die Amerikaner das Fürchten lehren würde. Schon in Kürze würde er es in den Händen haben. Über Funk bekam er die Bestätigung, seine Männer waren in Position. „Heute.....heute wird es beginnen“ dachte Sadono. „Und zwar genau......jetzt !“ Er nahm sein Walkie Talkie und gab den verabredeten Code: „Pandora Tomorrow“.

Im nächsten Moment setzte sich ein LKW in Bewegung und fuhr auf die Botschaft zu. Gleichzeitig machten sich mehrere Taucher im Hafen auf den Weg und schwammen an der Küste entlang. Die Soldaten am Tor der Botschaft sahen den LKW kommen und hielten die Waffen bereit.........

Douglas Shetland stand in einem Büro im ersten Stock der Botschaft und lud die letzten Daten vom Computer auf sein PDA. Er hatte vor die Botschaft zu verlassen und in die USA zurück zu kehren. Es roch nach Aufstand und falls es hier zu größeren Unruhen kam, wollte er möglichst weit weg sein. Shetland hörte das laute Brummen eines LKW´s, schob die Lamellen des Rollos vor dem Fenster ein wenig auseinander und sah hinaus. Er konnte den LKW sehen, er fuhr langsam am Tor der Botschaft vorüber. Shetland atmete auf. „Vielleicht werde ich schon paranoid“ dachte er bei sich und wandte sich wieder dem Computer zu.


.............doch der LKW fuhr in die Kurve und an der Botschaft vorbei. Die Soldaten waren erleichtert und entspannten sich wieder. Der LKW fuhr um die nächste Ecke und stoppte dann. Mehrere bewaffnete Männer sprangen von der Pritsche herunter und liefen zur Mauer, die das Botschaftsgelände umgab. Sie erklommen die Mauer, sprangen auf der anderen Seite herunter und schlichen in Richtung Haupteingang. Inzwischen hatten die Taucher den Kai erreicht, der an das Botschaftsgelände grenzte.

Sie warteten bis die Sicherheitskamera herumschwenkte und sie nicht erfassen konnte, dann liefen sie rasch über den Kai zur Botschaft. Der LKW, der Sadonos Männer abgesetzt hatte, wendete und fuhr zurück zum Tor. Die Wachen sahen erstaunt auf, als der LKW wieder zurück kam........da gab der Fahrer Vollgas. Sofort eröffneten die Soldaten das Feuer, doch es war zu spät. Mit lautem Krachen durchbrach der LKW das Tor und explodierte in einem riesigen Feuerball........

Shetland hörte erneut das Brummen des LKW´s, dann Schüsse. „Schneller, mach schneller verdammt“ schimpfte er in Gedanken mit dem Computer..........als eine gewaltige Explosion ihn zu Boden schleuderte. Der Schmerz raubte ihm den Atem, die Luft wurde ihm aus den Lungen gepresst. Sterne tanzten vor seinen Augen, benommen blieb er auf dem Boden liegen. Überall um ihn herum lagen Trümmer.
„Der Laster muss mit Sprengstoff voll gepackt gewesen sein“ dachte Shetland.


Unten trat Sadono durch das große Portal in die Botschaft. Mit einer Zigarre im Mundwinkel sah er sich zufrieden um. Seine Männer hatten exzellent gearbeitet, hatten gleichzeitig von drei Seiten zugeschlagen und so die Soldaten und das Personal der Botschaft überrascht. Durch die Explosion waren ein paar Menschen verletzt worden, aber die meisten hatten den Angriff, abgesehen von einem Schock, unbeschadet überstanden. Sie wurden jetzt von seinen Männern zusammen getrieben und bewacht. Sadono ging zur Treppe und hinauf in den ersten Stock.

Shetland versuchte sich zu erheben, doch ein Schmerz durchzuckte seinen Körper. Entweder waren seine Rippen geprellt oder sogar eine oder mehrere gebrochen. Er wollte es gerade noch einmal versuchen, als die Tür aufgestoßen wurde. Sadono kam herein, flankiert von zweien seiner Männer. Shetland sah zu ihm auf und ihm war sofort klar, das er den Anführer dieses Anschlags vor sich hatte. Die Augen von Sadono sagten ihm, das dieser Mann keine Skrupel kannte und so etwas wie Moral vermutlich gar nicht erst in seinem Wortschatz vorkam. Kalt und böse funkelten sie ihn an. Das letzte was Shetland sah, war das hämische Grinsen Sadonos, dann hob dieser seinen Fuß, ließ ihn auf Shetlands Kopf niedersausen und beförderte ihn damit endgültig in die Bewusstlosigkeit...........



NSA Hauptquartier, Fort Meade, Maryland – USA, 25.03.06 – 22.35 Uhr

Lambert unterhielt sich gerade mit Grimsdottier. Doch jetzt unterbrachen sie das Gespräch, denn eine Meldung der Stufe eins kam herein. Lambert starrte gebannt auf den Bildschirm und seufzte. Seine Befürchtungen hatten sich auf`s schlimmste bewahrheitet. Er wandte sich an Grim: „Sind Sam und Carrie noch im Gebäude ?“ „Ja, sie sind unten beim Training.“ „Gut.....“ Sofort drehte Lambert sich um, verließ die Zentrale und fuhr hinunter zum Trainingslager, das sich auf der dritten Kelleretage befand.


Bei der Third Echelon wurden regelmäßig Trainingszenarien für die Splinter Cell abgehalten. Dazu gehörten u.a. das Eindringen in verschiedene Gebäude, Bombenentschärfung und Nahkampftraining. Seit der Eliminierung von Nikoladze und Masse vor zwei Jahren waren Sam und Carrie nicht mehr zusammen im Einsatz gewesen. Zwar lief es privat weiterhin sehr gut, doch ein wenig fehlte Sam diese Zusammenarbeit. Jetzt stand die letzte Übung an......Handschellen auf dem Rücken aufknacken. Normalerweise kein Problem für Sam, doch heute wollte es nicht richtig klappen.

Eigentlich benötigte er dafür nur wenige Sekunden, aber jetzt brauchte er fast eine halbe Minute, um sie zu öffnen. Er stand auf und verließ den Trainingsraum. Nebenan standen
Lt. Sutton und Carrie.

Sutton grinste, als er herein kam und notierte Sams Zeit auf seinem Klemmbrett. „Na Sam ? Heute mit dem falschen Bein aufgestanden ?“ fragte er. Sam warf ihm nur einen giftigen Blick zu und sah auf die Zeit......Sam Fisher ....28 Sekunden. Dann blickte er weiter nach unten, Carrie Masters.......7 Sekunden. Sam seufzte. „Mach dir nichts draus“ versuchte Carrie ihn aufzumuntern. In diesem Moment schaute Lambert zur Tür herein. Er sagte nichts, trat neben Lt. Sutton, warf einen kurzen Blick auf das Klemmbrett und winkte den beiden dann zu. Sofort wandten sie sich um und folgten Lambert auf den Flur hinaus. „Das war wohl nicht dein Tag....“ meinte Lambert. „Tja, Simulationen liegen mir nicht....“ entgegnete Sam.

Lambert hatte lange abgewartet, doch er fand, es war der richtige Augenblick, die Katze aus dem Sack zu lassen. „Mmhh, vielleicht liegt`s auch an deiner Freundin“ meinte er und warf einen wissenden Blick auf Carrie. Verblüfft blieben beide stehen und sahen Lambert an.

Der blieb ebenfalls stehen und drehte sich um.
„Was denn ? Habt ihr wirklich geglaubt, mich hinters Licht führen zu können ? Also ehrlich Sam, dafür kennen wir uns schon zu lange.“ Sam hatte sich inzwischen von seiner Überraschung erholt. „Wie lange weißt du es schon ?“ „Oh, schon eine ganze Weile....“ „Und du hast nichts unternommen ?“ „Das hatte ich vor.....zuerst. Doch dann habe ich abgewartet und festgestellt, das ihr beide Beruf und Privatleben auseinander halten könnt. Hätte ich bemerkt, das diese Beziehung sich negativ auf eure Arbeit auswirkt, hätte ich etwas machen müssen. Ich erwarte aber von euch, das ihr das auch in Zukunft getrennt haltet, verstanden ?“ Beide nickten. „Gut. Denn gerade jetzt muss ich mich auf euch verlassen können.........Die NSA hat angerufen, es gibt ein Problem in Osttimor.“

„Was für ein Problem ?“ fragte Sam. „Ein großes....“ antwortete Lambert knapp.
„ Seit die US Regierung bestätigt hat, das eine Stellung in Osttimor errichtet werden soll, kam es immer wieder zu Unruhen, vor allem von einer Gruppe die sich „Darah Dan Doa“ nennt, eine indonesische Guerillabewegung unter der Leitung eines gewissen Suhadi Sadono. Bis vor kurzem waren es eigentlich nur einige kleinere Zwischenfälle, die sie verursacht haben, aber jetzt......Sadono hat mit seinen Männern die US Botschaft gestürmt und das Personal und die Soldaten dort als Geiseln genommen. Trotz allem betrachtet die US - Regierung Sadono bis jetzt nicht als allzu große Bedrohung. Ich habe aber das ungute Gefühl, das mehr hinter dieser Sache steckt. Das haben wir schließlich schon einmal erlebt“ sagte Lambert. „Du meinst vor zwei Jahren, bei Nikoladze“ sagte Sam. Lambert nickte. „Deshalb will ich, das du zusammen mit Carrie darunter fliegst. Sollte die Sache sich wirklich als einfache Geiselnahme herausstellen, werde ich sie wieder abziehen. Aber wenn ich recht habe.......“ „........werde ich froh sein Carrie dabei zu haben......“ beendete Sam den Satz. „ .........ist es besser, wenn ihr zu zweit seid“ bestätigte Lambert.
Sie gingen zu dem großen Bildschirm. Lambert zeigte ihnen die Aufnahmen aus der US – Botschaft.

Sadono war zu sehen, man brachte ihm eine der Geiseln und zwang den Mann, sich vor ihn hinzuknien. Kaltblütig hob Sadono seine Waffe und schoss den Mann nieder. Dann sah er höhnisch in die Kamera. Wut blitzte in Sams Augen auf. Die Kamera fuhr weiter, zeigte weitere Geiseln, die sich in der Halle befanden. Plötzlich fuhr Sams Arm hoch und er stoppte das Bild. Den Mann, der jetzt zu sehen war, kannte er sehr genau.......Douglas Shetland.

„Was hat Douglas damit zu schaffen ?“ fragte er. „Das ist es, was ihr herausfinden sollt Sam“ erwiderte Lambert. „Die Osprey steht bereit, macht euch fertig und fahrt raus zum Stützpunkt.“ „Wer ist unser Operator ?“ fragte Sam. „Nun, da ihr wieder zusammen arbeitet, dachte ich, wir sollten auch in diesem Punkt das alte Team zusammenstellen“ sagte Lambert. „Frances Coen ?“ vermutete Carrie.
„ Ja, ich habe schon mit ihr telefoniert, sie ist gern wieder mit dabei. Und da Japan ohnehin auf dem Weg nach Osttimor liegt....“ witzelte Lambert. Sam und Carrie grinsten sich an.
„Was steht ihr hier noch rum ? Macht euch auf den Weg....“ schimpfte Lambert scherzhaft.
Als sie fast an der Tür waren sagte Lambert: „Hey........gebt euer Bestes, ich verlasse mich auf euch......“ „Geht klar“ sagte Sam. „.....halt, noch was....... passt auf euch auf.......“ „Machen wir doch immer“ antworteten beide und verließen die Zentrale. Lächelnd sah Lambert ihnen nach.


Als sie draußen waren, fragte Carrie Sam: „Wer ist Douglas?“ „Douglas Shetland, er ist einer meiner ältesten Freunde. Wir kennen uns aus der Zeit, als ich noch bei der Navy war. Angefangen hat er bei den Marines, dann kam er zu den Seals. Später ging er wieder zu den Marines zurück. Ich habe ihn allerdings schon längere Zeit nicht mehr gesehen. Alles was ich gehört habe ist, das er den Marinenachrichtendienst verlassen und sich mit einer eigenen Militär - und Sicherheitsfirma selbstständig gemacht hat. Zum einen arbeiten sie als Söldner, zu einem großen Teil für unsere Regierung, aber auch als Bodyguards für VIP`s. Er soll damit recht erfolgreich sein.“ Carrie verzog das Gesicht. „Was ist ?“ fragte Sam. „Nichts gegen dich Sam, aber Söldner waren mir schon immer suspekt. Leute die für Geld kämpfen sind nach meiner Erfahrung nicht unbedingt vertrauenswürdig.“ „Ich weiß, es gibt eine Menge schwarzer Schafe in dieser Branche“ stimmte Sam zu. „Aber ich versichere dir, Doug ist in Ordnung.“ Carrie war nicht unbedingt überzeugt, hielt es aber nicht für klug, jetzt mit Sam darüber zu streiten. Sie mussten sich fertig machen und sie wollte sich auf die bevorstehende Mission konzentrieren.



U.S. Botschaft, Dili – Osttimor, 26.03.06. – 18.27 Uhr

Die Sonne senkte sich dem Horizont entgegen und spendete ein paar letzte warme Strahlen. Sam und Carrie verließen das Boot und kletterten auf einen Steg, der ins Dorf führte. Als sie die ersten Häuser erreichten, meldete sich Lambert:“ O.K. Fisher, bevor ihr in die Botschaft eindringt, möchte ich euch Mr. Brunton vorstellen, unseren innerdienstlichen Berater, er hat neues zur Mission.“ „Ich fasse mich kurz. Ich freue mich sehr nun zum Team zu gehören“ sagte Brunton. „Der Stab will, das die Mission keine Opfer fordert und ohne Alarm abläuft. Wir dürfen die Geiseln auf keinen Fall gefährden.“ „Verstanden“ erwiderte Sam. „Aber bei allem nötigen Respekt, verschont mich mit unnötigen Informationen, davon bekomme ich nur Kopfschmerzen.“ „Dringt in die Botschaft ein. Die Lage ist heikel und unübersichtlich, also bewegt euch vorsichtig.“ Sie schlichen durch das nächste Gebäude und in den ersten Stock. Von hier aus konnten sie einen Fluss und die Botschaft sehen. „Grim hat ein Hintertürchen gefunden“ sagte Lambert. „Nehmt nicht das Haupttor“ warnte Grim sie. „Die Blaupausen zeigen einen Wasserlauf unterhalb des Eingangs. Sieht wie ein möglicher Weg hinein aus.“ „Ein bisschen nass ist besser als tot“ stimmte Lambert zu. „Also rein ins Vergnügen. Fisher, seid vorsichtig. Dieses Dorf ist ein Spaziergang gegen das, was euch in der Botschaft erwartet.“ Sie gingen zum Flussufer. Drüben auf der anderen Seite stand ein einzelner Wachposten vor dem zerstörten Haupttor. Leise stiegen sie ins Wasser und gingen hinüber ans andere Ufer. Sam schlich sich an die Wache an und schlug ihn nieder. Sie gingen am Haupttor vorbei. Der Eingang wurde noch immer von dem ausgebrannten LKW blockiert. Sie schlichen die Straße hinunter und um die Ecke. Auf der linken Seite stand eine einzelne Hütte. Vom Gelände der Botschaft waren Schüsse zu hören. „ Die Situation in der Botschaft verschlechtert sich, es scheint, das sie die Geiseln töten“ meinte Grim.

Vor der Hütte saß ein weiterer Wachposten. „Hier steht ein Mann im Weg Lambert. Wie flexibel ist der Befehl, nicht zu töten ?“ wollte Sam wissen. „Unverrückbar. Wir möchten, das du einen neuen Freund gewinnst. Scheint einer von Sadonos Offizieren zu sein. Stell ihm ein paar Fragen und finde heraus, was er über Sadonos Verteidigungsvorkehrungen weiß. Das von uns gefilterte Gespräch hört sich übel an, aber nichts konkretes. Details auf eurem Opsat.“ Langsam schlich Lambert von hinten an den Mann heran, packte ihn und zerrte ihn neben der Hütte ins dunkel, während Carrie auf der anderen Seite in Deckung blieb.

„Ich will Informationen“ forderte Sam. „Ich spreche ihre Sprache nicht“ entgegnete der Mann. „Ich wette deinen Hals, das du es tust“ sagte Sam unbeeindruckt. „Ein wenig.....kann ich“ gab der Offizier zu. „Gut zu wissen. Ich will mich drinnen mit deinen Freunden treffen. Muss ich mir irgendwelche Sorgen machen ?“ fragte Sam. „Sie sind bewaffnet.“ „Ich bin schockiert........was sonst ?“ meinte Sam ärgerlich. „Meine Leute haben die Minen nach draußen gelegt. Wir mussten ihn eskor.....äh......das Dorf verteidigen.“ „Wen eskortieren ?“ wollte Sam wissen. „Niemanden.“ „Wen eskortieren ?“ „Niemanden, ich habe mich vertan.“ „Du hast noch eine Chance......“ warnte ihn Sam.
„Äh......ich kenne seinen Namen nicht. Für Sadono ist er von Bedeutung. Er hat einen amerikanischen Akzent und ein falsches Bein. Ein Kahlkopf, mit stechenden Augen.“
„Ein falsches Bein ?“ „Ja. Töten sie mich, wenn sie wollen, aber mehr weiß ich nicht.“
Sam schlug die Wache K.O., als die Tür der Hütte aufging und ein zweiter Wachposten auftauchte, doch Carrie war schon zur Stelle und schickte ihn schlafen, bevor er Sam bemerken konnte. Dann gingen sie zur Mauer, die die Botschaft umgab. An einem Rohr kletterten sie auf die andere Seite. „Laut Ticker handelt es sich um eine Geiselnahme. Indonesische Extremisten“ meinte Sam. „Sicher, aber um die Geiseln kümmert sich jemand anderes. Ihr seid hier, um Informationen zu besorgen, vor allem von Douglas Shetland“ erklärte Lambert. „Shetland ist euer erstes Ziel. Wir müssen wissen, wie viele Daten verloren gegangen sind.“ Links von ihnen befand sich ein Baugerüst. Auf ihm kletterten sie in den ersten Stock, auf den langen Balkon, der den ersten Stock der Botschaft umgab. Ein Wachposten stand an einem Fenster und sah hinaus. Sam und Carrie drückten sich an die Wand und schlichen unter dem Fenster vorbei.

Vor ihnen war ein großer Raum, in dem die Geiseln festgehalten wurden. „Still Fisher ! Keinen Mucks !“ warnte Lambert sie. „Suhadi Sadono ist genau über euch ! Wenn er euch sieht, ist die Mission gescheitert.“ Vorsichtig sah Sam um die Ecke und erblickte tatsächlich Sadono, wie er einen der Geiseln mit der Waffe bedrohte. „Aber warum ich ?“ stammelte der Mann. „Ich habe nichts gesehen !“ „Hast du denn etwas gehört ?“ fragte ihn Sadono. „Nein.....nur Pandora Tomorrow.....der Rest war unverständlich.” „Aha....“ erwiderte Sadono gedehnt. „Ich habe nichts davon verstanden“ versicherte ihm der Mann. „Zeig mir deine Fesseln.....“ forderte Sadono. Gehorsam drehte der Mann sich um und sagte: „Danke .....vielen Dank.“ Er glaubte, das Sadono ihm nichts mehr antun wollte. Doch als er ihm den Rücken zugedreht hatte, schoss Sadono ihm in den Hinterkopf. Tödlich getroffen kippte der Mann auf die Seite. „Wurde Shetland von den anderen getrennt untergebracht ?“ fragte Sadono einen seiner Männer. „Absolut. Er befindet sich in einem der Zimmer im rechten Flügel. Kim öffnet die Tür nur, wenn ich es ihm über Funk befehle. Wir sollten ihm die Finger brechen damit er redet.“ „Ja vielleicht“ erwiderte Sadono. „Aber macht es leise und langsam.“ Wut kroch in Sam hoch. Am liebsten hätte er sich sofort auf Sadono gestürzt. Doch er folgte Lamberts Befehl, sich nicht blicken zu lassen. Vorsichtig schlichen sie an der Tür des Raumes vorbei und gingen weiter den Balkon entlang. Auf der rechten Seite war ein Teil des Balkons durch die Explosion des LKWs eingestürzt. Sam kletterte an einem Rohr hinauf und hangelte sich an der Regenrinne zum nächsten Fenster. Einer von Sadonos Männern befand sich in dem Raum und schimpfte lautstark, während er auf jemanden einschlug...........


Douglas Shetland stöhnte auf. Wieder prasselten die Schläge auf ihn nieder. Seit längerer Zeit schon verhörte ihn dieser Kerl von Sadono, diese kleine Ratte. „Wenn ich nicht an diesen Stuhl gefesselt wäre, wärst du nicht so mutig“ dachte Douglas. Er wusste nicht, wie lange er noch durchhalten konnte, aber lieber würde er Sterben, als nur ein Wort zu sagen. „Sprich, verflucht noch mal ! Wo ist es ?“ fragte ihn der Söldner. Shetland schwieg. Erneut schlug der Mann zu. „Ich soll dich am Leben halten, aber ich muss es dir nicht bequem machen. Reiz mich nicht......“ Wieder schlug der Söldner auf ihn ein. „Idiot ! Wo ist der Speicherstick ?...... Gib ihn mir......“ Shetland ließ den Kopf hängen und sagte nichts. Sein Peiniger wollte gerade wieder zuschlagen ,da stieß der Söldner einen würgenden Laut aus und wurde zurück gerissen.
Verwundert hob Shetland den Kopf. Er sah zwei Kommandoeinheiten, die durch das Fenster hereingekommen waren. Während der eine den Söldner gepackt hatte und nach hinten zerrte, kam der andere mit gezogenem Messer auf ihn zu..............


Sam hatte das Fenster erreicht und schob es vorsichtig auf. Er blickte um die Ecke und sah Douglas, er war in der Mitte des Raums an einen Stuhl gefesselt, während der Söldner ihm hart ins Gesicht schlug. Leise stieg Sam von der Fensterbank in den Raum, schlich sich hinter den Kerl, packte ihn im Würgegriff und riss ihn zurück. Jetzt war auch Carrie durch das Fenster gestiegen. Sie nahm ihr Messer, ging auf Shetland zu und schnitt ihn los, während der sie erstaunt anblickte. Sam schlug seinen Gegner nieder und kam ebenfalls auf ihn zu. Er winkte Carrie und wies zur Tür. Sie nickte, schob die flexible Optik unter der Tür durch und behielt den Flur im Auge. „Douglas......so lang ist`s her......“ sagte Sam.

Shetland glaubte seinen Ohren nicht zu trauen. „Fisher ? Mein Gott, du wirst alt.“ „Ich bin auch froh, dich zu sehen“ erwiderte Sam. „Wo bleibt die Kavallerie ?“ wollte Shetland wissen. „Wir beide sind allein. Was mich betrifft, ich bin schon lange nicht mehr bei der Navy.“ „Bei welchem Verein arbeitest du jetzt ?“ fragte Shetland neugierig. „Wir sind hier zur Schadensbegrenzung, sollen deinen Computer zerstören.“ „Danken wir Gott......oder der CIA ?“ „Spekuliere ruhig weiter.....“ blockte Sam ab. „Ich habe versucht ihn zu zerstören, aber.... wer weiß, wie viele Daten sie runterziehen konnten“ berichtete Shetland. „Ich war weltweit als Sicherheitsberater tätig. Für wen arbeitest du ?.......Delta ?......“ „Frag nicht mehr, du erfährst es doch nicht“ sagte Sam. „Hä......vielleicht hast du hierfür Verwendung. Ein Speicherstick. Habe ihn von dem toten Guerilliakämpfer.“ „Danke. Wie hast du ihn vor der Wache versteckt ?“ fragte Sam. „ Wasch dir bitte die Hände, wenn du ihn benutzt hast“ sagte Shetland knapp und zwinkerte Carrie zu, die anfing zu grinsen. Sam nahm seinen PDA und steckte den Speicherstick hinein.
„Er war PGP verschlüsselt, kein Problem“ meldete sich Grim. „So weit so gut“ meinte Lambert. „Leider ist der Textkörper unverständlich. Brunton hält es für einen indonesischen Dialekt. Wir suchen nach einem Übersetzer.“ „Dafür haben wir das Pseudonym des Absenders......Motified Pinguin und vier lesbare Wörter im Text.....Red Beared, Saulnier und Springfield“ sagte Grim. „Meine Leute von der CIA meinen es handele sich um Mambee, einen timoresischen Dialekt. In der Botschaft befindet sich eine Beamtin namens Carlson. Sie ist Linguistin“ berichtete Brunton. „Vorname Ingrid. Sie wird in einem Turm hinter der Botschaft festgehalten. Grim sucht einen Weg, um mit ihr in Kontakt zu treten, ohne die Wachen zu alarmieren. Miss Carlson ist euer nächstes Ziel. Einzelheiten auf dem Opsat “ sagte Lambert. „Wir müssen los“ sagte Sam zu Douglas. „Tut mir leid, das ich nicht mehr für dich tun kann, aber die Verstärkung ist bereits auf dem Weg........Pass auf dich auf, ja ?“ „Ja, du auch.....“ entgegnete Shetland und reichte Sam die Hand. „Da ist eine Wache auf dem Balkon im Flur“ sagte Carrie zu Sam. „Nicht mehr lange“ erwiderte Sam. Er drehte sich noch einmal zu Doug um und nickte ihm zu, dann wandte er sich zur Tür. Sam blickte hinaus auf den Flur, die Wache hatte ihm den Rücken zugedreht und sah in den Hof hinunter. Leise schlich er sich von hinten an und mit einem gezielten Hieb fiel der Wachmann bewusstlos zu Boden. Sam und Carrie gingen den Flur entlang bis zur Treppe.

Sam schlich ein paar Stufen hinunter, blickte kurz in die Eingangshalle und kehrte zu Carrie zurück. „Soweit ich sehen kann, halten sich vier Mann unten in der Halle auf.“ „Was schlägst du vor ?“ fragte Carrie. „Wir müssen sie einzeln ausschalten. Wenn auch nur einer von denen Alarm schlägt, sind wir erledigt.“ Sam nahm seine Pistole und schoss die Lampe aus. Sofort wurden zwei der Wachen aufmerksam. „Was war das ?“ Einer nahm seine Waffe und kam die Stufen herauf, der andere blieb am Fuß der Treppe stehen. Die erste Wache ging im Dunkeln an Carrie vorbei nach oben, während sie sich an den Mann am Fuß der Treppe anpirschte und ihn ausknockte. Die andere Wache erreichte den ersten Stock und wurde von Sam in Empfang genommen. Sam würgte ihn, bis er bewusstlos wurde, dann schlich er die Treppe hinunter. Carrie hatte inzwischen den anderen Söldner im Dunkeln abgelegt.

„O.K. jetzt die anderen beiden........die wirken etwas schlaff findest du nicht auch ? Wir sollten ihnen einen kleinen Energieschub verpassen“ meinte Sam zu Carrie. „Taser ?“ Sam nickte. Beide nahmen die SC 20 und visierten die Wachleute an. “Jetzt ?” “Jetzt !” Beide Söldner gingen zuckend zu Boden. Sam und Carrie durchquerten die Halle und begaben sich zur Hintertür. Als sie den Hinterhof betraten, meldete sich Lambert wieder: „Was ich dir zu sagen habe, wird dich nicht erfreuen.“ „Möglich wär`s“ entgegnete Sam. „Bilder von der Überwachungskamera zeigen einen Posten mit Nachtsichtgerät. Er überwacht den nächsten Hof. Die Suchscheinwerfer wurden nicht ausgeschaltet, sie sollten das Nachtsichtgerät stören.“ „Wir sollen uns in die Lichtkegel stellen ?“ fragte Sam ungläubig. „Ich sagte ja du würdest es nicht mögen“ erwiderte Lambert. Nachdenklich sah Sam zu Carrie rüber. Sie konnten den Mann auf dem Balkon sehen. Direkt daneben war ein zweiter Balkon, auf dem eine Frau stand. Das musste Ingrid sein. Mit einer kleinen Lampe gab sie Lichtsignale. „O.K. , der Kerl da oben kann uns im Scheinwerferlicht vielleicht nicht sehen, aber was ist wenn jemand anderes in den Hof blickt ?“ fragte Carrie. „Mir gefällt es auch nicht, aber ich fürchte wir haben keine Wahl. Wenn wir ungesehen da rüber kommen wollen, müssen wir das Risiko eingehen. Welche Seite willst du, links oder rechts ?“ „Ähm.....links.“ Sie warteten bis die Lichter der Scheinwerfer sie erreichten, dann begaben sie sich in die Lichtkegel und schlichen mit dem wandernden Licht der Scheinwerfer zur anderen Seite.

Ungesehen erreichten sie die Treppe und gingen zur Tür, die in den Turm führte. Sie schlichen die Treppe hinauf in den ersten Stock. Während Carrie den Wachposten packte und niederschlug, ging Sam in das Zimmer nebenan. Eine Frau mit langen, dunklen Haaren befand sich in dem Zimmer.
„Ingrid ?“ fragte Sam. „Sie müssen mein Blind Date sein. Ich hoffe der Trick mit dem Licht hat geholfen“ antwortete Ingrid. „Hat er, danke“ erwiderte Sam. „Gern geschehen. Ist allerdings nicht ganz der Job für den ich eingestellt wurde. Ich bringe Licht ins Sprachengewirr.“ „Dann habe ich Arbeit für sie, sehen sie her“ sagte Sam und reichte Ingrid den Minicomputer. „Nettes PDA. Sparen sie für das Farbmodel ?“ „Können sie es lesen ?“ „Es handelt sich um Mambee, nicht die Muttersprache des Verfassers, aber gar nicht schlecht. Der Text nennt Koordinaten für einen Treffpunkt, 48/57 Nord, 03/08 Ost, 18 Uhr. Die einzige konkrete Ortsangabe ist Saulnier. Das ist kein Mambee. Hier steht, das sie kurz davor sind die ähm...... Zutaten für das Springfieldexempel zu bekommen. Das war`s. Gezeichnet Mortified Pinguin. Mortified Pinguin ?“ „Mehr weiß ich auch nicht, aber es ist ein Anfang. Und wo wir schon dabei sind, vergessen sie was sie gesehen, gehört und gesagt haben. Kommen sie zurecht, wenn ich hier verschwinde ?“ fragte Sam. „Würden sie bleiben wenn ich nein sage ?“ entgegnete Ingrid. „Nein“ antwortete Sam ehrlich. Er ging wieder hinaus auf den Flur, wo Carrie Wache hielt.

„Gut gemacht Fisher“ meldete sich Lambert. „Es besteht eine nette Verbindung zwischen den Koordinaten und Saulnier. Beide passen zu einem Tieftemperaturtechniklabor in Paris.“ „Was will ein indonesischer Extremist von einem solchen Labor aus Europa ? Sieht aus, als würdest du Recht behalten Lambert, dahinter steckt mehr als nur ein Protestakt gegen die USA“ meinte Sam. „Tja, ich hatte von Anfang an ein ungutes Gefühl bei dieser Sache. Aber was Sadonos Absichten betrifft, die werden wir wohl nur vor Ort rausfinden“ erwiderte Lambert. „Also auf nach Paris.....“ sagte Carrie. „Gerade bekommen wir Nachricht von Delta, sie schicken ihre Jungs rein“ berichtete Brunton. „Das heißt ihr seid von der Leine. Frohe Weihnachten Fisher. Erschießt so viele Extremisten wie ihr wollt. Ein schneller Ausgang befindet sich unten am Fuß des Turms. Coen wartet am Rande des Dorfes auf euch“ sagte Lambert. „Die Osprey kann nicht im Dorf landen. Coen fürchtet ein zu gutes Ziel abzugeben“ meldete Grim. „Löscht alle Scheinwerfer im Dorf. Sie werden so tief wie möglich fliegen und euch am Ende des Piers aufnehmen.“ Sam und Carrie gingen wieder hinunter und verließen den Turm durch die Hintertür. Draußen folgten sie dem Weg, als vor ihnen ein Wachposten auftauchte, direkt neben einem Podest mit Suchscheinwerfer. „Den übernehme ich, kümmere du dich um den Scheinwerfer“ flüsterte Sam. Carrie ging zu dem Podest und schaltete den Scheinwerfer ab. Sam schlich sich an den Mann heran und schoss ihn mit der SC Pistole nieder. Carrie war bereits weiter gelaufen und tötete einen weiteren Wachposten. Sam schlich ihr nach und schaltete einen weiteren Scheinwerfer aus, dann begaben sie sich zum Steg.

Sie konnten die Osprey sehen, sie schwebte in einiger Entfernung über dem Wasser. Am Rand vom Steg war ein Schlauchboot. Sie stiegen ein und fuhren damit zur Osprey. Coen schien sie schon gesehen zu haben, denn sie ließ die Ladeluke herunter. Sam und Carrie stiegen in die Osprey, dann schloss Coen die Klappe wieder und die Osprey drehte ab, mit Kurs aufs offene Meer.
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